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Forum Hochbegabung bei Kindern
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10
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
cape diem, MarionPE, _Etu_, minjong, Takahe, Hujan

Wie solls weitergehen ?

Startbeitrag von cape diem am 03.01.2007 13:15

Hallo,

unser Sohn (7) ist im Mai gesprungen und geht nun in die dritte Klasse.
Nun langweilt er sich schon wieder. Im Mathematikunterricht ist es besonders schlimm. Wenn die Lehrerin Aufgaben verteilt, dann schreit er laut in die Klasse rein, wie alles viel einfacher zu rechnen ist und weigert sich die vorgegebene Rechenwege auch nur anzusehen. In Unterricht quatscht er oder ärgert seinen nachbarn. In der Klassenarbeit ist er rausgeflogen, da er der ganzen Klasse die Lösungen laut vorgelesen hat.
Also ein richtiger kleiner Giftzwerg
Wir haben mit der Mathelehrerin gesprochen. sie sagt, dass er bei ihr absolute Narrenfreiheit hat .Er kann machen , was er will ! Sie sieht, dass er absolut unterfordert ist. sieht sich aber nicht in der Lage ihn noch zusätzlich zu fordern. Sie meint, dass die Schere zwischen Sohn und restlicher Klasse so groß ist, dass sie ersteinmal gucken muss, dass die rstliche Klasse den Stoff kapiert.
Wir haben mit unserem Sohn über sein Verhalten gsprochen, doch leider mit wenig Erfolg.Ich bin mir nicht sicher, wie es weitergehen soll.Habt Ihr Ideen ?

Vielen Dank !
Sabine

Antworten:

Hallo Sabine,

wenn die Lehrerin ihm "Narrenfreiheit" gewährt, dann wird er sie auch ausnutzen. Klingt für mich nicht nach einem sinnvollen pädagogischen Konzept. Ihr könnt da von zuhause auch nicht gegensteuern - es ist ihre Aufgabe, die Disziplin in der Klasse zu wahren.

Das einzige "Hilfsmittel", das ich mir vorstellen könnte, wäre: Vielleicht gibt es in dieser Klasse ein Kind, das dein Sohn mag und respektiert. Drittklässler sind ja teilweise(!) schon sehr vernünftig. Vielleicht könnte dieses Kind mit ihm mal darüber sprechen, dass sein Verhalten nicht unbedingt hilfreich ist und dass es mit Sicherheit dazu führen wird, dass die anderen Kinder ihn ablehnen. Wer mag schon "kleine Giftzwerge"...

Außerdem wird es Zeit, dass dein Sohn erfährt, dass Langeweile sein schulisches Leben in den kommenden Jahren immer mal begleiten wird und dass es seine Aufgabe ist, sich Wege zu suchen, die ihm das aushalten helfen. Schule ist halt keine Belustigungsanstalt sondern Pflicht, auch mal saure Pflicht. Er wird in dieser Klasse bis zum Schulwechsel bleiben müssen - habt ihr ihm das hinreichend deutlich gemacht? Oder spielt er mit euch: "mal gucken, wo ich hinkomme, wenn ich richtig Streß mache..."

Alles GUte

Takahe



von Takahe - am 03.01.2007 15:52
Hi,
Dein Hinweis ist gut, aber an ein Spiel glaube ich nicht.
Wir haben ihm sehr sehr deutlich gemacht, dass Langweile in der Schule dazugehört und machen das täglich wieder neu.
Wie das "Giftzwergverhalten" auf andere Kinder wirkt juckt ihn nicht.Seinen besten Freund (10 und in derselben Klasse) haben wir schon mit ins Boot geholt. Allerdings ging das völlig nach hinten los, da Sohnemann da völlig blockierte.
Aber ich sehe nicht nur sein jetztiges Verhalten als Problem. Wenn das so weitergeht und er offiziele Narrenfreiheit bekommt, wie wird es dann auf der weiterführenden Schule werden? Auch Disziplin ist etwas was gelernt werden muss und ich finde es einfach sehr traurig von den Lehrern nur eine indirekte Bankrotterklärung zu bekommen.

Vielen Dank !
VG
Sabine

von cape diem - am 03.01.2007 19:33

Saure Pflicht

Langeweile ist in einer Schule vermutlich unvermeidlich. Aber es muss in einem erträglichen Rahmen bleiben. Langeweile auf Dauer ist eine unerträgliche geistige und körperliche Folter und das darf man von niemandem verlangen. Langeweile auf Dauer macht krank! Jedes Kind hat ja ein Recht auf Förderung nach seinen Fähigkeiten. Wenn die Schule einem Kind nichts "zu bieten" hat, darf der Staat imho nicht auf Erfüllung der Schulpflicht bestehen.

"Schulpflicht" muss zwei Seiten haben: sie muss nicht nur dem Kind gelten, sondern auch der Schule.

von minjong - am 04.01.2007 08:26
Hallo!

Wenn die Mathelehrerin sich überfordert fühlt, könntet ihr sie mit Futter für Sohnmann bestücken? Und ihr deutlich machen, dass es zu seinem Wohl, aber auch zu ihrem und der ganzen Klasse ist, wenn er gemaßregelt wird wie die anderen. Extrawürste braten kann man so oder so. Manche schmecken den anderen nicht so gut und die Chancen für deinen Sohn, dann noch akzeptiert zu werden, sind geschrumpft.
Wenn er eine Mathelehrerin hat, hat er auch andere Lehrerinnen? Wie verhält er sich da und was wird dort getan?

Springen allein hilft nicht unbedingt, es muss begleitet werden. Auch wenn es schon Monate her ist, braucht er offensichtlich noch Unterstützung. Und in der Schule sind die Lehrkräfte gefragt, dass ist ihr Job.



von Hujan - am 04.01.2007 11:48
Hallo Sabine!
Hat er denn außerhalb der Schule Möglichkeiten, sich auszupowern wie Sport etc.? Oder habt ihr bei euch den HBF oder DGHK in der Nähe, wo er nachmittags oder am Wochenende mit "seinesgleichen" lernen kann was garantiert nicht langweilig ist?
Wenn es nur bei einer Lehrerin ist, ist es noch nicht so schlimm, wie verhält er sich denn den anderen (Lehrern) gegenüber?
Ich kenne ähnliche Probleme auch von meinem Sohn. Aber er bekommt jetzt Förderung, so dass es sich in Grenzen hält.

Gruß
Etu

von _Etu_ - am 04.01.2007 15:56
Hallo Hujan,

bei den anderen Lehrern klappt es problemlos. das liegt allerdings an zweierlei:Zum einen erwarten die Lehrer Disziplin und zum anderem ist er nicht so gnadenlos unterfordert. Er schreibt dort zwar auch seine 1 und 2en, aber in Deutsch zum Beispiel machen ihm Aufsätze doch ein wenig zu schaffen. In Sachkunde hilft er anderen Kindern, dass klappt auch gut. Word, Knobeln , Musik ist eh unproblematisch, da es anspruchsvoll genug ist.
Springen soll er keinesfalls. Er ist schliesslich schon als Kannkind zur schule gegangen und dann gerade erst gesprungen.Da würde ich langsam aber sicher das Ende im sozialen Bereich sehen.
Aber ich finde es einfach frustrierend, dass die Lehrerin ihr Handtuch wirft. Ich erwarte ga nicht unbedingt Sonderaufgaben, aber ich erwarte, dass sie an mein Kind genau den gleichen anspruch an Disziplin stellt, wie an alle anderen Kinder auch. Manchmal geht er einfach in Unterricht raus und turnt auf dem Schulhof rum oder oder oder...

VG
Sabine


von cape diem - am 04.01.2007 18:08
Hallo Etu,
oh, er hat Möglichkeiten: Fussball, Schwimmen, Schach und ab und an Reiten...An Bewegung mangelt es nicht. Wir haben bei uns einen Ortsverein, der sich mit den Kindern einmal im Monat zum Spielevormittag trifft, dort gehen wir hin. Aber private Verabredungen (auch zum Lernen) sind bisher da noch nicht zustande gekommen. Der Verein ist relativ jung und da sind viele Kleine (2-5 Jahre ) dabei und zwei Kids die 10 und 11 sind. Mit 7 liegt er da gerade in der Mitte. Allerdings muss ich auch zugeben, wäre ich bisher auch gar nicht auf de Gedanken gekommen.
Das ist ein Gedankengang, den wir sicherlich weiterverfolgen.
Vielen Dank !
VG
Sabine

von cape diem - am 04.01.2007 18:14
Hallo Sabine!

Rausgehen? Und wie ist das mit der Aufsichtspflicht? Hat die Lehrerin da keine Probleme?

Sie sollte ihm klarmachen, dass er ruhig zu sein hat und die anderen nicht stören darf. Das ist ihr Job. Was Du machen könntest: Lade Dir aus dem Internet z.B. die aufgaben vom Mathe-Känguru runter, drucke sie aus und gib sie der Lehrerin. Wenn Dein Sohn die Aufgaben der Klasse kann, dann muss er sie nicht weiterrechnen, sondern kann sich mit dem Känguru beschäftigen. Der Vorteil ist, dass für diese Aufgaben die grauen Zellen strapaziert werden und trotzdem nicht vorgearbeitet wird. Es gibt auch Bücher mit ähnlichen Aufgaben. Wenn er den Stoff beherrscht, kann er meinetwegen etwas anderes machen, aber es sollte zum Thema sein und er darf die anderen nicht stören. Das sind einfache Grundregeln.

Das Problem ist: Wenn sie in der Grundschule nicht lernen, dass gewisse Regeln eingehalten werden müssen, klappt es am Gymnasium nicht. Damit meine ich nicht un bedingt Verhalten, sondern auch Rechenwege. Wenn die guten Rechner in der GS nicht lernen, Wege, Zwischenschritte, aufzuschreiben geraten sie am Gymmi ins Schleudern, da ihnen dann doch etwas fehlt, bei Fehlernkann nicht mit dem "Folgefehler" weitergearbeitet werden, das kostet dann entscheidende Punkte. Das vergessen Grundschullehrer oft, wenn sie den Kindern erlauben, nur das Endergebnis aufzuschreiben. Den Frust müssen dann später wieder wir Eltern aushalten.

Aber, glaube mir, es wird besser. Jetzt, Mitte der 4 wir meiner "handzahm", die Mathelehrerin ist begeistert, nachdem wir in der 3 Hausaufgaben voller Wut und Tränen ob der Eintönigkeit hatten.

Das nur als kleiner Trost

Marion



von MarionPE - am 04.01.2007 18:53
hALLO;
ICH MÖCHTE MICH BEI BEI ALLEN FÜR DIE aNTWORTEN BEDANKEN 1
vg
sABINE

von cape diem - am 08.01.2007 14:38
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