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Forum Hochbegabung bei Kindern
Beiträge im Thema:
5
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Aarsama, MarionPE, Kerba

1. Klasse - zu langsam und tlw. Arbeitsverweigerung

Startbeitrag von Aarsama am 22.02.2007 20:35

Hallo,

nun noch zu meiner Tochter. Sie ist 6 Jahre alt und geht in die 1. Klasse. Zu ihrer Vorgeschichte: Sie hat sich bereits im Kleinstkindalter mit Zahlen und Buchstaben sowie Themen wie Vulkanen, Planeten und Verkehrsschildern beschäftigt, was allerdings mit ca. 3 Jahren abrupt endete. In die Zeit fiel allerdings auch die Trennung vom Vater. Seitdem machte sie nur noch altersgerechte Sachen und weint bei jeder Kleinigkeit. Weinen ist eigentlich noch untertrieben, sie brüllt wenn ihr irgendwas der Quere geht oder sie ihren Willen nicht bekommt. Im Kindergarten fiel sie durch extreme Langsamkeit auf. Ich hoffte, dass sich das in der Schule gibt, dem ist aber nicht so. Außerdem macht sie einfach nicht mehr weiter, wenn sie keine Lust mehr hat. Freundschaften hat sie auch keine mehr. Im Kiga. hatte sie wenigstens noch eine Freundin. Getestet ist sie nicht, weil ich sie nicht für überdurchschnittlich intelligent halte. Ihr Bruder hat in ihrem Alter ganz andere Sachen gemacht und sie glänzt im Unterricht auch nicht durch überragende Leistungen sondern kommt gut mit. Hat sogar noch leichte Schwierigkeiten in Mathe mit Umstellungsaufgaben.

Meine Probleme liegen im ewigen Geschrei und in ihrer Langsamkeit. Die Arbeitshaltung wird sich hoffentlich ändern, wenn sie mal die Ernsthaftigkeit der Schule begriffen hat. Zuhause gibt es in schulischen Dingen keine Probleme. Sie macht ihre Hausaufgaben, kommt allerding jeden Tag mit irgend welchen Fragen an. Ich helfe ihr dann nur, die Lösung zu finden. Das sind eigentlich die gleichen Sachen, wo sie in der Schule Probleme hat.

Auch habe ich das Gefühl, dass sie nicht ausgelastet ist. Aber sie hat schon an 3 Nachmittagen in der Woche Beschäftigungen (Ballett, Turnen und Singen). Außerdem möchte sie noch ein Instrument lernen und am allerliebsten wieder Voltigieren. Abgesehen von der finanziellen Seite ist das auch eine Zeitfrage. Mehr als sie jetzt macht kann ich ihr nicht bieten.

Kennt jemand ähnliche Probleme und/oder hat Tipps für mich?

viele Grüße

Aarsama

Antworten:

Hallo Aarsama!
Hat deine Tochter die Trennung verarbeiten können? Habt ihr dazu irgendetwas unternommen?
Hat sie noch Kontakt zu ihren Vater?
Alle Kinder leiden unter solchen Trennungen, egal wie alt sie sind. Viele denken, das "sie" Schuld daran sind, wenn sich die Eltern trennen.
Wenn ihr in der Richtung noch nichts unternommen habt, würde ich erstmal danach schauen!
Vielleicht wird es dann mit den anderen Problemen auch besser.
VLG Kerba



von Kerba - am 23.02.2007 08:16
Hallo Kerba,

nein, wir haben damals nichts gemacht. Die Kinder hatten noch fast täglich Kontakt zu ihrem Vater, bis ich dann zu meinem damaligen neuen Partner gezogen bin. Ja, da hätte ich etwas unternehmen sollen. Aber sie kam mit meinem neuen Partner und dessen Kindern sehr gut klar, so dass ich meinte, es wäre ok. Momentan stehe ich mit ihr auf der Warteliste einer Psychologin um die Trennung nachträglich aufzuarbeiten.

lg

Juana

von Aarsama - am 23.02.2007 09:56
Hallo Aarsama!

Du hast 3 Kinder, oder? Wie alt ist das Dritte? Von zweien hast Du hier geschrieben.

Mädchen sind anders als Jungen. Mit 3 kam sie in den Kindergarten? Dann stellen Mädchen fest, dass die anderen anders sind. Manche nehmen sich zurück und zeigen nicht mehr, was sie können.

Brüllerei ist kein Weg. Das muss sie lernen. Wenn in der Schule Kinder heulend zu mir kommen (ich rede nicht von denen, die sich wirklich wehgetan haben) dann bekommen sie von mir üblicherweise ein Taschentusch und die Order "Stell die Sirene aus, dann verstehe ich auch was Du sagst, dann kannst Du reden". Meistens klappt das. Heulen ist Babysache, sie ist jetzt groß, ein Schulkind und kann sagen, was es gibt.

Wenn das klappt, dann kann man weiter sehen, aber dafür muss man sich wie ein "großes Kind" benehmen. Instrument: Bei uns gibt es viele Kirchengemeinden oder Musikzüge, wo man für relativ wenig Geld ein Instrument lernen kann. Bei uns in der Kirchengemeinde kostet es 5¤ im Monat Blockflöte zu lernen, gerade weil wir möchten, dass es sich jeder leisten kann. Die Flöte für rund 40¤ für ein vernünftiges Anfängerinstrument ist dann zum Geburtstag auch drin. Man muss ein wenig suchen, aber es gibt eigentlich immer auch preiswerte Lösungen. auch ein Sportverein bietet für relativ wenig Geld interessante Möglichkeiten. Meine jüngeren springen Trampolin, das kostet uns je rund 50¤ im Jahr. Das ist rund eine Schachtel Zigaretten im Monat. Ich denke schon, dass Du ihr zeigen kannst, welche Möglichkeiten Ihr Euch leisten könnt und dann kann sie unter den Möglichkeiten auswählen.

Zum Arbeitstempo: Sie muss lernen, dass sie mehr Freizeit hat, wenn sie zügig arbeitet. Stellt eine Stoppuhr, schaut, wie lange sie für die Hausis braucht, trainiert schnelligkeit wie ein Läufer....

Was sie ganz sicher braucht ist Mama-Zeit. eine Zeit, zu der sie Dich alleine hat; in der ihr spielt, kuschelt... abner die blöde Schule und den Haushalt vergesst. So eine Prinzessinnen-Stunde braucht man manchmal, Jungs wie auch Mädchen.

Ich merke, Du hast es nicht leicht. Wo bleibst Du? Hast Du die Möglichkeit, etwas für Dich zu machen, Kraft zu tanken. Auch das ist wichtig.

Ansonsten:cool bleiben, in 20 Jahren stellstr du fest, dass alles gut wurde, glaube daran.

Marion

von MarionPE - am 23.02.2007 13:57
Hallo Marion,

Meine Kinder sind 2 J. m, 6 J. w und 11 J.m.

Meine Tochter ist bereits mit 1 1/4 Jahren in den Kiga. gekommen. Ich hatte gehofft, so der schnellen Kündigung zu entgehen, aber bei ihr hat es nicht geklappt. Aus diesem Grund ist mein Sohn damals auch mit 1 Jahr in den Kiga. Geschadet hat es beiden nicht. Sie sind gern dahin, naja, mein Sohn bis er 4 Jahre war und dann unbedingt in die Schule wollte.

"Brüllerei ist kein Weg. Das muss sie lernen."
Ja, das mach ich ihr auch immer wieder klar. Leider fruchtet nichts bei ihr. Und die Hausgemeinschaft habe ich auch gegen mich. Nicht nur wegen ihr, auch wegen dem Getrappel des Kleinen. Aber das ist ein anderes Thema.

Sie macht schon Montags Ballett (hat die Oma gesponsert), Mittwochs im SV Turnen und Freitags geht sie zum Singen. Das macht einer ehrenamtlich. Von günstigen Gelegenheiten ein Instrument zu lernen, habe ich noch nicht gehört. Aber darüber brauche ich gar nicht nachzudenken. Dann hab ich die Vermieter gleich wieder vor der Tür stehen. Ich hab auch niemanden, wo ich sie zum Üben hinschicken könnte.

Die Hausaufgaben erledigt sie eigentlich recht zügig. Ich bin zufrieden. In der Schule ist sie so langsam. Ich empfinde es als ok. Aber ich werde mal die Zeit stoppen. Vielleicht kommt es mir nur so vor.

Mama-Zeit hat sie morgens (dann lesen wir noch etwas) und mittags wenn sie sich beeilt. Leider sind sonst alle 3 Kinder zusammen. Mein Großer hat keine Mama-Zeit. Ich muss jemanden finden, der mal auf die anderen beiden aufpassen kann, damit ich mich abwechselnd den beiden Großen allein widmen kann. Ich denke, dass das den Kindern sehr gut täte.

"Ich merke, Du hast es nicht leicht. Wo bleibst Du? Hast Du die Möglichkeit, etwas für Dich zu machen, Kraft zu tanken. Auch das ist wichtig."

Kraft tanke ich am Abend, wenn die Kinder im Bett sind. Oder mittags, wenn der Kleine schon schläft und meine Tochter ihre Hausaufgaben macht, bevor der Große da ist. In diesen Zeiten mache ich - neben restlicher Hausarbeit - auch Sachen, die mich ablenken und gehe Hobbies nach (momentan lesen und Knüpfarbeiten). Es ist schon wenig, nützt allerdings nichts.

"Ansonsten:cool bleiben, in 20 Jahren stellstr du fest, dass alles gut wurde, glaube daran."

Ich hoffe es. Vielleicht wird wirklich alles gut. Ich danke dir.

lg

Aarsama

von Aarsama - am 23.02.2007 21:10
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