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DAB Digitalradio Forum
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vor 6 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 6 Jahren, 1 Monat
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Die Bezeichnung "Digitalradio" und die Irreführung des Kunden

Startbeitrag von Wiesbadener am 10.05.2012 09:36

Ich habe ja schon immer gesagt, dass ich die Bezeichnung "Digitalradio" für DAB-Radios unglücklich finde. Leider ist es aber auch heute noch so, dass man bei der Suche "Digitalradio" im Netz auf Radios trifft, die lediglich UKW können und nur über eine digitale Frequenzanzeige verfügen. Die Verwirrung ist erst recht perfekt, wenn in der Beschreibung noch nicht mal was von UKW zu lesen ist.

Beispiel: http://www.busch-jaeger.de/at/audiovideo/up_digitalradio.htm

Dieses Unterputzradio kostet fast 200 Euro. Man könnte meinen, dass man dafür auch ein Radio mit DAB/DAB+ bekommt. Doch der Witz: Das Radio kann nur UKW empfangen.

Leider kein Einzelbeispiel.

Antworten:

Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Andereseits ist der Begriff ja nicht unbedingt falsch. Das aber UKW-Radio als Digitalradios angeboten werden, ist natürlich so nicht ok.

von zerobase now - am 10.05.2012 09:38
Als Analogtroll brauchst Du uns hier nicht belehren!
:cool:

von Handydoctor - am 10.05.2012 09:45
Es geschah vor 7 Jahren :

Ein Kollege öffnete nach der Arbeit die Türe Seines gerade Neu erstandenen 30 000 €
Autos aus Schweden und sagte zu mir : " Schau mal Digitalradio ".
Ich blickte hinein und sah : 102,5 auf dem Display.
Meine Antwort darauf " was Es nicht Alles gibt ".....

von RADIO354 - am 10.05.2012 09:46
Es schimpft sich Digitalradio weil die Empfangstechnik digital ist, nicht weil es digitales Radionormen unterstützt.

DAB war keine gute Wahl als Name weil nicht aussagekräftig für Otto-Normal,
Digitalradio ist ebenfalls keine gute Wahl weil dieser Begriff von jedem Hersteller eine Radiogerätes verwendet werden kann egal ob das Radio AM, FM, IBOC oder DAB+ empfangen kann.

Das System müsste einen geschützten Namen erhalten der prägnant ist aber nur von den Herstellern verwendet werden darf die auch DAB+ unterstützen.

P.S.: Digital-Multinormenempfang für ein fest installiertes Radio? Ist in Deutschland jedenfalls nicht sinnvoll. Wozu sollte ein festeingebautes Radio Sende-Normen unterstützen welche hierzulande gar nicht empfangbar sind?

von Winnie2 - am 10.05.2012 09:55
Mein National Panasonic DR-28 von 1979 war auch schon ein Digitalradio - es hatte eine digitale Frequenzanzeige...

"Digitalradio" (DAB+) hat aber immerhin ein geschütztes Logo.

von iro - am 10.05.2012 10:43
So oft bin ich über diese Verwechslung noch nicht gestolpert. DAB bzw. DAB+ ist für mich als Begriff auch akzeptabel, wie bereits erwähnt, bei DVB-T hat man sich ja auch dran gewöhnt. Das ist IMHO nicht das Hauptproblem.

Der Hauptgrund, warum ich nicht über den Begriff "Digitalradio" stolpere ist vermutlich, dass er mir weder in der einen, noch in der anderen Bedeutung häufig unterkommt.
Von allein (d.h. ohne dass ich mich gezielt informiere, im Alltag) bin ich in letzter Zeit kaum auf Digitalradio aufmerksam gemacht worden, dabei ist ja hier (Rhein-Main) immer mal wieder was zu vermelden. Da war der Start des Bundesmuxes, dann des HR-Muxes, Aufschaltungen und Änderungen in den Anrainer-Muxen (von denen es hier ja auch einige gibt), .... Ich bin oft im öffentlichem Raum unterwegs (Plakatwerbung), lese lokale Zeitungen (Anzeigen, Nachrichtenbeiträge), schaue regionale Fernsehmagazine (Beiträge), kann mich nicht daran erinnern außerhalb von Fachpublikationen groß was wahrgenommen zu haben. Ganz im Gegensatz zur "Analogabschaltung". Damit wurde man geradezu belästigt. Ob das jetzt gerade bei Sat war, oder schon etwas zurückliegend beim terrestischen Empfang (DVB-T-Start). Tage- oder wochenlang wurde man über alle möglichen Kanäle darauf aufmerksam gemacht. Auch über DVB-T-Änderungen, Senderstarts und Empfangsprobleme les ich ab und zu mal was in der Zeitung, und auch Werbung für "neue" UKW-Radiosender sieht man im öffentlichen Raum ab und zu. Für DAB(+) ist mir das (und ich mag mich täuschen) echt nicht aufgefallen.
Sind ja genug aus Rhein/Main hier, wer hat was in der Zeitung gelesen (ein paar Artikel gabs sicherlich, aber in größerem Ausmaß), Plakate gesehen (à la "jetzt auch auf DAB+/Digitalradio", "neu über DAB+/Digitalradio zu empfangen") oder im Fernsehen nen Beitrag gesehen? Klar, das kostet alles Geld, weiß ich auch, aber man kann IMHO auch nicht einfach erwarten, dass die Masse allein drauf kommt und in den Laden spaziert und sagt: "Ich hab gehört es gibt da sowas, das nennt sich ...". Außerdem muss ich zugeben, dass wenn ich was über DAB(+) gelesen habe, das nicht immer nur positiv war, oft fließt in die Beiträge auch eine gewisse Skepsis ein.
Ich kenne in meinem engeren Freundes-/Bekanntenkreis im Moment auch niemanden der DAB hat, ich müsste jetzt tatsächlich mal ausprobieren, ob überhaupt bekannt ist, was DAB ist und was man sich (wenn überhaupt) unter Digitalradio vorstellt. DVB-T kennt jedenfalls jeder, und viele Nutzen es auch (primär oder sekundär).

von Mario B. - am 10.05.2012 10:54
Tja, das muss man den Leuten allerdings erst mal klar machen dass nur
Digitalradios mit dem offiziellen DAB+ Logo auch echte Digitalradios sind.

Nur wer soll das so vielen Leuten beibringen u. v.a. auf welche Weise?

Bei DVB-T sah die Sache anders aus. Die Leute mussten sich mit dem Thema beschäftigen da das analoge Fernsehen abgeschaltet wurde. Von daher wurd über DVB-T in den Medien im Zusammenhang mit der Analogabschaltung berichtet u. alle die es betraf haben sich informiert u. haben sich STB gekauft.

Nach dieser Logik müsste man einfach die Abschaltung des analogen Radios ankündigen um die Leute auf DAB+ aufmerksam zu machen, was allerdings so nicht möglich ist.

von Winnie2 - am 10.05.2012 10:54
Das ist IMHO umbestritten das DAB es schwerer hat (auch wahrgenommen zu werden), mit der (gerade hier recht üppigen) Konkurrenz durch UKW. Umso notwendiger wäre IMHO mehr PR.

von Mario B. - am 10.05.2012 10:59
"Umso notwendiger wäre IMHO mehr PR"

Na klar: Wenn der Kunde nicht will, dann braucht man mehr und lautere Marktschreier. Am Produkt kann es ja nicht liegen.

von hegi_ms - am 10.05.2012 11:38
In den letzten Monaten hat sowohl das reichweitenstarke SWR3, als auch SWR DASDING lang und breit im normalen Tagesprogramm über DAB+ informiert ja sogar Radios verlost. Im Tagesprogramm von sunshine live laufen bis heute unregelmäßig zwei Spots zum Digitalradio hintereinander, im zweiten Spot weist man auf den Online-Shop hin. Für Radio Horeb gibt es eigens Geräte mit der "Horeb-Taste" :D Und im Media Markt Bruchsal habe ich bereits einen Aufsteller mit den empfangbaren Programmen entdeckt, als ich eine Dachantenne für mein Auto besorgen wollte (die man nicht hatte, ein weiterer Kunde fragte -unabhängig- von mir :eek: danach! ). Das kleine Schwarzwaldradio hat ein kleines Event zur DAB+ Aufschaltung in Hausach veranstaltet. Das sind so die Dinge die mir aufgefallen sind! (eher mit Bezug auf Baden-Württemberg, aber SWR3 ist schließlich auch in Frankfurt empfangbar ;) )

von Rosti 2.0 - am 10.05.2012 11:49
Zitat
hegi_ms
Na klar: Wenn der Kunde nicht will, dann braucht man mehr und lautere Marktschreier. Am Produkt kann es ja nicht liegen.


So war das gerade nicht gemeint. Aber es ist IMHO eine Vorraussetzung, dass man von der Existenz eines Produktes weiß, damit man entscheiden kann ob man es will. Und da würde mich wirklich mal eine repräsentative Erhebung zum Wissensstand interessieren. Wenn dann genug davon wissen, aber es nicht wollen oder keinen Bedarf sehen, von mir aus.

von Mario B. - am 10.05.2012 11:56
@Rosti 2.0

Interessant. Es ist also wohl doch sehr unterschiedlich, wie sehr man es wahrnimmt oder nicht. Ich höre zugegebenermaßen vor allem hr-Programme (hauptsächlich hr-iNFO), und kann mich nicht an einen Beitrag und/oder Werbung erinnern. Ich werd jetzt mal verstärkt bei anderen Sendern reinschalten, gibt ja auch SWRinfo ;) Im Handel habe ich durchaus auch DAB+-Geräte entdeckt, in meinem Fall aber meist eher unkommentiert, da ist ein Aufsteller schon echt ein Treffer.

von Mario B. - am 10.05.2012 12:11
So unglücklich finde ich den Begriff "DAB" auch nicht. In der Schweiz hat sich der Begriff auch schon bis zu den absoluten Techniklaien durchgeschlagen, wenngleich noch nicht jeder Haushalt (aber dennoch viele) ein solches Gerät daheim stehen hat.

von Wrzlbrnft - am 10.05.2012 15:31
Dazu kommt: Selbst mit einem DAB-Radio könnte man aus Unwissenheit trotzdem noch UKW hören und glauben, es sei digital.

von andimik - am 10.05.2012 16:35
Zitat
Wrzlbrnft
So unglücklich finde ich den Begriff "DAB" auch nicht. In der Schweiz hat sich der Begriff auch schon bis zu den absoluten Techniklaien durchgeschlagen, wenngleich noch nicht jeder Haushalt (aber dennoch viele) ein solches Gerät daheim stehen hat.


Richtig. Der Begriff ist nicht komplizierter als "UKW" oder "FM" oder "DVB-T".
A propos Schweiz. Während man mit dem Begriff Digitalradio oder DAB Fragezeichen auf deutsche Stirnen zaubert, war ein Bekannter aus der Schweiz überrascht, daß ich mir eine DAB-Antenne mit Magnetfuß aufs Auto setze und sowas NICHT fest eingebaut habe... Er hat sich ziemlich verärgert darüber geäußert, daß sowas noch nicht serienmäßig eingebaut sei...

Das zeigt nur, daß in D noch viel PR für DAB / Digitalradio nötig ist.

Denn
Zitat
hegi_ms
Na klar: Wenn der Kunde nicht will, dann braucht man mehr und lautere Marktschreier. Am Produkt kann es ja nicht liegen.

... ist einfach Blödsinn. Werbung gehört zur Marktwirtschaft, Produkte, die nicht beworben werden, kauft kaum jemand.
Der Kunde weiß ja garnicht, daß es DAB+ gibt, und er wird fortlaufend mit Werbung für teurere Alternativprodukte zugemüllt.
Außerhalb dieses Forums wurde ich jedenfalls noch keine 10 mal auf DAB/DAB+ und dessen Möglichkeiten hingewiesen (von blosen Erwähnungen in Programmhinweisen z.B. des DLFs oder reiner Produktwerbung a la real abgesehen mal abgesehen). Für irgendwelche Mobil-Volumerates bekomme ich andauernd Werbung...
Das reine Abbilden eines DAB-radios im Prospekt oder Webshop bringt garnichts in Sachen Marketing. Man muss den Kunden da abholen wo er ist, also bei seinen Bedürfnissen.
Hier am Alpenrand kann man wunderbar mit der Vielfalt und der Verzerrungsfreiheit werben (UKW macht dort mobil echt keinen Spaß, mobiles Internet ist nicht vernünftig ausgebaut), im Ruhrpott könnte man mit "endlich ohne Rotfunk und kölschen Klüngel: Radiovielfalt ohne Mobilfunk-Abzocke nun auch im Pott!" werben, usw :-) Dazu dann Erklärungen, Programmübersichten, etc.

Back to topic: Manchmal ist es ja noch nichtmal Absicht, daß etwas als Digitalradio bezeichnet wird, was es garnicht ist.
Vor ein paar Monaten ein paar km außerhalb der "Bundesmuxversorgten Zone":
Ich: "Haben sie Digitalradios?"
Mitarbeiterin: "Äh hä?"
Ich: "Na Radios für dieses neue Digitalradio, DAB. Digitalradio halt" "
Mitarbeiterin: "Meinen sie sowas?" und zeigte mir ein UKW-Radio mit digitaler Frequenzaufbereitung. :wall:
Das war nicht Irreführung, das war nicht Boshaftigkeit, das war einfach Unwissenheit.

Was ich viel viel schlimmer finde: Es gibt immernoch Angebote, bei denen man nicht sieht, ob das beworbene Produkt nur DAB oder auch DAB+ beherrscht.

von DH0GHU - am 10.05.2012 17:04
Was meint ihr wieviele Leute auf dem analogen Sat Receiver Digital stehen hatten und sich totsicher waren es wäre ein Digitalempfänger für DVB-S. Immer wieder diese nervigen Fragen wo sind die ganzen Programme? Auch hier konnte ich ausser dem Display nichts digitales erkennen. Naja jetzt liegen schon viele DVB ohne HD Empfänger auf dem Müll und man bedient sich eben dort. Voll funktionstüchtig. Mein Vater hat aktuell auch wieder das Roberts da kein Radio im LKW und ist voll zufrieden.

von pomnitz26 - am 10.05.2012 17:21
Ich kenne Jemanden, der meinte schon 1996, dass sein Fernseher "digital" wäre, nur weil das da drauf steht :D. Ist natürlich 'ne ganz normale Philips-Röhrenglotze gewesen. Er ließ sich aber nicht davon abbringen :joke: .

von WiehengeBIERge - am 10.05.2012 17:29
Ulrich Hilsinger: "... ist einfach Blödsinn. Werbung gehört zur Marktwirtschaft. Produkte, die nicht beworben werden, kauft kaum jemand. "

Zunächst: Ich finde es enttäuschend, wenn Meinungsäußerungen, die nicht dem "mainstream" entsprechen, als Blödsinn bezeichnet werden.

Wenn DAB kein Interesse findet, liegt es wohl daran, das es - mit und ohne Werbung - nicht gewünscht oder gebraucht wird. Für die gegenwärtige Wirtschaftsordnung, die ihr Heil in ständigem Wachstum sucht, ist das natürlich ein Unding. Da "hilft" die Werbewirtschaft nicht ganz selbstlos anderen Branchen: "Produkte, die nicht beworben werden, kauft kaum jemand"

Werbung, so Wikipedia, "dient sowohl der gezielten und bewussten als auch der indirekten und unbewussten Beeinflussung des Menschen zu meist kommerziellen Zwecken. Teils durch emotionale (Suggestion), teils durch informierende Werbebotschaften spricht Werbung bewusste und unbewusste Bedürfnisse an oder erzeugt neue."

Wikipedia weiter: "Daher macht sich Werbung das zu Nutze, was mehr oder weniger im Unbewussten der Menschen schlummert: Assoziationen und Triebe (Sexualtrieb, Herdentrieb), Wünsche (Glück, Gesundheit, Fitness, Aussehen, Selbstwertgefühl, Ansehen (Image, Reputation, Prestige), Zugehörigkeit, sozialer Rang, Identitätsstiftung, Abenteuer, Ablenkung, Belohnung), Ängste (Krankheit, Ekel, Schwächen, Einsamkeit, Mangel, Sicherheit), Mitgefühl, soziales Bewusstsein, Vorurteile oder tradierte Meinungen und Bequemlichkeiten.

Alle menschlichen Bedürfnisse, Beziehungen und Ängste – die tiefsten Abgründe der menschlichen Psyche – werden zu reinen Mitteln für die Ausdehnung des Warenuniversums unter dem Druck der modernen Vermarktung.“

ferner:

"Die Politikwissenschaft beschäftigt sich vor allem mit den Hintergründen und Formen von Propaganda und Agitation. In seinem Aufsatz „Advertising at the Edge of the Apocalypse” (Werbung am Rand des Weltunterganges) bezeichnet Sut Jhally, Professor für Kommunikation an der Massachusetts-Amherst-Universität, die Werbung des 20. Jahrhunderts als das „mächtigste und nachhaltigste Propagandasystem in der Geschichte der Menschheit“ …"seine kumulativen kulturellen Auswirkungen werden, wenn sie nicht schnell gebändigt werden, für die Zerstörung der Welt, wie wir sie kennen, verantwortlich sein."

Mit oder ohne DAB.

von hegi_ms - am 10.05.2012 19:14
Zitat
Wiesbadener
Ich habe ja schon immer gesagt, dass ich die Bezeichnung "Digitalradio" für DAB-Radios unglücklich finde.

Diese Diskussion hatten wir hier schon mal, vor ca. 2 Jahren. Da ging es aber noch um DAB ohne +.

Aber trotzdem:
Die Bezeichnung "digital" an sich ist m. W. bescheuert. Internetradio nennt auch keiner "Digitalradio". Und eine "Digitaluhr" gab es Anfang der 1980er auch (die damaligen Quarzuhren mit "Digitalanzeige" und Wecker und Stopuhr). Und ein Radio mit Frequenzanzeige Anfang der 1990er Jahre (z. B. "98,5") galt damals auch als digital, da nicht eine Scala, sondern eben die Frequenz zu lesen war.
Wie hier erwähnt gibt es zudem bei Radio zuviele digitale Verbretungswege.

Zitat

DAB war keine gute Wahl als Name weil nicht aussagekräftig für Otto-Normal,

Wieso? DVB-T kennt doch auch jeder.

Stimmt. DAB+ ist m. E. ein guter Begriff, der genauso gut wie DVB-T ist. Wohl keiner sagt "digitales Antennenfernsehen" oder gar "Überallfernsehen". TV ohne Sat und ohne Kabel heißt schlichtweg doch überall "DVB-T".
Der Bekanntheitsgrad von dem Begriff "DAB+" ist aber noch deutlich ausbaufähig.

von Schwabinger - am 10.05.2012 19:21

[bitte löschen]

x

von TobiAC - am 10.05.2012 20:51
In NRW sollte doch auf allen WDR Wellen im 30 Minutentakt diese Meldung kommen: Alle Staus, auch die unter 3km, hören sie auf der alten Mittelwelle und im neuen DAB+ Radio. Weitere Infos auf xxx.xxx.de


Das würde sich dann endlich mal rumsprechen... Bisher weißt der WDR doch tatsächlich nur auf den MW Empfang von VERA hin.

von TobiAC - am 10.05.2012 20:52
Zitat
hegi_ms
Ulrich Hilsinger: "... ist einfach Blödsinn. Werbung gehört zur Marktwirtschaft. Produkte, die nicht beworben werden, kauft kaum jemand. "

Zunächst: Ich finde es enttäuschend, wenn Meinungsäußerungen, die nicht dem "mainstream" entsprechen, als Blödsinn bezeichnet werden.

Wofür ich mich hiermit bei Dir entschuldige möchte, die Wortwahl war zugegebenermaßen etwas hart.
In der Sache bleibe ich dabei: Wenn DAB kein Mensch kennt, nutzt es auch kein Mensch. Kennen lernen es die Menschen nur durch Information - und die wird da nunmal meist in Form von Werbung in irgendeiner Form dargestellt, egal ob das nun Werbung durch andere Anwender oder durch die Vermarkter (Programmanbieter, Gerätehersteller, etc.) ist. Das ist nunmal ein Grundprinzip unserer Wirtschaftsordnung. Zu der gibt es bis jetzt keine funktionierende Alternative Ideen wie die des Sozialismus mögen zwar auf dem Papier ganz toll sein, sie sind nur dummerweise inkompatibel zur Natur des Menschen. Ein "Nach-Weniger-Streben" sieht die Natur nicht vor.

von DH0GHU - am 10.05.2012 22:27
Zitat
Twobeers
In NRW sollte doch auf allen WDR Wellen im 30 Minutentakt diese Meldung kommen: Alle Staus, auch die unter 3km, hören sie auf der alten Mittelwelle und im neuen DAB+ Radio. Weitere Infos auf xxx.xxx.de


Das würde sich dann endlich mal rumsprechen... Bisher weißt der WDR doch tatsächlich nur auf den MW Empfang von VERA hin.



Nicht ganz, habe gestern entdeckt dass auf VT Tafel 480 ff im WDR-Fernsehen Infos über DAB zu lesen sind. auch VERA wird zumindest erwähnt...

von DAB-Man - am 11.05.2012 08:46
@hegi_ms
Der Satz von Ulrich Hilsinger
Zitat

Werbung gehört zur Marktwirtschaft. Produkte, die nicht beworben werden, kauft kaum jemand.

stimmt. Das bestätigt auch der Wiki-Artikel.
Ohne "Verbaucherinformationen" bekommt doch kaum jemand mit, dass es das eine oder andere Produkt überhaupt gibt.
Und wer einen guten Arzt oder Rechtsanwalt etc. sucht, hört sich da i. d. R. auch zwecks Werbebotschaftausnehmen im Bekanntenkreis herum.

Zurück zu Thema:
Schlecht ist es, wenn ein Produkt, das eingeführt (und beworben;)) will, unter 2 verschiedenen Begriffen herumgeistert. Also "Digitalradio" vs. "DAB+". Da besteht die Gefahr, dass der Verbraucher denkt, er muss oder kann sich unter 2 verschiedenen Techniksystemen entscheiden. "Digitalradio" ist -genauso wie "Digitalfernsehen"- zu schwammig, denn digital kommt vieles daher. Für viele auch die pure UKW-Frequenzanzeige...

Antennen-TV heißt daher landauf- und ab einfach nur noch "DVB-T" und nicht kompliziert "digitales terrestrisches Antennenfernsehen", "Überallfernsehen" oder wie das alles mal genannt wurde. Und m. E. hat der Begriff "DVB-T" für den Normalo auch nichts (mehr) mit "Technik" zu tun. Neue und nicht ganz billige TVs werden beim MediaMarkt z. B. auch "mit integriertem DVB-C, DVB-S und DVB-T-Tuner" beworben. Ohne den Hinweis auf "digital".

von Schwabinger - am 12.05.2012 07:53
@Ulrich Hilsinger:

Ok, :cheers:

Wie die letzten Posts zeigen, bin ich wohl nicht verstanden worden. Ich schrieb ironisch:

"Wenn der Kunde nicht will, dann braucht man mehr und lautere Marktschreier. Am Produkt kann es ja nicht liegen."

Es geht mir nicht darum, die Marktwirtschaft in Frage zu stellen, noch darum, ob Werbung in der Marktwirtschaft notwendig ist. Die Methoden der Werbung sind jedoch kritikwürdig.

Die Einführung von DAB ist m.E. ein typisches Beispiel für Marktversagen (vgl. Wikipedia). Die Anbieter des Produktes "DAB" sollten sich eher Gedanken machen, warum die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht vorhanden ist, statt viel Geld von technischem Sachverstand unbeeinflussten PR-Leuten nachzuwerfen.

Sprechblasen wie "Überallfernsehen" für DVB-T, das eben nicht mehr überall mit einfachen Mitteln empfangbar ist, oder "endlich Radio in CD-Qualität" für die bei DAB angebotenen datenreduzierten Klangartefakte überzeugen offenbar nicht jeden.

"Zu der gibt es bis jetzt keine funktionierende Alternative Ideen wie die des Sozialismus mögen zwar auf dem Papier ganz toll sein, sie sind nur dummerweise inkompatibel zur Natur des Menschen. Ein "Nach-Weniger-Streben" sieht die Natur nicht vor."

Das sind, mit Verlaub, große Worte! Darüber könnte und sollte man lange diskutieren, aber das wäre dann doch OT. Nur ein Satz: Die "Natur des Menschen" hat sich, von Ausnahmen abgesehen, seit der Steinzeit in Form der Kultur weiterentwickelt; das "nach-mehr-Streben" stößt gerade an natürliche Grenzen.

Zur Bestätigung, dass die Aussage von Ulrich Hilsinger: "Werbung gehört zur Marktwirtschaft. Produkte, die nicht beworben werden, kauft kaum jemand" richtig sei, schreibt Schwabinger:

"Und wer einen guten Arzt oder Rechtsanwalt etc. sucht, hört sich da i. d. R. auch zwecks Werbebotschaftausnehmen im Bekanntenkreis herum"

Genau: Wer sich objektiv über ein Produkt informieren will, verläßt sich eben nicht auf mehr oder weniger schöngefärbte Werbung, sondern nutzt aktiv Informationsquellen, z.B. die Erfahrung von Bekannten. Diese ist aber gerade keine Werbung oder gar PR, es sei denn, der (im Beispiel) Arzt oder Rechtsanwalt hätte ihn damit beauftragt.

von hegi_ms - am 12.05.2012 11:37
Ich wollte eigentlich nicht in die 4711te Diskussion "pro und contra" DAB einsteigen. Hier ging es um Werbung - wenn auch um irreführende Werbung bzw. Nichtinformation des Kunden.

Aber wenns so sein muß: Ich bin fest davon überzeugt, daß das Produkt DAB eben kein schlechtes, sondern ein gutes Produkt ist. Meine Überzeugung ist nicht die des Verkäufers, der das "Zeug" verkaufen will, sondern die des zufriedenen Kunden. Verzerrter, teils verrauschter UKW-Mobilempfang vs. perfekten DAB-Mobilempfang bei ungefähr 6 mal so viel Auswahl ist Argument genug. "Zuhause" ists zwar nur ca. Faktor 4 - aber es ist nun mal ganz einfach so, daß mir, seit ich DAB-Radios benutze, Radiohören wieder Spaß macht, was vorher 2,5 Jahre lang (seit meinem Umzug aufs Land) NICHT der Fall war, was eben auch daran liegt, daß ich über DAB nun 5-10 Radiosender empfange, die mir wirklich zusagen, während das auf UKW allenfalls bei vielleicht 1-2 Programmen der Fall war.

So habe ich z.B. Bayern 5 nur deshalb auf UKW gehört, weil es den DLF hier nicht auf UKW gibt, zumindest nicht in vernünftiger Qualität. Bayern 3 habe ich (nur unterwegs) deshalb gehört, weil es das einzige mobil empfangbare Musikprogramm mit halbwegs anständiger, nicht-nervender Moderation war. Nicht, weil mir das Musikformat besonders gut gefällt.

Wenn ich mich im Bekanntenkreis umhöre, sind das auch die Hauptgründe, einen bestimmten Sender zu hören ("unter den schlechten noch der erträglichste", "sonst geht ja nichts"), oder gleich ins Internet abzuwandern.
Umgekehrt bedeutet das: Bedarf an der Vielfalt, die DAB bietet, ist vorhanden.
Man muß ja auch nur mal in die Ballungszentren mit ihrem viel größeren UKW-Angebot schauen: Das wird ja auch angenommen. Sender wie Klassikradio, Sunshine Live oder Rockantenne haben auf UKW ihre Zuhörer. Also gibt es ein Bedarf für solche Programme - und der kann schon aus technischen Gründen und - bedingt durch die Technik - auch aus finanziellen Gründen nicht in der Fläche bedient werden. DAB ist *die* Lösung, die dafür sorgt, daß nicht nur Ballungszentren in den Genuß einer gewissen Radiovielfalt kommen. Freilich: Dort, wo man auf UKW >20 verschiedene Programme mobil und mit Küchenbrüllwürfeln empfängt, mag möglicherweise kaum Bedarf nach DAB vorhanden sein. Aber die Orte, an denen das so ist, sind rar gesäht.

Und um wieder auf Deine Anmerkungen direkt einzugehen: In Ländern wie der Schweiz oder in Australien und Großbritannien wird DAB vom Kunden angenommen - obwohl die Angebote mitunter weniger attraktiv sind als in Deutschland. Das Produkt beweist dort, daß es "markttauglich" ist.

Abgesehen davon: Ich sehe in Deutschland - zumindest in dem Teil, in dem ich lebe - momentan auch kein Marktversagen in Bezug auf DAB.

von DH0GHU - am 12.05.2012 11:59
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