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DAB+: Ballungsraum-Muxx wichtiger als Bundesmuxx?

Startbeitrag von Wiesbadener am 04.06.2012 09:01

Trotz erster Erfolge beim Geräteverkauf sorgen sich einige Privatradios, wie man den Netzbetrieb im Bundesmuxx nach der subventionierten Anlaufphase (Chip- und Gerätehersteller beteiligen sich ja an der Finanzierung) weiter stemmen kann, wenn über 150 Sendeanlagen am Netz sind. Viele potenzielle Interessenten an DAB+ wollen zudem in erster Linie nur die Ballungsräume versorgen. Um ein möglichst breites Programmangebot zu erreichen, halte ich es daher für sinnvoller anstelle eines zweiten flächendeckenden Bundesmuxxes einen Ballungsraum-Muxx zu schaffen. Der Endausbau eines solchen wäre prinzipiell schon erreicht mit den 27 Sendern des Startszenarios beim Bundesmuxx 1, vielleicht zusätzlich plus den Landeshauptstädten Schwerin und Magdeburg. Zwar gebe es auch die Regionalmuxxe, diese haben aber oft auch eine landesweite Ausrichtung. Was haltet ihr von der Idee, neben dem (oder den) Bundesmuxx(en) noch einen Ballungsraum-Muxx einzuführen?

Antworten:

Fände ich gut. Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob es dafür genügend Interessenten gibt. Zudem wäre dann vielleicht noch eine Versorgung der wichtigsten (!!!) Autobahnen sinnvoll.

Mal sehen, ob der 2. BM dann so ein Ballungsraummux wird.

von zerobase now - am 04.06.2012 09:10
Zitat
zerobase now
Fände ich gut. Wobei die Frage erlaubt sein muss, ob es dafür genügend Interessenten gibt. Zudem wäre dann vielleicht noch eine Versorgung der wichtigsten (!!!) Autobahnen sinnvoll.

Mal sehen, ob der 2. BM dann so ein Ballungsraummux wird.


Das ganze hat aber auch eine Gefahr: Sender wie Energy oder Kiss könnten ans Kostensparen denken und sich nur noch auf die Ballungsräume stürzen, sprich vom Muxx 1 in den Ballungsraummuxx wechseln.

von Wiesbadener - am 04.06.2012 09:17
Aufgrund der Tatsache, dass "meine" Region aus deutscher Sicht bisher nicht als Ballungsraum betrachtet wird, bin ich einfach mal ganz irrational dagegen. ;)

von Wrzlbrnft - am 04.06.2012 09:25
Zitat
Wiesbadener
Das ganze hat aber auch eine Gefahr: Sender wie Energy oder Kiss könnten ans Kostensparen denken und sich nur noch auf die Ballungsräume stürzen, sprich vom Muxx 1 in den Ballungsraummuxx wechseln.


Das ist für mich keine Gefahr, sondern betriebswirtschaftlich und vernünftig.

Öffentlich-rechtliches Bezahlradio hat einen Versorgungsauftrag. Privatradio einen Wertschöpfungsauftrag. Meiner Meinung nach, werden daher die Musikdudelsender, ohne Werbung und Inhalte ruck zuck wieder schweigen oder eine vernünftige Ergänzung zu dem Programm sein, mit dem auch Geld wieder rein kommt!

von senderlisteffm - am 04.06.2012 09:27

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von Seltener Besucher - am 04.06.2012 09:30
Zitat
Wiesbadener
Das ganze hat aber auch eine Gefahr: Sender wie Energy oder Kiss könnten ans Kostensparen denken und sich nur noch auf die Ballungsräume stürzen, sprich vom Muxx 1 in den Ballungsraummuxx wechseln.


Sollen sie doch. Gerade die von dir genannten Sender findet man man doch über UKW eh an jeder Ecke. Von daher wäre das gar nicht schlecht, wenn dafür Plätze für wirklich landesweite Sender im BM frei werden würden. Ich frage mich sowieso wie ein so kleiner Stadtsender wie Kiss die Kosten einer bundesweiten Ausstrahlung dauerhaft stemmen will.

von zerobase now - am 04.06.2012 09:35
Zitat
Seltener Besucher
Das was Du meinst ist der „metropolitan layer“ und besteht aus Kanälen die in den Ballungsräumen als 8 Bedeckung/Layer koordiniert werden können. Die Versorgung der Bevölkerung über Ballungsraum-Multiplexe hat für den Programmveranstalter den Nachteil, dass er in allen Bundesländern einzeln eine Lizenz beantragen muss. Wer ist an der Ausstrahlung in den einzelnen Ballungsräumen interessiert?

http://www.digitalradio.bund.de/Dokumente/DRD_Bauer_De.pdf


Beantragt werden mussten die Kapzitäten auch des Bundesmuxxes 1 in allen Bundesländern.

von Wiesbadener - am 04.06.2012 09:37
Zitat
zerobase now
Ich frage mich sowieso wie ein so kleiner Stadtsender wie Kiss die Kosten einer bundesweiten Ausstrahlung dauerhaft stemmen will.


Wobei da bin ich gar nicht so pessimistisch.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die es schaffen, zum Bundeshauptstadt Jugendsender zu werden. Ähnliches denke ich auch von sunshine live. BOB! höre ich zu selten, weil es für meinen Geschmack nicht der richtige Sender ist. Die machen es aber auch "richtig" denke ich, wenn ich die Kommentare von Bekannten höre.

Aber klar ist, wer bundesweit mit den entsprechenden Verbreitungskosten sende will, muss auch bundesweit genug Hörer aquirieren und ein ordentliches Geschäftskonzept haben.

von senderlisteffm - am 04.06.2012 09:58
Gelöscht. Grund: Streitschlichtung

von Japhi - am 04.06.2012 10:11
Zitat

Um ein möglichst breites Programmangebot zu erreichen, halte ich es daher für sinnvoller anstelle eines zweiten flächendeckenden Bundesmuxxes einen Ballungsraum-Muxx zu schaffen

Sehe ich auch so. Bevor es mit einem 2. BM gar nichts wird, sollte man lieber (vorerst) eine zweite "Sparvariante" einführen. Ähnlich den Privaten bei DVB-T.

von Schwabinger - am 04.06.2012 10:17
Privatradio nutzt eine nur einmalig vorhandene Resource (Frequenzen), sowas kann, darf und muss an Versorgungsaufträge gekoppelt sein. Ist bei GSM, UMTS, LTE etc. genauso. Wenn der Regelgeber sagt: "Bundesweite Lizenz mit Versorgungsauftrag oder garnicht", ist das rechtens, begründet und richtig. Bei den geringen DAB+-Betriebskosten pro Programmplatz ist die Versorgung der Fläche kostengünstiger als eine UKW-Ballungsraumversorgung. Das Henne-Ei-Problem bei DAB (genug Hörer für rentablen Betrieb vieler Programme) läßt sich weder durch die Schlachtung der Henne noch durch Aufessen des Eis lösen.
Durch die relativ niedrigen Verbreitungskosten spielt der Programmkostenanteil eine erhöhte Rolle, und der ist ein Fixpunkt, egal ob man 30 oder 80 Millionen Hörer erreicht. Für ein moderiertes Programm mit Redaktion dürfte über eine bundesweite Verbreitung eher eine Kostendeckung zu erreichen sein als über eine Verbreitung, die nur regional gegeben ist. Man darf ja nicht übersehen, daß es einem Autofahrer in München relativ wenig bringt, wenn er ein Programm in München via DAB+ hören kann, nicht aber dort, wo er mit dem Auto hin fährt. Die meisten Hörer werden an ihrem Radios Programme einstellen, die sie immer hören. Zappen wird beim Radiohören immer nur eine Minderheit.

Zwei weitere Punkte:

Um nur ca. zwei Dutzend Großstädte + Ruhrgebiet-Städte mit Programmen zu beschallen, brauchts kein DAB, da würde eine UKW-Zerobase ausreichen. Der Vorteil des Bundesmux ist ja, daß ich auf einer Fahrt von NRW in die Alpen "meinen" Sender durchhören kann. Eine punktuelle Versorgung geht im Prinzip auch ohne DAB, DAB ist für flächige SFNs optimiert.

Wer nur Interesse an der Versorgung nur von Großstädten hat, kann sich außerdem auf Lokal- oder Regionalmuxe bewerben. Dass das geht, sieht man in Bayern.

von DH0GHU - am 04.06.2012 10:17
[gelöscht]

von Japhi - am 04.06.2012 10:20
Ich finde auch, einen Metro-Mux braucht es nicht.
Der Bundesmux sollte schon bundesweit sein (quasi für alle) und ein paar gute Programme wie jetzt bieten. Ein Bundesmux 2 kann zwar etwas sparsamer aussenden, muss aber doch wenigstens fast alle erreichen.

Für alles andere gibt es Landesmuxe, Regiomuxe und Lokalmuxe - die ja irgendwann mal gegründet werden können.

Ein Anbieter kann sich dann entscheiden, in welchen Ballungszentren er senden möchte und muss nicht gleich alle nehmen.
Wenn schon so eine Ersparnis, dann richtig.

Ich sehe so keinen Grund für einen deutschlandweiten Metro-Mux.

von Matthias K. - am 04.06.2012 10:30
Ein deutschlandweiter Ballungsraum-Mux würde auch nicht zu den Anforderungen der Werbemärkte passen. Jeder Ballungsraum benötigt seine spezielle Werbung.

von Manfred Z - am 04.06.2012 11:03
Und genau das sehe ich anders. Nehmen wir als Feisbeispiel Radio Teddy: Die könnten eine Verbreitung in einem Bundesmuxx nicht stemmen, in Hessen sind sie nur dabei, weil es sich (bislang) um einen Metropolenmuxx handelt. Es wäre also ein potenzieller Sender für einen solchen bundesweiten Metro-Muxx. Wenn sich heraus kristallisiert, dass weitere Sender nicht an einer bundesweiten Verbreitung, sondern lediglich einer Metro-Verbreitung interessiert sind, könnte ich mir einen solchen Muxx durchaus vorstellen.

von Wiesbadener - am 04.06.2012 11:04
Zitat
Japhi
Dortmund, Düsseldorf und Bonn hab ich mal rausgelassen, wegen Langenberg und Köln,


Du kannst doch nicht Düsseldorf und Dortmund weglassen und stattdessen Sender wie Bielefeld, Münster oder auch Freiburg reinnehmen. Die versorgen keinen Ballungsraum. Düsseldorf und Dortmund müssen unbedingt mit rein um die Region Rhein-Ruhr, und damit den grössten Ballungsraum ,optimal zu versorgen.

von zerobase now - am 04.06.2012 11:05
[gelöscht]

von Japhi - am 04.06.2012 11:11
Zitat
Wiesbadener
Und genau das sehe ich anders. Nehmen wir als Feisbeispiel Radio Teddy: Die könnten eine Verbreitung in einem Bundesmuxx nicht stemmen


Waurm sollten sie nicht? Zielgruppe ist überall reichlich vorhanden und bei einer deutschlandweiten Verbreitung könnten sicherlich die Werbeerlöse deutlich erhöht werden. Immerhin handelt es sich um Nischenprogramm was keine bzw. nur wenig Konkurrenz zu befürchten hätte. Wenn es ein Sender wie z.B. Lounge schafft, dann ist das auch für Teddy machbar. Das ist auf Dauer sicherlich auch billiger als irgendwelche 100-Watt-Funzeln in der Pampa, womit man sicherlich kaum Hörer erreicht.

von zerobase now - am 04.06.2012 11:13
Die Liste ist so oder so quatsch, ein Blick auf Wiki (hier nochmal): http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gro%C3%9Fst%C3%A4dte_in_Deutschland haette geholfen nicht so daneben zu liegen.

Ansonsten, wozu einen Balliungsraummux? Worin liegt der Vorteil? Wer nur in Ballungsraeumen senden will geht in die jeweiligen Lokalmuxe.

von Nordlicht2 - am 04.06.2012 11:18
Zitat

Die Liste ist so oder so quatsch, ein Blick auf Wiki (hier nochmal): http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gro%C3%9Fst%C3%A4dte_in_Deutschland haette geholfen nicht so daneben zu liegen.


Genau danach habe ich diese Liste gemacht, aber wenn ihr euch alle so daran aufreibt, dann nehm ich den Beitrag wieder raus. Is ja ne Mentalität wie auf deutschen Autobahnen.

:rolleyes:

von Japhi - am 04.06.2012 11:26
Nu sei nicht gleich beleidigt.

Mir geht es im Norden natuerlich mal wieder um Rostock, 200000 Einwohner in Klammern, dagegen sueddeutsche Staedte mit weniger als 100000 Einwohnern aufgefuehrt.
Ist aber auch egal fuer die 'Ballungsraum-Muxx' Diskussion im Allgemeinen.

Fuer Rostock aber mal angemerkt, die aktuelle Programmauswahl via UKW wird sicher auch entscheidend dafuer sein, wo Programmeanbieter investieren werden. Also wo man eben am meisten Hoerer durch sein Investment erreichen kann.

von Nordlicht2 - am 04.06.2012 11:35
Euch ist aber klar, dass *wirkliche* Flächendeckung mit gehörigem Aufwand verbunden ist. Der Bundesmux kostet laut
http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/Downloads/DAB-Prospekt-Download.pdf
am Anfang noch überschaubare 6000-10000 Euro pro CU bei ca. 40 Sendestandorten, mit denen man vermutlich gute 80-90% der Bevölkerung erreichen kann, aber vermutlich nur 50-60% der Fläche. Im Endausbau 2021 mit 172 Standorten und vermutlich 99% erreichter Bevölkerung und Fläche ist man schon bei 35000 Euro Kosten. Das heißt, mit jedem Standort, der ab jetzt noch in Betrieb geht, steigen die Kosten pro versorgtem Einwohner. Da stellt sich für Privatanbieter irgendwann die Rentabilitätsfrage. Sicher ist ein voll ausgebauter Bundesmux billiger als ein lückenhaftes UKW-Funzelnetz, aber ein Ballungsraum-Mux zu nochmal 1/3 der Kosten, der trotzdem 90-95% der Bevölkerung erreicht, ist halt noch attraktiver.

Man sieht es doch schon bei der DSL-Versorgung oder bei Handynetzen, wo die Landbevölkerung vielerorts schnell mal außen vor ist. Oder auch DVB-T zeigt das doch ganz klar, wie der Hase läuft...

Wir werden wahrscheinlich auch auf Landesebene nicht mehrere komplett flächendeckende Muxe erleben. Denn irgendwer muss das alles ja bezahlen, der Werbemarkt gibt auch nicht unbegrenzt Geld her, und schon auf UKW sieht man ja, dass außerhalb von Ballungsräumen das Interesse der Privaten recht gering ist. Siehe diverse UKW-Ausschreibungen der vergangenen Zeit...

von Habakukk - am 04.06.2012 11:36

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von Seltener Besucher - am 04.06.2012 11:37
Zitat
Japhi
Genau danach habe ich diese Liste gemacht, aber wenn ihr euch alle so daran aufreibt, dann nehm ich den Beitrag wieder raus. Is ja ne Mentalität wie auf deutschen Autobahnen.


Jetzt sei nicht gleich beleidigt. Die Liste war ja schon in weiten Teilen richtig. :cheers:

Ich wollte ja nur damit sagen, dass Düsseldorf und Dortmund mit rein müssen und stattdessen andere Standorte durchaus zur Dispositon stehen könnten.

von zerobase now - am 04.06.2012 11:40
So, Leute. Prost auch von mir :cheers:

Bzgl. Düsseldorf und Dortmund dachte ich mir, dass Langenberg alleine auch ausreichend sein müsste. Weiß ich aber nicht.
Und @Nordlicht2: Wenn Rostock fehlte, dann völligst ohne Absicht!! Die Nichtversorgung von HRO habe ich auch noch nie verstanden. Und jetzt hab ich Rostock selbst vergessen, peinlich :rolleyes: ;-)

von Japhi - am 04.06.2012 11:46
Der Metropolenmux bietet Chancen für DAB+ Vielfalt, da Sender aufschalten würden, die wir ohne Metropolenmux nicht haben würden, andererseits werden nicht - Metropolen Menschen diskriminiert, da bewusst Städte und Gemeinden ausgeschlossen werden. Andererseits, würden die Sender auch nicht im Bundesmux aufschalten, so dass diese ländlichen Gegenden so oder so die Metro-Programme nicht gehabt hätten. Schweres Thema, halte mich unentschieden.

von Chris4981 - am 04.06.2012 11:53
Zitat
Japhi
Bzgl. Düsseldorf und Dortmund dachte ich mir, dass Langenberg alleine auch ausreichend sein müsste. Weiß ich aber nicht.
)


Leider hat man bei DAB ja keine Möglichkeit festzustellen von wo das Signal immer so kommt, aber Langenberg reicht sicherlich nicht im ganzen Ruhrgebiet für gute Indoor-Versorgung. Auch Städte im Speckgürtel wie Krefeld, Kamp-Lintfort, Moers, Dinslaken, Marl, Datteln, Lünen sollten ja auch noch was abbekommen und da reicht Langenberg allein wohl definitiv nicht.

von zerobase now - am 04.06.2012 11:56
Zitat
Habakukk
Euch ist aber klar, dass *wirkliche* Flächendeckung mit gehörigem Aufwand verbunden ist. Der Bundesmux kostet laut
http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/Downloads/DAB-Prospekt-Download.pdf
am Anfang noch überschaubare 6000-10000 Euro pro CU bei ca. 40 Sendestandorten, mit denen man vermutlich gute 80-90% der Bevölkerung erreichen kann, aber vermutlich nur 50-60% der Fläche. Im Endausbau 2021 mit 172 Standorten und vermutlich 99% erreichter Bevölkerung und Fläche ist man schon bei 35000 Euro Kosten. Das heißt, mit jedem Standort, der ab jetzt noch in Betrieb geht, steigen die Kosten pro versorgtem Einwohner. Da stellt sich für Privatanbieter irgendwann die Rentabilitätsfrage. Sicher ist ein voll ausgebauter Bundesmux billiger als ein lückenhaftes UKW-Funzelnetz, aber ein Ballungsraum-Mux zu nochmal 1/3 der Kosten, der trotzdem 90-95% der Bevölkerung erreicht, ist halt noch attraktiver.

Man sieht es doch schon bei der DSL-Versorgung oder bei Handynetzen, wo die Landbevölkerung vielerorts schnell mal außen vor ist. Oder auch DVB-T zeigt das doch ganz klar, wie der Hase läuft...

Wir werden wahrscheinlich auch auf Landesebene nicht mehrere komplett flächendeckende Muxe erleben. Denn irgendwer muss das alles ja bezahlen, der Werbemarkt gibt auch nicht unbegrenzt Geld her, und schon auf UKW sieht man ja, dass außerhalb von Ballungsräumen das Interesse der Privaten recht gering ist. Siehe diverse UKW-Ausschreibungen der vergangenen Zeit...


Die 172 Standorte sind m.W. eine Verpflichtung gegenüber dem Bund. Ich kann wetten, dass es da spätestens 2015 zu Interessenskonflikten kommt. Das Deutschlandradio würde gerne auch bis in den letzten Zipfel, die Privaten jedoch fragen sich ob auf Standorte wie Hoher Bogen oder Pritzwalk, die kaum Reichweitengewinne bringen, nicht verzichtet werden kann. Das wird mit Sicherheit spannend, und ich kann mir denken, dass es um dieses Thema noch einige Streitereien gibt. Alles wäre freilich anders, wenn es einen rein öffentlich-rechtlichen Bundesmuxx gäbe. Aber den ARD-Anstalten ist bundesweiter Hörfunk nun mal nicht gestattet und die aktuelle Diskussion um die Aufschaltung von SWR 3 und Co. in Berlin zeigt ja schon, wie hart um dieses Thema gerungen wird.

von Wiesbadener - am 04.06.2012 11:59
von deiner Idee halte ich nicht viel,

klar kostenmäßig und um eben mehr Programmanbieter ins Boot zu holen vielleicht interessant,

aber: dann ist DAB ja auch in Zukunft nicht Massentauglich wie meine aktuelle tägliche Situation/ Fahrt zur Arbeit zeigt:

Bundesmuxx in und um Magdeburg ein Wenig und mit Störungen/ Aussetzer dann kein Empfang und erst ab Helmstedt wieder

Landesmuxx in und um Magdeburg OK unterwegs einige Aussetzer unter Brücken und hinter Hügeln je weiter weg von Magdeburg um so schlimmer und in Wolfsburg nach etl. Aussetzern komplett weg

heisst zu guterletzt das ich meistens im Auto doch wieder UKW anhabe um so einen Sender die ganze Zeit spielen lassen kann und eben nicht dauernd hin und her zappen muss....

wenn das dann so kommt wie der Wiesbadener sich das vorstellt oder eben so bleibt( es soll sich für mich/ unsere Region ja zum Herbst bessern) dann hat DAB verloren

von zausel001 - am 04.06.2012 12:07

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von Seltener Besucher - am 04.06.2012 12:08
Für weniger finanzstarke Anbieter hielte ich es auch für sinnvoll einen Mux für Ballungsräume zu schaffen. Ob das wirklich nur 27 Sender sein müssen, darüber kann man streiten. Mit sagen wir 50 Sendern könnte man Ballungsräume (auch kleinere) und Autobahnen versorgen. Außerdem hielten sich die Preise in Grenzen.

von Max1 - am 04.06.2012 12:19

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von Seltener Besucher - am 04.06.2012 12:21

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von Seltener Besucher - am 04.06.2012 12:26
Wie sieht das denn grundsätzlich beim Werrbemarkt mit grenzüberschreitenden Metropolräumen aus? Ich denke jetzt ganz egoistisch mal an Basel, dessen offizieller Agglomerationsraum auch deutsche Städte und Gemeinden umfasst, jedoch die deutsche Seite allein für sich kaum dieses Label beanspruchen könnte. Die Städte und Gemeinden auf deutscher Seite, die direkt an an den Basler Raum angrenzen kommen auf ca. 100.000 Einwohner, die Gesamtagglomeration deutlich darüber: http://de.wikipedia.org/wiki/Metropolregion_Basel

Nur, hat diese Möglichkeit, mit nur einem Sender (hier St. Chrischona) mehr als eine Million Menschen zu erreichen, Zugkraft bei der deutschen Werbeindustrie, obwohl die Zahl der offiziellen deutschen Hörer bei nur 200.000 liegen dürfte?

Gut, das ist eher eine allgemeine Frage und betrifft auch andere Muxe, daher auch meine Meinung zum Metropolmux: Würde sicherlich das eine oder andere Radioprogramm ansprechen. So ähnlich starteten ja auch die Privatradios in Frankreich. Auf diese Weise könnte man Gebietsabsicherungseinsprachen der einzelnen Bundesländer, wie es bei den anderen Muxen möglich ist, vermeiden. Andererseits wäre ein auf die Region bezogenen Radioprogramm IMHO sicherlich für die meisten Menschen attraktiver, demzufolge dürfte der Regionalmux ausreichen. Ein zweiter Bundesmux kann zwar als Metropolmux starten, aber immer mit Ausbaumöglichkeit in der Fläche. Die Interessensabwägung ist hier schwierig, Angebot und Nachfrage - oder Nachfrage und resultierendes Angebot eben, aber eine dauernde Benachteiligung der Menschen auf dem Land darf auch nicht das Resultat sein.

von CBS - am 04.06.2012 13:06
Interessant wären ja bundeslandüberschreitende Muxe. Ich glaube, ein 5D vom Brocken mit 10 kW wäre ganz schnell weg, oder ein 8B aus Reisenbach/Odenwald. So könnte man mit verhältnismäßig wenig Leistung ein riesiges, teilweise dichtbesiedeltes Gebiet abdecken.

von RheinMain701 - am 04.06.2012 13:23
Interessanter Thread:spos:
Bei den Aussagen
Zitat
Habakukk
40 Sendestandorten, mit denen man vermutlich gute 80-90% der Bevölkerung erreichen kann, aber vermutlich nur 50-60% der Fläche.

Zitat
Chris4981
Andererseits, würden die Sender auch nicht im Bundesmux aufschalten, so dass diese ländlichen Gegenden so oder so die Metro-Programme nicht gehabt hätten

Zitat
Max1
Für weniger finanzstarke Anbieter hielte ich es auch für sinnvoll einen Mux für Ballungsräume zu schaffen.

kommt das ganz gut auf den Punkt. Ein Ballungsraummux (logischerweise inkl. HRO) wäre für "urbane" Sender (z. B. Flux und so was) viell. sogar besser zu vermarkten, da die in den "urbanen" Städten präsent sind und "nicht auch noch" TIR, den Hunsrück oder den Landkreis Vorpommern-Greifswald (ist jetzt keine Beleidigung, genannte Beispiele sollen Beispiele sein!) "abdecken müssen", obwohl da, im Gegensatz z. B. zum Ruhrgebiet oder Rhein-Neckar, wenige zu erreichen sind.

Eine Benachteiligung der Nicht-Metro-Gebiete befürchte ich nicht. Glücklicherweise sind Stadt und Land unterschiedlich. Gerade in den Angeboten (z. B. Arbeitsplätze und Freizeit und bei Mietpreisen).

von Schwabinger - am 04.06.2012 14:46
Meiner Meinung nach kann es auch nicht funktionieren wenn z.B. im Landkreis Vorpommern-Greifswald, sagen wir mal 30 bundesweite Programme zu hoeren sind. Welcher Anteil an Hoerern bleibt da noch fuer die regionalen Sender uebrig, um denen durch Werbung Geld in die Tasche zu spuelen?
Die Medienwaechter in MV meinten ja auf UKW sei kein Platz fuer 3 private Ketten dort, nun ploetzlich reden wir ueber 30 Programme und mehr. Die Regionalen koennen nur hoffen, das die Hoerer regionales bevorzugen und nur wenige die zusaetzlichen Programme einschalten. Nun, das hoffen die im BMux aber gerade nicht.

von Nordlicht2 - am 04.06.2012 15:12
Mal so nebenbei, zur Zurechtrückung des Horizonts: Der Swiss Mediacast-Multiplex für die ca. 5 Millionen Deutschschweizer wird jetzt schon über 36 Sender ausgestrahlt. Macht ca. 140.000 Hörer pro Sendestandort.
Übertragen auf Deutschland wären das knapp 600 Sendestandorte.
172 Sendestandorte wirken dagegen richtig wenig. Nun gut, die Schweiz ist reich....

Allerdings könnte man eine Frage durchaus stellen: Sind die Versorgungsdefinitionen tatsächlich wirtschaftlich tragbar?
Ich bin schon der Meinung, daß es richtig ist
- Mobilempfang flächendeckend zu gewährleisten
- Indoor-Empfang in allen größeren Städten zu gewährleisten.

Ich denke aber, daß die derzeitige Versorgungsdefinition für eine Indoor-Flächenversorgung schlichtweg zu hohe Anforderungen stellt. Es ist IMHO durchaus zumutbar, daß es in dünn besiedelten Regionen notwendig ist, eine Teleskop-Antenne genau auszurichten oder ein Radio an einen anderen Platz zu stellen. Das ist auf UKW heute ja auch der Fall; einwandfreien Stereoempfang hat man auch heute nicht immer auf Anhieb überall; und es gibt heute UKW-Radios, die an manchen Aufstellungsorten überhaupt keinen vernünftigen Empfang liefern.
In der Küche meines Arbeitgebers stand z.B. eine Zeit lang ein Radio, das dort, trotz Standort am Fenster im 1. OG, nur Antenne Bayern rauschfrei wiedergeben konnte - und selbst bei besseren Radios muß man die Antenne ein wenig ausrichten, damit das Signal weder rauscht noch verzerrt ist.
Das sollte bei DAB durchaus auch zumutbar sein. Nicht in München, Berlin oder Köln, aber zumindest in Oberammergau, Binz oder Schramberg würde in so einem Fall auch nicht die Welt untergehen.


Was den Aspekt der Regionalprogramme in dünn besiedelten Regionen anbelangt: Natürlich ist das ein Problem. Aber ich als Hörer möchte im ländlichen Raum auch nicht gezwungen werden, das behütete Lokalradio/Regionalradio-Biotop zu hören. Da schalte ich lieber ganz ab, höre im Auto CDs, und zuhause via Satellit oder Internet dann eben die Programme, die mir terrestrisch vorenthalten werden. Solche "Schutzmaßnahmen" senken nur die Attraktivität und Akzeptanz des Mediums Radio insgesamt.

von DH0GHU - am 04.06.2012 18:08
Der Vorgabe der Bundesnetzagentur entspricht nur der Ausbau auf ca. 110 Standorte bis 09/2015. Ein weiterer Ausbau ist optional.

Mit den 110 Standorten soll sich ergeben (Stand 02/2010):

- Mobil 89,33% der Fläche mit 99% OW + 7,83% der Fläche mit 70% OW
- Indoor 67,74% der Einwohner mit 95% OW + 17,27% der Einwohner mit 70% OW

Den Ausbau auf ca. 170 Standorte sehe ich nur in Verbindung mit einer FM-Abschaltung.

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Die Diskussion über den Ausbaustand weiterer Privatmuxe halte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt für völlig verfrüht. In den nächsten zwei Jahren müssen erst mal ganz viele dicke Bretter gebohrt werden. Und wenn das Ergebnis nicht stimmt (d.h. nicht genügend viele Geräte verkauft werden), kann das alles auch noch abgeblasen werden.

von Manfred Z - am 04.06.2012 19:56
Zitat
Manfred Z
Und wenn das Ergebnis nicht stimmt (d.h. nicht genügend viele Geräte verkauft werden), kann das alles auch noch abgeblasen werden.

Manfred, sind Dir dazu schon einmal verläßliche Zahlen z.B. auch von einzelnen Herstellern bekannt?

von DH0GHU - am 04.06.2012 21:52
Tja da sind wir bei der Erkenntnis der Realitäten angekommen: auch DAB+ ist einfach sehr teurer und man kann sich das marktwirtschaftlich schönrechnen, hilft aber nichts. Wie man's dreht und wendet, ohne dass das da zusätzliches Geld rein fließt, wird's nicht funktionieren, sei's aus Rundfunkgebühren, sei's aus Steuermitteln... Denn die Werbekohle kann zwar umverteilt werden, größer wird sie in der Summe nicht. Das Dilemma: Fokus auf wirtschaftlich attraktive Ballungsräume vernachlässigt die Fläche, teure Flächendeckung funktioniert nur für weniger Angebote -> geringere Attraktivität....

So'n Metropolen-Mux quasi als Bundesmux2 light halte ich aus Hörersicht für keine gute Idee. Es sei denn, es würde kombiniert mit Simmulcast in DVB-S und DVB-C für die restlichen Regionen, wo es dann zumindest stationär geht.
Besser wäre, in den einzelnen Regionen auch unterschiedlichen regionale Programme bzw. mindestens Programmversionen anzubieten. Interessant fände ich dann auch länderübergreifende Regional-/Ballungsraum-Muxe, die sich an günstigen geografischen Ausbreitungsbedingungen orientieren, nicht an politischen Verwaltungsstrukturen, z.B. Rhein/Main, Bodensee. Spannend wären auch Einzelensemble auf Berggipfeln, die zwar dann Indoor.teilweise nur eingeschränkt gehen, aber Outdoor-Flächendeckung bieten,,,

Bei den regional spezifischen Angeboten sind wir aber wieder bei den unterschiedlichen Interessen und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Bundesländer...

von Hagen - am 05.06.2012 08:19
Es ist eben nicht teuer, auf der Ausgabenseite ist DAB+ viel günstiger als UKW. Anders gesagt: Der Anteil des Werbekuchens, der für die Programmverbreitung drauf geht, wird kleiner. Es bleibt mehr Geld für die Programmproduktion übrig.

Nur ganz am Anfang, bei geringer Marktdurchdringung und (bei den angestammten Sendern) UKW/DAB-Simulcast, stimmt die Einnahmenseite nicht. Aber das ist ein normaler Vorgang in der Wirtschaft. Man muß investieren, um Einnahmen zu generieren.
Wenn z.B. die Industrie ein neues Produkt entwickelt, muß sie auch viele Jahre arbeiten, bis sie Geld damit verdient (die langen Entwicklungszeiten werden nur teilweise in Vorentwicklungsprojekten oder Projekten bei Zulieferern "versteckt", die kurzen Produktlebenszyklen haben nichts mit Entwicklungszeiten zu tun).

Übrigens ist auch die Werbegeldsumme im Radiobereich kein Fixum. Für manche Werbung gibt es heute einfach keine Plattform. Werbung z.B. für eine Klassik-CD auf 1live ist unwirtschaftlich, bei Klassik-Radio hingegen perfekt auf die Zielgruppe angepaßt.
Lokale Werbekunden werden nicht vom Lokalradio weg auf Bundesmux-Sender abwandern.

von DH0GHU - am 05.06.2012 08:44
Zitat

Es ist eben nicht teuer, auf der Ausgabenseite ist DAB+ viel günstiger als UKW. Anders gesagt: Der Anteil des Werbekuchens, der für die Programmverbreitung drauf geht, wird kleiner. Es bleibt mehr Geld für die Programmproduktion übrig.

Nur ganz am Anfang, bei geringer Marktdurchdringung und (bei den angestammten Sendern) UKW/DAB-Simulcast, stimmt die Einnahmenseite nicht. Aber das ist ein normaler Vorgang in der Wirtschaft. Man muß investieren, um Einnahmen zu generieren.
Wenn z.B. die Industrie ein neues Produkt entwickelt, muß sie auch viele Jahre arbeiten, bis sie Geld damit verdient (die langen Entwicklungszeiten werden nur teilweise in Vorentwicklungsprojekten oder Projekten bei Zulieferern "versteckt", die kurzen Produktlebenszyklen haben nichts mit Entwicklungszeiten zu tun).


kannst du das mal mit anderen Worten erklären ? Ich verstehe das in etwa so: Wenn Radioprogramme mehr Zuhörer haben können sie mehr Geld pro Werbeminute verlangen und dadurch steht ihnen dann mehr Geld zur Verfügung.
Was verstehst du genau unter "Einnahmenseite" ?

von Felix II - am 05.06.2012 09:15
Einnahmenseite = Werbeeinnahmen. Die sind am Anfang bei DAB natürlich niedriger, weil es noch wenige Hörer gibt.

von DH0GHU - am 05.06.2012 09:41
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