Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
DAB Digitalradio Forum
Beiträge im Thema:
57
Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Wiesbadener, Habakukk, DH0GHU, dxbruelhart, Dampfradio, SK1, hegi_ms, DX OberTShausen, Peter Schwarz, Schwabinger, ... und 14 weitere

Privat finanzierte DAB/DAB+-Stadtnetze

Startbeitrag von Wiesbadener am 04.12.2012 11:26

Ich habe von einem möglichen Investor erfahren der neben weiteren Aktivitäten plant in Städten ein DAB/DAB+ Netz zu errichten. Nach seinen Vorstellungen sollen die Sender in Eigenbetrieb laufen (kleinmaschigere Netze, etwa dreimal 200 Watt in einer Stadt, vergleichbar mit dem "Mugler-DVB-T-Netz" in Leipzig), man selbst wolle für das Packaging zuständig sein (Verträge mit Programmanbietern, die freilich medienrechtliche Zulassungen in den einzelnen Bundesländern benötigen). Einen Testlauf soll es zunächst in einer mitelgroßen Stadt mit 55.000 Einwohnern geben, wo der Anbieter beheimatet ist. Das geht freilich nur, wenn man die regionalen Behörden (vor allem die Medienanstalt) überzeugen kann. Momentan hat der Anbieter noch andere/wichtigere Projekte am Laufen, aber ca. 2014 könnte das Projekt starten. Im Vergleich zu den landesweiten Multiplexen mit hohen Streuverlusten soll so eine attraktive Ausstrahlungsmöglichkeit für lokale Programmanbieter und neue Formate zu günstigen Preisen geschaffen werden. Was haltet ihr von dem Geschäftsmodell? Ist es realisierbar?

Die 50 interessantesten Antworten:

Realisierbar sicher, und vom Ansatz auch gut - bedauerlich finde ich einzig und allein die Idee mit "3x200 W".
Nachteile:
- Sender müssen synchron arbeiten (zusätzlicher technischer Aufwand)
- Reichweite ist bei 3x200 W scharf begrenzt - das läuft wieder auf einen Rückzug aus der Fläche wie bei UKW hinaus und ist somit abzulehnen - für Mobilnutzer ist sowas absolut unattraktiv.
- Drei Standorte müssen erschlossen und miteinander vernetzt werden.

Ich bin mir relativ sicher, daß ein Ansatz wie in Augsburg (ein paar kW von einem ordentlichen Standort, aber nicht gleich derer 10) genauso wirtschaftlich ist - und das Umland besser berücksichtigt.

von DH0GHU - am 04.12.2012 11:41
An sich natuerlich eine gute Idee, denn was DAB einfach nach wie vor unbedingt gebrauchen kann, ist mehr Programmauswahl. Und als kostenguenstige Alternative zu den grossen Netzanbietern sicherlich sehr attraktiv. Meine Befuerchtung ist nur, dass dann alle auf den guenstigeren Zug aufspringen wollen.

Ich befuerchte eh schon bei DAB eine Entwicklung, bei der kuenftig nur noch Ballungsraeume und wichtige Verkehrswege eine ordentliche Versorgung und Programmauswahl haben (dort dann deutlich hoeher als heute ueber UKW), waehrend laendliche Regioen fuer Private zunehmend als unrentabel betrachtet werden und womoeglich dann gar nicht mehr versorgt werden. Man haette dann auf dem Land unter Umstaenden nur noch die Oeffentlich-rechtlichen Programme zur Auswahl, gegenueber UKW heute waere das also sogar eine Verschlechterung des Angebots.

Ich hoffe mal, dass es nicht so kommt. Und so kostenguenstige Loesungen koennten umgekehrt auch fuer Private auf dem Land wieder interessanter sein. Mal sehen...

PS: Der Investor hat nicht zufaellig was mit Antennen zu tun? Bei 55000 Einwohnern klingelt was bei mir. (OK, sind 61000 aktuell)...

von Habakukk - am 04.12.2012 12:00
Scharf begrenzt bei 200 watt?
Mit 200 watt sollte doch eigentlich eine Großstadt samt Umgebung zu Versorgen sein.
Ich dachte da an die ganzen UKW Lokalsender hier in Nürnberg.
Die Senden allesamt mit ca. 300 Watt und gehn eigentlich in der ganzen Mittelfränkischen region.
Und da soll man für ne Kleinstatt mit wie oben angegeben 55.000 Einwohner 3x200 brauchen und dann soll das ganze noch scharf begrenzt sein?

Falls ich hier was falsch verstanden habe, bitte Korrigiert mich.

von SK1 - am 04.12.2012 12:02
Zitat

Die Senden allesamt mit ca. 300 Watt und gehn eigentlich in der ganzen Mittelfränkischen region.


Naja, aber von einem Fernsehturm, der gut ueber 200m hoch ist. Der Regelfall duerften bei so einer Loesung eher Standorte sein, die relativ wenig exponiert sind. Vergleich das in Nuernberg eher mal mit der Reichweite von afk-max oder ego fm auf UKW, oder mit dem DAB+Testpaket aus Erlangen, nur halt dann von drei Standorten aus.

von Habakukk - am 04.12.2012 12:06
Wie gesagt, ein gutes Vergleichsbeispiel ist das DVB-T-Netz in Leipzig: Dort stehen die Antennen auf mittelhohen Gebäuden, da man auf die höchsten nicht drauf kommt. Findet man einen guten, exponierten Standort kann man freilich mit einmal 200 Watt auskommen.

von Wiesbadener - am 04.12.2012 12:09
Ok danke für die Richtigstellung.
Das Relativiert das ganze selbstverständlich.
Aber ich denke mit einem Sender auf Dachhöhe sollte des immernoch reichen um so ne Kleinstadt zu Versorgen.
Aber gut, will hier keinen Streit anfangen.
Hat mich bloß schwer Iritiert die technischen Daten im ertsen Beitrag.
Oder brauchen wir vieleicht wieder mal eine DAB pro/contra Diskussion?
Hatten wir lange nicht mehr.

Äh...Duck und Weg.

von SK1 - am 04.12.2012 12:12
Die erwähnten Mugler planen sowas tatsächlich auch, sehe ich gerade auf deren Website, dort wird Digitalradio schon als nächste Stufe angekündigt. Also: Diese Stadtnetze könnten in Zukunft kommen. Freilich muss sich Digitalradio bis dahin schon recht gut am Markt entwickelt haben, dass sich die Investitionen lohnen.

von Wiesbadener - am 04.12.2012 12:16
Ich halt von der Idee gar nix. Dann lieber einen Ballungsraummux. Diese Funzelei hat schon bei UKW keine Vorteile gebracht und bei DAB bringt sie noch weniger. Ich finde es auch sehr blauäügig zu glauben man könne eine Großstadt mit 600 Watt von einem Hochhaus aus versorgen. Das wird nicht funktionieren. Ausserdem verspielt man so einen der grossen Vorteile von DAD, den mobilen Bereich. Der Sender wird dann nur einem sehr stark begrenzten Gebiet zu empfangen sein. Sobald man dann in die Randbereiche kommt, wird es mit Sicherheit Aussetzer geben.

Die Lösung wäre sicherlich für lokale Stadtsender interessant, aber da bin ich skeptisch, ob das so wirklich gut funktioniert mit 3x 200 Watt. Für eine mittelgrosse Stadt bis 100 tsd. Einwohner wird es sicherlich gehen, aber lohnt der Aufwand dafür?

von zerobase now - am 04.12.2012 12:18
Interessant ist es sicher als Lösung des "Lokalfunkproblems". Da könnte man auch locker(in vielen, nicht allen Fällen) mit passendem Protection Level und wenig Leistung die bisherige UKW-Landschaft mit Zugewinn abbilden.
Basierend auf diesem u.a. in der Schweiz demonstrierten OpenSource-DAB-Projekt halte ich außerdem sehr viel davon, solch eine Lösung möglichst EINFACH zu gestalten. SFNs sind nunmal viel komplexer als Einzelsender. Sie müssen auch besser überwacht werden...

Ich persönlich halte aber auch (als Landbewohner und als Vielfahrer) garnichts von Konzepten, die die Umland-Fläche um eine größere Stadt nicht abdecken.

von DH0GHU - am 04.12.2012 12:30
Ich sehe erst mal ein organisatorisches Problem: Auf der Konferenz in Wiesbaden wurden ja nur Flächennetze koordiniert, sprich: Für solch kleinmaschige Netze müssten Frequenzen "geschlachtet" werden.

Im von mir beschriebenen Fall strebt der Veranstalter für den Projektzeitraum angeblich die Verwendung/den Ankauf eines ausrangierten Alt-Senders von Rhode & Schwarz, der mal im K12 gearbeitet hat, an, und würde in der entsprechenden Stadt auch im Kanal 12 arbeiten wollen. Man will wohl zunächst einen einjährigen Testbetrieb anstreben. Mal schaun ob das was wird. Denn die Genehmigung des K12s durch die BNetzA lief ja in vielen Ländern schon aus.

Seht mir bitte nach, dass ich den Namen noch nicht nennen will, ich habe von den Planungen von einer anderen, mit Digitalradio vertrauten Person erfahren und werde den entsprechenden Anbieter in Kürze damit konfrontieren (am besten zusammen mit Mugler). Vielleicht ist da ja auch gar nix dran und man hat die Planungen wieder verworfen. Ihr kennt ja die Kanäle, wo ihr das dann lesen könnt :D. Ich fand das Thema aber in jedem Fall diskussionswürdig, unabhängig davon was real geplant ist und kommt. Im Moment laufen ja einige Projekte im Digitalradio-Bereich hinter verschlossenen Türen.

von Wiesbadener - am 04.12.2012 12:41
Würde auf Leipzig passen :D immerhin gibt es ja bei uns auch die DVB-T Funzeln ;)

von Matty06 - am 04.12.2012 12:42
Dafür könnten ja die bald brach liegenden Frequenzblöcke im Kanal 12 genutzt werden. Und mit Protection-Level 1A für 5 bis 6 Programme kommt man auch auf eine ordentliche Reichweite

von Ingo-GL - am 04.12.2012 12:56
Das klingt mehr so nach, 'es gibt gerade freie Frequenzen, DAB heist das glaube ich, so lasset uns die sichern und ins Rundfunkdienstleistungsgeschaeft einsteigen. Ahnung davon haben wir zwar keine, darum lass uns mal sicherheitshalber gleich mit 3 x 200W Sendern anfangen und schauen ob das fuer unsere Kleinstadt reicht.'

Man oh man, wo soll das hinfuehren wenn jeder Hansel dummfunken darf. Das kann ich mir auch leisten als Hobby. Ueberlasse das dann aber doch besser den Profies, denn irgendwann sind auch die VHF Frequenzen knapp. Ein Programm veranstalten ist das eine, aber gleich den Sendebetrieb machen? Warum wohl braucht man auch fuer eine 50W UKW Funzel einen qualifizieten Dienstleister.

von Nordlicht2 - am 04.12.2012 12:57
Hmmm, ausrangierter K12-Sender: Daun hat z.B. weniger als 55000 EW, passt auch nicht... Leipzig hat doch aber deutlich mehr als 55000 EW.

von Habakukk - am 04.12.2012 13:26
Städte mit 55.000 plus/minus 2000 Einwohnern:

Neu-Ulm 56.892
Göppingen 56.819
Euskirchen 55.620
Görlitz 55.596
Hattingen 55.510
Eschweiler 55.505
Menden/Sauerland 55.496
Sankt Augustin 55.442
Hilden 55.441
Baden-Baden 54.445
Greifswald 54.362
Meerbusch 54.318
Bad Salzuflen 53.893
Pulheim 53.769
Wolfenbüttel 53.427
Schweinfurt 53.415
Ahlen 53.414
Nordhorn 53.052

Daraus sollte man doch was machen können.
Ich schätze mal Greifswald in MV kann man schon mal ausschliesen.

von SK1 - am 04.12.2012 13:55
@SK1: In der Liste entdecke ich ja mindestens noch einen, dem ich sowas zutraue :D

von Wiesbadener - am 04.12.2012 13:59
Ich schicke mal Euskirchen und Pulheim in die engere Auswahl... :D

Aber uuuuh: waer beides NRW!!! Dann wird das nie was!

von Habakukk - am 04.12.2012 13:59
Zitat
Habakukk
Ich schicke mal Euskirchen und Pulheim in die engere Auswahl...


Neu-Ulm kann ich mir auch gut vorstellen :D (nein, die sind's nicht). Och Menno, diesmal habe ich keine Lust auf dieses Rate-Quiz.

@Habakukk: Bedenke mal, dass selbst in NRW einiges schon an Testbetrieben möglich war alleine mit (temporärer) Genehmigung durch die BNetzA.

von Wiesbadener - am 04.12.2012 14:01
Selber schuld! Ich haette ja sogar noch wen anderes im Sinne gehabt, aber weder Unterfoehring noch Erding kommt von der Einwohnerzahl her hin.

von Habakukk - am 04.12.2012 14:04
Zitat
Habakukk
Selber schuld! Ich haette ja sogar noch wen anderes im Sinne gehabt, aber weder Unterfoehring noch Erding kommt von der Einwohnerzahl her hin.


Den habe ich gerade bei mir in der ICQ-Kontakt-Liste (sogar online). Kann das ja mal vorschlagen. Aber bei derzeit nur 200 Euro Kosten monatlich dank Förderung ist es freilich momentan viel günstiger als in Eigenbetrieb, bei weit größerem Sendegebiet.

von Wiesbadener - am 04.12.2012 14:06
Eines muss man ganz klar sagen: die Gefahr bei DAB ist, dass wie bisher bei UKW ein ziemliches Monopol beim Sendernetzbetrieb entsteht, gerade durch den Paketzwang. Die ARD-Anstalten und Media Broadcast koennen da bisher als einzige beim Senderbetrieb mitmischen, diese Digitalradio-Gesellschaften sind ja auch nichts anderes als Toechter davon.

Insofern faende ich es schon gut, wenn zumindest im lokalen Bereich auch andere Sendernetzbetreiber mal zum Zuge kaemen. Gerade jetzt, wo sich auf UKW der Markt ein wenig oeffnen koennte, sollte man auch bei DAB gleich von Anfang an auf einen gesunden Wettbewerb achten.

von Habakukk - am 04.12.2012 14:14
Nordhorn ist es erst recht nicht, da darf man ohne Lizenz funken :cheers:.

Edit: Mit alte K12 Sender zünden ist in diese Region auch nichts neues mehr, nur habe ich so ein Multiplex noch nie erwischt.

von Jassy - am 04.12.2012 14:35
Bezüglich Mugler muss ich sagen: Hier halte ich einen Testbetrieb für Leipzig nicht nur möglich sondern sogar wünschenswert. Man hat die Standorte für DVB-T, muss Miete dafür zahlen und könnte jeweils noch einen DAB-Dipol problemlos drauf setzen. Man hat sogar bereits ein Radio-Programmpaket aus Radio Leipzig, egoFM und Wave FM (Radio Horeb schließe ich aus, macht ja keinen Sinn), sprich: Die Zuführung liegt also an. Man könnte ja erstmal den Innenstadtstandort mit vielleicht 500 Watt nutzen, und später vielleicht einen zweiten Sender im SFN, um Erkenntnisse zu gewinnen.

von Wiesbadener - am 04.12.2012 14:49
Zitat
Lorenzo W.
Hab gerade mit Euskirchen telefoniert, die sinds nicht.


dxbruelhart hatte mal die Info, dass man auch in Euskirchen was mit DAB plane. Hat sich dann wohl als Ente rausgestellt. Aber die meinte ich auch nicht, wobei ich ihnen so was auch zugetraut hätte. SFN an den Studio-Standorten und ein Muxx aus Eigen- und Fremd/Partnerprogrammen. Oder 20 kW aus Kall :D

von Wiesbadener - am 04.12.2012 15:41
Wenn es um reine Stadtversorgung geht, dann reichen 200 Watt auf jeden Fall aus. Vorausgesetzt der Senderstandort liegt nicht irgendwo im Loch. Auf jeden Fall eine interessante Sache und vorallem für die Anbieter eine sehr günstige Alternative zur UKW-Verbreitung.

von DX OberTShausen - am 04.12.2012 16:53
Mal zum Thema Lokalmux:
Es sind in der GE06 Lokalmuxe definiert worden und auch Kanäle dafür koordiniert worden.
Eine solche 'Zelle' würde flächenmäßig MG, NE und VIE abdecken.
Es wäre kein Problem, wenn man die Grenzen ein wenig verschiebt oder die Zellen neu
zuschneidet, daß sich 3 - 4 Pseudolokalradios 1 Multiplex teilen - mit genügend Platz
für weitere Programme.
Alternativ die Zellen verkleinern, daß ziemlich genau die jetzigen UKW-Versorgungsbereiche
abgedeckt werden, Protection-Level auf Maximum, Systemgewinn nutzen und es wird billiger
als UKW. Für 4-5 Programme in guter Qualität ist trotzdem Platz.

von Nohab - am 04.12.2012 17:29
Über DAB+ ist ein SFN möglich, auf UKW nicht.
Und ein SFN bringt eine Menge Vorteile mit, gerade wenn an einen bestimmten Ort gleich mehrere Signale ankommen.
Die berühmten 1-2m, wo beim Fahren mal kurz der Empfang wegbricht, die man insbesondere bei schwachen UKW Sendern öfter erlebt, dürften in so einen SFN kaum vorkommen.
Quasi so etwas, wie Diversity-Empfang, nur umgekehrt: Senderseitig.

Radio Neandertal ist so ein Beispiel. Für einen Lokalsender ist er sehr stark und damit auch reichweitenstark, aber lange nicht so stark wie die anderen Programme aus Langenberg. Mit ihm im Tuner findet man immer wieder solche Stellen im Sendegebiet (u.a. Velbert & Heiligenhaus), wo der Empfang mobil wegbricht und an manch Arbeitsplatz im Störnebel ebenfalls nicht ankommt. Beides trifft auf die stärkeren kaum zu.

200W ist natürlich sehr wenig, etwas mehr sollte es schon sein, selbst bei 3 Sendern auf 50 qkm.
Und sei es dafür, brauchbar in Gebäude zu kommen.

Generell finde ich, sollte ein DAB-Sender 2kW nicht unterschreiten.

Ich würde also sagen, lieber 4x 2kW als 1x 10kW, aber bei 200 Watt dann bitte einen Sender pro Straße. ;)

von Matthias K. - am 04.12.2012 21:58
Zitat
Nohab
Mal zum Thema Lokalmux:
Es sind in der GE06 Lokalmuxe definiert worden und auch Kanäle dafür koordiniert worden.

Falls ich das korrekt in Erinnerung habe waren für DAB Kanäle im L-Band für die Lokalmuxe koordiniert werden.
Heute ist das L-Band für die Anbieter von DAB-Lokalfunk uninteressant geworden. Ursprünglich waren - falls ich mich richtig erinnere - die VHF Kanäle 6 bis 10 für DVB-T koordiniert worden.
Die Entscheidung DVB-T in Deutschland nur im UHF-Band zu senden erfolgte zwei Jahre nach GE06.

von Winnie2 - am 04.12.2012 22:06
Na, seid ihr wieder zur Märchenstunde um den PC versammelt?

von Manfred Z - am 04.12.2012 22:47
Nikolaus, komm in unser Haus,
pack die großen Taschen aus?

von hegi_ms - am 05.12.2012 09:48
...und zwei haben Langeweile, weil Sie nicht mehr an den Nikolaus glauben... :rolleyes:

von Japhi - am 05.12.2012 11:16
Zu meiner "Ente":
MIL sagte mir, dass Radio 70x10 senden will per DAB, sobald die ganze Neuordnung auf UKW im DG vorbei ist; derzeit sind noch einige Frequenzen in DG ausgeschrieben, sobald die alle zugeschrieben sind, wird DAB dann gestartet.

von dxbruelhart - am 05.12.2012 12:19
Zitat
dxbruelhart
Zu meiner "Ente":
MIL sagte mir, dass Radio 70x10 senden will per DAB, sobald die ganze Neuordnung auf UKW im DG vorbei ist; derzeit sind noch einige Frequenzen in DG ausgeschrieben, sobald die alle zugeschrieben sind, wird DAB dann gestartet.


Dann zitiere ich ihn doch mal zu diesem Thema:

Zitat
MIL via Facebook
Wir könnten es (rein technisch) auch in Kall anbieten, zumindest ein relativ moderner, linearer 10kW TV Sender Band III von Rohde ist vorhanden. Mittels eines neuen Modulators sollte ca 1kW TRP in DAB oder DVB-T möglich sein (nach Antennengewinn ca. 4kW ERP). Technisch interessant wäre das auch, aber ich muss...zustimmen, dass es momentan nicht mehr als ein viel zu kostenintensives Spielzeug wäre - und vermutlich auch bleibt, zumindest wenn beim aktuellen Abverkauf der Geräte 2015 die Kohle-Versenk-Aktion des Chipherstellers endet und die Programmanbieter mal die "offiziellen Preise" zahlen müssen.


von Wiesbadener - am 05.12.2012 12:22
Diese Information von MIL bekam ich bereits vor etwa einem Jahr; die ganze Ausschreibung in Ostbelgien zieht sich nun dahin, DAB ist mittlerweile wohl eine Option, aber kein konkreter Plan mehr in Euskirchen bzw. Kall - so stellt es sich nun dar.

Aber anderer Aspekt:
Wenn mancher Webradioanbieter, der heute schon ein richtiges Programm macht, feststellt, dass er über DAB günstiger sagen wir mal 10'000 oder auch 100'000 Hörer erreichen kann als über Webstreaming, dann stellt sich bald ein grosses Bedürfnis für solche DAB-Stadt- oder Regionalnetze ein. Was kostet es denn heute konkret, täglich 10'000 oder 100'000 Webradiohörer zu versorgen?

von dxbruelhart - am 05.12.2012 14:13
5000 Hörer mit 128 Kbit kosten runde 1500.-€ im Monat.

von Dampfradio - am 05.12.2012 14:29
Zitat
Dampfradio
5000 Hörer mit 128 Kbit kosten runde 1500.-€ im Monat.


Über fünf Millionen bekommst du für 1.000 Euro bei 72 kbit AAC aktuell via DAB+ im Rhein-Main-Gebiet. Potenziell freilich und es fallen noch weitere Kosten (Leitungen etc.) an. Ob ein Programm real schon 5.000 Hörer erreicht kann man schlecht abschätzen

von Wiesbadener - am 05.12.2012 14:35
Geht das dann linear weiter, kann man also sagen:

10'000 Hörer kosten 3000 Euro pro Monat
100'000 Hörer kosten 30'000 Euro pro Monat?

von dxbruelhart - am 05.12.2012 14:51
Sind das Preise pro möglichem Hörer (=Zurverfügungstellung der Webradio-Kapazitäten) oder wird das nach tatsächlicher Einschaltquote (=Zahl der abrufe per Internet) abgerechnet? Ein DAB-Mux kostet im Vergleich dazu ja nachts um 3 (kaum Zuhörer) genauso viel wie morgens um halb 8 (viele Zuhörer im/vorm Berufsverkehr).

Edit: Klarstellung, daß es um die Berechnungsbasis für die Webradiopreise geht

von DH0GHU - am 05.12.2012 14:54
Meine Frage bezieht sich auf die Webradio-Preise, die Dampfradio veröffentlich hat. DAB kostet sicher nicht mehr, egal ob 5 Hörer oder 5 Millionen Hörer ein Programm lauschen.

von dxbruelhart - am 05.12.2012 15:33
Zitat
Japhi
Ilco Funktechnik, Kathrein Rosenheim...

An RO dachte ich auch. Insbesondere wegen dem Antennenhersteller in der Nähe des Bahnhofs. Aber RO hat 61.000 Einwohner (drittgrößte Stadt in OBB nach M und IN).

Und zur Ausgangsfrage
Zitat

Was haltet ihr von dem Geschäftsmodell? Ist es realisierbar?

Viel wenn es machbar ist (Medienbehörden und Technik).

Wobei Kapazität für 4 Privatsender nur für die Stadt, z. B. Essen, Köln oder in Düsseldorf? Wer da was dagegen hat, ahne ich schon.:bruell:

von Schwabinger - am 05.12.2012 18:53
In den Großstädten werden die Platzhirsche, d.h. öffentlich rechtliche Anstalten und große Private was dagegen haben, auch die Zeitungen und Verlage.

In kleineren Regionen kann ich es mir eher vorstellen aber es wird nicht einfach sein, wenn auch dort jemand Konkurrenz wittert.

Aber die Grundidee ist charmant.

von Dampfradio - am 05.12.2012 19:06
Dagegen SEIN können sie, dagegen HABEN sie allerdings kaum etwas.

von Peter Schwarz - am 05.12.2012 19:30
Wäre sowas rechtlich eigentlich in Bayern möglich? Eher nein, würde ich sagen...
Wir haben hier ja das Problem, dass z.B. in München das Ende der Fahnenstange weitgehend erreicht ist. Kleine Spartensender, die sich 12D(10D) nicht leisten können, werden also kaum noch nach München kommen - außer durch einen zusätzlichen kostengünstigen Mux.

von DH0GHU - am 05.12.2012 19:54
Solange es kaum DAB(+) Geräte gibt lohnt sich für private Sender und private Sendernetzbetreiber so ein Projekt auf DAB(+) eigenltich nicht.

von Martyn136 - am 05.12.2012 20:12
Irgendwann gehen auch die Zeiten der Landesmedienanstalten zu Ende...ach ja, es war ja nur eine Frage der Zeit, bis martyn in diesem Thread auftaucht. Dann können wir ihn jetzt ja quasy schlyesen.

von Peter Schwarz - am 05.12.2012 20:14
Zitat
Martyn136
Solange es kaum DAB(+) Geräte gibt lohnt sich für private Sender und private Sendernetzbetreiber so ein Projekt auf DAB(+) eigenltich nicht.


Und wyso nicht?
Wie gesagt, wenn es um reine Stadtversorgung geht, ohne Umland, dann reichen 200-500 Watt (je nach größe der Stadt) und ich würde die Kosten auf rund 400-500 Euro schätzen. Billiger gehts wirklich nicht und gerade für Veranstaltungsradios wäre das später mal eine günstige Alternative zu den teuren Region-Muxen, die es bisher aber nur in Bayern gibt. Auch für NKLs ist das sicher interessant.

von DX OberTShausen - am 05.12.2012 20:20
Zitat
Martyn136
Solange es kaum DAB(+) Geräte gibt lohnt sich für private Sender und private Sendernetzbetreiber so ein Projekt auf DAB(+) eigenltich nicht.


Sicher. Das hat unter anderem dazu geführt, daß die wesentlich teureren Angebote von Media Broadcast bzw. HDR in Berlin und Hessen mittlerweile nur noch Nullbytes aussenden.
Oder doch nicht?

von DH0GHU - am 05.12.2012 20:22
Daniel hat über Radioszene den Link zu einem privaten DAB-Betreiber in Dänemark gepostet:

http://www.facebook.com/dabplus/photos_stream

In Deutschland ist tatsächlich Mugler drauf und dran dies anzubieten. Idee ist das bestehende DVB-T-Netz in Leipzig um DAB-Antennen zu erweitern. Interessant fand ich auch das Posting von Christian Milling (Radio 7 0 0) bei Facebook, wonach man von Kall aus mit einem bestehenden VHF-Sender ein DAB-Ensemble anbieten könnte (theoretisch). Ein solcher Testbetrieb wäre mal interessant, auch hierfür dürfte es doch Möglichkeiten geben bei der BNetzA eine Versuchslizenz zu beantragen.Vielleicht noch ein Low Power-Füller in Euskirchen hinzu und schaun wie das geht.

von Wiesbadener - am 22.02.2013 08:32
Och ich kann mir schon gut vorstellen das es interessant sein könnte damit rum zuspielen und zu experimentieren. Ich könnte mich damit sicher auch Tage und Wochen mit beschäftigen. DAB und DAB+ miteinander vergleichen, verschiedene Protection Levels ausprobieren und so weiter...

von Spacelab - am 22.02.2013 09:06
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.