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2. DAB+ - Bundesmux - Planungen und Aktuelles

Startbeitrag von ungenutztes Profil am 02.01.2013 12:19

Was für ein DAB+-Jahresstart 2013! Nach dem Bekanntwerden, das der Berliner Mux mit Radio Gold(Sendestart heute, 02.01.) und Deluxe Zuwachs bekommt, nun heute diese Hammer-Meldung: Der 2. Bundesmux scheint konkrete Formen anzunehmen: http://www.dxaktuell.de/?p=2978

Wird 2013 tatsächlich DAS DAB+-Jahr?

Die 50 interessantesten Antworten:

@Spacelab: Nicht das Du mich falsch verstehst, ich habe im Auto ein Digitalradio mit richtiger Außenantenne, weil es aber nicht auf meiner ganzen Fahrstrecke funktioniert, höre ich doch fast nur über UKW ( Der MDR schiebt den Umbau des Senders Brocken vor sich her, erst dann macht es Sinn DAB einzuschalten, mit Außnahme des 5C- da ist aber nicht immer das richtige Programm für mich)

im Berlin kann ich den 7B empfehlen, aber eben leider nur im Berliner Ring und etwas darüber hinaus zu empfangen( das wäre ein Super 2. Mux, aber weder Du noch ich sind der Weihnachtsmann, also aufhören zu träumen)
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Regierungsbeschluss: Großbritannien wird UKW nicht abschalten - Zweiter nationaler DAB-Muxx für Privatradios
Meldung aus UK, mit dem Unterschicht, das man dort überall den Landesweiten BBC-Mux empfängt und dann dazu einen zweiten Privatradiomux, bei denen fast alle Programme landesweit sind(einige Sender sind Lokal und eben jeweils die Örtliche Heart-Station) und dazu noch die Muxe aus London die sehr, sehr weit gehen

aus Satnews.de:

Die Kritiker haben sich fürs erste durchgesetzt: Die britische Regierung wird das UKW-Band nicht abschalten und hat einen verbindlichen Termin für das Ende der analogen, terrestrischen Radioübertragung ad acta gelegt. Das verkündete der britische Kultur- und Kommunikationsminister Ed Vaizey gegenüber der Presse. Eine UKW-Abschaltung soll erst ins Auge gefasst werden, wenn die Digitalradio-Nutzung mindestens 50 Prozent der Radionutzung insgesamt ausmache. Zweite Bedingung sei, dass der DAB-Empfang flächenmäßig UKW-Niveau erreiche. Großbritannien wollte ursprünglich spätestens am Ende dieses Jahrzehnts das analoge UKLW-Band abschalten.

Dennoch soll das digitale Radio gestärkt werden: Es soll einen zweiten nationalen Multiplex für kommerzielle Sender geben.


Mo, 16. Dez 2013

von zausel001 - am 16.12.2013 17:20
Zitat
goedecker
Was soll der Quatsch mit 75 Cent weniger Rundfunkgebühr. Da ist der Aufwand teurer , als der Nutzen. Rundfunkgebühr belassen und sofort in den Ausbau von DAB+ stecken. So wird daraus ein Schuh.


Der gemeine Pöbel, der gegen die böse Rundfunkgebühr schimpft (und nicht weiß, was es bedeutet, einen wenigstens halbwegs unabhängigen Rundfunk zu haben), würde sich schon freuen, wenn es eine Beitragssenkung von 1 Cent gäbe.

Viele Leute sind sich nicht darüber bewusst, was es heißen würde, wenn es keinen staatlichen Rundfunk mehr gäbe. Dann wäre alles privat, wie in den USA. Dann hätten wir nur noch Sender á la CNN, Fox News etc. Alle von den privaten Geldgebern abhängig, die letzten Endes bestimmen, was in den Nachrichten kommt. Man denke nur an den Irak-Krieg.

Ich bin nach wie vor eh noch der Meinung, dass die, die sich jetzt über die Haushaltspauschale echauffieren, ohnehin bisherige Schwarzseher waren, die Glück hatten, nicht erwischt worden zu sein. Die meisten bezahlen ohnehin das Gleiche wie vorher auch. Ich fand dieses Modell von Anfang an gut, weil mir keiner erzählen kann, dass heut zu Tage keiner mehr keine Geräte hat, mit denen man in irgendeiner Form Nachrichten und Sendungen der ÖR abrufen kann.

Okay, war jetzt etwas off-Topic. Ich finde, den Überschuss sollte man wirklich in die Qualität der Programme stecken oder in den Ausbau von DAB+ etc. Aktuell geht das zwar nicht, aber wer sagt, dass man Staatsverträge oder Gesetze bei Bedarf nicht ändern kann. Hätten die Verbraucher diese 75 Cent monatlich mehr in der Tasche, sind diese eh längst von der Inflation aufgefressen.

Unabhängig davon gab es durch diese Haushaltsabgabe für einige auch Verbesserungen. So reicht es beispielsweise in einer Studenten-WG aus, wenn einer die Pauschale zahlt statt bisher alle. Oder in einem gemeinsamen Haushalt, in denen z.b. Eltern und Kinder eigene Einkommen haben, da muss auch nur noch einer zahlen.

von PEQsche - am 22.12.2013 11:33
@jug/Nordlicht2:
Ich sehe das anders. Das war auch sicher kein "Verhinderungsversuch".
Es ist technisch extrem anspruchsvoll, einen (portablen, also mit Batteriestrom ausreichend lang versorgten, kleinen) Empfänger so zu konstruieren, dass er, sagen wir mal, 1 km neben einem 5A-Sender mit 10 kW funktioniert. Man hat keine Chance, mit typischen Frontendfiltern einerseits 5A wegzufiltern und gleichzeitig den Bereich direkt unter 174 MHz durchzulassen. Das geht nur mit schmalbandigen Filtern (z.B. SAW-Filtern oder Cavity-Filtern). Ich hab' sowas ähnliches (ATSC-verträglicher RX, der ca. 1 MHz unterm TV-Kanal funktionieren muss) schon entwickelt. Das war zwar nicht wirklich ein Problem, aber ich weiß auch, welchen Aufwand ich für einen durchstimmbaren Empfänger hätte treiben müssen...

Nur zur Erinnerung: 10 kW ERP ergeben bei 0-dBi-Empfangsantenne in 1 km Entfernung -5 dBm. Wenn ich die weit verbreitete Norm-Empfindlichkeit von -107 dBm zugrunde lege, komme ich dann auf 102 dB Blockingdynamik, die man (statt der normativ geforderten 84 dB) erreichen muss. Durchaus machbar, aber nicht mit "preiswerten" Empfängern.
Nungut, zum Glück ist so ein DAB-Signal sehr breit, so dass immer nur ein kleiner Teil der Sendeenergie z.B. auf Nebenempfangsstellen fallen wird. Insofern wird das dann wohl gerade noch so machbar. Spätestens bei Intermodulation komme ich dann aber relativ schnell ins Schwitzen, wenn der Empfänger nicht gerade eine Stromaufnahme im Wattbereich haben darf...


In der Regel wird bei Koordinierungen von Frequenzen durchaus darauf geachtet, nicht zu dicht neben extrem starken "Brummern" empfangen zu müssen - daher kommt z.B. auch die Limitierung auf Kanal 12, daher kommen auch manche Einschränkungen bei 107,9 MHz. Und das, obwohl bei z.B. Flugfunktechnik extremer Aufwand getrieben wird.

Das Ganze wird dann ein wenig entspannter, wenn die Nutzungen punktuell erfolgen. Wenn also z.B. 5A in München ausgesandt würde, könnte man das machen, wenn die paar belegten Kanäle unterhalb 174 MHz, bzw. deren Nutzer, einige km weit weg vom Sendestandort sind. Wenn man aber ein flächendeckendes Netz aufbaut, ist das ja fast nirgends der Fall... Umgekehrt fände ich es als Rundfunkhörer ja auch nicht toll, wenn auf 173,900 MHz ein 50-W-Betriebsfunksender senden würde.

Vielleicht wird ja auch im 2m-Band einiges so umkoordiniert, dass man den Zustand erreicht, dass 5A nicht mehr irgendwelche anderen Dienste stören kann (z.B. auch Gebäudefunkanlagen)

von DH0GHU - am 13.06.2016 18:54
@Nordlicht2: Dann darf auch kein Polizeiheli in der nähe eines Senders fliegen?
Du sagst, das kommt in der Praxis nicht vor? Die Kunden meines Arbeitgebers sagen da was anderes.
Sorry, ich hatte nunmal genau dieses Problem zu lösen: Kanal-5-Sender (allerdings USA, ATSC, 4 oder 5 dB mehr Leistung im vorliegenden Fall) war mehr als nur 80 dB stärker als das Nutzsignal. Das ging in Richtung 100 dB und mehr. War in dem Fall kein Problem, weil die Anwendung eine Einkanalanwendung war, aber ein Empfänger, der durchstimmbar ist, wäre schon aufgrund des begrenzten Power-Budgets nicht ausreichend großsignalfest machbar gewesen.
Die tatsächlich nutzbare Empfindlichkeit liegt in vielen mir bekannten Anwendungen übrigens noch weit unter -107 dBm (entspricht ca. 5 µV/m bei 174 MHz) - nicht alle Funk-Anwendungen laufen direkt im Rechenzentrum.. ;-)


Zur Feldstärke: Nimm mal das Beispiel Köln:
Colonius Höhe ca 250m
Kölnturm ca. 800m entfernt, 150m hoch.
Je nach DAB-Sendeantenne hast Du da keine 6 dB Winkeldämpfung.
Nehmen wir mal 6 dB an.
Dann kommst Du bei 10 kW ERP, 0 dBi Empfangsantennengewinn und 6 dB Winkeldämpfung immernoch auf über -10 dBm am Empfängereingang.
Wenn diese Pegel nicht erreicht werden, wird entweder ein extrem scharf bündelndes Antennendiagramm benutzt (die häufig benutzten einfachen Antennen bei DAB+ sind das dann aber nicht...), oder die Empfangsantenne taugt nix, oder das Funkfeld ist nicht frei.
Dass Du direkt unterm Turm deutlich niedrigere Pegel hast, ist klar. Selbst ein einfacher Dipol hat eine deutliche Nullstelle in seiner Längsachse und kommt dann locker auf 20 dB Winkeldämpfung.

Gegen lokale Belegungen von 5A spricht ja nichts - wenn z.B. NRW 5A nutzt, werden die VHF-Kanäle nahe 174 MHz halt bevorzugt in Nachbarbundesländern vergeben.
Was aber ein Unding ist, ist, dass ein Funkdienst alles darf, und seine Nachbarn quasi nichts dürfen. 5A deutschlandweit bedeutet, ca. 172 bis 174 MHz deutschlandweit nur mit Einschränkungen nutzen zu können.

Außerdem greift diese Betrachtung zu kurz:
Ein 1-W-Sender im Nachbargebäude stört den DAB-Empfang natürlich auch, wenn der Sender nur weit genug weg ist...

13A bis 13F sind übrigens nicht Teil des TV-Bereichs. Der endet laut Frequenznutzungsplan bei 230 MHz, und das ist eigentlich europaweit so. Darüber findet u.a. Flugfunk statt. Auch wenn sich manche Länder nicht dran halten...

Mir würde es ja durchaus gefallen, würde 5A mit einem 2. Bundesmux belegt - aber die Probleme, die das mit sich bringt, darf man dabei nicht ignorieren, und sie sind eben nicht rein theoretischer Natur.

von DH0GHU - am 17.06.2016 08:20
Zitat
DH0GHU
@Nordlicht2: Dann darf auch kein Polizeiheli in der nähe eines Senders fliegen?
Du sagst, das kommt in der Praxis nicht vor? Die Kunden meines Arbeitgebers sagen da was anderes.
Sorry, ich hatte nunmal genau dieses Problem zu lösen: Kanal-5-Sender (allerdings USA, ATSC, 4 oder 5 dB mehr Leistung im vorliegenden Fall) war mehr als nur 80 dB stärker als das Nutzsignal. Das ging in Richtung 100 dB und mehr. War in dem Fall kein Problem, weil die Anwendung eine Einkanalanwendung war, aber ein Empfänger, der durchstimmbar ist, wäre schon aufgrund des begrenzten Power-Budgets nicht ausreichend großsignalfest machbar gewesen.
Die tatsächlich nutzbare Empfindlichkeit liegt in vielen mir bekannten Anwendungen übrigens noch weit unter -107 dBm (entspricht ca. 5 µV/m bei 174 MHz) - nicht alle Funk-Anwendungen laufen direkt im Rechenzentrum.. ;-)


Zur Feldstärke: Nimm mal das Beispiel Köln:
Colonius Höhe ca 250m
Kölnturm ca. 800m entfernt, 150m hoch.
Je nach DAB-Sendeantenne hast Du da keine 6 dB Winkeldämpfung.
Nehmen wir mal 6 dB an.
Dann kommst Du bei 10 kW ERP, 0 dBi Empfangsantennengewinn und 6 dB Winkeldämpfung immernoch auf über -10 dBm am Empfängereingang.
Wenn diese Pegel nicht erreicht werden, wird entweder ein extrem scharf bündelndes Antennendiagramm benutzt (die häufig benutzten einfachen Antennen bei DAB+ sind das dann aber nicht...), oder die Empfangsantenne taugt nix, oder das Funkfeld ist nicht frei.
Dass Du direkt unterm Turm deutlich niedrigere Pegel hast, ist klar. Selbst ein einfacher Dipol hat eine deutliche Nullstelle in seiner Längsachse und kommt dann locker auf 20 dB Winkeldämpfung.

Gegen lokale Belegungen von 5A spricht ja nichts - wenn z.B. NRW 5A nutzt, werden die VHF-Kanäle nahe 174 MHz halt bevorzugt in Nachbarbundesländern vergeben.
Was aber ein Unding ist, ist, dass ein Funkdienst alles darf, und seine Nachbarn quasi nichts dürfen. 5A deutschlandweit bedeutet, ca. 172 bis 174 MHz deutschlandweit nur mit Einschränkungen nutzen zu können.

Außerdem greift diese Betrachtung zu kurz:
Ein 1-W-Sender im Nachbargebäude stört den DAB-Empfang natürlich auch, wenn der Sender nur weit genug weg ist...

13A bis 13F sind übrigens nicht Teil des TV-Bereichs. Der endet laut Frequenznutzungsplan bei 230 MHz, und das ist eigentlich europaweit so. Darüber findet u.a. Flugfunk statt. Auch wenn sich manche Länder nicht dran halten...

Mir würde es ja durchaus gefallen, würde 5A mit einem 2. Bundesmux belegt - aber die Probleme, die das mit sich bringt, darf man dabei nicht ignorieren, und sie sind eben nicht rein theoretischer Natur.


Einfach mal unterm Turm messen und dann nochmal 800m weiter entfernt. Die Ergebnisse werden dich uebrraschen, was daran liegt, dass du mit dir unbekannten Antennendiagrammen rechnest. Das es unterm Turm weniger Pegel zeigt, ist nur bei UHF und eben bei alten grossen VHF TV Antennen der Fall. Bei allen anderen ist es immer direkt am Turm am starksten und 800m weiter schon deutlich schwaecher. Ich meine natuerlich nicht senkrecht unter der Antenne. Merkt man auch ohne Messgeraet, wenn Kreuzmodulation im Empfaenger auftritt.
Was 13A-13F betrifft. Es geht um DAB und nicht um TV. Warum koennen alle Radios diesen Bereich und wird DAB im Ausland auch in diesem gesendet? Deutschland hinkt hier einfach hinterher, da hier noch uralte Technik in Verwendung ist. Was soll denn in Zukunft nur in Deutschland in diesem Bereich gesendet werden?

von Nordlicht2 - am 17.06.2016 08:44
Zitat
Nordlicht2

Einfach mal unterm Turm messen und dann nochmal 800m weiter entfernt. Die Ergebnisse werden dich uebrraschen, was daran liegt, dass du mit dir unbekannten Antennendiagrammen rechnest. Das es unterm Turm weniger Pegel zeigt, ist nur bei UHF und eben bei alten grossen VHF TV Antennen der Fall. Bei allen anderen ist es immer direkt am Turm am starksten und 800m weiter schon deutlich schwaecher. Ich meine natuerlich nicht senkrecht unter der Antenne. Merkt man auch ohne Messgeraet, wenn Kreuzmodulation im Empfaenger auftritt.
Was 13A-13F betrifft. Es geht um DAB und nicht um TV. Warum koennen alle Radios diesen Bereich und wird DAB im Ausland auch in diesem gesendet? Deutschland hinkt hier einfach hinterher, da hier noch uralte Technik in Verwendung ist. Was soll denn in Zukunft nur in Deutschland in diesem Bereich gesendet werden?

Nochmal: Die Probleme in Nachbarschaft zu VHF-Broadcast sind real - sonst würde man zu ihrer Behebung nicht viel Geld ausgeben müssen ;-)
Man muß in 800m Entfernung eines 200m-Turms nunmal nicht 200m niedriger sein als der Turm, sondern kann sich auf Geländeerhebungen, im Gebäude oder im Luftfahrzeug mitten in der Hauptstrahlungskeule befinden...


Zu Kanal 13: Ob DAB oder DVB-T ist doch erstmal egal. Der Überbegriff dafür ist Rundfunkdienst, dieser hat Zuweisungen, die Anwendung ist terrestrischer Rundfunk, und DAB oder DVB-T kommt nur als Nutzungshinweis in den Zuweisungen vor. Die Frage "was da gesendet werden soll" stellt sich nicht, da wird gesendet, und zwar fleissig.


Zitat
Cha
13C und 13D sollten doch noch frei sein. Es hieß ja, dass man die Kanäle aufgrund geringer Abstände nicht zusammen nutzen soll, aber einer einzeln davon dürfte doch gehen.


Nochmal: Kanal 13 ist ein Sonderfall. Der ist allenfalls aufgrund nationaler Sondervereinbarungen für T-DAB nutzbar; so wie 225-230 MHz (also 12B-12D) aufgrund nationaler Bestimmungen militärisch genutzt werden kann: Das harmonisierte Militärfunkband beginnt derzeit europaweit(!) bei 225 MHz.

Das kann man alles schwarz auf weiß nachlesen. Sei es in der Common Allocation Table des ERO, sei es in der nationalen Umsetzung in Form des Frequenznutzungsplans der BNetzA. Spätestens in letzterem ist für jeden erkennbar, dass DAB hierzulande nicht oberhalb 230 MHz stattfindet.
Daran wird sich angesichts der Knappheit militärisch nutzbarer UHF-Frequenzen auch nichts ändern.
Man sieht die "Hackordnung" ziemlich gut in den Allocation Tables.
Überall ab 230 MHz steht ausschließlich und nur FIXED und MOBILE als Primärnutzer eingetragen.
"Broadcast" ist noch nichtmal in Kleinschrift als Sekundärnutzer eingetragen, sondern (Kanal 13) nur als Application mit entsprechender Bemerkung als "sharing with defense on national basis". Eindeutiger gehts doch wirklich nicht.
Hausrecht = Primärnutzer
Gastrecht = Sekundärnutzer
T-DAB -> weder noch, sondern nur mit Ausnahmeregelung geduldet.

Auf Kanal 12, um diese leidige Kanal-12-Leistungs-Diskussion noch mal zu beleuchten, ab 225 MHz, genießt FIXED MOBILE in Form von Militär hingegen Gastrecht, d.h. die militärischen Funkanwendungen haben dort schlicht und ergreifend eine Art "Minderheitenrecht", d.h. der Primärnutzer MUSS diesen auch ein wenig Eingeständnisse machen. Daher sind die Einschränkungen in der Leistung dort ok.
Ausschließlich unterhalb 225 MHz ist BROADCAST alleiniger Nutzer, d.h. "Primär exklusiv", ohne parallel existierenden Sekundärnutzer.
.. und auf Kanal 5 bis 11 darf auch LAND MOBILE funken... ;-)


Das sind einfach auf internationalen Verträgen beruhenden Fakten, denen sich keine nationale Fernmeldebehörde einfach so widersetzen kann, auch wenn das noch so wünschenswert für einen 2. Bundesmux wäre.

Genauso, wie nunmal Kanäle in internationalen Konferenzen nach aufwändigem Procedere in jahrelanger Kleinarbeit zwischen Ländern aufgeteilt wurden. Nur weil diese Belegungen noch nicht umgesetzt sind, sind diese Kanäle noch lange nicht frei.
Wie geil hätten wir's gefunden, wenn unsere Nachbarn vor 2011 einfach alle Kanäle von 5 bis 11 mit DVB-T und DAB belegt hätten, nur weil die DAB-Nutzungen in Deutschland noch nicht on air waren? Ich kann mir auch nicht einfach das Steak vom Nachbartisch im Restaurant klauen, nur weil der Tischnachbar noch nicht zu Essen angefangen hat...

Edit: Hier findet man die genannte ERO-Publikation "THE EUROPEAN TABLE OF FREQUENCY ALLOCATIONS AND APPLICATIONS IN THE FREQUENCY RANGE 8.3 kHz to 3000 GHz (ECA TABLE)"

von DH0GHU - am 17.06.2016 23:44
Zitat
stefsch
Ich muß davon ausgehen, das die "Kampfkordinationen" wie z.B. 11C: Brocken, Hamburg, NL, Hessen? Oder 6B: Brocken, NL, oder 11D Bayern vs. NRW nicht anders als mit Frequenzmangel zu erklären sind.....und noch ist "bei mir" (Region Hannover) nur wenig (für nicht DXer) auf DAB zu empfangen, die Nachbaranstalten fehlen hier völlig. Da bleibt nur die Befürchtung, das die Frequenzen nicht reichen werden um das Vorhandene (die Besitzstände :xcool:) auf DAB abzubilden...

Das L-Band wäre gut gewesen um in Metropolregionen Special-Interest-Programme anzubieten.
Über DRM+ hätte man UKW nach und nach Digitalisieren können. Für Einzelfrequenzstandorte, Lokalsender und so...

Insgesamt erscheinen mir die Konzepte für die Radiozukunft etwas planlos.....

stefsch


Wirklich schade, dass man damals keine besseren Planer eingesetzt hat ;-)

Es gibt allerdings historische Gründe für diese Planungen, so war früher nur Kanal 12, dann Kanal 10 bis 12 für DAB vorgesehen. Das ging dann eben nicht ohne so Mist wie 11D Bayern gegen 11D NRW. Stichwort GE06 - damals waren auch noch Kanäle für DVB-T vorzusehen.

Overspill zu schützen, ist nicht wirklich Aufgabe der Frequenzplaner, und das funktioniert bekanntlich auch auf UKW nur zufällig. Beispiele wurden hier im Forum auch schon zuhauf diskutiert. Auf UKW muss man ja je nach Region (Rheinebene zum Beispiel) schon froh sein, einen 100 km entfernten 100-kW-Sender noch mit etwas Aufwand zu empfangen.
Wenn, dann geht das nur mit guten Empfängern, denn spätestens 200 kHz daneben ist schon wieder ein Ortssender. Nur dass man eben dennoch inklusive Overspill und "Insel-Sendern" meist nicht mehr als 30-40 Programme normalhörertauglich empfangen kann. Ohne Overspill sowieso nicht, das geht technisch bei 20 MHz Gesamt-Bandbreite einfach nicht, wenn man nicht nur Inselversorgungen in Großstädten realisieren will.
Theoretisch ist schon viel früher Schluß, versuch mal den Frequenzbedarf eines EINZELNEN flächendeckend in einer Ebene ausgestrahlten Programms zu ermitteln (Tipp: Wabenstruktur), selbst wenn Du statt der üblichen 400 kHz mit 300 kHz rechnest, wirst Du schnell merken, dass die tatsächliche Kapazität bei

von DH0GHU - am 08.09.2016 07:22
Wird zwar jetzt arg OT, aber trotzdem:

Zitat
DH0GHU
Overspill zu schützen, ist nicht wirklich Aufgabe der Frequenzplaner, und das funktioniert bekanntlich auch auf UKW nur zufällig.

Ist ja z.T. auch historisch bedingt, z.B. 100kW Rundstrahlung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Und ist auch je nach Bundesland und je nach UKW-Frequenzkette sehr unterschiedlich ausgeprägt. Und betrifft eigentlich auch nur alles, was zu Genf 84 koordiniert wurde, also meistens 3-4 öffentlich-rechtliche Programme und 1-2 Privatsender. Alles an Gefunzel, das bei UKW nachkoordiniert wurde, hat ja oft sogar deutlich weniger Overspill als heutige DAB-Ensembles.

Zitat
DH0GHU
Bei DAB+ ist es nun so, dass es überall mehrere regionale und lokale Bedeckungen geben kann, die meist noch garnicht aktiv sind. Dafür reicht das Spektrum locker aus. Natürlich behindert das weitreichenden Overspill (RB in Hannover, RTL89.0 im Münsterland), aber das ist für Normalhörer doch von so Ausnahmen wie SWR3 in Köln abgesehen eh meist irrelevant.

Sagen wir so: das Overspill-Problem haben in meinen Augen v.a. die Öffentlich-Rechtlichen, denn die dürfen per Gesetz halt nur die Bundesländer versorgen, für die sie einen Auftrag haben. Entsprechend wird der SWR die Kölner Bucht halt auch im DAB-Zeitalter vermutlich von einem Standort auf rheinland-pfälzischem Boden versorgen müssen.

Wünschenswert wäre also zumindest für die öffentlich-rechtlichen Ensembles, dass an den grenznahen Standorten bei DAB mit 10kW Rundstrahlung gearbeitet wird, wann immer es geht, damit man zumindest ein bißchen Overspill hinbekommt.

Ein 50kW-UKW-Sender lässt sich aber nun mal bei DAB nur schlecht adäquat ersetzen, gerade was die Indoorversorgung von Ballungsräumen angeht.

Hier sehe ich nur 2 Lösungen, um den von UKW gewohnten Overspill auf DAB hinzubekommen:
- Die ARD-Anstalten einigen sich darauf, dass die Ensembles jeweils durch grenznahe Standorte in Nachbarbundesländern erweitert werden dürfen.
- In grenznahen Gebieten werden die von UKW-bekannten Programme der Nachbaranstalt in Regionalensembles mit verbreitet.

Ganz abwegig ist das ja nicht, bei DVB-T funktioniert es ja auch, dass ein SWR- oder MDR-Fernsehprogramm auch in Bayern verbreitet wird.

Bei den Privaten sehe ich die Sache etwas anders. Ein Programm wie 89,0 RTL, das natürlich in weiten Teilen Niedersachsen zum Standard gehört, obwohl es ja aus Sachsen-Anhalt kommt, ist ja im DAB-Zeitalter nicht auf einen leistungsstarken Standort auf dem Brocken angewiesen. Die könnten sich genausogut in einem künftigen landesweiten Ensemble für Niedersachsen einmieten und so ihr Versorgungsgebiet sogar noch erweitern. Kapazitäten sind bei DAB ja genug da.

von Habakukk - am 08.09.2016 07:51
Zitat
DAB_Saar
Ich habe meine Bedenken, ob 2 Bundesmuxe funktionieren, da das Radio so eine wichtige, nämlich die regionale Komponente verliert.

Außerdem wird der zweite Mux nie den Ausbaugrad des 1.Bundesmuxes erreichen, da die öffentlichen Treibkräfte (DLR) fehlen.

Die Zeit wird zeigen, ob dies dazuführt, dass viele Programme vom ersten in den Zweiten Bundesmux wechseln und dann beginnt der Teufelskreis. Teurere Verbreitungskosten für die verbliebenen Programme und iwann steht das DLR (fast) alleine da.

Aber nehmen wir an, dass der 2.te Bundesmux ein Erfolg wird und der 1.te erfolgreich bleibt, dann führt das meiner Meinung dazu, dass es in vielen Bundesländern nicht mehr für einen privaten Landesmux reicht und es nur noch ein Mischmux mit den ÖR gibt.

Aber der 2.te Bundesmux köntne natürlich v.a. on den Regionen aktiv sein, wo es wenig Auswahl an Landesmuxen gibt.


1. Kommt drauf an, wie man das Angebot gestaltet. Die Priortät sollte nicht auf einem bundesweiten Abklatsch regionaler UKW-Angebote liegen, sondern in zusätzlichen Angeboten, die regional schwer refinanzierbar wären.

2. Entsprechenden Erfolg von DAB+ vorausgesetzt, glaube ich schon, dass auch der 2. BuMux einen Ausbaustand erreichen kann, der mindestens so gut wie der derzeitige des 1. BuMux ist.

3. Ich vermute, dass man diesem Problem vorbeugen wird. Davon abgesehen könnten BuMux-Plätze in der Zukunft ziemlich begehrt sein; ich glaube eher, dass es mittel- bis langfristig mehr Interessenten geben wird, als es auf den beiden Bundesmuxen Plätzen gibt.

4. Das glaube ich nicht. Aber selbst wenn es in manchen Bundesländern keinen privaten Landesmux mehr geben sollte, wären immernoch Lokalmuxe möglich, in denen ja auch landesweite Programme senden können.

Zitat
Chris
wenn ich mir das so ansehe, was der Bauerverlag etc. als "Spartensender" so überlegt :-/

Warum, was überlegt der Bauerverlag denn so? Das Konzept von PRD klang ja ganz interessant, aber das scheint wohl nichts mehr zu werden, oder?

von Zwölf - am 18.11.2016 21:06
Zitat
Nordlicht2
Die Landesmuxe wurden fast ueberall abgeschaltet (NDR) oder teilweise abgeschaltet (rbb) und erst Stueck fuer Stueck wieder angeschaltet (ausser rbb). Der NDR begann mit der Wiederanschaltung im November 2011 aber auch nur in Kiel, Hamburg, Schwerin und Hannover, Visselhoevede, Steinkimmen. Klar gab es schon 2011 DAB+ aber eben nur fuer einen sehr kleinen Teil der Bevoelkerung. Einige Forenteilnehmer, gar nicht so sehr in diesem hier, aber zum Beispiel der ehemalige LfM Chef, nehmen die Jahreszahl 2011 und argumentieren gerne als gaebe es deutschlandweit und nach 'so langer Zeit' hat sich DAB+ immer noch nicht voll durchgesetzt. Andere reden sogar von ueber 20 Jahren 'digitalradio'. Da fragen sich dann sogar heute noch Leute, worueber reden die, hier gibt es ueberhaupt gar kein DAB+. Laut Prognosekarten sind das immer noch gar nicht so wenige, die selbst heute noch nicht In Door versorgt sind. Wie gesagt, dann hilft ein Blick auf die Versorgungskarten mit Jahreszahlen.


Ohman kann man nicht lesen. Ich hab doch geschrieben bis auf NDR und RBB Gebiet gab es schon Landesmuxe, die eben nicht abgschalten waren. Mobil war 2011 schon ein Großteil von Deutschland DAB-Empfang möglich, somit ist die Aussage "es gibt 2011 in Deutrschland DAB+ in diesen Land" auch nicht so falsch. DVB-T kann ich in Deutschland auch nicht überall Empfangen werden und trotzdem sagt jeder, in Deutschland gibt es DVB-T, in der USA ATSC. In GB hast auch nicht überall DAB.

Ich bleibe dabei, DAB/DAB+ ist seit 2011 in Deutschland verfügbar. Die Abdeckung und die Versorgung in den einzelnen Gebieten waren und sind bis heute noch unterschiedlich.

Zitat
Nordlicht2
Andere reden sogar von ueber 20 Jahren 'digitalradio'...

und bezogen sich dabei auf die Ausstahlungin ihrem Bundesland (zb die BDR in Bayern) oder der Entwirklung des Systems. Entwickelt wurde DAB im Eureka-147-Projekt der EU in den Jahren 1987–2000.

Zitat
Nordlicht2
Klar gab es schon 2011 DAB+ aber eben nur fuer einen sehr kleinen Teil der Bevoelkerung.


Für mich wäre ein kleiner Teil der Bevölkerung so bis 35%.

"Am 1. August 2011 ging erstmals ein bundesweit verbreitetes digitales Radioangebot auf Sendung. Über die 27 Sendeanlagen wurden vom Start weg knapp 58 Prozent der Bevölkerung stationär und 73 Prozent für den mobilen Empfang mit dem „Bundesmux“ auf 50% der Fläche versorgt".

58 Prozent ist für mich kein kleiner Teil mehr, sondern schon über die Häfte, mobil (70%) sowieso. Das du zu die 42% dabei warst die kein Empfang hatten, ist zwar bedauerlich aber zu sagen die Aussage "In Deutsachland gibt es seit 2011 DAB+" sei nicht richtig, bzw falsch, ist eben auch falsch. Weil es das System eben sei 2011 bei uns gibt, wenn auch nicht überall aber es gibt es nunmal diese Technik seit 2011 offiziell in Deutschland.

von Kohlberger91 - am 20.11.2016 10:51
Zitat
Pronit
Passt hier vielleicht am ehesten rein:

golem.de: Analog-Abschaltung: Private Sender bezweifeln Machbarkeit von DAB+

In dem Artikel wird nochmals der Kanal 5A für die zweite bundesweite Bedeckung genannt. Ansonsten die übliche Anti-DAB Leier:

Zitat
Klaus Schunk
"Bei dem Übertragungsweg DAB+ kritisieren wir neben der fehlenden Akzeptanz der Konsumenten, dass die technische Struktur ausschließlich nach den landesweiten und bundesweiten Bedürfnissen der ARD aufgebaut wird"


Ein bisschen schmunzeln musste ich bei den Äußerungen des VPRT-Vorsitzenden aber schon.

Zitat

Eine Abbildung der vielfältigen lokalen und regionalen Angebote der privaten Anbieter bleibe de facto unberücksichtigt.


Welche Vielfalt meint Herr Schunk hier genau? 40 NRW-Lokalradios, die alle das Gleiche dudeln? Na er macht sicher einfach nur seinen Job, der darin besteht keine neuen Wettbewerber in den Markt zu lassen. Bekommt er nun, da der 2. BuMux auf den Weg gebracht ist, ein wenig Muffensausen?


Natürlich hat der gute Mann in dem Punkt recht und das ist der Nachteil von DAB+. Das Quantum ist eben die Mux größe und sie war bei DAB (alt) mal 6 Prgromme, jz bei DAB+ sind es 10-12 Programme.

Hier wird es auch noch den einen oder anderen treffen, der nicht mehr in einen Mux reinkommt und ein weiterer ist zu teuer und alleine nicht finanzierbar.

Ist natürlich müßig darüber zu diskutieren, wie es wäre, wenn ein TV Kanal nicht 4 DAB Kanale, sondern 8 hätte, aber das hätte die möglichkeit gegeben zumindest einen Mux etwas weitreichender zu koordinieren. Der fehlende Overspil ist ja auch immer ein Kritikpunkt gewesen.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse, die auch betriebswirtschaftlich verständlich sind, zwischen ÖRR und Privaten kann man doch, wie Bundesmux, über den Fehlerschutz regeln.

Natürlich habe ich bei DAB nicht mehr das Kirchturm denken, wie auf UKW, aber das ganze bietet doch Vorteile.
Es können sich doch Lokalradios zu Regionalradios zusammen schließen und so am Nachmittag näher dran sein, als wenn das Programm aus Oberhausen kommt.

von DAB_Saar - am 03.12.2016 00:06
Die Medienanstalten am 9. Dezember:

Zitat

ZAK-Pressemitteilung 11/2016; Mehr Vielfalt bei DAB+ :
Medienanstalten veröffentlichen Ausschreibung für zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex


Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat die Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex veröffentlicht. Voraussetzung dafür war die Zuordnungsentscheidung der Ministerpräsidenten der Länder, die gestern die Gesamtkapazität eines zweiten bundesweiten DAB+ Multiplex an die Medienanstalten zur Belegung mit privaten Programmen vergeben haben.

Die Ausschreibung richtet sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot. Eine Regionalisierung ist nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.

Bewerbungen sind bis zum 24. Februar 2017 an die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) zu richten, die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde. Die Zuweisungsentscheidung trifft im Fall einer Auswahlentscheidung unter mehreren eingehenden Bewerbungen die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK), ansonsten die ZAK. Eine erste Beratung und Bewertung der Anträge ist für Ende März 2017 vorgesehen.

Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM): „Ein weiteres bundesweites Hörfunkangebot ist nicht nur ein Zugewinn an Vielfalt, wir versprechen uns davon auch einen Schub für die DAB+-Reichweite insgesamt. Ein zweiter bundesweiter Multiplex mit weiteren rund 15 Programmplätzen wird einen wichtigen Beitrag zur künftigen Entwicklung des digital-terrestrischen Hörfunkmarkts leisten.“

Die Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex finden Sie hier.

http://www.die-medienanstalten.de/themen/hoerfunk/dab.html


Zum Start sollen alle Landeshauptstädte versorgt sein.

Zwei Jahre später (Q2/2019) sollen 40% der Bevölkerung versorgt sein sowie 50% der Autobahnstrecken.

Die Bedarfsanforderung beinhaltet auch die Anforderungen der Länder, z.B. NRW:
- drei landesweit einheitliche Bedeckungen
- eine landesweite, in neun Regionalgebiete unterteilte Bedeckung

von Manfred Z - am 09.12.2016 09:54
Ich habe mal versucht die Bedarfsanmeldungen etwas zu sortieren und habe etwas gemutmaßt, welche Regionen gemeint sein könnten bzw. für wen die Ensembles passen könnten.

Baden-Württemberg
- Bundesmux 2
- Landesweit 1 (*)
- Landesweit 2 (*)
- Landesweit 3/Regional 4 Gebiete (Entfällt im Zwischenschritt, evtl. temp. BuMux2?)
- Landesweit 4/Regional 6 Gebiete (*)
- Lokal Stuttgart (*)
- Lokal Mannheim/Heidelberg (*)
- Lokal Karlsruhe (*)
- Lokal Freiburg (*)
- Lokal Ulm (*)
- Lokal Heilbronn (*)
- Lokal Konstanz/Friedrichshafen (*)

Bayern:
- Bundesmux 2
- Landesweit 1 (11D) (*)
- Landesweit 2 (10D, Im Zwischenschritt Bundesmux 2?)
- Landesweit 3/Regional 7 Gebiete (BR?) (*)
> Mainfranken (10A)
> Oberfranken (10B)
> Mittelfranken (8C)
> Niederbayern
> Oberpfalz
> Schwaben
> Oberbayern
- Landesweit 4/Regional 16 Gebiete (Lokalradios?) (*)
- Lokal Würzburg (*)
- Lokal Nürnberg (10C) (*)
- Lokal Regensburg (*)
- Lokal Augsburg (9C) (*)
- Lokal München (11C) (*)

//Ingolstadt lokal entfällt oder fällt unter die 16 Gebiete

Berlin/Brandenburg:
- Bundesmux 2
(*) Berlin/Brandenburg (Zwischenschritt)
- Berlin 1 (*)
- Berlin 2 (*)
- Berlin 3 (temp. BuMux2?)
- Brandenburg 1 (regionalisiert) (*)
- Brandenburg 2 (regionalisiert) (*)
- Brandenburg 3 (landesweit) (temp. BuMux2?)

NDR-Gebiet:
- Bundesmux 2
- NDR Überregional (Im Zwischenschritt evtl. auch als landesweite Bedeckungen)

- Bremen 1 landesweit (*)
- Bremen 2 landesweit (*)
- Bremen 3 Ballungsraum (temp. BuMux 2?)
- Bremen 4 Stadtversorgung (*)

- Hamburg 1 Ballungsraum (*)
- Hamburg 2 Ballungsraum (*)
- Hamburg 3 Ballungsraum (temp. BuMux2?)
- Hamburg 4 Stadtversorgung (*)

- Mecklenburg-Vorpommern 1 (landesweit) (temp. Bumux2?)
- Mecklenburg-Vorpommern 2 (regional, 5 Gebiete) (*)
> Schwerin
> Rostock
> Vorpommern
> Neubrandenburg
> Wismar
- Mecklenburg-Vorpommern 3 (regional, 5 Gebiete) (*)

- Niedersachsen 1 landesweit (temp. BuMux2?)
- Niedersachsen 2 regional (12 Gebiete, Privat?) (*)
- ffn = 10 Gebiete, Antenne = 6 Gebiete, Radio 21 = 7 Gebiete)
- Niedersachsen 3 regional (5 Gebiete, NDR) (*)
> Oldenburg
> Lüneburg
> Osnabrück
> Braunschweig
> Hannover
- Braunschweig lokal (*)
- Delmenhorst lokal (*)
- Emden lokal (*)
- Hannover lokal (*)
- Oldenburg lokal (*)
- Osnabrück lokal (*)
- Salzgitter lokal (*)
- Wilhelmshaven lokal (*)
- Wolfsburg lokal (*)

- Schleswig-Holstein 1 landesweit (temp. BuMux2?)
- Schleswig-Holstein 2 regional (5 Gebiete, NDR) (*)
- Schleswig-Holstein 3 regional (4 Gebiete) (*)
- Kiel lokal (*)
- Lübeck lokal (*)

Hessen
- Bundesmux 2
- Hessen 1 landesweit (*)
- Hessen 2 landesweit (temp. BuMux2?)
- Hessen 3 regional (2 Gebiete) (*)
- Hessen 4 regional (2 Gebiete) (*)
- Rhein-Main Ballungsraum (*)

Nordrhein-Westfalen
- Bundesmux 2
- NRW 1 (*)
- NRW 2 (*)
- NRW 3 (temp. BuMux2?)
- NRW 4 regional (9 Gebiete=WDR-Studios) (*)
> Münsterland
> OWL
> Südwestfalen
> Ruhrgebiet-Ost/Dortmund
> Ruhrgebiet
> Düsseldorf
> Wuppertal
> Köln
> Aachen
//keine Extraanmeldungen für den Lokalfunk

Rheinland-Pfalz/Saarland
- Bundesmux 2
- Überregional (RLP/Saar) (temp. BuMux2?)
- Rheinland-Pfalz 1 (*)
- Rheinland-Pfalz 2 (*)
- Rheinland-Pfalz 3 regional (5 Gebiete) (*)
> Koblenz
> Trier
> Mainz
> Kaiserslautern
> Ludwigshafen
- Lokal, 12 Inseln (*)
> Koblenz
> Trier
> Mainz
> Idar-Oberstein
> Bad Kreuznach
> Kaiserslautern
> Landau
> Neustadt/W.
> Pirmasens
> Zweibrücken
> Ludwigshafen(?)
> Bitburg(?)


- Saarland 1 (*)
- Saarland 2 (*)
- Saarland 3 (*)
- Saarbrücken Ballungsraum (*)

Sachsen
- MDR überregional (auch Landesweit im Zwischenschritt möglich) (*)
- Sachsen 1 (*)
- Sachsen 2 (temp. BuMux2?)
- Sachsen 3 (*)
> Leipzig
> Dresden
> Chemnitz
- Sachsen 4
> Leipzig
> Dresden
> Chemnitz
- Leipzig lokal (*)
- Dresden lokal (*)
- Chemnitz lokal (*)

Sachsen-Anhalt
- MDR Überregional (auch Landesweit als Zwischenschritt möglich)
- Sachsen-Anhalt 1 (6B, MDR) (*)
- Sachsen-Anhalt 2 (11C, Privat) (*)
- Sachsen-Anhalt 3 (temp. BuMux2?)
- Halle lokal (corax) (*)
- Aschersleben lokal (hbw) (*)
//lokal anscheinend für NKLs geplant

Thüringen
- MDR Überregional (auch Landesweit im Zwischenschritt möglich)
- Thüringen 1 (*)
- Thüringen 2 (temp. BuMux2?)
- Thüringen 3 regional (*)
> West
> Mitte
> Nord
> Süd
> Ost
- Erfurt lokal (FREI) (*)
- Eisenach lokal (WB-Radio) (*)
- Ilmenau lokal (hsf) (*)
- Jena lokal (OKJ) (*)
- Nordhausen lokal (Enno) (*)
- Saalfeld lokal (SRB.FM) (*)
- Weimar lokal (Lotte) (*)
//lokal anscheinend für NKLs geplant

// (*) = Im Zwischenschritt geplant

von Japhi - am 09.12.2016 12:38
Zitat
Peter Schwarz
Eher: Bundesmux + regionale Muxe killen Landemux. Wird wohl in Bayern so passieren.

Der bayerische Landesmux ist in seiner derzeitigen Form nicht überlebensfähig, v.a. seit sich der BR daraus zurückzieht. Ich wage zu bezweifeln, dass dies am Bundesmux liegt; eher ist es so, dass er im Gegensatz zu BW zu unattrkativ für Regionalprogramme ist (Verhältnis: eigenes Sendegebiet - Landesmuxgebiet) und es nicht genug Interessenten gibt, die auf Landesebene Vielfalt bringen möchten und sich einen Ausbaugrad wie den des 10D derzeit schon leisten können.

Zitat

Davon ausgehend müssten noch zweimal 2 Regionen zu einem Versorgungsgebiet zusammen gefasst werden. Das könnte sein:
- Nürnberg + Westmittelfranken (es gab ja mal die Planung, dass der Nürnberger 10C um den Büttelberg erweitert wird)
- Donau/Iller + Allgäu oder Donau-Iller + Augsburg (wegen RT1-Ableger in beiden Regionen)
- Landshut + Donau-Wald (Brotjacklriegel könnte beide Regionen versorgen)
- Oberpfalz Nord + Süd

Nürnberg + Westmittelfranken würde ich mal als gesetzt ansehen; die Pläne schienen ja schon sehr konkret zu sein und die entsprechenden Kapazitäten wurden ja auch die ganze Zeit reserviert.
Ausschließen kann man denke ich Augsburg + Donau-Iller; in Augsburg ist ein Platz für Hitradio RT.1 Nordschwaben reserviert, für ein weiteres Regionalprogramm ist kein Platz. Außerdem soll der Kanal zukünftig auch in Vorarlberg verwendet werden, was eine Ausdehnung des Gebiets nach Westen oder Süden eigentlich ausschließt.
Allgäu + Donau-Iller war mal im Gespräch; sinnvoller fände ich allerdings einen grenzüberschreitenden Ulmer Regionalmux für Donau-Iller der wohl auch ohne die Allgäuer Programme voll würde. Die 7 Allgäuer Programme (Lokalausstiege mal mitgezählt) wären jetzt auch nicht unbedingt auf Verstärkung aus Norden angewiesen. Evtl. könnte man den Allgäumux dann ja auch nach BW ins Westallgäu und den Bodenseeraum (der aber ja schon über den Pfänder zum Großteil abgedeckt ist) vergrößern, wodurch er dann auch für Radio Seefunk und Radio 7 interessant werden könnte.

von Zwölf - am 10.12.2016 09:56
Seit gestern gibt es auch eine PM der SLM. Auszug:

>> "Digitalradio hat in den vergangenen 18 Monaten eine ausgesprochene positive Entwicklung genommen", erklärte Martin Deitenbeck, Geschäftsführer der SLM und als Mitglied im Fachausschuss II "Technik, Netze, Konvergenz" Themenverantwortlicher für Digitalradio in der ZAK. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk baut sein Angebot kontinuierlich weiter aus. Umso wichtiger ist es, dieses nun mit einem zweiten bundesweiten Multiplex um ein weiteres attraktives Angebot an privaten Hörfunkprogrammen zu ergänzen."

Bewerbungen sind bis zum 24. Februar 2017, 12:00 Uhr, unter dem Stichwort: "Zuweisung von Übertragungskapazitäten für Digitalradio" an die SLM, Ferdinand-Lassalle-Straße 21, 04109 Leipzig, zu richten. Die Zuweisungsentscheidung trifft im Fall einer Auswahlentscheidung unter mehreren eingehenden Bewerbungen die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK), ansonsten die ZAK. Eine erste Beratung und Bewertung der Anträge wird der Fachausschuss II der Medienanstalten am 7. März vornehmen. Die Lizenzvergabe erfolgt voraussichtlich im Mai 2017. > 5. Der Zuweisungsantrag muss alle Angaben enthalten, die eine fundierte Prüfung der Zuweisungsvoraussetzungen [...] ermöglichen. Dazu gehören:

5.1 Angaben zum Antragsteller;
5.2 Angabe des geplanten Sendestarttermins;
5.3 Angaben zum geplanten Gesamtangebot der Plattform (Kriterien fiir die Zusammenstellung der Angebote, Zielgruppenausrichtung, Tonqualität, technischer Standard) sowie zur erwarteten Akzeptanz des Angebots;
5.4 Angaben zum geplanten zeitlichen und räumlichen Ausbau des Angebotes entsprechend der in der Bedarfsanmeldung der Länder benannten Versorgungsziele;
5.5 Darlegung der geplanten oder vorhandenen personellen, organisatorischen und technischen Möglichkeiten zur Abwicklung des Angebots;
5.6 Darstellung der finanziellen Planung (Kosten- und Erlösplanung) für eine Gewährleistung des Angebots einschließlich eines Businessplanes auf fünf Jahre;
5.7 Angaben zu Kooperationen in den Bereichen Programm und Werbung mit anderen Veranstaltern beziehungsweise sonstigen Institutionen und Unternehmen.

von Manfred Z - am 15.12.2016 12:36
Zitat
ExKetscher
Wieso geht das auf die Kosten der Verbreitung ? Die Rockantenne sendet doch derzeit in Bayern auf dem 10D und der soll doch künftig vom BMux2 übernommen werden. Dann könnten doch eher noch Standorte dazu kommen, kleiner wird das Verbreitungsgebiet in Bayern dadurch jedenfalls nicht, oder ? Ich denke es kommt eher noch der andere Sender dazu, der von außerhalb Bayerns Richtung Bayern einstrahlt.

Edit: was ich an den ersten beiden bekannten Bewerbern schade finde ist die Tatsache dass beide Genres bereits im BMux1 vertreten sind.

Vom 10D soll meines Wissens nur der Kanal, nicht aber die Sender für den BuMux2 verwendet werden. Die Sender werden zukünftig wohl für Regionalmuxe zum Einsatz kommen. Von daher wird auch das BuMux2-Netz in Bayern neu aufgebaut werden müssen was wohl erst mal nur in den Ballungsräumen der Fall sein dürfte. Ich würde dann in der Anfangsphase des BuMux2 auf 2-6 Standorte tippen statt der bisherigen 26. (Selbst der BuMux1 hat nach all den Jahren nur 17 Standorte für Bayern) Das wäre für viele bayerische DAB+-Hörer dann schon sehr ärgerlich und ein Minuspunkt für DAB+.

Es gab mal einen Artikel in dem es so klang als wollten die beiden bayerischen Interessenten am BuMux2 keine parallele Verbreitung über die Regionalmuxe. Aber da dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.
RA könnte auch den BuMux2-Ausbau in Bayern vorantreiben, was aber trotzdem nichts daran ändern würde, dass es vieler Orts wohl erst mal kein RA mehr gäbe.

Ich fände es auch besser, wenn man sich beim BuMux2 erst mal auf neue Genres konzentrieren würde. Wäre sehr schade, wenn der BuMux2 kaum was anderes als der BuMux1 zu bieten hätte. Auch wenn ich durchaus den Vorteil von Doppelstrukturen sehe, weil dann nicht mehr die Vielfalt so an einzelnen Programmen hinge. Wenn jetzt z.B. BOB aussteigen würde, gäbe es Monate lang kein Rockradio; man wüsste monatelang nicht einmal, ob der Platz überhaupt wieder mit einem Rockradio belegt würde. Mir RA im BuMux2 könnte man dann einfach auf Rock Antenne umschalten.

von Zwölf - am 20.02.2017 05:52
Zitat

Ansonsten kann ich auch meinen MP3 Spieler anschliessen.

Mein MP3 Player spielt aber nur das ab was ich auch vorher drauf gespielt habe. Das Teil kann mich also null komma gar nicht überraschen. Ich kann gar nicht mehr zählen wie viele CDs von Künstlern ich mir zugelegt habe die ich vorher überhaupt nicht kannte. Ich bin auf diese durch das Radio aufmerksam geworden. Allerdings habe ich diese Künstler in 9 von 10 Fällen nicht auf den großen Privatfunkern gehört, sondern in den Musikstrecken auf DKultur, DWissen oder egoFM. Und genau da sind wir wieder bei dem Punkt das man in Deutschland einfach kein Radio machen kann. Von ganz ganz wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es nur allerdümmsten Dudelfunk oder eine Festplatte die nur alle Schaltjahre mal aktualisiert wird.

B2 kenne ich nicht. Aber Paloma unterscheidet sich doch schon etwas vom Schlagerparadies. Paloma spielt eher so den Discoschlager während beim Schlagerparadies der Schnulz aus dem Radio tropft. Ob das aber als Alleinstellungsmerkmal reicht und ein weiteres Programm in einem bundesweiten Multiplex rechtfertigt...? Ich glaube das auch eher weniger.

Das gleiche Spiel bei der Rock Antenne und bei Radio Bob. Da ist auch zu wenig Unterschied um ein zweites bundesweites Programm zu rechtfertigen. Da hätte ich dann lieber etwas komplett anderes.

Das Domradio war in der Tat gar nicht mal schlecht. Hut ab! Aber nach der Programmreform kann man das Programm komplett in der Pfeife rauchen. Echt traurig was aus einem ehemals guten Programm geworden ist.

planet radio würde ich begrüßen. Seit KissFM weg ist fehlt es an einem Jugendradio mit Drive.

Kultradio hat mich persönlich nie vom Hocker gerissen. Immer wenn ich da eingeschaltet habe lief ein Titel wie ich ihn schon gefühlte hundert mal auf irgendwelchen 70er, 80er, oder 90er Compilations habe.

Wie ist denn mittlerweile JamFM? Ich hab das Programm schon ewig nicht mehr gehört. Das letzte mal war das als sie noch ein "Black Music" Sender waren.

JackFM, ich glaube die sind auch aus Berlin, hatten mal vor geraumer Zeit auch gemeint das sie gerne bundesweit über DAB+ senden würden. Nur bei den Kosten im ersten Bundesmux mussten sie kapitulieren. Vielleicht schlagen die ja jetzt beim zweiten Bundesmux zu.

von Spacelab - am 22.02.2017 10:50
Zitat
Spacelab

Mein MP3 Player spielt aber nur das ab was ich auch vorher drauf gespielt habe. Das Teil kann mich also null komma gar nicht überraschen.


DAs trifft leider auch auf die meisten Festplattendudler in Deutschland zu. Wenn es gut gemacht wäre, könnte das durchaus interessant sein, aber in Deutschland ist es halt nicht gut gemacht. Wie du völlig richtig schreibst, wird die Festplatte programmiert und dann ändert sich da über Wochen/Monate oder sogar Jahre (Absolut Relax lässt grüssen) nichts mehr dran. Irgendwann kann man fast schon die Uhr danach stellen, wann welcher Titel läuft. Das kann dann auch nicht Sinn der Sache sein.

Bezüglich der Schlager hätten wir dann, wenn alle zum Zuge kämen

Paloma
Schlagerparadies
B2
+ öffentlich rechtliche Schlagerprogramme

Wer dann also z.B. im Grenzgebiet Thüringen/Bayern oder NDS wohnt, kann dann ggf. bis zu 5 Schlagerprogramme empfangen. Das gibt der Markt doch gar nicht her.



Zitat
Spacelab


Das Domradio war in der Tat gar nicht mal schlecht. Hut ab! Aber nach der Programmreform kann man das Programm komplett in der Pfeife rauchen. Echt traurig was aus einem ehemals guten Programm geworden ist.

planet radio würde ich begrüßen. Seit KissFM weg ist fehlt es an einem Jugendradio mit Drive.

Kultradio hat mich persönlich nie vom Hocker gerissen. Immer wenn ich da eingeschaltet habe lief ein Titel wie ich ihn schon gefühlte hundert mal auf irgendwelchen 70er, 80er, oder 90er Compilations habe.


Domradio ist komplett unhörbar geworden.

Planet wäre durchaus eine Alternative zu Kiss. Programm gefällt mir ganz gut für Jugendliche.

Kultradio bringt eben auch viele Perlen, die woanders nicht mehr laufen bzw. nie gelaufen sind. Von daher wäre Kultradio schon absolut ok. Ausserdem durchmoderiert und nicht nur Festplatte.

von zerobase now - am 22.02.2017 11:20
24.02.2017
ZAK-Pressemitteilung 05/2017; Vier Bewerber für zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex


Fristende der medienrechtlichen Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex durch die Medienanstalten: Bis heute um 12 Uhr sind insgesamt vier Bewerbungen von Plattformanbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde, eingegangen.

Bei den Bewerbern handelt es sich um die

• Digital Audio Broadcasting Plattform DABP GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig;

• Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg;

• MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln;

• Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München.

Der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten wird sich am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Es ist vorgesehen, die Bewerber zu dieser Sitzung einzuladen. Danach werden der weitere Ablauf und der Zeitplan bis zur Zuweisungsentscheidung konkretisiert. Noch in der ersten Jahreshälfte 2017 könnte dann die Zuweisung durch ZAK oder – im Fall einer Auswahlentscheidung – durch die GVK erfolgen.

Die Ausschreibung hatte sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.


Quelle (n) : http://www.die-medienanstalten.de/presse/pressemitteilungen/kommission-fuer-zulassung-und-aufsicht/detailansicht/article/zak-pressemitteilung-052017-vier-bewerber-fuer-zweiten-bundesweiten-dab-multiplex.html

von DABM - am 24.02.2017 11:54
Wenn ich mir die Auswahlgrundsätze mal so durchlese, räume ich der Absolut-Bewerbung ohnehin keine großen Chancen ein - zumindest nicht in der Form.

Zitat

Vielleicht kommt es auch zu einer Bereinigung zwischen den beiden Bumuxen. So gehört ein richtiges Sportprogramm (7/24) natürlich in den ersten Bumux - ist ja ursprünglich so geplant gewesen.

Der Vorteil beim Plattformmodell des BuMux2 ist, dass man nicht warten braucht, bis sich vlt. Sport1FM oder Amazon meldet (eins unwahrscheinlicher als das andere), sondern dass der Plattformbetreiber auch einfach selbst ein Programm zusammenstellen kann und dafür mit z.B. Amazon oder Sport1FM oder den Sportvereinen direkt über eine Kooperation verhandeln könnte. Von daher glaube ich, wenn es noch eine Chance für ein Sportradio gibt, dann im BuMux2.


Zitat
RudiP
Zitat
Cha
Zitat
Zwölf
Gänzlich perfekt finde ich den Absolut-Plan von der inhaltlichen Breite übrigens auch nicht - z.B. geht mir ein Wortprogramm (z.B. ein Hörspielkanal oder was in Richtung Sport) ab.


Ein allgemeines Unterhaltungsprogramm nach dem französischem Vorbild (Europe 1, RTL) fände ich auch ganz nett.


Und vielleicht sogar mal etwas anderes als Unterhaltung. Es gäbe grundsätzlich auch das intellegente gesprochene Wort.

Ein Wissenschaftsprogramm mit wenig/keiner Musik wäre toll. *träum*
Das Problem bei den Wortprogrammen ist, dass man mehr Geld als für ein Musikprogramm in die Hand nehmen muss und daran wird es bei privaten Angeboten wohl leider scheitern. Fußball war in der Hinsicht eine Ausnahme, weil man da von der ARD her wusste, dass das funktionieren kann. Ich fürchte für mehr sind die privaten Anbieter in Deutschland nicht mutig genug.

Ein nicht kommerzielles Privatprogramm wäre im BuMux2 natürlich auch interessant. Im BuMux 1 gibt es ja auch zwei. Das Problem wird allerdings sein, wie man die Spenden organisiert um von Beginn an eine solide Finanzierung zu haben. Kirchliche Veranstalter haben es da von den Strukturen her einfacher. Nicht-kirchlichen Veranstaltern müsste der Plattformbetreiber unter die Arme greifen, indem er als Vernetzer und Moderator zwischen bestehenden NKLs und Freien Radios auftritt, um Sendungen und Gelder zu bündeln. Auch müsste sich der Plattformbetreiber überlegen, wie er für ein nicht-kommerzielles Angebot einen entsprechend günstigen Platz anbieten könnte (z.B. durch Time-Sharing). Ohne Engagement des Plattfrombetreibers in diese Richtung sehe ich allerdings schwarz für ein solches Angebot.

von Zwölf - am 25.02.2017 17:06
Zitat
zerobase now
Zitat
jug
Nun muß ich auch mal was zum Thema schreiben. Lieber zerobase now, du hast nicht allein die Wahrheit gepachtet und weißt, wie man Radio für alle machen muß.


Sag ich ja auch nicht. Ich möchte aber nicht 16 reine Festplattendudler haben wo sich die Titel alle 48 Stunden wiederholen. Wer damit glücklich ist, bitte. Ich stelle mir unter Radio da ein bisschen mehr vor. Natürlich haben alle die Recht, die sagen, dass auch in den normalen Radioprogrammen sich die Titel wiederholen. Da finde ich aber nicht ganz so schlimm, wenn es dazu auch Moderationen gibt, die das ganze etwas auflockern. Ausserdem weiss ich z..b bei Programmen wie Kultradio oder ERF Pop, dass man sich wirklich Mühe gibt, auch nicht nur 08/15 spielt. Auch ein Sender wie Planet hat natürlich keine riesen Playlist, aber die haben einen guten Dirve und da höre ich ganz gerne mal rein. Eine Festplatte kann nicht wirklich Drive haben und auch keine Stimmungen beim Hörer erzeugen. Von daher ist mir richtiges Radio immer noch lieber. Mit Energy und Absolut Relax haben wir ja schon 2 Festplattendudler bundesweit auf DAB. Dazu noch die ganzen Festplattenstationen in den Landesmuxen. Das reicht dann auch, bitte nicht noch 16 weitere seelenlosen MP 3 Abspielstationen in bescheidener Klangqualität.


Also mir sind Festplattendudler, die ein breites Spektrum an Vielfalt bieten, lieber als sämtliche Sender, die es aktuell auf DAB gibt. Zumal wir das bereits auf dem ersten Mux haben.
Will weder noch ein christliches Programm mit irgendwelchen Weltanschauungen, noch ein Gay sender, der mir zwischen den Liedern neues aus der Gay Szene erzählt. Interessiert mich nicht, obwohl ich selbst gay bin.

Ich will im 2. Mux Vielfalt an Unterschiedlichen Musikrichtungen, wie es auch im Internet verfügbar ist.
Ohne viel Gequatsche und schlechten Nachrichten und Katastrophen aus der Welt....

von M1905 - am 26.02.2017 18:47
Es gibt eine Pressemitteilung des Vereins Digitalradio Deutschland (1. Bumux) zum Ergebnis der Ausschreibung. Es wird bestätigt, dass es Media Broadcast in erster Linie um den Sendernetzbetrieb geht.

>> Digitalradio Verein: Starkes Interesse am zweiten Bundesmux führt zu dynamischem Wachstum bei DAB+ / Verkaufsrekord bei DAB+ Radios

Dienstag, 28 Februar 2017.

Der Verein Digitalradio Deutschland begrüßt das rege Interesse an bundesweiten Kapazitäten für das Digitalradio DAB+. Bis zum Fristende der medienrechtlichen Ausschreibung für den zweiten so genannten Bundesmux sind bis zum vergangenen Freitag, 24. Februar 2017, insgesamt vier Bewerbungen von Plattformanbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde, eingegangen.

„Digitalradio DAB+ entwickelt sich immer dynamischer. Wir erwarten mit den neuen privaten Programmen eine starke Akzeptanzsteigerung von DAB+ bei Hörerinnen und Hörern. Die neuen Angebote werden die derzeit bundesweit auf DAB+ angebotene Vielfalt mehr als verdoppeln“, so Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio.

Vereinsmitglieder Absolut Digital und Media Broadcast unter Bewerbern

Mit der Absolut Digital GmbH & Co. und der Media Broadcast Digital Radio GmbH befinden sich unter den Bewerbern auch zwei Mitglieder des Vereins Digitalradio Deutschland.

Absolut Digital plant ein Bouquet mit 16 Musikprogrammen für unterschiedliche Zielgruppen - mit vielen Formaten, die es bisher über Antenne nicht gibt.

Media Broadcast bringt bereits große Erfahrungen beim Betrieb regionaler Plattformen in Hamburg und Berlin sowie einem Teil der Kapazitäten des ersten Bundesmuxes mit. Hier fungiert Media Broadcast gleichzeitig auch als Netzbetreiber. Nach diesem Vorbild möchte das Unternehmen nun eine weitere, bundesweite Plattform mit attraktiven Programmangeboten starten.

Verdopplung der bundesweiten Programmvielfalt

Zu den derzeit 13 national verbreiteten Programmen werden bis zu 16 neue private hinzukommen. Da die Zahl der Bewerber die neu verfügbaren 16 Programmplätze übersteigt, will sich der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Es ist vorgesehen, die Bewerber zu dieser Sitzung einzuladen. Danach werden der weitere Ablauf und der Zeitplan bis zur Zuweisungsentscheidung konkretisiert.

DAB+ Boom: 1,2 Millionen Geräte wurden 2016 verkauft

Digitalradio DAB+ ist auch eine Erfolgsstory im Handel: Während sich der Markt für Consumer Electronics-Produkte (CE) im Gesamtjahr 2016 mit -4 Prozent leicht rückläufig gezeigt hat und beispielsweise weniger Smartphones verkauft wurden, verzeichneten Empfänger für Digitalradio (DAB+) 2016 einen Stückzahlzuwachs um 21 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Geräte*. Der Umsatz stieg in diesem Segment auf 176 Millionen Euro (+27,5 Prozent). Gleichzeitig wurden weniger rein analoge UKW-Radios verkauft (-11 Prozent).

von Manfred Z - am 01.03.2017 09:49
Zitat
Blue7
dehnmedia.de legt bzgl. Radi/o Digital nach
Zitat

....Das Programmkonzept sei auf eigene Radios ausgelegt, Kooperationen mit anderen Radioanbietern wolle man sich nicht verschließen, so Mitinitiator Ulrich Ende gegenüber satnews.de. Er nannte ein Programme für Frauen, ein gesellschaftsrelevantes Wortprogramm, ein Jugendprogramm sowie ein „Überraschungsradio“ zum Thema Sport. Wortbeiträge und Vermarktung übernehmen Firmen von Endes Partner Peter Löw.
Ab dem Start wolle 50 Prozent der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten sowie entlang der wichtigsten Autobahnen versorgen. Das dürfte den Auflagen der Bundesländer entspechen.

> http://www.dehnmedia.de/?page=update&subpage=arch1703#170302b

Zwar eine gute Alternative, aber sprechen diese Radiosender jemand wirklich an?

Das hört sich doch teilweise schon mal ganz interessant an. Hinter dem Überraschungsradio zum Thema Sport könnte sich tatsächlich eine Kooperation mit Amazon verbergen, die man vlt. als Überraschungsradio titulieren muss, weil sie noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Bin mal gespannt was die unter "gesellschaftsrelevantes Wortprogramm" verstehen; ich vermute mal was in Richtung Boulevard-News, Promi-Inverviews,... dürfe wohl dem redaktionellen Hintergrund der Veranstalter entsprechen. Das Frauenprogramm geht wahrscheinlich in eine ähnliche Richtung, ergänzt durch Beauty- und Lifestyle-Tipps. Meine Haltung zu diesen beiden Formaten formuliere ich mal so: Auch wenn ich persönlich die Bildzeitung nicht mag, heißt das ja nicht, dass sie niemand mag.

Ok, das wären dann also wahrscheinlich die vier Programme die schon im Sommer starten könnten - 4 von 16.
Haha, ich stell mir gerade die langen Gesichter mancher Leute hier im Forum vor, wenn der langersehnte BuMux2 im Juli nur mit diesen vier Programmen starten sollte :D

Ich würde mal sagen das Sportradio hat, wenn es auch Live-Sport anbietet, wahrscheinlich eine gute Perspektive in irgendeiner Form in den BuMux2 zu kommen. Bei den anderen Angeboten habe ich im Moment noch Zweifel.

von Zwölf - am 02.03.2017 19:02
Zitat
Zwölf
Zitat
Blue7
dehnmedia.de legt bzgl. Radi/o Digital nach
Zitat

....Das Programmkonzept sei auf eigene Radios ausgelegt, Kooperationen mit anderen Radioanbietern wolle man sich nicht verschließen, so Mitinitiator Ulrich Ende gegenüber satnews.de. Er nannte ein Programme für Frauen, ein gesellschaftsrelevantes Wortprogramm, ein Jugendprogramm sowie ein „Überraschungsradio“ zum Thema Sport. Wortbeiträge und Vermarktung übernehmen Firmen von Endes Partner Peter Löw.
Ab dem Start wolle 50 Prozent der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten sowie entlang der wichtigsten Autobahnen versorgen. Das dürfte den Auflagen der Bundesländer entspechen.

> http://www.dehnmedia.de/?page=update&subpage=arch1703#170302b

Zwar eine gute Alternative, aber sprechen diese Radiosender jemand wirklich an?

Das hört sich doch teilweise schon mal ganz interessant an. Hinter dem Überraschungsradio zum Thema Sport könnte sich tatsächlich eine Kooperation mit Amazon verbergen, die man vlt. als Überraschungsradio titulieren muss, weil sie noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Bin mal gespannt was die unter "gesellschaftsrelevantes Wortprogramm" verstehen; ich vermute mal was in Richtung Boulevard-News, Promi-Inverviews,... dürfe wohl dem redaktionellen Hintergrund der Veranstalter entsprechen. Das Frauenprogramm geht wahrscheinlich in eine ähnliche Richtung, ergänzt durch Beauty- und Lifestyle-Tipps. Meine Haltung zu diesen beiden Formaten formuliere ich mal so: Auch wenn ich persönlich die Bildzeitung nicht mag, heißt das ja nicht, dass sie niemand mag.

Ok, das wären dann also wahrscheinlich die vier Programme die schon im Sommer starten könnten - 4 von 16.
Haha, ich stell mir gerade die langen Gesichter der Leute hier im Forum vor, wenn der langersehnte BuMux2 im Juli nur mit diesen vier Programmen starten sollte :D

Ich würde mal sagen das Sportradio hat, wenn es auch Live-Sport anbietet, wahrscheinlich eine gute Perspektive in irgendeiner Form in den BuMux2 zu kommen. Bei den anderen Angeboten habe ich im Moment noch Zweifel.



4 Programme zum Start wäre ja ein Fortschritt... Da kaufen sich bestimmt alle sofort ein DAB radio weil wir dann eine Vielfalt bekommen auf die wir schon so lange warten . Die Zuwachsrate wird durch die Decke schiessen ....Ironie off

:wall:

von M1905 - am 02.03.2017 19:17
Zitat
Manfred Z
Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele User dieses und anderer Radioforen in Wolkenkuckucksheim leben.

- Forderung nach mehr Datenrate bei Privatsendern
- Forderung nach FM/DAB-Simulcast bei Privatsendern, auch per Zwang
- Forderung nach DAB-Overspill, obwohl noch viele Jahre parallel via FM gesendet wird
- Forderung eines ARD-Bundesmux

Kostet ja alles nix!


Weil ein Kunde Wünsche haben darf! Sonst geht er halt zur Konkurrenz. UKW und Spotify sind ja schon da. Spotify bietet den nicht zahlenden Kunden 160 kbps Ogg, den zahlenden 320 kbps Ogg und bald auch losless mit FLAC. Schon die gratis Variante klingt besser als DAB+. Außerdem schätze ich die Optimod Einstellung von Spotify.;) Auch Spotify kostet Bandbreite Geld. Warum nehmen die nicht 64 kbps (netto von brutto 72 kbps bei DAB+)? Warum machen die das wohl??

Die Erhaltung des gewohnten Overspills betrifft hauptsächlich ARD Radioprogramme. Bei DVB-T wird das wie selbstverständlich seit über 10 Jahren gemacht. Klagen über Kosten habe ich darüber noch nie gehört. Ist Radio via DAB+ jetzt so viel teurer als DVB-T/T2 Fernsehen? :gruebel:

Ein ARD Bundesmux könnte sogar Geld sparen, wenn dadurch die Anzahl der Programme von jetzt rund 70 auf sagen wir 30 reduziert würde. Statt 8 Klassik Wellen nur mehr 2, etc. Über UKW würde die Angebotsfülle gleich bleiben, über DAB+ deutlich wachsen. Lediglich über die bisher vergleichsweise wenig genutzen Hörwege Internet und DVB-S/C würde das ARD RadioAngebot schrumpfen. Ach so, regionale Programme, Sendungen oder Einsprengsel wären auch so natürlich weiterhin möglich und sinnvoll und geboten.

Insgesamt ist es halt die Frage, wieviele Radioprogramme in welcher Qualität kann und möchte sich die 4.-reichste Volkswirtschaft der Welt, auch im Vergleich zu anderen Ländern, leisten?

von radneuerfinder - am 06.03.2017 09:51
Zitat
Nordlicht2
5D neben 5C wird da wo 5D noch nicht sendet etwas schlechter zu empfangen sein, als auf Grund der Sendeleistung eigentlich erwartbar. In direkter Nachbarschaft braucht es an der Empfangsschwelle ca. 6dB mehr, 5 statt nur 3 Empfangsbalken, bzw. 3 Balken um ueberhaupt den Mux einzulesen. Dabei muss 5C noch nicht mal wirklich stark ankommen. So zumindest mit derzeitigen Radios.


Nach allem, was ich hier ansonsten so lese und auch nach meinen Erfahrungen kann diese Aussage so pauschal nicht richtig sein. Ich möchte wohlgemerkt Deine Beobachtungen gar nicht in Zweifel ziehen, glaube aber, dass mit der Interpretation etwas nicht ganz stimmt.

Diese beiden Zitate sprechen auf jeden Fall dagegen:

Zitat
DH0GHU
Ich habe hier in ca. 15 km Entfernung bei direkter Sicht die 11D-Sender Hohenpeißenberg und Oberammergau, mit je 10 kW.
Auf 11C ist München über Reflektionen, Gesamtwegstrecke inklusive Reflektoren >80km, problemlos empfangbar.


Zitat
senderlisteffm
Das ist aber doch eher akademisch.

Sicher, für DXer mag das problematisch sein.

Hier in Mainz haben wir das ja auch.
11A RLP 10 kW
11C Hessen 5 kW

Da muss man schon sehr nahe an den Sendemast in Kastel ran fahren, bis der entfernte 11D vom Pfaffenberg/Hahnenkamm weggedrückt wird. Andererseits geht Hessen direkt unterhalb des Hahnenkamms auf der A45 problemlos.


Ich kann auch noch eine Beobachtung beisteuern, die auf jeden Fall dagegen spricht, dass es diese massiven Nachbarkanalstörungen gibt:

Bei mir zu Hause kommen die Muxe aus Hessen vom Feldberg mit grenzwertiger Feldstärke an. In der 1.Etage gibt es Stellen, wo der Empfang mit empfindlichen Radios wie dem Philips AE9011 gelingt, an anderen Stellen gelingt er nicht. Nun ist es so, dass der 11D aus NRW hier mit Vollausschlag ankommt, in direkter Nachbarschaft zum 11C aus Hessen. Beim 7B aus Hessen dagegen gibt es keinen solchen Nachbarkanalstörer. Trotzdem ist die Empfangbarkeit der beiden Hessen-Muxe hier ziemlich exakt gleich, mit mehreren Radios getestet. Entweder beide gehen an einem bestimmten Ort oder beide gehen nicht mit Audio. Beide Muxe aus Hessen benötigen am AE9011 4 Balken für Empfang mit Audio. Alles getestet mit HR3 und Antenne Frankfurt.

In dieses Bild passen auch die Recherchen und Beobachungen von HF-Hase:

Zitat
HF-Hase
Es dürfte sich in erster Linie um die Selektivität handeln:
FS gibt zB für's Verona-Modul "typ.40 dB" für die Nachbarkanaltrennung an.
Das passt sehr gut zu meinen Beobachtungen. 37 dB unterhalb von 11D (NRW) kommt bei mir immer stabil 11C (Maastricht) rein. Der 12A (VRT) liegt normalerweise 45 db tiefer und ist nur bei leicht angehobenen Bedingungen zu empfangen.
Es ändert sich absolut nichts, wenn ich den Gesamtpegel 10 dB abschwäche. Diese Module haben häufig direkt am Eingang einen steuerbaren Abschwächer, der ein Übersteuern des Mischers verhindert.
Eine Betrachtung über die Balkenanzeige des Empfängers bringt hier übrigens nicht viel.


40 dB Nachbarkanaltrennung sind "ordentlich Holz", um auch FrankSch noch etwas abgewandelt zu zitieren.

Nach diesen Beobachtungen kann man alles in allem die Nachbarkanalbelegung 5C / 5D wohl ganz entspannt sehen.

von Funkohr - am 13.04.2017 19:01
Zitat
zerobase now
Zitat
DH0GHU
5C in BW: 16 Standorte
SWR in BW: 22 Standorte. Darunter weitreichende wie Hornisgrinde, die es bei 5C nicht gibt.

5C in RP: 8 Standorte
SWR in RP: 13 Standorte, darunter weitreichende wie Donnersberg.

5C in NRW: 13 Standorte,
11D in NRW: 22 Standorte, allerdings teils deutlich schwächer als bei 5C.

5C im SL: 1 Standort
9A im SL: 6 Standorte


Man darf da nicht die Anzahl der Standorte nehmen, sondern muss auch die Leistungen berücksichtigen. Da bringen mir 3 Standorte mit 10 KW und einem guten SFN mehr, als 10 Standorte mit geringen Funzelleistungen. GEnau das ist hier in NRW das Problem des WDR-Mux. Viele Standorte aber viel zu geringe Sendeleistungen, dass ein SFN meist nicht oder nur sehr begrenzt funktioniert.


Es kommt auf die Landschaft. Im Norden und Osten bringt Leistung definitiv mehr.

Aber gerade in hügeligen Regionen (nicht bergigen, dort spielen Reflexionen wieder eine größere eine Rolle) sind zusätzliche Sender selbst mit 1-2 kW mehr Wert, wenn man in die Täler reinstrahlen kann.

Hier in RLP merkt man das. Der bundesmux hat zwar in der Regel höhere Leistungen der SWR aber mehr Standorte und geht besser.

Auch auf das Saarland dürfte das zutreffen, wobei hier beim SR im Westen noch ein Standort fehlt. Im Raum SLS geht der Bundesmux aktuell noch besser.

In NRW funzelt man in der Tat etwas beim WDR rum. 1-2 kW sollten es schon sein. Der WDR hat dieses Jahr anscheinend den Focus auf DVB-T2 gelegt.

Ich persönlich bin gespannt, wie der Bundesmux noch im Südwesten ausgebaut wird und ob beim 2.ten Mux wirklich alle Standorte auch genutzt werden, denn der Treiber der DLF fehlt ja hier.
Ich könnte mir vorstellen, dass es hier aber Bei Saarbrücken, Trier, Kaiserlautern, Koblenz, Heidelberg für die Vorderpfalz und Mainz-Kastel bleibt. Dazu eventuell noch der Sender Eifel.

von H_Deutsch - am 03.05.2017 18:56
Zitat
Nordlicht2
Ohne MB bekommt da sicher keiner den Zuschlag da es dann voellig unrealistisch waere das Vorhaben auch nur annaehernd kostendeckend als BMux zu betreiben. Noch dazu ueber die Antennen der MB fuer die nun gerade bundesweit koordiniert wird.


Egal ob MB die Antennen allein nutzt oder ein anderer Anbieter diese mitbenutzt. Schließlich werden schon heute die VHF III Antennen auch von ARD-Anstalten mitgenutzt und andersrum. An einigen Standorten werden gemeinsame Standorte genutzt, wo anders macht jeder sein Ding:
Köln Colonius vs. Kölnturm
Nordhelle vs. Ebbegebirge Herscheid
Teutoburger Wald/Bielstein vs. Bielefeld Hünenburg
Münster Fernmeldeturm vs. Baumberge
Osnabrück Schleptruper Egge vs. Osnabrück Dörenberg

Ein neuer Anbieter kann zum Teil die Antennen bei der ARD oder bei MB anmieten oder eigene Standorte auf Schornsteinen oder Türmen ohne VHF III-Antennen entwickeln. Wenn es ein Programmanbieter ist, kann er die Infrastruktur komplett – bei wem auch immer – anmieten. Ich glaube kaum, dass MB seine Antennen nicht vermieten wird.

Zitat
H_Deutsch
Ich bin skeptisch, ob der zweite Bundesmux auf Dauer funktioniert, denn die Platzhirsche auf UKW bzw neue Angebote aus den Ländern, werden sich mittelfristig auch in den Landesmuxen tummeln und diese können lokales und regionales bieten, sei es Werbung, Verkehr, Nachrichten, Veranstalungshinweise etc ...


Du zweifelst an, dass der zweite MUX funktioniert, ohne den Inhalt zu kennen? Wer eine Rechnung aufmacht, ob er DAB+ oder UKW hören soll, der kommt schnell zu dem Entschluss, dass er UKW nicht benötigt. Ich kann 4 Programme auf UKW empfangen, die ich in DAB+ nicht habe. Allerdings rauschen zwei davon abhängig vom Wetter und ein Programm wird auf die Dauer abgeschaltet. Nehmen wir mal an, nicht 16, sondern nur 10 oder 12 Programme werden von Anfang an im zweiten MUX auf Sendung gehen, dann steht die Rechnung bei mir so aus:

8 Programme in DAB+ und auf UKW gleichzeitig
25 Programme in DAB+ im MUX1, MUX2 und dem Landes-MUX vs. 4 Programme auf UKW

Da müssen sich die warm anziehen, die nicht über DAB+ senden.

Zitat
H_Deutsch
Ein Ausbaugrad, wie die Landesmuxe, macht meiner nach keinen Sinn, da man hierdurch nicht regionalisieren kann. Hier wären Landesmuxe sinnvoller.


Landesmuxe bedeutet, dass die regionale Politik diktiert welche Auflagen zu erfüllen sind und im Endeffekt wird das gleiche Dudelprogramm 16-mal in Deutschland produziert, damit jemand das regionale Wetter von einer App im Lautsprecher abliest. Die Anbieter wollen raus aus der Unabhängigkeit von den Medienanstalten, die sie jahrelang vom Markt ferngehalten haben. Sie sehen nur die einzige Möglichkeit bundesweit zu senden, um auf allen Märkten präsent zu sein.

Zitat
Nordlicht2
Spaeter wird er sowieso ausschliesslich im Kanal 5A verbreitet werden.


Sollte das mal kommen, dann wird sich der Anbieter freuen, denn viele Geräte lesen und listen diesen MUX dann am Anfang auf. Wahrscheinlich kommen dann für die Geräte, die alle Programme alphabetisch auflisten Sendernamen mit so schönen Wortschöpfungen wie Aaaantenne oder 00 Antenne – das WC Radio.

von Seltener Besucher - am 07.05.2017 01:07
Zitat
satnews.de
Zweiter Bundesmux: Absolut und Media Broadcast planen bis zu 11 neue Eigenprogramme
Neue Töne im Äther könnte es geben, sollten Media Broadcast und Absolut Radio den Zuschlag als gemeinsamer Plattformbetreiber für den zweiten DAB+-Bundesmux erhalten. Die beiden Partner planen bis zu 11 neue Programme, wie James Kessel, Leiter Infrastruktur- und Rundfunkprodukte Radio und TV bei Media Broadcast, auf der Fachmesse ANGA com verriet. Dabei entstehen auch neue Formate wie Classic Rock oder Talkradio. Das Sendernetz, bestehend aus 71 Sendeanlagen, könnte dabei bereits in einem halben Jahr stehen. Damit erfülle man vom Start weg die von den Medienanstalten erst nach sechs Jahren geforderte bundesweite Abdeckung. Gesendet wird zunächst auf fünf Kanälen im Bundesgebiet, nach einer Räumung des analogen Polizeifunks könnte auf den bundeseinheitlichen Kanal 5A gewechselt werden. Neben den Eigenprogrammen soll es bekannte Drittanbieter im zweiten Bundesmux geben, die das bundesweite Angebot sinnvoll ergänzen. Von der Interessenslage sei auch abhängig, ob man tatsächlich alle elf Eigenprogramme startet, oder es doch mehr als fünf Drittanbieter gibt.

In der kommenden Woche, am 6. Juni, will die Gremienvorsitzendenkonferenz der Landesmedienanstalten die Entscheidung bekannt geben. www.media-broadcast.com


Alleine wegen dem fett marktierten Satz hoffe ich nun in jedem Fall auf MB/Absolut. Innerhalb so kurzer Zeit eine so große Flächenabdeckung zu erreichen, ist für mich das K.O-Kriterium.

Auch wenn dem ein oder anderen die Konzepte der beiden anderen Bewerber eher zusagen, so ist bei diesen mMn die Wahrscheinlichkeit eher geringer, dass der Ausbau so schnell voran geht (Ich schätze mal, dass MB doch mehr Finanzkraft hat).

So gibt es innerhalb kurzer Zeit großflächig mehr Angebote auf DAB+. Denke, das ist das wichtigste Punkt, um die Technik weiter durchzusetzen.

von PEQsche - am 31.05.2017 05:25
Hier ist die PM der Medienanstalten:

die medienanstalten-Pressemitteilung 10/2017;
Zweiter bundesweiter DAB+-Multiplex:
GVK macht Antenne Deutschland GmbH & Co. KG zum neuen Plattformanbieter


>> Antenne Deutschland GmbH & Co. KG wird neuer Plattformanbieter des zweiten bundesweiten DAB+-Multiplexes. Das hat die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten heute nach intensiver Befassung und Anhörung der drei Bewerber in Berlin beschlossen. Winfried Engel, Vorsitzender der GVK:

„Mit der Antenne Deutschland GmbH & Co. KG bekommt ein als Programmveranstalter und Netzbetreiber erfahrener Player den Zuschlag, bei dem wir erwarten können, dass es auch zügig losgeht. Unsere Zuweisung als Plattformbetreiber des zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex mit bis zu 18 neuen nationalen privaten Programmen wird dem terrestrischen Digitalradio einen weiteren wichtigen Impuls geben und für mehr Vielfalt im Sinne der Mediennutzer sorgen.“ Insgesamt hätten alle drei Bewerber gute Konzepte vorgelegt – das überzeugendste habe schließlich den Zuschlag bekommen. Die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG ist ein Unternehmenskonsortium, zu dem sich die Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg, und die MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln, zusammengeschlossen haben.

Durch diesen Zusammenschluss im Zuge eines Verständigungsverfahrens unter Moderation der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hatte sich die Anzahl der Bewerber in den vergangenen Wochen von ursprünglich vier auf drei reduziert: Neben der Antenne Deutschland GmbH & Co. KG hatten sich die DABP GmbH um den Investor Steffen Göpel, vertreten durch die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig, und die Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München, beworben.

Die Ausschreibung hatte sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.

von Manfred Z - am 06.06.2017 15:51
Zitat
Habakukk
Dann ist doch jetzt Gelegenheit, über das zu spekulieren, was uns da programmtechnisch jetzt erwartet. Ich darf nochmal in Erinnerung rufen, welche Programme im Zusammenhang mit Absolut Radio im Vorfeld genannt wurden:

Absolut Radio (Album Hits)
Absolut Hot Hits (Newcomer)
Absolut 70er
Absolut 80er
Absolut 90er
Absolut 2000er
Absolut Bella (Italo Hits)
Absolut Country
Absolut Rock
Absolut Disco Classics
Absolut Jazz
Absolut Magic (Lounge Music)
Absolut Oldies (50er/60er)
Absolut Melodie (ehemals Radio Melodie, Volksmusik)
Absolut Holiday (Urlaubshits)
Absolut Live (Livemusik)


Wie die Verträge zwischen Media Broadcast und Absolut Radio aussehen, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich werden wir nur maximal die Hälfte dieser Programme sehen (welche davon, wird spannend), denn die Media Broadcast mag ja auch noch was zum Verteilen an andere Programmanbieter haben, wie z.B. ego FM, Rockantenne, big FM, planet radio und wie sie alle heißen. Ich bin sehr gespannt.


Was??? Nur Festplatte ala Absolut !!! Nein Danke!!! Da kann man auf den 2 Bundesmux verzichten, denn der MP3 Player lässt grüßen.
Die 3 Absolut Programme die schon existieren reichen doch. Warum muss man immer neue Programme erfinden? Gibt es den nicht schon genug andere Programme?

Das wäre übrigens die Zusammenstellung meines 2. Bundesmuxes.

1. Bayern 2
2. hr2
3. MDR Kultur
4. NDR Kultur
5. NDR info
6. Bremen 2
7. Kulturradio
8. SWR2
9. SR2 Kulturradio
10. WDR 3
11. WDR 5
12. Ö1
13. SRF 2
14. RTL Radio
15. Radio Paloma
16. Radio Teddy

Dieses Angebot wäre doch viel besser, dass würde den Verkauf von DAB+ Radios ankurbeln.
Ein Radioprogramm muss LIVE moderiert werden sonst ist es kein Radio mehr.

von Franken - am 06.06.2017 17:28
Zitat
Habakukk
Dann ist doch jetzt Gelegenheit, über das zu spekulieren, was uns da programmtechnisch jetzt erwartet. Ich darf nochmal in Erinnerung rufen, welche Programme im Zusammenhang mit Absolut Radio im Vorfeld genannt wurden:

Absolut Radio (Album Hits)
Absolut Hot Hits (Newcomer)
Absolut 70er
Absolut 80er
Absolut 90er
Absolut 2000er
Absolut Bella (Italo Hits)
Absolut Country
Absolut Rock
Absolut Disco Classics
Absolut Jazz
Absolut Magic (Lounge Music)
Absolut Oldies (50er/60er)
Absolut Melodie (ehemals Radio Melodie, Volksmusik)
Absolut Holiday (Urlaubshits)
Absolut Live (Livemusik)


Wie die Verträge zwischen Media Broadcast und Absolut Radio aussehen, weiß ich nicht, aber wahrscheinlich werden wir nur maximal die Hälfte dieser Programme sehen (welche davon, wird spannend), denn die Media Broadcast mag ja auch noch was zum Verteilen an andere Programmanbieter haben, wie z.B. ego FM, Rockantenne, big FM, planet radio und wie sie alle heißen. Ich bin sehr gespannt.


Ich denk mal, dass die MB darauf Rücksicht nehmen wird, dass es möglichst keine Doppelbelegung zum BuMux 1 geben wird. Gehen wir sie mal durch.

Absolut Radio -> Gab es schon beim Start des 1. BuMux, wurde später durch ein anderes (erfolgreicheres?) Programm ersetzt und ist auch in keinem Landesmux aufgetaucht. Würde ich jetzt eher in der zweiten Reihe sehen, außer das Programm ist für Aboslut sowas wie ihr "Hauptprogramm".
Absolut Hot Hits -> Ist das das aus den Landesmuxen bekannte Absolut Hot? Wäre schade, wenn die Landesmuxe dann noch leerer werden würden. Auch die Überschneidungen mit Energy und anderen dürften recht groß sein, sodass sich der Mehrwert in Grenzen hält. Allerdings halte ich es für möglich, dass Absolut das Programm als Bedingung für die Kooperation gestellt hat.
70er+80er -> Hätten wohl durchaus Beliebtheitspotential, auch wenn sie große Inhaltliche Überschneidungen mit den etablierten Oldiesendern hätten. Da spielt auch der Nostalgiefaktor ein bisschen eine Rolle
90er+2000er -> Die Zeit liegt ja noch nicht so weit zurück, die Musik läuft wohl auf jedem Hitradio und die Musik unterscheidet sich auch nicht so sehr von der heutigen. Würde ich von daher auf der Streichliste relativ weit oben sehen.
Bella + Country -> Wäre mal was Innovatives was es so noch gar nicht im deutschen Radio (UKW/DAB+) gibt. Denke mal, dass das der MB gut gefallen würde, für Absolut bedeutet es aber ein Risiko, weil man nicht weiß, wie diese Musikrichtungen in DE so ankommen.
Rock: Halte ich neben Bob und Rockantenne in Süddeutschland für keine besonders innovative Angelegenheit, könnte aber trotzdem kommen
Disco Classics -> Wenn das Programm keine allzugroßen musikalischen Überschneidungen mit den anderen Musikstilen hat, könnte ich mir vorstellen, dass man daran festhält. Könnte dann auf mancher Party als Musik laufen.
Jazz -> gibt's bisher nur lokal, hätte aber bestimmt ein gewisses Potential. Die Situation ist im Prinzip aber ähnlich wie bei Bella/Country
Magic -> Da die MB seinerzeit LoungeFM so stark unterstützt hat, würde ich mal vermuten, dass die MB sich auch weiterhin für die Musikart einsetzen wird.
Oldies -> Mit Schwerpunkt 50er/60er auch eine Bereicherung, da von vielen Oldiesendern vernachlässigt. Ein Gewisser Erfolg wäre dem Programm wohl sicher, womit es gute Chancen auf einen Platz hätte
Melodie -> wahrscheinlich keine Volksmusik, sondern eher volkstümliche Musik. Wenn man an die Beliebtheit entsprechender TV-Sendungen denkt, könnte das durchaus erfolgreich sein. Würde dem von daher auch mal gute Chancen auf einen Platz einräumen.
Holiday -> Ich fürchte, dass da nur die Top20 oder so der letzten Monate in Dauerschleife zu hören sein will. Ich glaube das ist eines der verzichtbarsten Programme.
Live -> dürfte nach der Meldung von Mitte Mai wohl schon gesetzt sein
Talk -> wurde Mitte Mai genannt und dürfte damit wohl auch gesetzt sein

von Zwölf - am 06.06.2017 20:04
Zitat
Franken
Zitat
Terranus
Sicher ? Erst sagt man, man geht nicht in die Landesmuxe, weil zu teuer, aber ein bundesweiter Mux wie der 5C soll günstiger sein ?

Das wird sich doch für die erste Zeit nur bezahlen lassen, wenn man wie auch beim ersten Mux die ersten Jahre nur die Ballungsräume mit dem Bundesmux 2 ausstattet.... und einen DLF der das ganze subventioniert hat man jetzt auch nicht.


Das sehe ich genauso. Wenn das DRADIO nicht so massiv für den weiteren Netzausbau plädiert hatte, dann hätten wir den heutigen Ausbaustatus noch lange nicht.

Da der 2. Bundesmux nur Privatsender enthalten soll da kann sich ein Ausbau sehr lange hinziehen.
Man sieht es ja auch in den Landesmuxen, die Privaten sind die Bremsen schlechthin.
Ich will jetzt die offentlich rechtlichen keinesfalls gut reden, aber die tun wenigstens was, und haben zudem noch das Niveau vollere Programm. (außer der RBB natürlich da ist schon 6 Jahre tote Hose und Brandenburg).

Und zudem was spricht gegen ein Bundesweites hr2 Kultur? Das Gesezt? Das ist doch total veraltet, denn die schere zwischen öffentlich rechtlich und Privat wird immer größer.

Ich empfange alleine durch den Bundesmux und den BAWÜ Mux ja schon mehr Privat als öffis.

Seit 2011 ist DAB+ doch wesentlich weiter in der Bevölkerung verbreitet; dementsprechend schneller können neue Markteilnehmer auch Kosten durch Werbung refinanzieren.

Abgesehen davon, dass es vom Gesetz her nicht möglich ist: Wer sollte denn z.B. eine hr2-Ausstrahlung in Bayern bezahlen? Der hr von den hessischen Rundfunkbeitragseinnahmen? Oder der BR, der damit Konkurrenz zu seinem eigenen teuren Wortprogramm aufbauen würde?
Außerdem erreicht hr2 selbst in Hessen nur 2,1% Tagesreichweite. In den anderen Bundesländern läge der Anteil, selbst wenn alle hr2 empfangen könnten, wohl noch deutlich niedriger, da man dort überwiegend lieber die regionalen Wortwellen wie Bayern 2 oder die DLF-Programme hören würde. Mit so einem Angebot hättest du vlt. 5% der Bevölkerung die "toll!" sagen würden und 95% der Bevölkerung die "langweilig" schreien würden.
Damit würde man DAB+ wohl eher einen Bärendienst erweisen.

Davon abgesehen stand beim BuMux2 von Anfang an fest, dass es ein rein privates Angebot werden würde.

von Zwölf - am 06.06.2017 21:18
Nach der Prüfung der Bewerbungen durch den zuständigen Fachausschuss der ZAK, hat die ZAK (identisch mit der Direktorenkonferenz der LMAs) die Einigungsgespräche eingeleitet. MB und Absolut haben danach eine gemeinsame Bewerbung vorgelegt. Vermutlich konnten auch Göpel und Radi/o ihre Bewerbungen überarbeiten (wegen Chancengleichheit).

Die ZAK hat dann den letzten Stand der Bewerbungen bewertet und eine Empfehlung für Göpel ausgesprochen. Dass die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der LMAs anders entschieden hat, deutet darauf hin, dass die Bewerbungen von Göpel und MB/Absolut nahezu gleichwertig waren und die Entscheidung eine Geschmacksfrage war, z.B. bei der Gewichtung der einzelnen Kriterien. Dass die Bewerbungen vor der Abstimmung der GVK noch einmal geändert werden konnten, ist ausgeschlossen,

Dass letztlich der vorgeschlagene Netzausbau entscheidend war, ist eine aus der Luft gegriffene Vermutung.

Eine Anfechtung der Entscheidung vor Gericht hat nur Erfolg, wenn Verfahrensfehler entdeckt werden, also Verstöße gegen den Rundfunkstaatsvertrag und die davon abgeleiteten Satzungen .


Aus der Geschäfts- und Verfahrensordnung der ZAK:

>> § 1 Aufgaben, Zuständigkeiten

(1) Die ZAK ist zuständig für die in § 36 Absatz 2 Satz 1 Nummern 1 bis 9 RStV aufgeführten Aufgaben, soweit nicht die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) nach § 36 Absatz 3 RStV zuständig ist. [...]

(3) Die ZAK unterrichtet ferner die GVK fortlaufend über ihre Tätigkeit und bezieht die GVK in grundsätzlichen Angelegenheiten, insbesondere bei der Erstellung von Satzungen und Richtlinienentwürfen ein. Soweit im Rahmen der Aufgaben der ZAK nach § 36 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3 RStV (Zuweisung von Übertragungskapazitäten für bundesweite Versorgungsbedarfe) sowie § 36 Absatz 2 Satz 1 Nummer 5 RStV (Aufsicht über die Plattformen) Zuständigkeiten der GVK in Bezug auf Auswahlentscheidungen und Entscheidungen über die Belegung von Plattformen berührt sind, bereitet die ZAK die Entscheidungen der GVK vor. > § 4 Sitzungen der GVK

(2) Die Einladung hat schriftlich unter Einhaltung einer Frist von zwei Wochen mit einem Vorschlag für die Tagesordnung zu erfolgen. In dringenden Fällen kann die Frist auf sieben Tage verkürzt werden. [...] Die Fristen beginnen mit dem Tage nach der Absendung der Einladung. [...]

von Manfred Z - am 29.06.2017 08:48
Zitat
Nordlicht2
Was mich wundert. Die Einreichung der Beschwerde war am 22. Juni also schon vor knapp einem Monat aber erst jetzt bekommt eine FBgruppe davon Wind und auxh nur diese. Andere die es direkt betrifft, verkuenden munter, dass es im 2. Quartal 2018 mit dem 2. BMux losgehen wird. Hat das Gericht den Antrag vielleicht schon abgelehnt? Warum die Geheimniskraemerei bei so einem wichtigen Vorgang, wenn wirklich was dran ist?

Hmm, das Gerücht, dass Göpel klagen könnte, ging ja schon einige Zeit durch die Foren und Facebook-Gruppen. Ein bißchen was ist da wohl schon durch gesickert, wenn auch nicht so konkret.
Ansonsten habe ich von Media Broadcast bzw. Antenne Deutschland seit der PM nicht mehr viel gehört, v.a. seit 22.6. nicht. Die werden sich jetzt erst mal nicht allzu sehr beunruhigen lassen. Man wird ja vermutlich bei einem Eilantrag in endlicher Zeit (einige Wochen, wenige Monate) mit einer Entscheidung rechnen dürfen, dann schaut man weiter. Warum sollte man da irgendwelche Leute beunruhigen?

Zitat
Nordlicht2
Wenn Beschwerde eingelegt wird, gegen was? Es wurde ja angeblich seitens der SLM noch gar nichts an die Bewerber verschickt. Beschwert man sich also ueber eine Ergebnisverkuendung, die bisher nur ueber Newsseiten erfolgt ist, aber nie direkt von der SLM an die Bewerber?

Ich glaube, man muss hier "Ergebnis" und "Bescheid" trennen.

Göpel hat sich - wenn ich die spärlichen Infos richtig interpretiere - am 22.6. in dem Eilantrag über Unregelmäßigkeiten im Verfahren beschwert, das kann er zunächst mal völlig unabhängig vom Ergebnis tun, dafür braucht es auch keinen Bescheid. Dieser Eilantrag stoppt mit sofortiger Wirkung das ganze Verfahren. Den Eilantrag hätte er theoretisch schon vor der Abstimmung stellen können, aber bis zu dieser hatte er sich vermutlich noch gute Chancen ausgerechnet.

Das Ergebnis wiederum steht mit der Abstimmung (6.Juni) erst mal fest und wurde entsprechend auch von Media Broadcast so bestätigt (siehe PM). Der Bescheid (der das ganze schriftlich und rechtssicher fixiert) wäre dann der formal notwendige nächste Schritt, ohne den das Verfahren nicht rechtlich abgeschlossen sein kann. Dieser kann aber freilich nicht von heute auf morgen fertig gestellt werden, da da ja eine ordentliche Begründung rein muss, die im Zweifel auch vor Gericht standhält.

Bedeutet für mich, dass die SLM wohl am 22.6. mit dem formalen Bescheid noch nicht fertig war. Seit diesem Termin ruht das ganze offenbar, bis zur Entscheidung des Gerichts, wie weiter zu verfahren ist.

Selbst mit einem Eilantrag bezweifle ich, dass so etwas binnen weniger Tage entschieden werden kann. Auch dann wird das zumindest ein paar Wochen dauern.

von Habakukk - am 18.07.2017 14:03
Zitat
Manfred Z
Auf welcher Rechtsgrundlage durften zwei der vier Bewerber ein neues Angebot vorlegen?
Hätte die GVK nicht aus den vier ursprünglichen Angeboten auswählen müssen?


Auf dieser:

21.03.2017
ZAK-Pressemitteilung 08/2017; Zweiter bundesweiter DAB+-Multiplex: ZAK leitet Verständigungsverfahren ein
http://www.die-medienanstalten.de/presse/pressemitteilungen/kommission-fuer-zulassung-und-aufsicht/detailansicht/article/zak-pressemitteilung-082017-zweiter-bundesweiter-dab-multiplex-zak-leitet-verstaendigungsverfah.html

Staatsvertrag für Rundfunk und Telemedien
(Rundfunkstaatsvertrag - RStV) vom 31. August 1991
in der Fassung des Achtzehnten Staatsvertrages zur Änderung rundfunkrechtlicher Staatsverträge in Kraft seit 1. Januar 2016

§ 51a Zuweisung von drahtlosen Übertragungskapazitäten an private Anbieter durch die zuständige Landesmedienanstalt

  1. Übertragungskapazitäten für drahtlose bundesweite Versorgungsbedarfe privater Anbieter können Rundfunkveranstaltern, Anbietern von vergleichbaren Telemedien oder Plattformanbietern durch die zuständige Landesmedienanstalt zugewiesen werden.
  2. Werden den Landesmedienanstalten Übertragungskapazitäten zugeordnet, bestimmen sie unverzüglich Beginn und Ende einer Ausschlussfrist, innerhalb der schriftliche Anträge auf Zuweisung von Übertragungskapazitäten gestellt werden können. Beginn und Ende der Antragsfrist, das Verfahren und die wesentlichen Anforderungen an die Antragstellung, insbesondere wie den Anforderungen dieses Staatsvertrages zur Sicherung der Meinungsvielfalt und Angebotsvielfalt genügt werden kann, sind von den Landesmedienanstalten zu bestimmen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen (Ausschreibung).
  3. Kann nicht allen Anträgen auf Zuweisung von Übertragungskapazitäten entsprochen werden, wirkt die zuständige Landesmedienanstalt auf eine Verständigung zwischen den Antragstellern hin. Kommt eine Verständigung zustande, legt sie diese ihrer Entscheidung über die Aufteilung der Übertragungskapazitäten zu Grunde, wenn nach den vorgelegten Unterlagen erwartet werden kann, dass in der Gesamtheit der Angebote die Vielfalt der Meinungen und Angebotsvielfalt zum Ausdruck kommt.
  4. Lässt sich innerhalb der von der zuständigen Landesmedienanstalt zu bestimmenden angemessenen Frist keine Einigung erzielen oder entspricht die vorgesehene Aufteilung voraussichtlich nicht dem Gebot der Meinungsvielfalt und Angebotsvielfalt, weist die zuständige Landesmedienanstalt dem Antragssteller die Übertragungskapazität zu, der am ehesten erwarten lässt, dass sein Angebot

    1. die Meinungsvielfalt und Angebotsvielfalt fördert,
    2. auch das öffentliche Geschehen, die politischen Ereignisse sowie das kulturelle Leben darstellt und
    3. bedeutsame politische, weltanschauliche und gesellschaftliche Gruppen zu Wort kommen lässt.

    In die Auswahlentscheidung ist ferner einzubeziehen, ob das Angebot wirtschaftlich tragfähig erscheint sowie Nutzerinteressen und -akzeptanz hinreichend berücksichtigt. Für den Fall, dass die Übertragungskapazität einem Anbieter einer Plattform zugewiesen werden soll, ist des Weiteren zu berücksichtigen, ob das betreffende Angebot den Zugang von Fernseh- und Hörfunkveranstaltern sowie Anbietern von vergleichbaren Telemedien einschließlich elektronischer Programmführer zu angemessenen Bedingungen ermöglicht und den Zugang chancengleich und diskriminierungsfrei gewährt.
  5. Die Zuweisung von Übertragungskapazitäten erfolgt für die Dauer von zehn Jahren. Eine einmalige Verlängerung um zehn Jahre ist zulässig. Die Zuweisung ist sofort vollziehbar. Wird eine zugewiesene Übertragungskapazität nach Ablauf von zwölf Monaten nach Zugang der Zuweisungsentscheidung nicht genutzt, kann die zuständige Landesmedienanstalt die Zuweisungsentscheidung nach § 38 Abs. 4 Nr. 2b widerrufen. Auf Antrag des Zuweisungsempfängers kann die Frist verlängert werden.


Wenn also Anbieter A in seinem Antrag 16 Programmplätze nutzen wollte und der Anbieter B in seinem Antrag 16 Programmplätze, dann kann die Einigung nicht so aussehen, dass beide 32 Programmplätze belegen. Sie müssen ihr Angebot abändern. Das ist erfolgt. Das Gericht muss entscheiden, ob diese Praxis vom Gesetz gedeckt ist. Wenn sich zwei Anbieter einigen, kommt sicherlich ein Antrag dabei heraus, der anders ist als der ursprünglicher Antrag. Was ist daran nicht zu verstehen?

von Seltener Besucher - am 06.09.2017 12:48
Zitat
FrankSch
Radio ist keine Form der Demokratie sondern ein Geschäftsmodell. Ein Betreiber macht ein Programm, weil er eine bestimmte Zielgruppe als Hörer im Visier hat, für die er dann hoffentlich genug Werbekunden findet, die das ganze dann bezahlen wollen. Wenn dir ein Programm nicht gefällt, dann ist es eben so.


Wenn Radio nur ein Geschäftsmodell ohne weiteren Anspruch ist, was ist dann,
von der Finanzkraft mal abgesehen, Auswahlkriterium für Bewerber, wenn nicht
die Qualität seiner Angebote ? Da bekanntlich nicht jeder Radio-Anbieter, der möchte
und es sich leisten könnte, auf Sendung gehen darf, weswegen es ja ein Auswahlverfahren
gibt, sollten die Anbieter, die letztlich senden dürfen, so wäre zumindest meine Logik,
auch vor allem nach der Qualität ihrer Angebote ausgewählt werden.
Im Falle des 2. Bundesmux hat man sich jedoch für die Anbieter mit dem aus meiner Sicht
schwächsten statt für das beste Konzept entschieden. Es scheint, als ob es wieder mal nur
darum geht, wer das meiste Geld im Hintergrund hat. Um mehr Qualität geht es offenbar nicht.

Ein Radio-Programm soll im übrigen für seine Hörer da sein und nicht umgekehrt.
Es ist schon traurig, dass man das auch hier gerne umgekehrt betrachtet.
Ich betrachte mich zumindest nicht als "Zielgruppe" für irgendwen und schon
gar nicht für irgendwelche Werbetreibenden, auch wenn die die Sender finanzieren,
sind sie doch für mich als Hörer kein Einschaltgrund.

Radio ist sehr wohl etwas, das demokratisch funktioniert:
Wenn die so genannte "Zielgruppen"-Mehrheit auch mal bekunden würde,
dass sie mit einem schlechten Angebot nicht zufrieden ist und droht, woanders hin
zu wechseln, dann wären die Veranstalter unter Druck und dann würde sich das
auf die Programminhalte auswirken. Dann würde dort nachgebessert werden (müssen).
Der Trend geht aber eher in's Gegenteil.
Es wird immer nur mehr und mehr weg gestrichen und eingespart, selbst da, wo es
nicht am Geld fehlt. Man testet an den Hörern aus, wie weit man mit Einsparungen
gehen kann, ohne dass viele weg gehen. Bis eben nur noch Festplatten-Dudler übrig b
leiben, weil es ja offenbar doch kaum einen stört. So lange die Hörer nicht weglaufen
und halt "fressen was auf den Tisch kommt", dann kann man ihnen jeden Käse
vor die Nase setzen.
Die Mehrheit entscheidet. Aber die will offenbar nur anspruchslosen Hit-Dudelfunk
mit kleiner Rotation und wenig Inhalten haben.
Bei echter Vielfalt und anspruchsvolleren Inhalten schalten hingegen zu viele weg.
Wenn ich mir ansehe, wie viele Leute die ganzen gesichtslosen 0/8/15-Hitradios
konsumieren und sich damit zufrieden geben, dann werden diese "Absolut"-Dudler sicher
genauso ihre Freunde finden. Die Masse entscheidet. Das ist eben doch Demokratie.

Zitat
FrankSch
Zitat
Patty-Teddy
Gefressen wird, was auf den Tisch kommt. Und gemäkelt
wird nicht !


Wenn du dich für einen Tisch entschieden hat, musst du nehmen was dort kommt. Du kannst höchstens den Tisch wechseln und hoffen, dass es an einem anderen etwas gibt, was deinem Geschmack näher kommt. Aber auch an einem anderen Tisch wirst du kein Wunschmenü bekommen.


Das war im 20. Jahrhundert so, aber zumindest seit es Internetradio und Streamingdienste
gibt, braucht man sich nicht mehr mit irgendwas abspeisen lassen.
Ich habe im Internet sehr wohl mein Wunschmenü.
DAB+ hingegen bietet mir im Vergleich doch bisher kaum wirklich was, das Angebot ist
sehr enttäuschend. Daran wird der "2.Bundesmux", wenn er dann
mit x langweiligen "Absolut"-Kanälen kommt, sehr wahrscheinlich auch nichts ändern.

von Patty-Teddy - am 06.10.2017 08:26
Zitat
Göttelborn
Radio lebt ja auch von der regionalen Berichterstattung und auch der Werbung.
Ein Autohaus in München hat natürlich nur bedingt Interesse an einer Werbung in Hamburg.


Nicht nur die Programme von Deutschlandradio haben keine regionale Berichterstattung, sondern auch RTL Radio fährt seit Jahren irgendwie damit. Schaut mal ins Kabelnetz oder auf den Satelliten, gibt es auch andere Anbieter. 1Live, Fritz oder Sputnik haben auch Hörer außerhalb ihrer Verbreitungsgebiete. Die Bindung zum Radiosender entsteht nicht nur über die Themenauswahl in der Berichterstattung. Wichtig sind Moderatoren und die beste Musik, was das auch immer für den einzelnen bedeutet.

Zitat
Zwölf
Zitat

Ich habe nur Bedenken, ob es überhaupt Bedarf an noch weiteren 16 bundesweiten Radioprogrammen gibt bzw die Finanzierungsmöglichkeiten, wenn UKW als Stütze mal wegfallen sollte.

Kommt drauf an, ob man von Finanzieren im Sinne von "das große Geld machen" oder im Sinne von "gerade noch wirtschaftlich überleben" meint. Für Zweiteres sehe ich die Möglichkeiten in Sachen Anzahl noch lange nicht ausgereizt (langfristig gesehen), ersteres wird aber wohl mit DAB+ für ein einzelnes Programm nie die Werte der derzeitigen UKW-Großprogramme erreichen.


Bis jetzt wurden die Radiogebiete nach dem Motto abgesteckt, Hauptsache funkt mir keiner in meinen Bereich hinein und entzieht die Werbeeinnahmen aus dem Printbereich. Schaut man sich die Besitzverhältnisse nicht nur in Bayern und NRW, – aber dort besonders gut sichtbar – dann sind viele Verleger im Bereich Radio unterwegs. Jetzt macht Rundfunk ein Verleger, der sich mit Werbung gut auskennt aber aus einem ganz anderen Verlagsbereich kommt.

Jahrelang wurde die Angst in vielen Regionen geschürt, wenn ihr lokalen Verleger hier kein Radio macht, dann kommt Herr O. aus Bayern und macht Euch schon Beine. Jetzt wird er kommen und den Markt auf den Kopf stellen. Vielen Sendern reicht schon der Hörerverlust von ein paar Prozent und sie geraten ins Schwanken. Lass uns mal abwarten und Teetrinken. In 5 Jahren wird der Radiomarkt anders aussehen.

Mal sehen, ob diese Besitzverhältnisse in Deutschland normalisiert werden. Die Politikvorgabe, wenn ihr Radio hier machen wollt, dann bewirbt Euch gemeinsam, führt zu Besitzverhältnissen, die es in keinem anderen Land gibt. Im Ausland gibt es Traumverhältnisse für deutsche Medienunternehmen. RMF FM in Polen 100 % in der Hand vom Medienhaus Bauer, in Deutschland lange Zeit undenkbar. Verpönt war auch, dass ein Netzbetreiber selber Programm machen darf. Wir wissen aber noch nicht, welche Programme von Drittanbietern im 2. Multiplex Platz finden.

Vielleicht irre ich mich, aber wer nicht im 2. Multiplex dabei sein wird, kann erwarten, dass dort ein ähnliches Angebot entsteht und er auf anderen Verbreitungswegen langfristig ins Abseits gerät.

von Seltener Besucher - am 16.11.2017 22:10
Es hätte tatsächlich "funktechnisch" etwas Charme wenn, um den 5C herum, weitere Muxe mit gleicher/m Sendeleistung und Diagramm von den selben Standorten abstrahlen würden. Die Nachbarkanalproblematik (zwischen starken Ortsendern und dem Fernempfang) für das "Bundesweite Paket" und weiteren Muxen wäre stark eingegrenzt. Man könnte mit einer (Kanal-)Antenne das ganze "Bundes-Konvolut" einfangen und "weiterverarbeiten" und mit weiteren Antennen weitere Standorte zusammenschalten. Ganz abzusehen von den Kosteneinsparungen auf Sende- und Empfangsseite. Die 50-60 Programme (hoffentlich auch moderierte Programme und nicht nur Festplatten im Zufallsmodus) könnten dann die kritische Masse für einen Umstieg bieten.
5A, 5B, 5C, 5D wären natürlich der optimale Knaller, und für 80 Mio. potentielle Zuhörer sicher auch nicht zu unverschämt, aber auch 2 oder 3 davon wären schon mal ein Anfang. Denkbar wäre natürlich auch noch etwas kanalübergreifendes wie 5C, 5D, 6A, 6B obwohl der "Sechser" schon hier und da (in Norddeutschland) in Betrieb ist.
In Grenzlagen könnten auch teilweise andere Kanäle für einzelne Mux eingesetzt werden, das würde die Synergieeffekte nur gering schmälern. Zu diesem frühen Zeitpunkt (klingt komisch wenn man schon 1993 einem DAB-Versuchsempfang beiwohnen durfte :rolleyes: ) müsste man im Sinne des Gesamterfolges des Systems auch noch erfolgreich nachkoordinieren können, besonders weil bei der ursprünglichen Planung (ok, unter anderen Vorzeichen) "brutale Fehler unterlaufen sind".
Das etwas Planung nicht schaden kann, zeigt ja der DVB-T2 Neustart, wo auch "4 Bundesmuxe" (Privat und ZDF) und 2 Landes-Muxe (ARD) einen (von Freenet gerahmten) Auftritt von ~40 Programmen hinlegen. Nicht ganz bundesweit und auch nicht im SFN (warum erschließt sich mir nicht ganz, in Italien geht es doch auch!?) aber immerhin....

stefsch

von stefsch - am 28.11.2017 16:54
Zitat
stefsch
5A, 5B, 5C, 5D wären natürlich der optimale Knaller, und für 80 Mio. potentielle Zuhörer sicher auch nicht zu unverschämt, aber auch 2 oder 3 davon wären schon mal ein Anfang. Denkbar wäre natürlich auch noch etwas kanalübergreifendes wie 5C, 5D, 6A, 6B obwohl der "Sechser" schon hier und da (in Norddeutschland) in Betrieb ist.


Beim Kanal 5A steht sich Deutschland selbst im Weg, der Bündelfunk wird gestört. Man hat zu wenig Geld im TETRA (Pak :-)) gesteckt und blockiert so den Hörfunk. Was meinst Du warum der Kanal 5D aus dem Hut gezaubert wird? Deine Wünsche mit dem Kanal 6 sind doch Unsinn, denn Deutschland hat längst den Kanal 6 entlang der Oder von Swinemünde bis Görlitz den Polen mit 7 MHz breite vermacht und in Stettin und Breslau ist auf dem Kanal 6 längst DVB-T on Air. So kannst Du bis zu 80 km von der Grenze bis ins Landesinnere den Kanal vergessen.

Fakt ist: Jedes Land hat im VHF III-Bereich nur einen Kanal mit 7 MHz zur Verfügung oder 4 Kanäle mit 1,5 MHz und die drei Bedeckungen mit 1,5 MHz für DAB, die in Genf 2006 und sogar früher noch in Wiesbaden 1995 koordiniert wurden. Wenn man an dem Plan nichts geändert hätte, wären es 7 Bedeckungen.

Jetzt fällt aber der Kanal 5A in großen Teilen Deutschlands immer noch weg. Durch Tauschgeschäfte kann es auch zu Verlusten kommen. Es bleiben 6 Bedeckungen und vielleicht ein paar lokale Inseln.
In den meisten Gebieten sind es:

2x Bundesmux
2x landesweiter Mux
2x regionale Bedeckung
1x Bedeckung, die wir heute nicht kennen, weil nichts veröffentlicht wird.

Es wird keinen weiteren Bundesmux geben. Da werden die Bundesländer schon deshalb nicht mitspielen, weil sie keinen Spielraum haben. Irre ich mich so sehr, dass in Bayern folgende Ressourcen schon vergeben sind?

2x Bundesmux
1x landesweiter Mux
2x regionale Bedeckung

Der Kanal 5A taucht bei BNetzA doch gar nicht mehr auf? Ist dieser nicht längst durch den Kanal 5C für den 1. Bundesmux getauscht worden?

Dann gibt es noch die Frage, ob sich so viele Programme aus der bundesweiten Werbung finanzieren lassen können. Viele Programme die heute im ersten Bundesmux sind, senden nach wie vor auf UKW. Wir wissen nicht, ob sich das trägt. Vielleicht wollen die Werbetreibenden weiterhin auf einige regionale Märkte setzen. Wenn eine Handelskette eine Aktion in Berlin veranstaltet, müssen es nicht die Menschen in Bayern erfahren. Dort kann man die gleiche Aktion eine Woche später durchführen, so spart man an der Ausstattung, das zusätzliche Personal fährt einfach in ein anderes Bundesland und zieht sein Show dort ab.

von Seltener Besucher - am 29.11.2017 00:35
Zitat
stefsch
Zitat
DH0GHU
Bei direkt angrenzenden Frequenzen muss man IMMER Rücksicht auf den jeweils anderen Nutzer nehmen, egal ob das analoger BOS oder sonstwas ist. Das hat auch nichts mit "bröseln" zu tun, sondern mit handfesten physikalischen Gesetzen. 10 kW ERP aus 1 km Entfernung bei 174 MHz erzeugen nun mal -5 dBm an einer 0-dBi-Antenne, das wird man bei frei durchstimmbaren Empfängern, dere Stromverbrauch noch mit Akkus in vernünftigem Rahmen bleibt, kaum ohne Empfangsbeeinträchtigungen wegstecken können.
Das dürfte den Planern aber dann auch schon bekannt gewesen sein, man hätten 5A dann für D komplett blocken und frühzeitig mit dem "Ausland" eintauschen müssen :xcool:. Und schon gar nicht den Kanal mit in die Planung nehmen. Was hat man früher mit 100kW TV-Grundnetzsendern gemacht?? Der Bildträger 175,25 hätte ja auch massiv zum BOS "rüberdrücken" müssen....dort konnte man die oberen BOS-Kanäle regional bestimmt "vergessen"....:confused:

stefsch


Die analogen Sender sendeten nicht im SFN. Es ist ja kein Problem, im Bereich um einen einzelnen Sender z.B. das oberste MHz freizuhalten. Flächendeckend ist das schwieriger. Erst recht, wenn dann ein 5A-Sender genau dort aufgeschaltet wird, wo es bisher keinen Kanal-5-TV-Sender gab.
Außerdem verhält sich das Analog-TV-Signal etwas unkritischer als ein OFDM-Signal, das einen regelrechten "Brei" von Intermodulationsprodukten erzeugt - jeder Unterträger intermoduliert mit jedem Unterträger.
Der Bildträger liegt außerdem schon 1,25 MHz von der Bandgrenze entfernt, der erste OFDM-Subträger nur irgendwo um 100 kHz.

In den USA war die Konstellation zu Analog-TV-Zeiten z.B. auch unkritisch. Probleme bekamen bestimmte Anwender dort, als DTV eingeführt wurde. Da waren die Empfänger plötzlich "dicht". Allerdings war das dann das Problem des Anwenders - beziehungsweise seines Lieferanten. Nicht umsonst sind dann Einfrequenzanwendungen zum Teil mit Empfängern versehen, bei denen ein Kanalfilter bereits auf der Endfrequenz zum Einsatz kommt. BOS ist aber keine Einfrequenzanwendug.

Tausch mit dem Ausland? Nö. Die hätten das Problem genauso.
Und genaugenommen hat man das Problem ja auch nur an wenigen Standorten gehabt - dort, wo ein Sender nicht einsam auf einem Berg, sondern in einem Ballungsraum steht. Genau dort, wo auch Frequenzen im VHF-Mobilfunkbereich mehr als knapp sein dürften, und man nicht mal eben eine Frequenzplanung ändern kann, um dem DAB-Signal auszuweichen...

von DH0GHU - am 29.11.2017 11:15
Da werden nun aber Äpfel mit Birnen verglichen.
Beim 2. Bundesmux haben wir einen typischen Streit um ein Vergabeverfahren. Das gab es meines Wissens bei S21 und BER nicht.
Dort war wohl eher das Nichthörenwollen der BWLer, Juristen und Auftraggeber auf Warnungen bzw. nicht ausreichend ernst genommenes Risikomanagement, teils (BER) eventuell auch mutwillige Verschleppung, Ursache für Verzögerungen.

Ansonsten sollte man sich einfach mal eines merken:
KEIN Projekt, das nur ein bischen komplex ist, läuft genau so, wie es am Anfang geplant wurde, insbesondere dann, wenn auch nur ein einziger äußerer Einfluss nicht exakt vorhersagbar ist - beispielsweise die exakte Zusammensetzung des Untergrunds (man kann z.B. nicht alle 10m Probebohrungen machen, bevor man einen Tunnel gräbt), Änderung rechtlicher Vorgaben, etc.
In der Ausschreibungsphase eines Projekts sind mitunter nicht mal alle Details dafür zu 100% bekannt.
Ansonten: Die Tätigkeit des PROJEKTMANAGEMENTS gäbe es nicht, wenn es nie Abweichungen vom ursprünglichen Plan geben würde.
Und Abweichung bedeutet eben immer, dass entweder
- von Leistungen
- Kosten
- Zeit
abgewichen werden muss.
Für eine Abweichung reicht schon, dass irgendwo eine Wasserader in den Bereich eines Tunnelvortriebs kommt, oder, wie beim Neubau der B472 bei Hohenpeißenberg, belastete Böden gefunden werden, die nicht dokumentiert waren. Wenn man aber an der Leistung keine Abstriche machen kann (man kann ja nicht einfach 100m einer Bundesstraße weg lassen... ), steigen automatisch Kosten und Zeitdauer. Die Zeitdauer kann man dann ggf. mit noch mehr Geld (mehr Manpower kurzfristig einkaufen ist teuer...) wieder aufs Soll bringen.

BER ist allerdings ein extrem krasses Beispiel. S21 nicht im Geringsten. Da weiß man genau, dass es massive Risiken gibt, und vermutlich war es dumm, dieses Projekt überhaupt so durchzuführen, wenn man im Zeit- und Kostenrahmen bleiben will. Dass das Projekt angesichts der bekannten Risiken im Zeit- und Kostenrahmen bleibt, hat freilich kein Mensch geglaubt, der ein bischen Ahnung von der Materie hat. Sicher auch nicht auf der Bauingenieurs- und Projektmanagementebene bei der Bahn.... Aber es gibt ja "zum Glück" Chefs, die sowas ignorieren dürfen ;-)

Und warum klappt das in anderen Ländern besser als in Deutschland?
Naja, wenn ich keine Rücksicht auf Umwelt nehme (Asien), Betroffenen wie Anwohnern kein Klagerecht einräume (China), eine Klage den Bau nicht verzögert (Frankreich), oder schlichtweg an einer TGV-Neubaustrecke fast niemand wohnt und keine Gebirge im Weg sind (TGV-Schnellfahrstrecke Paris-Strasbourg im Abschnitt Paris bis Lothringen), kann ich natürlich ganz anders arbeiten als in einem Land, in dem das Rechtssystem darauf ausgerichtet ist, alle Interessen zu berücksichtigen, und dafür auch schon mal einen Stillstand in Kauf nimmt.
Ich möchte aber nicht die Scharen an heute genau über diesen Zustand meckernden Wutbürgern sehen, die auf Berlin marschieren, wenn sich DAS ändert.

Einzelne Prozesshansel können dieses System natürlich ausnutzen.... DA ist aber die politische Stellschraube zu suchen - das Justizsystem ist einfach überlastet.

von DH0GHU - am 17.12.2017 09:09
Zitat
Spacelab
Genau das ist das Problem. Es gab ja schon ein paar Anbieter die über die Landesmuxe kommen wollten und das dann aus Kostengründen wieder verworfen hatten.


Man müsste sich halt mal anschauen, wo da die Kostentreiber sind. Prinzipiell darf es ja nicht dadurch teurer werden, dass die Standorte auf unterschiedlichen Kanälen senden, anstatt in einem SFN. Auch der Anteil, den ein Programm an einem *voll belegten* Multiplex hat, ändert sich ja nicht dadurch, ob da immer die gleichen, oder ganz unterschiedliche andere Programme in dem Mux vorhanden sind. 54 CU bleiben 54 CU!

Was vermutlich wirklich schwierig wird, sind so Sachen wie die Zuführung. Was man für einen Bundesmux 1x zentral machen muss und dann über einem Weg (plus Ersatz) zu jedem Standort bringen kann, muss man vermutlich für jeden Regionalmux separat und einzeln machen. Das dürfte wahrscheinlich das Hauptproblem sein, aber auch dafür gäbe es sicher Lösungen, mit denen die Kosten nicht allzu sehr explodieren.

Dazu kommt dann noch der ganze Papierkrieg, den man für jeden Multiplex separat hat: Verträge mit Netzbetreibern, Lizenzschrieb von Landesmedienanstalten (wenn kein Plattformbetrieb), etc etc... Dann die notwendige Abstimmung mit diversen unterschiedlichen anderen Mux-Teilnehmern über Netzausbau usw...

Das ist freilich alles furchtbar mühsam im Vergleich zu einem zentralen Bundesmux!

Die Sache ist nur: schaut man sich realistisch an, wie lange sich der Start des 2.Bundesmux nun wohl verschieben wird (man kann getrost davon ausgehen, dass Göpel alle Register ziehen wird), dann ist halt die Alternative zu Regionalmuxen eben, dass man die nächsten Jahre erst mal gar nicht über DAB+ sendet. Im Bericht war von Verzögerungen bis "weit nach 2020" die Rede. Und wenn man nur mal das Theater um die "landesweite" UKW-Kette in Nordrhein-Westfalen anschaut... Wann wurde die gleich wieder an Metropol FM vergeben? Und was hat sich bis heute diesbezüglich getan? Eben!

von Habakukk - am 20.02.2018 12:09
Zitat
Rosti 2.0
Zitat
102.1
Vielleicht gibt's ja dann Chancen dass der DRS 11B Mux endlich in ganz BW ausgebaut wird......

Daran glaube ich nicht, ganz im Gegenteil!

Der 11B hat für mich so einen Interim Status. Eher baut man pro Bereichssender ein lokales DAB-Ensemble auf, verschiebt die Bereichssender dorthin (diese Lösung war ja schonmal in der Diskussion, bzw. die LfK hat bei den Bereichssendern den Bedarf lokaler Ensembles abgeklappert) und öffnet den 11B für weitere bundesweite Anbieter. Erst durch die Verlagerung würden die entsprechenden Kapazitäten im 11B frei! Und du glaubst doch nicht im Ernst, dass man danach den 11B noch über den jetzigen Status hinaus ausbauen würde, wenn die jetzigen unterversorgten lokalen Player das Geld schon nicht in die Hand nehmen möchten ;).

So das war mein Spekulatius zum Thema.


Ich weis, ich schilderte einen Ausbau des 11B als unrealistische Alternative. Wenn Du meine Beitraege aus dem DAB BW Forum kennst, weist Du auch, dass mir dieses UKW-Bereichssender Thema in BW nunmal nicht passt, aus welchen Gruenden es auch immer exisitert. Ich habe deshalb den 11B in BW als mehr als unsicher was desssen Zukunft betrifft bezeichnet.

Bei dem DRS BW, dem Mux 11B, waere dieses Thema Bereichssender-Kleinbuergerlichkeit theroretisch geloest, wenn die UKW Bereichssender dies auch wollten, und der Ausbau des 11B auch vorangetrieben wird.

Unsicher ist der 11B in BW deshalb, denn den UKW Bereichssendern wird es grundsaetzlich nicht passen, wenn sie alle ein gleiches DAB+ Sendegebiet in BW haben wuerden, und mit gegenseitigem Wettbewerb zu rechnen haben.

Radio Regenbogen, Antenne1 und Radio 7 wuerde ich die groessten Blockierer gegen den weiteren Ausbau des 11B sehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass all diese Anbeiter irgendein daran haetten. Fuer mich ist das Thema UKW Bereichssender das Musterbeispiel baden-wuerttembergischer Kleinbuergerlichkeit. Die Bereichssender werden erst richtig Interesse an DAB+ haben, wenn exakt ihr UKW-Bereich via DAB+ abgedeckt wird.

von 102.1 - am 20.02.2018 14:26
Zitat
Spacelab
Und selbst wenn man das nicht schon im Vorfeld erwartet hätte. Solche echt dämlichen Dummbatzfehler dürfen einer solchen Behörde nicht passieren. Schon gar nicht wenn es um so viel geht. Man könnte meinen die hätten zum ersten mal so eine Ausschreibung gemacht. :rolleyes:


Der längste Rechtsweg den eine deutsche Landesmedienanstalt vor Gerichten ausgefochten hat dauert angeblich fast 10 Jahre. Das wird in Europa kein Rekord sein, denn das polnische Aufsichtsorgan die KRRiT und der zur Bauer Media Group gehörender Sender RMF führen seit 2003 mittlerweile 8 oder 9 Prozesse gegeneinander. Die KRRiT hat dem Sender RMF untersagt sein landesweites Programm für Werbung und Nachrichten auseinander zu schalten. Der Sender wehrte sich vor Gericht, die Gerichte sprechen RMF Entschädigung in zweistelliger Millionen Höhe zu, das Aufsichtsorgan geht erneut in Berufung. Auch nach dem letzten Sieg vor Gericht, erklärte die KRRiT erneut in Berufung gehen zu wollen.

Spacelab schreibt hier von „Dummbatzfehler“ und „Behörde“. Die Entscheidung für einen Anbieter trifft nicht die Verwaltung, sondern die Gremienvorsitzendenkonferenz. Die Vorsitzenden der Gremien – also Medienkomissionen – sind Entsandte aus unterschiedlichen Organisationen, u.a. der Industrie- und Handelskammertag, Journalistenverbänden, den Landtagen oder den Kirchen. Nur die wenigsten dürften Beamte sein.

Mitglieder der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK)


NR. Medienanstalt | Vertreter, Organisation
01. LfM NRW | Prof. Dr. phil. Werner Schwaderlapp (Vorsitzender) -> Vereinigung der Industrie- und Handelskammern in NRW e.V.
02. LMK RP | Albrecht Bähr (Stellvertreter) -> Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz (Evangelische Kirche)
03. LfK BW | Dr. Wolfgang Epp -> Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag
04. BLM BAYERN | Walter Keilbart -> Vorsitzender des Medienrats Industrie- und Handelskammern
05. MABB B & BB | Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer
06. Bremische LMA | Dr. Robert Hodonyi -> Vertreter der Stadtgemeinde Bremen
07. MAHSH HH & SH | Lothar Hay -> Innenminister a. D., Gewählt vom Schleswig-Holsteinischen Landtag
08. LPR HESSEN | Winfried Engel -> Katholische Kirche
09. mmv MECKPOM | Marleen Janew -> Deutscher Journalisten-Verband e.V., Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
10. NML NDS | Elisabeth Harries -> Deutscher Journalisten-Verband
11. LMS SAARLAND | Prof. Dr. Stephan Ory -> Landesregierung
12. SLM SACHSEN | Grit Wißkirchen -> ?
13. MSA S-ANHALT | Markus Kurze -> MdL CDU
14. TLM THÜRINNG.| Johannes Haak -> Evangelische Kirchen



  1. Prof. Dr. phil. Werner Schwaderlapp
  2. Albrecht Bähr
  3. Dr. Wolfgang Epp
  4. Walter Keilbart
  5. Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer
  6. Dr. Robert Hodonyi
  7. Lothar Hay
  8. Winfried Engel
  9. Marleen Janew
  10. Elisabeth Harries
  11. Prof. Dr. Stephan Ory
  12. Grit Wißkirchen
  13. Markus Kurze
  14. Grit Wißkirchen
  15. Johannes Haak


Es ist nun mal so im Rechtsstaat, dass man gegen Entscheidungen eines rechtlich verankerten Gremiums den Rechtsweg beschreiten kann.

Zitat
DH0GHU
Sooo viele Plattformausschreibungen gabs wohl bisher auch nicht, oder?


In NRW ist eine normale UKW-Ausschreibung auch angefochten worden. Man kann der LfM NRW nicht vorwerfen, dass diese bis jetzt keine Ausschreibungen erfolgreich durchgeführt hat. Wer einen Fehler finden will, der findet einen oder meint zumindest gegen einen Fehler vor Gericht ziehen zu wollen. Es ist einfach Mode geworden den Wettbewerber vor Gericht blockieren zu wollen. Das findet man in der Industrie und Wirtschaft täglich. Ich frage mich, warum ihr Euch so aufregt. In anderen Wirtschaftsbereichen und bei Behörden ist es ähnlich.

von Seltener Besucher - am 22.02.2018 11:54
Zitat
Zwölf
Sehe ich auch so. Wenn jemand, dessen Klage sich später als unberechtigt herausstellt, auch noch Kapital aus seiner Klage ziehen konnte, kann das m.E. schwerlich im Sinne des Rechtsstaats sein. Aber als Nicht-Jurist habe ich auch keinen Einblick, weshalb die Verfahren so lange dauern, und ob es tatsächlich Einsparpotential gäbe.


Warum sich Prozesse verzögern? Weil z.B. die Beschuldigten nicht erscheinen oder nicht zu ermitteln sind. Jüngstes Beispiel: Die UKW-Antennen wurden an Vor-GmbHs verkauft. Wie lassen sich die Adressen der Gesellschaften ohne einen Handelsregistereintrage ermitteln? Es gibt wahrscheinlich einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag, den man wieder notariell auflösen kann. Für Menschen gibt es in Deutschland nach dem Bundesmeldegesetz eine Meldepflicht (binnen von zwei Wochen nach Umzug!). Das gilt allerdings nicht für eine Firma in Gründung. Aber auch ich bin kein Jurist.

Wurde bei der Vergabe des 2. Bundesmuxes nicht Neuland betreten? 16 Landesmedienanstalten haben eine Landesmedienanstalt damit betraut, ein Vergabeverfahren für alle durchzuführen. Beim ersten Bundesmux war Deutschlandradio im Spiel. Wie viele Juristen sind mit dem entsprechenden Recht vertraut?

Am 23. Januar 2015 hat die Medienkommission der LfM NRW Frequenzen an Metropol FM vergeben. Am 19. Juli 2016 hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschieden, dass die Zuweisung von elf UKW-Frequenzen durch die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) an den Veranstalter „METROPOL FM“ rechtswidrig war. Die Auswahlentscheidung war korrekt, aber der Ausschuss der Öffentlichkeit während der Sitzung war rechtswidrig. Die LfM NRW teilte mit: „Das Gerichtsurteil eröffnet die Möglichkeit, das Zuweisungsverfahren ohne eine neue Ausschreibung und ohne ein neues Bewerbungsverfahren fortzuführen.“ Doch bis heute ist anscheinend nichts passiert. Mich würde Wundern, wenn es bei DAB+ aus reinen Trotz kürzer dauern würde.

Zitat
M1905
Jetzt bin ich mal gespannt bis sich offiziell die Beteiligten äussern. Vor allem was Absolut Deutschland dazu sagt.
Die sollen den Mux einfach aufteilen. Jeder bekommt 8 Programme und fertig.


6 Plätze bekommt Absolut und 6 Media Broadcast. Wo sollen weitere 8 Plätze herkommen?

von Seltener Besucher - am 04.06.2018 23:09
Zitat
RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Keiner braucht noch endlos mehr Programme in diesem verlorenen (inzwischen) Standard von 72kbps.


Keiner braucht mehr Programme ist wohl deine einsame Meinung, die sich garantiert nicht mit einer haltbaren Statistik belegen lässt. In Bayern gibt es ein großes Programmangebot auf UKW und in DAB+ und eine hohe Nachfrage nach DAB+-Empfängern. Fazit: Viele Programme = hohe Nachfrage.

Genau das gleiche Argument wurde auch beim Fernsehen angeführt, als es 10 und 15 Programme in den Kabelnetzen gab und Digital-TV noch ein Fremdwort war. Im Jahr 2016 soll es laut der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) bundesweit knapp 400 Fernsehprogramme gegeben haben. Heute listet z.B. vTuner 5039 deutsche Internetradioprogramm auf. Es sind also 5.000 potentielle Kandidaten für einen Platz in irgendeinem DAB+-Multiplex. Die Diskussion ist um so unverständlicher, denn jahrelang wurde das Forum vollgeschrieben mit Argumenten für mehr und nicht weniger Programme.

"Die Nutzung von DAB+ in Sachsen steigt deutlich. Und zwar um mehr als das Doppelte seit 2016. Damals nutzten 10 Prozent der 14-69-jährigen das Radio über DAB+ innerhalb von 2 Wochen. Anfang 2018 stellten wir eine Steigerung auf 23 Prozent fest."

https://www.maspartners.de/studie-dab-plus-und-digitalradio-in-sachsen/

Dabei haben die Programme in Sachsen mit unter die schlechten Bitraten.

Zitat
RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Erst mal wäre doch das Bestehende auf so einen Stand zu bringen, wie es einer sauberen UKW-Qualität entspricht. Da ist man ja Meilen von entfernt, außer in Sachen-Anhalt.


Und wo gibt es noch eine saubere UKW-Qualität?

Im hr Radio Multiplex gibt es mehrere Sender mit 120 kbps und 144 kbps. In Bremen werden alle DAB+-Programme mit 128 kbps ausgestrahlt. Bayern dominiert immer die Statistiken mit den meisten Empfängern in den Haushalten. An der Tonqualität kann es nicht liegen.

von Seltener Besucher - am 05.06.2018 20:47
Zitat
Seltener Besucher
Keiner braucht mehr Programme ist wohl deine einsame Meinung, ...
Heute listet z.B. vTuner 5039 deutsche Internetradioprogramm auf. Es sind also 5.000 potentielle Kandidaten für einen Platz in irgendeinem DAB+-Multiplex. Die Diskussion ist um so unverständlicher, denn jahrelang wurde das Forum vollgeschrieben mit Argumenten für mehr und nicht weniger Programme.

Das sind doch komplett verschiedene Kategorien, ob es sich um die Erste Grundversorgung bundes- und landesweit handelt, um die es mir auch hier beim Bundesmux2 ging und wo DER qualtiative Standard erst mal gesetzt (und dauerhaft als Referenz bewahrt) werden MUSS, oder ob es sich um die der neuen Technik auch noch geschuldete Möglichkeit handelt, derart Masse, wie Du sie beschreibst auch noch nebenher anzubieten. Die erste Kategorie braucht einen Mindeststandard wie z.B. "BR-Heimat". Wird von Beginn an keiner gesetzt, dann gute Nacht.

Zitat
Seltener Besucher
Und wo gibt es noch eine saubere UKW-Qualität?

Wenn es die dort nicht mehr gibt, ist es, weil man komprimiert, um die Pegel enzuhalten oder weil man am lautesten sein will, spielt bei DAB keine Rolle mehr. Es reicht zu wissen, wie exzellent UKW sein kann. Den Mindeststandard muss ein Nachfolger doch wohl abbilden. Man kann statt einem Programm auf einer Frequenz jetzt sehr viele abstrahlen und diskutiert dann verquer dafür, doch bitte bitte unbedingt noch mehr, am besten zu viele verpackt zu bekommen, Man muss es merken, dass jeder im MUX-Kollektiv etwas leidet.

Zitat
Seltener Besucher
Im hr Radio Multiplex gibt es mehrere Sender mit 120 kbps und 144 kbps. In Bremen werden alle DAB+-Programme mit 128 kbps ausgestrahlt. Bayern dominiert immer die Statistiken mit den meisten Empfängern in den Haushalten. An der Tonqualität kann es nicht liegen.

Dass vermüllter Sound auch durch Bitrate nicht besser wird, war ja schon oft genug Thema. Aber das Umgekehrte ist damit nicht widerlegt.

von RichtungBerlinRadiohörenderSachse - am 06.06.2018 11:16
Zitat
RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Zitat
Seltener Besucher
Keiner braucht mehr Programme ist wohl deine einsame Meinung, ...
Heute listet z.B. vTuner 5039 deutsche Internetradioprogramm auf. Es sind also 5.000 potentielle Kandidaten für einen Platz in irgendeinem DAB+-Multiplex. Die Diskussion ist um so unverständlicher, denn jahrelang wurde das Forum vollgeschrieben mit Argumenten für mehr und nicht weniger Programme.

Das sind doch komplett verschiedene Kategorien, ob es sich um die Erste Grundversorgung bundes- und landesweit handelt, um die es mir auch hier beim Bundesmux2 ging und wo DER qualtiative Standard erst mal gesetzt (und dauerhaft als Referenz bewahrt) werden MUSS, oder ob es sich um die der neuen Technik auch noch geschuldete Möglichkeit handelt, derart Masse, wie Du sie beschreibst auch noch nebenher anzubieten. Die erste Kategorie braucht einen Mindeststandard wie z.B. "BR-Heimat". Wird von Beginn an keiner gesetzt, dann gute Nacht.


Sorry, ich kann deiner Argumentation nicht folgen. Wie kommst Du auf die Idee, dass der 1. oder 2. Bundesmux eine Grundversorgung darstellt. Schon mal etwas davon gehört, dass wir in einem Föderalen System leben und Kultur Ländersache ist? Gerade bei der Diskussion um die UKW-Antenne wurde sehr gut von den Antennenbesitzern verdeutlicht, dass das Argument einer Grundversorgung nur die regionalen ARD-Anstalten für sich nutzen können. Der Privatfunk und Deutschlandradio können das Argument der Grundversorgung für sich nicht beanspruchen. Außerdem sind die Frequenzen des 1. und 2. Bundesmuxes nicht auf den Bund übergegangen. Die Frequenzen gehören immer noch den Ländern.

Zitat
RichtungBerlinRadiohörenderSachse
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Seltener Besucher
Und wo gibt es noch eine saubere UKW-Qualität?

Wenn es die dort nicht mehr gibt, ist es, weil man komprimiert, um die Pegel enzuhalten oder weil man am lautesten sein will, spielt bei DAB keine Rolle mehr.


Die schlechte UKW-Qualität wird nicht nur durch Komprimierung erreicht, sondern durch die Zumüllung des UKW-Bandes durch zu viele Sender und zu geringen Abstand, weil man noch den einen und anderen Sender in den Äther jagen wollte.

Auf der Wellenkonferenz GE84 wurde das UKW-Band schon mit geringeren Abständen geplant im Vergleich zu ST61-Koordinierung. Dann wurden noch weitere Frequenzen nachkoordiniert.
Im einigen Regionen sieht man, wie fein ein 400 kHz Abstand zwischen Frequenzen benachbarter Sender bis in die 1980er Jahre eingehalten wurde. Es gibt Regionen, da empfängt man auf einem 1000 kHz breiten Frequenzspektrum ständig 7 Programme. Schaut man sich die Empfehlung der ITU an, ist man von dem 400 kHz Abstand nicht abgewichen.

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RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Es reicht zu wissen, wie exzellent UKW sein kann.


Genau diese Argumentation ist scheinheilig. Bei „UKW reicht es zu wissen, wie gut UKW im Labor klingen“ könnte, bei DAB+ wird immer die Umsetzung als Negativbeispiel herangezogen. Die schlechte Umsetzung von UKW durch Nichteinhaltung der existierenden Normen wird verheimlicht. Wenn Du die schlechtesten Beispiele bei DAB+ nennst, dann nenne auch die mittlerweile schlechte Situation bei UKW im Vergleich dazu. Alles andere ist nicht redlich und nicht glaubhaft.

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RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Den Mindeststandard muss ein Nachfoler doch wohl abbilden.


Genau diese Argumentation ist scheinheilig. Bei „UKW reicht es zu wissen, wie gut UKW im Labor klingen“ könnte, bei DAB+ wird immer die Umsetzung als Negativbeispiel herangezogen. Die schlechte Umsetzung von UKW durch Nichteinhaltung der existierenden Normen wird verheimlicht. Wenn Du die schlechtesten Beispiele bei DAB+ nennst, dann nenne auch die mittlerweile schlechte Situation bei UKW im Vergleich dazu. Alles andere ist nicht redlich und nicht glaubhaft.

von Seltener Besucher - am 06.06.2018 13:45
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iro
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Holdudieladio
Warum muss es dann aber die vier oder fünf DLF-Programme geben, die sozusagen offiziell die gesamte BRD "grundversorgen" ?
Und warum braucht es dann überhaupt "Bundesmuxe" ?

Es sind nur drei Programme (plus ein 4. Kanal, der aber nicht "Programm" sein darf), die in Beauftragung durch alle Bundesländer(!) gemeinsam veranstaltet werden. Es muss sie nicht geben, aber jetzt sind sie nun mal da und politisch gewollt. Ich möchte sie auch nicht missen...
"Bundesmuxe" braucht man auch nicht unbedingt, aber der vorhandene ist ja eine sehr frequenzökonomische Sache, da bundesweit nur eine einzige Frequenz benötigt wird.
Da das Deutschlandradio einen solchen Mux nicht alleine stemmen kann, sind auch private Sender mit an Bord.
Es gäbe auch andere Möglichkeiten, DLF und DKULTUR haben ja zu DAB-ohne-Plus-Zeiten auch nur in Landesmuxen gesendet, in Nds. z.B. im Mux des NDR.

"Brauchen" tut man diesen Bundesmux z.B. um den DAB-Hörern überall ein Grundangebot anbieten zu können, wodurch das System DAB+ in einigen Gegenden überhaupt erst für den Hörer attraktiv wird. Z.B. Niedersachsen: ohne Bundesmux gäbe es nur 3 Programme auf DAB+ zu hören, die nicht auch auf UKW zu hören sind. Kaum jemand würde sich für diesen Zweck ein entsprechendes Radio zulegen. Kommt jetzt aber zu diesen noch der Bundesmux dazu mit weiteren 11 Programmen, die nicht auch auf UKW zu hörbar sind, wird die Sache schon deutlich attraktiver.
Wenn es nicht seit August 2011 diesen ersten Bundesmux gäbe, hätte ich mir z.B. bis heute kein DAB+-Radio zugelegt

Beim DRadio kam dann auch noch das Streichen der Gelder für MW/LW hinzu, aber das ist eine andere Geschichte und muss hier nicht nochmal durchgekaut werden.



Genau so sehe ich es auch, ohne 1. Bundesmux hätte ich nie über ein DAB Radio nachgedacht.
Und jetzt wären weitere 16 dazugekommen, die über UKW nicht empfangbar gewesen wären.
Aber das war wohl nix.

von M1905 - am 06.06.2018 14:53
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