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2. DAB+ - Bundesmux - Planungen und Aktuelles

Startbeitrag von ungenutztes Profil am 02.01.2013 12:19

Was für ein DAB+-Jahresstart 2013! Nach dem Bekanntwerden, das der Berliner Mux mit Radio Gold(Sendestart heute, 02.01.) und Deluxe Zuwachs bekommt, nun heute diese Hammer-Meldung: Der 2. Bundesmux scheint konkrete Formen anzunehmen: http://www.dxaktuell.de/?p=2978

Wird 2013 tatsächlich DAS DAB+-Jahr?

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
vossi68
Lustig, noch ist nichtmal klar, wieviele der aktuelle im 5C vorhandenen Anbieter die" Ausstiegsoption" 2014 ziehen und hier reden einige Leute von einem 2. Bundesmux. ;)

Den wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit überhaupt nicht geben, da die wirtschaftliche Perpektive fehlt. ÖR dürfen darin ja nicht mehr vorhanden sein, und bei 1. BuMux zahlt schon das Deutschlandradio 30% der Kosten....

Rechnen wir mal je Mux mit 12 Programmen.

2x BuMux
1x Regional ÖR
1x Regional Privat

macht dann 48 Sender, davon 12 ÖR bleiben 36 Anbieter, die von Werbung leben müssen.
Das wird nicht funktionieren, never-ever...


Warum sollte das denn nicht funktionieren? Schau doch mal in die Schweiz, dort klappt das doch auch in einem kleinen Land mit einer ansehnlichen Anzahl privater Programme. Sicherlich wird der 2. Bundesmux ein Ballungsraummux sein und auch erst mal bleiben. Das man nicht das hinterste Bayern oder Mecklenburg Vorpommern versorgen kann ist schon klar.

Im übrigen sehe ich hinsichtlich der DAB Verkaufszahlen nicht so schwarz. Schaut doch mal z.B. bei Amazon rein. Hier haben die DAB Geräte überschlagsmäßig 600 Kundenrezensionen. Bei Conrad Electronic habe ich auch noch einmal ca. 150 gezählt. Wenn man nun bedenkt, dass nur wenige Käufer überhaupt eine Rezension abgeben und von diesen beiden Anbietern nur ein kleiner Teil des Marktes bedient wird, denke ich schon dass die Verkaufszahlen recht gut sind. Zählt mal zum Beispiel die Rezensionen für die 40 Zoll Philips Flachbildfernseher bei Amazon. das sind auch nicht so dramatisch mehr und davon gehen sicherlich etliche Millionen über die Ladentheken.

Gruss
Hanno

von UKW/DAB/TV - am 02.01.2013 19:03
Morgen werden möglicherweise Einzelheiten zum 2. Bundesmuxx auf einem Panel in Leipzig bekannt gegeben. Helmut G. Bauer wird hoffentlich die lang ersehnten Details präsentieren!

Generell wird das Panel hoch interessant, da auch die KEF zum Thema Digitalradio Bezug nehmen wird!

Zitat

Ein knappes Jahr liegt der Start der ersten 15 Programme des bundesweiten Digitalradiobouquets über DAB+ nun zurück. Seit Sommer 2011 soll im zweiten Anlauf endlich gelingen, was nach quälenden Jahren der Versuche und Diskussionen schon gescheitert schien: Die Weiterentwicklung und Modernisierung der Radioverbreitung durch die digitale Terrestrik. Um den Neustart überhaupt zu schaffen, waren wesentliche strukturelle Hürden zu nehmen. So wurden erstmals im sonst nahezu ausschließlich regional aufgestellten deutschen Radio bundesweite Programme lizenziert und es kam zu einer im dualen System eher ungewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Veranstaltern, um den Marktstart und die Einführung der neuen Radiotechnologie zu ermöglichen. Nun muss sich zeigen, ob DAB+ auch langfristig Hörer und Werbekunden überzeugen kann.

Was sind die notwendigen Rahmenbedingungen für einen dauerhaften Erfolg?

Reicht die derzeitige Radioregulierung für die neuen digitalen Angebote aus?

Wann kommt der zweite bundesweite Multiplex?


Podium
Dr. Gerd Bauer LMS
Helmut G. Bauer Rechtsanwalt
Ulrich Horn KEF
Dr. Ulrich Liebenow MDR
Moderation
Michael Ridder epd medien


von Ihre Majestät - am 06.05.2013 11:24
Zitat
HansEberhardt
Besonders interessant finde ich 2 Aüßerungen:
Zitat
http://www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de/dab-ist-die-richtige-technologie
Gerd Bauer, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, sieht das DAB+ trotzdem „auf einem guten Weg”. Neben der bundesweiten Verbreitung gebe es nun regionale Multiplexe, und die Geräte-Hersteller machten mit. Besonders freute sich der LMS-Chef jedoch über die jüngste Ankündigung der Deutschen Telekom, bei den Internet-Flatrates künftig ab einem gewissen Datenvolumen die Leistung herunterzuregeln. Die Nutzer würden sich dann wohl überlegen, ob sie ihr Internet weiter dazu benutzen wollten, Radio zu hören.
...
Einige wertvolle Erfahrungen aus der Schweiz steuerte Jürg Bachmann bei, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios. Er mahnte Lösungen dafür an, wie die simultane und damit für die Sender teure Phase einer Verbreitung auf UKW und DAB kurz gehalten werden kann. Er sagte ganz klar, dass UKW unattraktiv gemacht werden müsse und durch die Lizensierung auch sichergestellt, dass stillgelegte UKW-Frequenzen nicht wieder für Radio genutzt werden können: „Die Party soll ja nicht auf UKW weitergehen, sondern auf DAB.”


Das hab ich schon im Paralleluniversum DF als Meldung gelesen und es auf FB verlinkt, mit dem Zusatz, dass mir diejenigen, die die Zukunft des Radios im Internet sehen, leid tun.
UKW unattraktriv machen klingt auch gut. Mit der Zeit wird die Milch eh sauer, oder ;)
Mahlzeit
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 07.05.2013 11:12
@Spacelab: Nicht das Du mich falsch verstehst, ich habe im Auto ein Digitalradio mit richtiger Außenantenne, weil es aber nicht auf meiner ganzen Fahrstrecke funktioniert, höre ich doch fast nur über UKW ( Der MDR schiebt den Umbau des Senders Brocken vor sich her, erst dann macht es Sinn DAB einzuschalten, mit Außnahme des 5C- da ist aber nicht immer das richtige Programm für mich)

im Berlin kann ich den 7B empfehlen, aber eben leider nur im Berliner Ring und etwas darüber hinaus zu empfangen( das wäre ein Super 2. Mux, aber weder Du noch ich sind der Weihnachtsmann, also aufhören zu träumen)
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Regierungsbeschluss: Großbritannien wird UKW nicht abschalten - Zweiter nationaler DAB-Muxx für Privatradios
Meldung aus UK, mit dem Unterschicht, das man dort überall den Landesweiten BBC-Mux empfängt und dann dazu einen zweiten Privatradiomux, bei denen fast alle Programme landesweit sind(einige Sender sind Lokal und eben jeweils die Örtliche Heart-Station) und dazu noch die Muxe aus London die sehr, sehr weit gehen

aus Satnews.de:

Die Kritiker haben sich fürs erste durchgesetzt: Die britische Regierung wird das UKW-Band nicht abschalten und hat einen verbindlichen Termin für das Ende der analogen, terrestrischen Radioübertragung ad acta gelegt. Das verkündete der britische Kultur- und Kommunikationsminister Ed Vaizey gegenüber der Presse. Eine UKW-Abschaltung soll erst ins Auge gefasst werden, wenn die Digitalradio-Nutzung mindestens 50 Prozent der Radionutzung insgesamt ausmache. Zweite Bedingung sei, dass der DAB-Empfang flächenmäßig UKW-Niveau erreiche. Großbritannien wollte ursprünglich spätestens am Ende dieses Jahrzehnts das analoge UKLW-Band abschalten.

Dennoch soll das digitale Radio gestärkt werden: Es soll einen zweiten nationalen Multiplex für kommerzielle Sender geben.


Mo, 16. Dez 2013

von zausel001 - am 16.12.2013 17:20
Zitat
goedecker
Was soll der Quatsch mit 75 Cent weniger Rundfunkgebühr. Da ist der Aufwand teurer , als der Nutzen. Rundfunkgebühr belassen und sofort in den Ausbau von DAB+ stecken. So wird daraus ein Schuh.


Der gemeine Pöbel, der gegen die böse Rundfunkgebühr schimpft (und nicht weiß, was es bedeutet, einen wenigstens halbwegs unabhängigen Rundfunk zu haben), würde sich schon freuen, wenn es eine Beitragssenkung von 1 Cent gäbe.

Viele Leute sind sich nicht darüber bewusst, was es heißen würde, wenn es keinen staatlichen Rundfunk mehr gäbe. Dann wäre alles privat, wie in den USA. Dann hätten wir nur noch Sender á la CNN, Fox News etc. Alle von den privaten Geldgebern abhängig, die letzten Endes bestimmen, was in den Nachrichten kommt. Man denke nur an den Irak-Krieg.

Ich bin nach wie vor eh noch der Meinung, dass die, die sich jetzt über die Haushaltspauschale echauffieren, ohnehin bisherige Schwarzseher waren, die Glück hatten, nicht erwischt worden zu sein. Die meisten bezahlen ohnehin das Gleiche wie vorher auch. Ich fand dieses Modell von Anfang an gut, weil mir keiner erzählen kann, dass heut zu Tage keiner mehr keine Geräte hat, mit denen man in irgendeiner Form Nachrichten und Sendungen der ÖR abrufen kann.

Okay, war jetzt etwas off-Topic. Ich finde, den Überschuss sollte man wirklich in die Qualität der Programme stecken oder in den Ausbau von DAB+ etc. Aktuell geht das zwar nicht, aber wer sagt, dass man Staatsverträge oder Gesetze bei Bedarf nicht ändern kann. Hätten die Verbraucher diese 75 Cent monatlich mehr in der Tasche, sind diese eh längst von der Inflation aufgefressen.

Unabhängig davon gab es durch diese Haushaltsabgabe für einige auch Verbesserungen. So reicht es beispielsweise in einer Studenten-WG aus, wenn einer die Pauschale zahlt statt bisher alle. Oder in einem gemeinsamen Haushalt, in denen z.b. Eltern und Kinder eigene Einkommen haben, da muss auch nur noch einer zahlen.

von PEQsche - am 22.12.2013 11:33
Aus aktuellem Anlass hole ich diesen Thread wieder hoch.

[ Es gibt auch einen älteren Bundesmux-II-Thread, der ziemlich vollgequatscht ist. ]

Der aktuelle Anlass: http://www.infosat.de/Meldungen/?msgID=76226 [Diskussion im Newsthread]

Laut dem letzten bekannten Stand der DAB-Netzplanung ist bekanntlich eine Nord-Süd-Teilung des 2. Bumuxes vorgesehen: 8A, 9B, 7B, wobei das mittlere Gebiet die größte Fläche einnimmt.

Wie passt das zum ursprünglichen Plan GE06?

Nord 8A:
GE06 DVB-T: Mecklenburg-Vorpommern
GE06 T-DAB: Schleswig-Holstein-West
GE06 Störer: Jütland-Nord, Polen-West, NL-Randstad

Mitte 9B:
GE06 DVB-T: Nordrhein/Ruhr, Saarland, BaWü-Nord, Thüringen, Sachsen-Ost
GE06 T-DAB: Brandenburg-Ost
GE06 Störer: NL-Friesland, NL-Seeland, F-Ardennes, F-Freigrafschaft, Ostschweiz

Süd 7B:
GE06 DVB-T: Bayern-Ost
GE06 T-DAB: --
GE06 Störer: Deutschschweiz (gibt es da bereits ein Abkommen?)

Dazu eine Anmerkung: Ein DVB-T-Kanal kann nachträglich in 4 DAB-Frequenzblöcke aufgeteilt werden. In Deutschland hat man das nach Absprache mit den Nachbarn flexibler gestaltet und Frequenzblöcke vertauscht; anders wäre eine Bundesmux-Planung nicht möglich gewesen und es hätte mehr geteilte Landesmuxe gegeben (NRW, NDS, Sachsen, Bayern).

Was ist nachträglich koordiniert worden (Status K4)?

9B in ganz Sachsen

von Manfred Z - am 01.05.2014 10:36
Zitat
FrankSch
Zitat
Spacelab
Helmut G. Bauer, TechniSat und die MB. Alles die damaligen Hauptinitiatoren um den zweiten Bundesmux.


Ich bin mir auch nicht sicher, ob die mit dem zweiten Bundesmux, wie er von PRD gefordert wird, überhaupt was zu tun haben.


Denke mal, dass das zwei voneinander unabhaengige Baustellen sind.

2012 war von der PRD jedenfalls noch nichts zu hoeren, die in dem Dokument zu findenden Planungen kamen wahrscheinlich wirklich vor dem Hintergrund zustande, dass Herr Bauer, Technisat und MB relativ laute Ueberlegungen fuer einen zweiten Bundesmux angestellt haben (zuletzt noch Ballungsraum-Mux).

Das Ergebnis sieht man heute: bis dato nix und offenbar kommt aus der Ecke auch nix mehr.

Konkreter sind da schon die Vorhaben der PRD, die haben ja immerhin schon die Ausschreibung fuer einen zweiten Mux beantragt. Um da was ausschreiben zu koenen, muss es freilich erst mal eine technische Grundlage geben. Und dann schauen wir erst mal, ob die PRD ihre ambitionierten Plaene in die Tat umsetzt, und ob sie das mit dem Plattformbetrieb wirklich genehmigt bekommen...

OT:
Zitat
Zwölf
Zitat
PEQsche
Ich habe letztens mal irgendwo gelesen, dass tatsächlich mal die Idee für nen gemeinsamen Muxx für Südtirol, Österreich und Bayern im Raum stand.

@PEQsche
Das klingt interessant. Aber deiner Formulierung nach zu schließen, wurde die Idee wieder fallen gelassen, oder? Schade.


Von einem gemeinsamen Mux war nicht die Rede. Es ging nur um den durchgehenden Empfang von Programmen aus D/AUT/SUI/I vom Gardasee bis nach Kufstein ueber Digitalradio.
Siehe vorletzter Absatz in folgender Meldung:
http://www.ras.bz.it/news/news_d.asp?art=457063&HLM=1
Vom Brenner bis ein Stueck ins Trentino rein geht das ja bereits.

von Habakukk - am 30.06.2014 16:25
Plattformbetrieb ist nach meinem Verständnis vor allem aus rechtlichen Gründen sinnvoll, weil Belegungsänderungen (Tausch von Programmen, Änderung von Formaten, Änderung der Kapazitäten) problemloser auf Basis betriebswirtschaftlicher Entscheidungen umsetzbar sind, und nicht die langwierigen Vergabeprozesse der Medienanstalten durchlaufen werden müssen (sofern das auszustrahlende Programm bereits eine definierte medienrechtliche Zulassung hat... einfach so die Stimme Koreas ausstrahlen geht auch auf einer Plattform nicht...).

Darin liegt letztenendes der wirtschaftliche Vorteil. Kostenvorteile sehe ich eher nicht, wenn man mal davon absieht, dass nicht refinanzierbare Kosten für die Aussendung von Nullbits besser verhindert werden können.
Schließlich hält auch beim Bundesmux nur MB die Hand auf - aber halt erst, nachdem die Medienanstalten die Öffnung der Hand genehmigt haben ;-)

Normalerweise verbietet sich Plattformbetrieb, weil ansonsten die pluralistische Ausgestaltung eines unabhängigen Rundfunks gefährdet wäre. Da dies aber schon über eine Vielzahl anderer Angebote sichergestellt ist, spricht nichts gegen ausschließlich an Wirtschaftsinteressen ausgerichtete Angebebote - es besteht schließlich nicht wie bei UKW eine extreme Resourcenknappheit, die eine inhaltliche Regulierung der Kapazitätsvergabe erfordern würde....

Unabhängig davon gibts noch so kriterien wie geforderte Netzabdeckung; ganz unabhängig davon ob Plattform oder nicht. Ein nicht flächendeckend präsent sein müssender Bundesmux2 hätte hier seinen Reiz. Allerdings dürften bis auf die Programmzulieferer, die das bezahlen müssen, alle Stakeholder gegen eine zu geringe Netzabdeckung sein (Hörer, Politiker, Netzbetreiber/Plattformbetreiber, die ja mit mehr Standorten mehr Geld verdienen).

von DH0GHU - am 11.06.2015 09:15
Zitat

Es gibt auf UKW nicht mal einen Sender, der über Grenzen hinweg (also ich rede jetzt nicht von Overspill in grenznahen Regionen) aktiv und erfolgreich ist. Die Wahrscheinlichkeit einen ganzen Mux mit solchen Programmen füllen zu können halte ich für illusorisch.


Doch gibt es: Klassik Radio (DE+AT), ERF (DE+CH allerdings nur DAB+), Radio Maria (AT+IT), FM1 (CH+LI), Radio-L (CH+LI). Und es gibt Medienveranstalter, die in mehreren Ländern aktiv sind oder seien wollen (z.B. Energy). Von dem was die RAS alles im Portfolio hat ganz zu schweigen. Die attraktiven UKW-Frequenzen sind begrenzt, und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass nur wenige Sender auch im Ausland auf Sendung sind. Aber es gibt eientlich keinen inhaltichen Grund, weshalb etwa die Programmidee von PRD nur in DE, nicht aber in AT oder CH ankommen sollte.
Wenn man eine Möglichkeit gefunden hat bundesweit Verkehrsnachrichten zu senden, wird man das auch grenzüberschreitend schaffen (Die zusätzlichen Gebiete entsprächen ja nur ca. 2-3 zusätzlichen Bundesländern).
Man muss auch nicht im gesamten Gebiet auf dem selben Kanal senden. Es wäre aber natürlich möglich, dass manche Regulierungsbehörden im Ausland die Ausstrahlung an Bedingungen knüpfen (z.B. min. ein Programm muss in AT produziert werden).

Regulierungstechnisch dürfte das sogar einfacher umzusetzen sein, als die Ausstrahlung von ö.r. DAB-Programmen in Nordtirol, bezahlt mit südtiroler oder deutschen Beitragsgeldern.

Aber vlt. ist die Zeit dafür tatsächlich noch nicht reif.

von Zwölf - am 08.09.2015 11:39
Nach noch nicht mal 5 Minuten DLF schreit schon der erste im Büro mit genervtem Unterton "Spielen heute auch mal noch Musik oder was?!". Und bei Klassikgedudel wie hier auf SR2 werde ich gleich in einen kleinen engen Kellerraum strafversetzt. :D Manchmal darf ich mal für eine Stunde auf DRadio Wissen umschalten. Aber auch dann kommt früher oder später das Gemoser
"Die Musik die die da spielen kennt keine alte Sau." :rolleyes:

Das bisschen was ich privat noch Radio höre beschränkt sich auf DRadio Wissen und verschiedene Sendungen im DLF (z.B. Wissenschaft & Technik) und Hörspiele auf DKultur. Sonst hat mich das deutsche Radio vollkommen vergrault. Auch bei mir kommt die Musik fast ausschließlich nur noch von Spotify und Co.

Zitat
Nordlicht2
Und weil es den Privatradios so schlecht geht, bewerben sie sich staendig noch auf UKW Funzeln und schalten die sogar an.
Entweder es geht nur den grossen mit ihren grossen landesweiten UKW Sendeketten schlecht, weil dessen Kosten einfach viel zu hoch sind oder es geht denen gar nicht schlecht und sie jammern nur rum um Konkurrenz zu verhindern. Genau das glaube ich zumindest denn gleichzeitig zum Jammern haben einige sogar noch Geld um ueber DAB+ neue zusaetzliche Programme aufzuschalten und wie schon vorher erwaehnt, koennen Programme mit nur 5% Marktanteil die gleichen Sendekosten bezahlen wie Programme mit 20% Marktanteil.:gruebel:

Och Radio Salü hatte ja vor ein paar Wochen den Geschäftsbericht fürs erste Halbjahr 2015 vorgelegt und denen geht es gar nicht sooo schlecht. Man verdient aber schon wesentlich weniger wie noch vor ein paar Jahren. Und der Abwärtstrend geht Halbjahr für Halbjahr schneller von statten. Es ist also reine Zukunftsangst die die deutschen Privatsender umtreibt.

von Spacelab - am 25.10.2015 19:04
Zitat
DAB_Saar
Die Frage ist, wer hat Interesse an einem 2.ten Bundesmux?

und was passiert dann mit den Landesmuxen?

Gibt es überhaupt einen ausreichenden markt für 2 Bundesmuxe und einen Landesmux, sowie einen ÖR Mux?

Natürlich könnte man sich die Rosinenstandorte raussuchen in allen Bundesländern, in Landesmuxen kann man nur nach Bundesländern selektieren. Aber der Kuchen wird doch nicht größer.


Wenn es in kleinen Laendern wie Danemark oder auch in UK einen Markt fuer 3 landesweite Muxe gibt, dann gibt es wohl erst Recht auch in Deutschland einen Markt fuer 3 ueberall empfangbare Muxe, sprich fuer knapp ueber 30 Programme, von denen die meisten sehr billig produzierte Abspielstationen mit gemeinsamen Nachrichten sein werden (siehe z.B. A relax / Megaradio oder NDR Kultur / NDR Blue / NDR Gold).

Zitat
PEQsche
@jug

Richtig, es wird nur immer so getan, als ob die Dummfunker à la RPR 1, FFH etc. so wichtig sind, dass von diesen das Medium Radio abhängig wäre.

2x Bundesmux und ARD-Muxx ermöglichen wie du sagtest, in vielen Gegenden MINDESTENS 25 - 30 empfangbare Programme. Da sollte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein.


Und wer tut immer so als wenn diese 2 - 3 UKW Programme je Bundesland so wichtig sind? Richtig, nur diese selber halten sich fuer so wichtig, sonst keiner. Ich kenne wirklich niemanden der die vermissen wuerde, wenn er stattdessen mehr als 30 andere Programme kostenlos ueber DAB+ empfangen kann. Was auch genau das Problem dieser wenigen UKW Programme ist, welches sie sehr wohl erkannt haben aber kein Mittel finden um ihre schleichende Gewinnminimierung zu verhindern.

von Nordlicht2 - am 12.06.2016 09:24
Das wollte ich auch gerade anmerken. Wir müssten uns mal darauf einigen über welchen 2. Bundesmux wir hier sprechen. :D

Zitat

- ganz am Anfang: einem 2.Bundesmux als Ballungsraummux für alle, die nur die Ballungsräume versorgen wollen, davon hörte man danach nichts mehr (mir fällt der Name nicht mehr ein, der damals in dem Zusammenhang immer genannt wurde)

Einer der Hauptakteure hinter dem ganzen war damals TechniSat. Es gab noch eine andere Firma die mitgemischt hat. Aber die fällt mir gerade nicht mehr ein. Das blöde an diesem Vorhaben ist das man sich hier ja mit allen Beteiligten auf absolutes Stillschweigen geeinigt hat. Für uns blöd weil wir dadurch nichts zu spekulieren haben. Für die Beteiligten traumhaft weil man so gaaanz entspannt an die Sache rangehen kann. Wenn es etwas länger dauert, dann dauert es halt etwas länger. Dafür kann man den Markt ganz genüsslich beobachten um eventuelle Risiken zu minimieren.

Zitat

- danach von dem Projekt der PRD, das mittlerweile wohl ad acta gelegt worden ist, weil die Finanzierung wohl gescheitert ist

Bei denen blick ich nicht so ganz durch. Die wurden schon öfters tot gesagt. Dann stiegen sie wie Phönix aus der Asche nur um gleich drauf wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ich vermute von denen kommt nichts mehr brauchbares.

Zitat

- dem Vorhaben des Herrn Göpel und Co., das bis dato am konkretesten zu sein scheint (Finanzierung steht) und auch schon am weitesten gediehen ist (formaler Weg zur späteren Ausschreibung eingeleitet)

Da erwarte ich am schnellsten Ergebnisse. Hier scheint es auch das stärkste Interesse von anderen Geldgebern zu geben.

von Spacelab - am 12.06.2016 11:22
Zitat
DH0GHU
Die Empfängereigenschaften, die den Frequenznutzungen zugrunde liegen, sind u.a. in ETSI-Standards wie EN 300 086 definiert. Darüber hinaus muss der Nutzer dieser Frequenzen garnicht.... Ja, in der Praxis wird das nicht immer funktionieren, aber normalerweise sollten Koordinatoren darauf achten.
Daher wäre es töricht, ausgerechnet 5A für eine landesweite Bedeckung zu wählen. Damit wäre ebenso landesweit zumindest der Bereich von ca. 171 bis 174 MHz für andere Anwendungen nicht mehr vernünftig nutzbar.


Die darin spezifiezierten Empfaengereigenschaften sind nur die Mindestanforderungen. Du hast doch sicher schon mal unter einem UKW Grundnetzsender mit mehreren 100kW Frequenzen versucht Radioprogramme zu empfangen, die nicht von diesem ausgesendet werden. Oder auch unter einer UKW Fuellfunzel oder neben einem UKW Sender der Rettungsdienste (bei 187 MHz). Dann stellst du fest, mit einigen Empfaengern funktioniert das problemlos, mit den meisten aber nicht. Nichts anderes ist es mit dem Bereich knapp unter 174 MHz. Wer diesen nutzen moechte, nimmt entweder Stoerungen in einigen wenigen stark begrenzten Gebieten in Kauf oder nutzt Empfaenger mit entsprechenden Filtern, welche selbst in Sendernaehe noch eine saubere Trennung ermoeglichen. Die Aufgabe der Koordinatoren ist es nicht, darauf zu achten, dass auch Nachbarfrequenzbereiche zusaetzlich geschuetzt werden, nicht ueber mehrere MHz hinweg.
Was daher nicht geht ist, dass ein fuer eine Nutzung zugewiesender Frequenzbereich gar nicht genutzt wird. Und wie gesagt 5A hatte damals nur in NRW angeblich stoerungen verursacht, wobei ich bis heute denke, dass das nur ein Vorwand war um den DAB+ Start damals zu erschweren.

von Nordlicht2 - am 13.06.2016 16:39
@jug/Nordlicht2:
Ich sehe das anders. Das war auch sicher kein "Verhinderungsversuch".
Es ist technisch extrem anspruchsvoll, einen (portablen, also mit Batteriestrom ausreichend lang versorgten, kleinen) Empfänger so zu konstruieren, dass er, sagen wir mal, 1 km neben einem 5A-Sender mit 10 kW funktioniert. Man hat keine Chance, mit typischen Frontendfiltern einerseits 5A wegzufiltern und gleichzeitig den Bereich direkt unter 174 MHz durchzulassen. Das geht nur mit schmalbandigen Filtern (z.B. SAW-Filtern oder Cavity-Filtern). Ich hab' sowas ähnliches (ATSC-verträglicher RX, der ca. 1 MHz unterm TV-Kanal funktionieren muss) schon entwickelt. Das war zwar nicht wirklich ein Problem, aber ich weiß auch, welchen Aufwand ich für einen durchstimmbaren Empfänger hätte treiben müssen...

Nur zur Erinnerung: 10 kW ERP ergeben bei 0-dBi-Empfangsantenne in 1 km Entfernung -5 dBm. Wenn ich die weit verbreitete Norm-Empfindlichkeit von -107 dBm zugrunde lege, komme ich dann auf 102 dB Blockingdynamik, die man (statt der normativ geforderten 84 dB) erreichen muss. Durchaus machbar, aber nicht mit "preiswerten" Empfängern.
Nungut, zum Glück ist so ein DAB-Signal sehr breit, so dass immer nur ein kleiner Teil der Sendeenergie z.B. auf Nebenempfangsstellen fallen wird. Insofern wird das dann wohl gerade noch so machbar. Spätestens bei Intermodulation komme ich dann aber relativ schnell ins Schwitzen, wenn der Empfänger nicht gerade eine Stromaufnahme im Wattbereich haben darf...


In der Regel wird bei Koordinierungen von Frequenzen durchaus darauf geachtet, nicht zu dicht neben extrem starken "Brummern" empfangen zu müssen - daher kommt z.B. auch die Limitierung auf Kanal 12, daher kommen auch manche Einschränkungen bei 107,9 MHz. Und das, obwohl bei z.B. Flugfunktechnik extremer Aufwand getrieben wird.

Das Ganze wird dann ein wenig entspannter, wenn die Nutzungen punktuell erfolgen. Wenn also z.B. 5A in München ausgesandt würde, könnte man das machen, wenn die paar belegten Kanäle unterhalb 174 MHz, bzw. deren Nutzer, einige km weit weg vom Sendestandort sind. Wenn man aber ein flächendeckendes Netz aufbaut, ist das ja fast nirgends der Fall... Umgekehrt fände ich es als Rundfunkhörer ja auch nicht toll, wenn auf 173,900 MHz ein 50-W-Betriebsfunksender senden würde.

Vielleicht wird ja auch im 2m-Band einiges so umkoordiniert, dass man den Zustand erreicht, dass 5A nicht mehr irgendwelche anderen Dienste stören kann (z.B. auch Gebäudefunkanlagen)

von DH0GHU - am 13.06.2016 18:54
Zitat
DH0GHU
@Zwölf:
Die Specs der Modulhersteller geben irgendwo um 40 dB als Nachbarkanalunterdrückung und auch nicht sonderlich viel mehr für weiter entfernte Kanäle an.
Bei Mobilfunkdienst-Anwendungen reden wir von Unterschieden zwischen Nutz- und Störsignal von bis ca. 100 dB.


Das sind alles nur theoretische Werte unter Idealbedingungen. Der Bereich unter 174MHz leidet in der Praxis genauso unter durch HF Stoerern wie Laptops, Schaltnetzteilen... zugerauschtem Band wie der Bereich ueber 174MHz. 100dB Unterschied ist daher voellig indiskutabel und praxisfern es sei denn der Beamte stellt sich irgendwo in einen abgelegenen Wald und schaltet sein eigenes Handy aus. Genauso wie bei DAB oder analogem Radio ist es folglich eine Frage der Mindestempfangspegel, welche durch entsprechende Netztplanung, in diesem Falle des Boehoerdenfunknetzes, auf das fuer sicheren Empfang neben einem starken DAB Sender notwendige Level gebracht werden muessen.
Einen Empfangspegel von -5dbm wie in deiner Berechnung, habe ich noch nirgends erreichen koennen, nichtmal direkt unterm Sender. Das Maximum was ich je hatte lag glaube ich bei ca. -20dbm bei sehr niedrigen UKW Fuellsendern ohne grosse stark buendelnde Sendeantenne. Bei DAB liegt es meist bei so max. 70dBu was dann -35dbm sind, je nach Hoehe und groesse der Sendeantenne. In Moorfleet komme ich sogar unterm Sendemast nur auf 50dbu, da die alte grosse horizontale Antenne extrem gut buendelt, bei 1km Entfernung kaum mehr da man dann immernoch deutlich unterhalb der Sendekeule ist.
Zwischen Theorie und Praxis gibt es leider immer wieder Unterschiede. Ich denke der 5A wird auch in Deutschland kommen genauso wie irgendwann der Bereich 13A-13F und ein zukuenftiger Nutzer der Nachbarbereiche wird sich darauf einstellen muessen.

von Nordlicht2 - am 14.06.2016 08:54
@Nordlicht2: Dann darf auch kein Polizeiheli in der nähe eines Senders fliegen?
Du sagst, das kommt in der Praxis nicht vor? Die Kunden meines Arbeitgebers sagen da was anderes.
Sorry, ich hatte nunmal genau dieses Problem zu lösen: Kanal-5-Sender (allerdings USA, ATSC, 4 oder 5 dB mehr Leistung im vorliegenden Fall) war mehr als nur 80 dB stärker als das Nutzsignal. Das ging in Richtung 100 dB und mehr. War in dem Fall kein Problem, weil die Anwendung eine Einkanalanwendung war, aber ein Empfänger, der durchstimmbar ist, wäre schon aufgrund des begrenzten Power-Budgets nicht ausreichend großsignalfest machbar gewesen.
Die tatsächlich nutzbare Empfindlichkeit liegt in vielen mir bekannten Anwendungen übrigens noch weit unter -107 dBm (entspricht ca. 5 µV/m bei 174 MHz) - nicht alle Funk-Anwendungen laufen direkt im Rechenzentrum.. ;-)


Zur Feldstärke: Nimm mal das Beispiel Köln:
Colonius Höhe ca 250m
Kölnturm ca. 800m entfernt, 150m hoch.
Je nach DAB-Sendeantenne hast Du da keine 6 dB Winkeldämpfung.
Nehmen wir mal 6 dB an.
Dann kommst Du bei 10 kW ERP, 0 dBi Empfangsantennengewinn und 6 dB Winkeldämpfung immernoch auf über -10 dBm am Empfängereingang.
Wenn diese Pegel nicht erreicht werden, wird entweder ein extrem scharf bündelndes Antennendiagramm benutzt (die häufig benutzten einfachen Antennen bei DAB+ sind das dann aber nicht...), oder die Empfangsantenne taugt nix, oder das Funkfeld ist nicht frei.
Dass Du direkt unterm Turm deutlich niedrigere Pegel hast, ist klar. Selbst ein einfacher Dipol hat eine deutliche Nullstelle in seiner Längsachse und kommt dann locker auf 20 dB Winkeldämpfung.

Gegen lokale Belegungen von 5A spricht ja nichts - wenn z.B. NRW 5A nutzt, werden die VHF-Kanäle nahe 174 MHz halt bevorzugt in Nachbarbundesländern vergeben.
Was aber ein Unding ist, ist, dass ein Funkdienst alles darf, und seine Nachbarn quasi nichts dürfen. 5A deutschlandweit bedeutet, ca. 172 bis 174 MHz deutschlandweit nur mit Einschränkungen nutzen zu können.

Außerdem greift diese Betrachtung zu kurz:
Ein 1-W-Sender im Nachbargebäude stört den DAB-Empfang natürlich auch, wenn der Sender nur weit genug weg ist...

13A bis 13F sind übrigens nicht Teil des TV-Bereichs. Der endet laut Frequenznutzungsplan bei 230 MHz, und das ist eigentlich europaweit so. Darüber findet u.a. Flugfunk statt. Auch wenn sich manche Länder nicht dran halten...

Mir würde es ja durchaus gefallen, würde 5A mit einem 2. Bundesmux belegt - aber die Probleme, die das mit sich bringt, darf man dabei nicht ignorieren, und sie sind eben nicht rein theoretischer Natur.

von DH0GHU - am 17.06.2016 08:20
Zitat
DH0GHU
@Nordlicht2: Dann darf auch kein Polizeiheli in der nähe eines Senders fliegen?
Du sagst, das kommt in der Praxis nicht vor? Die Kunden meines Arbeitgebers sagen da was anderes.
Sorry, ich hatte nunmal genau dieses Problem zu lösen: Kanal-5-Sender (allerdings USA, ATSC, 4 oder 5 dB mehr Leistung im vorliegenden Fall) war mehr als nur 80 dB stärker als das Nutzsignal. Das ging in Richtung 100 dB und mehr. War in dem Fall kein Problem, weil die Anwendung eine Einkanalanwendung war, aber ein Empfänger, der durchstimmbar ist, wäre schon aufgrund des begrenzten Power-Budgets nicht ausreichend großsignalfest machbar gewesen.
Die tatsächlich nutzbare Empfindlichkeit liegt in vielen mir bekannten Anwendungen übrigens noch weit unter -107 dBm (entspricht ca. 5 µV/m bei 174 MHz) - nicht alle Funk-Anwendungen laufen direkt im Rechenzentrum.. ;-)


Zur Feldstärke: Nimm mal das Beispiel Köln:
Colonius Höhe ca 250m
Kölnturm ca. 800m entfernt, 150m hoch.
Je nach DAB-Sendeantenne hast Du da keine 6 dB Winkeldämpfung.
Nehmen wir mal 6 dB an.
Dann kommst Du bei 10 kW ERP, 0 dBi Empfangsantennengewinn und 6 dB Winkeldämpfung immernoch auf über -10 dBm am Empfängereingang.
Wenn diese Pegel nicht erreicht werden, wird entweder ein extrem scharf bündelndes Antennendiagramm benutzt (die häufig benutzten einfachen Antennen bei DAB+ sind das dann aber nicht...), oder die Empfangsantenne taugt nix, oder das Funkfeld ist nicht frei.
Dass Du direkt unterm Turm deutlich niedrigere Pegel hast, ist klar. Selbst ein einfacher Dipol hat eine deutliche Nullstelle in seiner Längsachse und kommt dann locker auf 20 dB Winkeldämpfung.

Gegen lokale Belegungen von 5A spricht ja nichts - wenn z.B. NRW 5A nutzt, werden die VHF-Kanäle nahe 174 MHz halt bevorzugt in Nachbarbundesländern vergeben.
Was aber ein Unding ist, ist, dass ein Funkdienst alles darf, und seine Nachbarn quasi nichts dürfen. 5A deutschlandweit bedeutet, ca. 172 bis 174 MHz deutschlandweit nur mit Einschränkungen nutzen zu können.

Außerdem greift diese Betrachtung zu kurz:
Ein 1-W-Sender im Nachbargebäude stört den DAB-Empfang natürlich auch, wenn der Sender nur weit genug weg ist...

13A bis 13F sind übrigens nicht Teil des TV-Bereichs. Der endet laut Frequenznutzungsplan bei 230 MHz, und das ist eigentlich europaweit so. Darüber findet u.a. Flugfunk statt. Auch wenn sich manche Länder nicht dran halten...

Mir würde es ja durchaus gefallen, würde 5A mit einem 2. Bundesmux belegt - aber die Probleme, die das mit sich bringt, darf man dabei nicht ignorieren, und sie sind eben nicht rein theoretischer Natur.


Einfach mal unterm Turm messen und dann nochmal 800m weiter entfernt. Die Ergebnisse werden dich uebrraschen, was daran liegt, dass du mit dir unbekannten Antennendiagrammen rechnest. Das es unterm Turm weniger Pegel zeigt, ist nur bei UHF und eben bei alten grossen VHF TV Antennen der Fall. Bei allen anderen ist es immer direkt am Turm am starksten und 800m weiter schon deutlich schwaecher. Ich meine natuerlich nicht senkrecht unter der Antenne. Merkt man auch ohne Messgeraet, wenn Kreuzmodulation im Empfaenger auftritt.
Was 13A-13F betrifft. Es geht um DAB und nicht um TV. Warum koennen alle Radios diesen Bereich und wird DAB im Ausland auch in diesem gesendet? Deutschland hinkt hier einfach hinterher, da hier noch uralte Technik in Verwendung ist. Was soll denn in Zukunft nur in Deutschland in diesem Bereich gesendet werden?

von Nordlicht2 - am 17.06.2016 08:44
Zitat
GLS
Aus der Liste der Ensembles weltweit geht hervor, dass 6C nirgendwo in Deutschland oder Grenznähe auf Sendung ist.

Weil diese Liste keine DVB-T-Sender beinhaltet, kommst Du zu der falschen Annahme. Der Kanal 6 ist für die Region um Szczecin (Polen) und Wrocław geplant. BNetzA hat diese Sender bereits durchgewunkeln. Außerdem liegt eine Zustimmung von BNetzA vor, für die Nutzung des Kanala 6C in Zielona Góra (Polen) vor. Das bedeutet, dass entlang der Oder-Neiße-Grenze der Kanal 6C nicht genutzt werden kann. Da Polen den Kanal 6 für TV nutzt, wird die Zustimmung für den Kanal 6C entweder zurückgezogen oder erweitert. Gleichzeitig mit der Zustimmung für den Kanal 6C in Polen erteilte die polnische Regulierungsinstitution eine Zustimmung für die Nutzung des Kanals 6C in Leipzig (Stadtwerke).

Geplante Sender:
- Woj. Westpommern -
K6 Szczecin Kołowo 20 kW

- Woj. Niederschlesien -
K6 Wrocław Ślęza 15 kW
K6 Wałbrzych Chmielec 0,3 kW
K6 Trzebnica Farna 2,0 kW
K6 Kłodzko Czarna Góra 0,5 kW
K6 Jelenia Góra Śnieżne Kotły 8,0 kW (1490 m ü NN + 27 ü. dem Grund) / strahlt weit nach Deutschland hinein.
K6 Bogotynia Wysoka 0,2 kW

Ohne Bedeutung für die Grenzregion

- Woj. Schlesien -
K6 Katowice Kosztowy 20 kW

- Woj. Pommern -
K6 Gdańsk / Chwaszczyno 20 kW
K6 Lębork Skórowo 7 kW
K6 Szymbark 7 kW (südlich von Gdansk/Danzig)

von Seltener Besucher - am 17.06.2016 15:57
Zitat
Nordlicht2

Einfach mal unterm Turm messen und dann nochmal 800m weiter entfernt. Die Ergebnisse werden dich uebrraschen, was daran liegt, dass du mit dir unbekannten Antennendiagrammen rechnest. Das es unterm Turm weniger Pegel zeigt, ist nur bei UHF und eben bei alten grossen VHF TV Antennen der Fall. Bei allen anderen ist es immer direkt am Turm am starksten und 800m weiter schon deutlich schwaecher. Ich meine natuerlich nicht senkrecht unter der Antenne. Merkt man auch ohne Messgeraet, wenn Kreuzmodulation im Empfaenger auftritt.
Was 13A-13F betrifft. Es geht um DAB und nicht um TV. Warum koennen alle Radios diesen Bereich und wird DAB im Ausland auch in diesem gesendet? Deutschland hinkt hier einfach hinterher, da hier noch uralte Technik in Verwendung ist. Was soll denn in Zukunft nur in Deutschland in diesem Bereich gesendet werden?

Nochmal: Die Probleme in Nachbarschaft zu VHF-Broadcast sind real - sonst würde man zu ihrer Behebung nicht viel Geld ausgeben müssen ;-)
Man muß in 800m Entfernung eines 200m-Turms nunmal nicht 200m niedriger sein als der Turm, sondern kann sich auf Geländeerhebungen, im Gebäude oder im Luftfahrzeug mitten in der Hauptstrahlungskeule befinden...


Zu Kanal 13: Ob DAB oder DVB-T ist doch erstmal egal. Der Überbegriff dafür ist Rundfunkdienst, dieser hat Zuweisungen, die Anwendung ist terrestrischer Rundfunk, und DAB oder DVB-T kommt nur als Nutzungshinweis in den Zuweisungen vor. Die Frage "was da gesendet werden soll" stellt sich nicht, da wird gesendet, und zwar fleissig.


Zitat
Cha
13C und 13D sollten doch noch frei sein. Es hieß ja, dass man die Kanäle aufgrund geringer Abstände nicht zusammen nutzen soll, aber einer einzeln davon dürfte doch gehen.


Nochmal: Kanal 13 ist ein Sonderfall. Der ist allenfalls aufgrund nationaler Sondervereinbarungen für T-DAB nutzbar; so wie 225-230 MHz (also 12B-12D) aufgrund nationaler Bestimmungen militärisch genutzt werden kann: Das harmonisierte Militärfunkband beginnt derzeit europaweit(!) bei 225 MHz.

Das kann man alles schwarz auf weiß nachlesen. Sei es in der Common Allocation Table des ERO, sei es in der nationalen Umsetzung in Form des Frequenznutzungsplans der BNetzA. Spätestens in letzterem ist für jeden erkennbar, dass DAB hierzulande nicht oberhalb 230 MHz stattfindet.
Daran wird sich angesichts der Knappheit militärisch nutzbarer UHF-Frequenzen auch nichts ändern.
Man sieht die "Hackordnung" ziemlich gut in den Allocation Tables.
Überall ab 230 MHz steht ausschließlich und nur FIXED und MOBILE als Primärnutzer eingetragen.
"Broadcast" ist noch nichtmal in Kleinschrift als Sekundärnutzer eingetragen, sondern (Kanal 13) nur als Application mit entsprechender Bemerkung als "sharing with defense on national basis". Eindeutiger gehts doch wirklich nicht.
Hausrecht = Primärnutzer
Gastrecht = Sekundärnutzer
T-DAB -> weder noch, sondern nur mit Ausnahmeregelung geduldet.

Auf Kanal 12, um diese leidige Kanal-12-Leistungs-Diskussion noch mal zu beleuchten, ab 225 MHz, genießt FIXED MOBILE in Form von Militär hingegen Gastrecht, d.h. die militärischen Funkanwendungen haben dort schlicht und ergreifend eine Art "Minderheitenrecht", d.h. der Primärnutzer MUSS diesen auch ein wenig Eingeständnisse machen. Daher sind die Einschränkungen in der Leistung dort ok.
Ausschließlich unterhalb 225 MHz ist BROADCAST alleiniger Nutzer, d.h. "Primär exklusiv", ohne parallel existierenden Sekundärnutzer.
.. und auf Kanal 5 bis 11 darf auch LAND MOBILE funken... ;-)


Das sind einfach auf internationalen Verträgen beruhenden Fakten, denen sich keine nationale Fernmeldebehörde einfach so widersetzen kann, auch wenn das noch so wünschenswert für einen 2. Bundesmux wäre.

Genauso, wie nunmal Kanäle in internationalen Konferenzen nach aufwändigem Procedere in jahrelanger Kleinarbeit zwischen Ländern aufgeteilt wurden. Nur weil diese Belegungen noch nicht umgesetzt sind, sind diese Kanäle noch lange nicht frei.
Wie geil hätten wir's gefunden, wenn unsere Nachbarn vor 2011 einfach alle Kanäle von 5 bis 11 mit DVB-T und DAB belegt hätten, nur weil die DAB-Nutzungen in Deutschland noch nicht on air waren? Ich kann mir auch nicht einfach das Steak vom Nachbartisch im Restaurant klauen, nur weil der Tischnachbar noch nicht zu Essen angefangen hat...

Edit: Hier findet man die genannte ERO-Publikation "THE EUROPEAN TABLE OF FREQUENCY ALLOCATIONS AND APPLICATIONS IN THE FREQUENCY RANGE 8.3 kHz to 3000 GHz (ECA TABLE)"

von DH0GHU - am 17.06.2016 23:44
Zitat

Es gab ja mal 2013 für den 2.Bundesmux die Planvariante, den Kanal 8A im Norden, den Kanal 9B in der Mitte, und den Kanal 7B im Süden zu verwenden, z.B. in diesem Dokument
http://www.drm-radio-kl.eu/berichte_vortraege/drmplus-hdradio/DRM-Forum%20-%20Position_zu_DRMplus_03-09-2013.pdf


Wenn man sich die Karten so anschaut, sieht man, dass für viele Grenzregionen Kanal 9D vorgesehen ist/war. Mal abgesehen vom Grenzgebiet zu Österreich (ließe sich aber vlt. derzeit noch relativ gut verhandeln, da es in AT noch keinen Regelbetrieb gibt), wäre der 9D wahrscheinlich relativ gut großflächig machbar (international gesehen). Man müsste in erster Linie nationale Lösungen finden (v.a. in BW müsste der BuMux2-Betreiber dann wohl auch die Kosten für den Kanalwechsel des SWR-Muxes tragen).

Grundsätzlich würde ich bei der Kanalsuche allerdings folgendes berücksichtigen

1.) Auf Empfänger, die mit Mehrkanallösungen Probleme haben, kann man nicht ewig Rücksicht nehmen, allein schon wegen Regionalprogrammen
2.) Im Alltag betrifft es eher eine Minderheit, die etwa bei einer 3-Zonen-Lösung täglich über die Grenzen fahren würde. Urlaubsfahrer usw. sind beim BuMux2 eher zweitrangig.
3.) Zur Not wäre auch ein zentral-deutsches SFN, dass die Metropolen verbindet, ergänzt durch Standorte auf anderen Kanälen in den Grenzgebieten eine gute Lösung. Der Hauptverkehr könnte dann von den Vorteilen des SFNs profitieren. Grenzsender innerhalb dieses zentral-deutschen SFNs könnten dann z.B. u.a. Berlin und München sein, die dann stark gerichtet ins Landesinnere senden würden, um eine Konfrontation etwa mit polnischen oder österreichischen Planungen zu vermeiden/mildern.

von Zwölf - am 18.06.2016 00:43
9D ist übrigens in CH auch vorgesehen...

Zu Punkt 1 und 2: Ich stimme Dir grundsätzlich zu. Auch wenn Du vielleicht die Bedeutung des Fernverkehrs unterschätzst. Gerade die Grenze im Süden läuft über einige sehr intensiv genutzte Fernpendlerstrecken. Es gibt durchaus Leute, die täglich von Ulm nach Stuttgart, von Freiburg nach Karlsruhe oder Nürnberg nach Ingolstadt pendeln. Das sind aber alles Probleme, die man auch auf UKW schon gelöst hat. Einen DAB-Doppeltuner braucht man heute in Baden-Württemberg, Norddeutschland oder Bayern auch schon, um zwischen bayrischen Lokalmuxen, baden-württembergischen SWR-Muxen und norddeutschen NDR-Inseln wechseln zu können.

München müßte Schweiz, Österreich und Tschechien berücksichtigen, Berlin müßte Polen und Tschechien berücksichtigen. Westdeutsche Großstädte müßte man auch berücksichtigen, das einzige Land, das dann vielleicht nicht betroffen wäre von Deiner Idee wäre möglicherweise Luxemburg. Layer 5 existiert, und wäre in seiner Aufteilung nun wahrlich keine Katastrophe, zumal er die Auseinanderschaltung von Angeboten erlaubt. Es klang ja auch zum Teil schon durch, dass das durchaus für Anbieter interessant wäre. Die dadurch z.B. besser platzierbare Werbung (Werbung (und Wetter) für Alpenurlaub im Norden, Werbung für Ostseeurlaub im Süden? ;) ) ist ja schon wirtschaftlich nicht uninteressant. Technisch ist nur an 2 Grenzlinien eine gewisse SFN-Verdichtung nötig, da die Grenze aber eh ungefähr dem Verlauf der Juragebirge folgt, ist das viellicht gar nicht sooo schlimm.

Mit 7 flächendeckenden Bedeckungen und Großstadt-Spots ist das Band III nunmal ausgereizt. Reicht immerhin für ca. 100 Programme.

von DH0GHU - am 18.06.2016 07:19
Zitat
stefsch
Das L-Band wäre gut gewesen um in Metropolregionen Special-Interest-Programme anzubieten.

Am L-Band war nahezu nichts gut! Es ist gut, dass man sich davon verabschiedet hat.

Zitat
stefsch
Über DRM+ hätte man UKW nach und nach Digitalisieren können. Für Einzelfrequenzstandorte, Lokalsender und so...

In welche nicht vorhandenen Lücken hättest du die DRM+ Programme denn reinstopfen wollen?

Zitat
stefsch
Zitat
zerobase now
... Natürlich ist das für die Leute die in einem Grenzgebiet leben und möglicherweise pendeln nicht gerade optimal, aber auch dafür könnte es Lösungen geben.....
Für die meisten gibt es da eine Lösung, sie heisst "UKW" und es gibt sehr viele Endegeräte dafür...;)

Dann viel Spaß damit, die gut 15 möglichen Programme eines Bundesmux 2 in ganz Deutschland auf UKW unterzubringen.

Zitat
zerobase now
Natürlich wäre ein bundeseinheitlicher Kanal wünschenswert, aber wenn das nicht geht, muss man eben kreativ sein. Natürlich ist das für die Leute die in einem Grenzgebiet leben und möglicherweise pendeln nicht gerade optimal, aber auch dafür könnte es Lösungen geben. Ich würde das Ganze nicht so pessimistisch sehen. Hauptsache man bekommt den 2. BM landesweit hin.

Mal davon abgesehen, dass der Vorteil des SFNs in den Übergangsbereichen flöten geht, muss es für jedes DAB-Radio einfach zum Standard gehören, mit solchen MFN-Situation zurecht zu kommen. Entweder lasse ich den Leuten die Möglichkeit, den Kanal frei auszuwählen, oder ich baue eine Logik ein, die immer den stärksten Kanal auswählt. Dass es da Gurkenradios gibt, die das nicht können, was auf UKW dank RDS schon lange Standard ist, ist eigentlich traurig.

von Habakukk - am 07.09.2016 13:40
Zitat
stefsch
Ich muß davon ausgehen, das die "Kampfkordinationen" wie z.B. 11C: Brocken, Hamburg, NL, Hessen? Oder 6B: Brocken, NL, oder 11D Bayern vs. NRW nicht anders als mit Frequenzmangel zu erklären sind.....und noch ist "bei mir" (Region Hannover) nur wenig (für nicht DXer) auf DAB zu empfangen, die Nachbaranstalten fehlen hier völlig. Da bleibt nur die Befürchtung, das die Frequenzen nicht reichen werden um das Vorhandene (die Besitzstände :xcool:) auf DAB abzubilden...

Das L-Band wäre gut gewesen um in Metropolregionen Special-Interest-Programme anzubieten.
Über DRM+ hätte man UKW nach und nach Digitalisieren können. Für Einzelfrequenzstandorte, Lokalsender und so...

Insgesamt erscheinen mir die Konzepte für die Radiozukunft etwas planlos.....

stefsch


Wirklich schade, dass man damals keine besseren Planer eingesetzt hat ;-)

Es gibt allerdings historische Gründe für diese Planungen, so war früher nur Kanal 12, dann Kanal 10 bis 12 für DAB vorgesehen. Das ging dann eben nicht ohne so Mist wie 11D Bayern gegen 11D NRW. Stichwort GE06 - damals waren auch noch Kanäle für DVB-T vorzusehen.

Overspill zu schützen, ist nicht wirklich Aufgabe der Frequenzplaner, und das funktioniert bekanntlich auch auf UKW nur zufällig. Beispiele wurden hier im Forum auch schon zuhauf diskutiert. Auf UKW muss man ja je nach Region (Rheinebene zum Beispiel) schon froh sein, einen 100 km entfernten 100-kW-Sender noch mit etwas Aufwand zu empfangen.
Wenn, dann geht das nur mit guten Empfängern, denn spätestens 200 kHz daneben ist schon wieder ein Ortssender. Nur dass man eben dennoch inklusive Overspill und "Insel-Sendern" meist nicht mehr als 30-40 Programme normalhörertauglich empfangen kann. Ohne Overspill sowieso nicht, das geht technisch bei 20 MHz Gesamt-Bandbreite einfach nicht, wenn man nicht nur Inselversorgungen in Großstädten realisieren will.
Theoretisch ist schon viel früher Schluß, versuch mal den Frequenzbedarf eines EINZELNEN flächendeckend in einer Ebene ausgestrahlten Programms zu ermitteln (Tipp: Wabenstruktur), selbst wenn Du statt der üblichen 400 kHz mit 300 kHz rechnest, wirst Du schnell merken, dass die tatsächliche Kapazität bei

von DH0GHU - am 08.09.2016 07:22
Wird zwar jetzt arg OT, aber trotzdem:

Zitat
DH0GHU
Overspill zu schützen, ist nicht wirklich Aufgabe der Frequenzplaner, und das funktioniert bekanntlich auch auf UKW nur zufällig.

Ist ja z.T. auch historisch bedingt, z.B. 100kW Rundstrahlung an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Und ist auch je nach Bundesland und je nach UKW-Frequenzkette sehr unterschiedlich ausgeprägt. Und betrifft eigentlich auch nur alles, was zu Genf 84 koordiniert wurde, also meistens 3-4 öffentlich-rechtliche Programme und 1-2 Privatsender. Alles an Gefunzel, das bei UKW nachkoordiniert wurde, hat ja oft sogar deutlich weniger Overspill als heutige DAB-Ensembles.

Zitat
DH0GHU
Bei DAB+ ist es nun so, dass es überall mehrere regionale und lokale Bedeckungen geben kann, die meist noch garnicht aktiv sind. Dafür reicht das Spektrum locker aus. Natürlich behindert das weitreichenden Overspill (RB in Hannover, RTL89.0 im Münsterland), aber das ist für Normalhörer doch von so Ausnahmen wie SWR3 in Köln abgesehen eh meist irrelevant.

Sagen wir so: das Overspill-Problem haben in meinen Augen v.a. die Öffentlich-Rechtlichen, denn die dürfen per Gesetz halt nur die Bundesländer versorgen, für die sie einen Auftrag haben. Entsprechend wird der SWR die Kölner Bucht halt auch im DAB-Zeitalter vermutlich von einem Standort auf rheinland-pfälzischem Boden versorgen müssen.

Wünschenswert wäre also zumindest für die öffentlich-rechtlichen Ensembles, dass an den grenznahen Standorten bei DAB mit 10kW Rundstrahlung gearbeitet wird, wann immer es geht, damit man zumindest ein bißchen Overspill hinbekommt.

Ein 50kW-UKW-Sender lässt sich aber nun mal bei DAB nur schlecht adäquat ersetzen, gerade was die Indoorversorgung von Ballungsräumen angeht.

Hier sehe ich nur 2 Lösungen, um den von UKW gewohnten Overspill auf DAB hinzubekommen:
- Die ARD-Anstalten einigen sich darauf, dass die Ensembles jeweils durch grenznahe Standorte in Nachbarbundesländern erweitert werden dürfen.
- In grenznahen Gebieten werden die von UKW-bekannten Programme der Nachbaranstalt in Regionalensembles mit verbreitet.

Ganz abwegig ist das ja nicht, bei DVB-T funktioniert es ja auch, dass ein SWR- oder MDR-Fernsehprogramm auch in Bayern verbreitet wird.

Bei den Privaten sehe ich die Sache etwas anders. Ein Programm wie 89,0 RTL, das natürlich in weiten Teilen Niedersachsen zum Standard gehört, obwohl es ja aus Sachsen-Anhalt kommt, ist ja im DAB-Zeitalter nicht auf einen leistungsstarken Standort auf dem Brocken angewiesen. Die könnten sich genausogut in einem künftigen landesweiten Ensemble für Niedersachsen einmieten und so ihr Versorgungsgebiet sogar noch erweitern. Kapazitäten sind bei DAB ja genug da.

von Habakukk - am 08.09.2016 07:51
Zitat
DH0GHU
Zitat
Nordlicht2
Eine landesweite Bedeckung je Bundesland reicht auch aus oder glaubt jemand es koennen 1,5 regionale plus 1,5 landesweite Muxe zusaetzlich zum 1. und 2. BMux nur mit Privatprogrammen gefuellt werden.

Die Ursprungsplanung ging in Bayern von 3 Landesmuxen aus. Ein Privater und 2 des BR. Nur durch die Umstellung auf Lokalmuxe wird man mit 2 Bedeckungen auskommen. 1 Landesmux reicht nie und nimmer, es muß immer mindestens 2 geben, um den Versorgungsauftrag der ARD-Anstalten einerseits und den Gewinnerzielungsauftrag der Privaten andererseits unter einen Hut zu bekommen.


Die urspruengliche Planung ging aber auch von MP2 als Codec aus welcher im Schnitt mehr als die doppelte Kapazitaet des heute verwendeten AAC Codec benoetigte.

Zitat
Habakukk
Zitat
Nordlicht2
Da wo es moeglich ist wird auch der 2. BMux aber auf einheitlichem Kanal senden. Die ARD Anstalten sind schon fleissig beim umkoordinieren. Landesbedeckungen heist hier also nicht in jedem Fall nur (bundes)landesweite Frequenzen.

Weißt du da schon konkreteres, welche Kanäle umkoordiniert werden?


Nein aber entsprechendes hoert man von den ARD Anstalten wenn man nach DAB+ Ausbau usw. fragt. In NS und Sachsen beispielsweise sind schon eher noch unerklaerliche Neukoordinationen in der BNA Liste aufgetaucht. Genaues weiss man aber nicht, denke das wird erst spaeter entschieden werden. 5A wie nun erwaehnt, ist ja zumindest ausserhalb von NRW vielleicht kein Problem, wobei ich bisher dachte, den hat man im Tausch an das Ausland 'abgeschoben'.

von Nordlicht2 - am 16.11.2016 15:11
Zitat
DAB_Saar
Ich habe meine Bedenken, ob 2 Bundesmuxe funktionieren, da das Radio so eine wichtige, nämlich die regionale Komponente verliert.

Außerdem wird der zweite Mux nie den Ausbaugrad des 1.Bundesmuxes erreichen, da die öffentlichen Treibkräfte (DLR) fehlen.

Die Zeit wird zeigen, ob dies dazuführt, dass viele Programme vom ersten in den Zweiten Bundesmux wechseln und dann beginnt der Teufelskreis. Teurere Verbreitungskosten für die verbliebenen Programme und iwann steht das DLR (fast) alleine da.

Aber nehmen wir an, dass der 2.te Bundesmux ein Erfolg wird und der 1.te erfolgreich bleibt, dann führt das meiner Meinung dazu, dass es in vielen Bundesländern nicht mehr für einen privaten Landesmux reicht und es nur noch ein Mischmux mit den ÖR gibt.

Aber der 2.te Bundesmux köntne natürlich v.a. on den Regionen aktiv sein, wo es wenig Auswahl an Landesmuxen gibt.


1. Kommt drauf an, wie man das Angebot gestaltet. Die Priortät sollte nicht auf einem bundesweiten Abklatsch regionaler UKW-Angebote liegen, sondern in zusätzlichen Angeboten, die regional schwer refinanzierbar wären.

2. Entsprechenden Erfolg von DAB+ vorausgesetzt, glaube ich schon, dass auch der 2. BuMux einen Ausbaustand erreichen kann, der mindestens so gut wie der derzeitige des 1. BuMux ist.

3. Ich vermute, dass man diesem Problem vorbeugen wird. Davon abgesehen könnten BuMux-Plätze in der Zukunft ziemlich begehrt sein; ich glaube eher, dass es mittel- bis langfristig mehr Interessenten geben wird, als es auf den beiden Bundesmuxen Plätzen gibt.

4. Das glaube ich nicht. Aber selbst wenn es in manchen Bundesländern keinen privaten Landesmux mehr geben sollte, wären immernoch Lokalmuxe möglich, in denen ja auch landesweite Programme senden können.

Zitat
Chris
wenn ich mir das so ansehe, was der Bauerverlag etc. als "Spartensender" so überlegt :-/

Warum, was überlegt der Bauerverlag denn so? Das Konzept von PRD klang ja ganz interessant, aber das scheint wohl nichts mehr zu werden, oder?

von Zwölf - am 18.11.2016 21:06
Zitat
Nordlicht2
Die Landesmuxe wurden fast ueberall abgeschaltet (NDR) oder teilweise abgeschaltet (rbb) und erst Stueck fuer Stueck wieder angeschaltet (ausser rbb). Der NDR begann mit der Wiederanschaltung im November 2011 aber auch nur in Kiel, Hamburg, Schwerin und Hannover, Visselhoevede, Steinkimmen. Klar gab es schon 2011 DAB+ aber eben nur fuer einen sehr kleinen Teil der Bevoelkerung. Einige Forenteilnehmer, gar nicht so sehr in diesem hier, aber zum Beispiel der ehemalige LfM Chef, nehmen die Jahreszahl 2011 und argumentieren gerne als gaebe es deutschlandweit und nach 'so langer Zeit' hat sich DAB+ immer noch nicht voll durchgesetzt. Andere reden sogar von ueber 20 Jahren 'digitalradio'. Da fragen sich dann sogar heute noch Leute, worueber reden die, hier gibt es ueberhaupt gar kein DAB+. Laut Prognosekarten sind das immer noch gar nicht so wenige, die selbst heute noch nicht In Door versorgt sind. Wie gesagt, dann hilft ein Blick auf die Versorgungskarten mit Jahreszahlen.


Ohman kann man nicht lesen. Ich hab doch geschrieben bis auf NDR und RBB Gebiet gab es schon Landesmuxe, die eben nicht abgschalten waren. Mobil war 2011 schon ein Großteil von Deutschland DAB-Empfang möglich, somit ist die Aussage "es gibt 2011 in Deutrschland DAB+ in diesen Land" auch nicht so falsch. DVB-T kann ich in Deutschland auch nicht überall Empfangen werden und trotzdem sagt jeder, in Deutschland gibt es DVB-T, in der USA ATSC. In GB hast auch nicht überall DAB.

Ich bleibe dabei, DAB/DAB+ ist seit 2011 in Deutschland verfügbar. Die Abdeckung und die Versorgung in den einzelnen Gebieten waren und sind bis heute noch unterschiedlich.

Zitat
Nordlicht2
Andere reden sogar von ueber 20 Jahren 'digitalradio'...

und bezogen sich dabei auf die Ausstahlungin ihrem Bundesland (zb die BDR in Bayern) oder der Entwirklung des Systems. Entwickelt wurde DAB im Eureka-147-Projekt der EU in den Jahren 1987–2000.

Zitat
Nordlicht2
Klar gab es schon 2011 DAB+ aber eben nur fuer einen sehr kleinen Teil der Bevoelkerung.


Für mich wäre ein kleiner Teil der Bevölkerung so bis 35%.

"Am 1. August 2011 ging erstmals ein bundesweit verbreitetes digitales Radioangebot auf Sendung. Über die 27 Sendeanlagen wurden vom Start weg knapp 58 Prozent der Bevölkerung stationär und 73 Prozent für den mobilen Empfang mit dem „Bundesmux“ auf 50% der Fläche versorgt".

58 Prozent ist für mich kein kleiner Teil mehr, sondern schon über die Häfte, mobil (70%) sowieso. Das du zu die 42% dabei warst die kein Empfang hatten, ist zwar bedauerlich aber zu sagen die Aussage "In Deutsachland gibt es seit 2011 DAB+" sei nicht richtig, bzw falsch, ist eben auch falsch. Weil es das System eben sei 2011 bei uns gibt, wenn auch nicht überall aber es gibt es nunmal diese Technik seit 2011 offiziell in Deutschland.

von Kohlberger91 - am 20.11.2016 10:51
ich hatte mir meine DAB Radios immer aus UK (Urlaub) mit gebracht und später dann in der Bucht auch gut verkauft bekommen.
In berlin wurde damals sogar Digital One gesendet ( ein Digitalradiomux mit programmen aus und für UK )
, das war "ein Mehrwert" und dafür waren die Leute auch bereit zu basteln ( Kabel, Antennenleitungen zu verlegen usw. )
Das macht heute bis auf einige Freaks kaum noch einer- da wird lieber gestreamt.

Und zum Empfang. Damals zu DAB zeiten ohne + gab es die Begrenzung auf max 1KW.
Das hätte seinerzeit auch tadelos funktioniert, aber über eine Startphase ist der Netzausbau nicht mehr gekommen.
Trotzdem mal ein Vergleich am NDR: Damals DAB-alt via Torfhaus ( Sendeleistung 630W ) empfang bis und um Magdeburg ( bei Bebauung kein Signal )
heute DAB+ via Drachenberg ( es werden so um die 10KW sein / es ist/ war die Rede von 16KW)
Empfang ungefähr auf gleichen Level, allerdings hatte sich die Situation vor ca 2 jahren geändert.
Entweder das Diagramm wurde geändert oder eben die Sendeleistung zurück genommen ( früher Darchenberg nur an Unterführungen/ Tunnel Aussetzer in Magdeburg, heute schon am Kreuz A2/ A14 erste Probleme und in Magdeburg geht ohne Verstärker nichts mehr im Auto - oder eben UKW.

...und das L-Band fand ich seinerzeit auch nicht verkehrt. Ausgestrahlt mit 1KW vom Funkturm Magdeburg/ Frohse ( süd-westlich nähe A14 ) ging das Signal stabil bis hoch zum Elbepark oder in die andere Richtung bis über die Elbe = so ungefähr ein 30km Radius bevor sich die Programme( Truckradio und Radio Nova ) mit lauten blubbern verabschiedeten

von zausel001 - am 21.11.2016 07:36
Zitat
Pronit
Passt hier vielleicht am ehesten rein:

golem.de: Analog-Abschaltung: Private Sender bezweifeln Machbarkeit von DAB+

In dem Artikel wird nochmals der Kanal 5A für die zweite bundesweite Bedeckung genannt. Ansonsten die übliche Anti-DAB Leier:

Zitat
Klaus Schunk
"Bei dem Übertragungsweg DAB+ kritisieren wir neben der fehlenden Akzeptanz der Konsumenten, dass die technische Struktur ausschließlich nach den landesweiten und bundesweiten Bedürfnissen der ARD aufgebaut wird"


Ein bisschen schmunzeln musste ich bei den Äußerungen des VPRT-Vorsitzenden aber schon.

Zitat

Eine Abbildung der vielfältigen lokalen und regionalen Angebote der privaten Anbieter bleibe de facto unberücksichtigt.


Welche Vielfalt meint Herr Schunk hier genau? 40 NRW-Lokalradios, die alle das Gleiche dudeln? Na er macht sicher einfach nur seinen Job, der darin besteht keine neuen Wettbewerber in den Markt zu lassen. Bekommt er nun, da der 2. BuMux auf den Weg gebracht ist, ein wenig Muffensausen?


Natürlich hat der gute Mann in dem Punkt recht und das ist der Nachteil von DAB+. Das Quantum ist eben die Mux größe und sie war bei DAB (alt) mal 6 Prgromme, jz bei DAB+ sind es 10-12 Programme.

Hier wird es auch noch den einen oder anderen treffen, der nicht mehr in einen Mux reinkommt und ein weiterer ist zu teuer und alleine nicht finanzierbar.

Ist natürlich müßig darüber zu diskutieren, wie es wäre, wenn ein TV Kanal nicht 4 DAB Kanale, sondern 8 hätte, aber das hätte die möglichkeit gegeben zumindest einen Mux etwas weitreichender zu koordinieren. Der fehlende Overspil ist ja auch immer ein Kritikpunkt gewesen.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse, die auch betriebswirtschaftlich verständlich sind, zwischen ÖRR und Privaten kann man doch, wie Bundesmux, über den Fehlerschutz regeln.

Natürlich habe ich bei DAB nicht mehr das Kirchturm denken, wie auf UKW, aber das ganze bietet doch Vorteile.
Es können sich doch Lokalradios zu Regionalradios zusammen schließen und so am Nachmittag näher dran sein, als wenn das Programm aus Oberhausen kommt.

von DAB_Saar - am 03.12.2016 00:06
Die Medienanstalten am 9. Dezember:

Zitat

ZAK-Pressemitteilung 11/2016; Mehr Vielfalt bei DAB+ :
Medienanstalten veröffentlichen Ausschreibung für zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex


Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat die Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex veröffentlicht. Voraussetzung dafür war die Zuordnungsentscheidung der Ministerpräsidenten der Länder, die gestern die Gesamtkapazität eines zweiten bundesweiten DAB+ Multiplex an die Medienanstalten zur Belegung mit privaten Programmen vergeben haben.

Die Ausschreibung richtet sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot. Eine Regionalisierung ist nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.

Bewerbungen sind bis zum 24. Februar 2017 an die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) zu richten, die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde. Die Zuweisungsentscheidung trifft im Fall einer Auswahlentscheidung unter mehreren eingehenden Bewerbungen die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK), ansonsten die ZAK. Eine erste Beratung und Bewertung der Anträge ist für Ende März 2017 vorgesehen.

Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM): „Ein weiteres bundesweites Hörfunkangebot ist nicht nur ein Zugewinn an Vielfalt, wir versprechen uns davon auch einen Schub für die DAB+-Reichweite insgesamt. Ein zweiter bundesweiter Multiplex mit weiteren rund 15 Programmplätzen wird einen wichtigen Beitrag zur künftigen Entwicklung des digital-terrestrischen Hörfunkmarkts leisten.“

Die Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex finden Sie hier.

http://www.die-medienanstalten.de/themen/hoerfunk/dab.html


Zum Start sollen alle Landeshauptstädte versorgt sein.

Zwei Jahre später (Q2/2019) sollen 40% der Bevölkerung versorgt sein sowie 50% der Autobahnstrecken.

Die Bedarfsanforderung beinhaltet auch die Anforderungen der Länder, z.B. NRW:
- drei landesweit einheitliche Bedeckungen
- eine landesweite, in neun Regionalgebiete unterteilte Bedeckung

von Manfred Z - am 09.12.2016 09:54
Übliches realitätsfernes Zeugs halt.
Der Bundesmux1 wird von den Bundesmux-1-Teilnehmern finanziert, diese bestimmen über Mindestanforderungen der Aufsichtsbehörde hinausgehende Ausbaustände.
Der Bundesmux2 wird von den Bundesmux2-Teilnehmern finanziert, diese bestimmen über Mindestanforderungen der Aufsichtsbehörde hinausgehende Ausbaustände.
Ein Regionalmux wird von den Regionalmux-Teilnehmern finanziert, diese bestimmen über Mindestanforderungen der Aufsichtsbehörde hinausgehende Ausbaustände.
Ein Lokalmux wird von den Lokalmux-Teilnehmern finanziert, diese bestimmen über Mindestanforderungen der Aufsichtsbehörde hinausgehende Ausbaustände.

Der jeweils Eine hat mit dem jeweils Anderen nichts zu tun. Allenfalls auf der Einnahmeseite durch zusätzliche Konkurrenz und Umverteilung von Werbeeinahmen gibt es eine Beeinflussung.

Und: Je schlechter der Bundesmux 1 ausgebaut ist, desto besser für den Bundesmux 2. Gibt es keinen Bundesmux 2, werden die Investoren woanders investieren. Aber nur dort, wo sie einen ROI erwirtschaften können. Da sie nicht im Bundesmux 1 vertreten sind, sicherlich nicht dort. Vielleicht dafür im Lokalmux Aurich. Oder bei einem Autohersteller. Oder einem Smartphontarifreseller. Oder Blumen. Oder oder oder.

Und, nebenbei: Je mehr Programme es an einem Ort gibt, desto höher die Motivation, ein DAB-Radio zu kaufen. Nur weil es plötzlich auf Usedom den Bundesmux 1 gibt (beispielsweise), wird kaum jemand ein DAB-Radio kaufen. Wenn es aber am Ort X 5 Muxe mit 60 Programme gibt, ist das ein Kaufargument.

von DH0GHU - am 09.12.2016 11:55
Ich habe mal versucht die Bedarfsanmeldungen etwas zu sortieren und habe etwas gemutmaßt, welche Regionen gemeint sein könnten bzw. für wen die Ensembles passen könnten.

Baden-Württemberg
- Bundesmux 2
- Landesweit 1 (*)
- Landesweit 2 (*)
- Landesweit 3/Regional 4 Gebiete (Entfällt im Zwischenschritt, evtl. temp. BuMux2?)
- Landesweit 4/Regional 6 Gebiete (*)
- Lokal Stuttgart (*)
- Lokal Mannheim/Heidelberg (*)
- Lokal Karlsruhe (*)
- Lokal Freiburg (*)
- Lokal Ulm (*)
- Lokal Heilbronn (*)
- Lokal Konstanz/Friedrichshafen (*)

Bayern:
- Bundesmux 2
- Landesweit 1 (11D) (*)
- Landesweit 2 (10D, Im Zwischenschritt Bundesmux 2?)
- Landesweit 3/Regional 7 Gebiete (BR?) (*)
> Mainfranken (10A)
> Oberfranken (10B)
> Mittelfranken (8C)
> Niederbayern
> Oberpfalz
> Schwaben
> Oberbayern
- Landesweit 4/Regional 16 Gebiete (Lokalradios?) (*)
- Lokal Würzburg (*)
- Lokal Nürnberg (10C) (*)
- Lokal Regensburg (*)
- Lokal Augsburg (9C) (*)
- Lokal München (11C) (*)

//Ingolstadt lokal entfällt oder fällt unter die 16 Gebiete

Berlin/Brandenburg:
- Bundesmux 2
(*) Berlin/Brandenburg (Zwischenschritt)
- Berlin 1 (*)
- Berlin 2 (*)
- Berlin 3 (temp. BuMux2?)
- Brandenburg 1 (regionalisiert) (*)
- Brandenburg 2 (regionalisiert) (*)
- Brandenburg 3 (landesweit) (temp. BuMux2?)

NDR-Gebiet:
- Bundesmux 2
- NDR Überregional (Im Zwischenschritt evtl. auch als landesweite Bedeckungen)

- Bremen 1 landesweit (*)
- Bremen 2 landesweit (*)
- Bremen 3 Ballungsraum (temp. BuMux 2?)
- Bremen 4 Stadtversorgung (*)

- Hamburg 1 Ballungsraum (*)
- Hamburg 2 Ballungsraum (*)
- Hamburg 3 Ballungsraum (temp. BuMux2?)
- Hamburg 4 Stadtversorgung (*)

- Mecklenburg-Vorpommern 1 (landesweit) (temp. Bumux2?)
- Mecklenburg-Vorpommern 2 (regional, 5 Gebiete) (*)
> Schwerin
> Rostock
> Vorpommern
> Neubrandenburg
> Wismar
- Mecklenburg-Vorpommern 3 (regional, 5 Gebiete) (*)

- Niedersachsen 1 landesweit (temp. BuMux2?)
- Niedersachsen 2 regional (12 Gebiete, Privat?) (*)
- ffn = 10 Gebiete, Antenne = 6 Gebiete, Radio 21 = 7 Gebiete)
- Niedersachsen 3 regional (5 Gebiete, NDR) (*)
> Oldenburg
> Lüneburg
> Osnabrück
> Braunschweig
> Hannover
- Braunschweig lokal (*)
- Delmenhorst lokal (*)
- Emden lokal (*)
- Hannover lokal (*)
- Oldenburg lokal (*)
- Osnabrück lokal (*)
- Salzgitter lokal (*)
- Wilhelmshaven lokal (*)
- Wolfsburg lokal (*)

- Schleswig-Holstein 1 landesweit (temp. BuMux2?)
- Schleswig-Holstein 2 regional (5 Gebiete, NDR) (*)
- Schleswig-Holstein 3 regional (4 Gebiete) (*)
- Kiel lokal (*)
- Lübeck lokal (*)

Hessen
- Bundesmux 2
- Hessen 1 landesweit (*)
- Hessen 2 landesweit (temp. BuMux2?)
- Hessen 3 regional (2 Gebiete) (*)
- Hessen 4 regional (2 Gebiete) (*)
- Rhein-Main Ballungsraum (*)

Nordrhein-Westfalen
- Bundesmux 2
- NRW 1 (*)
- NRW 2 (*)
- NRW 3 (temp. BuMux2?)
- NRW 4 regional (9 Gebiete=WDR-Studios) (*)
> Münsterland
> OWL
> Südwestfalen
> Ruhrgebiet-Ost/Dortmund
> Ruhrgebiet
> Düsseldorf
> Wuppertal
> Köln
> Aachen
//keine Extraanmeldungen für den Lokalfunk

Rheinland-Pfalz/Saarland
- Bundesmux 2
- Überregional (RLP/Saar) (temp. BuMux2?)
- Rheinland-Pfalz 1 (*)
- Rheinland-Pfalz 2 (*)
- Rheinland-Pfalz 3 regional (5 Gebiete) (*)
> Koblenz
> Trier
> Mainz
> Kaiserslautern
> Ludwigshafen
- Lokal, 12 Inseln (*)
> Koblenz
> Trier
> Mainz
> Idar-Oberstein
> Bad Kreuznach
> Kaiserslautern
> Landau
> Neustadt/W.
> Pirmasens
> Zweibrücken
> Ludwigshafen(?)
> Bitburg(?)


- Saarland 1 (*)
- Saarland 2 (*)
- Saarland 3 (*)
- Saarbrücken Ballungsraum (*)

Sachsen
- MDR überregional (auch Landesweit im Zwischenschritt möglich) (*)
- Sachsen 1 (*)
- Sachsen 2 (temp. BuMux2?)
- Sachsen 3 (*)
> Leipzig
> Dresden
> Chemnitz
- Sachsen 4
> Leipzig
> Dresden
> Chemnitz
- Leipzig lokal (*)
- Dresden lokal (*)
- Chemnitz lokal (*)

Sachsen-Anhalt
- MDR Überregional (auch Landesweit als Zwischenschritt möglich)
- Sachsen-Anhalt 1 (6B, MDR) (*)
- Sachsen-Anhalt 2 (11C, Privat) (*)
- Sachsen-Anhalt 3 (temp. BuMux2?)
- Halle lokal (corax) (*)
- Aschersleben lokal (hbw) (*)
//lokal anscheinend für NKLs geplant

Thüringen
- MDR Überregional (auch Landesweit im Zwischenschritt möglich)
- Thüringen 1 (*)
- Thüringen 2 (temp. BuMux2?)
- Thüringen 3 regional (*)
> West
> Mitte
> Nord
> Süd
> Ost
- Erfurt lokal (FREI) (*)
- Eisenach lokal (WB-Radio) (*)
- Ilmenau lokal (hsf) (*)
- Jena lokal (OKJ) (*)
- Nordhausen lokal (Enno) (*)
- Saalfeld lokal (SRB.FM) (*)
- Weimar lokal (Lotte) (*)
//lokal anscheinend für NKLs geplant

// (*) = Im Zwischenschritt geplant

von Japhi - am 09.12.2016 12:38
Zitat
PEQsche
FrankSch hat doch recht. Weil sich die Lokaldummfunker eben nunmal so verhalten wie sie sich verhalten (bestes Beispiel NRW), mussten eben andere Wege gefunden werden. Sie haben ja einen Privatmux in NRW erfolgreich verhindert.

Auch ich trauere denen keine Träne nach. Hier im Saarland mit Radio Salü das gleiche Thema. Man hätte seit 5 Jahren Classic Rock Radio, was ich z.b. gerne gehört habe, fast landesweit und rauschfrei auf den Kanal 9A hieven können.

Da dort aber nach wie vor auf stur geschaltet wird, werde ich denke ich mal nicht der einzige sein, der CRR durch RadioBOB! ersetzt hat. Wer nicht mit der Zeit geht, geht nunmal mit der Zeit.


Natürlich stimmt dies für NRW. Nur ist Deutschland eben nicht NRW. NRW ist attraktiv und mit wenigen Sendern erreicht man viele Menschen.

Machen wir uns nichts vor ohne das DLR wäre der Bundesmux heute nicht, wo wir stehen. Die Lücken, die jz im Herbst geschlossen wurden bzw in den nächsten Jahren noch geschlossen werden, sind im bezug auf der gewonnen Fläche und Menschen teuer und werden immer teurer. Dieses exponentielle Steigerung der Kosten ist aber nichts neues.

In dem zweiten Mux fehlt der Treiber DLR und auch die Privaten, werden wahrscheinlich, nicht mehr so die Interessen haben an einem 99% Ausbau.

Für Saarland bedeutet dies: Wer im Einzugsgebiet des Schoksberg und später Bornberg und eventuell Kettrichshof wohnt, bekommt die Programme und hat Vielfalt.

Aber im Einzugsbereich der Sender Moseltal und Mettlach, sowie zum Teil Tholey sieht es anders aus.

gerade im Saarland aufgrund der Topographie ist ein SFN Gold Wert, das wird es aber im Bundesmux nicht geben.

von DAB_Saar - am 10.12.2016 02:59
Zitat
Peter Schwarz
Eher: Bundesmux + regionale Muxe killen Landemux. Wird wohl in Bayern so passieren.

Der bayerische Landesmux ist in seiner derzeitigen Form nicht überlebensfähig, v.a. seit sich der BR daraus zurückzieht. Ich wage zu bezweifeln, dass dies am Bundesmux liegt; eher ist es so, dass er im Gegensatz zu BW zu unattrkativ für Regionalprogramme ist (Verhältnis: eigenes Sendegebiet - Landesmuxgebiet) und es nicht genug Interessenten gibt, die auf Landesebene Vielfalt bringen möchten und sich einen Ausbaugrad wie den des 10D derzeit schon leisten können.

Zitat

Davon ausgehend müssten noch zweimal 2 Regionen zu einem Versorgungsgebiet zusammen gefasst werden. Das könnte sein:
- Nürnberg + Westmittelfranken (es gab ja mal die Planung, dass der Nürnberger 10C um den Büttelberg erweitert wird)
- Donau/Iller + Allgäu oder Donau-Iller + Augsburg (wegen RT1-Ableger in beiden Regionen)
- Landshut + Donau-Wald (Brotjacklriegel könnte beide Regionen versorgen)
- Oberpfalz Nord + Süd

Nürnberg + Westmittelfranken würde ich mal als gesetzt ansehen; die Pläne schienen ja schon sehr konkret zu sein und die entsprechenden Kapazitäten wurden ja auch die ganze Zeit reserviert.
Ausschließen kann man denke ich Augsburg + Donau-Iller; in Augsburg ist ein Platz für Hitradio RT.1 Nordschwaben reserviert, für ein weiteres Regionalprogramm ist kein Platz. Außerdem soll der Kanal zukünftig auch in Vorarlberg verwendet werden, was eine Ausdehnung des Gebiets nach Westen oder Süden eigentlich ausschließt.
Allgäu + Donau-Iller war mal im Gespräch; sinnvoller fände ich allerdings einen grenzüberschreitenden Ulmer Regionalmux für Donau-Iller der wohl auch ohne die Allgäuer Programme voll würde. Die 7 Allgäuer Programme (Lokalausstiege mal mitgezählt) wären jetzt auch nicht unbedingt auf Verstärkung aus Norden angewiesen. Evtl. könnte man den Allgäumux dann ja auch nach BW ins Westallgäu und den Bodenseeraum (der aber ja schon über den Pfänder zum Großteil abgedeckt ist) vergrößern, wodurch er dann auch für Radio Seefunk und Radio 7 interessant werden könnte.

von Zwölf - am 10.12.2016 09:56
Seit gestern gibt es auch eine PM der SLM. Auszug:

>> "Digitalradio hat in den vergangenen 18 Monaten eine ausgesprochene positive Entwicklung genommen", erklärte Martin Deitenbeck, Geschäftsführer der SLM und als Mitglied im Fachausschuss II "Technik, Netze, Konvergenz" Themenverantwortlicher für Digitalradio in der ZAK. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk baut sein Angebot kontinuierlich weiter aus. Umso wichtiger ist es, dieses nun mit einem zweiten bundesweiten Multiplex um ein weiteres attraktives Angebot an privaten Hörfunkprogrammen zu ergänzen."

Bewerbungen sind bis zum 24. Februar 2017, 12:00 Uhr, unter dem Stichwort: "Zuweisung von Übertragungskapazitäten für Digitalradio" an die SLM, Ferdinand-Lassalle-Straße 21, 04109 Leipzig, zu richten. Die Zuweisungsentscheidung trifft im Fall einer Auswahlentscheidung unter mehreren eingehenden Bewerbungen die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK), ansonsten die ZAK. Eine erste Beratung und Bewertung der Anträge wird der Fachausschuss II der Medienanstalten am 7. März vornehmen. Die Lizenzvergabe erfolgt voraussichtlich im Mai 2017. > 5. Der Zuweisungsantrag muss alle Angaben enthalten, die eine fundierte Prüfung der Zuweisungsvoraussetzungen [...] ermöglichen. Dazu gehören:

5.1 Angaben zum Antragsteller;
5.2 Angabe des geplanten Sendestarttermins;
5.3 Angaben zum geplanten Gesamtangebot der Plattform (Kriterien fiir die Zusammenstellung der Angebote, Zielgruppenausrichtung, Tonqualität, technischer Standard) sowie zur erwarteten Akzeptanz des Angebots;
5.4 Angaben zum geplanten zeitlichen und räumlichen Ausbau des Angebotes entsprechend der in der Bedarfsanmeldung der Länder benannten Versorgungsziele;
5.5 Darlegung der geplanten oder vorhandenen personellen, organisatorischen und technischen Möglichkeiten zur Abwicklung des Angebots;
5.6 Darstellung der finanziellen Planung (Kosten- und Erlösplanung) für eine Gewährleistung des Angebots einschließlich eines Businessplanes auf fünf Jahre;
5.7 Angaben zu Kooperationen in den Bereichen Programm und Werbung mit anderen Veranstaltern beziehungsweise sonstigen Institutionen und Unternehmen.

von Manfred Z - am 15.12.2016 12:36
Zitat
ExKetscher
Wieso geht das auf die Kosten der Verbreitung ? Die Rockantenne sendet doch derzeit in Bayern auf dem 10D und der soll doch künftig vom BMux2 übernommen werden. Dann könnten doch eher noch Standorte dazu kommen, kleiner wird das Verbreitungsgebiet in Bayern dadurch jedenfalls nicht, oder ? Ich denke es kommt eher noch der andere Sender dazu, der von außerhalb Bayerns Richtung Bayern einstrahlt.

Edit: was ich an den ersten beiden bekannten Bewerbern schade finde ist die Tatsache dass beide Genres bereits im BMux1 vertreten sind.

Vom 10D soll meines Wissens nur der Kanal, nicht aber die Sender für den BuMux2 verwendet werden. Die Sender werden zukünftig wohl für Regionalmuxe zum Einsatz kommen. Von daher wird auch das BuMux2-Netz in Bayern neu aufgebaut werden müssen was wohl erst mal nur in den Ballungsräumen der Fall sein dürfte. Ich würde dann in der Anfangsphase des BuMux2 auf 2-6 Standorte tippen statt der bisherigen 26. (Selbst der BuMux1 hat nach all den Jahren nur 17 Standorte für Bayern) Das wäre für viele bayerische DAB+-Hörer dann schon sehr ärgerlich und ein Minuspunkt für DAB+.

Es gab mal einen Artikel in dem es so klang als wollten die beiden bayerischen Interessenten am BuMux2 keine parallele Verbreitung über die Regionalmuxe. Aber da dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.
RA könnte auch den BuMux2-Ausbau in Bayern vorantreiben, was aber trotzdem nichts daran ändern würde, dass es vieler Orts wohl erst mal kein RA mehr gäbe.

Ich fände es auch besser, wenn man sich beim BuMux2 erst mal auf neue Genres konzentrieren würde. Wäre sehr schade, wenn der BuMux2 kaum was anderes als der BuMux1 zu bieten hätte. Auch wenn ich durchaus den Vorteil von Doppelstrukturen sehe, weil dann nicht mehr die Vielfalt so an einzelnen Programmen hinge. Wenn jetzt z.B. BOB aussteigen würde, gäbe es Monate lang kein Rockradio; man wüsste monatelang nicht einmal, ob der Platz überhaupt wieder mit einem Rockradio belegt würde. Mir RA im BuMux2 könnte man dann einfach auf Rock Antenne umschalten.

von Zwölf - am 20.02.2017 05:52
Zitat

Ansonsten kann ich auch meinen MP3 Spieler anschliessen.

Mein MP3 Player spielt aber nur das ab was ich auch vorher drauf gespielt habe. Das Teil kann mich also null komma gar nicht überraschen. Ich kann gar nicht mehr zählen wie viele CDs von Künstlern ich mir zugelegt habe die ich vorher überhaupt nicht kannte. Ich bin auf diese durch das Radio aufmerksam geworden. Allerdings habe ich diese Künstler in 9 von 10 Fällen nicht auf den großen Privatfunkern gehört, sondern in den Musikstrecken auf DKultur, DWissen oder egoFM. Und genau da sind wir wieder bei dem Punkt das man in Deutschland einfach kein Radio machen kann. Von ganz ganz wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es nur allerdümmsten Dudelfunk oder eine Festplatte die nur alle Schaltjahre mal aktualisiert wird.

B2 kenne ich nicht. Aber Paloma unterscheidet sich doch schon etwas vom Schlagerparadies. Paloma spielt eher so den Discoschlager während beim Schlagerparadies der Schnulz aus dem Radio tropft. Ob das aber als Alleinstellungsmerkmal reicht und ein weiteres Programm in einem bundesweiten Multiplex rechtfertigt...? Ich glaube das auch eher weniger.

Das gleiche Spiel bei der Rock Antenne und bei Radio Bob. Da ist auch zu wenig Unterschied um ein zweites bundesweites Programm zu rechtfertigen. Da hätte ich dann lieber etwas komplett anderes.

Das Domradio war in der Tat gar nicht mal schlecht. Hut ab! Aber nach der Programmreform kann man das Programm komplett in der Pfeife rauchen. Echt traurig was aus einem ehemals guten Programm geworden ist.

planet radio würde ich begrüßen. Seit KissFM weg ist fehlt es an einem Jugendradio mit Drive.

Kultradio hat mich persönlich nie vom Hocker gerissen. Immer wenn ich da eingeschaltet habe lief ein Titel wie ich ihn schon gefühlte hundert mal auf irgendwelchen 70er, 80er, oder 90er Compilations habe.

Wie ist denn mittlerweile JamFM? Ich hab das Programm schon ewig nicht mehr gehört. Das letzte mal war das als sie noch ein "Black Music" Sender waren.

JackFM, ich glaube die sind auch aus Berlin, hatten mal vor geraumer Zeit auch gemeint das sie gerne bundesweit über DAB+ senden würden. Nur bei den Kosten im ersten Bundesmux mussten sie kapitulieren. Vielleicht schlagen die ja jetzt beim zweiten Bundesmux zu.

von Spacelab - am 22.02.2017 10:50
Zitat
Spacelab

Mein MP3 Player spielt aber nur das ab was ich auch vorher drauf gespielt habe. Das Teil kann mich also null komma gar nicht überraschen.


DAs trifft leider auch auf die meisten Festplattendudler in Deutschland zu. Wenn es gut gemacht wäre, könnte das durchaus interessant sein, aber in Deutschland ist es halt nicht gut gemacht. Wie du völlig richtig schreibst, wird die Festplatte programmiert und dann ändert sich da über Wochen/Monate oder sogar Jahre (Absolut Relax lässt grüssen) nichts mehr dran. Irgendwann kann man fast schon die Uhr danach stellen, wann welcher Titel läuft. Das kann dann auch nicht Sinn der Sache sein.

Bezüglich der Schlager hätten wir dann, wenn alle zum Zuge kämen

Paloma
Schlagerparadies
B2
+ öffentlich rechtliche Schlagerprogramme

Wer dann also z.B. im Grenzgebiet Thüringen/Bayern oder NDS wohnt, kann dann ggf. bis zu 5 Schlagerprogramme empfangen. Das gibt der Markt doch gar nicht her.



Zitat
Spacelab


Das Domradio war in der Tat gar nicht mal schlecht. Hut ab! Aber nach der Programmreform kann man das Programm komplett in der Pfeife rauchen. Echt traurig was aus einem ehemals guten Programm geworden ist.

planet radio würde ich begrüßen. Seit KissFM weg ist fehlt es an einem Jugendradio mit Drive.

Kultradio hat mich persönlich nie vom Hocker gerissen. Immer wenn ich da eingeschaltet habe lief ein Titel wie ich ihn schon gefühlte hundert mal auf irgendwelchen 70er, 80er, oder 90er Compilations habe.


Domradio ist komplett unhörbar geworden.

Planet wäre durchaus eine Alternative zu Kiss. Programm gefällt mir ganz gut für Jugendliche.

Kultradio bringt eben auch viele Perlen, die woanders nicht mehr laufen bzw. nie gelaufen sind. Von daher wäre Kultradio schon absolut ok. Ausserdem durchmoderiert und nicht nur Festplatte.

von zerobase now - am 22.02.2017 11:20
24.02.2017
ZAK-Pressemitteilung 05/2017; Vier Bewerber für zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex


Fristende der medienrechtlichen Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex durch die Medienanstalten: Bis heute um 12 Uhr sind insgesamt vier Bewerbungen von Plattformanbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde, eingegangen.

Bei den Bewerbern handelt es sich um die

• Digital Audio Broadcasting Plattform DABP GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig;

• Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg;

• MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln;

• Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München.

Der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten wird sich am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Es ist vorgesehen, die Bewerber zu dieser Sitzung einzuladen. Danach werden der weitere Ablauf und der Zeitplan bis zur Zuweisungsentscheidung konkretisiert. Noch in der ersten Jahreshälfte 2017 könnte dann die Zuweisung durch ZAK oder – im Fall einer Auswahlentscheidung – durch die GVK erfolgen.

Die Ausschreibung hatte sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.


Quelle (n) : http://www.die-medienanstalten.de/presse/pressemitteilungen/kommission-fuer-zulassung-und-aufsicht/detailansicht/article/zak-pressemitteilung-052017-vier-bewerber-fuer-zweiten-bundesweiten-dab-multiplex.html

von DABM - am 24.02.2017 11:54
Quelle Satnews:

DAB+: Vier Plattform-Bewerber für zweiten Bundesmux
Fristende der medienrechtlichen Ausschreibung für den zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex durch die Medienanstalten: Bis heute um 12 Uhr sind insgesamt vier Bewerbungen von Plattformanbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde, eingegangen.

Bei den Bewerbern handelt es sich um die

• Digital Audio Broadcasting Plattform DABP GmbH, vertreten durch die Geschäftsführer Dr. René Laier und Florian Schuck, Leipzig;

• Absolut Digital GmbH & Co. KG, vertreten durch den Geschäftsführer Willi Schreiner, Nürnberg;

• MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Wolfgang Breuer, Köln;

• Radi/o digital GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Caspar Schilgen, München.

Der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten wird sich am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Es ist vorgesehen, die Bewerber zu dieser Sitzung einzuladen. Danach werden der weitere Ablauf und der Zeitplan bis zur Zuweisungsentscheidung konkretisiert. Noch in der ersten Jahreshälfte 2017 könnte dann die Zuweisung durch ZAK oder – im Fall einer Auswahlentscheidung – durch die GVK erfolgen.

Die Ausschreibung hatte sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen.

von Renault - am 24.02.2017 12:57
Zitat
Seltener Besucher
Der Plattformbetrieb sollte dem Betreiber leichter ermöglichen bereits lizenzierte Programme in den MUX aufzuschalten. Es ging nicht darum Alleinunterhalter zu werden. Ich glaube kaum, dass Absolut Digital den Zuschlag bekommt, um allein den Mux vollzumachen. Die Gefahr der Marktbeherrschendenstellung wird zu groß sein. Den Zuschlag wird MB auch nicht bekommen. Es ist davon auszugehen, dass sich zwei aus der Liste einigen werden und gemeinsam den MUX betreiben werden. Ich schätze mal, die werden eingeladen, dürfen sich beschnuppern und dann gemeinsam den MUX betreiben.


Ich würde es auch begrüßen, wenn durch die BuMux2-Vergabe keine monopolähnlichen Strukturen gestärkt würden. Die MB mischt schon in vielen Privatmuxen mit, da muss nicht auch noch der BuMux2 dazukommen. Bei einem Absolut-Mux würde mir auch ein Anbieter zu gut wegkommen.
Im Mittelpunkt steht aber natürlich auch die Programmvielfalt, aber so lange wir nicht alle Konzepte kennen ist eine Diskussion schwierig. Es wäre ja auch denkbar, dass ein anderer Anbieter eine ähnliche Vielfalt wie Absolut anbieten möchte nur vlt. auf Basis vieler kleiner, eigenständiger Programmanbieter. Das wäre mir lieber, weil die Wahrscheinlichkeit höher wäre, dass es Programme mit Seele wären.

Gänzlich perfekt finde ich den Absolut-Plan von der inhaltlichen Breite übrigens auch nicht - z.B. geht mir ein Wortprogramm (z.B. ein Hörspielkanal oder was in Richtung Sport) ab. Gleichzeitig frage ich mich mit Blick auf die deutsche Radiolandschaft, wie groß der Mehrwert von Absolut 90er, Absolut 2000er, Absolut Hot Hits, Absolut Disco Classics und Absolut Holiday wirklich wäre.

von Zwölf - am 24.02.2017 23:53
Wenn ich mir die Auswahlgrundsätze mal so durchlese, räume ich der Absolut-Bewerbung ohnehin keine großen Chancen ein - zumindest nicht in der Form.

Zitat

Vielleicht kommt es auch zu einer Bereinigung zwischen den beiden Bumuxen. So gehört ein richtiges Sportprogramm (7/24) natürlich in den ersten Bumux - ist ja ursprünglich so geplant gewesen.

Der Vorteil beim Plattformmodell des BuMux2 ist, dass man nicht warten braucht, bis sich vlt. Sport1FM oder Amazon meldet (eins unwahrscheinlicher als das andere), sondern dass der Plattformbetreiber auch einfach selbst ein Programm zusammenstellen kann und dafür mit z.B. Amazon oder Sport1FM oder den Sportvereinen direkt über eine Kooperation verhandeln könnte. Von daher glaube ich, wenn es noch eine Chance für ein Sportradio gibt, dann im BuMux2.


Zitat
RudiP
Zitat
Cha
Zitat
Zwölf
Gänzlich perfekt finde ich den Absolut-Plan von der inhaltlichen Breite übrigens auch nicht - z.B. geht mir ein Wortprogramm (z.B. ein Hörspielkanal oder was in Richtung Sport) ab.


Ein allgemeines Unterhaltungsprogramm nach dem französischem Vorbild (Europe 1, RTL) fände ich auch ganz nett.


Und vielleicht sogar mal etwas anderes als Unterhaltung. Es gäbe grundsätzlich auch das intellegente gesprochene Wort.

Ein Wissenschaftsprogramm mit wenig/keiner Musik wäre toll. *träum*
Das Problem bei den Wortprogrammen ist, dass man mehr Geld als für ein Musikprogramm in die Hand nehmen muss und daran wird es bei privaten Angeboten wohl leider scheitern. Fußball war in der Hinsicht eine Ausnahme, weil man da von der ARD her wusste, dass das funktionieren kann. Ich fürchte für mehr sind die privaten Anbieter in Deutschland nicht mutig genug.

Ein nicht kommerzielles Privatprogramm wäre im BuMux2 natürlich auch interessant. Im BuMux 1 gibt es ja auch zwei. Das Problem wird allerdings sein, wie man die Spenden organisiert um von Beginn an eine solide Finanzierung zu haben. Kirchliche Veranstalter haben es da von den Strukturen her einfacher. Nicht-kirchlichen Veranstaltern müsste der Plattformbetreiber unter die Arme greifen, indem er als Vernetzer und Moderator zwischen bestehenden NKLs und Freien Radios auftritt, um Sendungen und Gelder zu bündeln. Auch müsste sich der Plattformbetreiber überlegen, wie er für ein nicht-kommerzielles Angebot einen entsprechend günstigen Platz anbieten könnte (z.B. durch Time-Sharing). Ohne Engagement des Plattfrombetreibers in diese Richtung sehe ich allerdings schwarz für ein solches Angebot.

von Zwölf - am 25.02.2017 17:06
Die Kritik am Absolut-Konzept trifft aber ins Schwarze: Glaubt jemand tatsächlich, dass diese Programme anständig moderiert werden? Es sollen immerhin 16 sein, einige noch dazu relativ sinnfrei nach Jahrzehnten statt nach Musikgenres zusammengestellt.:bloed: Nein, da werden größtenteils die Festplatten laufen und damit wäre das Konzept "Radio" ad absurdum geführt. Festplatte kann jeder zu Hause mit der MP3-Sammlung oder online per Stream, da braucht man kein Radio...

Nein, auf den 2. Bundesmux gehören richtige Radiosender, solche, die sich Mühe geben, und vielleicht sogar eine journalistische Relevanz haben. Mich wundert sehr, dass der Name FluxFM noch nicht gefallen ist. Das wäre genau so ein Sender mit einer einmaligen Musikfarbe (alternativ Electro/Rock, aber auch kaum Hip-Hop wie die so genannten "Jugendradios" aus Köln oder München) und einen für einen Privatsender hohen Wortanteil. Kompliment nach Berlin für dieses Programm, das man leider außerhalb der Hauptstadtregion nur über Internet hören kann.

Dabei hat der Sender bereits vor zwei Jahren das Interesse an einer bundesweiten DAB-Ausstrahlung bestätigt. Wenn die das also ernst meinen, müssen sie sich um einen Platz im 2. Bundesmux bemühen, denn einen 3. Bundesmux wird es nicht geben oder, falls doch, dann vielleicht wirklich nur mit den Absolut-Radios. Für den 2. Mux ist daher der Plattformbetrieb von MB oder wem auch immer zu befürworten, wo dann bundesweit die besten (eher: die zahlungskräftigsten) Programme um die Plätze buhlen können.

von GLS - am 26.02.2017 17:09
Zitat
zerobase now
Zitat
jug
Nun muß ich auch mal was zum Thema schreiben. Lieber zerobase now, du hast nicht allein die Wahrheit gepachtet und weißt, wie man Radio für alle machen muß.


Sag ich ja auch nicht. Ich möchte aber nicht 16 reine Festplattendudler haben wo sich die Titel alle 48 Stunden wiederholen. Wer damit glücklich ist, bitte. Ich stelle mir unter Radio da ein bisschen mehr vor. Natürlich haben alle die Recht, die sagen, dass auch in den normalen Radioprogrammen sich die Titel wiederholen. Da finde ich aber nicht ganz so schlimm, wenn es dazu auch Moderationen gibt, die das ganze etwas auflockern. Ausserdem weiss ich z..b bei Programmen wie Kultradio oder ERF Pop, dass man sich wirklich Mühe gibt, auch nicht nur 08/15 spielt. Auch ein Sender wie Planet hat natürlich keine riesen Playlist, aber die haben einen guten Dirve und da höre ich ganz gerne mal rein. Eine Festplatte kann nicht wirklich Drive haben und auch keine Stimmungen beim Hörer erzeugen. Von daher ist mir richtiges Radio immer noch lieber. Mit Energy und Absolut Relax haben wir ja schon 2 Festplattendudler bundesweit auf DAB. Dazu noch die ganzen Festplattenstationen in den Landesmuxen. Das reicht dann auch, bitte nicht noch 16 weitere seelenlosen MP 3 Abspielstationen in bescheidener Klangqualität.


Also mir sind Festplattendudler, die ein breites Spektrum an Vielfalt bieten, lieber als sämtliche Sender, die es aktuell auf DAB gibt. Zumal wir das bereits auf dem ersten Mux haben.
Will weder noch ein christliches Programm mit irgendwelchen Weltanschauungen, noch ein Gay sender, der mir zwischen den Liedern neues aus der Gay Szene erzählt. Interessiert mich nicht, obwohl ich selbst gay bin.

Ich will im 2. Mux Vielfalt an Unterschiedlichen Musikrichtungen, wie es auch im Internet verfügbar ist.
Ohne viel Gequatsche und schlechten Nachrichten und Katastrophen aus der Welt....

von M1905 - am 26.02.2017 18:47
80s80s hat z.B. auch eine ralativ kleine Rotation. Da ein solches Programm aber auch nicht den ganzen Tag laufen soll, denn irgendwann wird es auch bei noch so grosser Rotation langweilig immer nur Musik aus den 80ern zu hoeren, muss sie auch nicht so sehr gross sein. Wichtiger ist es, zwischen den bekannten Hits hin und wieder auch mal einen selten gehoerten Leckerbissen einzubauen, wie es das Schwarzwaldradio ganz gut macht.
Moderation brauche ich auf solchen Programmen ueberhaupt nicht, im Gegenteil, unmoderiert mit fuer mich guter Musikauswahl, wie z.B. bei NDR Blue ist fuer mich genau das richtige. Was nuetzt gute Musik, wenn sie staendig unterbrochen wird, wie z.B. bei radio1 oder DWissen, die sich davon abgesehen uebrigens beide sehr sehr aehnlich sind.
Ich verstehe die Argumentation bezueglich Moderation, nach wie vor nicht. Wenn unmoderierte Channels ueber Spotify und Co. erfolgreich sind, wenn viele Leute voellig zufrieden sind, nur CDs oder MP3s zu hoeren und kein Radio im klassischen Sinne, warum soll das gleiche terrestrisch ueber DAB+ gesendet ploetzlich schlecht sein. Zumal die eigene CD oder MP3 Sammlung nicht unerhebliche finanzielle Investitionen des Hoerers voraussetzt, die ich z.B. gar nicht taetigen will. Warum muss terrestrisches Radio anders sein als das sonst so viel gelobte Webradio? Es geht doch genau darum mit DAB+ ein annaehernd vergleichbares Angebot zu schaffen, welches aber unabhaengig vom Internet und kostenlos zum Hoerer kommt. Ich wette hier stehen einige doch ziemlich auf dem falschen Fuss, was die Wuensche des Marktes betrifft. Moderierte Programme sind auch nicht aus der Welt und auch die Hitdudler, mit fuer mich meist nur unertraeglichem Dummgelaber, werden bleiben, nur aendert sich ihr prozentualer Anteil an den terrestrisch empfangbaren Programmen. Es wird immer mehr Alternativen geben und das ist gut so.

von Nordlicht2 - am 27.02.2017 01:24
Es gibt eine Pressemitteilung des Vereins Digitalradio Deutschland (1. Bumux) zum Ergebnis der Ausschreibung. Es wird bestätigt, dass es Media Broadcast in erster Linie um den Sendernetzbetrieb geht.

>> Digitalradio Verein: Starkes Interesse am zweiten Bundesmux führt zu dynamischem Wachstum bei DAB+ / Verkaufsrekord bei DAB+ Radios

Dienstag, 28 Februar 2017.

Der Verein Digitalradio Deutschland begrüßt das rege Interesse an bundesweiten Kapazitäten für das Digitalradio DAB+. Bis zum Fristende der medienrechtlichen Ausschreibung für den zweiten so genannten Bundesmux sind bis zum vergangenen Freitag, 24. Februar 2017, insgesamt vier Bewerbungen von Plattformanbietern bei der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), die als zuständige Landesmedienanstalt bestimmt wurde, eingegangen.

„Digitalradio DAB+ entwickelt sich immer dynamischer. Wir erwarten mit den neuen privaten Programmen eine starke Akzeptanzsteigerung von DAB+ bei Hörerinnen und Hörern. Die neuen Angebote werden die derzeit bundesweit auf DAB+ angebotene Vielfalt mehr als verdoppeln“, so Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio.

Vereinsmitglieder Absolut Digital und Media Broadcast unter Bewerbern

Mit der Absolut Digital GmbH & Co. und der Media Broadcast Digital Radio GmbH befinden sich unter den Bewerbern auch zwei Mitglieder des Vereins Digitalradio Deutschland.

Absolut Digital plant ein Bouquet mit 16 Musikprogrammen für unterschiedliche Zielgruppen - mit vielen Formaten, die es bisher über Antenne nicht gibt.

Media Broadcast bringt bereits große Erfahrungen beim Betrieb regionaler Plattformen in Hamburg und Berlin sowie einem Teil der Kapazitäten des ersten Bundesmuxes mit. Hier fungiert Media Broadcast gleichzeitig auch als Netzbetreiber. Nach diesem Vorbild möchte das Unternehmen nun eine weitere, bundesweite Plattform mit attraktiven Programmangeboten starten.

Verdopplung der bundesweiten Programmvielfalt

Zu den derzeit 13 national verbreiteten Programmen werden bis zu 16 neue private hinzukommen. Da die Zahl der Bewerber die neu verfügbaren 16 Programmplätze übersteigt, will sich der Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten am 7. März mit den Bewerbungen befassen und eine erste Bewertung in Bezug auf die Zulässigkeit und Qualität der Anträge vornehmen. Es ist vorgesehen, die Bewerber zu dieser Sitzung einzuladen. Danach werden der weitere Ablauf und der Zeitplan bis zur Zuweisungsentscheidung konkretisiert.

DAB+ Boom: 1,2 Millionen Geräte wurden 2016 verkauft

Digitalradio DAB+ ist auch eine Erfolgsstory im Handel: Während sich der Markt für Consumer Electronics-Produkte (CE) im Gesamtjahr 2016 mit -4 Prozent leicht rückläufig gezeigt hat und beispielsweise weniger Smartphones verkauft wurden, verzeichneten Empfänger für Digitalradio (DAB+) 2016 einen Stückzahlzuwachs um 21 Prozent auf knapp 1,2 Millionen Geräte*. Der Umsatz stieg in diesem Segment auf 176 Millionen Euro (+27,5 Prozent). Gleichzeitig wurden weniger rein analoge UKW-Radios verkauft (-11 Prozent).

von Manfred Z - am 01.03.2017 09:49
Zitat
Blue7
dehnmedia.de legt bzgl. Radi/o Digital nach
Zitat

....Das Programmkonzept sei auf eigene Radios ausgelegt, Kooperationen mit anderen Radioanbietern wolle man sich nicht verschließen, so Mitinitiator Ulrich Ende gegenüber satnews.de. Er nannte ein Programme für Frauen, ein gesellschaftsrelevantes Wortprogramm, ein Jugendprogramm sowie ein „Überraschungsradio“ zum Thema Sport. Wortbeiträge und Vermarktung übernehmen Firmen von Endes Partner Peter Löw.
Ab dem Start wolle 50 Prozent der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten sowie entlang der wichtigsten Autobahnen versorgen. Das dürfte den Auflagen der Bundesländer entspechen.

> http://www.dehnmedia.de/?page=update&subpage=arch1703#170302b

Zwar eine gute Alternative, aber sprechen diese Radiosender jemand wirklich an?

Das hört sich doch teilweise schon mal ganz interessant an. Hinter dem Überraschungsradio zum Thema Sport könnte sich tatsächlich eine Kooperation mit Amazon verbergen, die man vlt. als Überraschungsradio titulieren muss, weil sie noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Bin mal gespannt was die unter "gesellschaftsrelevantes Wortprogramm" verstehen; ich vermute mal was in Richtung Boulevard-News, Promi-Inverviews,... dürfe wohl dem redaktionellen Hintergrund der Veranstalter entsprechen. Das Frauenprogramm geht wahrscheinlich in eine ähnliche Richtung, ergänzt durch Beauty- und Lifestyle-Tipps. Meine Haltung zu diesen beiden Formaten formuliere ich mal so: Auch wenn ich persönlich die Bildzeitung nicht mag, heißt das ja nicht, dass sie niemand mag.

Ok, das wären dann also wahrscheinlich die vier Programme die schon im Sommer starten könnten - 4 von 16.
Haha, ich stell mir gerade die langen Gesichter mancher Leute hier im Forum vor, wenn der langersehnte BuMux2 im Juli nur mit diesen vier Programmen starten sollte :D

Ich würde mal sagen das Sportradio hat, wenn es auch Live-Sport anbietet, wahrscheinlich eine gute Perspektive in irgendeiner Form in den BuMux2 zu kommen. Bei den anderen Angeboten habe ich im Moment noch Zweifel.

von Zwölf - am 02.03.2017 19:02
Zitat
Zwölf
Zitat
Blue7
dehnmedia.de legt bzgl. Radi/o Digital nach
Zitat

....Das Programmkonzept sei auf eigene Radios ausgelegt, Kooperationen mit anderen Radioanbietern wolle man sich nicht verschließen, so Mitinitiator Ulrich Ende gegenüber satnews.de. Er nannte ein Programme für Frauen, ein gesellschaftsrelevantes Wortprogramm, ein Jugendprogramm sowie ein „Überraschungsradio“ zum Thema Sport. Wortbeiträge und Vermarktung übernehmen Firmen von Endes Partner Peter Löw.
Ab dem Start wolle 50 Prozent der Bevölkerung in Großstädten und Ballungsgebieten sowie entlang der wichtigsten Autobahnen versorgen. Das dürfte den Auflagen der Bundesländer entspechen.

> http://www.dehnmedia.de/?page=update&subpage=arch1703#170302b

Zwar eine gute Alternative, aber sprechen diese Radiosender jemand wirklich an?

Das hört sich doch teilweise schon mal ganz interessant an. Hinter dem Überraschungsradio zum Thema Sport könnte sich tatsächlich eine Kooperation mit Amazon verbergen, die man vlt. als Überraschungsradio titulieren muss, weil sie noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Bin mal gespannt was die unter "gesellschaftsrelevantes Wortprogramm" verstehen; ich vermute mal was in Richtung Boulevard-News, Promi-Inverviews,... dürfe wohl dem redaktionellen Hintergrund der Veranstalter entsprechen. Das Frauenprogramm geht wahrscheinlich in eine ähnliche Richtung, ergänzt durch Beauty- und Lifestyle-Tipps. Meine Haltung zu diesen beiden Formaten formuliere ich mal so: Auch wenn ich persönlich die Bildzeitung nicht mag, heißt das ja nicht, dass sie niemand mag.

Ok, das wären dann also wahrscheinlich die vier Programme die schon im Sommer starten könnten - 4 von 16.
Haha, ich stell mir gerade die langen Gesichter der Leute hier im Forum vor, wenn der langersehnte BuMux2 im Juli nur mit diesen vier Programmen starten sollte :D

Ich würde mal sagen das Sportradio hat, wenn es auch Live-Sport anbietet, wahrscheinlich eine gute Perspektive in irgendeiner Form in den BuMux2 zu kommen. Bei den anderen Angeboten habe ich im Moment noch Zweifel.



4 Programme zum Start wäre ja ein Fortschritt... Da kaufen sich bestimmt alle sofort ein DAB radio weil wir dann eine Vielfalt bekommen auf die wir schon so lange warten . Die Zuwachsrate wird durch die Decke schiessen ....Ironie off

:wall:

von M1905 - am 02.03.2017 19:17
Zitat
Manfred Z
Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele User dieses und anderer Radioforen in Wolkenkuckucksheim leben.

- Forderung nach mehr Datenrate bei Privatsendern
- Forderung nach FM/DAB-Simulcast bei Privatsendern, auch per Zwang
- Forderung nach DAB-Overspill, obwohl noch viele Jahre parallel via FM gesendet wird
- Forderung eines ARD-Bundesmux

Kostet ja alles nix!


Weil ein Kunde Wünsche haben darf! Sonst geht er halt zur Konkurrenz. UKW und Spotify sind ja schon da. Spotify bietet den nicht zahlenden Kunden 160 kbps Ogg, den zahlenden 320 kbps Ogg und bald auch losless mit FLAC. Schon die gratis Variante klingt besser als DAB+. Außerdem schätze ich die Optimod Einstellung von Spotify.;) Auch Spotify kostet Bandbreite Geld. Warum nehmen die nicht 64 kbps (netto von brutto 72 kbps bei DAB+)? Warum machen die das wohl??

Die Erhaltung des gewohnten Overspills betrifft hauptsächlich ARD Radioprogramme. Bei DVB-T wird das wie selbstverständlich seit über 10 Jahren gemacht. Klagen über Kosten habe ich darüber noch nie gehört. Ist Radio via DAB+ jetzt so viel teurer als DVB-T/T2 Fernsehen? :gruebel:

Ein ARD Bundesmux könnte sogar Geld sparen, wenn dadurch die Anzahl der Programme von jetzt rund 70 auf sagen wir 30 reduziert würde. Statt 8 Klassik Wellen nur mehr 2, etc. Über UKW würde die Angebotsfülle gleich bleiben, über DAB+ deutlich wachsen. Lediglich über die bisher vergleichsweise wenig genutzen Hörwege Internet und DVB-S/C würde das ARD RadioAngebot schrumpfen. Ach so, regionale Programme, Sendungen oder Einsprengsel wären auch so natürlich weiterhin möglich und sinnvoll und geboten.

Insgesamt ist es halt die Frage, wieviele Radioprogramme in welcher Qualität kann und möchte sich die 4.-reichste Volkswirtschaft der Welt, auch im Vergleich zu anderen Ländern, leisten?

von radneuerfinder - am 06.03.2017 09:51
Zitat
FrankSch
Wenn ich die Trafficanzeige beim hören so beobachte (ungefähr 1 MB pro Minute) schliesse ich eher auf 128 kbit/s.

Spotify nutzt OGG Vorbis mit Qualitätsstufen. Die von Spotify selbst genannten Datenraten, wie zum Beispiel 96kb/s bei Einstellung "Normal" oder 160kb/s bei Einstellung "Hoch", sind bestenfalls Mittelwerte. Mit der "qval=" Einstellung sagt man dem OGG Vorbis Encoder lediglich welche Qualitätsstufe man haben möchte und der Encoder nimmt sich dann so viel oder wenig Datenrate wie er dazu benötigt. Und das kann von weniger als der Hälfte bis deutlich über das doppelte gehen. Wenn du also ein Hörbuch, oder sonst etwas das einfach zu encodieren ist, anhörst dann kommst du, auf den ganzen Track gerechnet, auf irgendwas zwischen 70 und 80kb/s. Bei sehr komplexen Stücken sind aber auch 320kb/s keine Seltenheit. Wenn du jetzt die höchste Spotify Qualitätsstufe "Extrem" (Mittelwert 320kb/s) nimmst hatte ich auch schon mehrfach Datenraten bis 600kb/s. Für mobile Anwendung ist das eher nichts mehr. Da ist das Highspeed Volumen schneller flöten wie man schauen kann.

Das man beim 2.BM in den Überlappungsgebieten der einzelnen Kanäle mit Einschränkungen rechnen muss ist klar. Das wird sich aber, zumindest jetzt am Anfang, kaum vermeiden lassen. Vielleicht wartet man auch darauf das endlich alle BOS Einrichtungen die TETRA Umstellung hinter sich gebracht haben und nimmt dann später den Kanal 5A. So wie jug es ja auch schon vermutet hat.

von Spacelab - am 06.03.2017 11:50
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