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DAB+: Lounge FM stellt Insolvenzantrag

Startbeitrag von pris am 17.01.2013 02:07

Die Entspannungsradio GmbH mit Sitz in Berlin hat am 02.01.2013 beim Berliner Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt. An der Entspannungsradio GmbH, welche das Hörfunkprogramm "LoungeFM" im bundesweiten Digitalradio-Netzwerk DAB+ in Deutschland veranstaltet, war bislang neben den bestehenden Betreibern als strategischer Kooperation Partner die Radio NRJ Gruppe beteiligt. Gemeinsam wollte die Entspannungsradio GmbH zusammen mit der NRJ Group in Berlin neue Arbeitsplätze schaffen und nachhaltig absichern. Die jeweiligen Aktivitäten in Österreich sollten von dieser Kooperation unberührt bleiben. Der Sendebetrieb soll vorerst fortgesetzt werden.

Siehe auch hier: https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/cgi-bin/bl_aufruf.pl?PHPSESSID=73527289425aac04d11013f9cc5ce7c6&datei=gerichte/be/agcharlottenburg/12/36e_IN5078_12/2013_01_02__08_40_50_Sicherungsmassnahmen.htm

Es ist jedoch zu erwarten das neben der Insolvenz von Lounge FM im Bereich Digitalradio noch weitere Rückzüge andeuten könnten, so dürfte das bundesweite ENERGY - Programm wohl bald seinen Rückzug aus dem digitalen DAB+ Bundesmuxx ankündigen.

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Ich sage ja: Alle exklusiven Programme werden ab 2014 nicht mehr im Bundesmuxx senden. Sie können es einfach nicht finanzieren. Hier tritt eine Entwicklung wie in der Schweiz ein. Nur Programme die auch auf UKW senden (z.B. Klassik Radio) haben eine längerfristige Chance. Veranstalter wie die Neue Welle Bayern haben halt das Glück noch etwas Geld als Reserve zu haben, aber auch das wird irgendwann aufgebraucht sein. Und: Auch 90elf steckt nach wie vor in tiefroten Zahlen.

So schön und attraktiv eine bundesweite Ausstrahlung auch ist: Sie ist viel zu teuer und kann sich finanziell nicht rechnen,selbst wenn es mal drei, vier Millionen DAB-Geräte in den Haushalten gibt. Dafür ist Radio heute insgesamt als Medium zu unattraktiv, und es gibt nun mal kräftige und erfolgsversprechendere Konkurrenz im Internet, etwa durch personalisierte Webdienste im Audiobereich.

So, damit hat der in diesem Forum immer als "Wiesbadener Schwarzmaler" Verschrieene einmal wieder eine realistische Einschätzung der Lage abgegeben. Bisher ist (fast) alles das was ich prophezeit habe auch eingetreten. Meine Hoffnung in DAB+ sind inzwischen auf einen Nullpunkt gestürzt. Die Zukunft der Medien liegt tatsächlich fast alleine im Internet. Und das betrifft nicht nur das Radio, sondern auch TV und Print.

von Wiesbadener - am 17.01.2013 06:09
Ich kann auch nur nochmal darauf hinweisen dass schgon häufig in der Technik-Geschichte der Markt über die technische Vernuft gesiegt hat. Ich spreche etwa Video 2000 gegen VHS bei den Videosystemen an, Video 2000 war eindeutig das bessere und leistungsfähigere.

Bei Radio werden Vielfalt und interaktive Möglichkeiten über den Erfolg entscheiden. So sehr ihr auch mobiles Internetradio verdammen mögt: Es hat inzwischen alle klassischen terrestrischen Broadcast-Wege rechts überholt. Jemand der heute Radio über Mobile-Flat hört, schafft sich doch nicht mehr ein DAB+ Gerät an, mit dem er seinen Lieblingssender nur noch räumlich eingeschränkt oder gar nicht mehr hören kann. Es wird heute von Hörern verlangt ein Programm wie SWR 3 auch in München und Hamburg empfangbar zu machen.

Daher sehe ich die größte Chance in Hybrid-Radios, die alles beherrschen. Klassisches UKW, digitales DAB+ und Internetradio. Hier besteht noch Optimierungsbedarf was den mobilen Empfang angeht, der bisher nur in Wlan-Netzen möglich ist. Bei Smartphones und Tablets ist es umgekehrt so, dass DAB+ fehlt.

von Wiesbadener - am 17.01.2013 08:34
Zitat
Habakukk
Zitat
PEQsche
Wegen einem Programm, dessen Betreiber nicht mit Geld umgehen können, soll DAB+ in Deutschland am Ende sein?


Das ist mal eine dreiste Unterstellung. Wie denkst du, soll sich ein Privatsender bitte momentan seine DAB-Ausstrahlung finanzieren?

Zitat
PEQsche
Ist denn bekannt wie viele Geräte nun seit dem Neustart 08/2011 ungefähr verkauft wurden?? Die 1 Million sollte doch wohl mittlerweile geschafft sein..


Damit erreicht man ueber den bundesweiten Mux gerade mal so viele Leute wie mit einer 100W-UKW-Funzel in einer beliebigen Grossstadt. Und jetzt muss man sich noch ueberlegen, wie gross dann die Einschaltquote ist innerhalb dieser 1 Million, die durchaus auch andere Programme (sogar auf UKW) hoeren wird.


Eine dreiste Unterstellung? Bevor man auf den Bundesmuxx aufgesprungen ist, war bereits klar, mit welchen Kosten man für die Ausstrahlung über diesen zu rechnen hat. Von daher keine riesen Überraschung.

Wenn ich mir kein neues Auto bar leisten kann, gucke ich doch auch, ob die monatlichen Raten durch mein Budget zugelassen werden.

Dass 1 Million Empfangsgeräte im Verhältnis zu 80 Millionen Menschen nicht gerade viel sind, weiss ich auch. Dennoch hätte diese Grenze eine gewisse Signalwirkung.

Vor allem wäre es nach fast zwei Jahren DAB+ doppelt so viel als in zehn Jahren DAB-alt.

von PEQsche - am 17.01.2013 08:50
Zitat
PEQsche
Zitat
Habakukk
Zitat
PEQsche
Wegen einem Programm, dessen Betreiber nicht mit Geld umgehen können, soll DAB+ in Deutschland am Ende sein?


Das ist mal eine dreiste Unterstellung. Wie denkst du, soll sich ein Privatsender bitte momentan seine DAB-Ausstrahlung finanzieren?

Zitat
PEQsche
Ist denn bekannt wie viele Geräte nun seit dem Neustart 08/2011 ungefähr verkauft wurden?? Die 1 Million sollte doch wohl mittlerweile geschafft sein..


Damit erreicht man ueber den bundesweiten Mux gerade mal so viele Leute wie mit einer 100W-UKW-Funzel in einer beliebigen Grossstadt. Und jetzt muss man sich noch ueberlegen, wie gross dann die Einschaltquote ist innerhalb dieser 1 Million, die durchaus auch andere Programme (sogar auf UKW) hoeren wird.


Eine dreiste Unterstellung? Bevor man auf den Bundesmuxx aufgesprungen ist, war bereits klar, mit welchen Kosten man für die Ausstrahlung über diesen zu rechnen hat. Von daher keine riesen Überraschung.

Wenn ich mir kein neues Auto bar leisten kann, gucke ich doch auch, ob die monatlichen Raten durch mein Budget zugelassen werden.

Dass 1 Million Empfangsgeräte im Verhältnis zu 80 Millionen Menschen nicht gerade viel sind, weiss ich auch. Dennoch hätte diese Grenze eine gewisse Signalwirkung.

Vor allem wäre es nach fast zwei Jahren DAB+ doppelt so viel als in zehn Jahren DAB-alt.


Es sind noch keine eine Million verkaufte Geräte. Wenn diese Schwelle überschritten ist will man es seitens der Digitalradio-Betreiber publik machen. Stimmen die 350.000 aus 2012 (die ja auch ein "normales" Weihnachtsgeschäfts als Basis für die Erhebung hatten) und die 200.000 aus dem Jahr 2011, haben wir aktuell ungefähr rund 550.000 Geräte, mit Online-Verkäufe aus dem Ausland die in der GfU-Auswertung ja keine Rolle spielen ca. 600.000. Die ARD mag damit zufrieden sein (aber wohl auch nur so lange bis die KEF wieder meckert), aber den marktwirtschaftlichen Kommerzsendern reicht das als Basis freilich nicht aus. Optimisten sehen Erfolgsaussichten ab sechs Millionen, der VPRT ab 14 Millionen verkauften Geräte. Das sind halt die harten Fakten, auch wenn sie weh tun. Eine Gegenüberstellung wie häufig Apps wie Yourmuze oder TuneIn inzwischen in Deutschland runter geladen wurden bringe ich hier besser nicht. Aber mit genau solchen Zahlenvergleichen argumentieren halt die Kommerzsender.

von Wiesbadener - am 17.01.2013 08:57
Also ich persönlich kenne niemanden der LoungeFM auch nur jemals gehört hat, nach Kiss FM, SSL und 90elf haben mich hingegen schon mehrere gefragt, wie ich die nun ohne Internet empfangen könnte. Ist natürlich subjektiv aber nicht weniger als das was du über dein Umfeld schreibst. Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler ;)

Schaut doch mal nach England, da sind auch längst nicht mehr all die Programme on air die am Anfang dabei waren, es rücken aber neue nach. Warum soll das hierzulande anders sein? Weil ein Herr Wiesbadener sich mal wieder profilieren will?

Und jetzt komm nicht mit, weil es Deutschland ist. Für deutsche Verhältnisse und für das was an Werbeaufwand "nicht" betrieben wurde, ist Digitalradio durchaus schon bekannter geworden und die Auswahl an Geräten ist in den Geschäften wesentlich besser als noch vor einem Jahr.

Was mich aber noch viel mehr stört, ist deine Wichtigtuerei hier die schon über Monate andauert. Ich hab lange genug nichts gesagt dazu aber so langsam stört es mich doch, wie du ständig den Teufel an die Wand malst, nicht nur im Bezug auf DAB+, bis dann vielleicht wieder die Entwarnung kommt. Das hat nichts mit Seriösität zu tun, das ist Bild-Niveau. DAB+ ist tot, es lebe DAB+!

Sorgen würde ich mir erst machen, wenn Regiocast aufhört, da insbesondere SSL und 90elf schon Zugpferde sind. Aber warten wir ab. Nur weil ein (!) Programmveranstalter in die Insolvenz geht muss das nicht bedeuten dass gleich der ganze Mux in sich zusammenfällt.

von htw89 - am 17.01.2013 09:36
Zitat
Wiesbadener
Zitat
Skeletor
Zitat
KlausD
Gestern hüüh, heute hott und morgen ...?? Schon interessant, wie hier manche den Sargdeckel zumachen, obwohl die angebliche Leiche noch immer lebt ... pardon, .... sendet.


Ja..der häufige Stimmungswechsel hier im Forum wenn es um DAB+ geht ist schon bemerkenswert.;-)


So wie ich selbst reagiert übrigens fast die gesamte deutsche Medienwelt wenn es ums Thema DAB+ geht. Zurückhaltend und verunsichert. Muss zugeben dass ich mich da sehr anstecken lasse, weil ich ja selbst in dieser Medienwelt aktiv bin.

Immerhin würde ich jetzt nicht so geschockt reagieren, wenn am Ende des Jahres eine gemeinsame Pressemitteilung von Regiocast, Neuer Welle Bayern und NRJ zum DAB Rückzug käme. Ich rechne da inzwischen mit allem.

PS: Das Weihnachtsgeschäft soll wohl im Rahmen gelaufen sein. Nicht schlecht, aber auch nicht der erwartete/erhoffte Boom. Hört man so aus der besagten Medienwelt.


Dafür das es nur "im Rahmen" gelaufen ist, ist es besser als nichts. Tut mir leid, meines erachtens macht die Medienwelt DAB+ selbst kaputt. Auf der einen Seite hat man einige Fehler die man noch bei DAB gemacht hat ausgemerzt aber auf der anderen Seite begeht man wieder den größten Fehler.
Nämlich nicht wirklich für DAB+ zu werben. Mann sitzt es lieber aus und wartet darauf das die Mund zu Mund propaganda funktioniert.
Ein großteil der Bürger kann heute immer noch nichts mit DAB+ anfangen, nicht weil sie es nicht wollen, sondern einfach weil sie von DAB+ nichts wissen.

Und sollte man doch mal was über DAB+ hören wird es schon mal wieder für Tot erklärt. Und dann wundert man sich warum der Weihnachtsverkauf "nur im Rahmen" gewesen ist.

Echt, ich kann soviel nicht essen wie ich kotzen könnte.

von Winterkönig - am 17.01.2013 09:42
@Heiner: Du hast ja schon recht, aber das Problem ist halt, dass ihr nicht so in der Szene drin seid. Ihr habt eure DAB+ Radios und freut euch damit. Ich dagegen rede oft mit den Leuten die das ganze finanziell zu verantworten haben. Das hat nichts mit Wichtig- und Miesmacherei zu tun, das ist einfach die Realität. Okay, ich sollte solche Dinge wohl eher in einem BWLler-Forum und nicht in einem Technik-Forum ansprechen. Sicher ist es so, dass Sender kommen und gehen werden, das ist bei UKW ja auch nicht anders, gerade im Bereich der Spartensender. Auf eine Neuausschreibung des Bundesmuxx-Platzes würde es aktuell mit Sicherheit auch einige Bewerber geben. Trotzdem bin ich besorgt über die weitere Entwicklung. Zumal Regiocast z.B. eben nicht der große DAB-Befürworter ist wie immer publiziert, sondern die Beteiligung am Digitalradio auch mehr taktischer Natur ist. Da kann schnell mal was fallen gelassen werden, wenn die Zahlen nicht stimmen. Die erste Hürde wäre jetzt mal, dass 90elf weiter die Übertragungsrechte bekommt. Ach ja, keiner der Regiocast-Sender im Bundesmuxx schreibt schwarze Zahlen, auch nicht das so beliebte und angesehene SSL. Das nur mal als Beispiel wie schwierig finanzieller Erfolg im Medium Radio heute ist.

von Wiesbadener - am 17.01.2013 09:54
Vielleicht tun sich ja tatsaechlich Lounge FM und Deluxe Radio zusammen? Deluxe Radio wollte ja wieder in diversen Bundeslaendern via DAB auf Sendung gehen. Zwei Pleitegeier also mit vereinter Kraft?

Ansonsten spricht aus Wiesbadeners Postings ja auch regelmaessig die Begeisterung und Enttaeuschung eines DAB-Nutzers ueber die allgemeine Entwicklung hinter den Kulissen. Ich kann das nachvollziehen und sehe oft aehnlich schwarz. Wer DAB-alt zu seiner Hochphase und in seinem Niedergang erlebt hat, sieht einfach staendig Parallelen zu damals, trotz besserer Voraussetzungen heute. Und das Ding ist einfach noch nicht durch: Sonderkuendigungsrecht im Bundesmux, die anstehende KEF-Entscheidung! Da kann noch einiges schief laufen.

Und auch wenn die Geraeteverkaeufe nicht mal so schlecht sind und besser als befuerchtet, sind sie halt doch auch schlechter als erhofft. Und nach wie vor vermisse ich dieses gemeinsame engagierte Vorgehen von Privaten und Oeffentlich-rechtlichen, das die KEF damals gefordert hatte.

Die Frage ist ganz einfach: ist DAB-neu bisher soviel weiter gekommen als DAB-alt, dass nicht doch die Gefahr droht, dass man es noch kippen koennte? Denn was bleibt denn, wenn die Privaten aus dem Bundesmux aussteigen und die Oeffentlich-rechtlichen einmal mehr keine bzw. kaum Mittel bekommen fuer den DAB-Ausbau? Mit dem heutigen Status Quo (v.a. ohne attraktiven Bundesmux) interessiert doch DAB weiterhin keine Sau.

von Habakukk - am 17.01.2013 09:55
Zitat
Wiesbadener
@Heiner: Du hast ja schon recht, aber das Problem ist halt, dass ihr nicht so in der Szene drin seid. Ihr habt eure DAB+ Radios und freut euch damit. Ich dagegen rede oft mit den Leuten die das ganze finanziell zu verantworten haben. Das hat nichts mit Wichtig- und Miesmacherei zu tun, das ist einfach die Realität. Okay, ich sollte solche Dinge wohl eher in einem BWLler-Forum und nicht in einem Technik-Forum ansprechen. Sicher ist es so, dass Sender kommen und gehen werden, das ist bei UKW ja auch nicht anders, gerade im Bereich der Spartensender. Auf eine Neuausschreibung des Bundesmuxx-Platzes würde es aktuell mit Sicherheit auch einige Bewerber geben. Trotzdem bin ich besorgt über die weitere Entwicklung. Zumal Regiocast z.B. eben nicht der große DAB-Befürworter ist wie immer publiziert, sondern die Beteiligung am Digitalradio auch mehr taktischer Natur ist. Da kann schnell mal was fallen gelassen werden, wenn die Zahlen nicht stimmen. Die erste Hürde wäre jetzt mal, dass 90elf weiter die Übertragungsrechte bekommt. Ach ja, keiner der Regiocast-Sender im Bundesmuxx schreibt schwarze Zahlen, auch nicht das so beliebte und angesehene SSL. Das nur mal als Beispiel wie schwierig finanzieller Erfolg im Medium Radio heute ist.


Aber dann verstehe ich eines nicht:

Wie ich vorhin schonmal geschrieben habe war doch von Anfang klar, welche Kosten mit der Verbreitung im Bundesmuxx verbunden sind... Warum tut man jetzt aufeinmal so überrascht?

Was die Entscheidung der KEF angeht, mach ich mir weniger Sorgen. Was 90elf und die Übertragungsrechte angeht auch weniger. Was nicht heisst, dass ich nicht dafür "bete" dass alles gut ausgehen wird.

von PEQsche - am 17.01.2013 10:09
Zitat
Wiesbadener
@Heiner: Du hast ja schon recht, aber das Problem ist halt, dass ihr nicht so in der Szene drin seid. Ihr habt eure DAB+ Radios und freut euch damit. Ich dagegen rede oft mit den Leuten die das ganze finanziell zu verantworten haben. Das hat nichts mit Wichtig- und Miesmacherei zu tun, das ist einfach die Realität. Okay, ich sollte solche Dinge wohl eher in einem BWLler-Forum und nicht in einem Technik-Forum ansprechen.


Mag sein dass du die Connections hast aber das ganze abschreiben so wie du es tust würde ich trotzdem. So wie du das schreibst, würde ich mich dann als Verantwortlicher nämlich fragen, warum ich nicht schon längst ausgestiegen bin. Eine gewisse Hoffnung muss also nach wie vor bei den Sendern bestehen.

Und dass ich keine Ahnung von BWL hab kannst du nicht behaupten, zwar habe ich bis jetzt noch nicht die praktische Erfahrung damit gemacht aber ich bilde mir ein, nach 4 Jahren auf dem Wirtschaftsgymnasium und einem Wirtschaftsstudium, das derzeit leider aus gesundheitlichen Gründen bis zum Sommersemester ruhen muss, zumindest etwas ökonomischen Verstand zu haben.

Zitat

Die erste Hürde wäre jetzt mal, dass 90elf weiter die Übertragungsrechte bekommt. Ach ja, keiner der Regiocast-Sender im Bundesmuxx schreibt schwarze Zahlen, auch nicht das so beliebte und angesehene SSL. Das nur mal als Beispiel wie schwierig finanzieller Erfolg im Medium Radio heute ist.


Da muss ich dir allerdings recht geben, wenn 90elf die Übertragungsrechte nicht bekommt wird das ein herber Rückschlag sein. Doch so weit sind wir noch nicht ;)

von htw89 - am 17.01.2013 10:11
Abwarten und Tee trinken. Das eine Medium wird das andere niemals (zumindest nicht kurzfristig) ablösen. Hybrid klingt da eher realistischer. Ob man dann zwischen UKW, DAB und Web oder nur zwischen zwei Wegen auswählt, hängt irgendwann vom Programmangebot und den Hörgewohnheiten ab. Zu Hause habe ich auch nen AV-Receiver mit herkömmlichem UKW-Teil und Anbindung zum Portal Vtuner. UKW (via Kabel) habe ich bisher so gut wie nicht gehört.

Ich hab lange überlegt ob ich mir noch ein DAB-Empfänger für den Betrieb im Auto zulege und mich bisher dagegen entschieden. Mein Arbeitsweg ist relativ kurz und ich kann auf diesem Weg meine Wunschsender empfangen. WDR-Programme höre ich nicht, der für mich zuständige NDR sendet hier™ nicht im DAB-Modus und im Bundesmux sagt mir kein Sender so sehr zu, dass ich ihn nur noch höre. Für längere Wege (die von der niederländischen Grenze weg ins Radioniemandland führen) gibts Smartphone >> Klinke >> Line-In Autoradio >> freuen (nachdem ich jetzt nun endlich doch ne Datenflat habe). TuneIn und Xiia Live leisten hier gute Dienste (irgendwann vielleicht auch mal Yourmuze, bisher nutze ich konsequent kostenfreie Apps).

von Staumelder - am 17.01.2013 10:27
Zitat
Felix Martin
Aber vielleicht will man ja auch keinen Erfolg haben? Je mehr man drüebr nachdenkt, desto mehr könnte man den Eindruck gewinnen...


Logisch! Es gibt eben Verbreitungsmethoden mit günstigerem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Und was in 5 Jahren sein könnte, interessiert keinen Geldgeber eines Radioanbieters.

Zitat
ric78
...völlig wurscht ob UKW oder DAB+.....es hören immer weniger, da die zeit abgelaufen ist...


Bei soziokulturellen Dingen, wie es eben auch die Medien sind, gibt kein Alles oder Nichts. Radio wird daher nicht aussterben, aber sich künftig mit einem Nischendasein begnügen müssen. Spezialinteressen wird es jedoch nicht bedienen können. Dafür ist es zu "massengängig".

Zitat
Japhi
Schaut mal in andere Länder, da scheint Radio noch gut zu laufen.


In den entwickelten Staaten ist das Radio überall in der Krise. Es gibt eben ein zu großes Angebot. Noch kann man sich mit Programmautomatisierung und Syndication behelfen, um auf die Kosten zu kommen. Aber das große Sterben wird kommen.

von Wasat - am 17.01.2013 11:03
Aus dem damaligen 17 Sendestandorte-Bundesmux ist inzwischen ein grösserer geworden. Somit könnten sich auch die Sendekosten verdoppelt haben und die Buchhaltung hat das nicht gemerkt....?!

Ich denke DLR/DLF könnten sich auch nicht ohne Zuschüsse über Wasser halten. Vielleicht kommt nun ein neues Bundesmux Konzept zustande. Die Digitalradio.de Seite ist bei mir immer noch nicht erreichbar - ob es damit etwas zu tun hat?

Und etwas OT:
wenn sich sogar RTL aus DVB-T zurückziehen will, heisst das schon ein wenig: mit Rundfunk ist nicht mehr extrem Geld zu verdienen!


Wenigstens Nettetal meldet sich positiv::cool:

„Mit dem ‚NOXON Journaline’-Radio untermauern wir unsere Position als führendes
Technologie-Unternehmen. Für uns sind Usability und Innovation bei der Bedienbarkeit von
Radiogeräten sehr wichtig. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut haben wir mit dem
‚NOXON Journaline’ ein Stück Zukunft entwickelt“, so Geschäftsführer Walter Grieger.
Die Journaline-Inhalte werden von den Radiosendern zur Verfügung gestellt. Aktuell sind das
Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, Absolut Radio, DRadio Wissen, Lounge fm,
ERF Plus, Media Broadcast mit Red Bull und DIGITALRADIO, Antenne Bayern (inkl. Top 40 und
Info Digital), Radio 94,5 F, Pirate Gong, Hit Radio N1 92,9, Radio Gong und Charivari.

PS: fett und unterstrichen = von mir!

PS2: hat dort nicht auch mal der Geier herumgekreist?

von drahtlos - am 17.01.2013 12:46
Zitat

durch Untervermietung könnte man die Kosten ja noch reduzieren

Das dürfte rechtlich nicht möglich sein. Schon das ZDF musste daher die Untermieter von seinem Astra-Transponder rausschmeißen.

Zitat

Was spart denn das DRadio mit der Einstellung aller AM-Sender ein?

Hatte ich vor 9 Monaten schon mal HIER ausgerechnet:
153 Donebach (Mudau/Senderstraße) 500/250 389 241,17 x 2/3 = 259494,11
207 Aholming/Königwaldstr.33 (Graswegäcker) 500/250 389 241,17 x 2/3 = 259494,11
549 Nordkirchen Münsterstr. 34 Piekenbrock 100 123 692,66
549 Thurnau/Tannfeld 100 123 692,66
756 Königslutter (Braunschweig) Scheppau Wohld 200 184 240,11
756 Ravensburg-Horgenzell/Wilhelmskirch 1 100 123 692,66
1269 Neumünster/Ehndorf Ehndorfer Moor 300 217 106,32
1422 Heusweiler/Am Sender-Nähe Schwimmbad 400 278 479,12
6190 Berlin-Britz 20 51 505,54 x 4/5 = 41204,43
177 Zehlendorf (Oranienburg) Liebenwalder Str. 500 389 241,17
990 Berlin-Britz/Waldkraiburger Str. 100 123 692,66

macht monatlich 2124030,- EUR
macht jährlich 25488360,- EUR
(nach den Tarifen von MB "mit erhöhter Betriebssicherheit)

Zitat

Das DRadio Alleine den Bundesmux betreiben lassen, Kostet 24 Mio € im Jahr. Laut MB Broschüre.
Bei Vollausbau auf 170 Sender. Das geht dann Nahezu Flächendeckend in Deutschland.


So'n Zufall aber auch: das reicht genau für einen vollausgebauten Mux :)

von iro - am 17.01.2013 16:26
Hier wurde heute (!) auf 5 Seiten wieder viel geschriebn, was meistens auch richtig ist.
Wegen einem Wegfall von LoungeFM wird DAB+ wohl nicht kippen.

Vollkommen richtig ist, wie auf Seite 3 oder 4 geschrieben wurde, dass im Bundemux MASSENPROGRAMME fehlen. Un damit meine ich so was wie ABY oder NDR 2. Das ist das Hauptproblem. LoungeFM ist, wie ALLE anderen Sender im Bundesmux, eben kein Massenprogramm. Auch Radio Bob nicht. Und SSL auch nicht.
Ich empfinde für mich LoungeFM als persönliches Zugpferd. Die normale Masse interessiert das aber wenig.
"Selber schuld" wurde hier gepostet. Auch das stimmt. Ein RADIOPROGRAMM, auch wenn es Entspannungsmusik bietet, muss m. E. auch Wort/Nachrichten/Werbung etc. bringen um ein Radio zu sein. Ansonsten ist es -und so hört sich LoungeFM leider an- ein stinknormales Webradio. Und da gibt es i. d. R. 1000 bessere von im Internet.

Zitat

Eine fette Kampagne vor Weihnachten hätte dem Digitalradio zum Durchbruch verhelfen können, das hat man jedoch gehörig versaut.

Aber vielleicht will man ja auch keinen Erfolg haben? Je mehr man drüebr nachdenkt, desto mehr könnte man den Eindruck gewinnen....

Falsch. Eine fette Kampagne hätte vor dem 1.8.2011 kommen MÜSSEN.

Ich glaube trotzdem weiterhin an DAB+.

von Schwabinger - am 17.01.2013 18:45
Leute, ich hoffe ihr behaltet Recht.

Und wie schon so oft erwähnt, kann bei der Digitalisierung das mobile Internet unmöglich die Lösung sein. Ergänzend, vor allem stationär zuhause gerne, sehr gerne!

Aber im mobilen Bereich werden sich die Mobilfunkanbieter die Hände reiben. Zum einen benötigt man eine dicke Datenflat, wenn man im Auto auf die Art und Weise Radio hören will, die sich Teledoof, O2 etc.ordentlich bezahlen lassen und die nötige Bandbreite (LTE, HSDPA) wird es auch in absehbarer Zeit nur in Städten und größeren Ortschaften geben.

Und wenn eines Tages (sobald UKW mal abgeschaltet wird) über 80 Millionen Menschen von den Mobilfunkanbietern abhängig sind, werden natürlich, wie soll es anders sein, die Preise nach oben angepasst. Dann zahlt man neben der dann noch spottbilligen GEZ auch noch ordentlich Mobilfunkgebühren um den ÖR hören zu können. Denn der Ausbau des kompletten Netzes mit HSDPA/LTE und die nötigen dicken Leitungen und Server für den ganzen Traffic wird Milliarden kosten....

Von daher MUSS der terrestrische Hörfunk digitalisiert werden und JA, da gibt es nur DAB/DAB+ zur Zeit.

von PEQsche - am 17.01.2013 20:11
Zitat
PEQsche
Ich hätte sogar noch eine Idee, wie man mit einem zweiten Bundesmuxx etwas finanzschwächere Sender mit ins Boot holen kann.

Eventuell könnte man sich auch überlegen, in größeren Ballungsräume (z.B. wie in Bayern in den Großstadtregionen) bundesweit verstärkt auch Lokalmuxxe zu starten. Das wäre dann für kleine, finanzschwache Stadtsender sehr attraktiv.


Es wäre geholfen, wenn sich ein Sender die Sendegebiete bzw. Senderstandorte selber aussuchen könnte. Ein Sender fürs Rheinland kann in der Anfangsphase sicherlich die Kosten für diese regionale Verbreitung zwischen Düsseldorf und Bonn aufbringen.

Das führt natürlich zu zerpflückten Bundes- und Regionalmuxxen. Ob das allerdings im Interesse des Lizenzgebers bzw. in diesem Fall des WDR ist, denke ich nicht. Und auch MB wird mit Hinweis auf irgendeine Kalkulation die Sache verwerfen wollen.

Let's face it: Das hier ist nur der Anfang einer großen Verunsicherung und womöglich der Vorwand für NRJ und die anderen, DAB+ wegen mangelnder Zukunftssicherheit zu verlassen. Wer möchte schon als letzter das Licht ausknipsen?

Es ist - zusammen mit DVB-T - eine Tragödie, wie sich in Deutschland terrestrische digitale Medien entwickeln.

gb

von gb - am 17.01.2013 22:22
Bei allen Vorteilen, die mobiles Webradio bietet: Sollte sich dieses anstelle von DAB+ durchsetzen, hätten neue und anspruchsvolle Rundfunksender kaum eine Chance, sich auf dem Markt etablieren zu können: Auf UKW gibt es nur noch sehr wenig reichweitenstarke Frequenzen und im Webradiosektor ist die Konkurrenz so dermaßen groß, dass trotz intensiver Werbeanstrengungen kaum noch in nennenswerter Anzahl Hörer erreicht werden.

Die Platzhirsche wie Radio NRW, RPR 1, FFH usw. können also weiterhin über den Verbreitungsweg UKW absahnen, während dem eine kaum zu beziffernde Zahl von kleinen Webradios gegenübersteht.
Soll so die Zukunft des Radios aussehen? - Ich hoffe nicht!

Insofern halte ich eine Insolvenz von LoungeFM für durchaus bedenklich.
Eine Sanierung des Programms sollte meiner Meinung nach dabei ansetzen, UKW-Frequenzen hinzuzugewinnen, selbst dann, wenn es sich nur um Funzeln mit kleiner Leistung handelt, damit eine Querfinanzierung möglich wird.
Ohne UKW kann kein Hörfunksender gegenwärtig lange überleben.

Zitat
Mc Jack
Heutige Privatradios sind renditeorientierte Unternehmen, dessen Anteilseigner sich ausschließlich die Bilanzen ansehen. Da geht es nicht um Radioromantik oder darum, einen "tollen Sender über eine ganz tolle Technik" zu verbreiten, da geht es einfach nur um Kohle. Stimmen die Zahlen nicht, wird entschieden. Stimmen die Zahlen dann immer noch nicht, wird abgeschaltet. Easy Going. Wenn das Radio nichts abwirft, wird woanders investiert. In Blumen aus Kenia, rollenden Pressmüll aus Rumänien, Webauftritte oder wasweißich. Die Werbeindustrie schaltet ganz schnell woanders ihre Werbung, wenn die Quote nicht stimmt.
Irgendeine verpeilte Radioromantik, die auf abwarten auf bessere Zeiten oder Vorteilen bei der Übertragung basiert, interessiert da niemanden.


Und genau diese Denkweise ist einer der wesentlichen Faktoren dafür, dass der Unterhaltungsfunk in Deutschland so scheiße klingt: Hauptsache die kurzfristige Rendite stimmt, alles andere wird dem untergeordnet.
Spartenradios mit einer geringen Quote haben da schlechte Karten.

Ein Sender muss mittel- bis langfristig Gewinne erwirtschaften, das stellt niemand in Frage, wenn jedoch nur noch dieses eine Kriterium zählt, gerät die inhaltliche Qualität unter die Räder.

Wo bleiben die ideellen Werte?

von DABplus+ - am 20.01.2013 12:43
Zitat
DABplus+
Und genau diese Denkweise ist einer der wesentlichen Faktoren dafür, dass der Unterhaltungsfunk in Deutschland so scheiße klingt: Hauptsache die kurzfristige Rendite stimmt, alles andere wird dem untergeordnet.
Spartenradios mit einer geringen Quote haben da schlechte Karten.

Das Prinzip der kurzfristigen Rendite gilt auch und vor allem in Ländern mit größerer Rundfunkvielfalt.
Dort ist es allerdings möglich, diese Rendite auch mit Spartenangeboten zu erzielen, weil der Rundfunkmarkt insgesamt liberaler ist. Man produziert ein Programm z.B. in Frankreich nicht für eine Region, sondern für das ganze Land. Ein Rock- Techno- oder Klassikprogramm muß nur ein mal produziert werden, darüber hinaus fallen mit zunehmender Flächendeckung nur zusätzliche Verbreitungskosten an.
In Deutschland hingegen kocht weitgehend jedes Land sein eigenes Süppchen, einige hundertttausend bis einige Millionen theoretisch erreichbare Hörer müssen genug Einschaltquote bringen, um die Programminhalte zu finanzieren. Obendrauf kommen natürlich noch Verbreitungskosten. Damit haben wir zwar statistisch eine riesige Zahl an Programmen - aber pro Versorgungsgebiet sinds dann meist doch nur zwischen einem und einem halben Dutzend kommerzielle Anbieter. Finanziert werden muß trotzdem die große Gesamtzahl an Programmen.
Regionale Inhalte sind schön und gut, sie verhindern aber tatsächlich Vielfalt außerhalb des journalistischen Bereichs - und nur in letzterem ist diese Regionalisierung wirklich medienpolitisch wichtig. Musikorientierte Formate regional zu gliedern ist der größte Fehler des auf Landesebene stattfindenden deutschen Rundfunk-Systems. Im Gegenzug zeigen ja die wenigen Ausnahmen wie Klassik-Radio, dass Spartenprogramme bei nationaler Ausrichtung durchaus profitabel arbeiten können (Klassikradio ist immerhin eine Aktiengesellschaft, und kein Steuerspar-Appendix irgendeines Medienhauses).
Könnte Lounge FM basierend auf seiner landesweiten Zulassung einfach mal so eine unbelegte Frequenz in Berlin, Köln, München oder Hamburg raussuchen, beantragen und belegen, könnten die sofort Einschaltquoten in MA-relevanten Gebieten einfahren, die den Rest (=Bundesmux) mitfinanzieren.

Achja: Aus Sicht eines an DX und Overspill interessierten UKW-Fans wäre das freilich ein Horrorszenario: in Ländern wie Frankreich muss man in Großstadtnähe nicht an DX denken wollen.

von DH0GHU - am 20.01.2013 12:58
Da muß man ja erstmal lauthals loslachen! :bruell:

Zunächst wird eine GmbH gegründet, man bewirbt sich für den Bundesmuxx, erhält den Zuschlag und sendet fröhlich los.

Und das alles auf der wirtschaftlichen Grundlage eines Sponsors, der bei genauem Hinsehen sicherlich bereits vor einiger Zeit etwas vor sich hin kränkelte. Insolvenzen sind nicht gottbefohlen sondern zeichnen sich ab - sofern man in der Lage ist, den kritischen Blick zu riskieren.

Selbstverständlich wird sich der Herr Geschäftsführer keines Fehlverhaltens bewußt sein, denn es sind immer andere am eigenen Niedergang schuld. Immer! Und ach wie gut, daß der eine einzige Sponsor in der Insolvenz steckt und ihm die Hände gebunden, tja, da kann man halt nichts machen wenn der Heilsbringer verreckt. Schicksal, schließlich darf man zum Sendestart nicht gleich einen prall gefülltem Werbeetat erwarten und wenn man erstmal einen Werbekunden hat, kann man den Gesellschaftern Umsatz vorgaukeln und die anderen Werbekunden werden schon kommen. Man ist ja schließlich mit einer aggressiven Strategie dabei, neue Hörer- und Werbepotentiale abzurufen.

Ha ha ha!

So also wird im deutschen Privatradio scheinbar gearbeitet. Danke Launsch EffEmm*) für den hinreichenden Beweis.

Gleichsam erstaunlich, daß sich die Landesmedienanstalten diesen Zauber nun bereits zum zweiten Mal bieten lassen. Wir erinnern uns noch an die Formulierung im Lizenzantrag für den NRW Muxx, daß dort explizit Auskunft über das wirtschaftliche Wohl und Wehe des Senders gegeben werden mußte. Das scheint wohl entweder nicht überall so kritisch gesehen zu werden oder es ist egal vor dem Hintergrund, daß "man" DAB+ über Senderinsolvenzen scheitern läßt.

gb


*) Man ist ja noch nicht einmal in der Lage, den eigenen Namen fehlerfrei auszusprechen...

von gb - am 25.01.2013 11:45
Ich bin immer wieder erstaunt, wie oft und stark über die kleinen hergezogen wird, die von Sponsoren abhängig Programme veranstalten, anstatt dafür x Millionen Euro vorab bereit zu stellen.

Wir wollen doch gerade die neuen, unabhängigen und innovativen universellen Radioprogramme und Spartenprogramme, anstatt die großen altbekannten Platzhirsche mit Agenturen und Verlagen im Rücken?!

Wenn ich mich morgen dazu entschließe ein neues Radioprogramm zu gründen und es via DAB+ auszustrahlen, habe ich deswegen noch nicht 1 Mio Euro auf dem Tisch liegen.
Da kann ich bei ner Bank schulden machen, wenn sie mitspielen würden und/oder mir Sponsoren und Werbepartner suchen, die entsprechend für die Kosten aufkommen.
Etwas anderes bleibt mir ja überhaupt nicht übrig, MIR nicht.
Und wieso sollte es den anderen Neuen anders gehen?
Selbstverständlich muss ich mich dann fast schon blind auf meine Partner und Sponsoren verlassen.
Wo soll das Geld auch herkommen?
Erst muss ich was aufbauen und etablieren, dann bringt es vielleicht mal genug Geld, um mit gewöhnlicher Werbung alles zu finanzieren oder gar die Millionen Rücklagen für solche Dinge auf den Tisch zu legen, aber nicht vorher bzw. umgekehrt.

Natürlich gibt es "Größen", die das anders aufziehen können.
Wie wäre es passend zu Spiegel TV mit Spiegel Radio?
In NRW fehlen ja noch Radio WAZ, Radio NRZ und Radio RP.

:rp:

von Matthias K. - am 25.01.2013 16:10
Zitat
Wiesbadener
Bei dem Sponsor handelt es sich um ein Unternehmen dass sich wiederum selbst in Insolvenz befindet. LoungeFM-Hörer dürften wissen, um wen es sich handelt, da auch immer Spots dieses Unternehmens liefen.

Könntest du mal Klartext schreiben wer der Sponsor war und denNamen einfach nennen?
Ich bin zwar auch LoungeFM-Hörer, aber ich weiß nicht um welchen Sponsor es sich handelt.

Zitat
DH0GHU
Musikorientierte Formate regional zu gliedern ist der größte Fehler des auf Landesebene stattfindenden deutschen Rundfunk-Systems.

Der größte Fehler des deutschen Rundfunks ist die vollkommen überholte regionale Nachkriegs-Provinzstruktur, die die Deutschen vor großdeutschem Rundfunk beschützen soll. Denn wenn die Deutschen (so wie z. B. die Österreicher) einen zentralen Rundfunk hätten (z. B. mit einer zentralen Popwelle für das ganze Land, wie z. B. Ö 3 in Österreich), würden die Deutschen ja sofort wieder alle ausnahmslos Nazis werden. Auch im Jahr 2013. :wall:

von Schwabinger - am 25.01.2013 17:28
Auch einer Regiocast sollte klar sein, dass ein Abwarten auf "gute Zeiten" nichts bringt.
Die Lokalsenderumfrage aktuell 2013 erbrachte so dämliche Fragen des Studenten wie "Finden sie nicht, dass der Lokalsender viel lustiger als der WDR ist ?" Nein, habe ich gesagt. Abgesehen davon höre ich keine deutschen Sender, sondern die Sender aus dem Ausland.
Das wiederum ignorierte der Studi. Offenbar im Sektor aufgewachsen, war das Radiohirn klein. Immerhin bekam ich heraus, dass auch die aktuelle Mediaanalyse von den üblichen Verdächtigen bezahlt wird. Von den normalen 50 000 und mehr - Programmen hatte der Studi natürlich noch nie etwas gehört, es stünde nicht auf seiner Liste. Wen interessiert das ? Mich nicht.
Dass ich auch sehr viel die Rockantenne höre, das "wäre nicht auf seiner Liste".
Man höre und staune: ein deutscher Sender würde in NRW nicht abfragt.

Lounge-FM hat sicher mehr Hörer als bekannt, nur : die Hörer des Senders sind arbeitsame Menschen mit Einkommen. Diese sind von 8 bis 18 Uhr in der Firma oder im PKW unterwegs und somit nur schwer für eine MA zu erreichen. Und denen wird, wenn überhaupt, nur der lokale Schrott vorgelesen, nicht aber die Sender, die wirklich gehört werden.
Somit feiert sich eine Elite in den Himmel, während der Hörer längst abgetaucht ist.

von sup2 - am 25.01.2013 18:42
Zitat

Lounge-FM hat sicher mehr Hörer als bekannt, nur : die Hörer des Senders sind arbeitsame Menschen mit Einkommen. Diese sind von 8 bis 18 Uhr in der Firma oder im PKW unterwegs und somit nur schwer für eine MA zu erreichen.

Da wäre ich mir jetzt nicht sicher. Wird da tatsächlich nur bis 18 und nicht 20 oder 21 Uhr telefoniert? Wie siehts samstags aus? Ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass die einfach den erstbesten nehmen der ans Telefon geht; da sollte es eigentlich ein Auswahlverfahren geben, das solche Verzerrungen verhindern sollte.
Zitat

Und denen wird, wenn überhaupt, nur der lokale Schrott vorgelesen, nicht aber die Sender, die wirklich gehört werden.

Das ist dann schon eher ein Problem für DAB.

Zitat

Von den normalen 50 000 und mehr - Programmen hatte der Studi natürlich noch nie etwas gehört, es stünde nicht auf seiner Liste. Wen interessiert das ? Mich nicht.

Wenn du von Internetradio redest - man kann nicht jedes Programm erfassen, das ein oder zwei Hörer hat. Sicher; es gäbe geeignetere Möglichkeiten um dem Beantworter das Gefühl zu geben, dass man sich trotzdem dafür interesiere, aber es ist eigentlich eherlicher zu sagen, es sei nicht auf der Liste. Es würde sich höchstens die Frage stellen, inwiern eine Ignorierung Auswirkung auf die Martanteile der anderen Programme hätte.

von Zwölf - am 25.01.2013 19:02
Zitat
DH0GHU
Accent4 in Frankreich finanziert sich (teilweise) genau auf diesem Weg: Freiwillige Zuwendungen der Hörer.


Exakt, quasi ein nichtkommerzielles "Klassik Radio" aus Straßburg, ein Sender der CSA-Kategorie A, sprich ein Radio associative, das sich über Spenden finanziert, das funktioniert seit zwei Jahrzehnten prima, sodass die elsässischen Klassik-Freunde neben Straßburg zwei weitere Funzeln (Selestat und Colmar) aufschalten konnten.
Mehr Infos: http://blog.accent4.com/2010/03/faites-un-don.html

Leider ist es so, dass in Frankreich nichtkommerzielles Lokalradio für den Normalbürger, der eine Sendung machen will, nicht zugangsoffen sein muss. Und sich auch, wie leider aktuell bei RBS der Fall, sich in ein privatkommerzielles Lokalradio umwandeln darf, laut franz. Mediengesetzen können herausgemobbte Sendungsmachende, die gegen so eine Umwandlung waren, nicht dagegen vorgehen. Also mit dem deutschen NKL und hiesigen Mediengesetzen nicht vergleichbar.

Wie ist es in Deutschland geregelt? Kann Lounge FM als privatkommerzieller Anbieter einfach so betteln und Spenden einsammeln?

von Chris85 - am 02.02.2013 01:41
"Einfach so betteln" geht vielleicht nicht, aber "geschickt betteln" dürfte gehen. Beispielsweise über einen "Lounge Club", in dem man zahlendes Mitglied wird, und dafür ein Clubmagazin mit irgendwelchen Vergünstigungen erhält. Beispielsweise Rabatte beim CD und DVD Kauf. Hatte RTL früher auch gemacht. Arte hat seine eigene Zeitschrift sogar am Kiosk. In den Niederlanden wurde man auch Mitglied "seiner" Lieblingsanstalt, danach wurde früher die Sendezeit in Radio und Fernsehen vergeben. (Und nebenbei spült es Geld in die Kassen der Sender.)

Eine andere Möglichkeit wäre es, aus Lounge FM eine Genossenschaft zu machen, jeder kann einen Genossenschaftsanteil für sagen wir 100 EUR kaufen. Das haben beispielsweise die "Junge Welt", die "taz" und das "Neue Deutschland" so gemacht.


Oder man macht es wie die Amis und veranstaltet einen "Teleton", bzw. "Radioton": Eine 24 Stunden Lifeshow, wo Leute anrufen und spenden sollen. Das könnte aber in Deutschland ein ziemlicher Schuss in den Ofen werden, da diese Veranstaltungen hier keinerlei Tradition haben und für das Format LoungeFM wohl zu schrill ist.

von Bolivar diGriz - am 02.02.2013 06:46
Festplattendudler funktionieren in der Schweiz seit Jahren. Diese werden auch gerne von fremdsprachigen Hörern gehört. Einziger Unterschied zu Lounge FM: diese 3 "Festplattendudler" werden von einem Staats-Radio betrieben und funktionieren daher auch ohne Werbung.

Das müsste irgendwie auch in Deutschland funktioneren, wenn sie die Herren Politiker mal über Radio etwas Gedanken machen würden. Es gibt in Deutschland soviele Landes-ÖRs, wenn bei denen mal das Konkurrenzdenken aufhören würde, könnten jeweils 3 davon in jedem Jahr je ein Radio à la Lounge FM oder mit anderer Spartenmusik betreiben. Genau wie weiter oben das Beispiel mit der Arztpraxis aufgezeigt wurde. Das würde auch keinem Lokalradio Werbekunden wegnehmen. In der Schweiz ist in vielen kleineren Verkaufsläden SwissPop zu hören, weil die Besitzer nicht damit rechnen müssen, dass irgendwann Werbung von der Konkurrenz um die Ecke im Verkaufsraum gesendet wird. Auch ist eher eine anständige Rotation gegenüber einem CD-Spieler vorhanden. Nicht mal Nachrichten sind notwendig, zu mindest nicht in der Arztpraxis und in den erwähnten Verkaufsräumen. Radio SwissPop macht etwa 4x in der Stunde eine Ansage, dass man ihr Radio hört, das ist alles.

Deutschland verbaut sich einfach ein möglicherweise erfolgreiches Zusatzangebot.

von drahtlos - am 02.02.2013 09:02
Zitat
drahtlos
Mit Lounge-Musik lässt sich doch so schön cruisen...

Genau deswegen habe ich noch schnell meinen Audiorecorder an mein DAB4 gehängt und lasse die SD-Karte vollaufen.
Zum Glück sind immer ein paar Uptempo-Nummern eingestreut, denn wenn ich an die DJ-Jondal-Show zurückdenke, gab es schon Momente, in denen es gefährlich wurde, damit Auto zu fahren :D Seit ein paar Monaten ist mir auch die verstärkte Verwendung von älteren Pophits aufgefallen (gerade zum Bispiel Jacko mit Liberian Girl). Vielleicht versucht man so, das Format für Mainstream-Investoren interessanter zu machen.

Ganz ehrlich, was den Bundesmux angeht, kann mich von den anderen Privaten keiner hinter dem Ofen hervorlocken. Sunshine hat merklich nachgelassen (bekomme ich außerdem zusätzlich über sehr starkes UKW(, ENERGY ist auf DAB+ auch nur ein Festplattendudler (da gefällt mir Stuttgart besser), KISS wage ich wegen zu geringer Verweildauer nicht zu beurteilen. Klassik Radio hat zwar brauchbares Programm, aber deren Soundprocessing ist bekanntermaßen keine Werbung für DAB+. Fairerweise muss ich sagen, Absolut Radio mag zwar ein Hitdudler sein, ist aber ansprechend präsentiert. 90elf müsste jetzt noch auf 72kbit/s angehoben werden,
In BW hat von den Privaten im Landesmux eigentlich nur Schwarzwaldradio das Prädikat Radio verdient. egoFM ist zwar ganz nett, aber eher eine große Spielwiese, LiveRadui BW und bigFM WorldBeats sind einfach nur eine Verhöhnung der DAB+.Nutzer.

von rolling_stone - am 07.06.2013 04:09
Zitat
PEQsche
@rolling stone

Naja, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden ;)
In meinem Auto hab ich grundsätzlich RadioBOB! an. Finde ich ist auch ein gutes Zugpferd. Zumindest für die, die auf Rock und Classic Rock stehen.

Meine Freundin fährt gerade auf Energy ab. Grade mit der Begründung, dass "da nicht so viel gelabert" wird ;)

Denke es gibt solche und solche. Ich sags ja: im Prinzip ist für jeden was dabei im BM. Deshalb wäre als Ersatz für 90elf ein Schlager/Oldieprogramm das beste, was man machen könnte.

Falls LoungeFM sich wirklich zurückziehen sollte und Sport1 wirklich auf den dann freien Platz gehen würde, wäre auch Sport wieder dabei.


Ich habe auch nichts gegen Radio Bob! oder Energy an sich. Nur das, was sie auf UKW draus machen (und mir besser gefällt) im Vergleich zu DAB+. Und Lounge hat mich deshalb so angepeochen, weil es eine solche Musikfarbe abgesehen von dem kleinen Fenster in Klassik Radio tatsächlich noch nicht in Deutschland gab.
Mit dem Schlager- / Oldieprogramm gebe ich dir absolut Recht.
Traurig nur, dass es so schnell geht, wie bei Dominosteinen. Erst 90elf, jetzt Lounge. What next?

von rolling_stone - am 07.06.2013 05:16
Zitat
drahtlos
Da könnt ihr ewig über den Stil von LoungeFM diskutieren. Für die einen war es DER Musiksender für die anderen eben NICHT. Persönlich finde ich es schade drum - hat irgendwie in den Bundesmux gepasst. Wenn nur ein neuer Dudler kommt ist es doch mit Sicherheit auch nicht von Vorteil für den Bundesmux.


Sehe ich genauso. Sunshine live hat natürlich auch seine Berechtigung, eben, weil sunshine ein Sender ist, der sich auf Elektronisches spezialisiert hat. Hitsender haben wir ja mit Energy und Kiss deren zwei im Mux. Nochmal, ein Zugpferd wäre ein Programm, das nicht auf ein Bundesland beschränkt ist und zumindest bundesweit noch nicht in dieser Form vorhanden ist. Religiöse Programme haben wir ja auch schon. Mit ERF und Horeb werden beide Konfessionen bedient. Nett für unsere ausländischen Mitbürger wäre ja zum Beispiel eine bundesweite Übernahme von Funkhaus Europa, aber da das ja ein WDR-Programm ist, haben die anderen Anstalten wohl was dagegen.

Also, Private, keine Scheu, und mal was Neues probieren.

von rolling_stone - am 07.06.2013 08:11
Ganz so einfach ist es in der Schweiz auch nicht.
Veranstalter müssen genehmigt sein und auch bei Übernahme muss dies vom Bakom genehmigt werden. Mehr dazu auf:
http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01107/02357/index.html?lang=de

Zitat
drahtlos
Warum läuft in Deutschland alles so unendlich kompliziert.

In der Schweiz entscheidet der Netzbetreiber, wen er auf den DAB-Kanälen haben will und sonst niemand. Keine Medienanstalten stehen da irgendwie im Wege. Änderungen könnten in Wochenfrist vollzogen werden.

Ich hoffe, es kommt mal ein günstigerer Netzbetreiber, welcher es irgendwie zum halben Preis der MB macht, auch wenn dies vorerst nur auf Bundesland-Ebene kommen sollte.

Die ÖRs im Bundesmux sollten ja auch daran interessiert sein, dass der Mux genügend Teilnehmer hat. Warum hat man der Regiocast nicht mehr Unterstützung gegeben. Nicht in finanzieller Hinsicht, aber mit etwas mehr Verhandlungsgeschick beim Fussball-Dachverband. Lange Zeit kam es mir vor, dass auch die ARD ein eigenes Interesse an Sport hat - sogar als Konkurrent zur Regiocast. Aber diesen "heiligen" Gedanken hatte ich nicht lange, denn dies hätten die Medien-"Ver"-Hüter wohl umgehend verboten.


von lindau42 - am 07.06.2013 14:41
Zitat
lindau42
Ganz so einfach ist es in der Schweiz auch nicht.
Veranstalter müssen genehmigt sein und auch bei Übernahme muss dies vom Bakom genehmigt werden. Mehr dazu auf:
http://www.bakom.admin.ch/themen/radio_tv/01107/02357/index.html?lang=de

Zitat
drahtlos
Warum läuft in Deutschland alles so unendlich kompliziert.

In der Schweiz entscheidet der Netzbetreiber, wen er auf den DAB-Kanälen haben will und sonst niemand. Keine Medienanstalten stehen da irgendwie im Wege. Änderungen könnten in Wochenfrist vollzogen werden.

Ich hoffe, es kommt mal ein günstigerer Netzbetreiber, welcher es irgendwie zum halben Preis der MB macht, auch wenn dies vorerst nur auf Bundesland-Ebene kommen sollte.

Die ÖRs im Bundesmux sollten ja auch daran interessiert sein, dass der Mux genügend Teilnehmer hat. Warum hat man der Regiocast nicht mehr Unterstützung gegeben. Nicht in finanzieller Hinsicht, aber mit etwas mehr Verhandlungsgeschick beim Fussball-Dachverband. Lange Zeit kam es mir vor, dass auch die ARD ein eigenes Interesse an Sport hat - sogar als Konkurrent zur Regiocast. Aber diesen "heiligen" Gedanken hatte ich nicht lange, denn dies hätten die Medien-"Ver"-Hüter wohl umgehend verboten.


Stimmt so nicht unbedingt. Wenn ich beim Bakom mir die Liste der gemeldeten Radio-Stationen ansehe, dann fehlen einige der in den beiden SMC-Ensemble sendenden Radiostationen. Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob dies jetzt für die neuen Programmanbieter die SMC selbst erledigt.

von drahtlos - am 07.06.2013 17:11
Zitat
WellenJäger
Ich möchte es mal so formulieren. Solange sie noch Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen können, sollten sie diese Möglichkeit auch dazu nutzen, um Geld zu generieren. Davon habe ich bisher eigentlich noch nichts mitbekommen. Welcher Normalbürger kennt schon Lounge FM? Gab es schonmal eine Plakat- oder Flyeraktion? Konnte ich schonmal etwas gewinnen? Wie sieht es aus mit Aktionstagen? Spezielle Veranstaltungen? Gibt es eine Lounge FM - Cocktail-Bar? Kooperationen mit Unternehmen? Ein Lounge FM-Mobil, das irgendwelche Events in Zusammenarbeit mit irgendwelchen Sponsoren macht? Ein spezielles Lounge-FM-Sofa mit DAB-Radio? Zugegeben, etwas verrückt. Und jetzt im Sommer haben Städte ja auch Strände...Es gibt doch so viele Möglichkeiten. Ich habe eher den Eindruck, sie vermarkten sich einfach nicht bzw. schlecht/halbherzig.

Tja, da ist was Wahres dran. Solche Aktionen gab es zwar immer angekündigt auf der Homepage, aber begrenzt waren sie immer auf Österreich. Rückblickend muss ich sagen, dass LoungeFM auf DAB+ nichts anderes war als ein Abfallprodukt, das aus dem Programm in Österreich entstanden ist, ohne dass es eigenes Profil entwickeln konnte.
Und Veranstaltungen gab es nicht nur einige, sonder LoungeFM hat v.a. in Wien auch selbst Veranstaltungen wie den "Eistraum" begleitet.
Aber wie gesagt: In Deutschland war es eigentlich nur Mund-zu-Mund-Propaganda, und das ist in der Tat für einen Sender zu wenig. Merchandising-Artikel wurden auch von FB-Benutzern angefragt, aber nie in die Tat umgesetzt.

von rolling_stone - am 08.06.2013 18:48
Ein Post im Gästebuch (unter vielen) sagt eigentlich alles aus:
Zitat
LoungeFM Gästebuch
lounge.fm ist der EINZIGE Sender in Deutschland, der mit Lounge-Style Musik terrestrisch empfangbar ist. Wenn die Hörer auf das Internet und deren Streams ausweichen sollen, dann schwimmt Ihr im Teich der Tausenden und da gibt es auch viele andere gute Streams. Es wäre schade um Eure Pole-Position.

oder hier:
Zitat

eit kurzem gehöre ich zu eurer fangemeinde, weil ich mir in meinem neuwagen ein radio mit DAB+ gegönnt habe. ich bin begeistert von eurem repertoire und höre lounge.fm fast nur noch! man fährt viel relaxter. ich bin aber voll erschrocken, als ich eure durchsage das erste mal gehört habe. da ich im aussendienst unterwegs bin und viele km zurücklege, wäre ich mega enttäuscht, lounge.fm nicht mehr empfangen zu können! bleibt uns bitte auch über DAB+ erhalten, weil im auto oft die internetverbindung zu schlecht ist und das somit keine wirkliche alternative ist. ich wäre wirklich sehr enttäuscht!

Einzige Antwort von LoungeFM Freitag Abend:
Zitat

: wir diskutieren das thema zur zeit sehr intensiv - und machen uns die entscheidung nicht leicht. aber so lange nichts final entschieden ist, werden wir hier auch kein statement posten - bitte bleib uns gewogen, wir informieren sobald es was zu informieren gibt!
, gestern nur ergänzt durch ein lapidares "Wir diskutieren noch".
Erst die Pferde scheu machen (die Ansage klingt durch den fast penetranten Verweis aufs Web und die App dann doch sehr endgültig) um dann sagen zu können April April? Bei konkreten Nachfragen auf Allgemeinplätze zurückziehen? Sorry, aber das ist dilletantisch! So eine Ansage produziert man eigentlich nicht leichtfertig dahin!

von rolling_stone - am 10.06.2013 09:54
Zitat
rolling_stone
Wie schon gesagt, mittlerweile scheint die Liste auch bestückt zu werden. Ich habe über Nacht mal den Recorder mitlaufen lassen, und in sieben Stunden hat sich noch kein einzelner Titel wiederholt. Noch dazu Titel, die auf dem echten LFM nie gelaufen wären. Ich hofe mal, dass aus LFM ein Lounge-Sender unter Beteiligung der MB wird. Und ja, der Sound ist der Beste eine Bundesmux-Programms. So macht Musikhören Spaß.


Fraglich ist nur, ob es überhaupt möglich ist, ein LFM unter MB-Beteiligung aufzuschalten, da die MB (auch wenn sie Netzbetreiber ist) doch dann erst an einer Neuausschreibung teilnehmen müsste...

Nee aber was ich eigentlich meinte ist:
Es ist schon toll zu sehen, wie sich vermutlich auch viele Nicht-Freaks auf deren Facebook-Seite für den Erhalt von LFM auf DAB+ stark machen. Diesmal schreiben auch nicht die üblichen Verdächtigen, deren Namen man regelmäßig bei diversen Empfangswegumfragen sieht.

Ein Beweis, dass DAB+ auch schon bei einigen Nicht-Freaks angekommen zu sein scheint, die mit ihrem "neuen Digitalradio" einfach was anderes als den üblichen Dudelfunk hören wollen. Alleine die Tatsache, dass sich so viele (auch wenn die Million noch nicht ganz geknackt ist) für die weitere Übertragung auf DAB+ stark machen zeigt, dass das Medium auf einem guten Weg ist und zunehmend angenommen wird.

von PEQsche - am 12.06.2013 04:27
Ich stelle jetzt mal eine Vermutung auf:

Die Zuführung von Wien nach Deutschland zu MediaBroadcast wurde vom österreichischen Leitungsanbieter gekappt. LoungeFM wusste dies, und war sich der Konsequenz bewusst, dass dies der Todesstoß für das deutsche Programm sei. Also haben sie noch schnell Jingles produziert, dass sie überlegen von DAB+ runter zu gehen und man via Livestream/App das Programm hören soll. Die Leitung wurde gekappt. Daraufhin hat Media Broadcast auf die Schnelle mit einem Laptop etwas eigenes gemacht, um die Hörer nicht zu vergraulen. Eventuell auch auf Bitte der Wiener. Heute dann wurden einige Jingles (vielleicht auch aus Webstream aufgezeichnet) dann auf den Rechner überspielt, so dass der Hörer weiter den Eindruck hat, es sei das Oriiginal LoungeFM. Man merkte es natürlich an den Qualitätsunterschieden. Zeitgleich sind Verhandlungen geführt worden und die Leitung nach Österreich wieder aufgebaut worden (z.B. weil Media Broadcast auch was hat springen lassen) und schon konnte LoungeFM aus Wien wieder in Deutschland auf den Muxx.

Ist nur eine Vermutung. Aber klingt doch logisch.

von pfaffengrunder - am 12.06.2013 21:24
Zitat
pfaffengrunder
Ich stelle jetzt mal eine Vermutung auf:

Die Zuführung von Wien nach Deutschland zu MediaBroadcast wurde vom österreichischen Leitungsanbieter gekappt. LoungeFM wusste dies, und war sich der Konsequenz bewusst, dass dies der Todesstoß für das deutsche Programm sei. Also haben sie noch schnell Jingles produziert, dass sie überlegen von DAB+ runter zu gehen und man via Livestream/App das Programm hören soll. Die Leitung wurde gekappt. Daraufhin hat Media Broadcast auf die Schnelle mit einem Laptop etwas eigenes gemacht, um die Hörer nicht zu vergraulen. Eventuell auch auf Bitte der Wiener. Heute dann wurden einige Jingles (vielleicht auch aus Webstream aufgezeichnet) dann auf den Rechner überspielt, so dass der Hörer weiter den Eindruck hat, es sei das Oriiginal LoungeFM. Man merkte es natürlich an den Qualitätsunterschieden. Zeitgleich sind Verhandlungen geführt worden und die Leitung nach Österreich wieder aufgebaut worden (z.B. weil Media Broadcast auch was hat springen lassen) und schon konnte LoungeFM aus Wien wieder in Deutschland auf den Muxx.

Ist nur eine Vermutung. Aber klingt doch logisch.

Dagegen spricht vorerst, dass der Webstream (auf der Intrernetseite angezeigt) weiter vom Mutterhaus kommt und die Titelanzeige dort weiter mit dem DLS auf DAB übereinstimmt. Außerdem meine ich, dass der Klang etwas unausgewogener ist als beim Notprogramm, irgendiwe... flacher, da weniger detailreich.

von rolling_stone - am 13.06.2013 06:06
Zitat
HAL9000
Haut mich tot, aber ich bin der Meinung, das diese Nieschenprogramme erst dann hätten auf Sendung gehen sollen (in einem 2. BuMu), wenn 1. das Überleben von DAB+ auf sicheren Füßen steht und vor allem, wenn es genug Hörer gibt, damit eine Refinanzierung über Werbung funktioniert.
der 1. BuMu wäre besser beraten gewesen, hätte man ihn mit Öffis & Privatfunkern gefüllt, die es bereits auf UKW gibt - denn die könnten wenigstens das Finanzielle stemmen, ohne permanent am Rande der Pleite zu operieren.
So fällt innerhalb kürzester Zeit das zweite Programm weg und man kann sehen, wie man enttäuschte oder gar verärgerte Hörer mit windigen Ersatzlösungen bedient. Zudem ist die Außenwirkung (wieder ein Pleiteprogramm bei DAB) alles andere als positiv.

Da haben wir wieder das Henne-Ei-Problem... womit willst du denn dann die Hörer locken? Mit dem örtlichen Hitdudler, der bereits bestens über UKW empfangbar ist? ;) Nur mit noch nicht vorhandenen Nischenprogrammen (=Zusatzangeboten) kann man die Hörer locken, natürlich darf dann auch das von UKW bekannte Angebot nicht fehlen das ist klar... Wir haben hier in Deutschland ein Problem, das ist der Förderalismus, wo jeder Kleinfürst grad machen kann was er will... Die Zusatzprogramme hätten natürlich von den Landesrundfunkanstalten kommen können, aber wir wissen ja selber, dass der eine mehr, der andere weniger hinter DAB steht...

von Rosti 2.0 - am 13.06.2013 07:47
Es braucht neben dem von UKW gewohnten auch Neues, sonst interessiert DAB keine Sau.

Aber es gibt ja nicht nur die Moeglichkeit, die UKW-Landschaft 1:1 auf DAB abzubilden und zusaetzlich neue Programme nur via DAB anzubieten.

Es koennen eben auch UKW-Programme, die nur lokal oder regional begrenzt senden, ihr Sendegebiet via DAB massiv erweitern, und das ist in meinen Augen die vielversprechendste Variante.

So bekommen viele Hoerer via DAB tatsaechlich ein Angebot von fuer sie neuen Programmen, und trotzdem koennen sich die Programmanbieter dank ihrer wenigen UKW-Sender halbwegs ueber Wasser halten.

Klassik Radio kann z.B. sein bundesweites DAB-Engagement dank der einen oder anderen UKW-Grossstadtfunzel sicher besser stemmen als ein DAB-only-Programm. Radio Bob kann die meisten Hessen auf traditionellem Weg via UKW verbreiten, aber der Rest hat via DAB ein zusaetzliches Programm. Ich finde das gut...

Was nur nicht wie in der Vergangenheit passieren darf, dass Programmanbieter nur deshalb voruebergehend via DAB senden, um an UKW-Stuetzfrequenzen zu kommen (z.B. Radio Top 40 in Thueringen). Da muessen die Behoerden dahinter sein: keine UKW-Stuetzfrequenzen mehr ohne DAB-Abstrahlung.

von Habakukk - am 13.06.2013 08:57
Zitat
Skelektor
Genau und deshalb dürfen es auch ruhig mal Programme sein ,die nur vom Computer gesteuert werden ohne Moderation und Nachrichten.

Nein! Das macht das Internet besser als z. B. Energy BM. Programme nur von Festplatte sind m. E. absolut kein Kaufgrund für DAB. Eher das Gegenteil (nochmal Beispiel NRJ Bundesmux oder hier in M lokal Gong mobil - zumindest letzteres interssiert hier schlichtweg keine Sau).
Zitat
Rosti2.0
Da haben wir wieder das Henne-Ei-Problem... womit willst du denn dann die Hörer locken? Mit dem örtlichen Hitdudler, der bereits bestens über UKW empfangbar ist? ;) Nur mit noch nicht vorhandenen Nischenprogrammen (=Zusatzangeboten) kann man die Hörer locken, natürlich darf dann auch das von UKW bekannte Angebot nicht fehlen das ist klar... Wir haben hier in Deutschland ein Problem, das ist der Förderalismus, wo jeder Kleinfürst grad machen kann was er will...

So ist es. Das Hauptproblem ist dieser überholte Föderalismus im Radio. Im TV gibt es diesen Quatsch schon lange nicht mehr. Da gibt es ARD, ZDF, RTL, Sat 1...
Zitat
rolling_stone
Es braucht DAB-only-Programme, die richtig gute Musik spielen, ruhig auch etwas spezieller, ohne Abgreifen der UMTS-Datenvolumen etc. Wären auf DAB ausschließlich UKW-Programme vertreten, würde DAB weiter ein Nischendasein führen. Viele Leute haben sich wegen dieser Spezialsender (nach dem, was man weiß, vor allem 90elf und zu einem ganz geringen Teil wegen LoungeFM) ein Digitalradio gekauft.
Nein! Ersteinmal braucht es die Abdeckung von UKW. Dann gerne Zusatzprogramme. So macht man es beim TV auch. Oder wurde bei DVB-T/C/S erst nur Sparte im Stil von QVC und sonnenklar aufeschaltet um die Leute zum "Umdenken" zu bewegen? Antwort nein.
Zitat
PEQsche
Man darf auch nicht diejenigen vergessen, die sich ein DAB-Radio auch aus folgendem Grund geholt haben:

Rausch- und knisterfreier Empfang.

Vollkommen richtig! Beispiel München. Hier haben via Oly die Privaten gegenüber dem BR einen echten Empfangsvorteil. Zumindest bei denen, die nicht eine Yagi angeschlossen haben, sondern die, die in der Innenstadt sitzen und ihr Büroradio oder den KBW anschalten. Da geht stellenweise der BR schlichtweg gar nicht. Oly und Blutenburgstr. aber nahezu immer. Auch im Untergeschossbüros. Auch im PC-Störnebel. Usw.
Per DAB geht der BR genausogut wie die Privaten. Immerhin kommt er auch vom Oly.


von Schwabinger - am 13.06.2013 17:18
Mhja, ich weiss, das 90-elf die Lizenzen verloren hat. Drum sprach ich ja von der Aussenwirkung.

Und natürlich kaufen sich grad wegen dieser Nieschenprogramme etliche Leute so ein Radio. Aber: Es wird eben immer nur eine spezielle Minderheit sein. Die Masse holst du nur mit massentauglichen Programmen - auch wenn die hier im Forum nicht gern gesehen/gehört werden. Überzeugen kann man die möglichen Käufer dann "beste, rauschfreie Digitalqualität" das zieht immer und versteht auch jedes Hohlbrot da draussen.

Der "Hitradio 08/15" Hörer wird zuerst wissen wollen, ob sein Lokalfunker denn auch in dieser "tollen digitalen Qualität zu hören ist. Nicht? Ja dann lohnt sichs nicht. Unmoderierte Festplattendudler, da kann ich gleich selber meine Festplatte abhören."

Das ist die Crux: Nieschenprogramme werden nie die breite Masse ansprechen - manche mögen halt das Lounge- Geklimper, viele hören aber lieber die Superhits der 80er, 90er und das Beste von Heute.
Bislang sind hierzulande irgendwann ALLE Nieschenprogramme, sofern sie nicht reine kostengünstige Internetradios waren, irgendwann sang und klanglos untergegangen - oder wurden auf "Die meiste Abwechslung, die besten Hits" umformatiert.

Ich finds ja auch toll, das man übers DAB- System Programme für speziellere Musikgeschmäcker hat, das ist dann auch mal echte Vielfalt. Aber ich bezweifle ganz stark den fin. Erfolg dieser Spartenprogramme - leider...

von HAL9000 - am 13.06.2013 20:27
@HAL9000

Naja, warten wir mal ab. Jetzt am Anfang ist es zwar schwierig, aber dennoch hat außer LoungeFM kein Sender finanzielle Probleme. Das Problem bzw. finanzielle Risiko wird kleiner, je mehr Empfänger verkauft werden und die Werbepartner dann umso mehr bereit sind, mehr Gelder springen zu lassen, da mehr Leute erreicht werden.

Ich bin immer noch der Meinung, dass auch mit dem rein technischen Aspekt "kein Rauschen, besserer Ton" viele Leute zum Umstieg motiviert werden könnten. Nur wirklich groß angelegte Werbeaktionen sind leider immer noch viel zu selten. Einzig MDR und BR sowie ein paar bayerische Privatprogramme mache wirklich regelmäßig Werbung. Da steckt noch viel Potenzial.

In England z.b. wimmelts auch nur so von Nischen- und Spartenprogramme auf DAB. Klar gibts dort auch die bekannten Programme. Aber alleine schon die Programme "absolute 60s, 70s, 80s, 90s und 00s" dürften als Spartenprogramme sehr viele Hörer erreichen. Und der Erfolg von DAB ist dort wirklich nicht von der Hand zu weisen.

Bedenkt man nun noch, dass der Sound bei vielen Programmen dort wirklich nicht der Hammer ist, sieht man auch, dass es nicht schlimm ist, wenn ein Programm mal schlechter als UKW klingt.

Deshalb denke ich auch, dass es so schlimm nicht wäre, z.B. Sport1.fm noch in den BM zu drücken (nur theoretisch, Rechts- und Lizenzfragen mal außen vor gelassen). Dem Laien fallen 8kbit/s pro Programm weniger wahrscheinlich gar nicht auf, man hätte aber ein Zugpferd mehr drin.

von PEQsche - am 14.06.2013 03:50
Zitat
PEQsche

Naja, warten wir mal ab. Jetzt am Anfang ist es zwar schwierig, aber dennoch hat außer LoungeFM kein Sender finanzielle Probleme. Das Problem bzw. finanzielle Risiko wird kleiner, je mehr Empfänger verkauft werden und die Werbepartner dann umso mehr bereit sind, mehr Gelder springen zu lassen, da mehr Leute erreicht werden.


Genau das ist das Hauptproblem. Die werbetreibende Wirtschaft will TATSÄCHLICHE Reichweiten sehen. Denen nützt die Angabe "es gibt vier Millionen DAB Empfänger" nix, weil das überhaupt nichts über die Einschaltquoten eines Senders aussagt. Daher MÜSSEN die Sender bis 2018 die Ausweisung in einer Statistik wie der Media Analyse Radio oder der Funkanalyse Bayern schaffen. Dazu ist es bei bundesweiten Sendern nötig die fällige gleichzeitige Zahl von mind. 7000 Hörern in der Stunde zu erreichen. Aktuell, so schätzen die Sender, sind es nicht mal 100 bis 200 gleichzeitige Hörer pro Durchschnittsstunde im ganzen Bundesgebiet (!). Daher ist es jetzt bitter nötig dass die Verkaufzahlen um den Faktor 2 pro Jahr ansteigen, sonst geht den Kommerziellen spätestens 2018 die Luft aus. Sprich: Dieses Jahr 650.000 Geräte, 2014 1,3 Millionen, 2015 2,6 Millionen usw.

von Ihre Majestät - am 14.06.2013 05:04
Dann muss auch die (suggestive!!) Vorgehensweise (Welchen Sender haben sie....gehört? WDR2, WDR4 oder Radio 90.1?) der Fragenden beim Telefoninterview grundlegend geändert werden. Denn so wie es bisher lief (ich wurde in den vergangenen Jahren schon mehrmals angerufen) steht im Vorfeld bereits schon fest, welche Sender (Platzhirsche) eher vorne liegen. Ich bin beim "ersten Mal" sogar selbst fast darauf reingefallen. Den Fragenden brachte das schon aus dem Konzept als ich dann später fragte: "Darf ich eigentlich auch andere Sender nennen?" Er meinte dann "Muss ich in die Liste gucken". So wundert mich gar nichts :rolleyes:

Ich zitiere die agma: "[es] werden im Interview nur die Namen derjenigen Sender vorgelesen, die in seinem Landkreis hauptsächlich genutzt werden." Anschließend können auch andere Sender genannt werden in einer sogenannten "offenen Frage". Diese ging aber irgendwie unter oder wurde mir erst gar nicht gestellt.

Genaueres zur Vorgehensweise hier:
http://www.agma-mmc.de/media-analyse/radio/datenerhebung/befragung.html

von WellenJäger - am 14.06.2013 06:04
@Ihre Majestät

Hällst du diese Steigerung der Verkaufszahlen für realistisch? So ganz glaub ich da nicht dran, allerdings sind die Möglichkeiten noch nicht ausgereizt:


- Vollausbau sowohl von BM als auch Landesmuxxe (damit zumindest theoretisch über 90% der Bundesbürger erreicht sind)
- zweiter Bundesmuxx (sollte bis 2018 ja hoffentlich Realität sein, wenn es jetzt "nur" an 90elf gescheitert ist und noch ein paar Hunderttausens oder Millionen Geräte in den nächsten 1-3 Jahren verkauft werden)
- groß angelegte Werbeaktionen ALLER ARD-Anstalten und zwar dauerhaft und nicht immer nur auf ein paar Wochen begrenzt.
- Einbau von DAB+ serienmäßig in Autos (ggf. verpflichtend)
- Einbau von DAB+ Empfangsteilen in Smartphones
- Die Ankündigung diverser Hersteller, derzeit UKWonly-Geräte in der nächsten Auflage/Generation ebenfalls mit DAB-Empfangsteilen auszustatten, in die Tat umzusetzen.
- weiterer Preisfall bei DAB-Radios

Ich denke da lässt sich also noch ordentlich an den Stellschrauben drehen um etwas nachzuhelfen.

von PEQsche - am 14.06.2013 06:08
Ich denke auch, das vieles an der immer noch stark lückenhaften Verbreitung des BMs hängt. Und das man auch deshalb darauf verzichtet, deutlich mehr Werbung aufzuziehen. Denn wenn der normale Nutzer sich tatsächlich so ein Gerät kauft, am besten fürs Auto, und dann feststellen muss, das auf vielen Strecken und in vielen Gegenden noch das Schweigen im Walde herrscht, wird die Akzeptanz sicher nicht größer. Nicht vergessen, WIR hier sind Freaks, kennen viel mehr Hintergründe, die Technik und sind viel offener für Neues auf diesem Sektor. Der Durchschnittsdoofmann schaltet die Kiste an und dann muss es laufen. Der Grund, warum die Technik funktioniert oder eben nicht, ist ihm weder bewusst, noch hat er daran ein stärkeres Interesse, zu erfahren, was Sache ist.

Also, Abwarten ist das einzig richtige. Abwarten und hoffen. Ich für meinen Teil bin nun für DAB im Auto ausgerüstet - und obwohl wir bei uns daheim eigentlich offiziell unversorgt sind, geht doch zumindest der NDR- Muxx in weiten Teilen der Stadt ohne längere Aussetzer. Der Bundesmuxx hats da schon schwieriger, geht aber auch zu rund 50-70% im Stadtgebiet, je nach Bebauung.

von HAL9000 - am 14.06.2013 07:30
Zitat
WellenJäger
Die Leute müssen erst mal dazu zu kommen, diese Sender auch bewusst nennen zu können. Man sollte also auch diese Sender bewusst abfragen. Der normale Hörer "hustet" dem Interviewer (so wie wir es tun) nämlich nichts, sondern hält sich brav an die vorgegebenen Sender und insistiert nicht. Viele sind sicher auch froh, wenn die Umfrage vorbei ist und wollen das ganze Prozedere auch nicht künstlich in die Länge ziehen. Deshalb kennen sie natürlich SWR3 und RPR1 und haben es in den letzten Tagen und Wochen bestimmt auch mal gehört. Sie kennen den Namen, haben Plakate gesehen und haben diese Sender sicher auch "gehört", weil das ja so üblich ist, diese Sender zu hören, und wenn es nur mittags bei der Frittenbude dudelte. Ich persönlich "lese" auch jeden Tag die Bild-Zeitung. Wenn ich einkaufen gehe, ist fast überall die Titelseite zu sehen.

Da gilt mal wieder der alte Spruch: "Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe." Ich muss immer lachen, wenn ich mal wieder lese, dass der ARD-Sender xy (hier nahezu beliebigen ARD-Funker einsetzen) laut MA der beliebteste Sender in Deutschland sei. Gut, wenn zum Beispiel im Verbreitungsgebiet des HR nachts zwangsweise SWR3 aufgeschaltet wird....
Rein offiziell höre ich sogar die TONscherben einmal wöchentlich - gezwungenermaßen in meiner Physiotherapie.
@Hal9000: Und genau da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Solange der BM noch lückenhaft ist, wird keine flächendeckende Werbung dafür gemacht, solange noch keine flächendeckende Werbung gemacht wird, kauft sich der Durchschnittshörer noch kein DAB+-Gerät, wenn er nicht gerade zufällig weiß, dass er DAB+ auch tatsächlich empfangen kann, und solange noch nicht die Nutzerzahlen deutlich steigern, wird es über die zugesicherten Stufen hinaus auch noch keine (wirtschaftliche) Veranlassung geben, das Sendernetz weiter auszubauen.

von rolling_stone - am 14.06.2013 07:36
Zitat
Ihre Majestät
Zitat
PEQsche

Naja, warten wir mal ab. Jetzt am Anfang ist es zwar schwierig, aber dennoch hat außer LoungeFM kein Sender finanzielle Probleme. Das Problem bzw. finanzielle Risiko wird kleiner, je mehr Empfänger verkauft werden und die Werbepartner dann umso mehr bereit sind, mehr Gelder springen zu lassen, da mehr Leute erreicht werden.


Genau das ist das Hauptproblem. Die werbetreibende Wirtschaft will TATSÄCHLICHE Reichweiten sehen. Denen nützt die Angabe "es gibt vier Millionen DAB Empfänger" nix, weil das überhaupt nichts über die Einschaltquoten eines Senders aussagt. Daher MÜSSEN die Sender bis 2018 die Ausweisung in einer Statistik wie der Media Analyse Radio oder der Funkanalyse Bayern schaffen. Dazu ist es bei bundesweiten Sendern nötig die fällige gleichzeitige Zahl von mind. 7000 Hörern in der Stunde zu erreichen. Aktuell, so schätzen die Sender, sind es nicht mal 100 bis 200 gleichzeitige Hörer pro Durchschnittsstunde im ganzen Bundesgebiet (!). Daher ist es jetzt bitter nötig dass die Verkaufzahlen um den Faktor 2 pro Jahr ansteigen, sonst geht den Kommerziellen spätestens 2018 die Luft aus. Sprich: Dieses Jahr 650.000 Geräte, 2014 1,3 Millionen, 2015 2,6 Millionen usw.



Ich weiß nicht wieviele Leute befragt werden, für wieviele Hörer also der einzelne Befragte steht. Ich habe bei der Befragung durch die Funkanalyse wahrheitsgemäß angegeben, dass ich regelmäßig DR Wissen und Lora München höre. Die Einschaltquote dieser beiden Sender dürfte also etwas hochgegangen sein. Es ist auch meine Erfahrung, dass nach diesen Sendern nicht unbedingt gefragt wird. Das halte ich schon für einen methodischen Fehler.

von RudiP - am 14.06.2013 08:21
Ich höre es zwar über Kopfhörer, aber mir fehlen die Nuancen. Ich habe den Eindruck, der Klang ist etwas flacher als bei der Kaperung, aber im Prinzip wieder so wie vor dem kurzen Wechsel. Die Studioqualität war also nur für einen kurzen Zeitraum. Wobei die Qualität stark von den von LoungeFM verwendeten Files abhängt. Manches klingt richtig gut, andere Titel klingen wiederum so matschig wie von Youtube mitgeschnitten. Das war aber schon oft Thema im (alten und deaktivierten) Gästebuch von LoungeFM, bevor es mit FB gekoppelt wurde.
Zitat
Gästebuch LoungeFM
Es ist wirklich ein Genuss den echten Lounge.FM Style wieder frei und quer durch Deutschland zu hören. Um das dauerhaft abzusichern sollten WIR Hörer kräftig Werbung für dieses einmalige Programm bei unseren Freunden und Bekannten machen (natürlich via DAB+) und Ihr solltet mehr Werbung und Aktionen rund um DAB+ und Lounge.FM aufsetzen. Was haltet ihr von gemeinsamen Aktionen, die den Bekanntheitsgrad nach vorn treiben. Allein ich habe schon eine Menge Ideen - was würde alles Gutes passieren, wenn ihr die mehr als 9.000 Follower damit einbinden würdet.
Nutzt die Power, die für Euch bereitsteht. Ein Porsche kann auch mehr als nur im Standgas fahren.

Hoffentlich spricht sich auch der letzte Satz bis zu den Verantwortlichen von LoungeFM herum

von rolling_stone - am 14.06.2013 10:00
Ich hatte schonmal geschrieben, dass statt der Werbeblöcke die LoungeFM Endlosmusik aufgeschaltet wird. Nachdem das ständig so ist und Forumsteilnehmer hier von längeren Werbeblöcken berichtet hatten, hab ich mal um 17:54 den deutschen Webstream parallel gestartet nach dem Werbetrenner.
1. DAB+: Werbe-Jingle startet
Lounge-de: Werbejingle startet
2. DAB+: Endlosmusik startet (zwei Durchläufe)
Lounge-de: tatsächlich Werbeblock (u.a. mit der Sachsenquelle)
3. DAB+: Dritter Durchlauf der Endlosmusik
Lounge-de; Ende der Werbung für die Sachsenquelle und das LoungeFM-Jingle, das üblicherweise nach der Werbung kommt
4. DAB+: Endlosmusik wird ausgeblendet und Titel startet
Lounge-de: Jingle endet und Titel startet
Anmerkung: Die Titel, Jingles etc. sind bis zum nächsten Werbespot von nun an gleich, allerdings kommt DAB+ schneller an als der Webstream. Vor der Kaperung war es umgekehrt.
Zwei Vermutungen: Wurde die Zuführung geändert und der Stream kommt jetzt direkt aus Deutschland?
Und: Warum wird Werbung auf dem deutschen Webstream ausgestrahlt, aber auf dem Hauptempfangsweg DAB+ abgeklemmt? Ist das etwa eine Zwangsmaßnahme der Mädchen und Brotkasten, bis die Schulden bezahlt sind? Die Werbeblöcke werden wegen der Kosten für DAB+ sozusagen gepfändet, können aber über Web normal laufen, weil dieser Verbreitungsweg nie betroffen war?
Weiß irgendjemand mehr?

Edit: Jetzt wieder genau das gleiche Spiel.

von rolling_stone - am 17.06.2013 16:05
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