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DAB Digitalradio Forum
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Pressespiegel und Entwicklungen bei Digitalradio (DAB/DAB+, DRM+, Internetradio)

Startbeitrag von Wiesbadener am 22.02.2013 07:09

Nach der Sperrung des Threads mit dem unsäglichen Namen "DAB vor dem Aus" habe ich jetzt mal diesen technikneutralen Faden eröffnet. Hier geht es um die Gesamtheit des Digitalradios, also nicht speziell um DAB/DAB+, sondern auch um DRM+ und Internetradio. Zum Start mal zwei Sachen zum Lesen:

http://www.radioszene.de/49464/wo-ist-das-plus.html

http://www.teltarif.de/dab-dabplus-radio-ebu/news/50082.html

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat

Mir ist schon klar, dass DRM+ etwas besser fuer Lokalprogramme geeignet ist, nur ist der Zug fuer eine Diskussion um dessen Einfuehrung in Deutschland eigentlich schon abgefahren. Das haette gleichzeitig mit der Einfuehrung von DAB+ eingefuehrt werden muessen und nicht 3 oder gar mehr Jahre spaeter. In anderen Laendern wie Norwegen, UK, Schweiz oder Denmark ist es sowieso schon lange zu spaet. Und man kann dort erst in etlichen Jahren wieder darueber nachdenken, wenn auch dort ausreichend DRM+ Geraete verkauft wurden. Wie gesagt im Moment gibt es die nirgends zu kaufen.

In den reinen DAB-Ländern (wo Updates der Geräte nicht möglich sind) kann man wohl tatsächlich erst in einigen Jahren drüber nachdenken, in DAB+-Ländern mit genügend updatefähigen Geräten (Stichwort Venice 5) von updatebereiten Herstellern auch schon eher. Das Update wäre m.E. durchaus EU-Subventionswürdig wegen "Energie sparen" (wenn auch nur senderseitig... aber weiter denkt die EU ja normalerweise auch nicht :D )
Man muss es auch nicht einführen, man könnte aber, sobald es sich lohnt. Ohne irgendwelche Neukoordinierungen. Der Sender bekommt einfach seine Frequenz zugewiesen und entscheidet selber über die Modulationsart (und seine Stromrechnung).
Der Eurochip hat daneben den Vorteil, daß Radios weiterhin europaweit nutzbar bleiben und die Hersteller müssen auch nicht für jedes Land eine eigene Radioversion bauen. In Deutschland empfange ich dann vielleicht nichts per DRM+, dafür aber in Italien oder den Niederlanden.

Zitat

Irgendwie scheint das Ganze im Zusammenhang von Digitalisierung der Uebertragungsmedien System zu haben. Kaum faengt es an, dass sich ein Standard etabliert oder er sich gerade etabliert hat, faengt man an eine Diskussion ueber dessen Nachfolger loszutreten.

Es geht bei DRM+ nicht um einen Nachfolger, sondern lediglich um eine sinnvolle Ergänzung der bereits bestehenden Analog- und Digital-Systeme. Nachfolger wird man erstmal auch nicht brauchen, da mit dieser 3er-Kombi für die nächsten Jahre der komplette Bedarf abgedeckt werden kann und es seinen Zweck Programme (+Text+Bild) in guter Qualität zu transportieren erfüllt.

Zitat
Nordlicht2
Einfach mal suchen welcher Thread gestern von Jassy geschlossen wurde. Darum wurde dieser hier ja auch mit den Worten ...nachdem der... geschlossen wurde.... neu eroeffnet.
Das war aber kein DRM+ Thread, sondern ein DAB+-Thread!

von iro - am 23.02.2013 15:21
Zitat
Nordlicht2
Wieder zwei ehrlich objektive Berichte. Waere natuerlich schoen, wenn der zu DAB+ auch auf Welt.de erscheinen wuerde.
Bei dem Beitrag zum Internetradio im Auto finde ich interessant, dass es Apps gibt bei denen man zusaetzlich bezahlen muss um besseren Klang zu bekommen und keine erxtra Werbung durch die App. Mit dem Smartphone kann ich doch aber auch direkt den originalen Webtream eines Radiosenders anwaehlen, auch ganz ohne App sondern mit dem Browser aber wohl nicht ueber das Display des Autos, als dann wohl DIE einzige Einschraenkung.
Ist das also was fuer Besserverdienende Manager, die aber keine Ahnung von Technik haben und dadurch gar nicht merken, dass sie eigentlich nur abgezockt werden indem man ihnen etwas technisch ganz Einfaches als absolut neues und einzigartiges verkauft?
Zu den Apps, erstellen diese Apps 'Tuneln' oder 'Aupeo' die Streams selber und legen so die Datenrate fest? Die App radio.de wurde ja auch erwaehnt und die verlinkt so weit ich weis nur die originalen Streams. Alles in allem, wer den Preis fuer's erforderliche Navi, die Bloutooth Einheit bezahlt, hat dann genug SIM Karten zum Radiohoeren und bezahlt gerne die 50 Euro extra im Jahr um auch guten Klang ohne extra Werbung zu bekommen.
Oder hab ich an dem Artikel was falsch verstanden?


Im Prinzip (und nein, damit will ich keine weitere "Internet oder DAB+" - Diskussion anregen!) müssten die Radioveranstalter bzw. der VPRT den Verbreitungsweg Internetradio noch mehr ablehnen als DAB+. Denn wenn die Leute plötzlich über 50.000 Programme zur Auswahl haben, stehen gestandene und große Anstalten wie WDR, HR & co. auf einer Stufe mit Programmen, die aus "Hinterzimmern" produziert werden. DAS wäre ein wirklicher Konkurrenzkampf, da wäre DAB+ ein Witz dagegen.

Was ich ohnehin nicht verstehe (was auch aus dem DAB+ - Artikel hervorgeht):
Namhafte Sender wie RadioFFH haben Angst, mittels Werbung für DAB+ Hörer an Sender wie RadioBOB! oder Absolut zu verlieren. Warum eigentlich?

Wenn man Hörer, vor allem Stammhörer, verliert, dann sollte man vlt. auch mal das eigene Konzept überdenken. Es wird seitens des VPRT, der sich gegen die UKW-Abschaltung stellt, gefordert, dass der freie Markt doch bitte entscheiden sollte, welches Medium sich durchsetzt. Mit dem Ruf nach dem freien Markt widerspricht sich dieser jedoch sich selbst wenn er Angst hat, durch eine zusätzliche Plattform namens DAB+ Hörer zu verlieren. Denn da wird sich auch gleichzeitig gegen den freien Markt gestellt...

von PEQsche - am 24.02.2013 13:00
Zitat
SpaßmitRadio
"January 2012: Frontier Silicon has now shipped over 17 million digital radio processor ICs" :
http://www.frontier-silicon.com/about/history.htm Bei 2 Chips je Modul = 8,5 Mill. Digitalradios !?
Dann müssen ja noch sehr viele Digitalradios (4 - 5 Mill. ?) in vielen Lagerhallen liegen. Ich habe den Verdacht, das wir erst einmal diesen "alten" Bestand kaufen müssen, ehe es neue Chips geben wird, oder die Preise fallen werden.


Es handelt sich hier in erster Linie um die aktuellen Prozessoren Kino 3 und Chorus 3 [davon 5 Millionen in zwei Jahren] sowie deren Vorgänger. Von denen steckt immer nur einer in einem Empfängermodul. Der Verkauf von 10 Millionen Produkten (ICs oder ganze Module) war im Februar 2010, von 5 Millionen im Oktober 2007 bekannt gegeben worden.

Das hätte man leicht selbst herausfinden können, wenn man einen Blick auf die anderen Seiten von Frontier Silicon geworfen hätte. Aber es ist ja leichter, erst einmal einen blöden Kommentar abzugeben. :rolleyes:

Das erste DAB+-fähige Modul Venice 5.1 mit dem Prozessor Kino 2 ist übrigens auf der IFA 2008 vorgestellt worden.

PM vom 10. Januar 2012:

Zitat

Las Vegas, US, 10th Jan 2012: Frontier Silicon, the world leading supplier of digital radio and network audio technology, announced today that it has now shipped over 17 million digital radio processor ICs. The Company provides the most field proven receiver solution with 75% of DAB/DAB+ digital radios in the market today deploying Frontier Silicon technology.

The success of Frontier’s current digital radio processor IC’s, Chorus 3 and Kino 3, is testament to the growing popularity of digital radio across a number of high volume markets. By the end of Q1 2012, these devices will have shipped 5 million units taking just over two years to reach this important milestone.

“The rapid development of digital radio proves how popular the medium is globally and digitization ensures that it will be relevant in an ever changing media landscape.” said John Behrendt, CEO Frontier Silicon, “With our substantial investment in next generation silicon and software well underway, we will continue to drive the future of digital radio and I am looking forward to bringing exciting new products to the market over the coming year.”

“With the opening of digital radio markets globally, Frontier remains a very important partner for us,” comments Paul Smith, General Manager of Pure, a world leading manufacturer of broadcast and internet-connected digital radios. “They have been a long-term investor in this market, and working with them we are able to produce proven, leading-edge products that engage our customers.”


von Manfred Z - am 26.02.2013 17:09
Im Thread "Digitalradio.de - Offizielle Seite von DAB(+) in Deutschland" ist am 28.02. der Link zur Februar-Ausgabe des "Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk" gepostet worden. Da das der falsche Thread ist, wiederhole ich den Link hier:

http://www.barthelmarquardt.de/fileadmin/Bilder/Meinungsbarometer/Meinungsbarometer_Digitaler_Rundfunk_Februar2013.pdf

Weitere Ausgaben findet man über die Übersichtsseite: http://www.barthelmarquardt.de/

Auf Seite 1 gibt es einen Artikel zum Auseinanderbrechen der DVB-T2-Allianz in Folge des geplanten Ausstiegs von RTL aus der Terrestrik.

Auf Seite 2 wird über die Folgen für den Hörfunk spekuliert.

Auf Seite 3 ein Interview mit Thorsten Godulla, Geschäftsführer Kenwood Electronics Deutschland, zu DAB+ Nachrüstlösungen für Autos.

Auf Seite 4 geht es um die neueste Sau, die durchs Radio-Dorf getrieben wird: HbbRadio (Digitalradio mit Internetrückkanal ähnlich HbbTV).

---------------------------

Hier nun zu Seite 2:

Da gibt es seltsame Vorstellungen von Helmut G. Bauer, Medienanwalt und Pionier des privaten Rundfunks:

Zitat

Bauer geht bei einem Ende der DVB-T-Ausstrahlung von Einnahmeverlusten
zwischen 30 und 40 Prozent aus. Sollten die Media Broadcast [Netzbetreiber] und
die DFMG [Turmbetreiber] nun die Kosten auf die Hörfunksender (UKW und DAB+)
umlegen wollen, müssten hier die Verträge grundsätzlich angepasst werden.

„Beim bundesweiten DAB+ Multiplex besteht momentan keine Möglichkeit, den
Preis zu erhöhen, da die Verträge mit einer Laufzeit von zehn Jahren geschlossen
wurden“, sagt Bauer. Eine Verteuerung sei daher zunächst eher bei den UKW-Fre-
quenzen möglich, wo die Verträge zu unterschiedlichen Zeitpunkten auslaufen.

„Da in der Regel mehrere UKW-Sender an einem Standort vorhanden sind, würde ein
Wechsel der Sender in einen DAB-Multiplex nicht nur Kosten senken, sondern
auch den Analog-Digitalumstieg beschleunigen“, ist sich Helmut G. Bauer sicher.


Das übertragen wir nun auf ein Geschäftshaus mit vier vermietenen Geschäftsräumen. Zwei Mieter ziehen aus; Nachmieter gibt es nicht. Die verbliebenen zwei Mieter bekommen eine Mieterhöhung um 100%, um die entfallenen Mieteinnahmen des Vermieters zu decken, und müssen ihre Verkaufspreise erhöhen, um die höhere Miete bezahlen zu können. Funktioniert so Marktwirtschaft? Natürlich nicht!

Richtig ist:

Die DFMG kann ihre Türme und Masten nicht mehr voll vermieten; die großen Türme werden unwirtschaftlich; der Abriss droht.
MEDIA BROADCAST verliert ein Geschäftsfeld und muss den Betrieb verkleinern.

Gibt es eine Lösung? Ja:

Wenn DVB-T bzw. T2 in Deutschland entfällt, heißt das nicht, dass die Nachfrage nach mobilem oder portablem TV-Empfang ebenfalls entfällt. Und das kann zukünftig über LTE erfolgen. Die DFMG [Deutsche Funkturm GmbH] ist ein Teil der Deutschen Telekom Gruppe, die selbst LTE anbietet. Die Lösung heißt "LTE-Multicast über High Tower High Power". Das gibt es heute natürlich noch nicht; aber man wird es benötigen, um die Mobilfunkzellen vom TV-Massenaufkommen zu entlasten. Man könnte dann sogar einige mobile "Entertain"-Kanäle einrichten und ausgewählte Sendungen über LTE übertragen.

Ob die Telekom dann selbst die High-Power-Sender betreibt oder MEDIA BROADCAST beauftragt, muss uns hier nicht interessieren. Wichtig ist nur, dass die großen Türme nicht abgerissen werden müssen, sondern eine TV-Grundlast behalten können und so weiter dem Hörfunk (FM, DRM+, DAB+, LTE ??) zur Verfügung gestellt werden können.

Fernsehverbreitung, wie wir sie bisher gekannt haben, wird es nach dem Auslaufen von SDTV ohnehin nicht mehr geben.

von Manfred Z - am 02.03.2013 09:58
Eine kritische Entwicklung in den USA, die auch teilweise auf Europa überschwappen könnte: In den USA sollen in den nächsten 5 Jahren - zumindest bei General Motors - Autoradios bis in 5 Jahren nur noch als Mobilfunk-Internetradios verbaut werden, und nicht mehr als terrestrische Empfänger für MW/UKW etc.:

http://ericrhoads.blogs.com/ink_tank/2013/03/a-cold-harsh-reality-for-radio.html

MARCH 08, 2013
A Cold, Harsh Reality For Radio

I stayed in my seat and listened politely, though I wanted to jump up and cross-examine the people onstage. Frankly, I couldn't believe what I'd just heard, and it was so important that it needed to be clarified immediately. Could it really be true? I'd been predicting it for years, but when I heard those words, it was like seeing an old friend I loved being knifed in the gut. I felt victimized.

But I also felt vindicated. The moment I am referring to was during our Radio Ink Convergence conference, held earlier this week. For two days, digital experts talked about the surprising growth of online radio listening in the past 12 months. We heard statistics and facts about significant increases. We heard that the iPad is the new transistor radio and the smartphone is the new radio receiver. We heard that Google's YouTube is about to launch a radio service like Pandora, and that Apple is doing the same. So what I heard should have been no surprise, and in a way it wasn't. But it was a shock.

For a decade or more, I have been banging my fist on the table, telling radio that a moment will come that the industry must prepare for. Some listened, but most ignored it as some "out there" prediction from an overzealous futurist. Yet what I'm about to tell you is not a prediction, and it's not a guess. It's a fact. And it was a giant shock for the people who attended Convergence.

On the stage were three representatives of the automotive industry: one from Gartner Research, a highly respected tech research firm; one from the Silicon Valley offices of General Motors, where they design interactive experiences and new technology for their cars; and one who represents an industry association for the connected car. They were on a panel moderated by Buzz Knight of Greater Media, and they talked about the direction of in-car experiences, the digital dashboard, and what will be coming next to the dash of the car -- apps, Internet radio and audio in the car, and other things we knew were on the way. Then, suddenly, this statement was heard:

"AM and FM are being eliminated from the dash of two car companies within two years and will be eliminated from the dash of all cars within five years."

Gulp. Really? Did someone really just say that?

The panelists went on to say that young people don't use radio anymore, and automakers see no need to continue to put radios in the car. The kids want Pandora, Spotify, and other audio services, and if they want radio, they can get it on TuneIn or iHeart or a similar service.

I couldn't sit quietly anymore, so I went to the stage, apologized for interrupting, and started cross-examining the panel to find out if they really meant what they were saying. I was fuming inside, because it appeared they were working from incorrect assumptions. I wanted to find out if they were backed by solid data, or if they just believe "Nobody listens to the radio."

Probing The Research
When I questioned the panelists on their statements about the lack of youth listening, I asked if that was based on data, or is just a Silicon Valley perception. After all, Arbitron listening statistics don't support their claim, and they needed to know that. Though I've seen personal evidence that young people seem to be listening less, Arbitron numbers say that's not true.

The answer I received from the General Motors panelist is that GM uses youth consultants MTV Scratch, a unit of the giant media company Viacom that consults with brands about connecting with consumers and advises GM on trends. I was told there was extensive research to support the lack of interest in radio among youth and that GM researches everything to make sure they are giving consumers what they want. When I asked who did the research, I was told these are proprietary studies but clearly show trends saying young people no longer use radio.

Goodbye, AM & FM
Now that I'd established that GM doesn't believe that youth listen to radio, I wanted to probe the statement that two car companies are pulling AM and FM radios, looking for specifics. I was told that is proprietary information, and that which two companies won't have in-dash AM and FM couldn't be shared. All they would say is that it was decided a year ago, and it will be happening within two years. The change is already in the works. This wasn't a prediction that this might happen.It was stated as a fact by a top industry researcher. And it seems GM's Chevrolet could be one of those automakers.

Will Others Follow?
Before the conference I'd heard a rumor that Ford and Toyota both believe AM/FM should be left out of new cars, and that these big radio advertisers want cars to have online radio only so they'll be able to measure their advertising reach precisely, rather than relying on estimates. Frankly, all other advertising has gone in that direction. Why not radio? Another motivation is that these companies will be offering LTE service in their cars. So they may be doing this for the income from data consumption, much as Apple makes money for having these services on iPads.

We've known for a long time that radio is losing its in-car monopoly as other music services hit the dash. But until this moment, we didn't have confirmation from anyone in the auto industry that AM/FM receivers will be eliminated -- by at least two companies, and soon.

If this is true -- and these people have no reason to mislead us -- this is the most important "unofficial" announcement in history regarding the future of broadcast radio. Though radio broadcasts will be available through distributors like TuneIn and iHeartRadio, your competition won't just be in-market stations anymore. You will be facing a world full of competitors.

Many readers will be in denial after they hear this, saying it could never happen. One commenter on our website said AM and FM will not be removed from the dash in our lifetimes, while others raised the costs of bandwidth. Most who hear this will be tempted to ignore it.

Alert: Within two years, AM and FM will no longer be offered by two automakers. According to the Convergence panel, radio will be gone from all new cars within five years. Since the automotive companies work three years in advance, these decisions are being made now. It appears that radio really will be gone from the dash unless it's heard through an Internet radio distribution platform.

What can be done about this? It depends on which camp you're in. I happen to believe that this was inevitable, and I've been warning about it for a decade. Internet radio in car gives an exact measurement of listening, and that could be a good thing.

But I am deeply concerned about two things:

1. Are the car companies operating on incorrectly skewed research, or on the opinions of a youth-oriented consulting company? It's easy to say radio is dead, but the Arbitron numbers don't support it. GM and other car companies need to understand that if they are wrong, there will be consumer backlash if they remove AM and FM from cars. People love their radios. Young people don't often buy cars, and radio is clearly stronger with baby boomers and older adults.

2. Safety is a giant concern. AM and FM radio stays available when the power goes down. Cell towers and the Internet do not. You can't communicate with consumers in their cars during a storm or a mass evacuation when the signals cannot reach the car. Plus, there are still dead spots in America where there is no cell coverage. Is a car owner in a remote community to go without a car radio that works?

This is a slippery slope.

So what can you do?

1. You need to believe this is happening. It's now a fact, directly from the mouths of the people behind it.

2. You had better start working out a strategy to strengthen your brand relationship with your audience now so they'll still seek you out when they have tens of thousands of other choices.

3. You need to be on the TuneIn or iHeart platforms (probably both), and you need to be streaming.

4. If you want to fight this, you may want to consider starting with your local congressman. Congress may wish to consider legislation to require in-car receivers for safety purposes -- though I'm not big on forcing regulation on consumer preferences. But Hurricane Sandy made it clear once again that Internet and cell signals cannot be relied upon for safety, and radio is the only means of communication that stays on the air in an emergency. Removing it from cars might not go over well with consumers for that reason alone.

5. You may consider having a talk with your biggest advertisers, local car dealers, to ask them to offer their input to the car companies. Pressure can change things quickly -- but be careful; this approach could backfire.

Whatever you do, don't ignore this. As Bill Burton of the Detroit Radio Advertising Group always says, a car is a radio on wheels. We've owned the car, and traffic has been a friend to radio listening. But it appears that, unless something changes, the AM/FM signal to the car will soon be a thing of the past. Whether these same companies will still offer HD Radio needs to be addressed -- it may or may not be part of their plans. If it is, you'll be forced to upgrade to HD to reach people in new cars.

Most people at the conference found this very unsettling, and I suspect it will create quite a ruckus in our industry, forcing the issue and bringing more details to light. Let's hope so. We need all the facts so we as an industry can properly respond.

von dxbruelhart - am 09.03.2013 06:45
Zitat
Ihre Majestät
So stellen sich die Autobauer das Entertainment im Fahrzeug der Zukunft vor (zumindest wurde dies so auf der CeBIT geäußert):

Man zahlt 28.500 Euro für ein Mittelklassefahrzeug. Im Paket befindet sich ein Multimedia-Entertainmentsystem mit Internetzugang. Mit dem Kaufpreis des Autos schließt man einen Vertrag für einen Mobilfunkzugang ab, der vom Autobauer vorgegeben wird. Der Autobauer übernimmt für fünf Jahre kostenlos ein Grundpaket an Apps, dieses beinhaltet eine monatliche Mobile Flat mit 5 GB Highspeed (anschließend Drosselung auf GPRS), die Gebühr ist im Kaufpreis des Fahrzeugs enthalten. Der Nutzer bekommt eine SIM-Karte für den Mobile-Zugang. Es entsteht Zugang zu allen gängigen Apps wie Facebook, Twitter, Youtube und Internetradio von Radio.de, TuneIn, Last.fm und Spotify.

Bevor jetzt alle wieder aufschreien: Wer soll das Streaming bezahlen? Darüber habe ich mich vor kurzem mit einem Streaminganbieter unterhalten. Er meint, natürlich müsse man als Anbieter die Marktpreise am Bedarf anpassen, dies sei bis jetzt immer geschehen. Bekommt man z.B. heute für 2.000 Euro im Monat einen Slot für 1.000 gleichzeitige Hörer, würde in vielleicht fünf Jahren das 2.000 Euro-Paket 10.000 gleichzeitige Hörer bedeuten. Freilich müssen die Netzbetreiber dort mitmachen, aber bislang sie dies immer der Fall gewesen. Das Streaming wird also nicht teurer, selbst wenn irgendwann mal die zehnfache Zahl an Hörern erreicht wird.

Problem beim mobilen Internetradio wird aber immer die Versorgung auf dem Lande sein: Die Netzbetreiber werden kaum jede Landstraße flächendeckend versorgen und in unbewohnte Waldstücke Sendemasten aufbauen. Daher wird es diese Lücken beim Mobilempfang immer geben. Immerhin hat man heute bereits weitgehend 100% UMTS-Abdeckung entlang der wichtigsten Autobahnen und Bundesstraßen, und in Städten sowieso.


Danke für diese Infos - das war sehr interessant.

Die Anbieter scheinen aber nicht zu bedenken, welche Kosten noch von Seiten der Musikrechte auf sie zukommen. Entweder sie müssen den Standard GEMA Tarif bezahlen für "normales" Streaming Radio (der ist geringfügig teuer als der reguläre Hörfunktarif, dafür muss man aber auch nur die tatsächlichen Hörer bezahlen und nicht den weitesten Hörerkreis).

Oder wenn sie, wie von vielen Programmanbietern gewünscht, direkt für den jeweiligen User Musik ala Spotify Streamen wollen, dann zwischen 13 und 35 Cent pro 100 Songs. Das ist am Anfang recht wenig, kann aber ganz schnell teuer werden. Schon jetzt verdienen Streaming Veranstalter wie Spotify an Usern die mehr als 1.500 Songs im Monat hören nichts mehr und zahlen drauf. Auch das sollte mal bei den Veranstaltern bedacht werden, ob sie das über personalisierte Werbung überhaupt wieder rein holen können.

von XRayNights - am 11.03.2013 14:29
Nunja, diese schlechte Struktur des Privatrundfunks ist in Deutschland schlicht und ergreifend politisch durch das Diktat des Föderalismus über die medienpolitische Vernunft so gewollt.
Anstatt starke nationale Anbieter zu erzeugen, hat man lokale und regionale Anbieter aufgepeppelt, die am Rande des Existenzminimums herumkrebsen und garnicht in der Lage sind, größere Zukunftsinvestitionen zu bewältigen oder im Wettbewerb zu bestehen.
Die technischen Verbreitungskosten sind eben nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten, welche wiederum weitgehend fix sind, egal wie viele Leute zuhören.
Die Einführung einer neuen Technologie erforert aber immer irgendjemanden, der investiert. UMTS wäre nie ein Erfolg geworden, hätten es Firmen wie Baden Online oder Hintertupfinger-Elektronik einführen müssen. Das wurde ein Erfolg, weil es jemanden gab, der hohe Milliardenbeträge einfach investieren konnte - erst die BTS, dann die Marktdurchdringung.
Die BWL der Radiosender muß erzwungenermaßen alle Grundregeln über den Haufen werfen: Erst mal Werbeeinnahmen, dann kann in 'was Neues investiert werden. Nur bekommt man dummerweise im Radiomarkt keine Vorkassenzahlung.

Was nun die schlechte Stimmung betrifft, die Wiesbadener hier verbreitet: Sie fußt nunmal auf Einblicke in Insiderinformationen, die einen schon runterziehen können. Ich kenne das aus einem anderen Bereich, wo ich lange Zeit in einer Interessenvertretung mitgearbeitet habe. Da war das Ende immer ganz nahe. Es kam zwar meist nie so schlimm wie befürchtet, .... Aber als Insider weiß man halt auch immer alles Negative.
Das einzgie Problem, das ich damit sehe, ist das Problem der selbsterfüllten Prophezeiung. Wenn seine Stimmung überbewertet wird, hält das Leute vom Kauf eines DAB-Radios ab. Das wiederum verschlechtert die Stimmung, und führt, wenn sich der Effekt aufschaukelt, tatsächlich zu einem Ende mangels Masse.

DEN Punkt allerdings sehe ich nicht gekommen oder näherkommen. Dazu ist die Marktdurchdringung von DAB bei Neugeräten schon zu gut. Ich könnte mir gut vorstellen, dass DAB nun nochmal eine Durststrecke von 2-3 Jahren droht, aber allein aufgrund der internationalen Entwicklung wird es sich nicht aufhalten lassen. Dafür gibts schon zu viele Länder, die weiter sind als wir.

von DH0GHU - am 22.03.2013 11:42
Dass sich vielleicht ein paar Private dazu entschließen, vorsorglich zu kündigen, finde ich gar nicht mal so abwegig, das habe ich nicht als Miesmacherei unserer Majestät empfunden.
Viel mehr denke ich an meinen aktuellen Handyvertrag, wo ich mal wieder so einen Fall erlebt habe, dass ich nun ein weiteres Jahr an meinem halb-defekten Smartphone mit dem ollen Vertrag hänge, weil ich nicht daran gedacht habe, dass ich 3 Monate vorher kündigen muss.
Wer weiß schon, wie die lage Ende 2014 aussehen wird, unbhängig vom Pessimismus und Optimismus Einzelner der Beteiligten.
Andererseits macht es aber keinen Sinn, weiterhin groß zu investieren, zu fördern und zu bewerben, wenn ich heute schon einen Fuß vor die Tür setze. Je nach Pläne kann ich mir die Kündigung dann auch sparen, jedenfalls wäre es keine gute Voraussetzung und ein halbes Aufgeben mit Signalwirkung.
Das Gegenteil wird doch gewünscht!

Womit ich dann beim Miesmachen angekommen wäre.
Die Wirkung von Forenaussagen wird immer so schön belächelt, ABER...
Jede einzelne Meinung in so einschlägigen Foren wie diesen kann als Stimmungsmache gewertet werden, wobei ja schon hier intern die Ausbreitung der verschiedenen Stimmungen sichtbar wird.
Anschließend schwappen die Aussagen und Stimmungen auch zu ganz anderen, externen Foren usw rüber.
Irgendwie sind wir hier die Mediennutzer-Repräsentanten des Volkes und der ein oder andere Vertreter, Entscheider oder Technker hat hier in der Tat schon mitgelesen und wurde ggf. beeinflusst.
Zu technisch - zu freakisch?
Ja, den typischen Laien repräsentieren wird weniger, dafür blickt er umso mehr zu uns und glaubt uns allen Mist, weil...: "Ihr seit doch die Experten (Freaks). Wenn ich euch nicht glauben kann, wem sonst?"

Wenn ich mich für ein Gerät interessiere, lese ich meist erst die Bewertungen anderer Käufer (Amazon und andere Shops).
Die Negativen zählen zunächst sogar mehr.
Sehe ich, dass die negativen Stimmen nur aufgrund von Fehlbedienungen, Begabungslosigkeit, Anstellerei usw. entstanden sind oder ich mit den kritischen Eigenschaften leben könnte, blicke ich zu den positiven.
Schreiben aber nur wenige Leute Negatives, dies aber sachlich nachvollziehbar und quasi teilbar, dann halte ich Abstand.

Nichts anderes bremst oder schiebt die Leute von oder zu DAB+
Das Internet wurde längst zu einer Enzyklopädie für Hinz und Kunz.

von Matthias K. - am 22.03.2013 14:04
In Sachsen größter Zeitung, der Freien Presse, gab es am Donnerstag (04.04.13) einen längeren Artikel über Digitalradio und die Aufschaltung in Geyer (Löbau gehört nicht zum Verbreitungsgebiet der Zeitung).

Da es den Artikel online nur als bezahlpflichtiges EPaper gibt hier ein paar Ausschnitte:

Radio wieder terrestrisch- digital hörbar
Das Digitalradio wagt in Südwestsachsen nach seiner Abschaltung nun in besserer Qualität einen Neuanfang.

- Sender des MDR, des Deutschlandradios und mehrere private Sender werden wieder in weiten Teilen Südwestsachsens per DAB+ terrestrisch verbreitet

- Nach Abschaltung des alten Digitalstandards DAB (2010/11) sind jetzt 24 Programme via DAB plus (Kanälen 5C und 8D) verfügbar

- Lücken gibt es vor allem noch im Vogtland.

MDR Aussage: "Der MDR setzt verstärkt auf die digitale Verbreitung seiner Hörfunkprogramme und treibt den Ausbau des Digitalsendernetzes intensiv voran"

- weiterer Ausbau 2014/2015 in Planung.

- Media Broadcast bedauert, das sich die privaten sächsischen Sender wie Radio PSR oder Hitradio RTL Sachsen mit der Verbreitung via DAB plus noch zurückhalten

- Deutschlandradio weisst noch auch die Vorteile von Digitalradio hin (deutlich bessere Empfangsqualität + Zusatzdienste) und für den nationalen Hörfunk sei es zudem die einzige realistische Möglichkeit, seinen gesetzlichen Auftrag der bundesweiten Verbreitung auch zu erfüllen.

- DAB-plus-fähigen Empfangsgeräte gibt es in relativ großer Auswahl im Einzel- und im Onlinehandel

- vergangenes Jahr wurden bundesweit 500.000 DAB-plus-Radios verkauft. In diesem Jahr sollen es eine Million Geräte sein, so Uwe Ludwig von Media Broadcast.

Und schließlich eine Aufzählung der DAB plus-Sender in Sachsen:
90elf, Absolutradio, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, D-Radio Dok-Deb, D-Radio Wissen, Energy, ERF Plus, Kiss FM, Klassik Radio, Lounge FM, MDR 1 Sachsen (inklusive der fünf Regionalstudios), MDR Figaro, MDR Info, MDR Jump, MDR Klassik, MDR Sputnik, Radio Bob!, Radio Horeb, Sunshine live.


Ich fand den Artikel gut geschrieben, neutral und für die normalen Leser sehr informativ.

von XRayNights - am 06.04.2013 12:05
...und dann immer irgendwelche Leute die meinen sie hätten Ahnung.:wall:

Zitat

DAB-Radio? Braucht kein Mensch.


DAB Digital Audio Broadcasting

Die Spatzen pfeifen es, wie man so schön sagt, schon länger von den Dächern: Die Tage des guten alten UKW-Radios sind gezählt, die Zukunft heißt “DAB” (“Digital Audio Broadcasting”). Damit wird, wie schon vor einigen Jahren beim terrestrischen Fernsehen, nun auch das letzte analoge Massenmedium auf digital umgestellt.

Das Problem ist nur: Das braucht kein Mensch. Der Mehrwert von DAB (oder, wie man für Deutschland technisch korrekt sagen muß: DAB+) gegenüber UKW ist: geringfügig besserer Sound sowie die Möglichkeit, parallel zu Audio noch weitere Daten zu übertragen – etwa die Information, welcher Song gerade läuft.

Das gibt es allerdings schon längst. Jedes halbwegs aktuelle Smartphone ist in der Lage, über schnelle Handynetze wie 3G und LTE Web-Radio in toller Soundqualität zu empfangen. Auch hier gibt es parallel zum Tonsignal noch Zusatz-Infos. Und obendrein liegt es in der Natur der Sache, dass man Web-Radios aus aller Welt mit ein und demselben Interface “empfangen” kann. Auch die letzte Bastion des UKW-Radios, das Automobil, ist längst gefallen. Aktuelle Modelle fast aller Hersteller koppeln sich dazu einfach mit dem Handy und nutzen dessen Internet-Verbindung, um über die Lautsprecher im PKW ebenfalls Webradio abzuspielen. Überflüssig zu erwähnen: Das Ganze kostet nichts – jedenfalls solange, wie der Nutzer über eine ausreichende Daten-Flatrate verfügt. Das aber ist ebenfalls immer häufiger der Fall.

Es kann keine andere Diagnose geben als diese: Terrestrischer Rundfunk war gestern. Mobiler Internetzugang ist heute.

Wozu also noch DAB? Mir fallen nur zwei Gründe ein:

Den Geräteherstellern zuliebe, die bereits seit langem die entsprechenden Endgeräte im Regal stehen haben und diese gerne verkaufen möchten
Der BLM und anderen Regulierungsbehörden zuliebe, denen die Fälle davonzuschwimmen drohen, wenn es mangels klassischem “Rundfunk” nichts mehr zu regulieren gibt

Beide Gründe sind nicht besonders ehrenvoll.


http://tmgerlach.wordpress.com/2013/04/04/dab-radio-braucht-kein-mensch/


Wer ist dieser Herr Gerlach ?

von Hallenser - am 06.04.2013 16:15
Nächste Woche 8.-14.04.2013 ist eine Schwerpunktwoche Digitalradio beim MDR
http://www.mdr.de/presse/hoerfunk/presseinformation2944.html

Zitat

Alles rund um das neue Digitalradio

Unter dem Titel "Radio: Digital ist besser" widmen die Hörfunkprogramme des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS (MDR) dem Thema Digitalradio eine Schwerpunktwoche. Vom 8. bis 14. April erfahren Hörerinnen und Hörer alles rund um diesen zukunftsfähigen digitalen Verbreitungsweg.

Was verbirgt sich hinter Digitalradio und welche Vorteile bietet es? Welche Zusatzdienste werden angeboten? Kann ich Digitalradio auch im Auto nutzen? – Einige von vielen Fragen, denen MDR INFO, MDR JUMP, MDR SPUTNIK, MDR FIGARO, MDR KLASSIK sowie MDR 1 RADIO SACHSEN, MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir und MDR THÜRINGEN – Das Radio in der kommenden Woche nachgehen werden.

Neben dem ausschließlich im Digitalradio verbreiteten Programm MDR KLASSIK profitiert besonders MDR INFO vom Ausbau des neuen Verbreitungsweges. Das Nachrichtenradio verfügt zum Teil nur über ein lückenhaftes UKW-Sendernetz. Mit dem neuen Digitalradio wird der Empfang von MDR INFO deutlich verbessert – Grund genug für die Programm-Macher, sich dem Thema in zahlreichen Beiträgen im Radio und in sozialen Netzwerken intensiv zu widmen. Außerdem verlost MDR INFO Digitalradiogeräte, die die zahlreichen Zusatzdienste abbilden.

MDR SPUTNIK thematisiert täglich – unter anderem im "Tagesupdate" zwischen 18.00 und 19.00 Uhr – das Thema Digitalradio. Auch das junge MDR-Radio profitiert von dem neuen Übertragungsweg: MDR SPUTNIK wird nur in Sachsen-Anhalt über UKW gesendet. Digitalradio ermöglicht nun auch in Sachsen und Thüringen den Empfang mit Antenne.

Deshalb sollen sich Hörerinnen und Hörer bei MDR SPUTNIK melden, die Freunde, Verwandte, Bekannte haben, welche in einem Gebiet wohnen, in dem SPUTNIK nicht terrestrisch über UKW empfangen werden kann. Wer Glück hat, wird mit einem Digitalradio zum Weiterverschenken belohnt.

MDR FIGARO beginnt bereits am 6. April mit der Digitalradiowoche: Zwischen 13.00 bis 17.00 Uhr dreht sich in der Sendung "Mein Figaro – Das Interaktive Magazin" alles um technische Innovationen. Dass das Digitalradio da nicht fehlen darf, versteht sich von selbst – Moderator Axel Bulthaupt wird im Rahmen der Sendung Digitalradiogeräte verlosen.

Wer wissen möchte, wie MDR FIGARO digital klingt, kann sich außerdem zwischen dem 6. und 12. April beim MDR-Kulturradio telefonisch und online bewerben. Mit ein bisschen Glück schickt MDR FIGARO den Hörerinnen und Hörern ein neues Digitalradiogerät nach Hause. Nach vier Wochen dürfen die Hörer dann im Radio über ihre Testergebnisse berichten. Das Digitalradio darf natürlich behalten werden.

Auch MDR JUMP räumt dem Digitalradio in der kommenden Woche viel Platz ein – in allen Sendestrecken des Programms wird berichtet. Dabei geht es unter anderem um Fragen wie: Warum ist Digitalradio umweltfreundlich, oder kann man mit Digitalradio auch UKW empfangen? MDR JUMP-Hörer haben – ebenso wie die Hörerinnen und Hörer von MDR KLASSIK – die Chance, Digitalradiogeräte mit "Slideshow" zu gewinnen.

Natürlich widmet sich auch MDR 1 RADIO SACHSEN – Das Sachsenradio dem Thema Digitalradio - am Mittwoch, 10. April, von 18.00 bis 19.00 Uhr. Im Gespräch mit der Londoner Hörfunk-Korrespondentin Dr. Gabi Biesinger erfahren die Zuhörerinnen und Zuhörer Interessantes über den Digitalradio-Vorreiter Großbritannien. Des Weiteren werden in der Woche täglich Beiträge gesendet, in denen über die Vorzüge des neuen Verbreitungswegs informiert wird. Auch bei MDR 1 RADIO SACHSEN werden Digitalradios verlost.

Bei MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir steht das Digitalradio am Montag, 8. April, zwischen 07.00 und 14.00 Uhr auf der Tagesordnung. Neben einem Steckbrief, der alle Fakten und Vorteile des Digitalradios zusammenfasst, vermittelt Moderator Hanno Bauer seine Erfahrungen mit dem neuen innovativen Empfangsgerät. Im Anschluss an die Testberichte werden auch bei MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir Digitalradios verlost.

Bei MDR THÜRINGEN – Das Radio dreht sich am Donnerstag, 11. April, alles rund um das Digitalradio: Los geht es in der Sendung "Johannes und der Morgenhahn" zwischen 05.00 und 09.00 Uhr; zwischen 11.00 und 12.00 Uhr behandelt Matthias Haase das Thema in der "Servicestunde am Vormittag". Auch MDR THÜRINGEN wird in der kommenden Woche Digitalradiogeräte verlosen.

MDR FERNSEHEN berichtet am 11. April zum Digitalradio

Das MDR FERNSEHEN widmet sich der neuen digital-terrestrischen Verbreitungstechnik am Donnerstag, 11. April, in der Sendung "Hier ab vier". Zwischen 16.00 und 17.45 Uhr geht es um die Vorzüge dieser Technologie. Zuschauer haben auch hier die Chance auf ein neues Digitalradiogerät.

Zwischen 19.00 und 19.30 Uhr beleuchten am 11. April auch der "Sachsenspiegel", "Sachsen-Anhalt heute" und das "Thüringen Journal" aus verschiedenen Blickwinkeln das Digitalradio. Auch im Anschluss bei "MDR aktuell" wird das Thema eine Rolle spielen.

Weitere Informationen zum Thema unter MDR.DE und im MDR TEXT

Im MDR TEXT Seite 434 sowie unter www.mdr.de/digitalradio sind alle Informationen rund um das Thema Digitalradio zum Nachlesen aufbereitet.



von mor_ - am 06.04.2013 20:27
Wie schon im Forum fest gestellt: es haben noch nicht viele Digitalradios. Aber die, die eins haben, sind damit hochzufrieden. Besagt jetzt auch eine Studie:

Zitat

Studie: Kunden begeistert von Digitalradio (DAB+) - 20 Prozent mehr Radionutzung
Digitalradio überzeugt die Nutzer aller Altersgruppen und kann sich als verlässliches Angebot der Sender etablieren, genauso wie Webradio oder Smartphone-Apps. Vor allem die Erweiterung der Sendervielfalt, die Klangqualität und die Zusatzinformationen auf dem Display punkten bei den Hörern. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie "Radio Plus 2", die am Montag, 29. April 2013, in Stuttgart vom Südwestrundfunk (SWR) und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) präsentiert wurde. Zwei Wochen lang hatte ein ausgewählter Kreis an Testpersonen in rund 100 Nutzungs-Szenarien und Versuchsanordnungen in der Landhauptstadt Digitalradio getestet. Bei der begleitenden wissenschaftlichen Studie wurden die Testpersonen zu ihren Einstellungen, Erfahrungen und Nutzungsgewohnheiten befragt.

Besonders Teilnehmer, die keine große Technikaffinität aufweisen, sehen das Digitalradio als Einstieg in die digitale Welt, da die Bedienung als einfach empfunden wird. Positiv wahrgenommen werden die auf dem Radiogerät angezeigten Informationen über Liedtitel und Interpreten sowie der rauschfreie Empfang und die einfache Bedienung. Trotzdem verlangt es nicht zu viel Interaktion und fügt sich so als überwiegend "Lean-Back-Medium" in den gelernten Radioalltag ein. Neue Senderangebote wurden positiv wahrgenommen und in das persönliche "Relevant-Set" integriert. Auch mobil überzeugte das Digitalradio und wurde etwa beim Auto reparieren in der Garage oder im Badezimmer gehört. Insgesamt erhöhte sich bei den Testhörern die Radionutzung durch das Digitalradio. Die ganz junge Zielgruppe der unter 20 Jährigen wünscht sich vom Digitalradio allerdings mehr Nähe zu den bislang genutzten Angeboten auf Smartphones. Für LFK-Präsident Thomas Langheinrich spricht aber auch die Diskussion um eine Begrenzung der Internetbandbreite durch die Deutsche Telekom für Broadcast-Techniken. "Die Hörer von Webradio werden sich in Zukunft sehr genau überlegen, ob wegen ihrer gestreamten Inhalte das Volumen ihrer Internet-Bandbreite bereits nach einigen Tagen ausgeschöpft haben wollen oder den kostenfreien Empfangsweg DAB+ nutzen wollen."

SWR-Hörfunkdirektor Gerold Hug: "Die Entwicklung der letzten Jahre, die Dynamik auf dem Markt und nicht zuletzt auch Studien wie 'Radio Plus' vor dreieinhalb Jahren haben uns auf diesem Weg immer begleitet. Mehr noch: Solche Untersuchungen sind Richtschnur unseres Handelns, weil sie uns sagen, was die Hörer wollen. Wir wollen keine Studie, die uns einfach nur bestätigt, sondern Untersuchungen sind immer auch dazu da, Dinge zu überprüfen, zu justieren und ggf. nachzubessern. Von Anfang an stand für uns der inhaltliche Ansatz im Mittelpunkt. Ohne unsere Programme, ohne unsere Marken brauchen wir uns Digitalradio - Radio der Zukunft - nicht vorstellen. Bei diesem inhaltlichen Ansatz ist es für uns immer geblieben und wird es auch weiter bleiben."

Insgesamt erwarten die Hörer, so die Studienergebnisse, in Zukunft ein um bereits bekannte UKW-Radiomarken erweitertes digitales Angebot. Dass die letzte reine analoge Übertragungsform UKW in Deutschland bald auf Digitalradio umgestellt wird, liegt für einige Testhörer auf der Hand. Sie sehen die Digitalisierung des Radios als logische Fortsetzung der momentanen Entwicklung.

Seit August 2011 senden dreizehn öffentlich-rechtliche und private Programme ihre Angebote deutschlandweit digital über Antenne. In Baden-Württemberg sind mit SWR1, SWR2, SWR3 SWR4, DASDING und SWRinfo weitere sechs öffentliche-rechtliche Sender und mit SchwarzwaldRadio, egoFM, LiveRadio und bigFM Worldbeats weitere vier private Programme zu empfangen. Der Vorteil von Digitalradio ist neben einer besseren Klangqualität auch eine Steigerung der technischen Kapazität durch digitale Kompression, so dass grundsätzlich mehr Sender übertragen werden können. Zum Empfang wird ein digitales Radiogerät (DAB+) benötigt, das es im Handel ab 30 Euro zu kaufen gibt.


von Ihre Majestät - am 30.04.2013 05:35
Zitat
Ihre Majestät
Wie schon im Forum fest gestellt: es haben noch nicht viele Digitalradios. Aber die, die eins haben, sind damit hochzufrieden. Besagt jetzt auch eine Studie:

Zitat

Studie: Kunden begeistert von Digitalradio (DAB+) - 20 Prozent mehr Radionutzung
Digitalradio überzeugt die Nutzer aller Altersgruppen und kann sich als verlässliches Angebot der Sender etablieren, genauso wie Webradio oder Smartphone-Apps. Vor allem die Erweiterung der Sendervielfalt, die Klangqualität und die Zusatzinformationen auf dem Display punkten bei den Hörern. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie "Radio Plus 2", die am Montag, 29. April 2013, in Stuttgart vom Südwestrundfunk (SWR) und der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) präsentiert wurde. Zwei Wochen lang hatte ein ausgewählter Kreis an Testpersonen in rund 100 Nutzungs-Szenarien und Versuchsanordnungen in der Landhauptstadt Digitalradio getestet. Bei der begleitenden wissenschaftlichen Studie wurden die Testpersonen zu ihren Einstellungen, Erfahrungen und Nutzungsgewohnheiten befragt.

Besonders Teilnehmer, die keine große Technikaffinität aufweisen, sehen das Digitalradio als Einstieg in die digitale Welt, da die Bedienung als einfach empfunden wird. Positiv wahrgenommen werden die auf dem Radiogerät angezeigten Informationen über Liedtitel und Interpreten sowie der rauschfreie Empfang und die einfache Bedienung. Trotzdem verlangt es nicht zu viel Interaktion und fügt sich so als überwiegend "Lean-Back-Medium" in den gelernten Radioalltag ein. Neue Senderangebote wurden positiv wahrgenommen und in das persönliche "Relevant-Set" integriert. Auch mobil überzeugte das Digitalradio und wurde etwa beim Auto reparieren in der Garage oder im Badezimmer gehört. Insgesamt erhöhte sich bei den Testhörern die Radionutzung durch das Digitalradio. Die ganz junge Zielgruppe der unter 20 Jährigen wünscht sich vom Digitalradio allerdings mehr Nähe zu den bislang genutzten Angeboten auf Smartphones. Für LFK-Präsident Thomas Langheinrich spricht aber auch die Diskussion um eine Begrenzung der Internetbandbreite durch die Deutsche Telekom für Broadcast-Techniken. "Die Hörer von Webradio werden sich in Zukunft sehr genau überlegen, ob wegen ihrer gestreamten Inhalte das Volumen ihrer Internet-Bandbreite bereits nach einigen Tagen ausgeschöpft haben wollen oder den kostenfreien Empfangsweg DAB+ nutzen wollen."

SWR-Hörfunkdirektor Gerold Hug: "Die Entwicklung der letzten Jahre, die Dynamik auf dem Markt und nicht zuletzt auch Studien wie 'Radio Plus' vor dreieinhalb Jahren haben uns auf diesem Weg immer begleitet. Mehr noch: Solche Untersuchungen sind Richtschnur unseres Handelns, weil sie uns sagen, was die Hörer wollen. Wir wollen keine Studie, die uns einfach nur bestätigt, sondern Untersuchungen sind immer auch dazu da, Dinge zu überprüfen, zu justieren und ggf. nachzubessern. Von Anfang an stand für uns der inhaltliche Ansatz im Mittelpunkt. Ohne unsere Programme, ohne unsere Marken brauchen wir uns Digitalradio - Radio der Zukunft - nicht vorstellen. Bei diesem inhaltlichen Ansatz ist es für uns immer geblieben und wird es auch weiter bleiben."

Insgesamt erwarten die Hörer, so die Studienergebnisse, in Zukunft ein um bereits bekannte UKW-Radiomarken erweitertes digitales Angebot. Dass die letzte reine analoge Übertragungsform UKW in Deutschland bald auf Digitalradio umgestellt wird, liegt für einige Testhörer auf der Hand. Sie sehen die Digitalisierung des Radios als logische Fortsetzung der momentanen Entwicklung.

Seit August 2011 senden dreizehn öffentlich-rechtliche und private Programme ihre Angebote deutschlandweit digital über Antenne. In Baden-Württemberg sind mit SWR1, SWR2, SWR3 SWR4, DASDING und SWRinfo weitere sechs öffentliche-rechtliche Sender und mit SchwarzwaldRadio, egoFM, LiveRadio und bigFM Worldbeats weitere vier private Programme zu empfangen. Der Vorteil von Digitalradio ist neben einer besseren Klangqualität auch eine Steigerung der technischen Kapazität durch digitale Kompression, so dass grundsätzlich mehr Sender übertragen werden können. Zum Empfang wird ein digitales Radiogerät (DAB+) benötigt, das es im Handel ab 30 Euro zu kaufen gibt.


Die fett markierten und insbesondere die unterstrichene Stellen sagen doch eingetlich alles. Zum einen wird deutlich, dass DAB+ sehr wohl akzeptiert wird, zum anderen dass die ganz jungen Hörer auch nicht alle nur noch ihr Smartphone benutzen, vor allem da die meisten jungen Hörer nicht unbedingt das Geld haben, sich eine dicke Datenflat zu holen.

Vor allem der Satz "Sie sehen die Digitalisierung des Radios als logische Fortsetzung der momentanen Entwicklung" belegt das, was die meisten DAB-Befürworter ebenfalls schon lange sagen:

Es wurde bis auf UKW und das analoge Kabel alles digitalisiert und die Welt ist davon nicht untergegangen.

von PEQsche - am 30.04.2013 07:13
Der NDR war Gastgeber des 5. WorldDMB European Automotive-Kongress.

Hier die PM von www.digitalradio.de :

Zitat

5. WorldDMB European Automotive-Kongress in Hamburg Automotive-Kongress mit positivem Branchenecho für Digitalradio

Mit einem positiven Branchenecho für Digitalradio-Lösungen im Auto ist der 5. WorldDMB European Automotive-Kongress am 16. Mai 2013 in Hamburg zu Ende gegangen. Auf der weltweit größten Veranstaltung dieser Art haben sich die maßgeblichen Akteure aus Automobilindustrie, von Radioveranstaltern, Endgeräteherstellern, Plattformbetreibern und Service Providern für Digitalradio-Lösungen im Auto ausgesprochen. So tauschten sich die Teilnehmer über neueste Trends im Bereich der Nachrüstlösungen von Digitalradio im Automobil aus und diskutierten über die Möglichkeiten neuer Verkehrs-Telematikdienste. Einig waren sich die Teilnehmer des Kongresses darüber, dass von Deutschland als führender Automobilnation in Europa und Standort bedeutender Autohersteller richtungsweisende Signale bei der Einführung von Digitalradio im Auto ausgehen. Insbesondere die Automobilindustrie und die Geräteindustrie begrüßten nachdrücklich den Ausbau der Digitalradio-Sendernetze in Deutschland, der insbesondere entlang der Autobahnen konsequent vorangetrieben wird und Lücken zwischen bereits bestehenden Versorgungsgebieten schließt.

Vertreter der Industrie äußerten sich positiv zu den Entwicklungen in den einzelnen Ländern. Wichtig sei der kontinuierliche weitere Ausbau der Sendernetze. Dabei müsse immer auch im Mittelpunkt stehen, eine gute Audioqualität anzubieten.

Jörg Seisselberg von der Programmdirektion Hörfunk des gastgebenden Norddeutschen Rundfunks schätzt ein: „Der Kongress hat gezeigt, dass alle Beteiligten beim Thema Digitalradio – Programmveranstalter und Hersteller – immer näher zusammenrücken. Die Veranstalter konnten erneut klarmachen, dass Digitalradio bereits gelebte Realität ist, nicht zuletzt weil private und öffentlich-rechtliche Sender ein verlässliches Set an Programmen und Diensten anbieten.“

Michael Reichert, Leiter des ARD Projektbüro Digitalradio, das nationale Marketing-Aktionen koordiniert: „Autofahren ist eine ganz wichtige Nutzungssituation für das Radiohören. Modernes Radio mit mehr Vielfalt und Zusatzdiensten ist für die Sender längst Serienausstattung. Bei den Autoherstellern wächst die Einsicht, dass auch moderne Autos nur solche sind, die auch mit modernen Radios serienmäßig ausgestattet sind. Die Programmveranstalter in Deutschland stehen für gemeinsame Marketingmaßnahmen bereit.“

Der Branchenkongress in Hamburg fand vor dem Hintergrund statt, dass immer mehr Automobilhersteller interessante Digitalradio-Lösungen für ihre Fahrzeuge anbieten und neue und intelligente Verkehrs-Telematikdienste - wie TPEG - kurz vor der Markteinführung stehen.
Veranstalter des Automotive-Workshops war das weltweit agierende Digitalradio-Forum WorldDMB und der Norddeutsche Rundfunk für die ARD. Ziel des Kongresses in Deutschland war es, Rundfunkanstalten, Endgerätehersteller und Automobilhersteller zusammenzubringen sich über die neuesten Trends und Themen rund um die Implementierung von Digitalradio im Auto auszutauschen.


von Manfred Z - am 17.05.2013 17:07
Ich dachte mir, ich poste den folgenden Artikel von satnews.de auch hier mal:

Zitat
satnews.de
REGIOCAST DIGITAL stellt nach dem Ende der Bundesligasaison 2012/2013 Deutschlands Fußball-Radio 90elf ein. Diese Entscheidung teilte die Geschäftsführung des 90elf-Veranstalters REGIOCAST DIGITAL heute in einer Betriebsversammlung mit. Nach dem Verlust der Audio-Verwertungsrechte an den Spielen der 1. und 2. Bundesliga im Bereich Netcast für die kommenden vier Spielzeiten fehlt dem Sender die Geschäftsgrundlage für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb.

90elf hatte sich im Ausschreibungsverfahren für die Audioverwertungsrechte im Bereich Netcast beworben, bei der Entscheidung der DFL Mitte März aber nicht den Zuschlag erhalten. "Wir haben seitdem dutzende Gespräche mit möglichen Partnern geführt, neue Konzepte entworfen und Businessmodelle geprüft. Wir hatten bis zuletzt die Hoffnung, mit neuen Ideen die Erfolgsgeschichte von 90elf auch nach dieser Saison fortzusetzen. Letztlich ist es uns aber nicht gelungen, wirtschaftlich tragbare Szenarien zu rechnen. Aufgrund des Wegfalls von mehr als zwei Dritteln des Contents und den direkt damit verbundenen planbaren Werbeumsätzen haben wir letztlich gemeinsam mit unserem Gesellschafter die Entscheidung treffen müssen, den Sendebetrieb von 90elf einzustellen", erklärt Florian Fritsche, Geschäftsführer des 90elf-Betreibers REGIOCAST DIGITAL. Die letzte offizielle Live-Übertragung von 90elf ist das DFB Pokal-Finale am 1. Juni 2013.

"Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Das ist ganz bitter für uns alle. Insbesondere für unser engagiertes Team, das in den vergangenen Jahren einen Riesenjob gemacht hat", so Fritsche. Mit den Mitarbeitern von 90elf werden kurzfristig Gespräche geführt. "Natürlich tut uns diese Konsequenz auch für unsere Hörer, Kunden, Partner und Weggefährten sehr leid. Sie alle waren maßgeblich am Erfolg der letztn Jahre beteiligt. Für diese Unterstützung möchten wir uns ganz herzlich bedanken", sagt Florian Fritsche.

Trotz der Einstellung von 90elf betonte Fritsche, dass das DABplus-Engagement der REGIOCAST im bundesweiten Multiplex nicht infrage stehe: "Wir sind bereits in intensiven Überlegungen, wie wir den freiwerdenden Programmplatz künftig mit attraktiven Inhalten besetzen können. Dafür werden wir uns jetzt die nötige Zeit nehmen", erklärt Fritsche. www.90elf.de


Während die drei oberen Absätze alles zu 90elf sagen, ist der untere Teil für DAB+ allgemein ganz interessant!

Aus dem fett markierten Satz, finde ich, kann man schon deuten, dass RC wohl nicht die Absicht hat, vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Das wäre schon mal ein großer Erfolg und der erste Schritt, das Überleben des BM zu sichern. Wenn sich die restlichen Beteiligten nun auch dauerhaft zu DAB+ bekennen, können wir hoffentlich bald alle aufatmen.

von PEQsche - am 21.05.2013 15:06
Da lohnt doch ein Blick nach Australien. Hier kann man nachlesen, wie man ein neues Radiosystem einführt:

http://worlddabeureka.org/2013/05/07/towards-a-cost-effective-and-efficient-network-rollout-dab-australia-the-high-powered-approach/

Man muss wissen, dass das Land für private Radioveranstalter in über 100 Lizenzgebiete aufgeteilt ist und dass größerer Overspill unerwünscht ist. Der Start erfolgte mit High-Power-Sendern (bis 100 kW, kostengünstiger als SFN) in den fünf Metropolgebieten. Für black Spots wurden On-Channel-Repeater bis 0,5 kW ergänzt. Später folgten regionale Pilotprojekte in Darwin und Canberra mit Low-Power.

[Zitat:]

Towards a cost effective and efficient network rollout: DAB+ – Australia the High Powered Approach

The highest powered digital radio transmitters in the world are used in Australia.

At 50 kilowatt ERP compared to a typical 10 kilowatts ERP in other countries, Australia used detailed channel plans and an all industry approach to achieve maximum licence area coverage from a single high powered site with limited overspill. Working closely with the regulator the initial power levels offered were proved to be inadequate and was significantly increased as CRA proved that could be achieved by maintaining protection ratios to adjacent television channels.

Radio in Australia is traditionally broadcast at high power in analogue and the industry target was to ensure good indoor and outdoor DAB+ coverage.

[...]

When developing industry policy, broadcasters must insist on access to Band III spectrum and transmission powers that allow effective coverage across the whole market and incentives to encourage their investment.

One of the key incentives for Australian commercial broadcasters was that each existing commercial analogue station was given 128 kilobits/sec of capacity free as a basic entitlement. If a radio broadcaster had two stations they were given 256 kilobits/sec. The only restriction placed on it was to use it or lose it.

To protect the investment, while broadcasters are carrying two costs of broadcasting – analogue and digital - in Australia no new entrants can come into the digital radio market for six years, to allow time for existing broadcasters to move listeners to digital radio and find new revenue to cover costs.

von Manfred Z - am 24.05.2013 10:28
Zitat
DAB+Fan
Ich hab ihn auch gehört. Aber, einige Thesen sind nicht richtig. Jetzt schon wieder von einem Neuanfang und Überarbeitung des technischen Verbreitungsweges zu reden ist abwegig. Jedem war doch klar, das DAB+ eins braucht: Geduld! Die aktuelle Situation ist lange kein Grund, Digitalradio als unerfolgreich hinzustellen. Auch in anderen Ländern setzte der "Boom" erst nach 2 oder 3 Jahren ein. Auch die Forderung erst alle UKW Sender auf DAB+ parallel zu verbreiten BEVOR man neue Kanäle aufschaltet, halte ich für falsch, denn dann sähe der Verbraucher erst recht keinen Notwendigkeit sich ein neues Gerät anzuschaffen. Der Beweis ist im übrigen das "alte" DAB. Und, der versteckte Vorwurf nicht marktkonform zu handeln kann man so auch nicht stehen lassen. Es wird, sehr, sehr viel richtig gemacht gegenüber DAB "alt",das wurde glaube ich gar nicht erwähnt. Viele Fehler wurden erkannt, abgestellt und vor allem viel besser gemacht! Es gibt noch viel zu tun, aber von schwarz-weiss-Malerei halte ich persönlich nichts...
Wenn DAB+ scheitern sollte, liegt es nicht am System, sondern der Tatsache, dass Radio offenbar einen zu geringen Stellenwert hat. Machen wir uns nichts vor, Internetradio war 2 Jahre nach Einführung und ist ca. nach 15 Jahren seines Bestehens ebenfalls nicht wirklich bahnbrechend erfolgreich..., darüber redet aber niemand...
Folgendes könnte helfen: Verpflichtung der Privatsender auf DAB+ senden zu müssen, wenn man eine Lizenzverlängerung auf UKW beantragt(vgl. Bayern), ggf. neue Werbespots(vgl. GB), wünschenswert wäre ein 2. Muxx(oder Ballungsraummuxx), Festlegung der EU, DAB+ als Digitalradiostandard in Europa festzulegen mit anschl. Verpflichtung der Gerätehersteller keine UKW-only Geräte mehr herzustellen, Absichtserklärung der Politik UKW abzuschalten(evtl. mit zunächst offenem Datum)


Volle Zustimmung! Und ganz ehrlich: Mehr als derzeit bei Digitalradio getan wird, kann man nicht tun. Die Sturheit in den Köpfen, dass nur ein UKW-Radio ein "normales Radio" ist, muss raus. DAB+ ist noch lange nicht in der Normalität angekommen. Es gibt eine große Abneigung seine Radios austauschen zu müssen. Und der Verlust von Fußball ist eine Katastrophe, auch wenn dies hier viele nicht wahrhaben wollen. Schaut euch mal die Kommentare bei 90elf bei Facebook an, wie viele schreiben, sie hätten sich nur wegen der Bundesliga ein Digitalradio gekauft, das sie ja nun nicht mehr brauchen. 90elf war der bislang größte Mehrwert und eigentlich fast einzige Kaufanreiz für ein DAB+ Radio neben vielleicht einigen wenigen Spartensendern. Wir betrachten das ganze hier halt immer viel zu sehr aus der Freakwarte, weil wir das ganze nur technisch sehen, das ist der größte Fehler hier im Forum. Ihr könnt euch oft nicht mehr in den Otto Normalo reindenken. Ein solcher ist z.B. mein Vater. Und der hatte zuletzt mal wieder beim DUAL DAB4 auf UKW gwechselt, weil er "die Frequenz von SWR1" bei DAB nicht gefunden hat. Obwohl er nur die Senderliste hätte durchscrollen müssen. Die Macht der Gewohnheit...

von Ihre Majestät - am 03.06.2013 06:32
@Exidor


Zu 1.
Richtig, normalerweise entscheidet Angebot und Nachfrage. Da aber die Angebotsseite durch die UKW-Platzhirsche regelrecht BEWUSST knapp und unattraktiv gehalten wird, und damit die Nachfrage künstlich klein gehalten wird, ist hier ein staatlicher Eingriff durchaus gerechtfertigt und auch notwendig.
Es kann nunmal nicht sein, dass die Platzhirsche und der VPRT sich auf den freien Markt berufen und ihn gleichzeitig verhindern durch ihre Blockadehaltung. Es geht denen um nichts geringeres als Konkurrenz fern zu halten.

Zu. 2.
Dann wird Deutschland endgültig zur Lachnummer. Immer mehr Länder um uns herum zeigen wie es richtig gemacht wird. In Anbetracht der Tatsache, dass demnächst 1 Million DAB-Radios im Umlauf sind und der Verkauf gut läuft, kann man wohl kaum noch DAB+ einstampfen.
Geld sparen könnte man hingegen mit der UKW-Abschaltung. Sind erst mal die 50 - 100KW Stromfresser vom Netz, wird Geld gespart.

Mal ein Beispiel anhand des (finanziell klammen) Saarländischen Rundfunks:

SR1, SR2 und SR3 werden jeweils!! über einen 100KW, 2x 5KW, 1x 100W, 1x 10W (SR 1 zusätzlich noch über einen 10W-Standort) -Standort ausgestrahlt
Unserding wird über einen 100KW, 1x 200W, 1x 100W - Standort ausgestrahlt.
AntenneSaar über einen 10KW (Mittelwelle) -Standort.

Macht insgesamt also 440,65 KW Sendeleistung nur für die analoge Verbreitung des Hörfunks.
Für DAB(+) werden für alle Programme zusammen derzeit 6,5KW aufgebracht. Auch wenn es da wohl irgendwann durch 1-2 neue Standorte und ein paar Leistungserhöhungen noch etwas mehr werden, so ist das Kosteneinspar-Potenzial bei einem Ende der UKW-Ausstrahlung doch am größten.

@Neutraler Beobachter

Punkt 1 (so wie in Bayern gehandhabt) deutschlandweit angewandt wäre schonmal der erste richtige Schritt und daher auch meine erste Wahl. Punkt 2 ginge natürlich auch. Punkt 3 ist, wie schon erwähnt, schon schwerer umzusetzen (dennoch richtig!).


Edit: Mir ist bewusst, dass man nicht pauschal sagen kann "DAB benötigt nur 10% der Energieaufnahme von UKW". Daher hab ich jetzt lediglich die derzeit aktuellen Sendeleistungen gegenüber gestellt.

von PEQsche - am 15.06.2013 12:26
Ich finde auch, dass man politisch handeln muss, um DAB zum Duchbruch zu verhelfen. DAB-Verweigerer könnten ja in besondere Schutzräume verbracht werden, so sie durch sinnvolle Beschäftigung endlich lernen, wie sie auch einem positiven Beitag zu unserer Gesellschaft leisten können. Beispielsweise durch den Kauf eines Digitalradios.

Auch sollte den Menschen besser klar gemacht werden, wie wichtig das Thema DAB ist. Was nutzt es denn, wenn jede kleine Meldung hier im Forum diskutiert wird, aber nach der Tagesschau kein "Brennpunkt" darüber kommt? Statt dessen wird da nur über unwichtige lokale Ereignisse wie ein bisschen Hochwasser berichtet.

Ohne masiven politischen Druck wird die allgegenwärtige UKW-Lobby DAB vernichten. Jetzt schon sind wir uns einig: Wenn DAB jemals scheitern sollte, dann wird das nicht etwa daran gelegen haben, dass das System überflüssig, zu teuer oder sonst etwas wäre. Nein, wir alle kennen die Wahrheit: Sie, die böse UKW-Mafia, hat diesen leuchtenden Zukunftsstern zum Erlöschen gebracht.

Nein, so etwas Schlimmes darf niemals passieren. Es sollten Trupps von DAB-Aufklärern losgeschickt werden. Sie klingeln an der Türe, und wenn der Mensch dann nicht aus dem Stehgreif die wunderbaren Voreile von DAB aufzählen kann, wird er sofort zu entsprechenden Schulungen in die oben genannten Umerziehungslag.. ähh, -zentren verbracht.

Und ja, diese üblen Miesmacher sollen endlich mal aufhören, immer diese leidige Pro- und Contra-Diskussion zu führen. Schließlich sind wir hier, um ständig zu wiederholen, wie wichtig und toll DAB für die Zukunft ist und wie lächerlich es wäre, wenn die Holländer DAB hätten, aber die Deutschen nicht! Wo kommen wir denn da hin, wenn wir alles immer und immer wieder zerreden?

Wenigstens hier sollte man sich doch ausleben könne, wo doch in der echten Welt da draußen noch nie jemand was von DAB gehört hat. Meine ganzen Freunde sind übigens auch schon von der UKW-Lobby unterwandert, denn jedesmal, wenn ich die ganzen Vorzüge des schönen DAB aufzähle, zeigen sie mir den Vogel und sagen "So'n Radio bekomme ich doch beim Discounter für 10 €, damit kann ich auch Hitradio Antenne FM höen, die bringen die gleiche Mukke wie Kiss und Enerdschi!". Jetzt habe ich keine Freunde mehr, aber solche Anti-DAB-Idioten brauche ich auch nicht.

Diese Ignoranten! Nun gut, das Siesta Mi, welches ich meinem Nachbarn im Souterrain empfohlen habe, empfängt dort auf DAB (noch!!!!) nichts. Aber immerhin kann er Einslive auf UKW empfangen! Damit war die Anschaffung des dreifach teuren Radioweckers also echt lohnend! Und bei dem ultrabilligen Lautsprecher und dem scheppernden Klang hört man da auch keinen Unterschied!

Ich bin immer wieder begeistert, wie genial DAB doch ist.

von Alqaszar - am 16.06.2013 02:35
Zitat
Nordlicht2
Wenn ich in meinem Bekanntenkreis darueber rede, stelle ich kaum Widerstand gegen eine UKW Abschaltung fest.

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis darüber rede, schauen mich alle verblüfft an und fragen, was DAB+ sei. Selbst wenn in einigen Regionen durchaus interessante Programme empfangbar sind, wenn kaum Werbung gemacht wird und nur wenige abseits der Szene taugliche Geräte besitzen, nützt die größte Vielfalt wenig. Hinzu kommt natürlich dass in meiner Gegend (und in Mecklenburg-Vorpommern) wohl die meisten weißen Flecken auf der Landkarte zu sehen sind, was uns "Landbewohner" noch kritischer und fassungsloser auf solche Lobby-Forderungen reagieren lässt als die Leute in Hamburg, Berlin oder Frankfurt.

Zitat
2
Liegt wohl daran, dass es keine UKW Hobby DXer sind und ihnen das Uebertragungsmedium voellig egal ist

Glaube ich weniger. Eine UKW Abschaltung in Deutschland würde für das DX-Hobby schließlich nicht nur Nachteile bringen, sondern ein freieres Band würde mehr und bessere Fernempfänge zulassen, zudem kann DAB-DXen auch interessant sein, auch wenn bei mir UKW noch immer an erster Stelle steht.

Zitat
Seltener Besucher
bevor Ihr anfängt Euch zu streiten, lohnt ein Rückblick 10 Jahre zurück! 2003 gab es in Deutschland – bis auf einige Tests – keine DVB-T-Sender und terrestrisches Fernsehen wurde nur analog verbreitet. Ende 2008 gab es keine analogen Grundsender mehr. Bis auf einige Ausnahmen waren alle analogen Sender abgeschaltet. Was beim Fernsehen funktionierte, kann auch beim Hörfunk funktionieren.

Das liest sich doch wieder sehr nach Lobbyisten-Argumentation. Du berücksichtigst nicht, dass im Jahre 2003 das analoge terrestrische Fernsehen nur noch eine von vielen Technologien war, längst hatten sich Sat und Kabel den Markt zwangsweise untereinander aufgeteilt.UKW ist klar die vorherrschende Technologie in Deutschland und Internetradio als Massenmedium steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Die Auswirkungen wären wesentlich gravierender als die Analogabschaltung damals.

Zitat
drahtlos
(PS: ich habe mir mal das Signum genauer angesehen... Vielerorts könnte bereits ein Bundesmux mehr Vielfalt bringen als das derzeit vorhandene UKW-Netz)

Könnte...Ohne Frage, DWissen, sunshine live oder Klassik Radio würden für mich einen Mehrwert bieten, aber wenn ich sehe wie der flächendeckende Netzausbau immer weiter nach hinten geschoben wird und für die Aufschaltung eines Standortes erstmal 10 Pressefeste veranstaltet werden müssen, glaube ich doch immer weniger daran dass meine Region "bald" ausreichend versorgt sein wird.

@Exidor: Da stimme ich dir zu. Es ist schade dass das Radioforum mehr und mehr von Lobbyisten unterwandert wird und wir Forenleute sogar schon mit Politikern verglichen werden, die sich davon gefälligst beeinflussen lassen sollen. So viele Lobbyisten wie heute als aktive Forenschreiber gab es wohl noch nie. Auch wenn es ein allgemeines Problem der Politik und Gesellschaft ist, sollten wir im Forum einen ersten Schritt tun und nicht bei jedem Laut von Willi Schreiner applaudieren und Digitalradio als "die Zukunft" feiern. Leider scheint die Digitalradio Deutschland GmbH bei einigen Forenschreibern eine Art "heilige Kuh" zu sein, die keinesfalls kritisiert oder verbessert werden darf, da sonst die Zukunft des Radios auf dem Spiel stehe. So einen Blödsinn wie manche Inkognito-Lobbyisten hier in diesem Thread von sich geben würde ich selbst dem VPRT nicht zutrauen.

von Hunsrücker - am 16.06.2013 07:50
Zitat
Exidor
Ich verstehe nur nach wie vor nicht, wieso man UKW überhaupt abschalten sollte. Gibt es eine sinnvolle Nachnutzung von UKW? Nein. Wollen die Hörer dies? Nein. Wollen die Sender eine Abschaltung? Nein.
Ich habe nichts gegen DAB+, aber Finger weg von UKW!


Das stimmt so nicht.
Wollen die Hörer dies? Ich hätte aus Hörer-Sicht nichts dagegen. Nur dem DXer in mir würde was fehlen. Mobil nervt UKW doch nur. Selbst im dicht besiedelten Neckartal gibts ab und zu reflektionsbedingte Qualitätseinbußen, vom Alpenrand reden wir besser nicht - da bleibt für mobilen Musikgenuß nur DAB (oder CD/MP3). Klar, im Flachland funktioniert UKW oftmals hervorragend, aber das wars dann auch schon.
Immer mehr Hörer stimmen doch "mit den Füßen" gegen UKW ab, indem sie einfach dem UKW-Rundfunk weglaufen. Sie nutzen schlicht kein UKW-Radio mehr. Das ist keine Technologie-Entscheidung, sondern eine Inhalte-Entscheidung. Sie weichen mangels akzeptabler UKW-Angebote auf DVB-S, Kabel oder Internet aus - oder gleich ganz auf Konserven.
UKW wird unter diesen Vorzeichen irgendwann komplett obsolet und abgeschaltet werden.

Wollen die Sender eine Abschaltung? Kein Sender will auf Dauer UKW und DAB bezahlen. Da DAB das technisch bessere System ist, steht es doch außer Frage, daß UKW irgendwann abgeschaltet werden muss. Die Frage ist ausschließlich das WANN, nicht das OB. Es ist doch totaler Schwachsinn, bei Verfügbarkeit von Alternativen auf Dauer auf eine veraltete, an ihre Systemgrenzen geratene, und unterm Strich sauteure Technologie zu setzen. Man muß den Übergang nur so gestalten, dass er verbraucherfreundlich ist.
Ergo:
Abschalthorizont = Lebensdauer von z.B. Autoradios
Sicherstellung, dass ab Tag X (von heute 1-2 Jahre) keine nicht mehr zukunftsfähigen Geräte mehr verkauft werden (d.h. Radios nur mit AW/FM)
Verbindliche Ausstrahlung via DAB, wenn man eine UKW-Lizenz möchte.
Punkt.

Alles andere wird mittelfristig zum Ende des Rundfunks ansich führen. Denn nur für lächerliche 5-10 UKW-Programme würde ich mir für zuhause sicher kein Radio mehr kaufen (es sei denn es ist in irgendeinem sinnvollen Gerät eingebaut oder wird für DX genutzt), und für unterwegs nur deshalb, weil Mobilfunk in meiner Region nicht überall zuverlässig funktioniert.

Für mich ist die Sache klar: Sollte DAB scheitern, wird bei mir auf Lösungen umgestellt, die dennoch ohne UKW auskommen. Dann freilich werde ich auch keine werbefinanzierten Sender hören, die ich auf UKW hin und wieder zwangsweise hören würde. Allenfalls solche aus dem Ausland, wo mir nicht auffällt, was für einen Stuß die auf ewig-fröhlich-gut-gelaunt-und-ja-kein-Hirn-fordern getrimmten Moderatoren der massenkompatiblen Sender von sich geben....

von DH0GHU - am 18.07.2013 15:17
Mit wenigen Ausnahmen lassen sich Radioprogramme via Internet allein garnicht refinanzieren. Daher geht das professionell nur aus einer Kombination "Klassischer Hörfunk" und "Internet-Angebote". Klassischer Hörfung ist so lange, bis der DAB-Anteil signifikant wird, nunmal UKW. Daher ist die Aussage richtig, dass sich klassischer Hörfunk und Internetstreaming als Traumpaar ergänzen. DAB sehe ich hier aber als klassischen Hörfunk (d.h. echten Broadcast) - dass der nicht erwähnt wird, ist nunmal eine Beschreibung des Ist-Zustands: UKW dominiert derzeit noch.

Zum hier von Vorrednern Geschriebenen:
Es ist doch klar, dass die Einschaltquoten beim Internet nicht signifikant sein können. Wenn es 15.000 Angebote gibt, und 10% der ca. 80 Millionen Einwohner Ds im Schnitt 2 Stunden pro Tag Internetradio hören, so bekommt der durchschnittliche Internetradioanbieter in der Durchschnittsstunde 44,4 Zuhörer. Die populären mehr, die unpopulären weniger.
Man braucht aber 4-stellige Hörerzahlen pro Stunde, um ein Programm, das den Namen verdient hat, zu finanzieren. Selbst, wenn da nur ein Musikredakteur arbeitet, und nur die Studiotechnik refinanziert werden muss.

Es wird immer wieder ins Feld geführt, beim Internetradio seien die Kosten proportional zur Hörerzahl und somit kein Problem. Das ist natürlich Quatsch, sobald es sich nicht um ein Hobbyprojekt handelt. Zwar sind auch die Werbeeinnahmen dank Klickmessung idealerweise streng proportional zur tatsächlichen Hörerzahl, aber bei 0 Hörern werden die Fixkosten nicht 0. Oder werden neuerdings auch Angestellte nach Zahl der Hörer bezahlt?

Selbst bei einem Spartensender wie Klassikradio, der einen kostenintensiven UKW-Funzelteppich betreibt, betragen die Gesamt-Programmübertragungskosten übrigens "nur" ca. 20-25% des Gesamt-Umsatzes (der Bundesmux-Anteil allein liegt im einstelligen Prozentbereich und wird selbst im Endausbau nicht mehr kosten als der "Ganze Rest" mit seiner viel niedrigeren mobilen Flächendeckung).

Ich persönlich bleibe ja dabei: Der (Teil)Erfolg des Internetstreamings ist entweder technische Notwendigkeit (kein Radioempfang im Betonbunker, kein Radio dabei) oder Symptom der "Dudelfunk-Krankheit" des UKW-Rundfunks, der die Hörer, denen 0815 nicht genügt, zu anderen Verbreitungswegen hin vertreibt.

von DH0GHU - am 20.07.2013 08:12
Mein Gott - ich war jetzt 3 Tage weg und was in dieser Zeit hier alles geschrieben wurde....
Eine Gerücht oder irgend eine Aussage eines Funktionärs - ich nenne ihn mal so - und schon ist hier der Teufel los.

Ohne eine UKW-Abschaltungs-Ankündigung wird in Deutschland der DAB+ Anteil nie auf 10% Hörer in den nächsten paar Jahren kommen. Die Gesetze schränken die Möglichkeiten der Öffentlich-Rechtlichen wie auch der Privaten zu stark ein. Die armen Privaten mag das recht und lieb sein, die reichen Privaten freuen sich einfach an der derzeitigen Situation. Die reichen ÖRs, welche mehrere Spartenprogramme kostengünstig mitlaufen lassen könnten wirds ärgern.

Daher ist die KEF oder die Politik ist gefordert. Auch die Schweiz wurde hier erwähnt. Dort war es aber gerade die Politik, welche die Weichen für DAB gestellt hat, genau genommen auch bei der Musikwelle. Ebenso bekommen die kleinen Privaten vom Staat und von den ÖRs Geld durch Gebührensplitting um den Betrieb zu ermöglichen und um sich u.U. ein Wechsel zum Digitalradio eher leisten zu können. Genaugenommen ist jetzt DAB ein Selbstläufer, aber erst seit es etwa 15% Höreranteil gibt.

Die EU wird meiner Meinung auch nicht weiterhelfen - zuviele kleine Staaten belasten die Finanzentscheidungen mit. Insbesondere, weil ja immer alles EINSTIMMIG entschieden werden muss. Wenn ich an die damaligen Direktiven von Frau Reding denke, welche mal ziemlich selbstbewusst gesagt hatte: ganz Europa werde DVB-H per Gesetz einführen, seither glaube ich nicht mehr an Brüssel. Was ist denn davon noch übrig?

Wenn Deutschland den einen einen Überbrückungskredit für Digitalradio bereitstellen würde, dann käme gleich die ganze UKW-Lobby daher und würde - vermutlich sogar berechtigterweise - von Betrug sprechen.

6 Millionen Empfänger erachte ich in Deutschland für DAB als Selbstläufer für notwendig. Eine solche Zahl kann in vernünftiger Zeit nur über die Autohersteller erreicht werden. Also müsste es per Gesetz eine Digitaldividende für die Autobauer geben. Wie war es damals mit DVB-T? Da war doch sicher auch Geld vom Staat dabei? Die ÖRs müssen in letzter Instanz doch auch Frequenzen an die Mobilfunkbetreiber abgeben, warum mit diesen Geldern nicht auch eine Digitalisierung des Radios mitfinanzieren, zumindest vorübergehend, bis der Simulcast-Betrieb abgeschlossen ist.

Noch zu den angesprochenen Empfängern. Ich denke mal, der grösste Teil der DAB-Empfänger sind doch irgendwie am Strom-Netz angeschlossen und landen irgendwo in Küchen und Badezimmern oder in Büros. Das heutige DAB-Netz, mal von einigen Bundesländern abgesehen, ist nicht gerade HIFI-High-End tauglich. Daher macht dort DAB noch einen kleinen Anteil aus. Surround-DAB könnte hier etwas bringen. DVB-S Empfänger sind ja in HIFI-Anlagen auch nicht gerade üblich, also keine Angst, es wird dort früher DAB Empfangsteile als eingebaute DVB-S-Tuner geben. Erschwerend kommt noch dazu, dass diese günstigen 7-Kanal Hifi-Anlagen aus Ländern kommen, wo es selbst kein DAB+ gibt.

Die wirklich mobile DAB+ Anwendung - der eigentliche Vorteil von DAB+ - wird es nur im Fahrzeug- und im Kleingeräte-Sortiment geben, insbesondere wartet man halt immer noch auf Handys mit ab Werk eingebautem DAB+..;-).

von drahtlos - am 20.07.2013 15:31
Zitat

Runder Tisch: Privatradios haben große Skepsis an DAB+
Mit einem für die Medienanstalt ernüchternden Ergebnis endete ein Runder Tisch der rheinland-pfälzischen Landesanstalt für Kommunikation (LMK) zum Thema Digitalradio, der bereits am 4. Juli stattfand. Wie Joachim Lehnert, technischer Direktor der LMK gegenüber SatelliFax bestätigte, sahen vor allem die lokalen Veranstalter keine Perspektive beim Thema DAB+ und lehnen einen Einstieg in die digitale Terrestrik zum aktuellen Zeitpunkt kategorisch ab. Manko seien vor allem die immer noch viel zu wenig verkauften Radiogeräte in den Haushalten.

Der landesweite Veranstalter Radio RPR will sein Engagement bei DAB+ mit der Ethno-Welle bigFM Worldbeats zwar auch im kommenden Jahr fortsetzen, aber im Moment sich nicht mit weiteren Sendern, etwa den Hauptprogrammen RPR Eins und bigFM oder der nur noch im Internet ausgestrahlten Schlagerwelle RPR2, an DAB+ beteiligen. Von den Lokalradioveranstaltern will sich nur ein Sender näher mit dem Thema auseinandersetzen, was aber nicht mit einem Einstieg gleichzusetzen ist. Absolute Ablehnung signalisierte die Radio Group - das Unternehmen betreibt die meisten Lokalradios in Rheinland-Pfalz.

Die LMK habe den Programmveranstaltern eine Frist bis 9. August gesetzt ihre Wünsche und Vorschläge der Medienanstalt mitzuteilen. Danach will die Medienanstalt beraten ob es sich zum derzeitigen Zeitpunkt überhaupt lohnt einen rein privaten Multiplex auszuschreiben. Als Alternative seien der LMK neben dem landesweiten Multiplex Frequenzen für fünf regionale Multiplexe in Rheinland-Pfalz zugeteilt, bei entsprechendem Interesse könnte also auch nur ein Muxx für Ludwigshafen/Voderpfalz oder Mainz/Rheinhessen in Betrieb gehen.

Ferner wolle die LMK in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Kaiserslautern einen portablen DAB-Sender mit einer Open Source-Lösung anschaffen, der Privatradios die Möglichkeit einräumt etwa im Rahmen eines Veranstaltungsfunkes oder eines befristeten Testbetriebs kostengünstig auf Sendung zu gehen. Davon erhofft sich die Medienanstalt, dass Privatradios die Möglichkeit erhalten zumindest einmal etwas am digital-terrestrischen Hörfunk zu schnuppern. Der portable Sender habe auch die Möglichkeit Sendungen im alternativen Standard DRM+ auszusenden, den interessierte Programmveranstalter auf dieser Art und Weise ebenfalls erproben könnten.


Quelle: http://www.satnews.de/mlesen.php?id=cc6407711059cf9d8d4a063e9092cb7f

von Ihre Majestät - am 01.08.2013 10:22
Jetzt kann man spekulieren, woran es liegt.
Wäre es nur der Absatz von DAB+/Digitalradios, könnte man sagen, war 90elf doch ein größeres Zugpferd.
Da es eine ganze Branche gleichermaßen trifft, spielten die Inhalte +/- 90elf, Energy, Sport1 oder Lounge quasi überhaupt keine Rolle.

Dann muss man sich jedoch wiederum fragen, warum die Branche so einen Einbruch erlebt.
Was zog Ende 2012 bis Frühjahr 2013 so extrem und danach überhaupt nicht mehr?

Die Wirtschaftslage hat sich unter´m Strich kaum verändert, weder zum Guten noch zum Schlechten.

Ansonsten bleiben die alten Themen und Argumente gültig.
Ohne Veränderung bzw. ein deutliches mehr an Werbung, vor allem guter Fernsehwerbung bleibt es dabei: Schön jedes Jahr 300000+ Geräte verkaufen. In ca. 50 Jahren sind dann die gewünschten 16 Millionen Geräte mit DAB+ über die Ladentheke oder den Postbosten gegangen.

Ich frage mich immer noch: Wo bleibt die richtig ziehende (TV-)Werbung?
Die muss regelrecht auffordern: "Achten Sie dringend darauf, dass Ihr nächstes Kofferradio, Ihr nächstes Auto, Ihre nächste HiFi-Anlagen auch Digitralradio abspielen kann. Achten Sie auf dieses Logo [Digitalradio] oder auf dieses Logo [DAB+]."
Oder provizierende Werbung: "Na, mal wieder nur Schrott im Radio? Ach so, Sie hören noch über UKW. Dafür gibt es doch Abhilfe. Warum haben Sie denn noch kein Digitalradio? Nein, mit Digitalradio ist nicht Internetradio gemeint. Das gibt es einfach so über Antenne, kostenlos, kein Internet nötig. Man nennt es auch DAB+, achten Sie auf das Logo".
Oder einfach mal frech sein: "DAB+ Digitalradio bedeutet: 1.) Kein Rauschen & Knistern 2.) Mehr Radioprogramme und 3.) BESSERE RADIOPROGRAMME".
Das provoziert nebenbei auch schön blockierende Platzhirsche.

Es wäre doch so einfach, aus diesen drei Beispielen je drei gute Radiospots und drei gute TV-Spots zu machen.
Die gehören stündlich gespielt, auf den ARD-Radios wie WDR2 und 1LIVE und natürlich auch auf ARD, ZDF, WDR usw.

Was dieser eine ARD-TV-Spot sollte, den ich nur im Netz, nie im TV erwischt hatte, weiß ich nicht. Der war total nichts-sagend, kaum aufklärend und kein bisschen anreizend.

Es wird Zeit, sonst will ich keinerlei Klagen eines DAB+ Veranstalters hören!

von Matthias K. - am 26.08.2013 17:10
Das Problem ist die Kombination aus dem geringen Stellenwert des Mediums Radio, die überzogenen Erwartungen an den Erfolg von DAB, und fehlerhafte regulatorische Rahmenbedingungen.

Der "Neustart" ist jetzt gerade mal 2 Jahre her.
2 Jahre nach Einführung des ersten Smartphones haben die Dinger auch noch *keine* Rolle gespielt.
Die ersten Smartphones kamen Mitte der 90er auf den Markt, ebenfalls die ersten Tablet-Computer.
Der Anteil von DAB-Radios an den Radio-Neuverkäufen ist heute schon recht hoch, was bei Smartphones anteilig an den Mobiltelefonen insgesamt nach >10 Jahren noch nicht der Fall war... etc.

Die zu hohe Erwartungshaltung wurde leider selbst geschürt - und man hat fast alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Die Kombination kommerzieller Marktinteressen und öffentlich-rechtlicher Versorgungsziele, verbunden mit einer "Handbremsen-Finanzierung" seitens der ÖRs, ist der eine große Fehler. Der zweite große Fehler ist die, mit Ausnahme Bayerns, fehlende Bindung von UKW-Sendegenehmigungen an eine (großflächigere) DAB-Verbreitung. Der dritte große Fehler ist die fehlende offensive Vermarktung, was auch mit den fehlenden Geldern in Verbindung steht (die ARD kann sicher nicht einfach Spots im eigenen Programm schalten, ohne dafür ein Budget zu verrechnen). So oder so ist eine verfehlte föderale Medienpolitik mit vielen lokalen und regionalen "Revieren" und "Besitzständen" das Grundübel des Rundfunks in Deutschland.


Ich persönlich seh's so, falls der Worst Case eintritt: Schaden minimal, ich habe eine kleine dreistellige Summe in insgesamt ein halbes Dutzend DAB-Geräte investiert. Das ist verschmerzbar. Die können immer noch UKW empfangen (was mir allerdings kaum hörbare Programme liefert). Wenn der Zug unaufhaltsam richtung Webradio & Sat geht: ICH kann mir das so oder so leisten. Wenn der DLF nur noch per Internet hörbar ist, gibts halt eine Internetradio-Lösung explizit fürs Auto - oder wieder die gute alte CD oder eben MP3. "Vor DAB" habe ich in Regionen wie Mittelhessen, Mitteldeutschland oder Südoberbayern auch fast nur noch CDs gehört...

Global betrachtet führt sowas natürlich zu einer sozialen Spaltung der Radiohörerschaft: die, die sich nur den Dudelfunk auf UKW leisten können, und die, die sich mobiles Internet leisten können oder wollen. Allerdings wird UKW auch einen leisten Tot sterben - man betrachte doch nur mal die Gesamtverkaufszahlen von Radiogeräten....

Meine persönliche Einschätzung: Es wäre töricht, würde man DAB in D begraben. Zu viel wurde investiert, und durch die große Gerätebasis am Markt wird das normale Austauschgeschäft langfristig dazu führen, daß DAB-Geräte immer verbreiteter sein werden.
Richtig wäre daher jetzt, die Verbreitung öffentlich-rechtlicher Programme, inklusive der D-Radios, weiter voran zu treiben - und den Kommerziellen ein Gesundschrumpfen ihres Engagements zu ermöglichen. Ein mit PL1 betriebener kostengünstiger landesweiter D-Radio-Mux auf 5C, dazu ein Ballungsraummux für Kommerzielle und die (schnell auszubauenden) ÖR-Landesmuxe - das wäre meines Erachtens außerhalb Bayerns der richtige Kompromiß.

von DH0GHU - am 26.08.2013 19:34
Diesmal kein Pressespiegel, sondern ein Sitzungsprotokoll aus dem Landtag in NRW.

Ausschuss für Kultur und Medien, Sitzung am 02.05.2013

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMA16-235.pdf

Dr. Willi Steul (Intendant des Deutschlandradios) hat einen Vortrag gehalten zum Thema:
"Stand der Einführung des Digitalradios im europäischen Kontext"

Kernaussagen:

Steul: "Ich bin fest davon überzeugt, Digitalradio ist die Zukunft des Radios. Es ist erheblich kostengünstiger."

Steul: "Die Frequenzknappheit, die uns daran hindert, neue, auch experimentelle Innovationen im Rundfunk zu machen, hilft demjenigen, der über ausreichend Frequenzen verfügt. Aber Digitalradio macht ein Ende mit der Frequenzknappheit."

L. Hegemann (CDU): "Der WDR gehe an DAB+, wie früher auch an DAB, „mit langen Zähnen“ heran. Der WDR beteilige sich an DAB+ nur, damit kein anderer dessen Platz einnehme."

Steul: "Der Handel klage bekanntlich darüber, dass der Verkauf über das Internet dessen Geschäftsvolumen reduziere. Vermutlich 40 % des Marktes würden bei den vorliegenden Verkaufszahlen gar nicht erfasst sein."

Auszüge:

Zitat

Als ich Intendant wurde, habe ich mich richtig systematisch, Woche für Woche,
in ein anderes Dossier eingearbeitet, was so die Aufgabenstellung ist. Mir fiel beim
Studium des Problems Digitalradio fast wie Schuppen von den Augen, dass auch
ich wie viele andere das Thema unter dem falschen Blickwinkel betrachtet habe.
Auch ich habe es wahrgenommen unter dem Blickwinkel der Techniker, denen wir
nach meinem heutigen Urteil viel zu lange die Diskussion überlassen haben, dass
es eine verbesserte stabile Verbreitung von Radio ist. Den Unterschied zwischen
DAB und einer guten UKW-Verbreitung oder einer CD-Aufzeichnung können
Techniker messen, Hunde hören, aber wir nicht mehr. Das heißt, der ganze Ansatz
der neuen Technik als Verbesserung der Audiowahrnehmung ist läppisch.

Mir ist klar geworden, dass wir einen enormen wirtschafts- und industriepolitischen
Aspekt der digitalen Verbreitung vernachlässigen. [...]

Ich bin fest davon überzeugt, Digitalradio ist die Zukunft des Radios. Es ist erheb-
lich kostengünstiger. Deutschlandradio wendet zwischen 36 und 38 Millionen € –
bei einem Budget von 200 Millionen € ist das der proportional höchste Anteil von
allen Rundfunk- und Fernsehveranstaltern an der Verbreitung – für die Verbreitung
seiner Programme auf. Würden wir lediglich im Internet-Streaming und DAB ver-
breiten, könnten wir dies auf etwa 13 bis 14 Millionen € senken. Ich wage gar nicht
zu schätzen, was das für alle Rundfunkveranstalter bedeuten würde. Das ist also
wesentlich kostengünstiger im Betrieb.

Ich möchte Sie besonders auf Folgendes aufmerksam machen: Es geht hier nicht
allein um Rundfunk und auch nicht allein um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
und nicht allein um Radioprogramme, ich sehe darin vielmehr wesentliche wirt-
schafts- und industriepolitische Komponenten. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, was
das für den kommerziellen Rundfunk heißen kann und was das heißen kann für
die Industrie.

Der kommerzielle Rundfunk muss sich ausschließlich über Werbeeinnahmen re-
finanzieren. Das heißt, er platziert in seinem Radioprogramm Werbebotschaften.
Das tut er bis zum Rande des Erträglichen. Irgendwann ertragen es die Hörer
nicht mehr, wenn ein Programm zu viel Werbung enthält. Die Verbreitung über
Digitalradio erlaubt ihnen, neben diesem Programm Informationen zusätzlich zu
versenden, das heißt auch Werbeinformationen.

Es gibt eine, um es vorsichtig zu sagen, deutliche Zurückhaltung von privaten
kommerziellen Programmveranstaltern, sich DAB anzuschließen. Das hat zwei
Gründe. Der eine ist, wenn ich ausreichend UKW-Frequenzen für mein Sendegebiet
habe, daraus auch meine Refinanzierung erhalte und hoffentlich schwarze
Zahlen schreibe – der Geschäftsführer hat einen Drei- bis Fünf-Jahres-Vertrag;
der Veranstalter muss sich alle paar Jahre um eine neue Lizenz bemühen –, dann
denke ich nicht in einem Horizont von zehn oder fünfzehn Jahren, selbst wenn am
Ende eine sehr viel verbesserte Ausgangssituation für mein Geschäftsmodell
steht.

Dasselbe gilt übrigens auch für den öffentlich-rechtlichen Bereich. Daher auch,
vorsichtig gesagt, die zurückhaltende Herangehensweise unterschiedlicher Art der
Kollegen aus der ARD-Familie. Der Bayerische Rundfunk war im Digitalradiobereich
immer weit vorn und federführend, er hat es von Anfang an begleitet und gestützt.
Mittlerweile ist der MDR als sehr aktiver Partner dazugekommen und auch der SWR.
Der WDR beteiligt sich auch daran, aber deutlich zurückhaltender als andere.
Auch hier gilt – ich kann mir die Situation und den Blickwinkel der Kollegen
auch vorstellen –, wer ausreichend UKW-Frequenzen in seinem regionalen
Sendegebiet hat, der hat kein Interesse an DAB.

Jetzt kommt etwas für den Bürger: Die Frequenzknappheit, die uns daran hindert,
neue, auch experimentelle Innovationen im Rundfunk zu machen, hilft denjenigen,
der über ausreichend Frequenzen verfügt. Aber Digitalradio macht ein Ende mit
der Frequenzknappheit.

Hier gibt es natürlich ein ganz besonderes Eigeninteresse von Deutschlandradio.
Wir sind ein Nachkömmling in der Landschaft der öffentlich-rechtlichen Sender
und überhaupt des Rundfunks, gegründet 1994. Wir müssen das nehmen, was
übrigbleibt, es sei denn, wir haben die Chance, wie zum Beispiel im vergangenen
Jahr, den Zuschlag für eine BFBS-Frequenz von größerem Charme in Nordrhein-
Westfalen zu bekommen. [...]


Aus der anschließenden Diskussionsrunde:

Zitat

Lothar Hegemann (CDU) stimmt den Ausführungen von Herrn Dr. Steul weit-
gehend zu, betont aber, die Realität sehe in Nordrhein-Westfalen anders aus, als er,
Hegemann, und Herr Dr. Steul sie gerne hätten. Der WDR gehe an DAB+, wie früher
auch an DAB, „mit langen Zähnen“ heran. Der WDR beteilige sich an DAB+ nur, damit
kein anderer dessen Platz einnehme. Im WDR setzten einige Kräfte eindeutig auf
das Netzradio, das es inzwischen in passabler Qualität gebe. DAB erreiche aller-
dings, weil es komprimierte Daten sende, kein CD-Niveau. Dennoch treffe zu, eine
gute analoge Anlage könne von einer DAB-Anlage nicht unterschieden werden. Somit
unterstütze er die Aussage von Dr. Steul, dass über DAB mehr angeboten werden
müsse, als bisher über UKW empfangen werden könne. Für eine leichte Empfangs-
verbesserung schalte keiner um. Bedauerlicherweise habe der Digitalsender [90elf]
die Bundesligarechte nicht erhalten.


Zitat

Daniel Schwerd (PIRATEN) erkundigt sich danach, wie viel DAB+-Geräte sich im
Einsatz befänden, wie viele verkauft würden, wie viele Menschen Deutschlandradio
über DAB+ im Vergleich zu UKW und Internet erreiche und ob dieser Anteil steige.

Dr. Willi Steul (Intendant des Deutschlandradios) antwortet, wahrscheinlich im
Juni/Juli werde die Zahl von einer Million verkaufter Geräte in der Jahresspanne
erreicht. Das genüge ihm eigentlich als Aussage nicht, aber über bessere Zahlen
verfüge man nicht. Die GfK-Erfassung enthalte nicht die über das Internet verkauften
Geräte. Der Handel klage bekanntlich darüber, dass der Verkauf über das Internet
dessen Geschäftsvolumen reduziere. Vermutlich 40 % des Marktes würden bei den
vorliegenden Verkaufszahlen gar nicht erfasst sein.


von Manfred Z - am 30.08.2013 18:11
Mal ein, aus meiner Sicht FAKT:
In den meisten Elektromärkten stehen zu wenig DAB+ Geräte (quasi keine Auswahl, zumindest keine gute) mit deutlich überteuerten Preisen - da ist es klar, dass man Digitalradios online wie z.B. bei Amazon kauft.
Wenn man Zahlen unterm Tisch fallen lassen könnte, dann nicht die von den online-Verkäufen, sondern die von den Blödmärkten, die sowieso nichts für gute Verkaufszahlen tun, sondern eher gegenteilig beraten, auf jegliche Werbung oder Aufklärung verzichten und so diese Zahlen niedrig halten.
Wären nur Marktverkäufe gezählt worden, dann wäre es klar, das unter Betrachtung dieser Angaben bei den realen Gesamtverkäufen inkl. aller int. Onlineshops die 1-Million-Grenze sogar schon lange geknackt worden ist.
Ein Indiz dafür gibt es sogar: Betrachte ich je die Anzahl an Bewertungen, Kommentare usw. bei den Digitalradios bei Amazon, so sind diese Zahlen seit einem Jahr vs. seit 2011 mehr als nur linear, mindestens im Quadrat gestiegen.

Und noch was allgemeines, gerade wegen der Anti-Stimmung von neulich:
Bisher sorgte man sich, dass Radio eine analoge Insel in der digitalen Welt bliebe und deswegen DAB+ Erfolg haben könnte, sollte, um dem doch noch zu entfliehen.
Aber nur weil Deutschland DAB+ abschaltet, FALLS das jemals passieren sollte, wird die analoge UKW-Insel trotzdem nicht gerettet.
Schlimmer, dann könnte es heißen: Deutschland - analoge Insel im digitalen Europa.
Zitat

Schweden schaltet UKW im Jahr 2022 ab
Schweden macht Schluss mit UKW: Die Regierung beschloss verbindlich den analog-terrestrischen Hörfunk im Jahr 2022 auslaufen zu lassen. Nachfolger wird der digitale Standard DAB+. Einen solch verbindlichen Abschalttermin sollte es auch in Deutschland geben. Vor allem die großen Privatsender und deren Verband VPRT sorgten jedoch mit Lobbyarbeit dafür, dass ein solch verbindliches Datum aus einem Entwurf der Telekommunikationsgesetz-Novelle gestrichen wurde.


Ich denke, Holland wird auch Schwedens Richtung einschlagen - andere werden folgen.

Nur Webradio kann DAB+ irgendwann gefährlich werden, wenn die Probleme (Kosten, Bandbreite, Trafficlimits, Empfangslöcher...) mal so gut wie verschwunden sein werden.
Aber selbst dann wünsche ich mir noch eine gute, klassische Basis free-2-air.
Und so wird es vielen gehen.
Sollte DAB+ einst sterben, weil die Terrestrik stirbt, dann stirbt UKW mit und es bleibt nur Kabel, Sat und Internet.
So sehe ich die Zukunft und bin überzeugt, dabei ganz realistisch zu denken.

von Matthias K. - am 31.08.2013 06:41
Die paar letzten Posts aus dem Bundesmuxx-Thread fasse ich hier mal zusammen, da es weniger mit dessen Ausbau, sondern viel mehr mit Entwicklung von DAB+ zu tun hat:

Zitat
transponder
Auf der Seite von dehnmedia ist nachzulesen, was es auf dem Pressekollogium der Produktions- und Technikkommission von ARD und ZDF neues zu DAB+ gab. 95% aller deutschen Haushalte verfügen bis dato noch über keine Möglichkeit DAB+ zu empfangen. Wörtlich heißt es bei dehnmedia:

Digitalradio ist die Zukunft des Radios“, so D-Radio Intendant Willi Steul beim traditionellen Pressekolloqium der Produktions- und Technikkommission von ARD und ZDF (PTKO) während der IFA. Allerdings vermißt er nach wie vor ein deutliches Bekenntnis der Politik dazu. Er forderte ein Abschaltdatum für UKW: „2020 oder 2025 wäre förderlich“. Dies sei auch für die Beteiligung der Autoindustrie wichtig, die langfristige Perspektiven für die Fahrzeugausstattung braucht.
DAB+ senke die Verbreitungskosten von D-Radio via UKW, Mittel- und Langwelle von aktuell etwa 36 Mio. Euro auf unter 15 Mio. Euro. Diese Einsparung könne dem Programm zugute kommen. Derzeit werden laut Infratest etwa 150 bis 160 Mio. UKW-Radios genutzt; werden 300 Mio. genannt, so handele es sich oft um nicht genutzte Geräte. Der Verkauf von DAB+-Radios habe sich verdreifacht, bereits fünf Prozent der Haushalte hätten ein Gerät.
In der anschließenden Diskussion ging Berater Erwin Linnenbach, zuvor Geschäftsführer der Regiocast-Radioholding, mit den Privatradios hart ins Gericht. Angesichts des über UKW gesicherten regionalen Zugangs zu den Hörern seien die Privaten „auf ihrem Dorf bestens etabliert“ und hätten ihre Innovationskraft verloren. DAB+ sei derzeit für die Privaten wertlos, weil sie ihre Hörerkontakte nicht messen können. Gleichwohl sieht er Perspektiven: „DAB+ braucht dringend den zweiten (nationalen) Multiplex“, um den regionalen Strukturen etwas entgegen zu setzen.
Wichtig für die Attraktivität von Digitalradio seien die neuen Dienste. Christian Vogg (EBU) nennt das Tagging, z.B. mit Zusatzinfos oder Kaufmöglichkeit für gerade laufende Songs. „Live-Radio und Rückkanal Internet - das ist das Ding.“ Ähnliches gelte für den dynamischen Radiotext, so Rüdiger Malfeld, Hörfunkchef des WDR. Für die digitale Revolution habe man „eine Bahnsteigkarte gekauft. Wir stehen aber auf dem falschen Bahnsteig.“
Quelle: Eigene Recherche

http://www.dehnmedia.info/?page=update


von PEQsche - am 08.09.2013 16:21
die medienanstalten-Pressemitteilung 07/2013;
Medienanstalten präsentieren Digitalisierungsbericht 2013


Die Digitalisierung der deutschen Fernsehhaushalte ist auch 2013 fortgeschritten. Mit einem Zuwachs von 3 Prozentpunkten fiel der Anstieg der Digitalisierungsquote 2013 auf 80,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr allerdings moderat aus. Laut dem heute von den Medienanstalten vorgelegten Digitalisierungsbericht 2013 empfangen 30,8 Millionen Haushalte in Deutschland digitale Fernsehsignale. In 7,3 Millionen TV-Haushalten wird noch ausschließlich analog ferngesehen. Nach der Abschaltung des analogen Satellitensignals vergangenes Jahr, ist das Kabel der letzte verbliebene Übertragungsweg, über den analoge Signale empfangen werden können.

Auch in Bezug auf die Mediennutzung führt die Digitalisierung mehr und mehr zu Veränderungen: Knapp 43 Prozent der Bevölkerung nutzen Videoinhalte über das Internet. Dabei schauen mit 38,8 Prozent der befragten Personen weit über ein Drittel Videoinhalte auf dem Computer, am TV-Gerät sind es 16,7 Prozent.

[...]

Radioempfang

Erstmals wurden in diesem Jahr auch Zahlen zum Radioempfang und der Radionutzung erhoben. Die Ergebnisse belegen, dass der digitale Radioempfang gegenüber UKW stark an Boden gewinnt. Mittlerweile empfangen 4,5 Prozent der deutschen Bevölkerung Radioprogramme auch über Digitalradio und nutzen dafür 2,7 Millionen DAB+-Empfangsgeräte. Radio über das Internet hören 26,5 Prozent der Befragten.

Hintergrund zum Digitalisierungsbericht

Seit 2005 veröffentlichen die Medienanstalten jährlich einen Bericht mit Daten zum Stand der Digitalisierung auf den verschiedenen Rundfunkübertragungswegen sowie einem Analyseteil. Neben den Zahlen und Fakten zur Digitalisierung stehen 2013 die Themen Netzneutralität und Priorisierung von Inhalten sowie die Entwicklung des Digitalradios DAB+ im Fokus des Berichts. Darüber hinaus wird eine Bestandsaufnahme des Strebens nach einer Konvention für die Bewegtbildmessung im Internet gegeben.

Die repräsentativen Daten zum Stand der Digitalisierung wurden von TNS Infratest zwischen dem 13.Mai und dem 29.Juni 2013 erhoben. Dabei wurden computergestützte Telefoninterviews in mehr als 8.000 deutschen TV-Haushalten zur Geräteausstattung, zum Fernsehempfang und erstmals auch zur Nutzung auf Personenebene durchgeführt. Auswahlgrundlage war in diesem Jahr das ADM-Stichprobensystem für Fest- und Mobilfunknummern.

von Manfred Z - am 10.09.2013 12:00
Zitat
Boombastic
Warum sollte UKW für finanzschwache Sender günstiger als DAB(+) sein?

ists natürlich nicht, wenn man nicht alleine sendet:


Eine 100-W-Funzel gibts ab ca. 800 € pro Monat bei MB. Die steht dann aber auf einem Maststummel und hat kein RDS.

Ein Stereo-RDS-Sender Klasse "320 W, Olympiaturm München" dürfte auf 2800 € pro Monat, also über 30.000 € Pro Jahr kommen.

Vergleichspreise 54 CU auf den Lokalmuxen in Bayern:
Augsburg: 13932 € / Jahr
Ingolstadt: 7516,80 € / Jahr
München: 16718,40 € / Jahr
Nürnberg: 9072,00 € / Jahr

... wobei diese eher schon Grundnetzsender-Reichweiten aufweisen (München geht in fast ganz Oberbayern und Teilen des Allgäus, Augsburg in halb bayrisch-Schwaben,...) - da bräuchte man für UKW schon eher >100 k€ p.a., um mithalten zu können.

Man könnte jetzt natürlich argumentieren: UKW wird viel billiger, wenn man den Sender selber betreibt, als wenn das über MB läuft.
Das gilt für DAB aber gleichermaßen.
Nur wenn man wirklich allein auf einem Mux wäre, würde sich DAB wohl nicht rentieren.

Edit:
Anders gerechnet: Ein DAB-Mux hat 864 CUs.
Der Ingolstadt-Mux mit seinem einen 10-kW- und einem 1-kW-Standort kostet pro CU 139,20 € pro Jahr - das bedeutet, der gesamte Mux kostet 120 k€ pro Jahr. Ein einzelner 10-kW-Standort dürfte auf nichtmal 100 k€ pro Jahr kommen.
Ein ordentlicher UKW-Grundnetzsender mit 100 kW auf einem FMT kommt ebenfalls auf 120 k€ (ein 10kW-UKW-Sender kommt auf ca. 80 k€) .
Nun teilen sich aber bis zu 16 Programme (16x54 CUs = 864 CUs) so einen 10-kW-DAB-Mux.
Das bedeutet umgekehrt: DAB+ ist auf der Kostenseite ungefähr 16 mal günstiger als UKW (1 DAB-GNS + 1 DAB-Füllsender wie in IN).
Das bedeutet wiederum: für 16 UKW-Anbieter (Beispiel Berlin) wäre DAB+ schon dann der günstigere Verbreitungsweg, wenn 6,3% der Bevölkerung über ein DAB+-Radio verfügen.



Quellen für meine Zahlen:
http://www.media-broadcast.com/fileadmin/user_upload/AGB/PL_Analoge_Hoerfunk-Sendeanlagen_MB_130401.pdf
http://www.blm.de/apps/press/data/pdf1/Ausschreibung_DAB_lokal.pdf

von DH0GHU - am 11.09.2013 19:11
Zitat
Nordlicht2
DWissen weil sie in Parametric Stereo senden und SSL, Kiss, Energy weil sie nur mit 32kbps Sampling senden.

Streng genommen sind das aber beides keine Gründe warum ein Programm dumpf klingen muss. ParametricStereo wirkt sich NUR auf die Stereobasis aus und hat nichts mit dem Hochtonbereich zu tun. Den übernimmt SBR. Und mit 32khz Abtastrate kann man auch noch Frequenzen bis fast 16khz übertragen. Das ist mehr als über UKW geht.

Zitat
Nordlicht2
SSL hat wohl wegen des 32kHz Schmirgeleffekts die Hoehen noch zusaetzlich abgesenkt.

SSL klingt aber auch über Sat nicht gerade brillant. Der Klang ist für ein solches Programm eh viel zu harmlos. Die sollten mal ein Ohr Richtung Holland halten und sich ne Scheibe von deren kräftigen fetzigen Sounddesign abschneiden. Aber bitte nicht nach Frankreich hören. Die sind nämlich nur laut ohne Sinn und Verstand und poltern ohne Ende. :rolleyes: Mal davon abgesehen ist mir vollkommen unverständlich wo dieser Schmirgeleffekt herkommt. Normal ist das nicht. Das klingt fast nach ganz schlechtem Downsampler wenn vom 48khz Mischpultausgang auf die 32khz für den DAB+ Encoder runter gesampled wird. Aber das dürfte bei keinem halbwegs professionellen Gerät vorkommen. Sogar gratis Freeware Programme für den PC können das erheblich besser.

@Boombastic: Low Delay Encoding kommt grundsätzlich nur bei zeitkritischen Anwendung zum Einsatz da deren Qualitätsverlust schon ziemlich erheblich ist. Ein normaler Audioencoder wird also immer zwischenspeichern. Allerdings bewegt sich das im Millisekundenbereich da ein AAC, WMA, OGG Vorbis oder MP3 Encoder maximal nur den nächsten Frameblock in seine Berechnungen mit einbeziehen kann. Bei MP2/3 gibt es nur 2 Frameblock Größen. Bei WMA und AAC sind diese (in gewissen Grenzen natürlich) variabel. Die größte Frameblockgröße hat OPUS mit maximal 20ms. Allerdings musste diese bei der 1.0.X Version noch extra von Hand aktiviert werden weil auch hier mit den sonst üblichen maximal 10ms gearbeitet wurde. Erst ab Version 1.1 sind standardmäßig die vollen 20ms erlaubt. OGG Vorbis könnte theoretisch ebenfalls mit 20ms Frames arbeiten aber bisher wurde das in noch keinem Encoder implementiert und es ist auch noch völlig unklar ob Tremor (Ganzzahl-Decoder für Hardwareplayer) das überhaupt fehlerfrei abspielen könnte. Da hat man von Anfang an Klangqualität verschenkt und mehr Gewicht auf möglichst einfaches En- und Decoding gelegt mit extrem wenig Anspruch an den RAM Speicher.

von Spacelab - am 12.09.2013 09:17
Zitat
Spacelab
Zitat
Nordlicht2
DWissen weil sie in Parametric Stereo senden und SSL, Kiss, Energy weil sie nur mit 32kbps Sampling senden.

Streng genommen sind das aber beides keine Gründe warum ein Programm dumpf klingen muss. ParametricStereo wirkt sich NUR auf die Stereobasis aus und hat nichts mit dem Hochtonbereich zu tun. Den übernimmt SBR. Und mit 32khz Abtastrate kann man auch noch Frequenzen bis fast 16khz übertragen. Das ist mehr als über UKW geht.

Zitat
Nordlicht2
SSL hat wohl wegen des 32kHz Schmirgeleffekts die Hoehen noch zusaetzlich abgesenkt.

SSL klingt aber auch über Sat nicht gerade brillant. Der Klang ist für ein solches Programm eh viel zu harmlos. Die sollten mal ein Ohr Richtung Holland halten und sich ne Scheibe von deren kräftigen fetzigen Sounddesign abschneiden. Aber bitte nicht nach Frankreich hören. Die sind nämlich nur laut ohne Sinn und Verstand und poltern ohne Ende. :rolleyes: Mal davon abgesehen ist mir vollkommen unverständlich wo dieser Schmirgeleffekt herkommt. Normal ist das nicht. Das klingt fast nach ganz schlechtem Downsampler wenn vom 48khz Mischpultausgang auf die 32khz für den DAB+ Encoder runter gesampled wird. Aber das dürfte bei keinem halbwegs professionellen Gerät vorkommen. Sogar gratis Freeware Programme für den PC können das erheblich besser.


Kann gut sein, dass DWissen die Hoehen etwas reduziert hat, damit es 'sauberer' klingt.

Der Schmirgeleffekt bei den 32kHz ist auch in Bayern. Damals bei Absolut relax. In Hessen wurde das gleiche Programm mit 48kHz gesendet und hatte dort den Schmirgeleffekt nicht.
Die Diskussion ob das nun am Empfaenger oder am Encoder liegt hatten wir schon im entsprechenden Klangdiskussions Thread. Bis heute habe ich noch kein 32kHz Programm das gleichzeitig auch SBR nutzt hoeren koennen, welches dieses Schmirgeln nicht hatte. Weder mit Frontier noch mit Gyrosignal Modulen. 32kHz Sampling ohne SBR (also LC) hat dieses Schmirgeln mit Frontier Modulen nicht, kann aber mit Gyrosignal ueberhaupt nicht wiedergegeben werden. Der NDR hatte mal temporaer so gesendet.
Radio BOB hat seit der Umstellung auf 48kHz deutlich weniger Artefakte und ich wuensche mir schon seit langem, dass die anderen RegiCast gemuxten Programme auch endlich mal umgestellt werden. Aber wie gesagt, guter Klang ist fuer fast alle Programmveranstalter unwichtig. Muessen sie sich eben weiterhin ueber mittelmaessigen DAB+ Geraeteabsatz aergern.

von Nordlicht2 - am 12.09.2013 09:32
Es gibt neuen Sprengstoff für die Digitalradio-Verächter
(bitte dringend im Paralleluniversum posten;
dort gibt es große Keilerei, der Radio-Tor ist mittenmang dabei).

Die Medienanstalten:

DLM-Pressemitteilung 13/2013: Digitalradio verdient den Schulterschluss von Bund, Ländern und EU -
Dr. Gerd Bauer für abgestimmte Digitalradio-Förderstrategie


Für eine gemeinsame Förderung von Digitalradio durch Bund, Länder und EU nach der Bundestagswahl und der Wahl zum Europäischen Parlament hat sich der Hörfunkbeauftragte der DLM und Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, Dr. Gerd Bauer, ausgesprochen.

„Die in dieser Woche bei der Internationalen Funkausstellung präsentierten Zahlen belegen, dass Digitalradio als Radio der Zukunft im Markt angekommen ist. Ende diesen Jahres wird es über 3 Millionen Digitalradios im Markt geben. Das ist eine Größe, die weder ökonomisch noch politisch vernachlässigbar ist", betonte Bauer.

Der Hörfunkbeauftragte der DLM sieht in diesen Zahlen auch einen Erfolg für die gemeinsamen Anstrengungen von öffentlich-rechtlichem und privatem Rundfunk sowie der Medienaufsicht in Deutschland für mehr programmliche Vielfalt in besserer technischer Qualität. „Nur weil viele für die Gattung Hörfunk in Deutschland Verantwortliche an einem Strang gezogen haben, ist diese Steigerung bei den Nutzerzahlen möglich geworden. In dieses gemeinsame Engagement können nun noch besser als bislang Industrie und Handel eingebunden werden", hob Bauer hervor.

Die Landesmedienanstalten werden private Programmveranstalter in ihrem Engagement für Digitalradio weiter unterstützen. Hier wirbt der Hörfunkbeauftragte der DLM für einen Schulterschluss von Bund, Ländern und EU pro Digitalradio. "Die neue Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern und die nach der Wahl zum Europäischen Parlament 2014 auf EU-Ebene politisch Verantwortlichen sollten sich gemeinsam für eine Digitalradioförderung einsetzen. Dieses Miteinander hat in der Vergangenheit bereits digitales terrestrisches Fernsehen befördert. Ich sehe nach den Zahlen dieser Woche mehr denn je Argumente, diesem Vorbild auch im Hörfunkbereich zu folgen", unterstrich Bauer abschließend.

von Manfred Z - am 13.09.2013 18:54
Naja, man liest im diesem Faden, dass das Gejammere groß ist, weil viel weniger Geräte verkauft wurden und werden, so viel weniger, dass womöglich alle abschalten werden und kurz darauf geht durch die Presse, dass viel mehr Geräte im Markt sind, als man erwartet hatte.
Per IFA erlebt man Lobeshymnen und hyped DAB+ mehr noch als in den Vorjahren zum Top-Thema und zeigt ein riesiges Interesse auf.

Seitdem lesen sich die letzten 30 Seiten als reine Schwarzmalerei.
Ich habe mich selbst hier zu einem sehr pessimistischen Gefühl verleiten lassen, bin aber nach den letzten 14 Tagen so optimistisch wie nie zuvor.

Wegen der UKW-Abschaltung / Termin:
Es gibt hier und sonst wo immer nur ein hartes Pro oder Contra, mit Überzeugung und Streitpotential.
Mal Butter bei de Fische: Die Platzhirsche sehen die "neue Konkurrenz" gar nicht so drastisch, sondern stören sich "nur" daran, unnötig Geld auszugeben.
Selbst wenn 20% der Leute via DAB Ihr Programm hören würden, blieben 80% über UKW.
So viel billiger kann DAB gar nicht sein, dass sich eine Doppelausstrahlung rechnen würde.
Den Aufbau bezahlen, obwohl sie nichts davon haben, ja wer will das schon?
Ja, DAB ist auf der großen Fläche billiger in der Ausstrahlung, als UKW, aber doch nur als Alternative und nicht als Zusatzposten.

Und genau hier kommt ein Abschaltdatum ins Spiel.
Erst wenn man sicher weiß, dass DAB UKW ersetzt, achtet eine Mehrheit bei der Anschaffung von Geräten, Autos etc darauf, dass es auch DAB empfangen kann.
Je früher das Datum steht und je früher dieses angesetzt ist, desto schneller geht der Wechsel beim Volk und desto kürzer ist die Simulcastphase.
Nicht DAB ist der Ruin der Sendepioniere, sondern der Simulcast zwischen analog und digital. Ob ich 40 Millionen Leute digital oder analog erreiche, ist total egal, aber muss ich die gleichen 40 Millionen Leute über beide Systeme gleichzeitig erreichen, habe ich für die gleichen Hörer die doppelten Kosten.

Gerade weil Radio nicht den höchsten Stellenwert hat, würden viele bis zum letzten Moment warten, bevor sie umstellen - ohne Abschaltdatum also nie.
Wäre Analog-Sat nicht abgeschaltet und diese Abschaltung nicht Jahre vorher in die Köpfe gehämmert worden, es gab ja sogar extrem viel Werbung (bye bye analog, digital jetzt), hätten wir noch heute x Millionen Analog-Sat-Zuschauer.

Das Problem ist einfach: So lange es noch ein System gibt, welches angenommen und von Konkurrenz befeuert wird, kann ich da nicht raus!

Ich bin dafür, UKW nie abzuschalten, sondern für den kleinen Lokalfunk und Sublokalfunk sowie Transmitter u.ä. In Betrieb zu lassen (Zweckbindung), aber alles Regionale und Überregionale im UKW-Band schnellstmöglich abzuschalten, dieses jedoch natürlich noch viel eher zu fixieren und zu kommunizieren.
Beispielsweise könnte man eine maximale ERP von 4 kW auf UKW anordnen, statt die generelle Abschaltung.
1LIVE auf UKW: Nein
WDR2 Wuppertal, Essen... auf UKW: Ja
FHE auf UKW: Nein
Radio Wuppertal auf UKW: Ja
Usw.
Außerdem kann man mit UKW auch im Zeitalter des sonst reinen DAB+ Betriebs prima weiter bestehende Lücken in der Fläche (Land) stopfen, insbesondere wenn die Muxgemeinschaft dem Ausbau XY nicht zustimmt (DLF/DR vs. Private).

Und Geräte werden wertlos?
Mein Gott, die Leute kaufen alle 12-48 Monate ein neues Smartphone, womöglich im Wert von über 500 Euro, wenn auch per Vertrag (indirekter Kredit). Ständig kauft irgendwer im Umfeld einen neuen Fernseher.
Wenn wir heute erfahren würden, dass wir in 5 Jahren kaum noch was über UKW hören werden können, dafür aber per DAB, dann wird die Aufregung danach genauso so schnell verfliegen, wie die um die Millionen entsorgter Analogsatreceiver.

von Matthias K. - am 17.09.2013 21:31
Die IFA war schon immer eine Hype-Messe, auf der alle scheinbar zu viel geraucht haben. Man kann Zahlen auch ganz anders interpretieren: So hatten 93,4 Prozent aller im Juni verkauften Radios in Deutschland eben noch kein DAB/DAB+ an Bord. Und genau SOOOO sehen es einige Radiomacher, die mit dieser Technik Geld verdienen wollen, und sehen nun keine Perspektive mehr. Okay, wer das nicht einsehen mag und weiter auf seiner rosaroten DAB-Wolke 7 frohlocken will, soll das bitte tun und diesen Thread meiden.

Trotz alledem ist das Thema DAB+ rein technisch nicht mehr aufzuhalten, es nimmt alles seinen Gang, und es stimmt: Es gibt auch einige Parteien - außerhalb der Privatradios und den "ich will doch dabei eigentlich gar nicht mitmachen"-ARD-Anstalten - die mit der Entwicklung hochzufrieden sind. Es ist halt das typische Problem der Early Adopters. Ich bin mir sicher in fünf Jahren haben wir die über 10 Millionen Geräte im Markt und plötzlich wollen sie alle mitmachen.

Und: Schon mal gesehen, dass dieser Thread nicht nur Schwarzmalerei enthält, sondern auch viele positive Entwicklungen. Und das ist wichtiger als der wahrscheinliche Rückzug von M*********, P********** und K************ aus der DAB-Verbreitung zum Jahresende.

Es ist halt schwierig gegen eine Meute anzukämpfen die naiv der PR-Maschinerie beim Thema DAB+ folgt und KEINE AHNUNG hat wie es hinter den Kulissen tatsächlich aussieht. Negative Nachrichten mag keiner. Ich überbringe sie hier trotzdem weiter. Wie gesagt: Wer das nicht lesen will möge diesen Thread meiden.

Hochachtungsvoll,

Eure Miesmacherität.

PS: Wie gesagt, es gibt auch solche positive Entwicklungen. Derzeit dreht sich vieles um den Einbau von DAB/DAB+ in Mobile Devices; Quellen: PMs von Keystone:

Zitat

KeyStone Semiconductor Corp. (KeyStone), a fabless semiconductor developer of advanced digital radio turn-key technology announces that a joint project with Audivo, a technological engineering company using state of the art technologies to satisfy customer demands.

AMAS platform is a multiroom audio solution enables users to access music in every room via home network (any UPnP/DLNA server) and listen to internet radio and premium services (e.g. vTuner, Spotify etc.). By combining AMAS with KeyStone DAB / DAB+ solution, users can access digital radio service in every room, either by using their smart devices or local interface.

AMAS also features m:app, which is an intuitive app to control all devices in the system from any place in the house. Via the intuitive app, supported on all major mobile platforms, all clients in the network can be controlled from any location in the house. Besides UPnP (DLNA) sources via Ethernet/WLAN and USB, the clients also support Bluetooth 4.0 with aptX for high quality audio streaming from mobile devices. Music from all sources of the Station, including BT, line in, analogue and digital radio can be redistributed to the other clients. Great flexibility of Station is offering also a local UI functionality by directly connecting it to module itself, without external host controller.

Live demonstration of AMAS platform with digital radio will be shown at Audivo booth at IFA from 6 Sept to 11 Sept, 2013 and held at KeyStone’s suite at Renaissance Harbor View Hotel, Wan Chai, Hong Kong during Hong Kong Electronics Fair from October 13 to October 16, 2013.

KeyStone is WorldDMB, Bluetooth SIG and DRM Consortium members. Its DAB/DAB+ modules are certified by Apple MFi programs. Products employing KeyStone DAB/DAB+ modules and BRW technology are available at Apple Store. Samples and demo units are available for ordering. For more information on KeyStone’s digital radio single-chip modules and BRW technology, please contact KeyStone at contact(at)keystonesemi(dot)com.


Zitat


Hsinchu City, Taiwan - Sep 7, 2013 - KeyStone Semiconductor, a semiconductor developer of digital radio turn-key technology announced that the company has successfully embedded the RadioDNS feature in its mobile phone app.

RadioDNS is a technology that allows one platform to receive content via broadcast radio or over an IP connection. The linking of broadcast media with IP enables additional functionality on receivers, since RadioDNS includes RadioVIS, RadioEPG and RadioTAG, which enable users to explore visual information (text and graphics), to obtain program schedules, and to provide interaction and feedback to broadcasters.

A live demonstration of RadioDNS via BRW technology on Android platforms was shown at IFA from Sept. 6 - 11 by appointment. Further demonstrations will happen at KeyStone's suite at Renaissance Harbor View Hotel, Wan Chai, Hong Kong during the Hong Kong Electronics Fair from Oct. 13 - 16.

KeyStone is a WorldDMB, Bluetooth SIG and DRM Consortium member. Its DAB/DAB+ modules are certified by Apple MFi programs. Products employing KeyStone's DAB/DAB+ modules and BRW technology are available at the Apple Store.


von Ihre Majestät - am 18.09.2013 05:34
Vielleicht wird bei der Diskusion vergessen, dass diese Sender noch nie wirtschaftlich gearbeitet haben. Schaut Euch doch den Wellenspiegel der BLM an. Hier ein Beispiel aus dem Jahr 2012:

Zitat

Die Schaffung von stabilen und gleichwertigen Versorgungsbedingungen für private Rundfunkangebote (Hörfunk und Fernsehen) in Bayern sowie die Förderung innovativer Rundfunktechnologien ist das Ziel der Technischen Förderung der Landeszentrale. Darüber hinaus soll durch die Unterstützung innovativer Rundfunkübertragungssysteme eine nachhaltige Entwicklung für den Rundfunk in Bayern gesichert werden. Im Jahr 2011 wurden aus dem BLMHaushalt insgesamt 1.733 T€ zur Verfügung gestellt (Vorjahr: 1.879 T€). Dazu kamen aus der Förderung nach Art. 23 BayMG 3,91 Mio. € für Verbreitungskosten lokaler TV-Angebote.

Digitalradio
Der Netzwechsel von »Mega Radio« und »rt1. in the mix« aus den regionalen DAB-Netzen in das landesweite DAB-Netz wurde als Überbrückungsmaßnahme im Rahmen einer Sonderförderung mit ca. 55 T€ von der Landeszentrale unterstützt. Die frei gewordenen regionalen DAB-Kapazitäten
konnten anschließend für eine Simulcastverbreitung von lokalen UKW-Programmen über DAB+
genutzt werden.

Für die Förderung der DAB-Netze standen 2011 Mittel in Höhe 918 T€
(Vorjahr: 1.071 T€) zur Verfügung.


Die förderbaren Netzkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 1.480 T€ auf 1.550 T€. Die Gesamtförderquote betrug 58 Prozent. Für die landesweiten DAB-Programme sind im Jahr 2011 Infrastrukturkosten in Höhe von 1.005 T€ angefallen. Für die landesweiten Netze wurden Fördermittel in Höhe von 500 T€ ausgereicht.

Für regionale DAB-Anbieter wurde für das Jahr 2011 eine Förderquote von 83 Prozent bei den Infrastrukturkosten festgelegt. Für regionale DABAnbieter mit einer UKW-Verbreitung in Bayern gilt für den Förderzeitraum 2011 abweichend eine Förderquote von 66,4 Prozent der Infrastrukturkosten. Die Förderung kann durch Ausstrahlung von Zusatzdiensten verbessert
werden, jedoch nutzen derzeit nur vier regionale DAB-Programme diese Möglichkeit. Im Bereich der regionalen DAB-Netze fielen Kosten in Höhe von 545 T€ an. Die Gesamtförderung belief sich für die regionalen DAB-Netze auf 418 T€. DAB-Anbieter, die auch ein UKWProgramm
anbieten, können einen höheren Förderanteil aus dem jeweiligen Fördertopf erhalten, wenn sie
der Landeszentrale Informations-Technische-Förderung 37 und Kommunikationsleistungen für
Digitalradio nachweisen.


http://www.blm.de/apps/documentbase/data/pdf1/Wellenspiegel_2012.pdf

Wobei ich mich frage, warum die BLM in Bayern mit 6 Mio. Haushalten mehr Einnahmen aus den Rundfunkgebühr hat als die LfM NRW mit 8,6 Mio Haushalten. Die BLM hat 22,74 Mio. € Einnahmen aus der Rundfunkgebühr und die LfM NRW nur 21,63 Mio €?

https://www.blm.de/de/pub/die_blm/finanzierung.cfm
http://www.lfm-nrw.de/lfm/lfm-in-zahlen.html

Wenn die Sender pleite wären, hätten sie den Sendebetrieb sofort eingestellt, dass der Betrieb bis zum Jahresende läuft wird Gründe haben. Ich schätze die BLM fördert die beiden Sender weniger als in den vergangenen Jahen und deshalb gab es bei radioszene.de Bashing auf die BLM.

von Seltener Besucher - am 25.09.2013 00:08
Hat die Debatte um die föderale Struktur des Rundfunks etwas mit DAB zu tun? Auch bei einem zweiten Bundesmux müssen alle Bundesländer zustimmen, denn die Frequenzen werden an die entsprechenden Bundesländer von der Bundesnetzagentur zugewiesen.

Anscheinend ist die Refinanzierbarkeit nicht das ausschlaggebende Kriterium. In Berlin gibt es einen Lokalmux, der nächste soll in Hamburg kommen. Anscheinend geht man davon aus, dass in Städten mit großer Vielfalt die Hörer schneller einen neuen Sender ausprobieren als in Gebieten ohne Wettbewerb.

In Hamburg kommen die Menschen in den Genuss von etwa 20-25 UKW-Sender und trotzdem hält man Hamburg für einen guten Standort für einen DAB-Lokalmux.

Aufräumen von UKW ist Enteignung und in Deutschland nicht durchführbar ohne Geschenke an existierende Platzhirsche. Wenn UKW aufgeräumt wird, bekommen existierende Sender weitere Frequenzen, neue Sender kommen nicht dazu. In allen Ländern wo das Frequenzband aufgeräumt wurde, wurden Öffentlich-rechtliche enteignet und nicht die Privaten. In Deutschland sind öffentlich-rechtliche Sender gegen Enteignung erfolgreich gerichtlich vorgegangen.

Die regionale Aufteilung macht Sinn, denn ganze Generationen wurden an bestimmte Musiktitel gewöhnt. Deshalb klingt SWR3 anders als NDR 2. Die regionalen Einflüsse lassen sich nicht wettmachen, in dem ein Nationalerrundfunk von oben verordnet wird. In Bayern wurde eher Ö3 gehört, im Westen Radio Luxemburg oder Veronica. Das hat die Hörer und die Radiomacher geprägt.

Die föderale Struktur in Deutschland hat für eine große Sendervielfalt gesorgt, die Dank Satellit und Internet heute in der ganzen Bundesrepublik zu empfangen sind. Ich weiß nicht was daran erstrebenswert ist z. B. polnische Verhältnisse in Deutschland herbeizuführen. Schauen wir uns den Bauer Media Group Radiosender RMF FM an, der zwischen 25 - 33 % der Hörer auf sich vereinigt und mit Radio Zet fast 40 % des Marktes beherrschen, dann bleibt für häufig ein gutes Duzend andere Sender nur ein kleiner Kuchen übrig. Lokalsender in Polen kommen alle nur noch aus Warschau bzw. Krakau (RMF). Fast alle kommerziellen Lokalprogramme werden in der Zentrale produziert und per Satellit zugeführt. Da gefallen mir die NRW-Lokalradios noch besser, wo die Redakteure wenigstens die Stadt kennen, über die sie sprechen.

von Seltener Besucher - am 26.09.2013 09:09
Zitat

Anscheinend geht man davon aus, dass in Städten mit großer Vielfalt die Hörer schneller einen neuen Sender ausprobieren als in Gebieten ohne Wettbewerb.

Genau das ist aber falsch. Hier im Saarland, wo es zu großen Teilen nur die 4 Öffis und ein Privatprogramm gibt, würden dir die Leute die Bude einrennen für weitere Programme. Deshalb ist das hier auch immer so ein großes Ereignis wenn irgendwo ein neuer Sender OnAir geht. Auch wenn das ausgestrahlte Programm vielleicht gar nicht so interessiert.

Zitat

Die regionale Aufteilung macht Sinn, denn ganze Generationen wurden an bestimmte Musiktitel gewöhnt.

Na das ist natürlich ein Argument. :rolleyes:

Zitat

Die föderale Struktur in Deutschland hat für eine große Sendervielfalt gesorgt, die Dank Satellit und Internet heute in der ganzen Bundesrepublik zu empfangen sind.

Also ich kann keine sonderlich große Sendervielfalt erkennen. Wenn ich mal so die Popwellen auf dem ARD Hörfunktransponder durch zappe hör ich überall den gleichen Dudelmist. Das eine Programm ist ein bisschen "fetziger", das andere eher etwas ruhiger. Das eine Programm spielt ein bisschen mehr 80er, das andere mehr 2000er. Es sind halt unterschiedliche Programme. Aber eine Existenzberechtigung für X Popdudler sehe ich darin wirklich nicht. "Vielfalt" bedeutet für mich komplett unterschiedliche Programme und nicht möglichst viele Namen auf meinem RDS Display oder eine mordslange Radioliste im Sat-Receiver.

Zitat

Fast alle kommerziellen Lokalprogramme werden in der Zentrale produziert und per Satellit zugeführt.

Na das haben wir hier doch auch. Nennt sich RadioGroup und NRW Lokaltretmühle. Bei beiden kommen gefühlte 90% aus einem zentralen Studio und nur die Jingles und die lieblos herunter geratterten "Lokalnachrichten" kommen vom Lokalsender selbst.

Die föderale Struktur im Rundfunkbereich aufzugeben bedeutet ja nicht gleich SR, SWR, WDR, NDR und so weiter radikal einzustampfen. Die Zusammenlegung sollte eher auf Verwaltungsebene passieren. Ich darf beispielsweise gar nicht daran denken was das für ein Tanz war als damals der SR und der SWR ihre Rundfunkarchive zusammenlegen wollten. Das hat Jahre gedauert und der Amtsschimmel musste Überstunden schieben weil er in 8 stunden gar nicht so viel wiehern konnte. :rolleyes:

von Spacelab - am 26.09.2013 09:51
Zitat

Wenn man also die Zahl der pro Ort empfangbaren Programme z.B. dank DAB erhöhen will, geht das nur, indem Versorgungsgebiete vergrößert werden - also z.B. lokale durch regionale oder nationale Versorgungsgebiete ersetzt werden (so wie z.B. bei KISS FM, SSL oder BOB).


Das Potential im ländlichen Raum ist noch nicht ausgeschöpft; hier reichen nicht einzelne Funzeln sondern es werden einiger maßen flächendeckende Frequenzteppiche benötigt um genauso viele Personen zu erreichen wie mit einer Großstadtfunzel. DAB+ bietet hier eine verhältnismäßig günstige Möglichkeit (unter der Voraussetzung einer ausreichenden Akzeptanz von DAB+). Lokal- oder Regionalmuxe ermöglichen es außerdem dass auch kleine Unternehmen in den Radiomarkt einsteigen können.

Zitat

Wenn die Aussage aber ist: keine Änderung an den Strukturen; und auch die Aussage von vossi86 stimmt: kein Geld für weitere Programme vorhanden - dann braucht man auch nicht mehr Kapazitäten als derzeit vorhanden.
Wenn 100,0% der Gelder in der jetzigen Struktur verbraucht werden, diese aber keine Einbußen verträgt, aber auch nicht geändert werden darf, bleiben für Neues eben nur 0% über.

Was heißt schon "verbraucht" werden. Klar, weniger Gewinn ist weniger Profit, das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass man bei weniger Gewinn gleich pleite geht. Der Werbekuchen wird anders verteilt werden und er wird auch nicht für jedes Programm reichen, aber Potential für zusätzliche Programme besteht durchaus. Ich glaube für die meisten derzeitigen Lokalsender wäre selbst bei mehr Konkurrenz eine landesweite DAB-Ausstrahlung eine Investition in die Gewinnmaximierung und weniger ein Kampf ums Überleben. Lokalradio gibt es in Bayern ja nicht nur in München; über ganz Bayern hinweg (auch in ländlichen Regionen) gibt es Lokalradios, die sich ja auch in ihren jeweiligen Regionen Randgruppen annehmen könnten wie z.B. RSA mit RSA2. So düster scheint mir die Lage also nicht zu sein.

Zitat

Natürlich könnte es auch sein, dass die Gesamtmenge der Werbegelder für Radio steigt, wenn neue Angebote neue Hörerschichten erreichen.

Das kann natürlich sein, insbesondere wenn es darum geht bestimmte Zielgruppen anzusprechen.

von Zwölf - am 26.09.2013 14:09
Zitat
Schwabinger
Zitat
seltener Besucher
Die regionale Aufteilung macht Sinn, denn ganze Generationen wurden an bestimmte Musiktitel gewöhnt. Deshalb klingt SWR3 anders als NDR 2. Die regionalen Einflüsse lassen sich nicht wettmachen, in dem ein Nationalerrundfunk von oben verordnet wird. In Bayern wurde eher Ö3 gehört, im Westen Radio Luxemburg oder Veronica. Das hat die Hörer und die Radiomacher geprägt.

Übrigends wurden mehrere Generationen von nur 3 TV-Programmen geprägt. Soll das jetzt heißen, die schauen alle nicht Sender wie 3Sat oder Sat1 an, da in den 1980er Jahren hinzu kamen?


Ich glaube die Aussage ist aus dem Zusammenhang gerissen worden. Es ist eine Antwort auf die Forderung eines Teilnehmers, es würden in Deutschland eine nationale ARD-Popwelle, -Klassikwelle und Schlagerwelle reichen, denn die Programme unterscheiden sich zu gering. Wenn das so wäre, dann hätte SWR3 keine Fangemeinde zwischen Dortmund und Siegen und Düsseldorf und Bonn. Die Menschen würden WDR 2 oder 1 LIVE hören. Schaut man sich die Einschaltquote von NDR 1 im Kreis Minden-Lübbecke (NRW) an, erlebt man eine große Überraschung. Der WDR hat in dem Grenzgebiet nur wenig zu melden. Genau so ist es mit dem Lokalradio und WDR 2 in der Region. NDR 1 NDS wird sicherlich nicht die Themen aus der Region liefern, es liegt also an der Musik.

http://www.ams-net.de/fileadmin/files/downloads/EMA_MA_2013_II/Die_besten_Reichweiten/Radio_Westfalica_Hoererzahlen_EMA_2013_II.pdf
http://www.radiowestfalica.de/ueber-uns/werbung/radiowerbung/radio-westfalica-bleibt-nr-1.html

Ich mache keine Aussage darüber, dass die Menschen keine anderen Sender schauen, sondern darüber, dass sie von Sendern aus dem Ausland mitgeprägt wurden. Die unter 30-Jährigen wurde nicht mehr beeinflusst, viele ältere Hörer können sich daran noch erinnern. Ich haben 3FM gehört, weil es technisch erst über Antenne, dann über Kabel möglich war und die Musik besser war als auf WDR 1 und 2.

Zitat
Schwabinger
Auch de Regiocast nicht, denn dann wäre 90elf schon lange durch ein richtiges (Voll-) Programm ersetzt worden und auch nicht NRJ, denn sonst würde nicht eine Dauerschleife von der Festplatte laufen.


NRJ streicht doch in Deutschland die Segel. Die bereiten sich vor auf mehr Wettbewerb in Frankreich. In welcher Richtung soll sich 90elf entwickeln? Sollen sie als Konkurrenz zu den eigenen Wellen aufgestellt werden, die Geld für die DAB-Ausstrahlung verdienen? Lounge FM stand auf der Kippe, AbsolutRadio hat sich neu aufgestellt, da wäre es für Regiocast nicht schlau gewesen einen neuen Sender zu formieren, der in Wettbewerb mit anderen Sender stehen würde. Wenn Regiocast Geld verdienen will, dann muss sie einen Sender schaffen, der einen anderen Sender vom Markt verdrängt. Das wird nicht einfach sein oder ist eher auf DAB unmöglich. Es wurde immer erklärt UKW wäre so teuer, da lohnt sich nur die breite Masse zu erreichen, weil sonst die Kosten nicht herangeholt werden können. Das wird bei DAB nicht anders sein.

von Seltener Besucher - am 26.09.2013 19:41
Zitat

Schaut man sich die Einschaltquote von NDR 1 im Kreis Minden-Lübbecke (NRW) an, erlebt man eine große Überraschung. Der WDR hat in dem Grenzgebiet nur wenig zu melden. Genau so ist es mit dem Lokalradio und WDR 2 in der Region. NDR 1 NDS wird sicherlich nicht die Themen aus der Region liefern, es liegt also an der Musik.


Muss nicht unbedingt so sein, das könnte durchaus andere Gründe haben. Es gab ja durchaus Pläne, Minden-Lübbecke dem Land Niedersachsen zuzuordnen, vielleicht ist das also auch eine kulturelle und mentalitätsmäßige Sache... So wie mit dem Nordwesten und den Bremern. Vielleicht ist der WDR einfach zu "rheinisch"...
Zudem ist in jeder Himmelsrichtung außer Süden überall Niedersachsen drumherum.
http://de.wikipedia.org/wiki/Niedersachsen#Nach_dem_Ende_des_Zweiten_Weltkriegs

Dazu fällt mir dann noch ein, daß die Musik eigentlich gar nicht sooo wichtig ist. Es geht um die Art der Präsentation drumherum. Auch um Lokalkolorit. Genau deshalb haben Sender ihre Fans und ein Stammpublikum. Genau so etwas kann ein bundesweiter Sender gar nicht abdecken. Wenn ein Bayer im Radio spricht, klingt das für Norddeutsche schon wie Comedy - und umgekehrt wohl genauso... ein bundesweiter Sender muss also eine ansprechende (sic) Art der Präsentation finden, mit der er es schaffen kann, einem regional oder lokal agierenden Sender Konkurrenz zu machen und so seinen Standortnachteil auszugleichen.

Hier im Forum wurde sich ja viel drüber aufgeregt, daß NDR1 NDS nur noch so wenig oder keinen deutschen Schlager mehr spielt. Immer wenn ich einen NDR1-Hörer treffe, spreche ich ihn darauf an. Bisher lautete die Antwort immer(!), daß das denjenigen noch gar nicht aufgefallen wäre... Den Stammhörern würde aber sofort auffallen, wenn ein Moderator nicht mehr zu hören ist!

Ich hab ja auch noch ein Wünschdirwas an den nationalen Hörfunk abseits der Oldies oder Schlager-Frage. Wort. Viel Wort. Am besten sogar nur Wort.
Es gab ja schon ein paar gescheiterte Versuch von Buisiness oder Nachrichtenradios von privater Seite, die aber alle eher lokaler Natur waren. Also viel Kosten bei technisch kleiner Reichweite. Bei bundesweiter Ausstrahlung wären die Produktionskosten auch nicht viel höher, nur die Verbreitungskosten. Das erreichte Publikum böte dem Werbenden einen Mehrwert, auch wenn es nicht so zahlreich wäre. Könnte funktionieren mit Mut, langem Atem und einem Verlag im Hintergrund. Aber ob sich die Politik traut, so etwas zuzulassen?

von iro - am 26.09.2013 20:48
Media Broadcast geht auf "Werbefahrt" zu den Radio-Anbietern!

Für Radio-Manager gibt es immer wieder neue technische Innovationen, die für die Weiterentwicklung des „Radioproduktes“ von größter Wichtigkeit sind.

Was zum Beispiel verbirgt sich etwa hinter dem neuen DAB+ Feature „NewGenRadio“? Nur eine technische Spielerei erfindungsreicher Entwickler oder stecken dahinter technische Innovationen, um neue Geschäftsmodelle aufsetzen zu können?

Mit dem „Radio Innovation Workshop“ hat jetzt der Rundfunk-Dienstleister und Sendernetzbetreiber Media Broadcast eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, um den Radioanbietern genau solche Innovationen schmackhaft zu machen. Der Auftakt für die Roadshow fand am 23. September 2013 in Stuttgart statt.

Ludwig auf der Roadshow einen Überblick geben, wie es derzeit beim Digitalradio steht, „zum anderen wollen wir unsere Innovationskraft demonstrieren und neue Dienste und Produkte vorstellen, von denen unsere Kunden bereits heute profi tieren, die sie aber spätestens in 10 Jahren dringend brauchen, um marktfähig bleiben zu können.“

Wie Ludwig dem Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk weiter sagte, gehört zu dem neuen von Media Broadcast angebotenen Portfolio etwa auch der neue Dienst NewGenRadio, mit dessen Hilfe noch mehr Interaktivität im Digitalradio möglich ist. Künftig soll der neue Mehrwertdienst fest in hybride Empfangsgeräte (DAB+ und Internetradio) eingebaut werden. Möglich sind dann endkundenseitig beispielsweise Votings oder andere Mitmachaktionen und Hörerfeatures.

Aber auch für die Radiomacher ist NewGenRadio nach Auskunft Ludwigs sehr attraktiv. Denn mit Hilfe des neuen Standards können erstmals Hörerzahlen präzise erfasst werden. „Das ist nicht zuletzt aufgrund von neuen potentiellen Werbeumfeldern für die privaten Radiostationen sehr attraktiv“, so Ludwig weiter. Zudem lassen sich nach Aussagen des Managers auch direkt Aus- und Einschaltimpulse messen, die anschließend in die Programmkonzeptionen einfließen könnten.

Große Hoffnungen verbindet Media Brodacast mit der neuen Digitalradio-Funktion auch deshalb, weil sie mit NewGenRadio auch die nach Interaktion verlangende Smartphone-Generation erreichen möchte. Bis Anfang Oktober informiert Media Broadcast auf insgesamt sechs Stationen Programmveranstalter und weitere Branchenexperten über die neuesten Rundfunkdienste. Unter anderem ist Media Broadcast am 27. September in Hamburg zu Gast. Weitere Stationen sind Leipzig am 30. September und am 1. Oktober in Berlin.

aus: Meinungsbarometer September 2013

von drahtlos - am 27.09.2013 20:02
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat eine Ausschreibung für einen Dienstleistungsauftrag herausgegeben. Aus dem Ausschreibungstext:

3. a) Kategorie der Dienstleistung und Beschreibung:

Dienstleistungskategorie 8 [wohl ein Gutachten]

Thema:

Terrestrischer Hörfunk: Zukünftige Entwicklung im Hinblick konkurrierender Übertragungswege

Kurzbeschreibung:

Trotz vielfältiger neuer Angebote im Internet und im Fernsehen gehört der Hörfunk noch immer zu den meistgenutzten Medien. Aktuellen Analysen zufolge hören ca. 80 % aller Deutschen täglich Radio. Der dominierende Verbreitungsweg ist UKW. Die Radionutzung über Satellit, Kabel, Internet und Digitalradio (DAB+) spielt derzeit noch keine größere Rolle.

Der terrestrischen Verbreitung des Hörfunks kommt eine besondere Bedeutung zu, weil ein Teil der täglichen Nutzung "unterwegs" (z. B. im Auto) stattfindet. Diese Nutzung prägt für viele Hörer die Vorstellung vom Radiohören. Es soll jederzeit, überall und einfach zu empfangen sein.

Trotz der Dominanz von UKW befindet sich weltweit die Hörfunkverbreitung im Umbruch. In Europa gibt es neben Deutschland in vielen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, der Schweiz, Dänemark und Norwegen DAB+ als einen weiteren terrestrischen Verbreitungsweg. Dieser gewinnt zunehmend an Bedeutung. In allen diesen Ländern stellt sich die Frage, ob DAB+ die UKW-Verbreitung ablösen wird, weil eine Doppelversorgung wirtschaftlich und frequenz-ökonomisch nicht sinnvoll wäre und die Entwicklungsmöglichkeiten bei UKW im Hinblick auf Inhaltevielfalt und innovative, zeitgemäße Anwendungen ausgeschöpft sind. In der Folge stellt sich dann auch die Frage, ob und wie die Einführung von DAB+ beschleunigt und in eine gemeinsame europäische Initiative überführt werden könnte.

7. Aufforderung zur Angebotsabgabe:
15.10.2013

8. Sonstige Angaben:
zu Punkt 3. a)

U. a. in Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich gibt es konkrete Planungen für Entscheidungen zum Abschalten von UKW. Eine Arbeitsgruppe der EBU (European Broadcasting Union) hat für die öffentlich-rechtlichen Veranstalter gefordert, UKW aufzugeben. In Deutschland hatten sich Bund und Länder ursprünglich auf ein Auslaufen der UKW-Verbreitung im Jahr 2015 verständigt. Die diesbezügliche Reglung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) musste allerdings im Hinblick auf die Marktentwicklung und auf Wunsch der Radioveranstalter im Rahmen der Novellierung des TKG Anfang 2012 durch eine offene Regelung ersetzt werden. Hörfunk wird - anders als das Fernsehen - als Begleitmedium im privaten und gewerblichen Autoverkehr in großem Umfang auch grenzüberschreitend genutzt. Damit hat z. B. die Autoindustrie an gemeinsamen, europaweit genutzten Hörfunkstandards ein besonderes Interesse, u. a. im Hinblick auf die effiziente und kostengünstige Nutzung von Verkehrs- und KFZ-Sicherheitsanwendungen.

Die Autofahrer hier alternativ auf den Mobilfunk zu verweisen, erscheint nicht zweckmäßig. Einerseits ist der Mobilfunkmarkt gebührenmäßig zersplittert und böte enorme Kostenfallen bei einer Nutzung außerhalb des eigenen Providernetzes, andererseits ist ein Mobilfunkempfang nicht überall möglich. Darüber hinaus birgt die Nutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt durch den Fahrer verkehrstechnische Risiken und ist deshalb auch in den europäischen Ländern z. T. gesetzlich verboten. Zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr hat die EU-Kommission im Jahr 2010 die ITS-Richtlinie verabschiedet, um u. a. die Autofahrer ohne Verzögerung mit wichtigen Verkehrsinformationen zu versorgen. Diese Vorgaben kann das gegenwärtig bei UKW genutzte TMC-System wegen der begrenzten Bandbreite für Telematikdienste nicht leisten.

Die über DAB+ verfügbare Transport Protocol Experts Group (TPEG) Anwendung bietet hingegen eine bereits verfügbare, technisch ausgereifte und preisgünstige Möglichkeit, einen Teil dieser Richtlinie umzusetzen. Verkehrsereignisse lassen sich auf wenige Meter referenzieren und sind nahezu verzögerungsfrei auf den Geräten betroffener Verkehrsteilnehmer anzeigbar.

Angesichts dieser verschiedenen Aspekte ist es notwendig, in Deutschland rechtzeitig eine gemeinsame Position zur Zukunft des terrestrischen Hörfunks zu definieren. Da dies einen langen Diskussions- und Abstimmungsprozess erfordert, um Planungssicherheit zu erreichen, sollen in einem Gutachten die Vor- und Nachteile der terrestrischen Verbreitungswege, die rechtlichen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen sowie das Ob und Wie einer Umstellung beurteilt werden. Den Abschluss sollen konkrete Verfahrensvorschläge zu möglichen Umstellungsszenarien bilden, die in die Bund/Länder Initiative "Mobile Media 2020" einfließen könnten. Das Gutachten soll folgende Teilbereiche untersuchen:

• Status Hörfunk in Deutschland (Radionutzung, Verbreitungswege, Netzinfrastruktur, Geräteausstattung);
• Status Autoverkehr (Anzahl Fahrzeuge, Neufahrzeuge, Kfz-Bestand Pkw/Lkw, Fahrzeugnutzung, Radionutzung in Fahrzeugen Navigationsgeräte, Mobilfunkausstattung (auch mit Navigations-App), Transitverkehr, Auslandsfahrten);
• Umsetzung ITS-Richtlinie (TPEG, Standardisierung, mobile Datendienste, Katastrophenschutz);
• Terrestrische Hörfunkverbreitungswege (Entwicklung von MW zu UKW, DAB, DAB+, LTE, Vor- und Nachteile, Perspektiven, Endgeräte);
• Kostenabschätzung und Bewertung der Nutzung paralleler Übertragungswege (UKW/DAB+, Vermeidung von Doppelversorgung, Reduzierung der Verbreitungskosten, Frequenznachfrage im UKW-Spektrum, Entwicklung der Geräteausstattung, usw.);
• Umstellungsszenarien (UKW zu DAB+, Zeitrahmen, gesetzliche Maßnahmen, Lizenzauflagen, Abschaltzeitpunkte/-verfahren, Möglichkeiten zur Unterstützung durch die Beteiligten, Marketing, europäische Perspektive);
• Auswirkungen der Umstellungsszenarien (private, nichtkommerzielle und öffentlich-rechtliche Veranstalter, Automobilindustrie);
• Nutzungsoptionen für freiwerdendes UKW-Spektrum.

Die Auftragsvergabe steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit der veranschlagten Haushaltsmittel.

von Manfred Z - am 30.09.2013 19:24
So, zum Euro-Chip gibt es noch ein paar weitere Meldungen, z.T. auch etwas älter:

http://www3.ebu.ch/files/live/sites/ebu/files/Programming/Radio/Digital%20Radio/Euro-Chip%20MoU%20_%20ready%20to%20sign__V3%20(1).pdf

oder:

http://www3.ebu.ch/cms/en/sites/ebu/contents/news/2013/09/more-backing-for-ebu-euro-chip-i.html

...übersetzt von Translator:
Zitat

Vertreter der führenden europäischen Sendeanstalten haben vereinbart, eine European Broadcasting Union (EBU)-Initiative zur Verbesserung des Zugangs zu Radio Ansatzes Hybrid digital, vermarktet als Euro-Chip anmelden.

Die Initiative fördert die Installation von Empfangsgeräte in allen Radios und mobile Geräte, mit die Zielgruppen für Rundfunkdienste überall kostenlos inkrementelle erhalten können. Verbraucher müssten nicht für Breitband-Empfang von free-to-Air Radio Service bezahlen.

Leiter von Radio Christian Vogg erzählte der jährlichen International Broadcasting Convention (IBC) in Amsterdam, ein Memorandum of Understanding unterzeichnet von acht führenden europäischen öffentlich-rechtlichen Sendern. Kommerzielle Sender in Belgien, Deutschland und Österreich haben sich verpflichtet, ihre Signaturen hinzufügen.

"Die Euro-Chip-Initiative geht darum, Radio eine Zukunft in der digitalen Wirtschaft und erleichtert den Übergang zum digitalen Rundfunk", sagte Herr Vogg. "Mit der heutigen Medien erwarten Konvergenz, Benutzergruppen und Jugend insbesondere zu hören Radio auf ihre Mobiltelefone und Tablets. Während nur-Radio-Empfänger zunehmend anspruchsvollere Geräte, Radio ersetzt werden wie ein Medium weiterhin eine starke Nachfrage erfüllt und bleibt sehr beliebt, solange es auf den Geräten verwendet durch das Publikum heute und in Zukunft zur Verfügung."

Herr Vogg sagte durch die Zusammenführung von Gruppen, die zur Förderung der Hybrid digital Radio-Dienste für inländischen Radio-sets, Automobil-Empfänger, Tabletten und Smartphones (über offene Hybrid Broadcast-Internet-Protokoll-Standards, bekannt als die Smartphone-Initiative), das Memorandum stellt einen wichtigen Meilenstein bei der Realisierung der Euro-Chip-Initiative.


....bin etwas überrascht: Österreich?

Es scheint so, dass dafür die Chiphersteller von NXP und Frontier Silicon bereits auserkoren wurden. Im Gegensatz zu früheren Ankündigungen wird nun der Hybrid-Gedanke aktiv forciert.

von drahtlos - am 05.10.2013 21:09
Programm/Themen für den EBU-RadioDay vom 17. Oktober in Prag:

Following up on last year's highly-succesful edition, the 2013 New Radio Group's annual plenary event, the New Radio Day, will take place in October 17 in Prague. The purpose of the Group is to develop insights as to how new formats, technologies and distribution concepts may or should determine the future of Radio, both as a public service and a source of revenues.

The event is open to all EBU Members.

PROGRAMME OVERVIEW
Draft agenda

Digital Radio

•Scattered Europe - overview on the current digital radio market
•Why digital radio is successful at present and has a bright future - a positive show-case
•Transition from analogue to digital - current status of the Euro-Chip campaign
•Radio numérique actuelle - a glance on the French situation
•DAB marketing campaigns - best-practice examples from Germany and Norway
•Regional / local DAB+ stations, a chance for smaller stations?
•DAB+ and Swiss Timing
•File collector, geo-references, targeted advertising - DAB+ is more than better sound and slide-shows

New Radio strategies

•Czech Radio, the multimedia broadcaster
•Perceptive radio - a new BBC approach to online Radio
•Growing audience - how on demand radio and podcast add to the range of Danish Radio
New Blood

•Round-Table: Is Radio still sexy to work for?

EURORADIO'S VIEWPOINT
"The future of Radio is Digital Radio"

EURORADIO Services are promoting the Euro-Chip concept campaign as part of a digital radio strategy. This concept includes the demand for both analogue and digital standards in radio devices. Car radios should be able to receive digital radio broadcasting free-to-air, as well as every smartphone and tablet computer. EURORADIO encourages programme ideas to combine the livebroadcast signal with the vast opportunities of broadband-based Internet services.

http://www3.ebu.ch/cms/en/sites/ebu/contents/events/201310/new-radio-day.html

...und tags darauf am 18. Okt. 2013 in Prag zum Thema Visual Radio

http://www3.ebu.ch/cms/en/sites/ebu/contents/events/201310/network-learn-visual-radio.html

von drahtlos - am 05.10.2013 21:26
Es gibt in Polen das private Nachrichtenradio „TOK FM“, an dem die größte Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ und das wöchentliche Nachrichtenmagazin „Polityka“ beteiligt sind. Die Radiostation wird als Werbemittel für die Tageszeitung und das Nachrichtenmagazin genutzt und die Redakteure arbeiten häufig für beide Medien. Der Marktanteil in Polen betrug in den vergangenen Jahren zw. 1,1 und 1,4 %. Allerdings ist der Sender nur in Großstädten zu empfangen und dort beträgt der Marktanteil bis 8 % je nach dem ob die Stadt stärker konservativ oder weltoffen ist.

TOK FM wurde abgeleitet vom englischen Wort „talk“. Die Hörer kamen bei dem Sender noch vor 10 Jahren sehr häufig zu Wort. Ganze Sendestrecken bestanden aus Talksendungen. Dann wurde das Format umgestellt und es wurde mit Studiogästen gearbeitet. Die Hörer dürften sich an der Sendung nur noch über den Messenger „Gadu Gadu“ schriftlich beteiligen. Später wurde die Kommunikation mit den Hörern auf Facebook und E-Mail umgestellt, wobei Facebook von dem Sender bevorzug wird. Polen ist ein zentralistisch gesteuertes Land, viele wichtige Institutionen sitzen in der Hauptstadt und auch alle NGO haben dort ihren Sitz. Die Medien sind stakt Hauptstadt fixiert, die Redakteure verlassen diese nur selten. Mittlerweile gibt es bei TOK FM nur noch wenige Sendungen mit Hörerbeteiligung und meistens sind es Ratgebersendungen zum Thema Gesundheit, Tiere, Recht.

Warum gab es diesen Wandel?
1. Es riefen immer die selben Hörer an und einige mehrfach am Tag.
2. Die Hörer beschimpften Redakteure anderer Sendungen und andere Hörer.
3. Es ist für andere Hörer langweilig immer dieselben Anrufer zu hören, die ihre Themen durchdrücken wollen.

Gibt es gute Beispiele für Call-In-Sendungen? Ja! 1 LIVE Domian und 2254 bei D-Radio, WDR 5 – Tagesgespräch. Die Sendungen haben alle ihre Fans und Stammhörer. Das Auffällig ist, dass zwei Sendungen in der Nacht stattfinden. Ist es ein Zufall?

Wäre ein Nachrichten- und/oder Talk-Radio in Deutschland über DAB und Internet möglich? Alle kommerziellen Nachrichtenradios in Deutschland scheiterten an der Reichweite. Ist DAB schon soweit, dass ein Talkradio sich von den Werbeerlösen am Leben halten könnte?

Es muss auch Glaubwürdigkeit oder eine bestimmte Meinung dahinter stehen. Ich könnte mir ein Grünes Radio vorstellen oder ein linkes Radio (z.B. TAZ Radio). Das garantiert Stammhörer und ausreichend Polarisierung. Genauso könnte ich mir vorstellen, dass mehrere Verlage zusammenarbeiten und einen Radiosender betreiben (DER SPIEGEL + eine überregionale Tageszeitung) . Das Problem in Deutschland ist die Dezentralität. In Polen hat TOK FM ein Netz von Reportern, die auch für die Musiksender Zlote Przeboje und Roxy FM regionale Berichte anfertigen.

Regiocast hast ein gutes Radionetz in Nord- und Ostdeutschland und Hessen. In Bayern und allen westlichen Bundesländern fehlt es an Strukturen. Ein privates Nachrichtenradio müsste in allen Landeshauptstädten Reporter haben. Das hat RadioRopa Info auch hinbekommen, es gibt ein Netz von Reportern aus dem sich die Privaten bedienen. Ein Teil des Talks müsste mit bekannten Journalisten und Vertretern von Organisationen geführt werden. Ich glaube schon, dass es in der Gesellschaft ausreichend Unzufriedenheit gibt und diese so ein Radio als Ventil nutzen würden.

von Seltener Besucher - am 16.10.2013 21:46
Mal wieder Pro-Contra... Darunter auch immer dieses Allheilmittel Internetradio. Abgesehen von der riesigen Auswahl an Stationen, die man zu sich streamen kann gibt es nichts, was gegenüber DAB+ wirklich besser wäre. Als Grenzlandbewohner fallen mir dabei auch immer sofort die Kosten ein - mögen es manche auch partout abstreiten, dass Internetradio etwas kostet (man hat ja seinen DSL Anschluss daheim(!) ). Soll ich, wenn ich in Basel oder Mulhouse bin nur noch mit exorbitanten Roamingkosten im Auto Radio hören dürfen? Auf Internet verzichte ich mal für diese Zeit, via DAB+ kann ich trotzdem meine Infos oder Musik weiterhören. (Jaja, man kann auch MP3s mitnehmen etc...). Oftmals wird auch vergessen, dass die erfolgreichsten Radioanbieter dies aufgrund ihrer terrestrischen Verbreitung sind. Toll, wenn ich mein WRXQ-Radio oder was auch immer aus den Staaten in Deutschland hören kann (sofern es keine Länderbremse gibt), aber eben nur deshalb, weil man vor Ort terretsrisch sein Stammpublikum hat. Nur im Internet verlören sich die Hörer. Es gäbe Hypes wie heute irgendwelche Superstars für ein paar Minuten oder Tage in den Schlagzeilen sind, dann sind sie weg. Einfach nichts verlässliches mehr. Toll, ich kann vielleicht mein Lieblingsheimatprogramm in Thailand hören (falls ich es möchte - ich würde bis auf News lieber etwas lokales hören), geht eben nur, weil es die terrestrische Verbreitung zu Hause gibt und daher diesen Sender. Ist wie mit den Leuten, die sich die Fernsehserien nur im Internet ansehen. Ohne einen Fernsehsender gäbe es diese Serien nicht. Ein reiner Internetfernsehsender wäre allein auf weiter Flur - falls die Bandbreite das Anschauen überhaupt zulässt. Und genau da wird es auch in Zukunft mangeln, digitale Dividende 1,2,3 etc hin oder her, eine Broadcast Abdeckung wie mit den linear sendenden Radio- und Fernsehprogrammen wird es mit Mobilfunktechnologie nicht geben. Der Handyquäcker mag in urbanen Gebieten noch die Bahnbeschallen können, sobald man sich ins ländliche verfährt klappt das mit Glück nur noch sporadisch. Nene, Internetradio als mobiler Allheilsbringer ist purer Kokolores, da benötigt es noch viel viel Entwicklung. Eine fertige Technik hat man mit DAB+, die man in Deutschland bisher einfach nicht wahrhaben möchte. Aber am Deutschen Wesen soll ja die Welt genesen. Da ist es egal, was die anderen Länder machen. Ich fand es im übrigen auch eine unverschämt bodenlose Diskriminierung des SECAM Systems in Deutschland in den letzten Jahrzehnten vor der Digitalisierung, welche heute mit ISDB-T gnadenlos weitergeführt wird. Wie, das Argument ist nicht gut? Ist doch dasselbe wie mit DAB+ und anderen Technologien. Man hätte ja auch ISDB-T parallel einfführen können. Achso, Kosten... Ach! Jetzt kann man noch streiten, dass es ja schon UKW gäbe... viel Spaß dabei.

von CBS - am 07.11.2013 13:58
Zitat
Ihre Majestät
.... Du weißt ich bin der letzte der DAB publizistisch nicht unterstützt.


Da habe ich mich fast verschluckt.....

Man kann ja nicht schreiben Internet und DAB oder meinetwegen nur Internet alleine! Da würde ich die Wortfolge *der letzte" nicht verwenden! Nur mal ein DAB-Radio zu betreiben macht einen noch lange nicht zum Befürworter. Es gibt hier im Forum genug Leute die nicht darauf erpicht sind, für Radio zu bezahlen oder sich über seine Schritte im Leben die Info abzugeben, wo man gerade welches Radio gehört hat oder wo man es empfangen hat. Über Satellit werde auch nicht zur Kasse gebeten, wenn man mal vom Kauf des Empfängers absieht.

Ich glaube Deutschland muss auch über die Grenzen hinwegsehen und nicht alles auf eigene Faust machen. z.B. kann Norwegen kaum mit einem 50GB 10€ abgedeckt werden, da wohnen viel zu wenige Leute auf dem Land. Gleiches gilt ähnlich auch für Spanien, Frankreich und meinetwegen auch Deutschland.

Zudem - die Mobilfunk-Betreiber jammern schon lange über die Strom- und Netzwerkkosten. Wie soll jemand mit 50GB und 10€ noch Geld verdienen? Wohl höchstens mit eingeschränkten Netzen.
Ferner möchten die Mobilfunk-Betreiber auch eine Kostenbeteiligung von Youtube und Co. Wenn das kommen sollte, müssten auch die TV- und Radio-Betreiber damit rechnen sich irgendwann an der Mitfinanzierung der Mobilfunk-Netze beteiligen zu müssen. Das ganze ist so noch nicht ausgestanden und durchgerechnet. Der Unterhalt der immer mehr und vielfältigeren Netze wird mit Sicherheit nicht mehr billiger. Da geht doch einfach eine freie Flatrate und 10€ immer nur für eine kurze Zeit um neue Leute auf ihr Netz zu bringen. Von den Unterbrüchen im mobilen Internet-Radio-Betrieb auf dem Land gar nicht zu sprechen.

Interessant die Sache mit der Radioszene. Man sagt ab 1000 gleichzeitige Internet-Radiohörer werde es angeblich unbezahlbar und weit teurer als Broadcast. Auch Radio France hat mal vorgerechnet dass Internet-Radio 100x teurer wird für grosse Radios. Natürlich könnte man Broacast-Sache gleich vergessen und so auch eine Menge sparen. Aber was passiert, wenn das Internet down ist, was vielleicht in Zukunft doch mehr vorkommen könnte?

von drahtlos - am 07.11.2013 14:24
Das fand ich jetzt aber auch ziemlich bescheuert!
Da macht man sich die Mühe, einen Beitrag zu schreiben, will ihn abschicken - und dann ist das Thema plötzlich geschlossen :sneg:

Da er noch im Zwischenspeicher ist, lade ich ihn jetzt hier ab!

[Edit von NurzumSpassda:] Ins Thema eingebaut.

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Zitat
IM
Noch zehn Minuten habe ich durchgezappt und finde keinen einzigen Song der mir zusagt. Und dann gehe ich ins Netz, finde 917xfm Hamburg und - bong, geil! Dann zappe ich wieder mal durch die 34 DAB+ Senderchen und finde - nix! Dann gehe ich ins Netz, finde X102,9 aus den Staaten und...wow! Dann zappe ich wieder durch die 34 DAB-Senderchen und finde....nix. Dann gehe ich ins Netz, finde AlternativeFM und....wow!!!

Ihr habt Ahnung von Technik und denkt weiter. Die meisten anderen haben diese nicht. Sie klicken einen Livestream an, und sofern er läuft würden sich doch nicht auf die Idee kommen Internetradio zu verdammen. Ach ja, ich bin für die Internetabschaltung. Dann wird sich DAB+ schon durchsetzen

richtig, bei DAB zappt man durch - was auch recht schnell geht. Beim Internet findet man, sucht aber eigentlich gar nicht. Wer zappt sich auch schon durch 50000 Sender... man geht gezielt zu den Stellen (Sendern), die man kennt und probiert den einen oder anderen zusätzlichen Sender mal aus - wegen seines Namens oder auch auf Empfehlung. Ähnlich wie beim TV-Nutzerverhalten... selbst wer potentiell 700 TV-Programme empfangen kann nutzt i.d.R. nur 6 (bzw. erweiterter Kreis: 16) dieser Programme lt. einer Untersuchung.

91.7 X-FM ist auch eine meiner Anlaufstellen, allerdings nur, wenn ich mal durch HH fahre. Danach läuft wieder mp3 - mitgeschnitten bei meinem Lieblings-Webradio.

Ich vermute mal, daß die meisten verkauften Zuhause-Webradioempfänger direkt nach dem Kauf noch häufiger Mal zum Zappen verwendet werden, aber sobald man seine 6-10 Sender gefunden hat ist es auch wieder vorbei damit. Weil es unkomfortabel ist und man das Radio schließlich zum Hören interessanter Sendungen gekauft hat und nicht für eine Aneinanderreihung von 10s-Zapping-Schnipseln. Das Durchzappen von 20000 Sendern à 10s dauert auch schon ganze 55 Stunden... das tue ich mir zu Hause nicht an und mobil schon gar nicht.

Repräsentativ bin ich da allerdings auch nicht... ich benutze den Rechner für's Internetradio und habe eine Favoritenliste von ca. 100 Sendern abgespeichert. Für den Fall der Fälle. Tatsächlich gehört werden davon allerdings normalerweise nur ganze 3 Sender mindestens einmal pro Woche... Zünd FM, lautfm/kompakt und 674fm. Das restliche Angebot wird nur ab und an beim DXen als "//stream"-Vergleich genutzt.

So eine riesige Angst vor dem Internet müssen unsere Platzhirsche also gar nicht haben, die Leute nehmen, was sie kennen. 50000 Sender als Konkurrenz - schön, nur welchen davon nehmen? Da fällt die Wahl bei DAB schon leichter und die Konkurrenz ist auch ernster zu nehmen, da sie wirklich nur einen Tastendruck entfernt ist und dann auch noch sofort spielt.

von iro - am 07.11.2013 19:46
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