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DAB Digitalradio Forum
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
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PEQsche, CBS, RTL 102.5 Fan, Ralf84

Zwang zu DAB+ und DRM+ - EBU will analogen UKW-Hörfunk in Europa auslaufen lassen!

Startbeitrag von Ralf84 am 28.02.2013 19:51

DAB+, DRM+ und Hybrid-Anbindung an Internet sollen UKW beerben!

Die European Broadcasting Union (EBU), ein Zusammen­schluss von derzeit 74 Rundfunk­anstalten aus 56 Staaten, plant einen Vorstoß auf EU-Ebene, um den analogen UKW-Hörfunk auslaufen zu lassen. Aus diesem Grund hat das Konsortium eine Empfehlung an die EU-Kommission ( "Recommendation R 138" ) heraus geben.

DAB+ für überregionale Sender, DRM+ für Lokalradios

Laut EBU sollen zwei Techniken das analoge UKW-Band beerben: Auf der einen Seite DAB+ im Band III - der Standard ist in vielen Ländern bereits eingeführt, in weiteren ist dies geplant. Die Technik eignet sich vor allem für über­regionale und regionale, beziehungs­weise landes­weite Sender und Netzwerke.
Auf der anderen Seite soll zusätzlich der DRM+-Standard vor allem für kleine Lokal­sender, deren Aus­strahlung in einem DAB-Bouquet zu teuer wäre, eingeführt werden. DRM+ kann ins bestehende UKW-Band (Band II) implementiert werden, es ist sogar eine analoge und digitale Parallel­verbreitung auf einer Frequenz möglich. Für DRM+ gibt es aktuell noch keine Empfangs­geräte. In Deutschland fertigt die TU Kaisers­lautern gemeinsam mit dem Fraun­hofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Erlangen, und der FH Kaiserslautern aktuell im Auftrag der Landes­zentrale für Medien und Kommu­nikation (LMK) ein DRM+-Kofferradio als Prototyp auf Basis handels­üblicher und kostengünstiger Bauteile.
Laut EBU sollen erweiterte Features wie etwa Texte, Bilder und andere Datendienste das Medium Radio künftig begleiten. Außerdem sollen hybride Services eine Anbindung an Internet­inhalte gewährleisten. Die EBU würde es laut eigenen Angaben begrüßen, wenn es möglich wäre, eine analoge Abschaltung für den analogen UKW-Hörfunk in Europa zu vereinbaren.
Der neue Vorstoß der EBU basiert auf der Idee des Euro-Chips, der jedes künftig produzierte Radio­modell für Digital­radio fit machen soll. Im Vergleich zur ersten Empfehlung im Jahr 2012 hat die EBU die Techniken DRM+ und die hybride Internet­anbindung hinzugefügt, nachdem es unter anderem vom deutschen Privat­funk­verband VPRT Kritik an der fehlenden Technik­neutralität des einheit­lichen Chips für künftige Radio­modelle gab.
EU-Kommission könnte Richtlinie verfassen

Wie hoch die Tragweite des EBU-Vorschlags ist, wird eine spannende Frage sein: Die Rundfunk­union hat nicht die Kompetenz verbindliche Beschlüsse zu fassen, sie kann lediglich Studien oder Berichte verfassen (lassen) oder unver­bindliche Empfehlungen aussprechen. Als nächstes wäre die EU-Kommission gefragt aus der EBU-Empfehlung eine Richtlinie zu machen. Anschließend muss diese in nationalen Gesetzen umgesetzt werden.
Die Bereit­schaft zur UKW-Abschaltung ist in den EU-Mitglieds­staaten unter­schiedlich. Während Norwegen das analoge UKW-Band bereits im Jahr 2017 abschalten will, haben andere Länder wie Österreich den digital-terrestrischen Hörfunk noch nicht einmal eingeführt. In Deutschland haben es Lobby­verbände erreicht, dass die Politik einen geplanten UKW-Abschalt­termin wieder aus einer Gesetzes­vorlage gestrichen hat.
Digitalradios im Handelstrend und steigendes Programmangebot

In jedem Fall scheinen Digital­radios ihre Käufer zu finden. Wie aus den Ergebnissen des GfK Temax Deutschland für das vierte Quartal 2012 hervor geht, konnten Radios mit den Standard DAB/DAB+ im Bereich der portablen Geräte erheblich zulegen und ließen auch für die Zukunft weiteres Wachstum erwarten, so die Markt­forscher der GfK.
Auch das digitale Programm­angebot wächst weiter: In Berlin hat die Silvacast GmbH, ein Betreiber unter­schied­licher Internet­radios, ihr Programm Jack FM jetzt auch im digital-terres­trischen Radio aufgeschaltet. Damit setzt sich ein Trend fort, wonach einige Internet­radio­betreiber die DAB+-Technik als zweites Standbein etablieren wollen. Auch frühere reine Internet­radio­sender wie Schlager­hölle oder bigFM Worldbeats senden inzwischen regional auch auf DAB+.

Quelle: http://www.teltarif.de/dab-dabplus-radio-ebu/news/50082.html

Meint Ihr, dass die damit durchkommen?

Antworten:

Es ist vom europäischen Recht das Recht der EBU an die Kommission heranzutreten und ihr solch einen Vorschlag zu unterbreiten.

Würde das durchgehen, hieß es danach wieder in unserem derzeit üblichen Anti-EU-Geschrei, dass die böse EU im stillen Kämmerchen irgendwelche noch böseren selbst ausgedachten Verordnungen erlässt. Letztendlich wäre wieder die EU schuldig, weil sie ja über alles drüberfährt,das seh ich von populistischen Seiten schon wieder schreien hören :rolleyes:

Zum eigentlichen Anliegen:

Einen "Zwang" finde ich immer schlecht. Auf der anderen Seite wäre es besser als wie wenn es dann "UKW-Flecken" geben würde (Österreich wird wohl auch 2050 kein DAB+ haben dank ORF und Politik :D ).
Letztendlich denke ich aber, dass ein Zwang eher kontraproduktiv ist. Die Medienpolitik ist etwas sehr heikles und sensibles und ob da alle Länder mitspielen wage ich zu bezweifeln.


Ich denke nicht, dass sie damit durchkommen, da viele Länder, auch innerhalb der EBU, sicherlich dagegen sind. Aber offen ist alles, wenn sich die stärkeren durchsetzen.

Wie auch immer, DAB+ Förderung ja, aber verpflichtend muss man ja derzeit noch nichts veranlassen.

von RTL 102.5 Fan - am 28.02.2013 20:03
Das Thema hatten wir letzte Woche ab hier gehabt:

radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1103272,1103272,page=17#msg-1109547

Zugegebenermaßen nicht so leicht zu finden, falls man den Thread nicht verfolgte. Steht aber schon einiges drin.

von CBS - am 28.02.2013 20:29
Wie schon oft erwähnt, finde ich, dass im 21. Jahrhundert nichts dagegen spricht, auch den analogen, energiehungrigen Hörfunk zu digitalisieren. Während ich vor ein paar Monaten noch für eine klare Abschaltung war, finde ich mittlerweile, dass man doch wenigstens in sämtliche neu produzierten Geräte einen mehrnormfähigen Chip (DRM+, DAB+, Internet und UKW) verpflichtend einbauen sollte, damit man wenigstens irgendwann bedenkenlos den "Switch-over" (wie die Briten so schön sagen) vollziehen kann.

DAB+ - Radios finden ihre Käufer und Länder wie UK, CH, DK, N usw. machen vor, wie es geht. Man könnte schon längst viel weiter sein, wenn die Platzhirsche nicht bewusst DAB+ torpedieren würden. Die Aussagen des VPRT, dass man doch bitte den freien Markt entscheiden lassen sollte, widersprechen der eigenen Haltung bzgl. DAB+. Denn man fürchtet Hörer an die Konkurrenz zu verlieren und mit dem DAB+ - Boykott ist man somit gleichzeitig gegen den freien Markt.

Aber wie dem auch sei. Bevor wieder eine Diskussion entsteht, die auszuarten droht, belasse ich es jetzt bei dem Geschriebenen.

von PEQsche - am 28.02.2013 20:48
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