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DAB Digitalradio Forum
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vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 4 Monaten
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PEQsche, drahtlos, Zwölf, Aquarium, DigiAndi, DX OberTShausen, Georg A., DX-Matze, pg09, fn1107

DAB - DXen im Flugzeug

Startbeitrag von PEQsche am 17.05.2013 21:38

Dachte ich mache mal einen Thread zu o.g. Thema auf.

Diese Woche war ich dienstlich Berlin und hatte natürlich auch mein Philips DA9011 Poketradio dabei. Neben dem Zweck in Berlin mal wieder etwas in die Radiolandschaft zu schnuppern, kam ich auf dem Rückflug (Berlin - Saarbrücken) auf die Idee, in 8km Höhe mal zu testen, was alles so (brauchbar) reinkommt.

Nicht zuletzt deshalb, weil man auf dieser Strecke viele verschiedene Empfangsgebiete wie die des RBB, MDR, HR, SWR und SR sowie Privatmuxxe direkt überfliegt. Da ich in der Kürze der Zeit (Nur 1 Stunde Flugzeit) natürlich nicht alle Muxxe ausführlich testen kann, hab ich mich zunächst auf folgende Muxxe festgelegt, die ich primär testen wollte:

Bundesmuxx, RBB sowie die zwei anderen Berliner Muxxe.

Was ich beobachtet habe, war ziemlich erstaunlich:

Nach dem Ende des Startvorgangs, während dem darum gebeten wird, sämtliche elektronische Geräte auszuschalten, habe ich dann mal mein Radio rausgekramt und mit den Berliner Muxxen begonnen. Die Reichweite ist echt erstaunlich. Anfangs konnte man lange Zeit aussetzerfrei hören, später natürlich nicht mehr. Letzte Fetzen konnte man bis ca. Höhe Mainz/Wiesbaden und damit wohl mehr als 500km vom Alexanderplatz weg empfangen. Eine sehr erstaunliche Reichweite.

Den Bundesmuxx konnte man nahezu komplett knicken. Zwar nahezu bundesweit ausgebaut, war ein Empfang aufgrund der Tatsache, dass man wohl zig Senderstandorte empfängt, nicht möglich, da das SFN in einer solchen Höhe nicht mal mehr ansatzweise in der Spur läuft.

Hab immer wieder mal zwischen den Muxxen hin und hergeschaltet.

Der dickste Hammer war wohl, dass man über Thûringen/Hessen bis fast 80km vor Saarbrûcken und nahezu aussetzerfrei den 7D aus der Schweiz aufnehmen konnte. Dies dürfte wohl dem lt. Ukwtv 28,5 KW starken Säntis geschuldet sein. Erst kurz vorm Landeanflug und mit sinkender Höhe war er schließlich verschwunden.

Ansonsten waren auch der 11C, 12D aus Bayern, der 11B aus BW, sowie die MDR, HR und der 11B aus RLP einlesbar und teilweise wiedergabefähig.

War mal ganz interessant sowas zu testen.

Der genaue Standort konnte man über die Bildschirme immer gut erkennen. UKW-Empfang konnte man nahezu vergessen. Entweder war alles stark verrauscht oder man hat den Empfangsbereich eines UKW-Senders innerhalb weniger Minuten wieder verlassen bei über 700km/h Geschwindigkeit.

Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, kann es ja hier posten.


Edit:
Was mir aufgefallen ist: Wenn der BM doch mal empfangbar war, waren hierfür komischerweise 7-8 Balken erforderlich. Also sogar 3 über der Grasnarbe. Beim schweizer 7D haben 2-3 Balken (und somit 1-2 unter der Grasnarbe) für eine Wiedergabe ausgereicht.
Womit hängt das zusammen? Benutzen die Schweizer einen anderen Fehlerschutz?

Antworten:

Beim 7D wundert es mich kein bisschen, kommt ja hier vor der hessichen Grenze als Normalempfang auf exponierten Höhen an. :)

von DX-Matze - am 17.05.2013 22:12
Danke für den interessanten Bericht.

7D Schweiz hat noch den Vorteil dass er auf 2500m nach Norden sendet und er mit dieser Alleinstellung gegenüber den anderen 7D Sender vermutlich weniger SFN Probleme macht.

Alle Schweizer haben EEP-3A als Fehlerschutz, nichts aussergewöhnliches.

Nebenbei: Es gibt bereits einen Thread mit dem Titel: DAB-Empfang im Flugzeug ....

von drahtlos - am 17.05.2013 22:25
Danke für den Hinweis. Hatte auch nach einem gesucht, aber keinen Thread gefunden. Vlt. auch einfach nur übersehen.

von PEQsche - am 17.05.2013 22:41
DAB-DX im Flugzeug ist in der Tat recht interessant, ich hatte auf nem Flug nach London auch mal zahlreiche englische Ensembles empfangen. Ein Gleichwellennetz scheint da allerdings wirklich extrem nachteilig zu sein, den Bundesmuxx habe ich im Flugzeug ebenfalls noch nie empfangen können, dafür aber z.B. das Rheinland-Pfalz Ensemble.

UKW kann durchaus auch interessant sein, zumindest ich hab hier auch Erfahrungen mit recht langanhaltenden Empfängen gemacht. Das DA9011 scheint da aber irgendwie Probleme zu haben, den hatte ich letztens auf nem Flug von den Kanaren in Gebrauch und das hat auch irgendwie nicht so viel rausgeholt wie andere Geräte, obwohl der Empfang von dem Teil normalerweise gar nicht mal schlecht ist.

von pg09 - am 17.05.2013 23:37
> Wenn der BM doch mal empfangbar war, waren hierfür komischerweise 7-8 Balken erforderlich.

Was kein Wunder ist. Der Dopplereffekt würde bei einem(1) Sender von der Carrier-Recovery vollständig ausgebügelt. Wenn ich mich nicht ganz verrechnet habe, müssten das bei 700km/h und 200MHz Maximum knapp 700Hz Verschiebung sein, ausgleichen kann man aber problemlos einige 10kHz. Bei einem SFN verschiebt sich das aber anhängig von der Position der Sender, d.h. die Einzelträger werden breiter. Transmissionmode 1 hat 1kHz Trägerabstand. Wenn man genau auf der Linie zweier Sender fliegt, überlagern sich damit zwei nebeneinanderliegende Träger total. (einer +700, einer -700). Damit hat sich das O von OFDM völlig aufgelöst ;)

Es stört nur dann nicht so, wenn ein Sender deutlich stärker als der Rest ist. Dieser Rest fällt dann nur als starkes Rauschen auf und versaut das SNR...

von Georg A. - am 17.05.2013 23:55
Zitat
Georg A.
> Wenn der BM doch mal empfangbar war, waren hierfür komischerweise 7-8 Balken erforderlich.

Was kein Wunder ist. Der Dopplereffekt würde bei einem(1) Sender von der Carrier-Recovery vollständig ausgebügelt.
Wenn ich mich nicht ganz verrechnet habe, müssten das bei 700km/h und 200MHz Maximum knapp 700Hz Verschiebung sein, ausgleichen kann man aber problemlos einige 10kHz. Bei einem SFN verschiebt sich das aber anhängig von der Position der Sender, d.h. die Einzelträger werden breiter. Transmissionmode 1 hat 1kHz Trägerabstand. Wenn man genau auf der Linie zweier Sender fliegt, überlagern sich damit zwei nebeneinanderliegende Träger total. (einer +700, einer -700). Damit hat sich das O von OFDM völlig aufgelöst ;)

Es stört nur dann nicht so, wenn ein Sender deutlich stärker als der Rest ist. Dieser Rest fällt dann nur als starkes Rauschen auf und versaut das SNR...


Damit dürfte genau das beim 7D und seinem 28,5 KW-Brüller der Fall gewesen sein ;). Bzw. auch der Alexanderplatz bei den Berlinern.

Danke für die ausführliche Erklärung. War echt mal ganz interessant, das ganze zu testen.

von PEQsche - am 18.05.2013 09:06
Ich habe ähnliche Erfahrungen auf einem Flug nach London gemacht. Große SFNs kann man vergessen, einzelne Sender kann man hingegen sehr weit empfangen. Was man empfängt, hängt sehr stark davon ab, auf welcher Seite im Flugzeug man sitzt. Sehr gut und sehr lange ging auch der NDR (welcher Kanal hab ich jetzt vergessen), auch Belgien geht weit bis nach Deutschland.

von fn1107 - am 18.05.2013 10:41
Berlin über Mainz? Kaum zu glauben :eek:

von DX OberTShausen - am 18.05.2013 17:40
Solche traumhaften Reichweiten muss man genießen, solange DAB+ noch nicht den Durchbruch geschafft hat; danach wirds wohl selbst bei Regionalmuxen so von Gleichkanalsstörungen wimmeln dass man brauchbaren Empfang vergessen können wird.

von Zwölf - am 18.05.2013 18:36
Zitat
DX Obertshausen
Berlin über Mainz? Kaum zu glauben :eek:


Also zu 100% sicher bin ich mir nicht, aber auf der Karte hat man gesehen, dass der Flieger so ziemlich genau übers Rhein-Main-Gebiet geflogen ist. Mehr als geschätzte 20-30km Abweichung von MZ / WI / F waren das sicher nicht. Jedenfalls ging es über Gebiete mit sehr starker indoor-Abdeckung.

In etwa so, als würde man auf der Empfangskarte von digitalradio.de das Lineal an den Punkten Saarbrücken und Berlin anlegen und daraus eine ganz minimale Kurve, die nach unten geht, formen.

von PEQsche - am 18.05.2013 19:37
Ja, DAB-DX im Flugzeug ist in der Tat sehr interessant.
Ich hatte auf meinem letzten Flug von München nach Berlin 7D vom Säntis ungefähr bis Höhe Nürnberg, dort wurde er dann fast nahtlos von 7D Berlin abgelöst. ;)

von DigiAndi - am 18.05.2013 20:55
Sorry für das Ausgraben dieses Threads:

Beim durchstöbern meiner Festplatte habe ich noch folgende (kurze) Aufnahme von letztem Jahr gefunden. Flug von Mallorca zurück nach Köln/Bonn - über dem Saarland dann Empfang des Bundesmuxes im Flugzeug.

Der Empfang war vor der Aufnahme über mehrere Minuten stabil!

Clip

von Aquarium - am 15.06.2013 15:57
Suchlauf im Flugzeug bei einem Flug von IBIZA nach Norden über der Region Chambéry bis Genfersee:

SMC_D02:
18 Programme

DAB+ RAI:
10 Programme

SRG SSR D01:
15 Programme

insgesamt also 43 Programme (mit Audio, jedoch wegen der Antenne auch mit Unterbrüchen)

Dies mit einem bekannterweise tauben Cowon D2 und einer Ohrhörer-Antenne!
Audio war bereits weiter südlich vom Westschweizer Ensemble ohne Probleme zu aufzunehmen.

Ein neuerlicher Suchlauf löschte mir dann leider dieses F02 Ensemble, da ich mich auf der
rechten Seite des Flugzeuges befand und die Sender dieses Ensembles links vom Flugzeug waren.

Ich meine - mit dem iRiver B20 und der eingebauten kleinen Teleskop-Antenne hätte ich noch
mehr empfangen können, möglicherweise mehr aus Italien oder event. etwas früher auch von MONACO / NIZZA.

von drahtlos - am 18.10.2014 13:28
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