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DAB Digitalradio Forum
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[DAB+] Ballungsraum-Muxx - mögliches Szenario

Startbeitrag von Ihre Majestät am 21.05.2013 07:51

Eventuell gibt es irgendwann neben dem Bundesmuxx auch einen Ballungsraum-Muxx.Ich habe mit mal Gedanken gemacht, wie ein solcher aufgebaut werden kann, so dass es finanziell erträglich ist und auch viele potenzielle Veranstalter anlocken könnte. Dabei gebe es ein dreistufiges Ausbauszenario.

Stufe 1 (ab 2014): Die 10 größten Städte

Sendestandorte:

Berlin-Alexanderplatz 10 kW
Hamburg (Heinrich-Hertz-Turm) 10 kW
München (Olympiaturm ) 10 kW
Köln (Colonius) 10 kW
Frankfurt (Europaturm) 5 kW
Großer Feldberg/Taunus 5 kW
Stuttgart-Frauenkopf 10 kW
Düsseldorf (Rheinturm) 10 kW
Langenberg 10 kW
Bremen (Walle) 10 kW
Dortmund (Florian) 10 kW

Stufe 2 (ab 2015): Die nächsten 10 Städte plus zusammenhängende Ballungsräume

Leipzig 10 kW
Dresden 10 kW
Hannover 10 kW
Nürnberg 10 kW
Bonn 10 kW
Bielefeld 10 kW
Heidelberg 10 kW
Mainz-Kastel 10 kW
Saarbrücken 10 kW

Stufe 3 (ab 2016, Endausbau): Die nächsten 10 Städte

Augsburg 10 kW
Aachen 5 kW
Braunschweig 10 kW
Chemnitz 10 kW
Kiel 10 kW
Halle/Saale 10 kW
Magdeburg 10 kW
Lübeck 10 kW
Weimar 10 kW
Rostock 10 kW

Damit hätten wir 30 Sendestandorte im Endausbau. Man könnte sich nun mal die Kosten zur Verbreitung ausrechnen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Der Muxx wird ja auf unterschiedlichen Kanälen gesendet. Eventuell können neben zehn bundesweiten auch fünf regionale Lizenzen vergeben werden, oder einigen Veranstaltern wird so ermöglicht nur gewisse Gebiete auszustrahlen. Wer nur an Berlin, Hamburg und München interessiert ist, könnte hier on Air gehen.

von Ihre Majestät - am 21.05.2013 08:09
Im Prinzip gut. Ich würde es ein wenig verfeinern. 10 kW sind in Augsburg oder Kastel z.B. nicht wirklich nötig. Da würde ich lieber noch - in einer 4. und vielleicht fakultativen Ausbaustufe - Standorte wie Ulm und Würzburg sehen, um Lücken auf wichtigen Autobahnen zwischen den Ballungsräumen zu vermeiden.

von DH0GHU - am 21.05.2013 08:19
wie gesagt....ich halte das von Majestät vorgeschlagene Ausbauszenario für machbar.
Die spannende Frage bleibt,welche potenziellen Programmveranstalter ihr Interesse für so einen Ballungsraum- Muxx bekunden würden.
Aber bitte nur keine "Flucht" aus dem Bundesmuxx.;-)

von Skeletor - am 21.05.2013 08:24
Ich gebe dem keine Chance da eben alle beteiligten Bundeslaender dem Vorhaben zustimmen muessten. Diese aber haben dann eh Lokalmuxe in den genannten Staedten on Air und werden selbst die Kontrolle darueber behalten wollen welche Programme in ihrem Sendegebiet funken duerfen.
Ein Bundesmux2 ist da rechtlich sicher einfacher durchzusetzen aber wohl auch dann wieder nur mit den derzeitigen fuer den BMux1 geltenden zu erfuellenden Auflagen der ZAK zur In Door Versorgung der Bevoelkerung deutschlandweit. Im Prinzip waere ein Ballungraum Mux ein Bundesmux ohne eben diese Auflagen.

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 09:11
Halte ich auch für möglich, wenngleich ich 10 KW auch für zuviel halte. In NRW würde auch 5 reichen und in Bremen und Stuttgart ebenfalls. Falls Köln kommt, braucht es Bonn nicht noch extra. KW.

War für einen Ballungsraum soll denn bitte Bielefeld versorgen? :confused:

von zerobase now - am 21.05.2013 09:35
BI 324 Tsd.
GT 355 Tsd.
HF 248 Tsd.
LIP 349 Tsd. (teilweise)
-----------------------------------
über 1 Mio.

von Manfred Z - am 21.05.2013 09:43
5kW in Bremen wäre auch etwas knapp, wenn von dem winzigen Turm in Walle gesendet wird. Kämen die von der Steinkimmener Mastspitze würde das aber ausreichen für die Region.

von iro - am 21.05.2013 09:53
Zitat
Nordlicht2
Ich gebe dem keine Chance da eben alle beteiligten Bundeslaender dem Vorhaben zustimmen muessten. Diese aber haben dann eh Lokalmuxe in den genannten Staedten on Air und werden selbst die Kontrolle darueber behalten wollen welche Programme in ihrem Sendegebiet funken duerfen.
Ein Bundesmux2 ist da rechtlich sicher einfacher durchzusetzen aber wohl auch dann wieder nur mit den derzeitigen fuer den BMux1 geltenden zu erfuellenden Auflagen der ZAK zur In Door Versorgung der Bevoelkerung deutschlandweit. Im Prinzip waere ein Ballungraum Mux ein Bundesmux ohne eben diese Auflagen.


Man könnte doch einen solchen Ballungsraummuxx offiziell als 2. Bundesmuxx laufen lassen, und den Ausbau zunächst auf von Ihrer Majestät genannten Standorte begrenzen.

Vorteil wäre, dass man in ein paar Jahren, sollten die Verkaufszahlen besser als erwartet zulegen und die beteiligten Sender einverstanden sein, immer noch bundesweit ausbauen könnte.

von PEQsche - am 21.05.2013 09:55
Welche Entfernung muss denn Bremen Walle schaffen?


Einen BMux als Ballungsraum Mux laufen lassen geht nicht, weil dann die Auflagen der ZAK nicht erfuellt werden. Darum sendet der BMux1 z.B. auch in Schwerin.

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 09:56
Zitat
zerobase now
Halte ich auch für möglich, wenngleich ich 10 KW auch für zuviel halte. In NRW würde auch 5 reichen und in Bremen und Stuttgart ebenfalls. Falls Köln kommt, braucht es Bonn nicht noch extra. KW.


Würde diese Kilowatt-Fuchserei den Ballungsraum-Muxx wirklich um soviel finanziell günstiger machen,dass letztendlich davon ein Veranstalter Interesse abhängt ?
Man sollte dem Hörer bei DAB+ nicht auf Dauer einen großen Antennenaufwand zumuten,wenn man eine Alternative zu mobilem Internetradio sein will;-)

von Skeletor - am 21.05.2013 09:57
Einen grossen Antenneaufwand fuer DAB+ betreiben wohl nur DX Freaks und das selbst von denen hier im Forum nur sehr wenige. Fuer die 'Normalos" gehts mit der Wurfantenne oder das Geraet geht zurueck zum Haendler.

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 10:01
Zitat
Nordlicht2
Einen grossen Antenneaufwand fuer DAB+ betreiben wohl nur DX Freaks und das selbst von denen hier im Forum nur sehr wenige. Fuer die 'Normalos" gehts mit der Wurfantenne oder das Geraet geht zurueck zum Haendler.


So isses. Ein Radio muss dort funktionieren, wo man es hinstellt. Die Mühe mit Wurf- oder Teleskopantenne zu spielen betreibt kein Otto Normalo. Ebenso wenig wie eine Standortänderung des Radios, etwa weiter Richtung Fenster. Diese Erfahrung habe ich schon sehr oft gemacht.

von Ihre Majestät - am 21.05.2013 10:16
Zitat
Ihre Majestät
Zitat
Nordlicht2
Einen grossen Antenneaufwand fuer DAB+ betreiben wohl nur DX Freaks und das selbst von denen hier im Forum nur sehr wenige. Fuer die 'Normalos" gehts mit der Wurfantenne oder das Geraet geht zurueck zum Haendler.


So isses. Ein Radio muss dort funktionieren, wo man es hinstellt. Die Mühe mit Wurf- oder Teleskopantenne zu spielen betreibt kein Oto Normalo. Ebenso wenig wie eine Standortänderung des Radios, etwa weiter Richtung Fenster. Diese Erfahrung habe ich schon sehr oft gemacht.


Genau...und das funktioniert natürlich nur,wenn man ein vernünftiges Netz hat,das nicht mit Kilowatt spart.
Alternative wäre nur ein engmaschiges Netz ähnlich Mobilfunk,aber wer könnte das bezahlen?

von Skeletor - am 21.05.2013 10:21
Neben Köln auch noch Bonn aber kein Freiburg oder Karlsruhe? Naja, ich glaube aber nicht dran, es würden eher Lokalmuxe auf Sendung gehen und man mietet sich dann dort ein, zusammen mit den UKW Privatplatzhirschen, falls sie endlich wollen würden.

von CBS - am 21.05.2013 10:31
@CBS: Nunja, wenn man jede Großstadt in D versorgen möchte, wirds gleich wieder zu teuer. Ich halte das majestätische Szenario schon für prinzipiell sinnvoll. Auch ich würde mir natürlich eine Versorgung der Rheinebene südlich KA wünschen, aber ob das wirtschaftlich tragfähig wäre?

Karlsruhe selbst wäre auf jeden Fall sinnvoll, wobei dort Heidelberg noch brauchbar ankommt.
Ein Stadtsender in Grünwettersbach sollte aber schon sein. Immerhin ist Karlsruhe unter den deutschen Großstädten auf Platz 21. Dazu kommt das dicht besiedelte Umland. Ein Sender in KA ist wesentlich profitabler als z.B. einer in Augsburg. Generell wird Bayern ein wenig überbewertet, da Bayern in der Regel sehr dünn besiedelt ist - schon die südlichen Umland-Landkreise von München sind dünner besiedelt als z.B. die Landkreise um KA:

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/archive/f/fd/20130426213701!Einwohnerdichte_Deutschland.png

Wirtschaftlich interessant ist somit also v.a. eine Versorgung der Millionenstädte, Rhein-Neckar incl. nordbadischer/pfälzer Rheinebene, Rhein-Main, Rhein-Ruhr.
Das wären die folgenden 15 Sendestandorte:
Berlin
Hamburg
Dortmund
Düsseldorf
Langenberg
Köln
Bonn
Frankfurt
Feldberg-TS
Mainz-Kastel
Heidelberg
Karlsruhe (oder Fremersberg)
Heilbronn
Stuttgart
München

Später noch die Großräume Hannover-Braunschweig-Wolfsburg, Nürnberg und Leipzig-Halle.

Anhand obiger Karte sieht man auch schön, warum es sich kaum wirtschaftlich rentieren dürfte, in bestimmten Gebieten zu senden....

von DH0GHU - am 21.05.2013 11:31
Für eine kostengünstige Versorgung von Großstädten ohne dicht besiedeltes Umland würden auch leistungsschwache Stadtsender ausreichen. Kleinere Großstädte wie Würzburg oder Chemnitz könnte man sicher auch mit 1 kW versorgen, selbst bei mittleren Großstädten wie Dresden, Leipzig oder Nürnberg könnte das reichen. Dresden war damals mit 1 kW auf 12A auch schon gut versorgt. Das geht dann halt nur noch in der Stadt und nicht mehr groß auf den Autobahnen und vielleicht nicht mehr in jedem Keller. Aber über UKW ist das ja auch nicht anders: Da gibt es auch leistungsschwache Sender, die nur Großstädte versorgen sollen, und selbst dort manchmal nur verrauscht gehen. In Großstädten ist eben das Angebot immer etwas größer. Solange es daneben noch die starken Grundnetzsender gibt, die eine flächendeckendes und lückenloses Grundangebot auch auf dem Land und auf den Autobahnen bereitstellen, finde ich das völlig legitim.

von fn1107 - am 21.05.2013 11:59
Die wird erst zum Problem, wenn der Sender zu weit entfernt ist. Ein dichtes landesweites Netz mit nur maximal 1-kW-Sendern wie im DAB-Altnetz ist natürlich kaum möglich, aber für die Versorgung im Radius von vielleicht 10 km rund um den Sender sollte das ausreichen, auch indoor.

von fn1107 - am 21.05.2013 12:17
Zitat
PEQsche
Nicht zu vergessen Saarbrücken ;)

Dann ist fast das ganze Saarland grad mitversorgt.


Das Saarland ist in einem Szenario wie eingangs beschrieben absolut uninteressant mit seiner ziemlich genau einen Million Einwohnern.

Zitat
fn1107
Die wird erst zum Problem, wenn der Sender zu weit entfernt ist. Ein dichtes landesweites Netz mit nur maximal 1-kW-Sendern wie im DAB-Altnetz ist natürlich kaum möglich, aber für die Versorgung im Radius von vielleicht 10 km rund um den Sender sollte das ausreichen, auch indoor.

Nö. In manchem Stahlbetonbunker sind z.B. in der Münchner Innenstadt sogar die 10 kW vom Olympiaturm recht knapp. Dort geht allerdings auch kein UKW.

von DH0GHU - am 21.05.2013 12:30
Das war mir klar, dass es hier nun wieder ein Wunschkonzert gibt. Der "Meschede-wäre-auch-toll"-Fraktion muss ich aber sagen, dass ein Ballungsraummuxx ein Ballungsraummuxx ist, weil ein Ballungsraum nun mal ein Ballungsraum ist. Und da stellt sich nur die Frage ob ein solcher Muxx die 20 oder 30 größten Städte Deutschlands umfasst. Und wer sich nun nochmal informieren will, wer darunter fällt kann das gerne hier tun:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Gro%C3%9Fst%C3%A4dte_in_Deutschland

Und hier liegt z.B. Saarbrücken nur an 43. Stelle.

von Ihre Majestät - am 21.05.2013 12:41
Saarbrücken darfst du nicht Solo sehen. Von Saarbrücken aus versorgst du mit einem Sender das ganze Saarland.

von Spacelab - am 21.05.2013 12:49
So isses, Spacelab.

Darüberhinaus hast du, Ihre Majestät, Saarbrücken selbst aufgeführt. Es ist nicht nur das ganze Saarland. Auch Teile der Westplalz (Zweibrücken, zum Teil auch Pirmasens und Kaiserslautern) werden im Zusammenspiel von SB und Kastel mitversorgt.

Dann dürfte man nämlich auch in Bremen (600tsd Einwohner) keinen Sender in Betrieb nehmen.

von PEQsche - am 21.05.2013 13:01
Zitat
Ihre Majestät
Das war mir klar, dass es hier nun wieder ein Wunschkonzert gibt. Der "Meschede-wäre-auch-toll"-Fraktion muss ich aber sagen, dass ein Ballungsraummuxx ein Ballungsraummuxx ist, weil ein Ballungsraum nun mal ein Ballungsraum ist. Und da stellt sich nur die Frage ob ein solcher Muxx die 20 oder 30 größten Städte Deutschlands umfasst. Und wer sich nun nochmal informieren will, wer darunter fällt kann das gerne hier tun:


Und wer hat hier jetzt Meschede ins Spiel gebracht ?;-)

Vielleicht sollte man im Vorfeld an einem runden Tisch mit möglichen Programmveranstaltern mal abklären, welche Ballungsräume in Frage kommen. bzw welche Kosten man stemmen kann.
Ansonsten ist deine Auflistung im Anfangsposting gar nicht so schlecht:-)

von Skeletor - am 21.05.2013 13:02
Zitat
Ihre Majestät
Und da stellt sich nur die Frage ob ein solcher Muxx die 20 oder 30 größten Städte Deutschlands umfasst.

Exakt. Wenn man jetzt jede Kleinstadt und diverse andere Ecken dazunimmt, wird der Kostenvorteil,
den ein Ballungsraummux gegenüber einem Bundesmux hat auch wieder zunichte gemacht.
Der Sinn eines Ballungsraummuxes besteht eben gerade darin, mit möglichst wenig Sendern
möglichst viele Hörer zu erreichen. Sprich - das möglichst optimale Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erzielen.
Und das erreicht man eben nicht, wenn man gleich wieder die ganze Republik mit Sendern zupflastert.

von Nohab - am 21.05.2013 13:03
Zitat
DH0GHU
In manchem Stahlbetonbunker sind z.B. in der Münchner Innenstadt sogar die 10 kW vom Olympiaturm recht knapp. Dort geht allerdings auch kein UKW.


Dort hat man dann Pech. Das ist eben dann der Kompromiss, den ein solcher Ballungsraummux mit sich bringt. Wie du sagst, ist bei UKW ja auch nicht anders.

von fn1107 - am 21.05.2013 13:11
Zitat
Ihre Majestät
Das war mir klar, dass es hier nun wieder ein Wunschkonzert gibt.

Du darfst halt nicht nach den Hunden rufen und dich dann wundern wenn sie kommen.

von Spacelab - am 21.05.2013 13:12
"Saarbrücken darfst du nicht Solo sehen..."

Eben, und der Sender Bielefeld z.B. versorgt weit mehr Menschen in Deutschland, als das Saarland Einwohner hat (die Hörer in Lothringen zählen für die Werbewirtschaft nicht).

Bei Bielefeld kommt dann noch die günstige Lage im Netz dazu (Netzschluss zw. DO und H), während das Saarland eine Randlage hat.

Beim 1. Bundesmux mussten auf Anordnung der Ministerpräsidentenkonferenz alle Landeshauptstädte mit Priorität versorgt werden. Das würde bei weiteren Muxen nicht mehr gelten, wenn man diese privat als Plattformbetrieb organisierte. Da hätten dann auch die Landesmedienanstalten bzw. die ZAK nichts mitzubestimmen.

Aber vor der IFA 2014 sehe ich da nichts kommen.

von Manfred Z - am 21.05.2013 13:18
Billig wird es in Staedten, wo der Sender ungefaehr in der Mitte der Stadt steht und die Stadt von der Ausdehnung nicht allzu gross ist. Z.B. eben Bremen oder sogar auch Hamburg. Da kommt man zur Not dann auch mit weniger als 10kW aus um dennoch 0,5 bis 1,5 Millionen mit nur einem Sender In Door tauglich zu versorgen.

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 13:21
Man darf halt nicht einfach nur die Wikipedia Großstadtliste als Basis nehmen. So einfach ist das alles dann doch wieder nicht. ;-) Gerade für die Werbewirtschaft dürfte die Kaufkraft in Gebiet X interessanter sein als trockene Einwohnerzahlen.

von Spacelab - am 21.05.2013 13:23
Und da Radiowerbung stärker regional ist, braucht die Werbewirtschaft keinen zweiten bundesweit einheitlichen Mux mit einheitlicher Werbung.

von Manfred Z - am 21.05.2013 13:31
Es wäre vielleicht besser erst einmal den Bundesmuxx flächendeckend auszubauen, bevor man über einen 2. oder 3. bundesweiten Muxx diskutiert. Die ganzen Spekulationen und Wunschkonzerte sind zwar amüsant, wirklich helfen tun sie aber nicht. In vielen Regionen Deutschlands ist überhaupt kein DAB+ Empfang möglich, und da diskutiert man schon über den nächsten Großstadtmuxx. Der Sinn solcher Spekulationen erschließt sich mir nicht.

Im Übrigen versorgt Saarbrücken noch nicht einmal das ganze Saarland, auch nicht mobil. Würde also für einen reinen Ballungsraummuxx, falls es den tatsächlich einmal geben sollte, kaum infrage kommen.

von Hunsrücker - am 21.05.2013 13:37
@Hunsrücker

Ja, der aller äußerste Norden und Nordosten ist nicht besonders gut abgedeckt, auch nicht das Moseltal. In Richtung Westen (ZW, PS und KL) geht der Schoksberg aber doch ziemlich gut. Ebenfalls Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen haben eine super Abdeckung.

Von daher kann man mit einem 5KW-Sender, der das Kernsaarland und damit die meisten Einwohner erreicht, nicht allzu viel falsch machen. Wären dann zwar auch "nur" ca. 0,7 Millionen Einwohner, aber konsequenterweise dürfte man in Bremen dann auch keinen Sender aufstellen. Dort erreicht man auch nicht mehr Leute.

Wie gesagt, es spricht doch eh nix dagegen, diesen Ballungsraummuxx offiziell als zweiter BM laufen zu lassen, der zwar zunächst auf Ballungsräume beschränkt ist, aber im Fall einer guten Verkaufszahlentwicklung immer noch bundesweit ausgebaut werden kann, sollten die beteiligten Sender einverstanden sein.

von PEQsche - am 21.05.2013 14:08
Hier will halt jeder gerne, dass er selber einen BMux2 oder Ballungsraummux auch empfangen kann. Diejenigen, die noch gar kein DAB+ Empfang haben sind hier verstaendlicherweise kaum in den vielen DAB Threads vertreten.

Werbung im TV ist auch fast ausschliesslich ueberregional.

Die wuensch dir was Spekulation an sich wurde mal wieder losgetreten von...???

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 15:39
Es wird bei DAB+ kommen wie bei DVB-T, halb Deutschland fällt hinten runter weil sie zu unattraktiv für die werbefinanzierten Programme sind und es kaum ÖR-only Muxxe gibt, da dies politisch nicht gewollt ist. In den Ballungsräumen gibt es schon jetzt ein gutes DAB+ Angebot, in weiten Teilen Deutschlands hingegen ist überhaupt kein Empfang möglich. :-(

Das soll jetzt bitte nicht als Beitrag zu einer Pro/Contra Diskussion gesehen werden, sondern zu der Diskussion ob es wirklich sinnvoll ist solche ungleichen Verhältnisse in Deutschland entstehen zu lassen.

Ohne die Berücksichtigung der ländlichen Gegenden wird DAB+ nicht den Durchbruch schaffen.

von Hunsrücker - am 21.05.2013 16:14
Apropos ländliche, aber dennoch dichtbevölkerte Gegenden: Die Landkreise Konstanz und Bodenseekreis gehören gemäss der von DH0GHU geposteten Wikipedia-Karte zu den dichtbevölkersten Regionen Deutschlands, jedenfalls gibts z.B. in Sachsen und in Thüringen keine Region, die dichter bevölkert ist. In diesen beiden Kreisen leben immerhin 500'000 Menschen, die bislang nicht mal vom ersten Bundesmux erreicht werden. Da könnten kommerzielle Programme viel Geld verdienen, wenn man diese Kreise besenden würde.

von dxbruelhart - am 21.05.2013 16:22
Zitat
Manfred Z
BI 324 Tsd.
GT 355 Tsd.
HF 248 Tsd.
LIP 349 Tsd. (teilweise)
-----------------------------------
über 1 Mio.


Dazu noch Paderborn,Lippstadt usw...Es sind weit über eine Million die sich von der Hünenburg aus versorgen lassen.

von Hallenser - am 21.05.2013 16:37
Zitat
Hunsrücker
in weiten Teilen Deutschlands hingegen ist überhaupt kein Empfang möglich. :-(


Also ganz so pessimistisch würde ich das jetzt nicht sehen, aber es stimmt natürlich schon, dass da in den nächsten Jahren noch einiges an Aufbauarbeit nötig ist. Wobei natürlich auch gerade bei DAB immer die Kosten/Nutzen Relation gesehen werden muss. Es nützt doch niemanden was, wenn man jetzt auf Teufel komm raus ausbaut und im nächsten Jahr der Bundesmuxx dann leer ist, weil sich das keiner mehr leisten kann/ will.

von zerobase now - am 21.05.2013 16:42
Und auch eine Idee, wie man das mit wenig Senderstandorten lösen könnte: Nun wirklich mal hoch auf die Berge, ein nicht so dichtes Netz, aber mit hohen Sendeleistungen (je nach Erfordernis bis 100 kW), dafür mit 2 Frequenzen/Kanälen, um direkt benachbarte Stationen nicht gegen stören zu lassen, also für Bayern z.B. nur Zugspitze und Ochsenkopf, für Baden-Württemberg Säntis(!) und Hornisgrinde, plus ein schwacher Sender für Stuttgart-Stadt (Münster?), in Hessen Grosser Feldberg, Hoher Meissner, NRW wird mit Nordhelle, Teutoburger Wald-Bielstein und Wesel versorgen etc.
Das könnte weit mehr Hörer erreichen, und kostet letztlich weit weniger als ein Sendernetz mit Stadtsenderstandorten.
Dies ist natürlich kein vollständiges Netz, und da und dort braucht es auch Füllsender, die könnten aber mit wenig Leistung, z.B. 50W betrieben werden, um kleine Lücken auszuleuchten.

von dxbruelhart - am 21.05.2013 16:45
2 Sender mit 100 KW sind aber wahrscheinlich teuer als z.b. 10 Sender mit 10 KW. Ich glaube auch persönlich nicht, dass man mit nur 2 Sendern ein ganzes Bundesland versorgen kann. Wenn man doch wieder Füllsender braucht wird das am Ende genauso teuer, wenn nicht teurer, wie eine Senderkette mit 10 oder 15 Sendern. Die Erfahrung zeigt doch auch, dass gerade in Gebieten mit schwieriger Topograhie mehrere Sender besser sind, als ein Megawatt-Brutzler.

von zerobase now - am 21.05.2013 16:49
Das Problem ist die schlechte Durchdringung der VHF Frequenzen durch Haeuserwaende. Hab ich bei Ueberreichweite mal Kiel mit Vollauschlag an der Dachbodenantene und mit Teleskop am Dachfenster, dann ist in der Wohnung gerade mal an einigen Stellen guter Empfang. Besonders krass ist das bei Steinkimmen 12A zu beobachten. Da ist schon wenige Meter hinter der Balkontuer schluss wenn an dieser selber noch 6/16 Balken sind. Hinzu kommt dann noch die schlechte Beugung der VHF Wellen an der Erdkruemmung. Ab 30km Entfernung sind auch hohe Sendemasten hinterm Berg verschwunden und danach nimmt der Pegel sehr schnell ab, deutlich mehr als 10dB bei Verdopplung der Entfernung. 10kW auf 40km am Auto noch Vollauschlag und bei 70km oft kaum noch aussetzerfrei hoerbar.
Das bekommt man beides nur durch Sender in geringer Entfernung zur Wohnung ueberbrueckt. Da aendern die nur 10dB mehr bei 100kW dann auch nicht so viel ausser, dass die bei Ueberreichweiten viel zu weit kommen und dann sogar in Nachbarlaendern stoeren.

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 18:56
Standorte wie Zugspitze, Säntis, Hornisgrinde, Ochsenkopf und Nordhelle sind viel zu weit von den Zentren der Ballungsräume entfernt. Selbst wenn wir obige Feldstärke-Abschläge bei nichtdirekter Sicht nicht hätten (Die Zugspitze z.B. ist tatsächlich sehr weit - viel weiter als 30 km - sichtbar):
10 kW aus 30 km Entfernung bringen bei direkter Sicht zum Sender den gleichen Pegel wie 100 kW aus knapp 100 km Entfernung.

Anders gesagt: 1 kW vom Olympiaturm bringen in großen Teilen Münchens so viel Pegel wie 100 kW von der Zugspitze.

von DH0GHU - am 21.05.2013 19:02
Nur mit 100kW Sendern hast du bei DAB+ beim kleinsten Rückenwind Überreichweiten die dir das ganze SFN kaputt feuern.

von Spacelab - am 21.05.2013 19:05
DAB-Sender mit 100 kW sind nach dem Plan GE06 und den den Regeln des Abkommens GE06 gar nicht genehmigungsfähig. Ein DVB-T-Assignment mit max. 25 kW (wie in Mitteleuropa üblich) kann auch nicht in vier DAB-Assignments zu 25 kW umgewandelt werden, weil dann die Störfeldstärke zu groß ist; die enge Wiederbelegung der Kanäle lässt das nicht zu. Von wenigen Ausnahmen abgesehen wird es deshalb nicht mehr als 10 kW pro Standort und Frequenzblock geben.

von Manfred Z - am 21.05.2013 19:30
Stimmt, das mit der Nachbarkanaltrennung ist auch noch zu beruecksichtigen. Ich bekomme hier in Hamburg 8km vom HH Turm entfernt, den Bremer 7B (oder auch den Berliner wenn er denn mal kommt) erst ab 4 Balken eingelesen und ab 5 Balken abgespielt. Normalerweise hat Bremen Dank des PL1 schon ab 1 Balken Audio. Wenn der 7A hier nun statt 1kW gleich 100kW haette, dann wuerde man 6D und 7B wohl erst in sehr grosser Entfernung zu Hamburg belegen koennen. Ich denke aber, oder hoffe, dass sich das in Zukunft empfaengerseitig noch etwas verbessern laest. Andernfalls bekomme ich spaeter Schwerin 11D neben Hamburg 11C auch mit Dachantenne kaum vernuenftig rein. Nun gut, das ist eh DXen.

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 20:06
Zitat

Stufe 1 (ab 2014): Die 10 größten Städte

Sendestandorte:

Berlin-Alexanderplatz 10 kW
Hamburg (Heinrich-Hertz-Turm) 10 kW
München (Olympiaturm ) 10 kW
Köln (Colonius) 10 kW
Frankfurt (Europaturm) 5 kW
Großer Feldberg/Taunus 5 kW
Stuttgart-Frauenkopf 10 kW
Düsseldorf (Rheinturm) 10 kW
Langenberg 10 kW
Bremen (Walle) 10 kW
Dortmund (Florian) 10 kW

Ich würde Gr. Feldberg/Ts. streichen, da es um Ballungsraum- oder Großstadtmux geht. Und -sicher weiß ich es aber nicht- auch D. Denn die NRW-Hauptstadt müsste doch von Langenberg aus versorgt sein (können).
Jedoch ist das ganze ohne H und zumindest DD (ggf. L) nicht realistisch.

Zitat
DH0GHU
Wirtschaftlich interessant ist somit also v.a. eine Versorgung der Millionenstädte, Rhein-Neckar incl. nordbadischer/pfälzer Rheinebene, Rhein-Main, Rhein-Ruhr.
Das wären die folgenden 15 Sendestandorte:
...
Heilbronn
...

Das klingt etwas nach Meschede ;-)

von Schwabinger - am 21.05.2013 20:23
Nun, Heilbronn habe ich nur deshalb aufgenommen, weil dadurch auch die wichtigste Verbindung zwischen den Metropolregionen Rhein-Neckar und Stuttgart abgedeckt wäre. Nicht zu vernachlässigen der nördliche Einzugsbereich von S. Heilbronn gehört ja auch ganz offiziell zur Metropolregion Stuttgart, somit zum Ballungsraum Stuttgart.
Du hast aber recht, essentiell wäre der Standort nicht.
Auf den Gr. Feldberg wiederum würde ich nicht verzichten - denn das Rhein-Main-Gebiet besteht aus mehr als nur Frankfurt, Wiesbaden und Mainz.
Die ganze Gegend ist sehr dicht besiedelt.

Man müßte mal die von mir verlinkte Karte und die Kaufkraftindex-Karte http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/54/Kaufkraft_Deutschland_2011.png kombinieren - quasi eine Karte "Kaufkraft pro Quadratkilometer" - das wäre der ideale Leitfaden für Startszenarien kommerzieller Multiplexe.

von DH0GHU - am 21.05.2013 21:09
Die Kaufkraftkarte gefaellt mir. Warum nur schalten die alle im armen unterdurchschnittlichen Berlin auf wo es eh schon zu viel Konkurenz auf UKW gibt. Die meisten Millionaere wohnen bekanntlich in Hamburg.:confused:
Also ein LuxRadio muss her.:cool:

von Nordlicht2 - am 21.05.2013 21:23
Naja Berlin hat halt viel freie Fequenzen durch die Teilung.

In Hamburg hat man zum Beispiel das Problem, dass man Frequenzen für dei Regionalprogramme aus SH und Niedersachsen braucht, während Berlin/Brandenburg miteinanderverwachsen ist, einzig das Stadtradio und Antenne Brandenburg sind spezifisch.
Die ganzen Privatsender nicht.

von Marcus. - am 21.05.2013 21:36
Wenn wir schon Karten der Bevölkerungsdichte und Kaufkraft in die Überlegungen mit einbeziehen, wo ein Ballungsraum-Mux sinnvoll wäre, möchte ich mich selbst von hier zitieren:

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,1021824,1050531#msg-1050531

Zitat
CBS
Wenn man nach Ballungsräumen geht, dann hilft vielleicht die Lichtverschmutzung zu analysieren. Wenn man davon ausgeht, dass dort, wo viele Menschen Leben, die Bebauung und somit Beleuchtung stark ist, dann kann man anhand dieser Karte:...

http://www.avex-asso.org/dossiers/pl/allemagne/zoom.html

...recht gut eruieren, wo es sich lohnt, zu senden, weil man dort viele potentielle Hörer erreichen kann. Wir wohnen zwar in einem recht dicht bebautem Gebiet, doch erstreckt sich dies größtenteils jenseits der deutschen Grenze. (Auf der Karte unten links Zürich mit Schweizer Mittelland und Basel). Leider wird dies somit bei einem evtl. Bundesmux2 uninteressant sein und es zu keinem Sender auf Chrischona oder in der Nähe kommen, :-( obschon entlang des Oberrheins eine urbane Bebauung herrscht.


Wenn man die Kaufkraft der Schweizer Einkaufstouristen mit einberechnet wäre ein Sender auf Chrischona oder Tüllinger Pflicht :D

von CBS - am 22.05.2013 05:14
Ein sinnvolles Ausbauszenario steht am Anfang dieses Threads.
Viel wichtiger wäre es,wenn sich im Vorfeld mal potenzielle Programmveranstalter zu solchen Plänen äussern würden.
Wenn sich letztendlich niemand dafür begeistern lässt,wird es sowieso keinen Ballungsraum-Muxx geben.

von Skeletor - am 22.05.2013 05:44
Ist eh nur interessant, wenn es auch einen groesseren Preisvorteil gegenueber einzelnen Lokalmuxaufschaltungen gibt. Wo die herkommen soll ist mir nicht ganz klar. Immerhin verliert man sehr viel Flexibilitaet. Nicht jedes Programmformat und auch nicht jede Moderation ist fuer jede Region in Deutschland geeignet. Der Vorteil liegt wohl eher darin auch in NRW senden zu duerfen.:D

von Nordlicht2 - am 22.05.2013 08:22
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