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Kein DAB+ in den USA?

Startbeitrag von DABplus+ am 09.07.2013 10:11

Ist DAB+ in den USA nicht geplant?

Die 50 interessantesten Antworten:

Die Amis haben ihr IBOC, auch als HD Radio bekannt. Wurde auch mal hierzulande und in der Schweiz getestet. Da kam man dann drauf, dass es für das zugemüllte UKW-Band in Europa nicht taugt.
Mahlzeit
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 09.07.2013 11:12
In den USA wird das VHF-Rundfunkband für TV-Ausstrahlungen benötigt, da dort größere Flächen mit TV versorgt werden müssen u. dafür eignet sich das VHF-Band besser als das UHF-Band.

Genau aus dem gleichen Grund wird in den USA auch Mittelwellenrundfunk noch deutlich stärker genutzt. Größere Reichweite.
Dazu kommt Pay-Radio über Satellit. SiriusXM

9 von 10 Sender werden in den USA von privaten bzw. kommerziellen Anbietern betrieben. Die sehen keinen Bedarf für das DAB System.

von Winnie2 - am 09.07.2013 11:35
Die USA haben zu viele UHF-Kanäle an den Mobilfunk abgegeben und brauchen daher das Band III und Band I für das Fernsehen. Das L-Band kann auch nicht verwendet werden wegen dem Militär. Eine Einführung von digitalem Radio ist damit in den USA quasi unmöglich.

von RheinMain701 - am 09.07.2013 11:50
Es ist geplant noch weitere UHF-Kanäle an den Mobilfunk abzugeben. In der Diskussion befindet sich der Bereich 614 bis 698 MHz. Räumung des VHF-Bandes zugunsten DAB+ ist in den USA absolut unrealistisch.

von Winnie2 - am 09.07.2013 12:19
Da kann man mal sehen wie viel Macht die Mobilfunker haben. Kaufen einfach Frequenzbereiche auf, um zu verhindern das sich neue Technik Einnistet. Vor 11 Jahren hatte man in unserem Dorf bekanntgemacht, dass ein Mobilfunkturm hier errichtet werden soll. Das fand unser Dorf gar nicht Lustig und wir sorgten für ordentlich Gegenwind, da die Strahlung von Handytürmen zu der zeit ja heftig Diskutiert wurde. Ende vom Lied ist, das das ,,Sendetürmchen´´ mit seinen 30 Metern jetzt munter vor sich hin Funkt.

von UKW vs. DAB+ - am 09.07.2013 13:00
Zitat

Da kann man mal sehen wie viel Macht die Mobilfunker haben. Kaufen einfach Frequenzbereiche auf, um zu verhindern das sich neue Technik Einnistet.
:bruell:

von iro - am 09.07.2013 13:03
Zitat
UKW vs. DAB+
Da kann man mal sehen wie viel Macht die Mobilfunker haben. Kaufen einfach Frequenzbereiche auf, um zu verhindern das sich neue Technik Einnistet.

Und wie lautet die logische Schlussfolgerung? Klar, der Mobilfunk muss verstaatlicht werden!

von RheinMain701 - am 09.07.2013 13:12
Zitat

Und wie lautet die logische Schlussfolgerung? Klar, der Mobilfunk muss verstaatlicht werden!

Gute Idee :D
Das könnte ja dann z.B. von einer sog. "Bundespost" gemacht werden.
Die Gesprächsminute gibt es dann schon ab 2 Euro, SMS für 1 Euro pro Stück, 1MB Daten ebenfalls für 1 Euro. Damit wäre den Staatsfinanzen sicher auch geholfen.
Selbstverständlich dürfen auch nur zertifizierte Endgeräte eingesetzt werden.

von iro - am 09.07.2013 13:25
Ja! Verstaatlichen wir den Mobilfunk, der Bundespostminister kommt zurück und die Bundespost mit ihren hoheitlichen Aufgaben wird wieder ins Leben gerufen :)


Statt SIM-Karten verfügen die Geräte dann über fest eingesetzte Lötbrücken, mit welchen werkseitig eine eindeutige Kennung festgelegt wird. Das Gehäuse ist verplombt, ein Öffnen bei Strafe verboten.

Einfache Geräte gibt es auf Mietbasis für 4,90 EUR monatlich, Komfort-Geräte ab 10,99 EUR im Monat.

Der Betrieb von privaten, aus dem Ausland importierten Geräten ohne Postzulassung ist nicht gestattet.

Verbindungen ins Internet sind mit einem RS232-Akkustikkoppler (Postzulassung) möglich. Ein USB-Akkustikkoppler befindet sich derzeit im Freigabeprozess. Auf Grund der erst kürzlichen Verfügbarkeit dieser neuen Schnittstellengeneration ist allerdings noch mit einer längeren Wartezeit zu rechnen.

Parallel wird auch die Einführung der neuen Schnittstelle "SchnimoDa" (Schnittstelle zur mobilen Datenübermittlung) vorbereitet. Steckkarten werden für den weit verbreiteten 16bit-ISA-Bus zur Verfügung gestellt werden. Ggf. werden zukünftig auch neuere Schnittstellen wie Vesa Local Bus oder PCI unterstützt, wenn die entsprechende Marktdurchdringung dies erforderlich macht. Unterstützt werden alle gängigen Betriebssysteme wie Windows 3.1, Windows 95 und OS/2 ab Version 3.0

Auf Mietbasis sind ebenfalls mobile BTX-Terminals mit stromsparenden monochrom-LCD-Display ( 10,2" ) erhältlich. Einmalpreis: 299,00EUR, monatliche Grundgebühr 29,99EUR.

Der Zugang ins weltweite Datennetz (www) kann für nur 15,90EUR monatlich seperat beantragt werden. Im Inklusivvolumen sind bis zu 100MB monatlich enthalten.

Gruß,

Wolfgang

von Wolfgang R - am 09.07.2013 13:49
Ich Tue das auch Skandalös finden, das für so ein quatsch wie Mobiles internet eine Große zukunftstechnologie wie DAbplus-+ Geopfert werden Tut. Mobilfunkmasten Verursachen Bekanntlich gehirnbrand!

von Alqaszar - am 09.07.2013 13:52
Zitat
UKW vs. DAB+
Da kann man mal sehen wie viel Macht die Mobilfunker haben.

Naja. In den USA werden die Frequenzen im UHF-Bereich genau aus dem gleichen Grund freigeräumt wie in Deutschland.
Das Hauptargument lautet: Verbesserung der Internetversorgung von abgelegenen ländlichen Gebieten. In den USA ist der Unterschied zwischen Stadt und Land z.T. noch größer als in Deutschland was die Versorgung mit Internet betrifft.
In manchen Gegenden darf man froh sein wenn man einen Strom- u. Telefonanschluss hat. Ausbau flächendeckend mit Glasfaser ist in den USA unrealistischer als in Deutschland. Dafür ist das Land einfach zu groß.

von Winnie2 - am 09.07.2013 14:09
Also wie ich es in Erinnerung hatte, war der Übergang auf Digital mit Hilfe der jetzt verkauften UHF Kanäle erfolgt. Auf den angestammten VHF Kanälen lief weiterhin das Analogprogramm und jede Station bekam einen weiteren kanal im UHF bereich, damit dort Digital gesendet wird. Das war vor über 10 Jahren. An mobiles Internet dachte man noch nicht. Der Übergang scheint abgeschlossen und die UHF Kanäle nicht mehr benötigt. Vielfalt gab es in den USA meist via Kabel, Sat kam erst später mit den kleinen Schüsseln dazu. Terrestrisch verlief und verläuft heute auch noch größtenteil die lokale Informationsversorgung mit den Affiliates, inkl. des Notfallwarnsystems. So groß war die Auswahl beim TV auch in Großstädten nicht über normale Antenne.

von CBS - am 09.07.2013 14:33
Aber in den USA könnte man flächendeckend Internet via Satellit anbieten, zumindest somit auf dem Land überhaupt erst mal eine Versorgung sicherstellen. Es sind ja nicht alles nur Onlinegamer, die Internet benutzen möchten ;-). Flächendeckend über tausende km Glasfaserkabel übers (dünn besiedelte) Land zu verlegen ist in der Tat sehr unökonomisch.

von DLR-Fan Sachsen-Anhalt - am 09.07.2013 14:38
Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Aber in den USA könnte man flächendeckend Internet via Satellit anbieten, zumindest somit auf dem Land überhaupt erst mal eine Versorgung sicherstellen. Es sind ja nicht alles nur Onlinegamer, die Internet benutzen möchten ;-). Flächendeckend über tausende km Glasfaserkabel übers (dünn besiedelte) Land zu verlegen ist in der Tat sehr unökonomisch.

Hat aber den selben Nachteil wie Satelliteninternet hierzulande. Ich kannte mal einen der über Satellit ins Internet ging (auch aus den USA) und er hatte ständig Verbindungsabbrüche. Das war echt unerträglich.

von RheinMain701 - am 09.07.2013 14:41
Könnte man nicht nur, macht man auch: http://www.satsig.net/ivsat.htm
Es gibt mehrere Anbieter, die verschiedene Satelliten nutzen.

von iro - am 09.07.2013 14:45
Man muss dazu aber sagen, dass es in den USA 56k-Flatrates gibt. Die gab es hierzulande nie. Deswegen gibt es dort noch viele, die es mit Modem im Internet aushalten.

von RheinMain701 - am 09.07.2013 14:49
Zitat

Ja! Verstaatlichen wir den Mobilfunk, der Bundespostminister kommt zurück und die Bundespost mit ihren hoheitlichen Aufgaben wird wieder ins Leben gerufen :)


So schlecht finde ich das gar nicht. Den fehler hat man auch bei der Bahn gemacht ...

Man hätte die Netze behalten sollen und nur den Vetrieb privatisieren sollen.

Gibt ja genügend Beispiele, wie zum Beispiel Bahnstrecke Flughafen Hahn (Bahn wollte nicht verkaufen an Anbieter der Interesse hatte, aber selbst reaktivieren wollte die bahn die Strecke auch nicht) oder auch mit der Telekom, wie oft hat man als Kunde eines anderen Anbieters Probleme mit dem Techniker, da es mit den Terminen nicht klappt ....

von Marcus. - am 09.07.2013 15:18
In Deutschland halten es ja auch viele mit dem Kupferdoppelader-DSL aus, mit "bis zu" 16 MBit/s. Auf dem Land oder selbst in bestimmten Gegenden in Ballungsräumen kann man sich dann mit DSL-light begnügen. Inzwischen hat man in #Neuland immerhin VDSL, mit "bis zu" 50 Mbit/s.

Man redet so dem Volk ein, dass man auf zukunftsträchtige und arbeitsplatzschaffende Glasfasertechnik verzichten kann.

In diese Lücke stößt auch LTE, wobei der mobile Datenverkehr massiv zunehmen wird. In dicht besiedelten Räumem ist LTE als Festnetzersatz schom jetzt illusorisch, im Gegenteil, jedes MHz Bandbreite ist kostbar.

Daher werden die Bedürfnisse der Bevölkerung entscheiden, ob ein vorhandener Frequenzbereich für eine universelle Technik eingesetzt werden wird, oder für eine, die "nur" Radio oder lineares TV kann.

von Alqaszar - am 09.07.2013 15:52
Zitat
CBS
Also wie ich es in Erinnerung hatte, war der Übergang auf Digital mit Hilfe der jetzt verkauften UHF Kanäle erfolgt. Auf den angestammten VHF Kanälen lief weiterhin das Analogprogramm und jede Station bekam einen weiteren kanal im UHF bereich, damit dort Digital gesendet wird. Das war vor über 10 Jahren. An mobiles Internet dachte man noch nicht. Der Übergang scheint abgeschlossen und die UHF Kanäle nicht mehr benötigt.


Zumindest werden nicht mehr so viele UHF Kanäle benötigt nach der Abschaltung des terrestrischen Analogfernsehens. Einen Ansturm auf freie TV-Kanäle scheint es ebenfalls nicht zu geben. Terrestrisches TV ist in den USA reines Free-TV. Pay-TV gibt es nur im Kabel und über Satellit. Die Situation in den USA unterscheidet sich da nicht grundlegend von der in Deutschland. Da es in den USA nicht flächendeckend hunderte von Free-TV Programmen gibt liegen viele UHF Kanäle brach.
Sicherlich werden da einige Anbieter den Kanal wechseln müssen, da sich im UHF Band allerdings meist Lokalsender befinden ist das in den USA leichter zu lösen im Vergleich zu Europa wo UHF Kanäle bis 60 von den Öffentlich-Rechtlichen für die Versorgung größerer Gebiete genutzt werden.


Zitat
DLR-Fan Sachsen-Anhalt
Aber in den USA könnte man flächendeckend Internet via Satellit anbieten, zumindest somit auf dem Land überhaupt erst mal eine Versorgung sicherstellen.


Lange Ping-Zeiten sind allerdings nicht nur für Online-Gamer ein Problem. Eine Satellitenschüssel zu montieren ist komplizierter u. dauert länger als eine einfache Außenantenne in Richtung Funkmast auf zu stellen.


Zitat
RheinMain701
Man muss dazu aber sagen, dass es in den USA 56k-Flatrates gibt.


Das mag sein. Ist allerdings mittlerweile nicht mehr besonders relevant da sich mit nur 56 kbit/s viele Dienste im Netz gar nicht mehr vernünftig nutzen lassen. Flatrate hin oder her.
Selbst der Aufbau einer einfachen Website kann so 2 bis 3 Minuten dauern.

von Winnie2 - am 09.07.2013 15:54
@ iro und Wolfgang R

Ja, genau so wäre es wohl. :-(




@ CBS

Zitat

Der Übergang scheint abgeschlossen und die UHF Kanäle nicht mehr benötigt.


Sind denn wirklich alle einstigen VHF-Stationen nach der Analogabschaltung mit ihrem Digitalsignal auf den alten VHF-Kanal gezogen? Angeblich sollen die ja die Wahl gehabt haben, ob sie auf ihren alten Kanal zurück wollen, oder den Digitalkanal weiter nutzen.

Und das mit dem Band I scheint ja auch nicht ganz ohne zu sein. Wie kommt ATSC da mit Überreichweiten zurecht?




@ Marcus.

Zitat

So schlecht finde ich das gar nicht.


Ja, aber staatliche und öffentliche Unternehmen sind nunmal nicht gerade für Innovationsfreude und Effizienz bekannt. Gerade bei Beamten fehlt halt der Innovationsdruck, den man in der freien Wirtschaft hat. Und gerade in der schnelllebigen Telekommunikationsbranche kann man sich eine Beamtenmentalität nicht leisten. Das kann sogar zur einer starken Schädigung der Wirtschaft führen, wenn aktuelle Telekommunikationsmittel nicht verfügbar sind. Hier haben einige Unternehmen mit einem Abzug gedroht, weil sich offensichtlich einige alte Bundespostler gegen DSL querstellten und auf das "hochmoderne" ISDN setzten.

Das mit der Sicherung der Grundversorgung stimmt natürlich. Das müßte man dann aber so aufziehen, daß sich der Staat gegebenenfalls lokal an privaten Unternehmen beteiligt, sodaß das Ganze eher auf Kostendeckung und nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist.




@ Winnie2

Zitat

Zeiten sind allerdings nicht nur für Online-Gamer ein Problem.


In ländlichen Gebieten wird man sich aber damit anfreunden müssen.

von Kay B - am 09.07.2013 17:38
Zitat

Ja, aber staatliche und öffentliche Unternehmen sind nunmal nicht gerade für Innovationsfreude und Effizienz bekannt.

Dafür aber (i.d.R.) für Arbeitnehmerfreundlichkeit und dem Verzicht auf "Markenpreise". Vielleicht sollte man sich eher überlegen, wie man Anreize für Innovation und Effizienz in staatlichen und öffentl. Unternehmen fördern könnte, statt zu privatisieren.

von Zwölf - am 09.07.2013 17:57
Zitat
RheinMain701
Die USA haben zu viele UHF-Kanäle an den Mobilfunk abgegeben und brauchen daher das Band III und Band I für das Fernsehen. Das L-Band kann auch nicht verwendet werden wegen dem Militär. Eine Einführung von digitalem Radio ist damit in den USA quasi unmöglich.


ich denke viel mehr dass DAB bzw. DAB+ nicht der US Mentalitaet entspricht.

In den USA geht's oft mehr um den Verkauf von dienstleisungen, subscriptions und dgl und dafuer ist Sirius XM ganz gut geeignet, - dies meist Werbefrei, gegen Art Abo Gebuehr, auch der Aufbau einer Infrastruktur faellt weg. (Infrastruktur und USA kann oft ein leidiges Thema sein, in vielerlei Hinsicht) waehrend man in der Einsamkeit auch empfangbar bleibt. d.h. Sirius XM kommt diesem Geiste ganz gut entgegen.

In Grosstaedten hatte man oft einen Relay Transmitter fuer Sirius XM hingestellt, damit man auch durch den Stahlbeton in Parkhaeusern und Condo Wohnbloecke durchkommt.

Lange war in UK auch das Band III fuer Fernsehen belegt, und dennoch nahm DAB seinen Siegeszug.

von 102.1 - am 09.07.2013 19:11
Zitat
Kay B
Und das mit dem Band I scheint ja auch nicht ganz ohne zu sein. Wie kommt ATSC da mit Überreichweiten zurecht?


Die FCC hat die erlaubte Sendeleistung im Band I stark begrenzt. (max. 45 kW)
Ausserdem wird Band I nicht bevorzugt benutzt weil ATSC in diesem Band mit zu starken Störungen konfrontiert ist. Das bevorzugte Band bei ATSC ist das VHF Band III.


Zitat
Kay B
Zitat
Winnie2
Ping-Zeiten sind allerdings nicht nur für Online-Gamer ein Problem.


In ländlichen Gebieten wird man sich aber damit anfreunden müssen.


Nun ja. Beim Mobilfunk, v.a. bei LTE, sind die Ping-Zeiten deutlich kleiner im Vergleich zu Internet über Satellit.

von Winnie2 - am 09.07.2013 19:16
Zitat
102.2
Lange war in UK auch das Band III fuer Fernsehen belegt, und dennoch nahm DAB seinen Siegeszug.


Da lagen aber ~10 Jahre dazwischen, mühselig hat man dort zunächst den Bereich 223-240MHz für DAB freigeschaufelt.

von Sascha_Berlin - am 09.07.2013 19:17
War nicht in UK mit dem Ende der 405-Zeilen-Norm 1985 Fernsehen im VHF-Band I und III beendet? Somit stand das Band III doch leer? Oder gab es andere Dienste als Nachnutzer?

von Japhi - am 09.07.2013 19:24
keine Ahnung. Bekannt ist mir nur, das analoge Fernsehen hat man in UK erst 2012 abgedreht.

von 102.1 - am 09.07.2013 19:27
Jep, aber das lief seit 1985 nur noch im UHF-Band.

von Japhi - am 09.07.2013 19:29
Das analoge Fernsehen konzentrierte sich aber seit 1985 nur noch auf die UHF-Kanäle 21-69. Band I und Band III lagen brach.

von RheinMain701 - am 09.07.2013 19:29
Um zurück zum Thema zu kommen:

Ein weiterer Grund für die Nichteinführung von DAB ist der Paketzwang.
In Europa, wo ein Anbieter ganze Bundesländer oder gar ganze Länder versorgt, und wenige Betreiber fast das Monopol auf den Sendebetrieb haben, kann man wunderbar Pakete zusammenstellen.
In den USA sieht das anders aus. Senderbetreiber ist die jeweilige Station. Gesendet wird mit dem eigenen Sender, vom eigenem Mast, betrieben vom eigenem Personal.
Bouquets mit nur einem oder 2 Programmen sind nicht gerade effektiv und brauchen viel zu viel Platz.
Selbst in Großstädten wie New York gibt es mehrere Senderstandorte. Von mehreren Betreibern genutzte Sendeantennen, wie am Empire State Building, sind eine absolute Ausnahme.
http://www.necrat.us/empirefm.html

von Marc_RE - am 09.07.2013 19:39
Zitat
RheinMain701
Das analoge Fernsehen konzentrierte sich aber seit 1985 nur noch auf die UHF-Kanäle 21-69. Band I und Band III lagen brach.

ok, so genau wusste ich das nicht.

von 102.1 - am 09.07.2013 19:46
@ Zwölf

Zitat

Vielleicht sollte man sich eher überlegen, wie man Anreize für Innovation und Effizienz in staatlichen und öffentl. Unternehmen fördern könnte (...)


Da hast du dir ja etwas vorgenommen, daß bisher noch nie jemand geschafft hat. Wer sich an so eine Aufgabe macht, wird wahrscheinlich schon sehr früh ausgebremst.



@ 102.2

Zitat

Lange war in UK auch das Band III fuer Fernsehen belegt, und dennoch nahm DAB seinen Siegeszug.


Es wurde ja schon geschrieben, daß die beiden VHF-Bänder seit 1985 brach lagen. Da hatte DAB kapazitätsmäßig deutlich bessere Voraussetzungen als in anderen europäischen Ländern, wo erst Kanäle freigeräumt werden mußten. Und das hat gedauert. Der Wechsel des E12 vom Bleßberg wurde im Sommer 1996 angekündigt und erst im Herbst 1999 durchgeführt.

Die Franzosen hatten ebenfalls ihr altes Schwarz-Weiß-Fernsehen mit 819 Zeilen bis Mitte der 80er Jahre im VHF-Bereich ausgestrahlt, aber nach der Abschaltung den Frequenzbereich für das 625-Zeilen-Fernsehen weiter genutzt.



@ Winnie2

Zitat

Die FCC hat die erlaubte Sendeleistung im Band I stark begrenzt. (max. 45 kW)


Das sollte für Überreichweiten genug sein.


Zitat

Das bevorzugte Band bei ATSC ist das VHF Band III.


Und da haben die einstigen Band-I-Stationen auch noch Platz gefunden? Oder sind diese auf ihren UHF-Digitalkanälen geblieben?


Zitat

Beim Mobilfunk, v.a. bei LTE, sind die Ping-Zeiten deutlich kleiner im Vergleich zu Internet über Satellit.


Für das normale Surfen dürfte die längere Ping-Zeit doch nicht so entscheidend sein.



@ Marc_RE

Zitat

Ein weiterer Grund für die Nichteinführung von DAB ist der Paketzwang.


Ja, das wird wohl auch das Ausschlußargument für DAB in den USA sein. Man hätte DAB halt wirklich so entwerfen sollen, daß SCPC möglich ist.

von Kay B - am 09.07.2013 23:00
Und die Probleme, die wir dank des 100kHz Rasters mit HD-Radio haben, gibt es da nicht, die USA haben ja 200kHz Abstand. Und für die vielen Lokalsender auf der Mittelwelle ist HD-Radio auch eine Alternative.
Digital in guter Qualität über die Mittelwelle. Störungen gibt es aufgrund der Nähe zum Sender nur bedingt.
Bei meinem Besuch letztes Jahr in New York war der MW-Empfang durchaus als gut zu bezeichnen, und das trotz der Lage des Hotels am unteren Ende der Wall Street, also doch mit ein paar potentiellen Störquellen in Form von Elektronik und Beton in der Nähe :-)

von Marc_RE - am 10.07.2013 06:18
HD Radio ist in den USA aber auch nicht gerade der Renner und selbst bei dem dortigen Kanalraster gibt es noch gegenseitige Störungen. Für die Lokalradios ist HD Radio wegen der extrem teuren Lizenzgebühren und den gleichzeitig kaum vorhandenen Empfängern absolut unrentabel. Das System dümpelt schon seit Jahren nur so vor sich hin.

Im Prinzip könnten die Programme gut mit DAB+ leben. SCPC ist unnötig da über HD Radio auch immer mehrere Programme ausgestrahlt werden. Meist sind es irgendwelche Festplattendudler wie man sie hier als Webradios (zum Beispiel von FFH) kennt. Nur hätten diese einzelnen Programme über DAB+ eine vernünftige Datenrate und nicht nur 32kb/s oder 48kb/s je nachdem wie viel Datenrate der Veranstalter seinem Hauptprogramm zugesteht. Das größte Problem dürfte halt eben sein das im Band-III einfach nicht genug Platz ist für DAB+.

von Spacelab - am 10.07.2013 07:35
ich kenne kaum Leute, die sich in den USA fuer ein HD Radio entscheiden oder entschieden haben. Diese Technologie hat eher ein Rand-Dasein.

Sirius XM hat sich bei Denjenigen durchgesetzt, die im Radio mehr wollen, als dass was auf FM u. AM in Grosstaedten und Ballungsraeumen geboten wird,

von 102.1 - am 10.07.2013 10:30
Grundsätzlich spräche wohl auch nichts dagegen, im UKW-Band DAB+ Programme auszustrahlen. In den USA gäbe es weiträumig vermutlich sogar noch Plätze. Nur: Wer will das? Die USA sind marktwirtschaftlich orientiert. Die Sender wollen das nicht, weil es (zunächst) weniger Hörer gibt, danach eventuell mehr Konkurrenz. Die Hörer wollen es nicht, weil sie a) neue Radios brauchen und b) gerade in einem Flächenstaat wie den USA die begrenzte Reichweite der DAB Sender ein Problem sind. Gut, mit gleicher Sendeleistung im UKW-Band wäre die Reichweite sogar größer als per UKW. Damit würden aber für den Sender alle Vorteile entfallen. Fazit: DAB+ hat nur dort eine Chance, wo es durch Regierungen zwangsverordnet und danach durch massive Subventionen gefördert wird. Selbst dann kann es noch scheitern wie weiland D2MAC oder das alte DAB in Deutschland, wenn einfach Anbieter und Bevölkerung keine Lust haben. Aber das ist egal, hauptsache die Lobbyisten haben genug Knete abgezogen.

von Bolivar diGriz - am 10.07.2013 11:43
@ Spacelab

Welche Datenrate paßt denn in so einen Kanal? Da könnte man doch genau so die maximale Datenrate für ein Programm nehmen.

Bei DAB+ ist das ja nicht möglich. Da ist die Datenrate doch eigentlich auf maximal 256 kbit/s festgelegt, sodaß man mehrere Programme ausstrahlen muß, wenn man den Mux effekitv ausnutzen will.



@ Exidor

Zitat

DAB+ hat nur dort eine Chance, wo es durch Regierungen zwangsverordnet und danach durch massive Subventionen gefördert wird.


DAB+ hat nur dort eine Chance, wo Programmanbieter und Senderbetreiber unterschiedliche Unternehmen sind oder wo sich mehrere Programmanbieter, die ansonsten auch gleichzeitig ihre Sender selbst betreiben, über den Betrieb gemeinsamer Sendeanlagen einigen können.

Das ist in den USA halt nicht gegeben.

von Kay B - am 10.07.2013 12:39
Bei HD Radio hat man unterm strich etwas über 140kb/s übrig. Da quetschen die Amis dann 3 Programme rein. Es soll aber auch schon Frequenzen gegeben haben wo man 4 Programme reingewurstelt hat. Ich glaub das war damals ein Country Sender der als Zusatzprogramme zwei Festplattendudler, einen College Sender und ein Newsradio reingepackt hat.

von Spacelab - am 10.07.2013 12:49
Ich hab grade mal versucht herauszufinden was denn jetzt die höchste zulässige Datenrate bei DAB+ ist aber es scheint da mehrere Quellen mit verschiedenen Aussagen zu geben. Es war doch immer im Gespräch das DAB+ bis 320kb/s AAC gehen darf. DAB(alt) hatte man ja weil die meisten Radios zu wenig RAM Speicher hatten auf 192kb/s maximale Datenrate festgelegt. Der Wikipedia Artikel zu DAB(+) ist vorne wie hinten total falsch, widerspricht sich teilweise sogar und wirkt wie gewürfelt und weniger wie richtig recherchiert. Sowas passiert halt wenn ein ur-alter Artikel immer nur ergänzt und/oder in kleinen Abschnitten neu geschrieben wird ohne zu schauen was im Kapitel vorher oder nachher geschrieben wurde. Also Wikipedia ist hier auch keine Hilfe.

von Spacelab - am 10.07.2013 13:02
Also es gab genug Länder mit 256 kBit DAB alt.

von andimik - am 10.07.2013 13:10
Ich habe mal schnell einen Blick in die Spezifikationen von DAB+ geworfen. Darin steht dass inkl. Metadaten (PAD) 192 kbit/s die max. erlaubte Datenrate pro Audiostream ist.

ETSI DAB+ Dokument, Annex E

von Winnie2 - am 10.07.2013 13:10
Ich kann mich auch noch daran erinnern das damals die Blaupunkt DAB Blackbox bei den DAB Tests hier im Saarland bei den 256kb/s Sendern ausgestiegen ist. Auch die Alpine Blackbox mochte das nicht. Das Albrecht/Perstel DR201 Taschenradio hatte damit allerdings keine Probleme. Moderne Radios die auch DAB+ können werden über den Speicherverbrauch von MP2 eh nur lachen. Von daher machen diese Empfänger hier keine Probleme.

von Spacelab - am 10.07.2013 13:16
WDR 3 lief in NRW mit 224kbps, in manchen Ländern (AT/FIN/SWE?) gabs auch 256kbps.

von Japhi - am 10.07.2013 20:33
Sag ich ja ...

von andimik - am 10.07.2013 21:42
@ Spacelab

Zitat

Bei HD Radio hat man unterm strich etwas über 140kb/s übrig. Da quetschen die Amis dann 3 Programme rein.


Und wie breit ist das ganze dann? Es sollen ja die benachbarten Kanäle und der jeweils der Kanal unter bzw. über dem benachbarten Kanälen zugerauscht werden. Das wären dann ja 10 kHz (eigener Kanal) + 2 x 10 kHz (benachbarte Kanäle) + 2 x 10 kHz (Kanäle unter bzw. über dem benachbarten Kanal) = 50 kHz.


Zitat

DAB(alt) hatte man ja weil die meisten Radios zu wenig RAM Speicher hatten auf 192kb/s maximale Datenrate festgelegt.


Schon seltsam, daß Mitte der 90er, als die ersten DAB-Radios rauskamen und diese noch als Luxus galten, man so mit RAM gegeizt hat. Damals schon vorhandene DVB-Receiver brauchten ja deutlich mehr. Und tragbare CD-Player mit einem Puffer gegen Erschütterungen gab es damals auch schon und die dürften auch recht RAM-hungrig gewesen sein.

von Kay B - am 10.07.2013 22:24
Zitat
Alqaszar
Ich Tue das auch Skandalös finden, das für so ein quatsch wie Mobiles internet eine Große zukunftstechnologie wie DAbplus-+ Geopfert werden Tut. Mobilfunkmasten Verursachen Bekanntlich gehirnbrand!


Tuuut Tuuut....

Leute lernt doch bitte mal richtiges gramatikalisches Deutsch.
Man tut nicht finden - man findet
Man tut nicht opfern - man opfert !

Meine Herren....

von Chiclayo7 - am 10.07.2013 22:32
Zitat

Leute lernt doch bitte mal richtiges gramatikalisches Deutsch.

Leute KOMMA lernt doch bitte mal grammatikalisch richtiges Deutsch. Bitte!
Der wusste übrigens ganz genau, was er tat, der Alqaszar... :D

von iro - am 10.07.2013 22:54
Manche Leute bemerken Ironie erst, wenn man das Wort auf die Zaunlatte schreibt :-)

von Marc_RE - am 11.07.2013 05:28
Zitat
Chiclayo7
Zitat
Alqaszar
Ich Tue das auch Skandalös finden, das für so ein quatsch wie Mobiles internet eine Große zukunftstechnologie wie DAbplus-+ Geopfert werden Tut. Mobilfunkmasten Verursachen Bekanntlich gehirnbrand!


Tuuut Tuuut....

Leute lernt doch bitte mal richtiges gramatikalisches Deutsch.
Man tut nicht finden - man findet
Man tut nicht opfern - man opfert !

Meine Herren....

Tuut tuuut, ich habe herzlichst über diesen überspitzt ironisch gemeinten Beitrag lachen müssen ;) so überspitzt und geradezu vor Anspielungen strotzend, dass man eigentlich drüber stolpern muss, aber naja...

von Rosti 2.0 - am 11.07.2013 05:37
Zitat
Japhi
WDR 3 lief in NRW mit 224kbps, in manchen Ländern (AT/FIN/SWE?) gabs auch 256kbps.

Hier im Saarland lief DKultur auch mal eine Zeit lang mit 256kb/s (L-Band). Der Klang war natürlich erstklassig. Aber es gab durchaus einige Empfänger die damit Probleme hatten.

Zitat
Kay B
Schon seltsam, daß Mitte der 90er, als die ersten DAB-Radios rauskamen und diese noch als Luxus galten, man so mit RAM gegeizt hat. Damals schon vorhandene DVB-Receiver brauchten ja deutlich mehr. Und tragbare CD-Player mit einem Puffer gegen Erschütterungen gab es damals auch schon und die dürften auch recht RAM-hungrig gewesen sein.

Ja ich fand das damals schon regelrecht eine Frechheit das man bei einem so teuren Produkt derartig spitz auf Knopf arbeitete. Aber bei diesen "Alles in einem" Chips (SOCs) mit Decoder, RAM und NF Verstärker war halt nicht mehr drin. Mehr RAM Speicher gab es nur wenn man diesen extern anband. Und das brauchte dann deutlich mehr Strom. Mein Albrecht/Perstel DR201 zog dir in 4 Stunden 2 Alkaline Batterien leer.

Zitat
Kay B
Und wie breit ist das ganze dann? Es sollen ja die benachbarten Kanäle und der jeweils der Kanal unter bzw. über dem benachbarten Kanälen zugerauscht werden. Das wären dann ja 10 kHz (eigener Kanal) + 2 x 10 kHz (benachbarte Kanäle) + 2 x 10 kHz (Kanäle unter bzw. über dem benachbarten Kanal) = 50 kHz.

Das analoge FM Signal benötigt +-100khz. Dazu kommen +-30khz Sicherheitsabstand zum Analogsignal und dann +-70khz für das Digitalsignal. Zusammengerechnet belegt ein HD Radio Programm also 400khz Bandbreite. An dieser stelle muss ich mich selbst korrigieren. Es stehen nicht 140kb/s Datenrate zur Verfügung sondern nur 125kb/s. Es gibt zwar noch einen 150kb/s Modus aber dieser ist extrem störanfällig und wird deshalb nicht genutzt.

Im AM Modus auf Mittelwelle belegt das HD Radio Signal mindestens 20khz die aber 5khz in den darüber und darunter liegenden Kanal einstreuen können. In diesem Modus stehen dann 28kb/s Datenrate zur Verfügung. Im zweiten AM Modus benötigt ein Programm 30khz Bandbreite (+5khz Overlap nach oben und unten). Hier stehen dann aber 48kb/s Dantenrate zur Verfügung.

von Spacelab - am 11.07.2013 07:20
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