Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
DAB Digitalradio Forum
Beiträge im Thema:
45
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Manfred Z, Ihre Majestät, xamsa, ruhrdx, Nordlicht2, drahtlos, PEQsche, andimik, Boombastic, Jassy, ... und 13 weitere

Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Startbeitrag von Ihre Majestät am 04.09.2013 08:38

Ideen bezüglich DAB gibt es ja immer mal wieder, aktuell kommt angeblich aus den Reihen der EBU der Vorschlag eines europäischen DAB-Ensembles, das in einem ersten Schritt in den Hauptstädten der bereits bei DAB aktiven Länder zu hören sein soll, später in weiteren Ballungsgebieten. Pro Land soll sich hier eine öffentlich-rechtliche oder staatliche Anstalt mit mind. einem Programm beteiligen, aus Deutschland wäre es etwa der Deutschlandfunk, aus GB BBC Radio 5, aus Italien RAI Uno, France Info oder Inter aus Frankreich usw. Mit diesem Muxx sollen Ausländer und Touristen die Möglichkeit erhalten Programme aus der Heimat digital zu empfangen. Jetzt sehe ich nur einen Kasus Knacktus: Darf z.B. der DLF sein Programm auch außerhalb Deutschlands terrestrisch verbreiten, oder hätte nur die Deutsche Welle diesen Auftrag? Bei der Realisierung (an der ich ehrlich gesagt zweifle) wird dann freilich das jeweilige Heimatprogramm ausgeklammert. Sprich: der DLF wäre in dem in Deutschland verbreiteten Muxx nicht zu hören.

Antworten:

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Naja, ich muss sagen, die Idee finde ich gar nicht schlecht. Wäre doch auch mal was. Es wurde doch ohnehin immer wieder danach gefragt, ob man für die ausländischen Mitbürger nicht auch ein paar Programme in der jeweiligen Fremdsprache realisieren kann.

von PEQsche - am 04.09.2013 08:46

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Ein sehr gescheiter Vorschlag! Das Ensemble sollte dann aber auch wirklich europaweit und nicht bloß in den Hauptstädten hörbar sein. Das würde DAB+ zum besten Argument in Autoradios machen... Es könnte zudem ein wenig dafür entschädigen, dass außerhalb des Internets und des Satellitenempfangs durch Abschaltung von Mittel- und Kurzwelle die Empfangbarkeit von Auslandssendern massiv eingeschränkt wurde.
Rechtlich sollte es für den DLF unproblematisch sein. In Brüssel bestückt er in Kooperation mit dem BRF bereits jetzt eine Auslandsfrequenz, für Europa war einstmals ohnehin der DLF der (west)deutsche Auslandssender. Die DW fällt raus, die hat sich als deutschsprachiger Hörfunksender selbst versenkt.

von ruhrdx - am 04.09.2013 08:48

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

@ruhrdx: Und wer soll das deiner Meinung nach bezahlen?

von Ihre Majestät - am 04.09.2013 08:49

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
Ihre Majestät
@ruhrdx: Und wer soll das deiner Meinung nach bezahlen?


So komisch das ganze auch klingt, aber da dies vielen EU-Bürger zugute käme, könnte man darüber nachdenken, das ganze aus EU-Gelder zu finanzieren....

von PEQsche - am 04.09.2013 08:51

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
PEQsche
Zitat
Ihre Majestät
@ruhrdx: Und wer soll das deiner Meinung nach bezahlen?


So komisch das ganze auch klingt, aber da dies vielen EU-Bürger zugute käme, könnte man darüber nachdenken, das ganze aus EU-Gelder zu finanzieren....


@PEQsche Gute Idee, EU-Subventionen sind schon wesentlich sinnloser ausgegeben worden, und der Europa-Idee wird es auch gerecht.. wird vermutlich rechtlich trotzdem problematisch..

Aber man könnte es aus den nationalen Rundfunkgebühren finanzieren. Träger des Muxxes wäre die jeweilige Rundfunkanstalt, die dann als Service die jeweiligen europäischen Partnerprogramme verbreitet. Oder es wird direkt von der EBU finanziert, die dann entsprechend anteilig mit den Beiträgen der beteiligten Sender bestückt wird. Ansonsten könnte das Geld auch aus Steuermitteln kommen, wenn z.B. die Verbreitung des DLF in Europa als Teil von Außen(kultur)politik begriffen wird.

von ruhrdx - am 04.09.2013 09:04

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Interessante Idee... ist nur merkwürdig, wenn der europäische Multiplex den nationalen überlebt :D

von Boombastic - am 04.09.2013 09:23

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Wenn die EU die Hoheit ueber den Mux und dessen Programmzusammenstellung hat und die Programme einfach nur verbreitet, brauchen sich die einzelnen Programme nicht darum kuemmern, da sie auch keine Kosten haben. Ist dann wie mit der DVB-T Austrahlung deutscher Oeffenlich Rechtlicher in Oesterreich, nur das der Veranstalter des Muxes fuer DAB in diesem Fall nicht Privat ist sondern die EU ist. Der MUX sollte aber nicht wirklich einheitlich sein, sonst gibt es z.B. eine Doppelaussendung des DLF in Berlin.

von Nordlicht2 - am 04.09.2013 09:27

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Welchen Sinn soll das Ganze haben ? Wer oder wem nutzt die zusätzliche terrestische Ausstrahlung der Programme ? Ausländer und Touristen ? In vielen Unterkünften, in denen Touristen wohnen, gibt es entweder Sat oder Kabelempfang und somit auch Programme aus europäischen Ländern zu empfangen. Sesshafte Ausländer empfangen ihre Programme entweder über Sat oder Kabel oder das Internet. Ich glaube, dass italienische oder spanische Touris 3 Tage Berlin auch ohne Rai und Co.überleben.

von xamsa - am 04.09.2013 09:29

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
xamsa
Ich glaube, dass italienische oder spanische Touris 3 Tage Berlin auch ohne Rai und Co.überleben.

Sag' das mal dem deutschen Touristen, der im Urlaub kein RTL(2) sehen kann.
Da hagelt es bestimmt Beschwerden bei Tui und Co.

Ich würde einen Euro-Muxx sehr begrüßen!!!

von Nordi - am 04.09.2013 09:39

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

--

von Manfred Z - am 04.09.2013 09:44

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Die Idee ist an sich ganz hervorragend und würde meiner Meinung nach auch eine enorme Bereicherung für die deutsche Radiolandschaft bedeuten. Man stelle sich nur mal vor France Inter oder Polskie Radio mobil und ganz ohne Internet hören zu können!
Leider befinden wir uns aber in einem Europa, in dem die Mehrheit kein großes Interesse an den Geschehnissen in den Nachbarstaaten hegt, von einem europäischen Zusammenwachsen will ich gar nicht reden. Insofern halte ich es für mehr als unwahrscheinlich, dass es je zur Inbetriebnahme eines solch tollen Muxes kommen wird.

von Pronit - am 04.09.2013 09:53

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Ach, wieso muss es ein extra Muxx sein? Ist es nicht günstiger freie Kapazitäten in "Nicht-vollen" Muxxen zu nutzen als einen separaten Muxx aufzubauen?

Dies könnte dazu führen, dass Landesmuxxe besser ausgelastet werden (oder erst ermöglicht werden -> Hamburg...), da neue zuverlässige Zahler dabei sind.

von Boombastic - am 04.09.2013 10:00

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
Nordlicht2
Ist dann wie mit der DVB-T Austrahlung deutscher Oeffenlich Rechtlicher in Oesterreich


Du irrst dich (es sendet kein dt. ö-r TV-Programm über DVB-T in Österreich oder du meinst den Pfänder ...

3sat ist nicht nur deutsch und die anderen senden nicht öffentlich, sondern fürs SimpliTV-Kabelnetz.

von andimik - am 04.09.2013 10:02

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

DVB-T2 haette es heissen sollen.

http://www.digitalfernsehen.de/ARD-und-ZDF-ueber-DVB-T2-in-OEsterreich-verschluesselt.99888.0.html

von Nordlicht2 - am 04.09.2013 10:04

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Die Idee wird alleine an den Leuten scheitern die sagen "wer an diesen Programmen Interesse hat kann sie über Internet/Mobile oder Satellit hören". Nette Ideen gibt es immer wieder. Auch solche die meilenweit von einer Umsetzung entfernt sind. So wie diese Truppe aus dem Dunstkreis der ehemaligen Zweiter-Bundemuxx-Initianten, die im Falle eines endgültigen Durchbruchs von DAB+ wieder aktiv werden wollen (also wohl nie...).

von Ihre Majestät - am 04.09.2013 10:07

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
Nordi
Sag' das mal dem deutschen Touristen, der im Urlaub kein RTL(2) sehen kann.
Da hagelt es bestimmt Beschwerden bei Tui und Co.


Darum gehts aber hier auch irgendwie nicht, sondern um die digital-terrestrische Ausstrahlung von Rundfunkprogrammen. Und selbst wenn es in der EU kein großes Interesse gibt über den Tellerrand zu hören, besteht, gibt es doch mehrere Möglichkeiten dies zu tun. Braucht man aber dazu einen DAB Multiplex ? Bzw. Wer würde diese Angebote dann tatsächlich nutzen ?
Ich kann mir auch bei der in der EU vorherrschenden Kleinstaaterei nich wirklich vorstellen, dass sowas jemals in die Gänge kommt.

von xamsa - am 04.09.2013 10:09

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Na ja, die EBU holt wieder mal was weit her. Sollen die Autohersteller gleich kombinierte SIRIUS/DAB-Radios einbauen und dann wären solche Sachen schnell gelöst. Ich denke die Verbreitungs-Kosten wären nicht höher als in allen Städten EURO-DAB-Muxxe aufzubauen. Vielleicht beteiligt sich ja die EU an der Städte-DAB-Idee, dann braucht es natürlich kein Autoradio-Satelliten-System.

von drahtlos - am 04.09.2013 10:12

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
xamsa
Welchen Sinn soll das Ganze haben ? Wer oder wem nutzt die zusätzliche terrestische Ausstrahlung der Programme ? Ausländer und Touristen ? In vielen Unterkünften, in denen Touristen wohnen, gibt es entweder Sat oder Kabelempfang und somit auch Programme aus europäischen Ländern zu empfangen. Sesshafte Ausländer empfangen ihre Programme entweder über Sat oder Kabel oder das Internet. Ich glaube, dass italienische oder spanische Touris 3 Tage Berlin auch ohne Rai und Co.überleben.


Das sehe ich auch so. Wort für Wort.
Ich wäre weder bereit so etwas über meine Rundfunkgebühren noch durch meine Steuern zu finanzieren. :sneg:
Ich bin übrigens nicht verschlossen gegenüber anderen Ländern, sondern höre oft und gern fremdsprachige Radioprogramme.
Aber dafür brauche ich nicht DAB+ mit vielleicht EINEM EINZIGEN Programm in z.B. Französisch.
Über Internet habe ich die große Auswahl unter hunderten französischsprachigen Programmen.

von SagittariusA - am 04.09.2013 10:15

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Wie soll das aussehen? Ich weiss das der BBC World Service keinerlei Interesse daran hatte in NL auf 11C verbreitet zu werden. Warum sollten die es auf einmal trotzdem haben, und das gegen erheblich höhere Kosten als im 11C Ensemble?

Dieser Idee kommt mir sehr utopisch vor. Wer soll den Sendernetzbetreiber werden? Wie flächendeckend soll das ganze aufgebaut werden? Wer bezahlt der extrem hohe Verbreitungskosten? Wie ist das rechtlich alles abgesichert (GEMA usw, sofern vorhanden)? Wer plant das Netz? Wer soll die Frequenz vergeben, sofern ein SFN entstehen soll? Wer wird dieses Angebot tatsächlich nutzen?

von Jassy - am 04.09.2013 10:16

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

--

von Manfred Z - am 04.09.2013 10:23

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Natürlich ist das ganze zunächst mal eine schöne Idee, die vermutlich schwierig zu realisieren ist, aber dennoch...

- es gibt ja Vorbilder: Die RAS verbreitet in Südtirol seit Jahren ausländische Hörfunk- und Fernsehprogramme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
- deutsche ÖR-Sender übernehmen bereits jetzt einzelne Sendungen direkt von ausländischen Partnern, z.T. auch fremdsprachige Sendungen (DRadio Wissen mit Sendungen von France Inter und DRS, FHE einstmals mit BBC World Service und France Info). Warum sollte so etwas nicht ausgebaut werden bis hin zur Verbreitung ganzer Programme, zumal abgesehen von den reinen Sendekosten praktisch keine Programmkosten entstehen und es dem Interesse von fremdsprachig interessierten Gebührenzahlern mit und ohne Migrationshintergrund entspricht?
- Außerdem würden einmal auch die VPRT-Lobbyisten ruhig bleiben. Deutsches Kommerzgedudel wird durch BBC und RAI wohl nicht gefährdet..

von ruhrdx - am 04.09.2013 10:32

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

In der EBU sind 74 Mitglieder aus 56 Ländern vertreten. Da sehe ich ein Problem, welche Länder dann im Euromux vertreten sein sollen. Wenn man 18 Sendeplätze in so einem Mux zur verfügung hat, könnte man die dann höchstens teilzeitmäsig unterbringen. Mit 6 Stunden pro Sender wären dann 72 Sender möglich, bei 55 Ländern die im deutschen Teilmux wären, könnten dann noch 17 einen 2. Sender unterbringen.

von HansEberhardt - am 04.09.2013 10:33

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Es ginge ja in erster Linie um EU Länder. Dann vielleicht noch nach dem motto: Eine Sprache nur einmal (müsste dann halt im Timesharing verfahren ausgemacht werden). Ansonsten 28 Staaten=28 Programme. ;acht pro Programm ca. 35 kBit/s, also eigentlich nur Sprachprogramme möglich. interessante Idee. Finnisches Programm in Iatlien etc... :cool:

von CBS - am 04.09.2013 11:58

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Würden dann auch Länder mitmachen, die selber noch überhaupt kein DAB-Netz betreiben? Hieße dann, ich könnte in Salzburg zwar Ö1 digital hören, der Empfang käme dann aber nur von deutscher Seite her? ;)

Mal davon abgesehen, dass sich DAB in vielen Ländern (Süd-)Westeuropas oder im Osten noch im absoluten Frühstadium (wenn überhaupt) befindet... Die Idee ist ja nett und begrüßenswert, an deren Umsetzung glaube ich jedoch nicht.

von Wrzlbrnft - am 04.09.2013 12:11

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

@Manfred Z: Nix mannheimern, das ganze war sogar irgendwo im Netz dokumentiert, war aber nicht bei der EBU selbst. War's worlddab.org, habe das in jedem Fall kurz vor dem urlaub entdeckt und wollte der Sache mal näher nachgehen. Bei Zeit gehe ich nochmal auf die Suche (derzeit keine Chance, da IFA). Ansonsten halte ich die ganze Idee aber auch für unrealistisch und in Zeiten des Internets auch für völlig unnötig. Da wollte sich nur wieder jemand für DAB profilieren, so meine Meinung. Ach ja, wenn ich das Dokument wiederentdecke, schaue ich gleich nochmal ob das Ausstellungsdatum der 1. April war :-)

UPDATE: habe es gefunden, aber nicht mehr bei Worlddab verfügbar. Es handelt sich auch nicht um die EBU (da hatte ich was falsch in Erinnerung), sondern wohl um eine private Initiative, die eine Petition eingereicht hat, die aber inzwischen wohl bei der EU abgeschmettert ist. Aus der Archivsuche der entspr. Seite:

Zitat

Ein Europa-Ensemble bietet keine unbegrenzte Information, aber viel mehr Informationen als in einem abgeschotteten System. Kommunikation und Information muß grenzüberschreitent wirken, gerade hier in Europa! Technische Begriffe müssen klar definiert werden, damit die Bürger wissen, was ein Digitalradio ist, was UKW und was AM! Ich behaupte und bin mir sicher, daß ein Europa-Ensemble zu einem besseren gegenseitigen Verständnis und zur Förderung einer gemeinsamen europäischen Identität führt! Ich lernte in der Auseinandersetzung am Beispiel der Petition, daß Europa noch längst nicht so weit entwickelt ist, wie es erforderlich ist. Die Denkweise selbst in den europäischen Institutionen ist national bestimmt. Der Gemeinsinn reicht vielleicht für die unmittelbare Umgebung einer Kommission oder eines Parlaments. Jeder Bürger sollte aber auf den noch unfertigen Weg mitgenommen werden. Angesichts der Geschichte können wir uns eine kommunikative Abschottung nicht leisten, jetzt erst recht nicht mehr. Die Ablage der Petition ist kein sanftes Ruhekissen. Aktuell wird die Forderung bleiben, trotz der schnell gefundenen Gründe für Ablehnungen. Ein Verweis auf vordergründig lokale Prägung des Rundfunks ist ohnehin nicht korrekt. Es sind immer Gesetzesänderungen nötig, wenn eine neue Technologie neue Möglichkeiten bringt.


von Ihre Majestät - am 04.09.2013 12:21

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Zitat
Ihre Majestät
Es handelt sich auch nicht um die EBU (da hatte ich was falsch in Erinnerung), sondern wohl um eine private Initiative,


Na Hqauptsache, mir ham ma drüber geredet. Am Besten wäre so ein EU-Ensemble noch in Esperanto ;)

von xamsa - am 04.09.2013 12:34
Selbstverständlich auch in Esperanto. Siehe die Beiträge von DR-T im DF-Forum.

Ich habe meine Beiträge oben gelöscht, da sie vollkommen irrelevant sind.

von Manfred Z - am 04.09.2013 12:39

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex

Sehr sinnvoll wäre ein Europa-Ensemble, aber momentan ist das wohl nur ein Traum.
Hörer für BBC-Programme gäbe es im deutschen Sprachraum mehr als genug, da würden doch 10'000'000 oder mehr Menschen gerne täglich reinhören, um nur ein Beispiel zu nennen. BBC Radio 1, Radio 4, Radio 6 und BBC World Service sind wohl Programme, die auch hierzulande viele Fans gefunden haben und noch finden können. Unlimitierte Mobilfunk-Datenflats gibts längst nicht überall (wohl in der Schweiz und in Oesterreich, aber nicht in Deutschland), auch der Satelliten-Empfang ist meist für Mieter schwierig bis unmöglich; daher brauchen wir solch ein Europa-DAB-Ensemble, auch wenn eben nichts konkretes im tun ist, das war eine Petition, aber mehr ist da noch nicht - leider.

von dxbruelhart - am 04.09.2013 12:43
Ok, ich sehe das jetzt nur aus meiner ureigenen, beschränkten Sicht, aber ich halte so ein Unterfangen für überflüssig. Es gäbe für mich absolut 0,0 Gründe, mir türkische Musik, Spanische Moderation oder polnische Nachrichten anzuhören. Damit DAB langfristig ein Erfolg wird, müssen keine Nieschenprogramme her, die allenfalls ne schmale Hundertschaft an Hörern kriegt (zumindest in Deutschland), sondern das UKW- Spektrum muss mehr oder weniger 1:1 abgebildet werden. Neben den zu stopfenden Empfangslöchern. Keine Festplattendudler und keine europäischen Landeskulturwellen.
Ich erinnere mich da nur sehr ungern an das Projekt DSR: Da glaubten auch die Rundfunkanstalten, alle Kulturprogramme der Republik darüber verbreiten zu müssen. Mit so skurrilen Situationen, das man nachts auf 8 oder 9 von 16 Kanälen das ARD Nachtkonzert hören durfte.
Bevor man also an solche Groschengräber wie internationaler DAB- Muxx herangeht, sollte sich vllt. erstmal das System als solches durchsetzen. Momentan ist DAB nämlich noch ein reines Verlustgeschäft für die Betreiber. Da wird man sich kaum an die nächste Geldverbrennung heranwagen, denn nichts anderes ist ein DAB- Muxx, der stets kaum Hörer finden wird.

Aber das ist wie gesagt nur meine eigene, unmassgebliche und völlig unwichtige Meinung.

von HAL9000 - am 04.09.2013 12:51
Zitat
HAL9000
Damit DAB langfristig ein Erfolg wird, müssen keine Nischenprogramme her, die allenfalls ne schmale Hundertschaft an Hörern kriegt (zumindest in Deutschland), sondern das UKW- Spektrum muss mehr oder weniger 1:1 abgebildet werden.


Einspruch, DAB+ ist ja gerade da am erfolgreichsten, wo es in eine Nische passt, die bislang eben nicht auf UKW vorhanden war. Die erfolgreichsten Vermittler von DAB+-Empfängern sind ja gerade die Nischensender (ERF, Horeb, ehemals 90elf, evtl. auch sunshine). Für die Masse sind fremdsprachliche Sender vielleicht kein Kaufargument, für die jeweils betroffenen Gruppen aber schon. Und alle Nischen zusammengenommen, ergibt sich schon eine ansehnliche Hörerschaft.

von ruhrdx - am 04.09.2013 13:02
Können wir die Pro-Contra Diskussion hier raus lassen? Das scheint heute wieder total angesagt zu sein :rolleyes:!

von Jassy - am 04.09.2013 13:07

Re: EBU-Idee: Internationaler DAB-Multiplex


Na und? In Österreich sind in jedem Kabelnetz eure Sender drinnen, das ist halt über die Terrestrik.

Nochmal, das ist nicht für alle bestimmt, sondern nur für die SimpliTV-Bezahlkunden, ähnlich wie in der Schweiz (GR).

von andimik - am 04.09.2013 13:07
Ich finde die Idee der EBU auch sehr gut!
Das könnte wirklich nach dem Vorbild der RAS in Südtirol realisiert werden.
Da werden ja auch alle Länder auf DAB ausgestrahlt. Die BR/ORF/RAI Programme kommen alle über DAB+. Veranstaltet wird das seit Jahrzenten mit Mitteln, die vom Land Südtirol zur Verfügung gestellt werden. So kann ein "Europa Multiplex" (nenn ich jetzt einfach mal so) von der EU finanziert werden.
Dabei sollten vorallem auch die EU UND nicht-EU Länder berücksichtigt werden, die relevant sind.

Ich gebe ruhrdx da Recht, dass gerade "Nischensender", die in ihrem jeweiligen Heimatland garkeine Nischen-, sondern Massensender sind, für DAB+ absolute Zugpferde sind.

Hier käme es dann auch sehr auf die Auswahl der Programme an! Es genügt dann keinesfalls, nur ein Programm pro "Land" auszustrahlen. So würde ich jeweils ein beliebtes Musikprogramm und ein eher Wort/News Programm pro Land anbieten in einem Europa-Multiplex.

von Radiopirat - am 04.09.2013 13:22
Viel kann ich dieser EU-Schnapsidee nicht abgewinnen... Wer soll denn das bitte empfangen wollen? Das ist doch reine Ressourcenvergeudung! Touristen haben eher keine Zeit zum hören, und falls es eine relevante Zahl ansässiger Ausländer vor Ort gibt kann man auch ein entsprechendes Programm vor Ort aufbauen (a la Radyo Metropol, Berlin).

Ein englischsprachiges Programm in einer Hauptstadt macht ja sogar noch Sinn (ich hätte dann gern den BBC WS), aber anderssprachige Programme dürften kaum Hörer haben.

Im Emsland hätte ein Programm aus Rumänien/Bulgarien/Polen vielleicht sogar einige Hörer - sofern der karge Lohn überhaupt die Anschaffung eines Radios erlaubt...
Aber vielleicht kann man dort ja sogar noch "BG Radio" aus den Niederlanden empfangen.

von iro - am 04.09.2013 13:50
Zitat
iro
Viel kann ich dieser EU-Schnapsidee nicht abgewinnen... .


Das ist nur wieder so'n Forumsbeschäftigungsthema unserer geheiligten Mätschesty, welches zu nichts führt. Wieso löschen die Mods den ganzen Thread nicht einfach ?

von xamsa - am 04.09.2013 14:11
Und sie hat doch schon alles dementiert. Es war die Petition des Esperanto-Freundes aus dem DF-Forum.

von Manfred Z - am 04.09.2013 15:16
Wie würde Radio Eriwan die Sache bewerten:
Im Prinzip eine gute Idee, aber...
- leider gibt es Realisierungsprobleme.
Ich persönlich würde es auf jeden Fall wegen der Programmvielfalt mal gut finden, wenn so etwas Multikulti in die Radiolandschaft käme.

Ich kann mich auch noch dunkel an die damaligen "Gastarbeiterprogramme" der ARD-Sender damals in den 70ern erinnern. Das war für die auch ein bischen Heimatstimme in der Ferne damals ohne Satellitenfernsehen und Internetradio. - Seit den 90ern scheint es die auch nicht mehr zu geben. Wann wurden die genau eingestellt? - Ich konnte im Netz nur den Starttermin 1964 finden.

von HansEberhardt - am 04.09.2013 15:43
Die ehemaligen Gastarbeiterprogramme laufen noch via Funkhaus Europa und NDR Info Spezial.

von Japhi - am 04.09.2013 15:49
Eben, zu Zeiten als es noch kaum Sat-TV / Radio bzw. noch kein Internetradio gab. Na klar, pro Land einen populären Musiksender und ein Wortprogramm. (Ich frag mich, welche Sender dann aus Deutschland kämen? Antenne Bayern und Deutschlandfunk?) Und die EU hat nochmal wie viele Länder? Und dann mal zwei Radioprogramme - wieviele Multiplexe sollen denn da gestartet/finanziert werden?

In einem Dreiländereck wie Südttirol macht so ein Multiplex Sinn, aber europaweit?
Ein Nieschenprogramm kann nur einige wenige Leute ansprechen, wenig * wenig macht aber immer noch zu wenig, denn man muss dann ja auch von absoluten Zahlen aus ganz Europa ausgehen. Das werden also immer noch verdammt wenig Zuhörer sein, legt man europäische Massstäbe an. Und somit bleibts ein Groschengrab.

DAB ist ja selbst im technikverliebten Deutschland gemessen an der Einwohnerzahl eher wenig bekannt - und dann auf Europaebene soll das funktionieren? Wer zahlt denn die GEMA für all die Musik, muss die dann jeder Sender international erwerben? Wer bezahlt das? Sorry, aber das bleibt für die nächsten 20 Jahre ein feuchter Traum.

von HAL9000 - am 04.09.2013 15:59
Ein wenig mehr Gewissenhaftigkeit und Faktencheck wuerde ich von jemandem der augenscheinlich im 'Newsbusiness' sein Geld verdient schon auch bei Posts in einem Forum erwarten. Fuer heute hat 'Ihre Majestaet' jedenfalls den Vogel schon abgeschossen und ich hoffe es gibt erst morgen wieder einen neuen Thread von ihm.:bruell:.

@andimik,
das DVB-T2 Projekt in Oesterreich hatte ich nur als Beispiel dafuer angefuehrt, dass ein europaeischer Hauptstadt Mux ueber einen durch die EU finanzierten Plattformbetreiber moeglich ist.und die ausgesendeten Programmanbieter dann nichts gross damit zu tun haben.

Abgesehen davon hat es sich aber nun wohl eh erledigt darueber zu philosophieren..

von Nordlicht2 - am 04.09.2013 16:10
Naja, wenn irgendwann mal die GANZE UKW-Landschaft auf DAB abgebildet werden soll, kommt das Thema automatisch wieder hoch :-p
Momentan werden ja bereits folgende 4 Auslands-Programme bei uns terrestrisch ausgestrahlt:
- RFI auf UKW in Berlin
- BBC WS auf UKW in Berlin
- NPR auf UKW in Berlin
- Die Stimme der SchwarzfersenantilopeRußlands auf DAB in einigen Regionen by R. Impala
Edit: Ganz ohne Propaganda hätten wir da ja noch FG. Also schon zwei Franzosen à Berlin.

Das wäre ja schon mal ein Anfang für einen "Auslandsmux" mit Protection Level 1.
RCI und R. Vatikan wären möglicherweise auch nicht abgeneigt :D
Das Ganze bekommt dann den Slogan "Die größten Hits Propaganda aller Zeiten" verpaßt :D

... und dann vielleicht noch die beiden AFNs und BFBSe dazu, und schon muß man den PL verschlechtern :p


Spaß beiseite. Ein bischen Schmunzeln mußte ich doch ob der prophezeiten Erfolgsaussichten dieses internationalsten Muxes aller Zeiten. 10 Millionen Hörer pro Tag im deutschsprachigen Raum für (vermutlich) Programme, die vorwiegend Information zum Ziel haben (Wham - Last Christmas klingt bei der BBC genauso nervig wie beim WDR, ehrlich!) - und erstmal nur in den 6 Hauptstädten des deutschsprachigen Raums ausgestrahlt würden (Brüssel, Berlin, Bern, Wien, Vaduz, Luxemburg-Stadt). Abgesehen davon, daß da schonmal die technische Reichweite unter 10 Mio läge - selbst alle deutschsprachigen Info-Programme zusammen haben nicht so viele Hörer pro Tag. Vermutlich nichtmal, wenn man noch die Kulturwellen dazu nimmt. Und das liegt nicht daran, daß die auf deutsch senden, d.h. die Aussicht, durch englisch- und französischsprachige Angebote mehr Hörer hinterm Ofen hervorzulocken dürfte gering sein.
Zumal wir vermutlich nicht vor 2020 überhaupt 10 Millionen DAB-Nutzer in D erreichen dürften...

Die Idee eines europäischen "Sirius" gefällt mir. Vergleichbare Ideen sind schon gescheitert. Lag vielleicht daran, daß ich sie nicht unterstützt habe :cheers:.
Mittlerweile sind die dafür geeigneten Frequenzen längst im Fokus der Mobilfunkindustrie.

von DH0GHU - am 04.09.2013 17:21
Die Sache in Südtirol finde ich ok, ja sogar sehr gut. Das lässt sich aber sinnvoll und bezahlbar nur in einem begrenzten Raum realisieren.

Man sollte für so etwas wieder die DAB-SAT-L-Band Technik aus der Schublade holen, wie es die Franzosen mal geplant hatten und es ähnlich in Süd-Korea läuft - mehr aber nicht. Dann können die ein paar Jahre nachdenken, wie so etwas finanziert werden sollte.

Es gibt inzwischen wieder vermehrt L-Band-taugliche DAB+ Radios bei den Auto-Herstellern, welche sich vermutlich mit ein paar Modifikationen dafür eignen könnten. (ich hab's noch nicht aufgegeben!;-) )

Ich glaube von den Esperanto-Freunden gab es vor ein paar Jahren mal eine ähnlich lautende "Erfolgsmeldung" im DF-Forum.

von drahtlos - am 04.09.2013 17:44
Zur Ausgangsfrage:
Zitat
Majestät aus WI
Darf z.B. der DLF sein Programm auch außerhalb Deutschlands terrestrisch verbreiten, oder hätte nur die Deutsche Welle diesen Auftrag?

Der DLF wird doch per UKW auch in Brüssel abgestrahlt.

Zitat
HAL900
Ok, ich sehe das jetzt nur aus meiner ureigenen, beschränkten Sicht, aber ich halte so ein Unterfangen für überflüssig. Es gäbe für mich absolut 0,0 Gründe, mir türkische Musik, Spanische Moderation oder polnische Nachrichten anzuhören. Damit DAB langfristig ein Erfolg wird, müssen keine Nieschenprogramme her, die allenfalls ne schmale Hundertschaft an Hörern kriegt (zumindest in Deutschland), sondern das UKW- Spektrum muss mehr oder weniger 1:1 abgebildet werden. Neben den zu stopfenden Empfangslöchern. Keine Festplattendudler und keine europäischen Landeskulturwellen.
Ich erinnere mich da nur sehr ungern an das Projekt DSR: Da glaubten auch die Rundfunkanstalten, alle Kulturprogramme der Republik darüber verbreiten zu müssen. Mit so skurrilen Situationen, das man nachts auf 8 oder 9 von 16 Kanälen das ARD Nachtkonzert hören durfte.
Bevor man also an solche Groschengräber wie internationaler DAB- Muxx herangeht, sollte sich vllt. erstmal das System als solches durchsetzen. Momentan ist DAB nämlich noch ein reines Verlustgeschäft für die Betreiber. Da wird man sich kaum an die nächste Geldverbrennung heranwagen, denn nichts anderes ist ein DAB- Muxx, der stets kaum Hörer finden wird.


:spos: So sehe ich das auch. Die Idee ist, gelinde gesagt, vollkommener Schmarrn.

Wenn, dann würde man eher ein "EU-Fernsehen" stemmen wollen.

Richtiger Schmarrn ist auch diese Aussage
Zitat
dxbruelhart
Hörer für BBC-Programme gäbe es im deutschen Sprachraum mehr als genug, da würden doch 10'000'000 oder mehr Menschen gerne täglich reinhören, um nur ein Beispiel zu nennen.

:eek:
Fragt sich jetzt mal, ob so viel Deutsche überhaupt so gut Englisch sprechen können um dem Inhalt folgen zu können.
Und selbst jedes deutschsprachige Programm könnte von 1/5 dieser Quote nur träumen.

von Schwabinger - am 04.09.2013 17:54
Hier ist das Original aus dem DF-Forum:

http://forum.digitalfernsehen.de/forum/digital-radio-dab/308781-europaweites-dab-hoerfunk-ensemble.html

Man beachte die Wiederaufnahme des Threads im Mai 2013.

von Manfred Z - am 04.09.2013 18:08
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.