DAB(+) over IP: Warum wurde der Ansatz nicht weiter verfolgt?

Startbeitrag von Ihre Majestät am 30.10.2013 07:43

Bei der aktuellen Diskussion um den Netzausbau musste ich an einen technischen Ansatz aus den frühen 2000er-Jahren denken, der aber nicht weiter verfolgt wurde: DAB over IP. Diese Technik hätte mehr Auswirkungen auf Hardware-Seite gehabt als auf den Endverbraucher: Man wollte DAB-Ensembles unverändert im Internet verbreiten. Die Nutzungsmöglichkeiten wären vielfältig gewesen:

1. Dort wo das terrestrische Sendernetz nicht empfangbar ist könnte das Autoradio oder mobile Endgeräte auf Mobilfunknetze zugreifen.

2. Ist der Empfang in den eigenen vier Wänden schlecht, könnte das Radiomodell auf WLAN zugreifen.

Die Parameter bzw. Ensemblestruktur wären genau die gleichen wie bei DAB/DAB+ terrestrisch, dem Hörer würde es nicht auffallen welcher technische Verbreitungsweg gewählt wird. Er muss sich freilich mit dem Internet verbinden bzw. z.B. durch ein UMTS-Dongle mit einem Mobilfunknetz. Das Gerät entscheidet je nach Empfangslage, welcher Verbreitungsweg gewählt wird. Und: Empfangsgrenzen gibt es nicht mehr. Dank IP wären alle deutschen DAB-Ensembles bundes- oder weltweit zu empfangen.

Das IRT forscht ja heute noch im Bereich Hybrid-Radio, will aber eher gängige Internetradio-Streams mit DAB+ koppeln. Dafür sind kompliziertere Empfänger nötig. Haltet ihr DAB over IP hier für eine sinnvolle Lösung?

Antworten:

Dann sendest du mehr Daten durch das Netz als der Hoerer gerade braucht, der ja nur 1 und nicht 14 Programme gleichzeitig hoeren kann.

von Nordlicht2 - am 30.10.2013 08:18
Zitat
Nordlicht2
Dann sendest du mehr Daten durch das Netz als der Hoerer gerade braucht, der ja nur 1 und nicht 14 Programme gleichzeitig hoeren kann.


Na und? Kostet doch nix. Siehe den inzwischen verschlüsselten DABMON Bayern, das war ja schon so eine Art 1:1-Spiegelung. Selbst unser Jassy betreibt einen solchen für das NRW-Ensemble ;) http://www.dabmonitor.nl/

von Ihre Majestät - am 30.10.2013 08:27
1,5 Mbit/s an Daten als dauerhafter Stream sind für Mobilfunk der 3. Generation nicht machbar. Theoretisch natürlich schon, praktisch überhaupt nicht.
Damals gabs ja so einen 3G-Hype, der sich in keinster Weise in der Wirklichkeit widerspiegelt.

Die 3G-Netzabdeckung ist auf dem Land nach wie vor mies. Ohne Rückfalloption auf GPRS funktioniert sowas also (derzeit) nicht. Daher ist die jetzige Stoßrichtung bei Hybridradios auf jeden Fall praxisnäher. Nicht schöner.

von DH0GHU - am 30.10.2013 08:32
Wo sollte da der Vorteil gegenüber einem konventionellem Webstream sein? Bei einem Webstream wäre die Datenmenge geringer, da nur das übertragen wird, was der Konsument wirklich hören will. Im Jahr 2000 hätte man vielleicht noch eine bessere Tonqualität als Argument nennen können, bzw. einfachere Technik den passenden Stream im Netz zu finden. Heute sind beide Argumente obsolet.
Damals hätte zudem der Mehraufwand an Technik die Geräte extrem verteuert. Gerade bei Autoradios ab Werk sind die Gewinnmargen extrem hoch, auf die Margen wollte wohl auch kein Hersteller verzichten, und ein DAB/IP Radio für 1000 EUR oder mehr hätte wohl niemand mehr gekauft. (Die absurden Gewinnmargen bei Werksradios sind ohnehin wohl der Hauptgrund für die schleppende Verbreitung von DAB+ tauglichen Autoradios ab Werk. Wenn ein Kunde schon für ein einfaches UKW Radio im Wert von 30 EUR mit mehreren hundert Euro zur Kasse gebeten wird, würden sich DAB+ Radios entsprechend verteuern. Erst heute, wo der Preisunterschied gering ist, verbreiten sich langsam auch DAB+ taugliche Radios.)

von Bolivar diGriz - am 30.10.2013 08:33
Ich verstehe nach wie vor nicht, warum DAB+ als klassischer, terrestrischer Hörfunk unbedingt mit dem Internet "zwangsverheiratet" und daran festgekettet werden muss. In keinem anderen Land, in dem DAB und DAB+ laufen, gibt es diese Diskussion. Wäre die Idee "DAB+ over IP" weiter verfolgt worden, wäre man heute um via DAB+ hören zu können, auf einen Internetzugang angewiesen.

Und genau das ist nicht Sinn und Zweck des Digitalradios via DAB+. Man soll weiterhin völlig unabhängig von einem Internetzugang sein Radio einschalten können und kostenlos und unkompliziert Radio hören können.

Bei DVB-T/S/C gabs diese krampfhafte Zwangsverheiratung mit dem Internet als Allheilmittel ja auch nicht. Hybridradios sind dann wiederum völlig in Ordnung. Da kann man selbst aussuchen, ob man via DAB+ hört oder ob man die Zusatzangebote mitnutzen will.

Und nochmal: DAB+ kommt immer mehr ins Rollen, auch ohne Spielereien. Sollen Ende 2015 wirklich 10 Millionen DAB-Radios in deutschen Wohnungen stehen, ist diese ewige Diskussion hoffentlich passé.

von PEQsche - am 30.10.2013 08:37
Die Diskussion gibt es auch nur beim VPRT, vorgetragen hier im Forum in regelmaessigen Abstaenden durch Ihre Majestaet. Natuerlich hat DAB+ als solches nichts mit dem Internet zu tun und wird das auch nicht, nur weil ein Land meint es will technisch aus der Reihe tanzen. Man ist offensichtlich durch HbbTV inspiriert worden, weil man natuerlich in den Weiten des Internet seine Faelle wegschwimmen sieht. Baut man einen Torwaechter auf, der den Hoerer geziehlt auf nur ausgewaehlte Programme, seine Programme bringt, haette man das Problem geloest. Vielleicht wird es irgendwann dazu kommen, dass Internet Portale wie Radio.de nicht mehr unabhaengig sind, sondern gegen Gebuehr nur noch ganz bestimmte Programme auflisten. Fuer diese nicht unabhaengigen Portale wird dann von den UKW Platzhirschen massiv Werbung gemacht. Waere jedenfalls mein Vorschlag, wenn ich fuer den VPRT arbeiten wuerde.

von Nordlicht2 - am 30.10.2013 08:56
Danke, Nordlicht2. Man muss halt sehen, Ihre Majestät surft derzeit wieder auf der "DAB ist doof" - Welle, weil sein Lieblingsprogramm Absolut Radio durch Relax ersetzt wurde ;).

In ein paar Wochen ists dann wieder anders ;). Nimms mir nicht übel, Ihre Majestät. Aber manchmal kommt es mir so vor, dass bei DAB+ nur das kleinste Gegenlüftchen aufkommen muss, damit du alles über Bord wirfst, Internetradio das nonplusUltra ist, und alle technischen Schwierigkeiten bzgl. mobilem Internetradio wie weggezaubert sind und auch jeder das Geld für eine dicke Flat hat.

von PEQsche - am 30.10.2013 09:12
Na so pauschal surft er da auch nicht rum. Ich glaube ihm schon, dass er nur zu uns traegt, was er von allen Seiten vorgetragen bekommt. Nur seine Wortwahl ist eben davon abhaengig, mit welcher Seite er gerade gesprochen hat.:)

von Nordlicht2 - am 30.10.2013 09:18
@PEQsche/Nordlicht2: Über euch beide muss ich mich immer amüsieren. Auch in Kreisen aller DAB-Befürworter (und damit meine ich nicht euch, sondern die Akteure die das veranstalten) hat man inzwischen eingesehen dass ein digitales Rundfunkmedium heute nicht mehr ohne eine Kopplung mit IP überleben kann. Und der Ansatz ist auch momentan der beste den es gibt - zumindest so lange wie es nicht möglich ist alle User via IP zu befriedigen, und hier gibt es mobil noch große Probleme zu lösen. Wenn ihr weiter der Meinung seid dass es ohne klappt braucht ihr euch ja nicht mit dem Netz zu verbinden, euch zwingt ja keiner. Ach ja: Selbst die größten DAB-Befürworter sehen DAB+ nur als Brückentechnologie (siehe das Interview mit Lochthofen/Regiocast). Die einzige Ausnahme die ich kenne ist das Deutschlandradio, das aber auch nur von der heutigen Situation redet.

von Ihre Majestät - am 30.10.2013 09:26
der dabmon stellt nur den Inhalt eines Ensembles ins Netz, streamt aber nicht permanent 1.5 mbit durch die Welt. Unicast wird nur gestreamt, wenn ein Player einen Stream anfragt.
Woher kommt die Info, der dabmon wäre verschlüsselt?

von mobi - am 30.10.2013 09:33
Dann aber nochmal meine Frage an dich:

Warum gibt es diese Diskussion nur bei uns in Deutschland? Und warum wird um uns herum (NL, PL und CH und bald auch in F) so kräftig in DAB+ OHNE Kopplung mit dem Internet investiert wenn es doch nur eine Brückentechnologie ist? Diese Frage hat bisher noch niemand beantworten können.

Es gibt meines Erachtens (gerne lasse ich mich mit entsprechenden Argumenten sicherlich überzeugen) keinen driftigen Grund, ein terrestrisches Rundfunksystem (egal ob DAB+ oder UKW) an das Internet zu ketten. Wer Internetradio hören will, kann das doch gerne jetzt schon machen. Warum müssen alle in die Abhängigkeit von Mobilfunkanbietern gezwungen werden?

Nochmal, solange man beispielsweise wie beim Hybridradio die Wahl hat, WIE man Radio hören will, ist alles in Ordnung. Kritisch wirds halt, wenn man zum Internetradio gezwungen wird und es noch keine unbegrenzte Flatrate ohne Volumen für mobile Endgeräte gibt.

Mal angenommen, es käme "DAB over IP": Kann ich dann meine DAB+ - Radios weiterverwenden und auf terrestrischem Wege empfangen, oder ist zwingend ein Internetzugang erforderlich?

von PEQsche - am 30.10.2013 09:39
Wie oben schon erwähnt wurde, wäre es Unsinn, ein ganzes Ensemble per Webstream zu verbreiten und genauso empfangen zu lassen; der Großteil der Daten wird verworfen und wenn das irgendwann massentauglich sein soll, lässt sich einfach hochrechnen, wieviele Daten dann insgesamt unnötig gesendet werden und für die irgendwer bezahlen muss. Außerdem ist die dort weiterbestehende Einschränkung auf bestimmte Programme eine künstliche Beschneidung der Möglichkeiten, die keinen Sinn ergibt - das Modell "pro Sender ein Stream" ist einfach ideal; da muss man nichts dran ändern.

Was man von DAB hätte übernehmen können, wäre das Einbetten von Zusatzdiensten; momentan werden ja nur z.B. Interpret/Titel übertragen. Genauso könnte man auch Slideshow-Bilder übertragen. Wobei an der Stelle dank Rückkanal RadioDNS viel mehr Sinn macht.

von Basic.Master - am 30.10.2013 09:50
Die Oeffentlich Rechtlichen haben schon klar gemacht, dass es auch in Zukunft IP unabhaengigen Rundfunk geben muss. TV und Radio. Ob sie sich am Ende damit durchsetzen, wird sich zeigen. Die Privaten haben da andere Gruende, die wollen eine flaechendeckende DAB+ Verbreitung nicht parallel finanzieren solange es auch noch UKW gibt. Warum sollten sie auch. Bei denen wird es vermutlich so laufen, dass man eine Mindestabdeckung aufbaut und den Rest ueber IP abwickelt. Letzendlich entscheidet der Verbraucher und der hat in der grossen Masse keine Verbindung zum Internet wenn er nicht gerade zu Hause ist. Und selbst zu Hause haben eben viele ihren Router nicht permanent Online.

von Nordlicht2 - am 30.10.2013 10:12
Ich kann PEQsche in diesem Falle nur zustimmen, in dem er sagt:

Zitat
PEQsche
Ich verstehe nach wie vor nicht, warum DAB+ als klassischer, terrestrischer Hörfunk unbedingt mit dem Internet "zwangsverheiratet" und daran festgekettet werden muss. In keinem anderen Land, in dem DAB und DAB+ laufen, gibt es diese Diskussion. Wäre die Idee "DAB+ over IP" weiter verfolgt worden, wäre man heute um via DAB+ hören zu können, auf einen Internetzugang angewiesen.

Und genau das ist nicht Sinn und Zweck des Digitalradios via DAB+. Man soll weiterhin völlig unabhängig von einem Internetzugang sein Radio einschalten können und kostenlos und unkompliziert Radio hören können.


Insgesamt wird von Prognosen/Vermutungen gesprochen. Wenn es danach geht, kann jedes Medium eine Brückentechnologie sein, weil immer neu ausprobiert wurde/wird, ob es etwas besseres gibt. Wie definiert man Brückentechnologie? Zwei Jahre, fünf Jahre, zehn Jahre? Ich würde sagen: Wir warten einfach mal ab, wie sich diese Technologie schlägt.

von NurzumSpassda - am 30.10.2013 10:16
Solange es am QTH2 in der Pfalz keinen gescheiten Mobilfunk-Empfang gibt kann ich darüber nur den Kopf schütteln.

Den Donnersberg hab ich vor der Nase, der übersteuert jeden Empfänger. Aber das Handy hat bestenfalls zwei Balken, eher einen oder einfach mal gar nichts. Denn der Mast steht unten im Tal und kommt einfach nicht hoch auf dem Berg. Dazu faden noch die Netze aus Mannheim/Heidelberg rein die jeden Empfänger völlig durcheinander bringen.

So wird es an vielen anderen Flecken in Deutschland auch aussehen. Gerade da wo es sich nicht lohnen soll DAB+ terrestrisch zu verbreiten ist die Mobilfunk-Abdeckung genauso mies und überhaupt kein adäquater Ersatz. Das bringt also genau nichts.

von RheinMain701 - am 30.10.2013 10:17
@NurzumSpassda

Genau das ist es :)
Wird UKW eines Tages abgeschaltet, war es im Nachhinein auch nur eine Brückenechnologie, auch wenn es sie sehr lange gab ;)

von PEQsche - am 30.10.2013 10:33
Zitat
PEQsche
[...]

Es gibt meines Erachtens (gerne lasse ich mich mit entsprechenden Argumenten sicherlich überzeugen) keinen triftigen Grund, ein terrestrisches Rundfunksystem (egal ob DAB+ oder UKW) an das Internet zu ketten. Wer Internetradio hören will, kann das doch gerne jetzt schon machen. Warum müssen alle in die Abhängigkeit von Mobilfunkanbietern gezwungen werden?

[...]

[Anm. Hervorherbung durch mich]

Der Punkt ist für mich recht deutlich: Das Radio als Medium muss sich, wie jedes Medium, weiter entwickeln.

Wir können beim TV schon seit ein paar Jahren die Linie, weg vom linearen Medium, zu einem Zwei-Wege-Kommunikationssystem beobachten. Anders sind lineare Medien wie TV und Radio nicht überlebensfähig. Wer gestern das Interview mit Peter Stockinger bei SWR1 Leute gehört hat, wird verstehen was ich meine. Stockinger sagte, dass das Radio heutzutage viele Möglichkeiten bietet, da man in direkten Kontakt mit den Hörern treten kann. Das Radio kann sich dem Internet nicht verschließen, sondern muss es aktiv nutzen. Sonst interessiert sich in ein paar Jahren keiner mehr dafür. Der lineare Rundfunk stirbt.

Das Internet hat unsere gesamte Gesellschaft verändert und entwickelt sich praktisch täglich weiter. Aus Sicht der Veranstalter ist es nur logisch auf dieses Medium zu setzen und alle terrestrischen Verbreitungswege, egal wie sie heißen, damit zu verbinden, um dort attraktiv zu bleiben.

von Sebastian Dohrmann - am 30.10.2013 11:57
Aus technischer Sicht ist der hybride Ansatz sicher vernünftig.
Es ist nicht sinnvoll, Inhalte, die von vielen Nutzern in der Fläche gleichzeitig genutzt werden, über ein Medium zu verbreiten, das kleinzellige Netzstrukturen und vielleicht sogar einen Rückkanal benötigt. Dadurch steigt der Kostenaufwand.
Gleichzeitig ist es aber auch nicht sinnvoll, extreme Spartenangebote, die kaum jemand hört, per Broadcast in der Fläche zu verbreiten. Auch das ist wieder Resourcenverschwendung.

Noch schwachsinniger wäre es aber (bei DAB over IP gegeben), jemandem bei einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung mehr Daten zuzusenden als er eigentlich braucht.

Zahlenbeispiel:
Wenn in München 2000 Leute DAB im München-Mux hören, entspricht das ca. 160 Mbit/s Gesamtdatenrate bei alternativen Mobilfunkverbindungen. Das dürfte bei 4G-Systemen irgendwo um 40 MHz Bandbreite verbrauchen. Da die Zellenstruktur eher kleinzellig sein dürfte, werden aber tatsächlich vielleicht nur 4 MHz in ganz München damit blockiert. DAB belegt aber gleichzeitig nur 1,5 Mbit/s. Benötigt wird dabei auch keine große Infrastruktur, sondern (im Fall des Lokalmuxes München) genau 2 Senderstandorte mit 2 Sendern. Bei 4G wären >2000 Sender im Einsatz... (2000 bei den Hörern, und die Basisstationen). Die Bandbreite von 160 Mbit/s fehlt gleichzeitig für individuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindungen (Surfen, E-Mails, Telefonate, Multimedia-Abruf, ...) über Mobilfunk.
Wenn aber nur 2 Leute ein DAB-Programm hören, kann sich jeder ausrechnen, dass das "Perle vor die Säue geworfen" ist.

von DH0GHU - am 30.10.2013 12:02
@Sebastian Dohrmann

Klar, dagegen sagt ja auch keiner was. Das lässt sich mit Hybridradios (Empfang via DAB+, in Kontakt treten via Rückkanal) ja auch bewerkstelligen. Damit können die, wegen denen das lineare Radio/TV sterben soll, aktiv mitmachen und sind zufrieden, der Rest, der sich berieseln lassen will, einfach nur via DAB+ zuhören / DVB-x zuschauen.

Solange die reine Hörfunkübertragung kostenfrei via DAB+, also terrestrisch, und ohne großen Aufwand weiterhin erfolgt, ist das für mich alles kein Thema. Grundbedingung in jedem Falle ist, dass ich meine DAB+ - Radios weiterhin verwenden kann. Und da scheidet DAB+ over IP definitiv aus.

von PEQsche - am 30.10.2013 12:05
Dieses Forum ist halt ein Technik-Forum. Eines haben viele noch nicht verstanden: Dem Rdaiohzörer geht es um Inhalte, die Technik ist ihm egalö. Er sucht sich seine Inhalte aus und wählt den technischen Verbreitungsweg der ihm seine Wunschinhalte liefert.

von Ihre Majestät - am 30.10.2013 12:19
Eines hast DU offenbar vergessen: Den kommerziellen Rundfunkanbietern geht es um Profit, Inhalte und Technik sind ihnen primär egal. Technik (zum Glück) noch egaler als Inhalte.

Die technischen Punkte, die ich aufgeführt habe, sind maßgeblich für die Kostenbetrachtung, und letztendlich geht es bei der Wahl des richtigen Rundfunkübertragungssystems primär um ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Geschwindigkeit des DAB-Netzausbaus ist nahezu ausschließlich eine Kostenfrage. Und im Kosten-Nutzen-Verhältnis ist eindeutig das "mit(er)tragen" von Konkurrenz ein großes Problem (reduktion der Nutzen!)

von DH0GHU - am 30.10.2013 12:23
Ehrlich gesagt bin ich heilfroh drum, dass man sich auf den derzeitigen DAB+-Standart in Europa verständigt hat und dieser auch in immer mehr Ländern umgesetzt wird.

Wer sich berieseln lassen und einfach nur hören will, und das sind vermutlich über 90% der Konsumenten, kauft sich ein normales DAB+-Radio. Wer mehr will und wie die heutigen Kiddies seine likes verteilen will, soll halt via Internetradio hören oder sich ein in ein paar Jahren marktreifes DAB+-Radio als Hybridradio mit Rückkanal zulegen. Mir solls egal sein ;)

von PEQsche - am 30.10.2013 12:25
@PEQsche: Das Problem beim Internet ist nunmal der Rückkanal-ZWANG.
Ich möchte keinen Rückkanal betreiben müssen (Kosten!), nur weil irgendwelche Radiomanager das toll fänden. Für Inhalte, die mich interessieren (z.B. reiner Informationskonsum beim DLF, Berieselung mit "leichter" Musik ohne störendes dümmliches Hitradio-Geschwätz auf langen Autofahrten), brauche ich keinen Rückkanal, und bin auch nicht bereit, dafür etwas zu bezahlen und eingeschränkte Netzabdeckungen in Kauf zu nehmen.
Das ist auch eine reine Frage der Inhalte und Kosten, keine der Technik ansich.

Wenn mir ein Autohersteller sagt, er verkauft mir für 300 € nun doch kein DAB-Modul, sondern ein XYZ-(z.B. Internet-)Radio, dann nehme ich das, wenn er mir zusichert, daß ich damit die von mir gewünschten Inhalte bekomme und über die gesamte KFZ-Lebensdauer keine zusätzlichen Kosten (z.B. durch die Netznutzung) entstehen, und ich auch in abgelegenen Regionen Empfang habe.

von DH0GHU - am 30.10.2013 12:34
Ist das nicht off-Topic?

von andimik - am 30.10.2013 13:29
Zitat

Die Parameter bzw. Ensemblestruktur wären genau die gleichen wie bei DAB/DAB+ terrestrisch, dem Hörer würde es nicht auffallen welcher technische Verbreitungsweg gewählt wird.

Mich würde aber schon interessieren, wie ich die Programme gerade empfange; ob kostenlos/anonym oder nicht. Die Entscheidung ein Programm über das Internet statt über DAB zu hören würde ich vielleicht mal aus Ausnahme aber nicht als Regel treffen. Dass irgendwann in grauer Zukunft 90% der Radiogeräte dann unauffällig und unkontrollierbar zwischen DAB und Internet hin- und herschalten fände ich nicht so toll.

von Zwölf - am 30.10.2013 15:30
Das ist doch völliger Unsinn. Warum sollte man überflüssige Daten über das Netz streamen?

von Habakukk - am 30.10.2013 17:55
Natürlich ist das Unsinn! Unrealisierbar.
Einzige Möglichkeit, DAB mit Internet zu vernetzen, sind vielleicht verschlüsselte Inhalte, die mit bestimmten Codes via IP frei gemacht werden können. So könnte man zusätzlich eventuell Kosten verdienen seitens der Veranstalter, sollte es genug allgemeine DAB-Interessenten geben.

Und, irgendwo auf Seite 1 las ich, dass Radio und TV nicht mit Internet verknüpft werden kann - falsch! TV kann indirekt mit dem Internet verknüpft werden, siehe a) Netzwerk-HDD (intern) und/oder b) hbb-TV (extern).
Die Möglichkeit steht ja zur Verfügung. Beim Radio ist dieses Argument aber richtig.

Und noch ein Argument möchte ich hervorheben:
Zitat
RheinMain701
So wird es an vielen anderen Flecken in Deutschland auch aussehen. Gerade da wo es sich nicht lohnen soll DAB+ terrestrisch zu verbreiten ist die Mobilfunk-Abdeckung genauso mies und überhaupt kein adäquater Ersatz. Das bringt also genau nichts.


von BieMa - am 30.10.2013 18:08
Zitat
BieMa
Und noch ein Argument möchte ich hervorheben:
Zitat
RheinMain701
So wird es an vielen anderen Flecken in Deutschland auch aussehen. Gerade da wo es sich nicht lohnen soll DAB+ terrestrisch zu verbreiten ist die Mobilfunk-Abdeckung genauso mies und überhaupt kein adäquater Ersatz. Das bringt also genau nichts.


Ich möchte es noch verstärken: Oft wird DAB dort noch gehen, wo Mobilfunk schon nicht mehr wirtschaftlich ist. Das hängt mit der notwendigen Kleinzellenstruktur von Mobilfunknetzen zusammen. Ein DAB-Sender in München auf dem Olympiaturm ist nunmal dank seiner Leistung auch in den Alpen empfangbar. Bei UMTS kann man garkeine Zelle oben auf dem Oly aufbauen. Das würde zu viele Resourcen verbraten. Und wenn: Sie hätte viel zu wenig Leistung, um bis in die Alpen zu kommen.

von DH0GHU - am 30.10.2013 18:30
Zitat
mobi
der dabmon stellt nur den Inhalt eines Ensembles ins Netz, streamt aber nicht permanent 1.5 mbit durch die Welt. Unicast wird nur gestreamt, wenn ein Player einen Stream anfragt.
Woher kommt die Info, der dabmon wäre verschlüsselt?

Die Streams vom Dabmon in München sind alle unverschlüsselt. Man findet die Links zu den entsprechenden Seiten für die Muxe links relativ weit unten.

von HansEberhardt - am 31.10.2013 03:05
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