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DAB Digitalradio Forum
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Regionalfenster in den DAB-Muxen - ein Vorschlag

Startbeitrag von freiwild am 04.06.2014 16:14

BR, MDR und SWR (bislang nur in RP) senden zur Zeit in ihren Muxen die Landesprogramme MDR1, Bayern 1 und SWR4 mit mehreren Regionalfenstern, und zwar permanent. Dadurch wird ja einiges an Bandbreite vergeudet. Eigentlich gibt es für solche Fälle ja das 90elf-Modell mit temporärer Auseinanderschaltung, aber offenbar gibt es Gründe für die Anstalten, das bei ihnen nicht einzusetzen.

Folgendes wäre mein Vorschlag, wie man mehrere Regionalfenster platzsparender in einem Mux verteilen könnte, und trotzdem für Radios, die mit der automatischen Umschaltung Probleme haben, empfangbar bliebe.

Beispiel RLP-Mux. Dort sendet der SWR zur Zeit folgende Programme:


  • SWR1RP (112 kbps)
  • SWR2 (112 kbps)
  • SWR3 (112 kbps)
  • SWR4KL (96 kbps)
  • SWR4KO (96 kbps)
  • SWR4LU (96 kbps)
  • SWR4MZ (96 kbps)
  • SWR4TR (96 kbps)
  • DASDING (112 kbps)
  • SWRinfo (56 kbps)

Summasummarum 984 kbps (zzgl. Datendienste und Privatsender)

Vor Aufschaltung der Regionalfenster liefen alle Programme mit mindestens 120 kbps. Die Qualität leider also offensichtlich unter diesem Form der Regionalisierung - insbesondere SWRinfo mit nur noch 56 kbps.

Bei meinem Vorschlag werden alle Programme mit mindestens 120 kbps ausgestrahlt, SWR4 dabei aber nur einmal. Die vier zusätzlich SWR4-Versionen laufen permanent mit 48 kbps. Zusätzlich werden vier Zeiger aufgeschlaltet (ich habe sie mal mit "+" versehen), die in der Regel auf die SWR4-Hauptversion zeigen (ich habe des Alphabeths wegen KL genommen, aber man kann auch irgendeine andere nehmen), während der Regionalsendungen aber auf die Regionalstreams. So sähe das aus.


  • SWR1RP (120 kbps)
  • SWR2 (160 kbps)
  • SWR3 (120 kbps)
  • SWR4KL (120 kbps)
  • SWR4KO (48 kbps)
  • SWR4KO+ (8 kbps; Zeiger auf SWR4KL/SWR4KO)
  • SWR4LU (48 kbps)
  • SWR4LU+ (8 kbps; Zeiger auf SWR4KL/SWR4LU)
  • SWR4MZ (48 kbps)
  • SWR4MZ+ (8 kbps; Zeiger auf SWR4KL/SWR4MZ)
  • SWR4TR (48 kbps)
  • SWR4KO+ (8 kbps; Zeiger auf SWR4KL/SWR4TR)
  • DASDING (120 kbps)
  • SWRinfo (120 kbps)

Summasummarum 984 kbps (zzgl. Datendienste und Privatsender)

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • wesentlich höhere Übertragungsqualität auf allen Programmen, einschließlich SWR4.
  • Die SWR4-Regionalversionen sind auch auf Radios zu empfangen, die die Umschaltung nicht beherrschen.
  • Nur die Regionalnachrichten werden mit niedrigerer Bitrate ausgestrahlt - sie bestehen aber auch aus Wort.


Eure Meinung?

Antworten:

Da müsste dann ja mittags von 12-13 Uhr eine ganze Stunde mit nur 48 kbps gesendet werden. Und das ausgerechnet bei den regionalen Aushängeschildern. Wenn's einfach nur die Nachrichten wären, wär's ja noch OK - sind ja nur wenige Minuten Wort.
Ansonsten aber grundsätzlich nicht schlecht.

Alternativ:
wie der Vorschlag mit den Zeigern zu den nur-Nachrichten, Mittags dagegen mit Datenraten ähnlich den jetzigen bei den anderen Programmen knabbern, so daß alle ungefähr gleichauf liegen und die Kultur eine Extraportion bekommt.

Beim NDR wäre das einfacher zu machen (ohne Doppelausstrahlung wg. eigener Frequenzen) - und trotzdem gibt es überall nur die Hannover-Version :(

von iro - am 04.06.2014 18:27
Hmm, ich denke, die Plus-Varianten erzeugen da mehr Verwirrung; da müsste man immer erklären, was genau das bedeutet (wobei das "+" auch mißverstanden werden könnte, dass das Programm ohne "+" ein DAB-alt-Programm ist). Und beim Umschalten müsste man immer 2x statt 1x drücken, für den Senderwechsel, wenn man nicht gerade die Kurzwahltasten benutzt.
Lieber sollten die Hersteller ihre Hausaufgaben machen bzw. man müsste mal herausfinden, wie groß der Gerätenanteil ist, der das nicht kann. Und was dann passiert, wenn sich der Muxaufbau ändert - ob das Radio einfach auf dem aktuellen Audio-Subchannel bleibt, oder ob es sich aufhängt.

Diese "Zeiger" kosten übrigens nichts an Bitrate. Die Muxkonfiguration läuft in einen separaten Kanal (FIC); die (Audio-)Subchannels laufen alle im MSC.

von Basic.Master - am 04.06.2014 18:38
Die Version mit doppelten Einträgen fände ich nicht so toll - das müllt die Programmlisten nur noch weiter zu, allzuoft habe ich heute schon >100 Einträge in der Liste.

von DH0GHU - am 04.06.2014 18:58
Zitat
DH0GHU
Die Version mit doppelten Einträgen fände ich nicht so toll - das müllt die Programmlisten nur noch weiter zu, allzuoft habe ich heute schon >100 Einträge in der Liste.


Es gibt im DAB-Standard ja noch die Geschichte mit den Secondary Services, damit könnte man die ganzen Reginalversionen auch etwas hinter dem Hauptprogramm "verstecken" und die Programmliste aufräumen.

von Loger - am 04.06.2014 19:20
Warum nicht die Regionalversionen nur dort ausstrahlen wo sie auch hingehören als sie über das ganze Bundesland/Sendegebiet zu verbreiten? Die Zuführung zu einem Sender dürfte doch heutzutage kein Problem mehr sein. Auf UKW funktioniert das ja auch, dass ffn-Hannover nur auf der 101,9 MHz ausgestrahlt wird... !?!

von Murky - am 09.06.2014 09:34
Zitat

Warum nicht die Regionalversionen nur dort ausstrahlen wo sie auch hingehören als sie über das ganze Bundesland/Sendegebiet zu verbreiten?

:spos::spos::spos:

von Schwabinger - am 09.06.2014 10:09
Zitat
Murky
Warum nicht die Regionalversionen nur dort ausstrahlen wo sie auch hingehören als sie über das ganze Bundesland/Sendegebiet zu verbreiten? Die Zuführung zu einem Sender dürfte doch heutzutage kein Problem mehr sein. Auf UKW funktioniert das ja auch, dass ffn-Hannover nur auf der 101,9 MHz ausgestrahlt wird... !?!


Wenn der NDR schon für jede Region ein eigenes Ensemble startet ist die Frage nicht unberechtig.
Beim BR als Beispiel ist landesweit ein einziges Ensemble der 11D in Betrieb. Klar das man eine andere Lösung finden muss, aber man muss im ganzen Bundesland auch nicht umschalten.

von pomnitz26 - am 09.06.2014 10:20
Ich glaube schon, dass es beabsichtigt ist, die Regioanlversionen irgendwann nur noch in den Lokalmuxen auszustrahlen, aber bis die entsprechend ausgebaut ist, wird es halt noch einige Jahre dauern. Danach könnte man dann noch überlegen, ob man zusätzlich eine Version im Landesmux ausstrahlt (z.B. bei Bayern 1), wenn man den Hörern den Vorteil des SFNs zukommen lassen möchte (vor allem für Taschenradios).

Ansonsten gäbe es halt noch die von mir schon mal eingeworfene Idee mit dem "CU-Sharing". Für Bayern: CU-Paket 1: Franken bayernweit, CU-Paket 2: Mainfranken/Oberbayern, CU-Paket 3: Schwaben/Ostbayern. Statt mit 3x80 kbps und 1x72 kbps könnte man die DAB+-B1-Versionen dann mit 2x 156 kpbs ausstrahlen. (Die Franken-Version würde den DABalt-Platz mit 160kbps einnehmen) Würden einem schon 120kbps DAB+ reichen könnte man die restlichen CUs z.B. für BR Heimat verwenden.

In den anderen Bundesländern kenne ich mich nicht so aus, aber evtl. wäre dort ähnliches möglich.

von Zwölf - am 09.06.2014 13:18

Regionalfenster in den DAB-Muxen - ein Vorschlag

Zitat
Murky
Warum nicht die Regionalversionen nur dort ausstrahlen wo sie auch hingehören als sie über das ganze Bundesland/Sendegebiet zu verbreiten,,?


Dies kann nur funktionieren, wenn Du in den verschiedenen Regionalgebieten auch unterschiedliche Kanäle nutzen kannst. Wie willst Du dies z.B. in Hessen usw, bei nur einem landesweiten Muxx realisieren?

von KlausD - am 09.06.2014 13:38
In Mitteldeutschland werden über die Landesmuxx auch vom MDR die jeweiligen lokalen Sender auch mit ausgestrahlt. Die öffentlichrechtlichen müßsten es nur so schalten wie im Satempfang. Zur Sendezeit sind die Regionalversionen aufgeschaltet. Die Bandbreite ist da. 90elf hat es ja im BundesmuxX vorgemacht.
Der MDR betreibt ja die Landesmuxxe in Anhalt, Thüringen und Sachsen.

von Renault - am 09.06.2014 14:45
Oder einfach die Regionalprogramme einstampfen, z. B. bei Bayern 1 :D
In M hört doch eh die Hälfte das "falsche" Regionalprogramm. Und stören tut es wohl keinen.

von Schwabinger - am 09.06.2014 16:11
Warum nicht eine ähnliche Variante wie in der Schweiz?

Dort verbreitet der öffentliche Programmveranstalter SRG (SRF) seine Regionalfenster in Privat-Muxen, wo diese die Mehrheit haben. Somit könnten doch auch die Privaten von möglicherweise vergünstigten Kosten profitieren. Ferner besteht so gewisse Sicherheit, dass diese Regionalmuxe nicht auf einmal wieder verschwinden. Ferner profitieren auch die Privaten von der Anwesenheit eines oder mehrerer ÖR Programme im selben Mux.

von drahtlos - am 09.06.2014 18:59
Damit keine Missverständnisse aufkommen:

1. 48 kbit/s sind Körperverletzung.

2. In einer landesweiten Abdeckung müssen alle Sendemasten einen identischen Datenstrom senden, ansonsten würde das SFN zerstört. Daher wird man nicht umhin kommen, sämtliche Regionalfenster in das Mux zu nehmen, ohne das Gebiet in mehrere Muxe aufzuteilen.

Insofern ist die Situation in RLP die bestmögliche. Eine weitere Verbesserung wäre lediglich die Einführung zusätzlicher, regionaler Muxe, in welche die SWR-4-Programme dann wechseln können. Das setzt aber eine stark gestiegene Nachfrage nach DAB+-Kapazitäten voraus.

von Alqaszar - am 12.06.2014 14:49
In Sachen RP hätte ich eine Idee (die natürlich wegen einiger technischer/politischer/rechtlicher Faktoren absolut unrealistisch ist):
Man könnte SWR4 MZ in den "DR Hessen"-Mux auf 11C verschieben und dort mit EEP-1A übertragen, so wie die restlichen Sender (Platz genug ist ja noch). Dann wäre auf 11A mehr Platz für den Rest.
Wäre das Programm dann auf DAB (via Mainz-Kastel und ggf. SFN-Vorteile durch Feldberg/Europaturm) im SWR-Gebiet auch überall dort empfagbar, wo SWR4 MZ auf UKW empfangbar ist (oder alternativ auch der aktuellen Schnittmenge zwischen UKW und DAB)?

von Basic.Master - am 12.06.2014 15:05
Genau. Und SWR4BW-FN wird zukünftig auf 9D SMC D-03 O-CH übertragen ;-) Hochrheinradio auf 7A

Mal ernsthaft: Wenn Kapazitäten nicht ausreichend vorhanden sind, muß man sie eben erweitern.
Wer hindert den BR zum Beispiel mittelfristig daran, seine 2. Bedeckung temporär in einigen Regionen zu nutzen, wo keine Lokalmuxe vorhanden sind, und so 11D zu entlasten?

von DH0GHU - am 12.06.2014 15:21
Zitat

In einer landesweiten Abdeckung müssen alle Sendemasten einen identischen Datenstrom senden, ansonsten würde das SFN zerstört. Daher wird man nicht umhin kommen, sämtliche Regionalfenster in das Mux zu nehmen, ohne das Gebiet in mehrere Muxe aufzuteilen.

Es würde wahrscheinlich nicht das ganze SFN zerstört, sondern nur die CU, die gegeneinander "antreten". Wenn die selben CUs in Unterfranken anders als in Oberbayern belegt sind, ist in den eigentlichen Zielgebieten der Empfang gut, nur in Mittelfranken dürfte weder die eine noch die andere Regionalversion gut zu hören sein; dafür wäre dort aber die Ober- und Mittelfranken-Version gut zu hören. Je feingliedriger das Netz (also je mehr Standorte) desto passgenauer würde das funktionieren. Ich würde wagen zu behaupten, dass das geplante Netz des BR theoretisch dafür ausreichen würde.


Zitat

Wer hindert den BR zum Beispiel mittelfristig daran, seine 2. Bedeckung temporär in einigen Regionen zu nutzen, wo keine Lokalmuxe vorhanden sind, und so 11D zu entlasten?

Man nutzt ja schon eine zweite Bedeckung, und zwar den 12D. Und so lange das Interesse der privaten auf Landesebene so verhalten ist, wird es wohl auch dabei bleiben; für den BR dürfte das um einiges günstiger sein, als eigene Lokalmuxe aufzumachen. Ich schätze, dass es 2016 interessant wird. Dann werden möglicher Weise die UKW-Lizenzen zahlreicher Lokalsender an eine DAB-Ausstrahlung gekoppelt wodurch einige Lokalmuxe aus dem Boden sprießen werden. Mit Ausnahme von München ist allerdings die Frage, ob der BR überhaupt in die kleinzelligen Lokalmuxe möchte (In Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt hat er sich keinen Platz reservieren lassen) oder nicht eher auf passgenaue Muxe für seine Bayern 1-Regionen wartet. Der BR kann diese Regionalmuxe natürlich auch selbst und allein aufschalten - wir sollten uns aber darüber im Klaren sein, dass solche Alleingänge dann früher oder später auf Kosten des Fernempfang gehen.

von Zwölf - am 12.06.2014 16:35
Zitat
Zwölf
Zitat

In einer landesweiten Abdeckung müssen alle Sendemasten einen identischen Datenstrom senden, ansonsten würde das SFN zerstört. Daher wird man nicht umhin kommen, sämtliche Regionalfenster in das Mux zu nehmen, ohne das Gebiet in mehrere Muxe aufzuteilen.

Es würde wahrscheinlich nicht das ganze SFN zerstört, sondern nur die CU, die gegeneinander "antreten". Wenn die selben CUs in Unterfranken anders als in Oberbayern belegt sind, ist in den eigentlichen Zielgebieten der Empfang gut, nur in Mittelfranken dürfte weder die eine noch die andere Regionalversion gut zu hören sein; dafür wäre dort aber die Ober- und Mittelfranken-Version gut zu hören. Je feingliedriger das Netz (also je mehr Standorte) desto passgenauer würde das funktionieren. Ich würde wagen zu behaupten, dass das geplante Netz des BR theoretisch dafür ausreichen würde.


und was macht man dann im Gebriege wo mehre 11D/12D Sender stark reinfallen?
ich hab die erfahrung gemacht das, je hörer man kommt auf einen Berg um so schlechter wird 11D und 12D weil zu viele Sendestandorte mit logischerweiße unterschliedlichen laufzeiten rein kommen, dagegen gehen Kanäle aus München, Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt die nur 1 bis 2 sendestandorte haben mit voll ausschlag rein obwohl die viel weiter weg sind...

von Kohlberger91 - am 12.06.2014 16:48
Zitat
Alqaszar
Damit keine Missverständnisse aufkommen:

1. 48 kbit/s sind Körperverletzung.


Selbst über einen einzelnen Handylautsprecher.

von pomnitz26 - am 12.06.2014 16:48
Zitat
Kohlberger91
Zitat
Zwölf
Zitat

In einer landesweiten Abdeckung müssen alle Sendemasten einen identischen Datenstrom senden, ansonsten würde das SFN zerstört. Daher wird man nicht umhin kommen, sämtliche Regionalfenster in das Mux zu nehmen, ohne das Gebiet in mehrere Muxe aufzuteilen.

Es würde wahrscheinlich nicht das ganze SFN zerstört, sondern nur die CU, die gegeneinander "antreten". Wenn die selben CUs in Unterfranken anders als in Oberbayern belegt sind, ist in den eigentlichen Zielgebieten der Empfang gut, nur in Mittelfranken dürfte weder die eine noch die andere Regionalversion gut zu hören sein; dafür wäre dort aber die Ober- und Mittelfranken-Version gut zu hören. Je feingliedriger das Netz (also je mehr Standorte) desto passgenauer würde das funktionieren. Ich würde wagen zu behaupten, dass das geplante Netz des BR theoretisch dafür ausreichen würde.


und was macht man dann im Gebriege wo mehre 11D/12D Sender stark reinfallen?
ich hab die erfahrung gemacht das, je hörer man kommt auf einen Berg um so schlechter wird 11D und 12D weil zu viele Sendestandorte mit logischerweiße unterschliedlichen laufzeiten rein kommen, dagegen gehen Kanäle aus München, Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt die nur 1 bis 2 sendestandorte haben mit voll ausschlag rein obwohl die viel weiter weg sind...

Normaler Weise gibt es auch in diesen Regionen einen dominierenden Grundnetzsender (z.B. Grünten oder Wendelstein und es werden noch weitere hinzukommen), die die weiter entfernten SFN-Sender platt machen. (Ansonsten gäbe es auch Auslöschungen durch zu hohe Laufzeitunterschiede)
Je nach dem, ob man München auch im 11D unterbringen möchte wäre eine Regionalisierung mit etwa 3-4 11D-Muxen möglich.
Etwa so:
[attachment 3319 reg.jpg]

von Zwölf - am 12.06.2014 17:28
Zitat

48 kbit/s sind Körperverletzung.

In Malta anscheinend nicht.

Ich kann jetzt da nur für Bayern reden: Für diese 2 Min. Regionalinfos und das Mittagsfenster reichen 48 kbit/s doch vollkommen aus.

Außerdem interessiert die große Masse Klangqualität beim Radio (z. B. im Büro und in der Küche) eh nicht wirklich. Da geht Quantität (Anzahl der Programme) vor Qualität ("CD-Qualität").
Und ich kann mich dem nur anschließen.

Und zurück zum Thema: Was 90elf konnte, müssten eigentlich auch die Öffis für ihre Sub-Regionalprogramme können.

von Schwabinger - am 12.06.2014 17:40
Ich hatte mal bei der SRF angefragt ob für die Regionaljournale das von 90elf verwendete Dynamische
Bandbreitenmanagement verwendet werden könnte aber das wurde laut erhaltener Antwort " geprüft
und dann verworfen " somit senden die Regionaljournale # mit je 64 kbps auf den Diversen Muxen.
Auf 7 A dem Regionalen Layer Nordschweiz/ Zürich/ Schaffhausen/ Zentralschweiz sind das 5 Regionaljournale.

von RADIO354 - am 13.06.2014 08:51
@Schwabinger: Sehe ich nicht so. Vermutlich reagiert aber jeder anders.
Für mich am schlimmsten sind Verzerrungen, deutlich wahrnehmbares und/oder zeitlich veränderliches Rauschen ("Flatterfading" bei Mobilempfang), gefolgt von ohne A/B-Vergleich deutlich wahrnehmbaren (also im Alltag ohne genaues darauf Achten hörbare) Artefakte. Der "flache" Klang billiger Lautsprecher mit eingeschränktem Frequenzgang kommt erst danach. Da fehlt nur was, da ist nichts störendes dabei, was da nicht hingehört (solange der Kautsprecher nicht scheppert / klirrt, siehe Verzerrungen...)
Wahr ist allerdings: die Grenzdatenrate ist massiv abhängig von der gesamtem Signalkette. DR Wissen klingt besser als manch 64- oder 72-kbit/s-Programm. Es kommt haltnicht auf die Datenrate allein an, sondern auf das Soundprocessing, die Qualität von Encodern, auch von Decodern, ...

von DH0GHU - am 13.06.2014 09:09
@DH0GHU
Schon richtig.
Aaaaber: Die meisten nicht-preis-schockenden DAB+-Radios in den Regalen für den HausgebrauchTM sind Monokisten. Und da klingt alles gleich. Reicht für gefühlt die einfache Mehrheit, die ein Radio für Camping/Büro/Kinderzimmer/Garage/Bad/Küche etc. sucht, völlig aus.

von Schwabinger - am 13.06.2014 16:16
Naja, Monokiste ist nicht unbedingt gleich Monokiste. Da gibt es schon Unterschiede. Das Dual Dab 4 soll graumsam klingen (ich habe keins und kann es nicht beurteilen), das Pure One Mi hat eine gute Mitten Wiedergabe, aber alle anderen Töne fehlen irgendwie und das letzte Laustärke Drittel führt zu einem schepperndem Klang.Das Roberts SolarDAB II hat einen sehr runden Klang und scheppert nur bei voller Lautstärke. Das Noxon d100 hat sogar einen ordentlichen Tiefbass und verzerrt nicht bei voller Lautstärke.
Es kommt halt immer darauf an was für eine "Tröte" da eingebaut wurde und ob genug Raum da ist damit es bei größeren Lautstärken nicht zu Verzerrungen kommt.

von Mr. DABelina - am 14.06.2014 06:58
Zitat
Zwölf
Zitat
Kohlberger91
Zitat
Zwölf
Zitat

In einer landesweiten Abdeckung müssen alle Sendemasten einen identischen Datenstrom senden, ansonsten würde das SFN zerstört. Daher wird man nicht umhin kommen, sämtliche Regionalfenster in das Mux zu nehmen, ohne das Gebiet in mehrere Muxe aufzuteilen.

Es würde wahrscheinlich nicht das ganze SFN zerstört, sondern nur die CU, die gegeneinander "antreten". Wenn die selben CUs in Unterfranken anders als in Oberbayern belegt sind, ist in den eigentlichen Zielgebieten der Empfang gut, nur in Mittelfranken dürfte weder die eine noch die andere Regionalversion gut zu hören sein; dafür wäre dort aber die Ober- und Mittelfranken-Version gut zu hören. Je feingliedriger das Netz (also je mehr Standorte) desto passgenauer würde das funktionieren. Ich würde wagen zu behaupten, dass das geplante Netz des BR theoretisch dafür ausreichen würde.


und was macht man dann im Gebriege wo mehre 11D/12D Sender stark reinfallen?
ich hab die erfahrung gemacht das, je hörer man kommt auf einen Berg um so schlechter wird 11D und 12D weil zu viele Sendestandorte mit logischerweiße unterschliedlichen laufzeiten rein kommen, dagegen gehen Kanäle aus München, Nürnberg, Augsburg, Ingolstadt die nur 1 bis 2 sendestandorte haben mit voll ausschlag rein obwohl die viel weiter weg sind...

Normaler Weise gibt es auch in diesen Regionen einen dominierenden Grundnetzsender (z.B. Grünten oder Wendelstein und es werden noch weitere hinzukommen), die die weiter entfernten SFN-Sender platt machen. (Ansonsten gäbe es auch Auslöschungen durch zu hohe Laufzeitunterschiede)
Je nach dem, ob man München auch im 11D unterbringen möchte wäre eine Regionalisierung mit etwa 3-4 11D-Muxen möglich.
Etwa so:
[attachment 3319 reg.jpg]



ich war erst vor kurzen am Großen und am Kleinen Arber, der Hohe Bogen ist nicht weit weg und trodem auf 12D und 11D keinen Vollausschlag gehabt, dageben kamen die lokalkanäle in Vollausschlag.

von Kohlberger91 - am 14.06.2014 13:14
was würde man eigentlich an kbps einsparen, wenn man in Mono senden würde, für diese Regionalsender? in Mono dürfte das bei sprache doch kaum auffallen ob man in 48kbps oder 32kbps sendet?

von Rheinländer - am 14.09.2015 21:53
In München wird doch auf dem Kanal 11C "Bayern 1" im Lokalmux ausgestrahlt und es sind nur 96 kbps. Glaubt denn jemand tatsächlich, dass wenn der BR mehr Bandbreite gewinnt, die kbps der einzelnen Programme heraufgeschraubt werden? Die erfinden sicherlich noch eine Lücke im Gesetz, um ein weiteres Hörfunkprogramm zu starten. Die ARD/IRT haben doch dafür gesorgt, dass ihre Regionalstudios auf DAB+ abgebildet werden können. Schaut Euch NRW an. Die DAB+-Lokalmuxe sind genauso zugeschnitten, wie die WDR 2 Regionalstudios heute auf UKW. In allen Bundesländern gibt es Lokal-/Regional-Multplexe. Die werden nicht genutzt, weil die meisten Länder diese nicht ausschreiben. Würden diese ausgeschrieben werden, würden die ARD-Anstalten ihre Ansprüche anmelden.

von Seltener Besucher - am 15.09.2015 00:14
Man kann auch zukünftig so denken: Landesweite Sender über DAB+, regionale und lokale Sender über UKW (gigital als DRM).

von pfennigfuchser - am 15.09.2015 04:28
Eine Einbeziehung von DRM in Digitalisierungskonzepte wurde vor einigen Jahren ausgeschlossen. Sie ist auch komplett unsinnig, da es dann wieder die gleichen Startprobleme wie bei DAB+ gibt - die Gerätedurchdringung des Marktes mit DRM+-Geräten ist momentan exakt 0,00%.
Ein Umstieg auf Mono ist reichlich gewagt, das Argument des guten Klangs ist dann dahin, und auch bei Wortprogrammen, z.B. Diskussionen, sind räumliche Trennungseffekte durch Stereo sinnvoll.

Was nun den Banbreitenbedarf z.B. des BR betrifft: Erstens wäre nichts dagegen zu sagen, wenn der BR mehr Programme verbreiten dürfte und würde. Das wäre wenigstens eine Kombination aus Qualität und Quantität, damit tun sich kommerzielle Anbieter bekanntlich sehr schwer. Zweitens würde er, wenn Dein Einwurf, Seltener Besucher, richtig wäre, es schon längst tun, statt dessen spendiert er seinen Programmen ganz ordentliche Datenraten...

Hinsichtlich der Mux-Aufteilung für Kommerzielle finde ich aus Hörersicht die süddeutsche Lösung (speziell wie in Bayern angestrebt) am attraktivsten: Da deckt ein DAB-Mux dann eben mehrere Versorgungsgebiete ab.
Wer z.B. in Bad Tölz wohnt und in Murnau arbeitet, kann dann endlich "sein" Lokalprogramm durchhören - das geht auf UKW nicht in guter Qualität.. Zwar besteht dann eine gewisse Konkurrenz untereinander, aber die Kosten sind nach einer UKW-Abschaltung eher niedriger, die Hörerbasis entsprechend größer. Die Muxe in Augsburg, Ingolstadt etc. zeigen außerdem, daß es in Lokalmuxen durchaus potential für neue Anbieter gibt, die sich durch Präsenz in einigen Lokalmuxen relativ große Versorgungsgebiete zu günstigen Konditionen sichern können.
Etwas extremer ist da schon die aktuelle BaWü-Lösung, aber die ist ja auch nicht in Stein gemeiselt.

von DH0GHU - am 15.09.2015 10:17
Der BR darf laut BR-Gesetz in Abweichung vom RStV terrestrisch fünf Programme analog über UKW und digital verbreiten sowie fünf weitere ausschließlich digital.

von Manfred Z - am 15.09.2015 10:47
Zitat
Manfred Z
Der BR darf laut BR-Gesetz in Abweichung vom RStV fünf Programme analog und digital verbreiten sowie fünf weitere ausschließlich digital.


Auf was bezieht sich das Analog eigendlich. Nur auf UKW? Dann müßte man aber sagen, der BR darf 5 auf UKW, 10 auf DAB+ verbreiten, weil genau genommen ist ja Mittelwelle ja auch Analog und dort wird BR Plus verbreitert, ego wären es insgesamt 6 Programme die der BR analog verbreitet, ego verstößt der BR nach dem Gesetz, wenn nur zwischen Analog und Digital unterschieden wird im Gesetz ?! ;)

von Kohlberger91 - am 15.09.2015 10:56
Die Mittelwelle ist irrelevant. Die Aussage "Dann müßte man aber sagen, der BR darf 5 auf UKW, 10 auf DAB+ verbreiten ..." würde insgesamt 15 Programme bedeuten; das ist aber nicht der Fall.

Der genaue Gesetzestext in § 2:

Zitat

(3) Der Bayerische Rundfunk veranstaltet bis zu zehn terrestrisch verbreitete Hörfunkprogramme. Davon werden bis zu fünf Hörfunkprogramme analog und fünf Hörfunkprogramme ausschließlich in digitaler Technik verbreitet. Jedes Programm muss einen der folgenden Schwerpunkte haben:
- populäre Musik und Unterhaltung,
- Kultur,
- Musik für ein jüngeres Publikum,
- klassische Musik,
- Nachrichten und Informationen,
- Inhalt für ein älteres Publikum,
- Bildung, Wissen und Gesellschaft,
- Service, Beratung und Ereignisse,
- Bayern und Regionales,
- Jugend.
Das Gesamtangebot muss alle Schwerpunkte abdecken. Der Rundfunkrat legt die Programmrichtlinien fest.


Edit: Ersten Absatz präzisiert. War wegen zu knapper Formulierung missverständlich.

von Manfred Z - am 15.09.2015 11:15
Theoretisch wäre auch denkbar, dass der BR irgendwann von allen Programmen eine landesweite Version und eine regionale anbietet. Dazu müssten allerdings alle Regionalnachrichten in den landesweiten BR-Muxen ausgestrahlt werden um sie mit den anderen Programmen verknüpfen zu können.

von Zwölf - am 15.09.2015 12:36
Zitat
Manfred Z
Die Mittelwelle ist irrelevant. "5 auf UKW, 10 auf DAB+" wären insgesamt 15; das ist nicht der Fall.

Der genaue Gesetzestext in § 2:

Zitat

(3) Der Bayerische Rundfunk veranstaltet bis zu zehn terrestrisch verbreitete Hörfunkprogramme. Davon werden bis zu fünf Hörfunkprogramme analog und fünf Hörfunkprogramme ausschließlich in digitaler Technik verbreitet. Jedes Programm muss einen der folgenden Schwerpunkte haben:


finde ich nicht, Mittelwelle ist Analog somit sind es 6 Programme, es dürften aber laut dem Text nur 5 sein. Wenn dann müsste es ganz genau drin stehen, 5 Programme Analog auf UKW in FM, 1 Analoges auf AM. Ist aber nicht der Fall, es steht nur Analog drin und Analog ist Analog, egal ob jetzt in FM auf UKW oder auf als AM auf Mittelwelle.

Auch die zahl 15 finde ich unlogisch, es sind insgesamt ja trotzdem nur 10 verschiedene BR Programme wovon alle Digital über DAB+, DVB-S/-C verbreitet werden. 6 davon zusätzlich Terrestrisch Analog über UKW,MW. Deswegen bleiben es aber trotzdem nur 10 verschiede Programme und nicht 15 oder 16 :gruebel:

von Kohlberger91 - am 15.09.2015 13:09
Wahrscheinlich wurde die Formulierung mit den 5 analogen Programmen zu einer Zeit eingeführt, als auf der MW noch ein Programm sendete, dass es auch auf UKW zu hören gab, sodass einfach niemand dran dachte, das zu regeln. Dass der BR sein Gesetz recht zuhörerfreundlich über den reinen Gesetzestext hinaus auslegt, kennen wir ja schon vom ARD-Radiofestival. Wo kein Kläger, da kein Richter.

von Zwölf - am 15.09.2015 13:17
Ironie an:

Bei der Regionalisierung könnte man auf PL5 gehen ...

Ironie aus.

von andimik - am 15.09.2015 13:19
Der BR ist recht kreativ, was die rechtliche Rechtfertigung seines Digitalradioangebots betrifft, welche klar gegen entsprechende Staatsverträge verstößt.

Aber das Thema dieses Threads lautet: "Regionalfenster in den DAB-Muxen" und behandelt das Problem der Mehrfachausstrahlung der gleichen Programme in den gleichen Muxen - nicht die Frage, ob die BR-Mittelwelle als analoges Programm zählt.

von freiwild - am 15.09.2015 16:01
[OT] Ehrlich gesagt ist es mir ziemlich egal, ob der BR gegen den Staatsvertrag verstößt oder nicht. Ist doch nur von Vorteil für mich als Hörer, wenn er mehr liefert, als er eigentlich darf. Diese bescheuerte Programmzahlbegrenzung ist doch nichts als - zu analogzeiten noch begründbarer - antiquierter Welpenschutz für einen nie erwachsen gewordenen Kommerzfunk. Vielfalt bei den Kommerziellen wurde dadurch auch nicht geschaffen.

von DH0GHU - am 15.09.2015 16:22
Zitat
freiwild
Der BR ist recht kreativ, was die rechtliche Rechtfertigung seines Digitalradioangebots betrifft, welche klar gegen entsprechende Staatsverträge verstößt.


Es sind fünf digital verbreitete Programme. Ich verstehe nicht wo das Problem liegt?
Und das mit der Mittelwelle hat sich in exakt zwei Wochen sowieso erledigt.

von DigiAndi - am 16.09.2015 10:43
Vielleicht meint er die Sache mit dem ARD Radiofestival.

von Zwölf - am 16.09.2015 11:36
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