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DAB+ Module - Wie viel Potenzial nach oben?

Startbeitrag von DX OberTShausen am 22.11.2014 18:14

Hallo,
es wird ja immer behauptet, dass 10 KW auf DAB+ ungefähr so weit reichen wie 50 KW oder gar 100 KW auf UKW. Derzeit kann ich das noch nicht so ganz bestätigen. Das schiebe ich aber nicht auf die Technik an sich. Viel mehr denke ich, dass die Chips/Module einfach noch nicht ganz das liefern, was normalerweise möglich wäre.

In Sachen Trennschärfe und auch Empfindlichkeit liegt das Venice 7 Modul derzeit immernoch ganz vorne. Aber was kann man noch rausholen?
1-2 dB können schon viel ausmachen. Das merke ich hier bei mir am 11B. Mit dem Venice 6 Modul meines Dual DAB9 geht der 11B nur mit Aussetzern und zudem stark fadend, vermutlich wegen zu schlechter Trennschärfe. Stelle ich das Grundig daneben mit Verona Modul, geht der 11B fast stabil und mit ganz wenigen Aussetzern. Mit dem Dual DAB12 und Venice 7 Modul geht es komplett ohne Aussetzer und stabil. Schwächere Ensembles, wie etwa der 8D, gehen nur bei Tropo mit Audio. Bei Normalbedingungen habe ich mit dem Venice 7 Modul aber noch 1-2 von 16 Balken.

Gibt es noch Potenzial nach oben oder ist das Maximum schon erreicht?

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Das Hauptproblem bei den ganzen Angebotenen DAB Empfänger ist das die keinen Externen Antennenanschluss haben.
Oder aber die Teleskopantenne passt oftmals nicht zur Wellenlänge.
Die ist einfach zu Kurz.
Dieses merkt man oft wenn man mit dem DAB Empfänger die unteren Kanäle empfangen will. (z.b. 5C)
Da muss man wenn man diese gescheit empfangen will die Antenne mit ein Stück draht verlängern.
Gleiches gilt auch wenn mit dem DAB Radio doch mal UKW Empfangen werden soll.
Man kann davon ausgehen das es oftmals an einer gescheiten Antenne am Gerät scheitert.

Deswegen hab ich "Da geht sogar noch viel mehr" gestimmt.

von _Yoshi_ - am 22.11.2014 18:29
Keins der Module hat mehr einen externen ZF-Filter, das passiert alles "on-chip" im RF-Frontend. Das ist zwar schon erstaunlich gut, aber versagt halt dann bei extremen Pegelunterschieden. Eine mehrstufige externe Vorselektion ist auch nicht drin. Man muss sich doch mal nur anschauen, was auf den Venice-Modulen drauf ist. RF-Frontend-Chip mit ~20 externen Bauteilen auf

von Georg A. - am 22.11.2014 22:10
Bei UKW Tunern ist die On Chip oder auch DSP ZF Filterung genannt, deutlich besser als die externe ZF Filterung durch in Reihe geschaltete Keramikfilter. Bei UKW ist damit 100kHz Trennschaerfe kein Problem. Das wird beim sehr breiten 1,5MHz DAB Signal erst Recht so sein.

Man wird bei DAB Tunern sicher noch einiges an Trennschaerfe herausholen koennen aber erst, wenn nicht nur sogenannte 'low cost' Wodule angeboten werden, die noch dazu fuer Akkubetrieb sehr stromsparend sind.
Mein Frequenzscanner zeigt mir auch eine saubere Luecke zwischen zwei benachbarten DAB Kanaelen wenn sie mit meinen DAB Radios, wegen zu grossem Pegelunterschied schon nicht mehr zu trennen sind und der Scanner hat auch nur DSPs verbaut.

von Nordlicht2 - am 23.11.2014 18:45
@Nordlicht2:

Es geht nicht um die DSP-Filterung, da kann beliebig steilflankig werden. Aber dazu braucht es schon mal AD-gewandelte Daten. Schnelle und hochauflösende ADCs sind ein ziemliche Kosten+Stromfresser im Chip, daher beschränkt man sich auf das Notwendige (oft nur 8Bit und 4-8MS/s). Die RF-Frontends sind aber durchgängig analog (ok, die PLLs nicht...), es kommt da immer analoges IQ zum ADC des Demod-Chips raus. Damit muss die Vorfilterung analog und Chip-intern erfolgen und das hat bezüglich Grosssignalfestigkeit schon Konsequenzen...

von Georg A. - am 24.11.2014 15:42
> Wie hoch lösen denn richtig gute Chips so auf?

Redest du von DAB oder allgemein schnelle ADCs?

Langsame ADCs nähern sich über eine Feedbackschleife mit billigem DA-Wandler und Komparator dem Eingangswert in Schritten an ("SAR", Successive Aproximation, bis so 10MS/s und 14Bit), machen eine Delta-Sigma-Wandlung (~200kS/s, ~24Bit) oder Dual-Slope (ein paar Samples/s, 10-30Bit). Delta-Sigma ist das typische Verfahren für Audio-ADCs, bringt viele Bits, braucht aber schon etwas an DSP-Leistung. Dual-Slope ist eher was für Messgeräte.

Schnelle ADCs (typ >10MS/S) müssen nach dem "Flash"-Prinzip arbeiten. Das hat nichts mit Flash-Speicher zu tun, sondern bedeutet, dass die Wandlung in einem Durchgang erfolgt. Dazu braucht man für n Bit 2^n Spannungskomparatoren und eine Logik, die die 2^n Vergleichsergebnisse wieder zusammenfasst. CCD-Wandler gibts auch, die rauschen aber heftig und wurden eher für Oszis verwendet.

Hier mal so ein paar Hausnummern (Einzelstückpreise von digikey):

ADS7882: 1fach SAR-ADC, 12Bit, 3MS/s, 85mW, 6EUR
LTC2315: 1fach SAR-ADC, 12Bit, 5MS/s, ~40mW, 11EUR
AD9273: 8fach ADC, 12Bit, 50MS/s, 100mW pro Kanal, 57EUR
AD9277: 8fach ADC, 14Bit, 50MS/s, 200mW pro Kanal, 78EUR
ADS58C48: 4fach ADC, 14Bit, 200MS/s, ~1W, 130EUR
ISLA110P50: 1fach ADC, 12Bit, 500MS/s, ~0.5W, 125EUR
ADC12J1600: 1fach ADC, 12Bit, 2700MS/s, ~2W, 1000EUR

Die 4/8-fach ADCs sind schon speziell für so HF/SDR-Kram gemacht, die haben noch interne Verstärker und Filter. Die Preise sind aber dann schon ganz deftig ;)

In den typischen All-in-One-DAB-Demodulatoren sind AFAIR meistens 8-10Bit-Wandler drin, der Kino3 hat zB. 10Bit. Allerdings ist deren Performance durch den restlichen Störnebel im Chip auch nicht mit externen Wandlern vergleichbar. Aber das ganze Venice-Modul wird wohl schon im Einkauf weniger als der billigste ADC oben kosten ;)

von Georg A. - am 24.11.2014 21:28
0 dB.
Allerdings könnte man vor die externen Wandler auch einen externen LNA setzen. Dann würde das Eingangsrauschen der HF-Vorstufe nicht bei den üblichen "paar dB" liegen, sondern vielleicht bei 1 dB.
Allerdings: Mehr Empfindlichkeit bedeutet auch: Mehr Anforderungen an Großsignalfestigkeit und Dynamik. Also noch teurere Wandler.
Die Wandlerqualität ist v.a. relevant für so Fragen wie Nachbarkanalunterdrückung, Intermodulationsfestigkeit (falls nicht genug vorgefiltert wird), akzeptierter Pegelbereich, etc., weniger für die Empfindlichkeit (zu hohes Wandlerrauschen kann man, auf Kosten der Großsignalfestigkeit, durch mehr Vorverstärkung ersetzen.)

Die Empfindlichkeit dürfte aber auch von den benutzten Demodulations- und Decodieralgorithmen abhängen...

Den Aufwand auf der ADC-Seite kann man bei entsprechend guter Vorselektion auch reduzieren. Bei den heute üblichen Konzepten einer direkten Umsetzung ins Basisband (Mischung auf 0 Hz) ist das dann die passende Architektur der analogen Tiefpässe...
Noch besser wären wohl ordentliche SAW-Filter in einer entsprechend hohen ZF, aber das wird dann unbezahlbar

von DH0GHU - am 25.11.2014 08:20
Oder anders ausgedrückt: als Hersteller von DAB+ Empfangsmodulen muss man die Balance zwischen Empfangsqualität und Kosten finden. Und genau da ist noch jede Menge Verbesserungspotential vorhanden da in geschätzt 9 von 10 Radios ein "Low Cost Modul" drin steckt. "Normale", also nicht auf niedrige Kosten entwickelte Module (zum Beispiel von NXP) stecken aktuell wohl nur in Autoradios.

von Spacelab - am 25.11.2014 08:47
Das war in den letzten 20 Jahre ja auch bei UKW schon so... Wenn sogar in diesem "Freak"-Forum herumlamentiert wird, dass Autoradios >100 € kosten und Heimgeräte nicht für < 30 € zu haben sind, und man den Eindruck hat, KFZ-Hersteller wären schon Vebrecher, wenn sie mal 200-300 € für eine Systemlösung verlangen, darf man sich nicht wundern, dass vernünftige Technik im Markt nicht durchsetzbar ist.
Top-Technik zu Spotpreisen gibts nunmal nicht, nichtmal dann, wenn sie ohne Schutzausrüstung von Kinderhänden in Südostasien zusammengedengelt wird.

von DH0GHU - am 25.11.2014 08:53
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Hersteller extra fuer DX Freaks hochempfindliche DAB Tuner bauen werden. Die bringen nur an Dachantennen etwas. An Zimmerantennen oder in Autos braucht es nicht mehr Empfindlichkeit als sie z.B. das Venice 7 liefert, weil PCs, Netzteile, Displayes, Ampeln, KFZ Elektronik, Kabellecks usw. den Empfang stoeren. Grossignalfestigkeit ist bei den Frontier Modulen auch voellig ausreichend, wenn man UKW wegfiltert. Nun gut wer direkt neben einem DAB Sender wohnt und DXen will, mag das anders sehen. Einzig mehr Trennschaerfe wuensche ich mir. Mein Panasonic TV hat bei DVB-T auch keinerlei Probleme mit Nachbarkanaelen, das muss bei DAB+ auch moeglich werden.

von Nordlicht2 - am 25.11.2014 09:06
An der stoerenden Ampel gehts garantiert mit beiden nicht mehr. Die stoerende Ampel (als Beispiel) ist ausschlaggebend dafuer, wie stark die DAB Feldstaerke im Versorgungsgebiet in Zukunft sein wird. Sieht man ja schon gut im MDR Land. Ich bleibe daher dabei, mehr Empfindlichkeit bringt nur was fuer DXer und diese Zielgruppe ist zu klein fuer einen Massenmarkt.
Wenn die NXP Automotiv Tuner so viel besser sind, dann sollte man sie mal zu Hause an der Dachantenne testen. Vielleicht bauen Yamaha, Onkyo usw. auch mal diese NXP Tuner ein und nicht mehr nur Lowcost in Highend zu ueberhoehtem Endpreis.

von Nordlicht2 - am 25.11.2014 09:52
Zitat
Spacelab
Da würdest du aber Bauklötze staunen was ein NXP Automotive Modul gegenüber dem Venice 7 unter gleichen Bedingungen noch rausholen kann. Gerade bei den extrem schwankenden Empfangsbedingungen während der Fahrt.


Womit genau hast du solche Erfahrungen gemacht?

Kenwood BT73DAB / Kenwood DNX4250DAB (NXP) sind bei mir vom Empfang her *definitiv* nicht besser als mein Alpine EziDAB, wo doch auch quasi nur ein Venice 7 enthalten ist. Da erkenne ich keinen wesentlichen Unterschied. Im Gegenteil: bisweilen kommt mir das EziDAB sogar noch einen Tick empfindlicher/im Empfang stabiler vor.

von Habakukk - am 25.11.2014 10:11
An der Ampel geht so ziemlich alles in die Knie. Als bis vor zwei Wochen bei uns im Dorf noch die Baustellenampel stand gingen selbst auf UKW nur noch die absoluten Ortssender normal. Bei allem anderen machte der Tuner alle Filter dicht (Monoempfang, alle Höhen rausgedreht...) und es prasselte und zischelte trotzdem noch.

Warum sollte Yamaha und Co. denn einen Automotive Tuner in seine Heimgeräte verbauen? Da wurde selbst bei UKW schon nie gemacht. Da waren Autoradios Zuhause auch schon immer, teilweise sogar wesentlich, empfangsstärker. Und bei UKW Tunern ist der Preisunterschied noch lange nicht so groß wie bei DAB+ Modulen. Also was die Hersteller selbst bei UKW nicht gemacht haben werden sie bei DAB+ erst recht nicht tun. Da hab ich die Hoffnung schon aufgegeben als ich das erste mal einen sündhaft teuren "High-End" DAB+ Tuner von innen gesehen hatte. :rolleyes:

Du gehst übrigens von den falschen Voraussetzungen aus. Mehr Empfindlichkeit bringt IMMER was. Nicht nur beim DXen. Nimm einfach mal ein Low-Cost Modul wie das Venice 7 und ein sehr empfindliches Automotive Modul. Jetzt stell dir vor du fährt durch eine Unterführung, unter einer großen Stahlbetonbrücke durch oder durch eine dichte Häuserschlucht. Was denkst du welches Modul spielt länger störungsfrei? ;-) Es ist ja auch nicht nur die Empfindlichkeit. So ein Automotive Modul hat ja auch eine höhere Dynamik (wo wir wieder bei den ADCs wären) damit die teils brutalen Pegelsprünge während der Bewegung besser weggesteckt werden können.

@Habakukk: Du musst bedenken das es auch von NXP verschiedene Module in unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen gibt. Bei den billigen Kenwoods wird das billigste verbaut. Die teuren Chips kommen (leider auch nicht immer) in die Werkslösungen oder in High-End Headunits. Außerdem hatten wir ja auch schon hundertfach feststellen müssen das die Module selbst nur die halbe Miete sind. Der beste Empfänger nützt nichts wenn das Radio intern schon mies entstört ist, das Platinenlayout schlecht ist (Tunerchip direkt neben der ungeschirmten CPU oder ganz dicht am Display) oder man, wie bei vielen Heimgeräten, einen ungeschirmten Klingeldraht von der Antennenbuchse zum Tuner gespannt hat.

von Spacelab - am 25.11.2014 10:27
Zitat
Spacelab
@Habakukk: Du musst bedenken das es auch von NXP verschiedene Module in unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen gibt. Bei den billigen Kenwoods wird das billigste verbaut. Die teuren Chips kommen (leider auch nicht immer) in die Werkslösungen oder in High-End Headunits. Außerdem hatten wir ja auch schon hundertfach feststellen müssen das die Module selbst nur die halbe Miete sind. Der beste Empfänger nützt nichts wenn das Radio intern schon mies entstört ist, das Platinenlayout schlecht ist (Tunerchip direkt neben der ungeschirmten CPU oder ganz dicht am Display) oder man, wie bei vielen Heimgeräten, einen ungeschirmten Klingeldraht von der Antennenbuchse zum Tuner gespannt hat.


Welche Werkslösungen oder High-End Headunits sind denn aktuell bereits besser als so ein Alpine EziDAB oder die neueren Kenwoods aus dem Nachrüstmarkt? Ich denke, das würde sicher einige hier interessieren. Bei uns Radiofreaks mag das bei einem Autokauf ja durchaus eine Rolle spielen.

von Habakukk - am 25.11.2014 10:37
Da müsste man jetzt jemanden kennen der schon so ziemlich alles selbst durchprobiert hat. Und das dürfte eher unmöglich sein. Bestes Beispiel BMW. Die verbauen, laut Eigenwerbung von NXP, den besten (und wohl auch teuersten) Chip den sie anbieten. Der Empfang ist trotzdem eher grottig weil man irgendwas mieses als Antenne dran geknuppert hat. Also nochmals: nur der Tuner alleine bringts nicht! Becker verbaut in den Geräten für Mercedes auch irgendwas teures High-End mäßiges. Ich komm jetzt aber nicht mehr auf den Chiphersteller. Wie sich die Empfänger in der Praxis schlagen weiß ich nicht da ich noch keinen Mercedes mit entsprechendem Radio gefahren bin. Angeblich soll der Empfang aber auch eher Mittelmaß sein. Der Grund ist wohl mal wieder eine suboptimale Scheibenantenne. :sneg:

Vor geraumer Zeit hatte ich eine Alpine Blackbox zum testen bekommen. Drin war ein NXP Chipsatz. Das Teil war der absolute Oberhammer. Die Bedienung war zwar gewöhnugsbedürftig aber die Empfangsleistung war an einer 16V UKW/DAB Kombiantenne von ABB der Knaller. Leider sollte der Kasten flockige 500 Euronen kosten was wohl mitunter auch der Grund gewesen sein soll warum es das Teil nie offiziell zu kaufen gab.

Richtig gute Empfänger gibt es nicht in der Einsteiger- oder Standardklasse. Also alles so bis 350 Euro.

von Spacelab - am 25.11.2014 11:00
'Der absolute Oberhammer' ist schwer als Definition zu verstehen, wenn wir nun nachvollziehen wollen um wieviel besser das Teil gegenueber Venice 7 an gleicher Antenne war.:(

Die Hoffnung habe ich auch aufgegeben, dass es mal die Heim DX Maschine mit super Empfindlichkeit geben wird. Die wird man sich selber bauen muessen oder eben ein Autoradio nutzen. Mein alter Denon ist in Sachen UKW Empfindlichkeit aber auch deutlich besser als z.B Akai oder Technics der selben Preisklasse. Unterschiede gab es da also schon.

Das die Empfindlichkeit im mobilen Einsatz was bringt, will ich nicht bestreiten. Die Unerschiede sind aber wahrscheinlich so gering, dass das im Versorgungsbereich, wo man die Versorgung offensichtlich an die schlechtesten Werksloesungen anpasst, nicht so viel bringt bzw. es den Mehrpreis nicht rechtfertigt. Dann sind wir wieder beim DXer und deshalb auch meine Frage an Georg um wieviel dB wir da reden. 0,XX dB reichen auch fuer mich nicht um mehr Geld auszugeben, auch nicht fuer zu Hause DX wo bei Ueberreichweiten, wie schon bei UKW, dann andere Sender / Muxe stoeren und Empfindlichkeit alleine nichts mehr bringt. Allein schon, dass bei Ueberreichweiten das SFN selber stoert wenn man weit davon entfernt ist, macht DAB+ DXen bald weniger interessant als es heute noch ist. Ausnahme duerften kleine Regional oder Lokalmuxe bleiben.

von Nordlicht2 - am 25.11.2014 11:09
Die Baustellenampel ist ja wohl kaum das Kriterium für die Empfangslagen, auf die ein Autoradio angepaßt werden soll. Ampeln stehen meist in dicht bewohntem Gebiet, wo man i.d. Regel auf Indoor-Empfang abzielt - also sowieso auf höhere Feldstärken setzt. Wenn nicht heute, dann im Endausbau der Muxe.
Interessante Kriterien sind z.B.
- Mobilempfang in der Nähe starker UKW- und DAB-Sender anderer Muxe (// Selektivität bei UKW)
- Mobilempfang im Mobilempfangsgebiet in dünn besiedelten Regionen. Da gibts keine Ampeln.In Tallagen des Thüringer Waldes, des Schwarzwaldes, im Spreewald, in der Lüneburger Heide, etc. Weit weg vom nächsten Sender, weil da schlicht keine großen Städte sind. Und oft auch keine Ampeln.

von DH0GHU - am 25.11.2014 11:27
In den von dir genannten Gebieten wird auch auf In Door Empfang mit tauben Tunern ausgebaut werden. Trennschaerfe ist sicher in Zukunft das wichtigste was ein guter Tuner liefern muss, gefolgt von Grosssignalfestigkeit, die aber zumindest bei den Frontiermodulen schon gegeben ist.

Die Empfindlichkeit der Venice und insbesondere Verona Tunermodule wird hier oft schlechter dargestellt als sie tatsaechlich ist. Wahrscheinlich, weil die meisten Vergleiche nur an Teleskopantenne mit Klingeldraht zum Tunermodul durchgefuehrt werden. Da wird dann schnell mal das fehlende Schirmblech auf der Veronaplatine als Ursache fuer schlechten Empfang ausgemacht. Ich kann nur sagen, mit externem Antennenanschluss ist kein erkennbarer Unterschied zwischen Venice7 und Verona auszumachen. Nur mein Gyrosignal im Dual DAB1A ist spuerbar schlechter (auf die Frontier 16 Balkenanzeige bezogen 1-2 Balken). Mit Vorverstaerker minimiert sich der Unterschied auf maximal 1 Balken.
Auf UKW ist die Verona Empfindlichkeit sogar ganz ganauso wie die meines Denon Tuners (die Datenblaetter bestaetigen das auch). Nur in Sachen Trennschaerfe ist der Denon mit 4 x 110kHz Filtern modifiziert weit ueberlegen. Der Gyrosignal ist bei UKW so schlecht, dass Verona / Venice7 Mono rauschfrei gehen, wo Gyrosignal gerade mal erkennen laesst, dass da ein Programm ist.

von Nordlicht2 - am 25.11.2014 12:31
Mein Stick am PC mit Andis Player spielt sogar ehr los als das JVC an gleicher Dachantenne. Das JVC möchte stabilen Empfang. Ohne vernünftige Antenne bleibt DAB schlechter als mit aktiver Dachantenne auf dem Auto. Noch so eine Sache ist das z.B. das Handyladegerät an der Dachantenne kaum stört, aber an der Scheibenantenne. Stahlt ja auch direkt hinein.

Im Dual DAB5.1 hat man eine ordentliche Abschirmung und ein sauber entstörtes Netzteil verbaut. In der Praxis ist es so dem Microspot RA-318 deutlich überlegen. Im Batteriebetrieb stelle ich keinen Gewinner fest. Auf UKW scheint das Dual sogar besser.

von pomnitz26 - am 25.11.2014 13:58
Zitat
Spacelab
Bestes Beispiel BMW. Die verbauen, laut Eigenwerbung von NXP, den besten (und wohl auch teuersten) Chip den sie anbieten. Der Empfang ist trotzdem eher grottig weil man irgendwas mieses als Antenne dran geknuppert hat. Also nochmals: nur der Tuner alleine bringts nicht! Becker verbaut in den Geräten für Mercedes auch irgendwas teures High-End mäßiges.


Dann vermute ich mal, dass bei VW / Seat auch ein NXP-Chip drin ist. Weißt du da mehr?

von DX OberTShausen - am 25.11.2014 16:40
Zitat
pomnitz26
Mein Stick am PC mit Andis Player spielt sogar ehr los als das JVC an gleicher Dachantenne. Das JVC möchte stabilen Empfang..


Das scheinen so einige Auto DAB Loesungen so zu machen. Audio geht nur, wenn das Signal bei weniger als 4/16 Balken nicht gross schwankt. Wahrscheinlich damit MP2 nicht blubbert. Bei DAB+ ist der Nachteil aber, dass der Empfang unnoetig etwas schlechter erscheint und noch schlimmer, der Vorteil von Programmen mit PL2 geht voellig verloren. Die NDR Programme gehen dadurch eben auch erst ab 3-4 Balken und nicht wie normalerweise schon ab 1-2 Balken. Ich hoffe die Techniker bei den DRadios wissen das auch, wenn sie ueber PL2 nachdenken.

von Nordlicht2 - am 25.11.2014 16:43
Das kommt bei dieser ganzen Sache ja noch dazu. Zwei eigentlich absolut identische DAB+ Chips können sich in der Praxis komplett unterschiedlich verhalten. Denn der Hersteller kann da noch ganz viele Parameter in der Firmware verbasteln. Dieses vorzeitige Muting um blubbern oder schrilles quietschen zu verhindern ist nur eine Option.

Keine Ahnung was VW aktuell in ihren Radios verbaut. Manche Hersteller machen da auch ein regelrechtes Staatsgeheimnis draus. Da muss man das Radio öffnen und rein schauen.

von Spacelab - am 25.11.2014 17:22
Bisher werden hier ja ganz verschiedene Anforderungen wild gemischt. Reine Empfindlichkeit des Gerätes mag für einen stationären Empfänger ganz interessant sein, solang er an einer Antenne mit wenig Störungen betrieben wird. Für ein Autoradio an einer Aktivantenne ist das eher nicht so von Belang, da die Antenne und deren Position einen sehr großen Anteil hat. Das Radio macht dann den Unterschied in Hinblick auf das Verhalten im Mobilbetrieb, den Höreindruck bei schlechten Empfangsbedingungen (Verhindern von unangenehmen Geräuschen oder harten Aussetzern) und sonstigen Features wie nahtloses Umschalten auf alternative Empfangswege.
Nachbarkanalselektion und Dynamik sind dann schon eher noch Punkte, die das Frontend charakterisieren (insofern die Dynamik nicht vom Antennenverstärker begrenzt wird). Ausserdem gibt es sicherlich Unterschiede beim Verhalten unter schwierigen Kanalbedingungen in Hinblick auf Mehrwegeausbreitung und SFN. Ich denke hier gibt es schon Unterschiede zwischen den Herstellern. Für den Auto Bereich wird man sicherlich zukünftig auch öfter mal Mehrantennensysteme bei den Werkslösungen sehen. Das bringt dann schon nochmal spürbare Verbesserungen. Für stationäre Emnpfänger macht das wieder eher keinen Sinn. Dort bringt es wahrscheinlich am ehesten was an der Dachantenne einen sehr rauscharmen und großsignalfesten Empfangsverstärker einzusetzen. Da lassen sich wahrscheinlich bei den meisten Radios größer 2dB herausholen. Dann bleibt die Frage der Nachbarkanalselektion, so man in der Nähe eines Senders wohnt. Wieviel würde denn ein DXer als notwendig erachten ?

von dh5ym - am 25.11.2014 21:42
Naja,
ich gehe mal davon aus, dass ein DXer Signale an der Empfindlichkeitsgrenze empfangen will. Das sind -100 dBm bei den heute gängigen Receivern.
Weiter gehen wir mal davon aus, dass der DXer 10 km vom nächsten 10-kW-DAB-Sender entfernt wohnt.
Noch weiter gehen wir davon aus, dass er in der Lage ist, diesen Sender soweit auszublenden, daß seine Antenne in Richtung dieses Senders einen Gewinn von -10 dBi aufweist.
Dann kommt dieser Sender mit ca. -35 dBm an seinem Receiver an.
Demnach wären 65 dB Nachbarkanalselektion wünschenswert.
.. das sind ca. 25 dB mehr, als die billigen FrontierSilicon-Lösungen derzeit "können".

Wir könnten vielleicht auch zufrieden sein, wenn das ab dem übernächsten Nachbarkanal gelten würde. >50 dB beim Nachbarn sind aber unbedingt wünschenswert.

von DH0GHU - am 25.11.2014 22:19
Bei aktuellen Empfängerkonzepten könnte man wohl von einer Nachbarkanalselektion irgendwo zwischen 45dB und 50dB ausgehen. Dummerweise beziehen sich solche Messungen meist nicht auf -100dBm, sondern auf -70dBm oder -80dBm. Insofern kann man dann schon wieder einige dB abziehen. Der Aufwand für 65dB dürfte aber auf absehbare Zeit zu hoch sein. Beim übernächsten Kanal sollten hoffentlich alle aktuellen Empfänger >50dB schaffen, eher 5dB besser.
-35dBm ergeben dann so -85dBm, die der schwache Nachbarkanal noch minimal haben darf. -100dBm bleiben wahrscheinlich noch eine Weile Utopie. Aber ich denke etwas Verbesserung darf man in der nächsten Zeit schon erwarten.

von dh5ym - am 25.11.2014 22:31
> Mein Panasonic TV hat bei DVB-T auch keinerlei Probleme mit Nachbarkanaelen, das muss
> bei DAB+ auch moeglich werden.

Die DVB-T Tuner-Büchsen haben meistens auch SAW-Filter ;)

Aber es stimmt schon, man muss den Gesamtflow optimieren. Also gescheite Vorselektion mit LNA, SAW-ZF-Filter und gute Wandler. Das be/verhindert aber die Integration und niedrige Kosten. Ich glaube aber schon, dass da selbst ohne Grosssignalprobleme deutlich mehr als 6dB Empfindlichkeitsgewinn drinnen wären. Bei Sat ist man ja AFAIR irgendwo in der Gegend von -115dBm. Aber den Aufwand will keiner bezahlen...

von Georg A. - am 25.11.2014 23:28
-115 dBm kann eigentlich nicht sein. Ein 1,5 MHz breiter Kanal rauscht schon mit -112,2 dBm. Wie hoch muss das S/N-Verhältnis bei DAB und PL 3A mindestens sein? Wenn ich mich richtig erinnere, irgendwo in der Größenordnung von etwas über 6 dB. Demnach sind wir momentan (-100 dBm bei den Spitzenmodulen) Pi x Daumen gerade mal 6 dB vom theoretischen Empfindlichkeitsmaximum entfernt. Wobei durch den omnipräsenten Störnebel der Kampf um diese paar dB vermutlich wenig bringen dürfte.
Daher: Potential vor allem bei der Großsignalfestigkeit/Selektivität. Ein Empfänger ist dann perfekt, wenn seine Großsignalfestigkeit/Selektivität zur spektralen Reinheit der Sendesignale paßt - d.h. dann, wenn eine weitere Verbesserung nichts mehr bringt, weil die Sender auf anderen Kanälen ihn dann zurauschen würden.
Meine Prognose: Wenn niemand 'was als Hobbyprojekt macht (z.B. das Frontend eines FS-Moduls durch ein eigenes Frontend ersetzt), wird das nix. Kein Normalhörer braucht sowas, wenn die DAB-Netze vernünftig ausgebaut sind - da steht dann ja nicht mehr die 50-W-Funzel neben dem 100-kW-Brummer...

von DH0GHU - am 26.11.2014 08:22
Zitat
dh5ym
Reine Empfindlichkeit des Gerätes mag für einen stationären Empfänger ganz interessant sein, solang er an einer Antenne mit wenig Störungen betrieben wird. Für ein Autoradio an einer Aktivantenne ist das eher nicht so von Belang, da die Antenne und deren Position einen sehr großen Anteil hat.


Natürlich macht erst die Kombination aller genannten Eigenschaften aus einem Radio einen guten Empfänger. Aber die Empfindlichkeit ist v.a. bei Mobilempfang als Faktor nicht zu unterschätzen. DAB+ ist ja kein analoges Hörfunksystem, wo man u.U. nicht mal 3dB Unterschied bemerkt. Die Grenze zwischen Aussetzern/Blubbern und aussetzerfreiem Audio ist haarscharf. Da zählt imho jedes dB.

Zitat
DH0GHU
Demnach sind wir momentan (-100 dBm bei den Spitzenmodulen) Pi x Daumen gerade mal 6 dB vom theoretischen Empfindlichkeitsmaximum entfernt. Wobei durch den omnipräsenten Störnebel der Kampf um diese paar dB vermutlich wenig bringen dürfte.

Man muss ja nicht um jeden Preis noch was raus holen, aber 6dB ist trotz allem noch eine Menge Holz, unterschätz das mal nicht. Selbst wenn sich davon realistisch gesehen nur 2-3dB rausholen lassen, kann das einen wackligen Empfang u.U. stabilisieren.

von Habakukk - am 26.11.2014 08:42
Ja aber... auch schon mit den aktuellen Tunern hat man keinen wackeligen Empfang im Versorgungsgebiet. Fahre mal durch Denemark. Ich musste meine Fensterklemmantenne auf den Fussboden hinterm Beifahrersitz legen, damit ich wenigstens ab und zu mal nen Aussetzer bekommen habe.

Alles ab 3dB besseren Gewinn wuerde ich fuer zu Hause akzeptieren um etwas mehr zu bezahlen. Ansonsten, zur Zeit haette ich vor allem gerne mehr Trennschaerfe. 7A auf 8km mit 1kW, schraeg von der Seite, kommt immernoch mit ca.50dBuV auf die Antenne. Da braucht 7B Bremen deshalb ca. 5dB mehr Pegel als was er ohne den Nachbarn braeuchte. Ich glaube an den 5dB zusaetzlich aendert sich auch nichts, wenn 7A nun noch staerker waere. Duerfte daran liegen, dass nicht der ganze Bereich des 7B gestoert wird sondern immer nur einige wenige Einzeltraeger am Rand.

Gehen die SFNs aus Denmark, Holland oder der NRW Mux, liegen die Pegel grundsaetzlich ueber der Empfindlichkeitsschwelle aber durch Verletzung des Guardintervalls ist der Empfang deutlich schlechter als fuer den Empfangspegel eigentlich ueblich. Ob sich da empfaengerseitig noch was verbessern laesst?

von Nordlicht2 - am 26.11.2014 09:09
Aktuelle Chipsätze sollten bei der Empfindlichkeit im PL3A so um die -102dBm liegen. Etwas Abweichung kann natürlich durch die Implementierung auf der Platine entstehen. Viel mehr ist eigentlich nur mit externen Vorverstärkern drinnen. 6dB SNR ist schon relativ realistisch für dauerhaft fehlerfreies Audio. Allerdings bezieht sich das auf einen AWGN Kanal.
3dB gewinnt man durch 2-Antennen Combining. Dann ist man bei -105dBm. Nehmen wir an man gewinnt durch einen guten Vorverstärker 2dB aufgrund des besseren Noisefigure. Dann schafft man eventuell -107dBm. Das erkauft man sich aber sehr teuer. Und für den DXer ist Combining eh nicht interessant. Ob sich der Aufwand mit den Vorverstärkern im Auto lohnen würde ist aufgrund der Störsituation dann auch fraglich. Ich behaupte die Empfindlichkeit des Radios im Auto wird maßgeblich durch die Qualität des Antennensystems definiert. Die Möglichkeiten des Chipsatzes werden hier grandios überschätzt.

von dh5ym - am 26.11.2014 09:15
Schon klar. Nur nutzen die meisten Geräte heute schon die Empfindlichkeit der Module garnicht aus, weil der (mitunter selbst produzierte) Störnebel schon stärker ist als das Empfängergrundrauschen. Nur so sind die teils riesigen Empfängerempfindlichkeitsunterschiede bei sonst nahezu gleicher Empfängertechnik zu erklären.

Und: Wenn man einfach nur die Empfindlichkeit hoch setzt, reduziert man erstmal die Großsignalverträglichkeit. Man muß dann auch alle anderen Parameter verbessern - das schaukelt sich gegenseitig, auch auf der Kostenseite, hoch.

Wer keine Großsignalfestigkeitsprobleme hat, kann auch heute schon als DXer einen Vorverstärker benutzen... Eine Erhöhung der Selektivität bekommt man so ohne weiteres nicht hin (außer wenns um Weitabselektion geht. Wer einen "grasnarbigen" Bundemux verstärken will, und Störungen durch einen Landesmux vom Nachbarturm auf Kanal 10 oder 11 hat, kann das relativ leicht mit einem Bandpass lösen..

von DH0GHU - am 26.11.2014 09:18
Zitat
Loger
Zitat
Funker1
Welches Modul ist in meinem Yamaha TD500 verbaut?


Ein FS Venice 7A, das ist die Automotive-Version de Venice 7, also ohne UKW-Empfang. UKW und MW macht der Tuner über einen eigenen Tuner-Baustein.


Danke!
Stimmt auch, denn der Tuner hat für Band 2 und Band 3 jeweils auch einen seperaten Antenneneingang.
Ich bin mit dem Tuner sehr zufrieden, Empfindlichkeit ist sehr gut und auf Störeinflüsse reagiert der Tuner relativ gelassen.

von Funker1 - am 26.11.2014 15:31
Zitat
Funker1
Ich bin mit dem Tuner sehr zufrieden, Empfindlichkeit ist sehr gut und auf Störeinflüsse reagiert der Tuner relativ gelassen.


Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Teil, Empfindlichkeit und vor allem der Klang sind echt top. Ich bin immer wieder erstaunt wenn ich die Klangeigenschaften dieses Tuners mit tragbaren Kofferradios vergleiche, in welchen eigentlich die selben DAB-Module verbaut sind. Aber scheinbar wird der Klang nicht unwesentlich auch von dem ganzen "drumherum" beeinflusst.
Das Einzige was mich an dem Teil stört ist der lahme Prozessor. Wenn ich am Senderwahlknopf drehe dauert es echt unheimlich lange bis sich das Teil mal dazu bequemt das Programm zu wechseln...

von Loger - am 26.11.2014 19:10
Zitat
Loger
Zitat
Funker1
Ich bin mit dem Tuner sehr zufrieden, Empfindlichkeit ist sehr gut und auf Störeinflüsse reagiert der Tuner relativ gelassen.


Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Teil, Empfindlichkeit und vor allem der Klang sind echt top. Ich bin immer wieder erstaunt wenn ich die Klangeigenschaften dieses Tuners mit tragbaren Kofferradios vergleiche, in welchen eigentlich die selben DAB-Module verbaut sind. Aber scheinbar wird der Klang nicht unwesentlich auch von dem ganzen "drumherum" beeinflusst.
Das Einzige was mich an dem Teil stört ist der lahme Prozessor. Wenn ich am Senderwahlknopf drehe dauert es echt unheimlich lange bis sich das Teil mal dazu bequemt das Programm zu wechseln...


Es kommt darauf an, in welcher Reihenfolge angespeichert wird. Wird im Speicher auf den aufeinanderfolgenden Speichern Programme unterschieldicher Muxxe abgespeichert, dauert es in der Tat etwas länger. Allerdings habe ich festgestellt, daß bei neuerlichen MuxxÄnderungen und Hinzukommnissen der Tuner einer Reizüberflutung ausgesetzt ist. Ein kompletter DAB clear hat Wunder bewirkt.

von Funker1 - am 26.11.2014 19:21
> Der D/A Wandler auf den FS Modulen ist totale Grütze.

Der DA-Wandler IST extern, das ist der kleine 10Pinner (344C=CS4344 von Cirrus). An sich ist der Wandler gar nicht schlecht, weit weg von der Wasserfallwandlern der billigen CD-Player. Das Problem ist IMO eher, dass die Lautstärkeregelung digital gemacht wird, d.h. bei kleiner Lautstärke bleibt von den vielen Bits nichts mehr übrig. Hört man recht deutlich mit Kopfhörern... Beim Dual DAB12 (und vmtl. all seinen nahezu baugleichen Brüdern...) ist noch dazu die Masseführung des analogen Teils sehr ungünstig, sodass die CPU-Geräusche überall reinstrahlen. Da kann man den Wandler noch so gut mit Kondensatoren zupflastern, das Geratter kommt immer durch.

von Georg A. - am 26.11.2014 20:39
Ich meinte was da analog aus dem Modul raus fällt. Und da ist es doch vollkommen Wurst was da für ein superdupermultitrullti D/A Wandler drauf steckt wenn das Ergebnis schlechter klingt als ein 40 DMark tragbarer CD-Player aus den 90ern. Ein riesen Problem hast du ja schon angesprochen. Die miese Masseführung. Das Problem haben sehr viele DAB+ Empfänger. Ich erinnere mich da mit grauen an mein Sangean DPR34+ Taschenradio. :rolleyes:

von Spacelab - am 26.11.2014 21:01
Die Lautstaerkeegelung wird zum Glueck nicht immer nur Digital gemacht. Mein alter Sangi klingt daher ganz ok und es rattert auch nichts vom Prozessor. Gut finde ich den Vergleich mit den 40 DMark CD Playern der 90er. Rechnet man die Inflation rein, sind die 40 DMark die 40 Euro eines DAB Radios von heute. Ob die Wandler nun besser klingen als die der 40 DMark Player laesst sich fuer mich kaum ausmachen, solange nicht mal ein Programm mit 192kbps AAC LC oder 256kbps MP2 und ohne Soundprocessing sendet. :-)

von Nordlicht2 - am 26.11.2014 22:33
Als der SR mit 256kb/s MP2 herumgespielt hat, hatte auch keiner meiner Empfänger Probleme damit. Lediglich der ur-alte Albrecht DR-201 brauchte ungewöhnlich lange bis nach auswählen des Programms ein Ton aus dem Kopfhörer kam. Aber ansonsten lief alles einwandfrei. Und der Albrecht ist jetzt noch ein DAB Radio der ersten Generation. Erst bei 320kb/s MP2 ist er ausgestiegen. Da kamen nur noch ratternde Tonfetzen. Den Sangean DPR34+ hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber Forenberichten zufolge soll dieser auch mit 320kb/s MP2 problemlos zurecht kommen. Ich glaub ich muss mal wieder mit meinen Empfängern bei einem guten Freund und seinem "Open DAB Project" vorbei schauen. ;-)

Ich weiß nicht welche Empfänger damals beim WDR Test Probleme gemacht haben. Ich meine immer es wären Geräte mit Quantec Chipsatz gewesen. Aber dafür kann ich meine Hand jetzt nicht ins Feuer legen.

von Spacelab - am 27.11.2014 19:59
Zitat
DX-Fritz
Zitat
Loger
Bei einer heftigen Tropo vor ein paar Wochen konnte ich hier auch mal das IRT-Testensemble aus München empfangen


Wo ist "hier"?


Ca. 65km nordwestlich von München kurz vor Augsburg.

von Loger - am 28.11.2014 16:17
@ Loger: Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Teil, Empfindlichkeit und vor allem der Klang sind echt top.

Was hat die Empfindlichkeit mit dem Klang zutun?:confused:

Der Klang ist doch der geschuldeten Lautsprechern und den verwendeten Soundprozesoren zuzuschreiben. Die beste Empfindlichkeit nützt wenig, wenn der Rest nicht stimmt.
Aus einen Spatzen kann man auch keine Nachtigall machen.

von Renault - am 28.11.2014 17:04
Zitat
DX OberTShausen
In Sachen Trennschärfe und auch Empfindlichkeit liegt das Venice 7 Modul derzeit immernoch ganz vorne.


Ich lese eben was von einem Venice 9. Gibt es praktische Erfahrungen mit dem Teil?

von FrankSch - am 29.11.2014 22:38
Das Venice 9 gibt es schon lange und entspricht vom Datenblatt her dem Venice 7, mit Ausnahme einer schlechteren nur 30dB Stereokanaltrennung bei FM und der Moeglichkeit einer nur 14 Pin Verbindung zum Mainboard. Hat es vielleicht eine hoehere FM Trennschaerfe oder geringeren Stromverbrauch und daher die schlechte FM Stereokanaltrennung?
Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Modulen liegen zumeist in der Ausstattung. So hat das Verona beispielsweise keinen seriellen Eingang zur Steuerung ueber externes Steuergereraet / Software eines anderen Herstellers und kein S/PDIF Interface. Deshalb kommt das Verona auch ohne Abschirmblech aus. Die 6.2 oder 8 haben zusaetzlich Wifi und Slideshow was starke HF Stoerungen verursacht und die zum Fernempfang nur an externer Antenne funktioneren. Das 7a ist wie das 7 nur ohne FM.

von Nordlicht2 - am 30.11.2014 12:15
Zitat
Renault
Was hat die Empfindlichkeit mit dem Klang zutun?:confused:

Der Klang ist doch der geschuldeten Lautsprechern und den verwendeten Soundprozesoren zuzuschreiben. Die beste Empfindlichkeit nützt wenig, wenn der Rest nicht stimmt.
Aus einen Spatzen kann man auch keine Nachtigall machen.


Wer hat denn behauptet daß die Empfindlichkeit etwas mit dem Klang zu tun hat?

Und ja, der Klang des Tuners hängt natürlich auch vom nachfolgenden Verstärker und den daran angeschlossenen Laugsprechern ab, aber eben nicht nur. Auch bei einem Digitaltuner kann man sehr viel falsch machen - siehe z.B. DAB-Module mit fehlerhaften Audiodecoder, miserable D/A-Wandler, unsaubere Spannungsversorgung, unsaubere Trennung zwischen Digital- und Analogteil (Störgeräusche!), etc...
Gerade bei billigen Taschen/Kofferradios wird da sehr viel falsch gemacht, und die bei vielen Geräten nur softwaremäßig realisierte Lautstärkeregelung ist dem guten Klang auch nicht gerade förderlich. Wenn ein Gerät z.B. 32 verschiedene Lautstärkestufen kann dann entspricht daß dem Dynamikumfang von 5 Bits! Bei einem billigen 18-Bit-D/A-Wandler wird das dann schon knapp... Kein Wunder daß viele Radios dann so scharfe, klirrende oder schepperne Höhen haben - im oberen Frequenzbereich hört man das nämlich zuerst.

von Loger - am 30.11.2014 18:42
Ich vermute mal Sparsamkeit beim Oversampling und der Signalfilterung im Analogpart hinter der D/A Wandlung. Dann werden die Teils sehr schlechten Ergebnissen hinter dem AAC Decoder (72kbps mit Soundprocesssing beim Sender), durch ungenaue Signalfilterung akustisch weiter verschlechtert und die externen D/A Wandler in Onkyo, Yamaha usw. klingen deshalb besser.

von Nordlicht2 - am 30.11.2014 22:22
Gibt es überhaupt noch reine 16 Bit Wandler? Wenn man sich mal bei den einschlägigen Chipherstellern so durch die Specs ihrer D/A Wandler klickt sind sie alle 24 Bit fähig. Die günstigeren Modelle hören zwar schon bei 48khz auf, können also mit 96khz oder gar 192khz Material nichts anfangen, aber 24 Bit können sie alle.

Was wäre denn die Alternative zu der elektronischen Lautstärkeregelung wie sie bei den meisten DAB+ Radios aktuell gemacht wird? Den D/A Wandler immer ungeregelt laufen lassen und einen externen Verstärker mit Lautstärkeregelung einsetzen? So wie es damals bei (höherwertigen) tragbaren oder auch stationären CD Playern mit Kopfhörerausgang gemacht wurde.

von Spacelab - am 01.12.2014 10:15
> Ich vermute mal Sparsamkeit beim Oversampling und der Signalfilterung im Analogpart hinter der D/A Wandlung.

Der CS4344 macht Delta-Sigma, da brauchts zwar theoretisch einen Filter aber praktisch könnte man ihn schon fast weglassen. Ohne könnte es minimal mehr rauschen, aber das sind nicht die Artefakte die ich bei meinem DAB12 bei geringer Lautstärke höre. Das klingt eher nach 5 verbleibenden Bit...

> Den D/A Wandler immer ungeregelt laufen lassen und einen externen Verstärker mit Lautstärkeregelung einsetzen?

Das ist potentiell besser, weil man alle Störungen bis zum Verstärker gleichzeitig mit dem Nutzsignal dämpft. Beim DAB12 ratterts dagegen immer gleich laut... Gibts in gut (normaler VCA, aber selten digital ansteuerbar) und noch besser (Widerstandsarray mit variablem Abgriff). Der CS3310 von Cirrus (schon steinalt) ist letzteres, der kann -95.5 bis +31dB in 0.5dB-Schritten und hat 116dB(!) Dynamik. Kostet halt einzeln schon 10EUR. Gibt aber natürlich auch billigeres (zB. MAX5440 für etwas mehr als einen Euro).

Aber was solls. Wir wollten billige DAB-Radios, jetzt haben wir sie halt. In jeder Hinsicht ;)

von Georg A. - am 01.12.2014 14:51
Zitat

> Ich vermute mal Sparsamkeit beim Oversampling und der Signalfilterung im Analogpart hinter der D/A Wandlung.


der Yamaha T-D500 hat ja einen optischen Digitalausgang, heißt also ich bin mit dem fein raus weil dann den "Analogpart" der angeschlossene hochwertige Verstärker übernimmt ?

von Felix II - am 01.12.2014 15:39
Zitat
Felix II
...
der Yamaha T-D500 hat ja einen optischen Digitalausgang, heißt also ich bin mit dem fein raus weil dann den "Analogpart" der angeschlossene hochwertige Verstärker übernimmt ?

Ja, genau. :)

Viele Grüße,
Andi

von Andi_Bayern - am 01.12.2014 16:06
Anhand einer Diskussion in einem Philips-Forum müsste es sich um einen Frontier Silicon FS-2052 handeln. Hast nicht versucht, das Gerät zu öffnen? Ist zwar etwas schwierig, da es doch einige Staubschutzteile hat. Ich denke Frontier Silicon bietet keine Upgrades an, zumindest habe ich dies bis jetzt noch nie erlebt. Was kommt wenn Du im Advanced-Menu mal die Auswahl Firmware/Software (oder wie es auch heissen mag) anklickst? Natürlich nicht den Befehl Factory Reset.

von drahtlos - am 26.02.2015 23:02
In dem Menü bestünde die Möglichkeit eines Firmwareupdates. Das Radio (Makita DMR 105) ist nagelneu und somit werde ich mich hüten das Teil aufzuschrauben. Was ich nach dem ersten Einsatztag sagen kann,der Empfang des Geräts im DAB+ Bereich ist erstaunlich gut und UKW wie bei allem Makita Radios relativ bescheiden, was wohl auch der kurzen Antenne geschuldet ist.

von Hallenser - am 27.02.2015 11:16
Im Makita werkelt ein Verona FS2052.
Der gute Empfang bei DAB ist dem Soliden Aufbau und eine Metallplatte die sich über die Gesamte Linke Gehäuseseite erstreckt zu verdanken!
Ich habe auch Bilder vom Innenleben gemacht kann diese aber jetzt leider nicht hochladen. Eine 4mm Gewindestange aus dem Baumarkt bringt nochmals einen etwas besseren Empfang....

von DAB Fan der ersten Stunde - am 27.02.2015 15:19
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