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DAB Digitalradio Forum
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Noxon Nova

Startbeitrag von wavefinder am 31.03.2015 21:47

Verpackung

So nobel kommt er an, der selbsternannte Rolls Royce unter den Tischradios...



Wie edle Weine oder wertvolle Zigarren wird das Noxon Nova in einer recht stabilen Echtholzkiste mit Metallbeschlägen geliefert. Das ist ein Statement, was natürlich auch die recht hohe UVP von 599 Euro unterstreichen soll. Das ist kein 0815 DAB / Internetradio, welches so aufwendig verpackt daher kommt. Was aber hat dieses Noxon Nova zu bieten, welches sechs mal mehr kostet, als das Silvercreast Internetradio SIRD 14B1? Beide Radios basieren auf das Frontier Silicon Tuner Modul Venice 6.5. Man kann natürlich nicht ernsthaft einen Rolls Royce mit einem Golf vergleichen aber ich werde es hier jetzt trotzdem tun;)



Lieferumfang

In der Kiste stecken neben dem Radio ein Steckernetzteil (16V / 2,8A), welches keine hörbaren Geräusche macht, eine Fernbedienung mit Batterie, eine aufschraubbare Teleskopantenne, ein Audiokabel und die Schnellanleitung.

Beim Lidl Radio ist die Stabantenne nicht abschraubbar, was den Anschluss einer Aussenantenne in schwierigen Empfangssituation verhindert. Die Fernbedienung vom Noxon ist wesentlich größer, schwerer und besser verarbeitet. Allerdings muss man damit leider sehr genau auf das Nova zielen. Die Tasten aus Gummi haben speziell beim Steuerkreuz auch keinen guten Druckpunkt. Zudem ziehen sie auch Staub an, was recht schnell unansehnlich aussieht und sich auch noch schlecht entfernen lässt. Das Steuerungskonzept ist beim Noxon völlig anders. Beim Discounterradio blättert man mit den Rauf- und Runtertasten durch die Menüs, beim Gourmetradio steuert man mit diesen Tasten die Lautstärke. Durch die Menüs geht es hier mit den Rechts- und Linkstasten. Da muss man sich erstmal dran gewöhnen. Nach ein paar Tagen Übung klappt die Navigation dann aber auch auf dem Noxon flüssig.

Enttäuschend beim Noxon ist, dass nur die Schnellanleitung in gedruckter Form beiliegt. Ohne Vorwissen lässt sich damit das Nova nicht mal im Internetradio Portal von Frontier Silicon registrieren. Dem Silvercreast Radio dagegen liegt das komplette Handbuch bei. Bei einem Gerät, was knapp 600 Euro kostet, hätte ich ebenfalls erwartet, dass alle benötigten Montagewerkzeuge beigelegt sind. Einen 11er Schraubenschlüssel zur Montage der Stabantenne fehlt hier leider. Mit der Hand lässt sie sich nicht fest genug aufschrauben, wie auch in der Schnellanleitung erwähnt ist. Und mit einer Zange hinterlässt man unschöne Kratzer auf der Antennenmutter.

Ausstattung



Da beide Radios auf dem Venice 6.5 Modul von Frontier Silicon basieren, können beide DAB+, UKW, Internetradio und Musikdateien von einem USB Stick oder vom Heimnetzwerk abspielen. Zusätzlich kann man das Noxon Nova auch per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden und Musik von dort streamen. Der Menüaufbau und die Anzeige auf dem Farbdisplay sind nahezu identisch. Wobei das Noxon aber ein größeres (3,2 Zoll TFT) und besseres Display verbaut hat. Das Nova hat zudem einen Umgebungslichtsensor, der die Displayhelligkeit regeln soll. Dieser regelt mit der aktuellen Software aber nur die Zierbeleuchtung des Steuerrades und der Kanten. Beide Radios lassen sich per App mit dem Smartphone über das lokale Netz fernsteuern. Optisch gefällt mir die Noxon App besser.



Das Noxon bietet neben einem LAN-Anschluss, Line In und Out und Kopfhöreranschluss noch zusätzlich einen optischen Ausgang zum Anschluss an eine hochwertige Hifi Anlage. Einen Unterschied gibt es bei der Anzahl der speicherbaren Favoriten. Das Lidl Radio speichert 10 Stationen pro Empfangsart, das Noxon leider nur 5. Dafür hat letzteres aber die 5 Programmtasten auch auf dem Gerät.


Eine Snooze Taste fehlt dem Nova aber als Radiowecker ist es auch zu groß.

SIRD 14 B1 ca. B 22 x H 12 x T 15 cm
Noxon Nova ca. B 38 x H 14 x T 15 cm

Klang



Neben dem Empfang, zu dem ich gleich komme, ist der Klang natürlich eins der wichtigsten Merkmale eines Radios. Um es kurz zu machen, beim Klang hat das Lidl Radio keine Chance gegen das Noxon Nova. Das Noxon Nova spielt in einer ganz anderen Liga. Es hat natürlich auch ein doppelt so großes Volumen. Und Volumen ist, wie bei Autos der Hubraum, durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Volumen/Hubraum;) Das Noxon hat zwei Frontlautsprecher und einen Tieftonlautsprecher auf der Unterseite mit Bassreflex Öffnung. Das Nova ist das erste DAB Tischradio wo ich nicht sofort bei der Inbetriebnahme den Equalizer suche, um Loudness, Bässe und vor allem die Höhen voll aufzudrehen. Es hat ohne den EQ eine sehr klare Höhenwiedergabe und einen Wahnsinns Tiefbass, ohne dabei übertrieben, gequetscht oder künstlich aufgepumpt zu klingen. Störgeräusche sind nicht vorhanden. Ein sehr klares und erstaunlich räumliches Klangbild. Es kommt sehr nahe an den Klang einer hochwertigen Hifi Anlage mit Standlautsprechern heran. Das Nova hat zwar genug Leistung, um auch größerer Räume zu beschallen, allerdings sollte man bedenken, dass die Stereo Lautsprecher sehr eng beieinander sind und sich damit das Stereobild schon bei leichten Kopfdrehungen verändert. Für größere Räume empfiehlt sich eher die Kombination aus Nova M und dem Zusatzlautsprecher Nova S.

Empfang



Die DAB Empfangsleistung beider Radios ist identisch. Beide empfangen mit der Teleskopantenne 8 Ensembles in Frankfurt am Main. Auch die sehr schwachen Ensembles aus Baden-Württemberg (9D und 11B) und Bayern (Kanal 10D) werden ohne hörbare Aussetzer wiedergegeben. Da beide den selben Tuner von Frontier Silicon haben, war dies auch nicht anders zu erwarten. Es sei denn, man hätte bei der internen Verkabelung, Abschirmung oder dem Netzteil geschlampt. Der UKW Empfang ist somit auch bei beiden gleich (schlecht). Der Empfang von starken Ortsendern ist gut, alles andere rauscht. Durch die bessere Höhenwiedergabe des Novas, stört das Rauschen hier sogar etwas mehr.

Leider hat das Nova auch den Bug, dass es bei einigen DAB Sendern, wie z.B. hr2 oder Deutschlandradio Kultur nach 15 bis 90 Minuten von selbst neu startet. Ich hoffe, dass dieser schwere Bug, von dem alle Radios mit Venice 6.5 Tuner betroffen sind, bald mit einem Software Update behoben wird.

Verarbeitung



Das Design des NOXON NOVA wurde vom preisgekrönten Designer Bernhard Geisen entworfen. Verarbeitet wurde das Gerät mit gebürstetem Metall, hochwertigem Holz und einem Stoffbezug für die Lautsprecherabblendung. So beschreibt der Hersteller selbst sein Meisterstück. Zu erwähnen ist noch, dass das Steuerrad indirekt beleuchtet ist. Dies aber wesentlich dezenter und stimmungsvoller als beim Lidl Radio und lässt sich notfalls auch abschalten.

Fazit

Das in Deutschland entwickelte NOXON NOVA ist ein Radio für Leute, die das Radiohören genießen wollen. Es hat, bis auf die nur zielgenau funktionierende Fernbedienung, keine Schwächen. Es hat die besten Klang- und Empfangseigenschaften. Dementsprechend hoch ist die UVP aber im Internet lässt es sich schon wesentlich günstiger erwerben. So habe ich nur 390 Euro dafür bezahlt. Bei mir ersetzt das Noxon Nova das Lidl Radio im Arbeitszimmer.

Antworten:

Interessantes Gerät. Wie klingt denn Webradio?

von B.Zwo - am 01.04.2015 11:05
Schade. Da kommt so ne schöne Holzkiste, und dann ist das Gerät selber nur in billig aussehender Plastikoptik erhältlich. Hätten sie das Holz lieber mal um das Gerät selber gebaut.

von PhanTomAs - am 01.04.2015 14:25
- Viel zu teuer angesichts der Schnellebigkeit solcher Produkte. Erst recht, wenn das Internetradio nur mit einem Portal funktioniert und auch noch eine App beteiligt ist, die in ein paar Jahren wohl auf keinem dann aktuellen Smartphone oder Tablet mehr laufen wird.

- "Klang" ist relativ bei den üblichen DAB-Bitraten.

- "Meisterhaftes Design" und eine aufwendige Holzkistenverpackung, die man für nichts mehr gebrauchen kann, die aber zu wertvoll aussieht, um sie wegzuwerfen? Ich lach' mich tot. Da fehlt eigentlich nur noch das Logo mit dem angebissenen Apfel.

- Eine fummelige, schlecht funktionierende Fernbedienung mit billigen Gummitasten. Das Geld für den preisgekrönten Designer hätte man offenbar besser investieren können.

- Fünf lächerliche Stationstasten? Mein erster UKW-Tuner von 1982 hatte sogar schon sechs und das war damals schon zu wenig.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 01.04.2015 16:21
Erster Gedanke: Das Teil wird nicht ernsthaft in einer Holzkiste geliefert?!?
Zweiter Gedanke: Ja, schön. Und nun? Ein DAB+/Internetradio mit Farbdisplay.

von DigiAndi - am 01.04.2015 20:16
Genau dieses gab es bei TecTime TV auch schon zu sehen. Der Bericht war mit ähnlichen Aussagen wie hier auch. Die einen meckern über Billigschrott, die anderen ist es zu teuer. Der Vergleich zum Lidl Radio ist sehr interessant.

Wenn es ein Radio mit Andis Player drin gäbe wäre das mal ein echter Mehtwert, aber so müssen wir uns eben zufrieden geben mit dem was derzeit da ist.

von pomnitz26 - am 01.04.2015 20:54
Zitat
pomnitz26
Genau dieses gab es bei TecTime TV auch schon zu sehen. Der Bericht war mit ähnlichen Aussagen wie hier auch.


Here it is: https://www.youtube.com/watch?v=2OOPZjWEvTY

von DX-Fritz - am 01.04.2015 23:14
Danke für den Video-Link. Interessantes, aber wenig überraschendes Detail: "Made/Assembled in China". Soviel zum Thema "in Deutschland entwickelt". Der teure Designer sitzt zwar in Deutschland, aber der eigentlich wichtige Teil des Geräts ist die übliche Standard-Ware, inklusive aller Software-Bugs. Die kann man auch wesentlich günstiger haben. :rolleyes:

[attachment 4864 china.jpg]

Zitat
wavefinder
Das in Deutschland entwickelte NOXON NOVA


von Rolf, der Frequenzenfänger - am 02.04.2015 08:09
Unterhaltungselektronik ist auf Grund der Lohnstueckkosten in DE nicht mehr Fertigbar. Zumindest würde selbst die Holzkiste idf nicht mehr ausreichen den von mir auf 800€ geschätzten VK Preis zu rechtfertigen .... Für China ist das gebürstete Teil aber eindeutig zu teuer. Da verdient sich einer dusselig dran. ... Designed in Germany .... So bekommt man den Ruf auch noch kaputt....Das Wort Unverschämt drängt sich mir auf...:rolleyes:

von w_weinmann - am 02.04.2015 16:38
Das Schöne ist, niemand muß das Gerät kaufen.

von B.Zwo - am 02.04.2015 18:49
Wer das Radio braucht ich nicht. Für das Geld bekommt man viele günstige Geräte.Ich persönlich würde nie mehr als Maximal 150 Euro für Elektrotechnik Geräte ausgeben.

von Anonymer Teilnehmer - am 02.04.2015 19:10
Ich kann mir vorstellen das auch bei diesen Gerät ein Portalzwang besteht um Internetradio zu hören.
Schade um das Geld wenn die Server mal abgeschaltet werden.

von _Yoshi_ - am 02.04.2015 19:51
Ob Sangean, Dual, Silvercast oder TechniSat, die hängen alle bei mir über ein Passwort und synchronisieren sich. Ich denke das hat schon noch etwas Zukunft.

Ja die Nokia Passwörter sind samt der Portale abgeschaltet worden. Es wurde dafür angeboten zu Windows zu wechseln und vorher alles zu synchronisieren. Hat auch geklappt. Was nun nicht mehr geht sind die alten Nokias mit den Windows Phone direkt zu synchronisieren. Alles viel zu weit ausgeholt.

von pomnitz26 - am 02.04.2015 23:16
Ich verstehe die Panikmache mit dem Portalzwang nicht. Gibt es denn schon Beispiele von Internetradios die nix mehr abspielen können, weil ihr Portal down ist? Bei Frontier-Silicon würde ich mir keine Gedanken machen. Basiert auf vtuner. Selbst wenn die Pleite gehen sollten, wird das Portal sicherlich von irgend jemanden übernommen werden. Durch die große Anzahl an Radios lassen sich da interessante Daten sammeln und veräußern. Mein Revo Heritage ist jetzt auch schon 7 Jahre alt und läuft über den gleichen Frontier- Silicon Portal Account, wie das Noxon und meine beiden Lidls. Nur den Marantz Tuner, der über Radiomarantz.com direkt auf vtuner basiert, lässt sich leider nicht mit den anderen Accounts verknüpfen.

@B.Zwo
Das Webradio klingt ebenfalls sehr gut. Kommt natürlich auf den Stream an. Mit dem richtigen Stream lässt sich da noch viel mehr an Klangqualität rausholen, als mit DAB.

Die FB vom Lidl Radio funktioniert übrigens teilweise auch mit dem Noxon und umgekehrt. Leider lassen sich mit der Lidl FB die deaktivierten Favoriten 6-10 aber nicht am Novon aktivieren. Wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn die nur die 5 Tasten eingespart hätten;)

von wavefinder - am 03.04.2015 21:24
Zitat
wavefinder
Ich verstehe die Panikmache mit dem Portalzwang nicht. Gibt es denn schon Beispiele von Internetradios die nix mehr abspielen können, weil ihr Portal down ist? Bei Frontier-Silicon würde ich mir keine Gedanken machen. Basiert auf vtuner.


Ach deswegen schaut die Senderliste von Frontier Silicon genauso aus wie bei Vtuner.

von Winterkönig - am 04.04.2015 07:08
Zitat
wavefinder
Ich verstehe die Panikmache mit dem Portalzwang nicht. Gibt es denn schon Beispiele von Internetradios die nix mehr abspielen können, weil ihr Portal down ist?


Das nicht, aber es gibt E-Book-Reader welche nicht mehr funktionieren, weil der Anbieter pleite ist, es gibt User welche die Festplatte voll haben mit DRM-geschützten MP3-Dateien, die sich nicht mehr abspielen lassen da die Lizenzserver offline sind, es gab in der Vergangenheit schon mehrmals Fälle wo Smart-TVs eines Herstellers vorübergehend nicht mehr nutzbar waren aufgrund einer Störung irgendwelcher Online-Dienste, etc....
Daß deswegen einige hier etwas vorsichtig sind kann ich absolut nachvollziehen.

Zum Radio: Bei einem etwas realistischeren Preis wäre das wirklich ein sehr interessantes Gerät. Aber so ist das heute leider wohl, auch bei anderen Herstellern: Entweder gibt es nur noch billigsten Schrott oder aber völlig überteuerte Design-Gerätschaften, zwischendrin wird die Auswahl immer geringer.

von Loger - am 04.04.2015 08:57
@wavefinder
Danke!! :-)

von B.Zwo - am 04.04.2015 10:26
Gibt es echt nur noch Dab+ Radios mit externen Netzteil :sneg::wall: Ich habe mit solchen Radios nur schlechte Erfahrung gemacht. Darum kommen mir solche Radios nicht mehr ins Haus. Das Noxon sieht echt gut aus. Nur der Preis ist halt nich normal 600Euro danke.

von Anonymer Teilnehmer - am 04.04.2015 10:33
Preis ist schon mächtig, da reicht mir mein Dual IR 6S für 89€ von Norma der bei mir in der Küche steht.

Aber sonst schaut der Noxon nicht schlecht aus.

von Winterkönig - am 04.04.2015 11:19
Da heutige Schaltnetzteile auch gerne mal den Empfang stören können, kann man doch froh sein, wenn das Netzteil extern ist.

von PhanTomAs - am 04.04.2015 21:39
Zitat
PhanTomAs
Da heutige Schaltnetzteile auch gerne mal den Empfang stören können, kann man doch froh sein, wenn das Netzteil extern ist.


Das Philips "Original Radio", welches ich, nicht zuletzt wegen seines F-Anschlusses, für den stationären DAB-Empfang nutze, hat ein ganz klassisches Netzteil eingebaut (Trafo, Gleichrichter, Elko). Da stört nichts.

von Rolf, der Frequenzenfänger - am 05.04.2015 06:48
Nettes Gerät, mir gefällt es.

von Peabody - am 05.04.2015 06:54
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