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DAB Digitalradio Forum
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 12 Monaten
Beteiligte Autoren:
Manfred Z, 102.1, UKW vs. DAB+, Alqaszar, ulionken, Stefan Heimers, zerobase now, Bolivar diGriz, Chris_BLN

FM-Abschaltungen in Europa

Startbeitrag von Manfred Z am 24.04.2015 11:16

Bisher gibt es in diesen Ländern Abschaltpläne:
- Norwegen 2017 / regionenweise Abschaltung im Jahresverlauf
- Dänemark 2019 / falls 50% Hördauer für digitale Plattformen erreicht wird (realistisch 2022)
- Schweden 2022 / falls 50% der Radiohörer täglich Digitalradio hören / sonst 2024
- Niederlande 2023 / vorläufige Planung (nicht konkret)
- Schweiz 2024 / progressive Abschaltungen von 2020 an möglich
- Großbritannien / nach Erreichung von 50% Hördauer für digitale Plattformen (2022 ?)

Eine verordnete bzw. vereinbarte FM-Abschaltung betrifftt meistens nur nationale Programmketten und große Regionalsender, aber nicht jeden kleinen Lokalfunker.

Quelle: http://www.worlddab.org/country-information

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Kommentar der International Business Times:

Zitat

UK Expected To Follow Norway In Switching Off FM Radio

By Anne Lu on April 24 2015

The Norwegian Ministry of Culture recently announced that the country will be completing its transition from traditional FM radio stations to Digital Audio Broadcasting, or DAB, by 2017. In effect, all national analogue communications services will be switched out in order to pave way to a more modern, digital version of radio listening. Norway will be the first country to do this, hence leading the way to a global DAB switchover.

According to the Culture Ministry, one of the major reasons for the digital switchover is the operating costs. Among all the national radio stations in Norway, only five are still on FM. Yet, operating these stations cost eight times more than the 22 stations that are already being broadcast digitally. Because DAB transmitters are much more power-efficient, the switch to DAB will save an estimated US$ 25 million [$ 32 million] a year. Furthermore, 56 percent of Norway's population already listens to DAB, with 20 percent owning cars that have the ability to tune in to DAB.

Aside from Norway, other European countries are contemplating a similar move. Both Sweden and Denmark estimate the switchover to happen by 2022, while the United Kingdom is considering a progressive switch-off between 2017 and 2022.

Though the UK has studied DAB more extensively than any other nation, it seems like a switchover happening in 2017 is mere wishful thinking. Based on Rajar listening figures compiled last February, more than half of the British population still prefers to listen to analogue radio rather than digital radio. This is in spite of the fact that new cars being fitted with digital radio has grown substantially in recent years.

Still, efforts are being undertaken to make digital radio more accessible to the masses. For instance, digital platforms like Audioboom Group PLC (AIM: BOOM) that cater spoken word audio continue to grow in popularity. According to Audioboom's March update, the platform has gained more than 200,000 users for that month alone, thus hitting 3.6 million registered users. Audioboom has also integrated its content streaming platform to Apple CarPlay and Android Auto for easy access even while on the road.

In addition, Ofcom, Britain's broadcast regulator, has announced trials of a new technology that could provide affordable access to DAB for small radio stations in the UK. Known as "small scale DAB," the experimental software derived from OpenDigitalRadio.org is best suited for broadcasting to small geographic areas, hence making it ideal for community and local radio stations. Some of the participants include Bradford Asian Radio, Riviera FM and University Radio York.

According to Ofcom, ten trials are planned, and each trial will run for nine months. "Each trial will allow new digital radio services to broadcast to a local area and will help explore how groups of radio stations can work together," Ofcom said in a written project announcement. "The trials will also inform Ofcom's work on identifying suitable frequencies for broadcasting smaller digital stations and help understand how these services could be licensed."


Quelle / weitere Links: http://au.ibtimes.com/uk-expected-follow-norway-switching-fm-radio-1442235

Antworten:

Tatsächlich gibt es ja nur einen verbindlichen Beschluss in Norwegen. In den anderen Ländern handelt es sich um Planungen und Absichtserklärungen. Am weistesten ist da schon die Schweiz wo ab 2020 mit den ersten UKW-Abschaltungen zu rechnen ist. Aber auch hier ist das nur eine Absichtserklärung von seiten der Programmanbieter und keine gesetztliche Regelung.

Ich finde auch, dass ein stufenweises auslaufen von UKW viel besser ist, als der harte Schnitt mit einem Tag X wo dann alles abgeschaltet wird.

von zerobase now - am 24.04.2015 11:33
Was mich an dieser Stelle wundert, ist das der Artikel nichts ueber die MW und LW Sender schreibt, die immer noch munter in Betrieb sind.

Gerade bei AM Bereichen duerften die Betriebskosten noch hoeher sein. Via DAB verbreitet Absolute Radio in UK ganze 7 Programme, auf AM grade mal eines, die Betriebskosten des DAB Angebotes vs. AM Sender duerften in keinem verargumentierbaren Verhaeltnis sein?

von 102.1 - am 24.04.2015 11:36
Es wird keine konkreten gesetzlichen Regelungen mit Abschalttermin geben, allenfalls Regelungen über flankierende Maßnahmen [z.B. was mit geräumten UKW-Frequenzen geschehen soll oder ob/wie man den Silmulcast fördern kann], in D'land im Rundfunkstaatsvertrag oder in den Medien- und Rundfunkgesetzen der Länder.

Den konkreten Weg zur FM-Abschaltung wird man unter den Beteiligten festlegen.

von Manfred Z - am 24.04.2015 13:24
Noch ein schöner Artikel:

Norway to Shut Off FM in 2017 - Radio Haters Wrongly Rejoice

What is DAB? The Short Answer

So, what is the difference between FM and DAB? That is a great question and to be honest, even I had to do a little extra reading to make sure I remembered correctly. Let me first give you the no so deep-in-the-weeds answer.

Going from FM to DAB is like deciding to make your toast in an electric toaster instead of sticking a piece of bread on a stick and holding it over a camp fire.

The Long Answer gibt es hier:

http://radio.about.com/od/opinionpieces/fl/Norway-to-Shut-Off-FM-in-2017-Radio-Haters-Wrongly-Rejoice.htm

von Manfred Z - am 24.04.2015 13:42
Zitat
102.2
Gerade bei AM Bereichen duerften die Betriebskosten noch hoeher sein. Via DAB verbreitet Absolute Radio in UK ganze 7 Programme, auf AM grade mal eines, die Betriebskosten des DAB Angebotes vs. AM Sender duerften in keinem verargumentierbaren Verhaeltnis sein?


Doch, dafür gibt es ein sehr gutes Argument: Was nützen die niedrigsten Betriebskosten, wenn man die Hörer nicht erreicht? Gar nicht senden hat sicherlich die niedrigsten Betriebskosten, dicht gefolgt von einem Webstream oder einem 10 Watt Sender auf der Kurzwelle. Da der Berg (Zuhörer) nicht zum Propheten (Sender) kommt, muss es halt umgekehrt geschehen. Da muss der Sender halt in den sauren Apfel beißen und die alten Sendewege eingeschaltet lassen. Was anderes wäre es, wenn alle Sender gleichzeitig die Mittelwelle verließen, dann bliebe dem Hörer ja keine Wahl als ein DAB-Radio zu kaufen. Aber solange das nicht geschieht, wird man wohl kaum dem Markt einem Mitbewerber überlassen und diesem so einen Vorteil verschaffen. Anders als in Deutschland wird im UK noch viel Mittelwelle gehört.

von Bolivar diGriz - am 24.04.2015 14:24
Zitat
Manfred Z
Bisher gibt es in diesen Ländern Abschaltpläne:
- Norwegen 2017 / regionenweise Abschaltung im Jahresverlauf
- Dänemark 2019 / falls 50% Hördauer für digitale Plattformen erreicht wird (realistisch 2022)
- Schweden 2022 / falls 50% der Radiohörer täglich Digitalradio hören / sonst 2024
- Niederlande 2023 / vorläufige Planung (nicht konkret)
- Schweiz 2024 / progressive Abschaltungen von 2020 an möglich
- Großbritannien / nach Erreichung von 50% Hördauer für digitale Plattformen (2022 ?)


Du hast 'Sachsen 2014' vergessen. Ein schönes Beispiel das auch zeigt, was von diesen Abschaltterminen zu halten ist.

von Stefan Heimers - am 24.04.2015 14:28
Zitat
Bolivar diGriz
Zitat
102.2
Gerade bei AM Bereichen duerften die Betriebskosten noch hoeher sein. Via DAB verbreitet Absolute Radio in UK ganze 7 Programme, auf AM grade mal eines, die Betriebskosten des DAB Angebotes vs. AM Sender duerften in keinem verargumentierbaren Verhaeltnis sein?


Doch, dafür gibt es ein sehr gutes Argument: Was nützen die niedrigsten Betriebskosten, wenn man die Hörer nicht erreicht? Gar nicht senden hat sicherlich die niedrigsten Betriebskosten, dicht gefolgt von einem Webstream oder einem 10 Watt Sender auf der Kurzwelle. Da der Berg (Zuhörer) nicht zum Propheten (Sender) kommt, muss es halt umgekehrt geschehen. Da muss der Sender halt in den sauren Apfel beißen und die alten Sendewege eingeschaltet lassen. Was anderes wäre es, wenn alle Sender gleichzeitig die Mittelwelle verließen, dann bliebe dem Hörer ja keine Wahl als ein DAB-Radio zu kaufen. Aber solange das nicht geschieht, wird man wohl kaum dem Markt einem Mitbewerber überlassen und diesem so einen Vorteil verschaffen. Anders als in Deutschland wird im UK noch viel Mittelwelle gehört.


Ich weis, ich lebe in UK. Nur verwundert es mich, warum man gerade UKW abschalten will, mit dem Kostenargument, aber AM weiterlaufen lassen will. (?) Da machts doch mehr Sinn, die AM Sender auf dei freiwerdenden FM Kapazitaeten umzuziehen. Oder eben die letzten, auch in UK vorhandenen, Gegenden wo kein DAB geht, mit einem DAB Sender zu versorgen.

Die Kette 1215 ist uebrigens nach Einbruch der Dunkelheit selbst in UK nichtmehr gut zu empfangen.

von 102.1 - am 24.04.2015 14:55
Bei der FM-Abschaltung geht es in erster Linie um den Ersatz eines nicht mehr ausbaufähigen analogen Systems durch ein digitales System mit erweiterten technischen Zusatzdiensten und mehr Programmen. Das erfordert eine sorgfältige Planung, da DAB(+) zum Zeitpunkt der FM-Abschaltung eine gleichwertige oder bessere Versorgung als FM haben soll.

Die AM-Abschaltung ist dagegen ziemlich trivial und bedarf keiner besonderen Planung.

von Manfred Z - am 24.04.2015 18:21
Zitat
Stefan Heimers
Du hast 'Sachsen 2014' vergessen.


Und Sachsen-Anhalt 2010 (siehe 1. Absatz).

:D

von Chris_BLN - am 26.04.2015 19:17
Zitat
Manfred Z
Bisher gibt es in diesen Ländern Abschaltpläne:
- Norwegen 2017 / regionenweise Abschaltung im Jahresverlauf
- Dänemark 2019 / falls 50% Hördauer für digitale Plattformen erreicht wird (realistisch 2022)
- Schweden 2022 / falls 50% der Radiohörer täglich Digitalradio hören / sonst 2024


Die für 2022 in Schweden geplante Abschaltung von UKW-FM dürfte vorerst vom Tisch sein. Der grüne Koalitionspartner (Miljöpartiet) der schwedischen Regierung hat am vergangenen Wochenende beschlossen, über 2022 hinaus an FM festzuhalten. Eine formeller Beschluss der Regierung und eine Mitteilung durch Kulturministerin Alice Bah Kuhnke stehen allerdings noch aus.

http://www.dn.se/ekonomi/mp-sager-nej-till-digitalradio/
http://digitalradioinsider.blogspot.se/2015/06/government-prepares-retainment-of-fm.html

Der Entscheidung ging eine kritische Stellungnahme des Landesrechnungshofs (Riksrevisionen) im April voraus. Riksrevisionen hatte die Rentabilität der Umstellung bezweifelt, selbst über einen Zeitraum von 50 Jahren.

http://www.dn.se/arkiv/kultur/riksrevision-kritisk-till-dabrapport

73 de Uli

von ulionken - am 15.06.2015 19:28
Wieder ein Hinweis, wie schädlich diese Abschaltdiskussionen sind. Man darf nicht den Eindruck erwecken, DAB+ nähme den Leuten etwas weg, sondern man muss immer betonen, dass etwas dazu kommt.

von Alqaszar - am 25.06.2015 16:48
Das stimmt. Andernfalls wird DAB als "Feind" deklariert und bekommt einen negativen Status...

von UKW vs. DAB+ - am 25.06.2015 17:15
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