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DAB Digitalradio Forum
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Neue Haltung der KEF könnte zum DAB-Motor werden

Startbeitrag von Peter Schwarz am 29.05.2015 12:02

Statt einem fixen Abschaltzeitpunkt für die analoge Verbreitung von Hörfunkprogrammen auf UKW soll es nun einen Abschaltzeitraum geben, es ist hier von "langfristig" die Rede. Dies könnte, verbunden mit den entsprechenden Gebührenmitteln, dann dazu führen, dass auch bislang zögerliche Kandidaten wie der NDR ihr DAB-Engagement ausbauen.

Hier der Bericht von Satellifax:
" KEF überdenkt Haltung zu Digitalradio: Abschaltzeitraum für UKW statt Abschaltdatum
Bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zeichnet sich einem Medienbericht zufolge erstmals ein Umdenken in Bezug auf die Forderung nach einem konkreten UKW-Abschalttermin ab. Wie das Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk (Ausgabe Juni) aus KEF-Kreisen erfuhr, werde im kommenden 20. KEF-Bericht wohl kein konkreter UKW-Abschalttermin mehr von den öffentlich-rechtlichen Programmveranstaltern erwartet.

Vielmehr wolle die KEF ihre Forderungen an ARD und das Deutschlandradio dahingehend modifizieren, dass die Sender künftig lediglich Kriterien und zeitliche Szenarien, die zu einer UKW-Abschaltung führen, definieren müssen.

Im letzten KEF-Bericht hatte die Kommission die ARD und das Deutschlandradio noch aufgefordert, präzise Aussagen zur Dauer des Simulcast, also der Parallelausstrahlung von DAB+ und UKW, zu machen und einen konkreten Abschalttermin für die UKW-Sender festzulegen.

Auch ARD und Deutschlandradio wöllten sich anstatt eines Abschalttermins auf einen Abschaltzeitraum einigen. Wie das Deutschlandradio dem Meinungsbarometer Digitaler Rundfunk sagte, sei es absolut wichtig, einen Abschaltzeitraum zu kommunizieren, damit sich alle Marktpartner und Konsumenten langfristig auf einen Umstieg von UKW auf DAB+ einstellen können.

Der Projektantrag der öffentlich-rechtlichen Sender zu Digitalradio muss der KEF bis zum 31. August 2015 übergeben werden. Erscheinen soll der 20. KEF-Bericht dann spätestens bis Ende April 2016. Genehmigt die KEF die Gebührenmittel, wollen auch bislang eher zögerliche ARD-Anstalten ihr Digitalradio-Engangement ausweiten. Aktuell diskutiert laut SatelliFax-Informationen etwa der Norddeutsche Rundfunk (NDR) ein Konzept, das eine Verbreitung über zusätzliche Sendestandorte (konkret: Göttingen, Osnabrück, Aurich, Lübeck und Rostock) vorsieht. www.digitalradio.de"
-> http://www.satnews.de/mlesen.php?id=61974f535033b5b9d1fe7ca76a188fd7

Dieser Beitrag wurde zweimal editiert, aber nicht von mir!!!!!

Antworten:

Es ist nicht mehr als richtig, dass bei der KEF ein Umdenken stattfindet. Wer Millionen an Gebührengeldern für einen ESC oder einen Gottschalk mit beiden Händen aus dem Fenster wirft, braucht beim Thema DAB+ nicht zu knausern.

Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die bisher stattgefunden hat und stattfindet! :spos:

von PEQsche - am 29.05.2015 12:07
Mit einem Abschaltzeitraum und festgelegten Kriterien uebernimmt man nun also die Regelungen von Laendern wie UK, Denmark usw.. Warum auch sollte Deutschland einen Sonderweg gehen muessen und die ARD einen Alleingang wagen.

Aber ich hoffe mal nicht, dass der NDR noch bis 2016 braucht, um die schon fuer 2014 vorgesehenen und teilweise schon technisch fertiggestellten 5 Standorte endlich anzuschalten. Das wird jetzt hoffentlich parallel mit dem BMux und dessen Leistungserhoehungen und Neuanschaltungen an NDR Standorten passieren.

von Nordlicht2 - am 29.05.2015 12:29
Das sind doch mal gute Nachrichten.

Wo aber jetzt genau der Unterschied zwischen einem Abschaltdatum und einem Abschaltzeitraum liegt, erschliesst sich mir jetzt nicht so ganz.... aber ok. Bei beiden Szenarien kommt irgendwann der Tag X.

von zerobase now - am 29.05.2015 13:04
So gern ich das als Technik-Freund sehe & lese: man darf dabei Otto & Lieschen Müller nicht vergessen!
Hier im Süden von München (also jetzt nicht unbedingt eine totale "Randzone") habe ich - trotz Eigenheim und Dachantenne teilw. massive Empfangsprobleme mit DAB+, (vermutlich, weil die Empfangs-Technik einfach noch eher k*** ist), analoges UKW geht mit ner Wurfantenne für 1€, sorry, ist halt so.

Diese Hürde muss DAB(+) IMHO noch nehmen, wenns bei Lieschen Müller in der Küche funktioniert ist alles gut ;)

Makki

von Makki1 - am 29.05.2015 13:40
Abschaltzeiträume kann man definieren, wenn z.B. 50% der Bevölkerung ein Digitalradio besitzen oder wenn z.B. 95% der Fläche mit Digitalradio versorgt sind. Diese Ziele sind dann zeitlich variabel und können bei Eintreffen der einen oder anderen Vorgabe ein Abschalten der analogen Versorgung auslösen. Wird jetzt fast überall so gehandhabt, in Norwegen hat man die entsprechenden Zahlen bereits erreicht. Die konnten jetzt ein Abschaltdatum nennen. England und Dänemark noch nicht. Die Schweiz scheint sich nicht an Prozente zu orientieren. Da sind die Radiostationen unter sich bereits mehr oder weniger einig. Ab 2019 kann man dort aussteigen und je früher man dies macht, desto mehr Förderung wird es geben.

von drahtlos - am 29.05.2015 13:47
Mit Dachantenne hast Du im Süden von München Empfangsprobleme...Du solltest wohl mal deinen Empfänger oder deine Antenne prüfen.

von Hallenser - am 29.05.2015 13:48
Zitat
Hallenser
Mit Dachantenne hast Du im Süden von München Empfangsprobleme...Du solltest wohl mal deinen Empfänger oder deine Antenne prüfen.


Nähere Informationen zur Empfangssituation vor Ort wären auch nicht Schlecht.
Im Süden Münchens sollte das funktionieren.

von RADIO354 - am 29.05.2015 13:52
Zitat
drahtlos
Abschaltzeiträume kann man definieren, wenn z.B. 50% der Bevölkerung ein Digitalradio besitzen oder wenn z.B. 95% der Fläche mit Digitalradio versorgt sind. Diese Ziele sind dann zeitlich variabel und können bei Eintreffen der einen oder anderen Vorgabe ein Abschalten der analogen Versorgung auslösen.


Ja, ok das leuchtet ein. Allerdings braucht man darüber keine Gedanken machen, wenn man Kriterium a nimmt. Da dürften noch mindestens 10 Jahre und mehr vergehen bis man soweit ist. Bei der Fläche könnte man in 2-3 Jahren soweit sein, wenn der Ausbau, inbesondere im Norden, mal weitergehen würde.

von zerobase now - am 29.05.2015 14:01
Hallenser: Hm, also etwas weiter weg von München gehts mit Lieschen Müllers Küchenradio auf DAB+ besser als auf UKW, wo's doch ganz gerne rauscht oder verzerrt.
Es gibt aber durchaus Ecken im Süden von München (z.B. richtung Ammersee/Starnberger See, die richtung Olympiaturm abgeschattet sind, wo möglicherweise Olympiaturm nicht mit jedem Billig-Equipment vernünftig geht - ebfalls noch weiter südlich, wenn weder nach München noch zu den Alpen-Reflektoren Sicht gegeben ist. So ist auch in Weilheim/Obb der Bundesmux nicht scheibenantennentauglich zu empfangen. Das kann dann mit richtig schlechten Empfängern halt mal Probleme geben... :-)

von DH0GHU - am 29.05.2015 14:05
Indoor ja,aber mit Dachantenne !? :confused:

von Hallenser - am 29.05.2015 14:08
Vor allem kann so der Abschaltzeitpunkt sogar frueher als in 10 Jahren sein, eben sobald die Kriterien erfuellt sind. Das duerfte stark im Interesse der KEF liegen. In anderen Laendern ging es auch schneller als in insgesamt 14 Jahren ab Einfuehrung und Deutschland wird da auch nicht laenger brauchen als Andere, zumal die Voraussetzungen hier deutlich besser sind da andere Laender Vorarbeit geleistet haben, DAB+ Geraete billig zu haben sind und Internetradio inzwischen auch schon viel verbreiteter ist. Am Netzausbau des BMux wird es auch nicht mehr fehlen, wenn man sich die Versorgungskarte fuer Ende 2016 ansieht.:-)

von Nordlicht2 - am 29.05.2015 14:10
Zitat
Hallenser
Mit Dachantenne hast Du im Süden von München Empfangsprobleme...Du solltest wohl mal deinen Empfänger oder deine Antenne prüfen.

Vielleicht mit dem Nürnberger Muxx???

Wir haben so einige Geräte die haben draußen trotz eines aktivierten 10kW Senders daheim noch draußen Probleme, andere laufen noch im Bunker hinterm Keller. Mit dem Auto habe ich das Problem das der DAB Sender alle anderen wegstört weil er so stark ist.

Ausserdem hält der BR sein Sendegebiet noch nicht für ausgebaut was DAB angeht. Für UKW dagegen ausgereizt.

Der Sinneswandel ist natürlich begrüßenswert. Für mich gibt es entweder DAB+ oder Internetradio. Letzteres scheitert oftmals an diversen Hürden.

von pomnitz26 - am 29.05.2015 14:17
Es sollte generell vermieden warden aktive Antennen oder Antenneverstaerker zu nutzen, wenn keine hohe Kabeldaempfung ueberwunden warden muss. Das bischen mehr an Empfangsgewinn in schwach versorgten Gegenden wird sonst ganz schnell in Nichtempfang in der Naehe von UKW und DAB+ Sendern umgewandelt.

von Nordlicht2 - am 29.05.2015 14:26
Zitat

Abschaltzeiträume kann man definieren, wenn z.B. 50% der Bevölkerung ein Digitalradio besitzen oder wenn z.B. 95% der Fläche mit Digitalradio versorgt sind.

Ach so ist das gemeint. Ich hatte gedacht, das ist als schrittweise Abschaltung innerhalb des Zeitraums gemeint. Also z.B. erst Abschaltung der 5. Kette, dann der 4. , dann der 3. usw.

von Zwölf - am 29.05.2015 15:37
Inzwischen gibt es die neue Ausgabe des Meinungsbarometers hier als PDF:

http://meinungsbarometer.info/start.html

von Manfred Z - am 29.05.2015 16:50
Zitat
Nordlicht2
Es sollte generell vermieden warden aktive Antennen oder Antenneverstaerker zu nutzen, wenn keine hohe Kabeldaempfung ueberwunden warden muss. Das bischen mehr an Empfangsgewinn in schwach versorgten Gegenden wird sonst ganz schnell in Nichtempfang in der Naehe von UKW und DAB+ Sendern umgewandelt.

So ich habe das RNS315 herausgerissen und die aktive Blaupunkt Sharkline mit dem DAB GTI Flex Stab1 vergleichen gegen einen 33cm passiven Magnetfuss.

Ergebnis nach 500km. Bei 10kW Sendern keine Unterschiede, beim 1kW Netz 12C in Sachsen-Anhalt minmale Verschlechterung. Das Problem kein Empfang anderer Sender unter 10kW Türmen in Pettstädt oder Bad Mergentheim das der 5C vollkommen weg gedrückt wird ist zu 99% immernoch vorhanden. Dabei spielen einfachste Radios ala Dual oder Sangean direkt unterm Turm problemlos, das RNS315 2km weg immer noch nicht. Das sind mal 5 Minuten Bundesstraße. Bei JVC setzt es im anderen Auto mit anderer Antenne (Blaupunkt GTI Flex) ganz kurz mal aus. Auch hier wieder ein Radioproblem.

von pomnitz26 - am 30.05.2015 03:20
Dann ist das von VW im RS verbaute Frontend scheinbar ueberhaupt nicht uebersteuerungsfest. Bei Frontier Tunern schaffen es nur Oberwellen von starken UKW Sendern diese zu stoeren. Das laesst sich aber durch einen vorgeschalteten VHF Bandpassfilter abstellen. Andere DAB Sender haben bei meinem UDR 100 noch nie gestoert, mit Ausnahme Nachbarkanaele, wo dann mindestens 5 Balken benoetigt werden um Audio zu spielen.
Schon traurig, wie praxisfremd einige Autohersteller ihre Radios entwickeln / testen. War bei UKW auch schon so, wo man die Problematik mit den hunderten Fuellfunzeln gerne ignoriert. Das erklaert auch immer mehr die voellig pessimistisch ausgelegten Versorgungskarten. Da koennen die Hersteller wohl gleich nur die UKW Heckscheibenantenne auch fuer DAB verwenden. :D

von Nordlicht2 - am 30.05.2015 08:25
Ich kann Nordlicht nur zustimmen, FS Tuner halten 10 KW DAB Sender mit Magnetantenne auf dem Autodach und nachgeschaltetem 10 dB Vorverstärker auch in Sendernähe aus.
Problematisch wird es nur, wenn leistungsstarke UKW Sender im DAB Vorverstärker Mischprodukte erzeugen können, die dann z.B. den 5C stören können. Da hilft, wie bei mir im VW, der TGN Bandpass für Band III zwischen Antenne und Vorverstärker, oder wie im BMW, gleich ein TGN DAB Vorverstärker mit Bandpass (-20 dB auf UKW)

von jug - am 30.05.2015 08:48
Was hat das alles noch mit dem ursprünglichen Thema zu tun? Hat sicherlich alles seine Berechtigung, wäre in einem anderen/neuen Faden aber besser aufgehoben.

von Peter Schwarz - am 31.05.2015 10:59
Anstatt das Scheitern einzugestehen, werden neue Szenarien kreiert. Das öffR Rundfunksystem dient nur noch zur Posten- und Subventionsbeschaffung für eine kleine Lobby von Politik und Wirtschaft und gehört abgeschafft.
http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/ex-chef-der-monopolkommission-haelt-ard-und-zdf-fuer-ueberfluessig-a-1036229.html
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rundfunkbeitrag-kennen-ard-und-zdf-ihren-auftrag-13503676.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Studie-Rundfunkgebuehr-abschaffen-Oeffentlich-Rechtliche-privatisieren-2667446.html

von Languedoc - am 31.05.2015 11:39
Zitat

Das öffR Rundfunksystem in dient nur noch zur Posten- und Subventionsbeschaffung für eine kleine Lobby von Politik und Wirtschaft und gehört abgeschafft.

Du hast die Zuschauer und Zuhörer vergessen, die so ein Programm erhalten, das ihnen der Privatfunk nicht bieten würde.

von Zwölf - am 31.05.2015 11:46
Zitat
Zwölf
Du hast die Zuschauer und Zuhörer vergessen, die so ein Programm erhalten, das ihnen der Privatfunk nicht bieten würde.


Volle Zustimmung! :spos:

von DX-Fritz - am 31.05.2015 13:36
Nur weil irgendwelche libertär-vergiftete Systemtheoretiker etwas abschaffen wollen, muss das noch lange nicht sinnvoll sein...
Kommerzieller Rundfunk hat nun mehr als ein Viertel Jahrhundert Zeit gehabt, Qualitätsprogramme zu realisieren, und ist fulminant gescheitert.
Damit sollte dieses OT-Thema beendet sein...

von DH0GHU - am 31.05.2015 13:49
Die Politik und die Landesmedien-Anstalten sollte sich mal an der eigenen Nase nehmen und Radioveranstalter welche sich bereiterklären, auf UKW kürzer zu treten und in die Digital-Verbreitung einsteigen nicht am Tage nachdem einzelne UKW Frequenzen zurückgegeben werden, anderentags diese an neue Bewerber weiterzugeben. So wird wohl niemand irgend eine UKW-Frequenz zu Gunsten von Digitalradio abtreten. Hier könnte die KEF mit gezielten Förderungen die Umsteiger unterstützen. Der Eingangs im Thread erwähnte Artikel lässt viele Fragezeichen offen. Ich sehe da die KEF noch lange nicht als DAB-Motor!

von drahtlos - am 31.05.2015 18:39
Zitat

Radioveranstalter, welche sich bereit erklären, auf UKW kürzer zu treten und in die Digital-Verbreitung einzusteigen


Es gibt keine etablierten privaten Hörfunkveranstalter, die derzeit eine FM-Abschaltung oder -Teilabschaltung planen, da das wirtschaftlichen Selbstmord bedeutet (zu wenig Digitalempfänger bei den Hörern).

Zitat

Hier könnte die KEF mit gezielten Förderungen die Umsteiger unterstützen.


Es ist nicht die Aufgabe der KEF, DAB+ oder sonst was zu fördern. Denn die KEF verfügt nicht über eigene Geldmittel, die sie verteilen könnte.

Die KEF ist eine Kommission, die die von den Rundfunkanstalten angemeldeten Ausgaben im Voraus auf Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit prüft und nach der Prüfung (und ggf. Kürzung) den dafür erforderlichen Rundfunkbeitrag berechnet.

Die KEF hat bisher einen schnellen Umstieg der Rundfunkanstalten gefordert (Nennung eines Termins für die FM-Abschaltung), um die unwirtschaftliche Doppelausstrahlung zu beenden. Die KEF hat jetzt eingesehen (Wink von der Politik?), dass es so nicht geht (siehe IRT/EMR-Gutachten).

von Manfred Z - am 31.05.2015 23:04
Ich habe natürlich nicht finanzielle Förderungen gemeint, sondern eher taktische.... Nebenbei könnten ja auch die Genehmigungsbehörden den Umstieg erleichtern. Davon merkt man aber auch nicht viel.

von drahtlos - am 01.06.2015 01:39
Die Strategie, die zur Förderung von DAB+ nötig ist, wird im IRT/EMR-Gutachten beschrieben. Da sind zuerst die Gesetzgeber in den Ländern gefordert, die die entsprechenden Maßnahmen unterstützen müssen.

Das BMVI hat ja eine neue Initiative gestartet, um alle Beteiligten im Juni an einen Tisch zu bringen.
Man wird sehen, was dabei herauskommt.

Die Medienanstalten (für Privatsender) können nur gemäß den Vorgaben im jeweiligen Landesmediengesetz handeln, Sie können an Privatsender keine Auflagen erteilen, die nicht durch das Gesetz gedeckt sind. Was in Sachsen-Anhalt möglich ist, geht in den meisten anderen Ländern so nicht. Und Bayern ist ein Sonderfall (siehe Bayerische Verfassung).

von Manfred Z - am 01.06.2015 06:20
Man könnte doch die Sendeleistung aus energiepolitischen Gründen im allgemein begrenzen. Mit max. 20KW hätte man bei DAB+ ja bekannterweise kein Problem...

von spuerer - am 07.06.2015 11:11
@drahtlos:

Der vorgeschriebene UKW-Ausstieg war eine Forderung der KEF, von der sie jetzt endlich zurückgerudert sind. Gut so, weil damit das Risiko für DAB+-Investitionen sowohl für die öffebtlich-Rechtlichen als auch für die privaten Anbieter sinkt, da sie nicht mehr an einem bestimmten Tag X plötzlich alle ihre Einnahmen wegbrechen sehen, im schlimmsten Falle.

Die Forderung an die LMAs, abgegebene UKW-Frequenzen nicht mehr auszuschreiben, könnte nach hinten losegehen. Aus folgenem Grund:

Angenommen, ein großer, landesweiter Privatsender gibt eine UKW-Frequenz ab, um somit sein UKW-Netz auszudünnen. Selbstverständlich wird er das nur tun, wenn er keine neue Konkurrenz befürchten muss, die anschließend diese Frequenz benutzt.

Die zuständige LMA könnte dann beschließen, diese Frequenz nicht mehr auszuschreiben.

Wer diese Frequenz aber tatsächlich haben möchte, der muss nun lediglich einen Antrag stellen: "Liebe LMA, bitte teilt mir die Frequenz zu!". Dann wird die LMA einen negativen Bescheid austellen: "Lieber Bewerber, diese Frequenz steht derzeit nicht zur Verfügung".

Gegen diesen Bescheid klagt der Bewerber dann.

Und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Recht bekommen, denn die LMA ist grundsätzlich dazu da, das Gut Frequenzen zu verteilen, nicht aber darauf sitzen zu bleiben. Wenn eine Frequenz zur Verfügung steht, muss diese im Sinne der Vielfalt auch Anbietern zur Verfügung gestellt werden.

Um politisch angenheme Monopole oder Oligopole zu schaffen, wurden diese Frequenzen in der Vergangenheit eben an bestimmte Anbieter vergeben (Wirtschaflichkeit, Arbeitsplätze, blabla). Das aber klappte nur vord em Hintergrund, dass Frequnezen ja leider, leider nicht in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung stehen.

Man erkennt also recht schnell, dass die UKW-Frequenzen fein weiter gehortet werden.

von Alqaszar - am 07.06.2015 11:27
Ist doch eine Frage der Organisation. Erstmal könnte man die Programmveranstalter einfach von der Pflicht entbinden, auf einer zugeteilten UKW-Frequenz auch zu senden.

Eine andere Option wäre, die UKW-Frequenzen durch jährliche Neuausschreibungen unattraktiv zu machen, da es dann keine Planungssicherheit mehr für die potentiellen Interessenten gäbe.

von Zwölf - am 08.06.2015 09:50
Ich frage mich, warum in diesem Forum immer wieder hanebüchene Vorschläge gemacht werden, die vielleicht in einer lupenreinen Demokratie wie in Russland möglich sind, aber nicht in einem westeuropäischen Rechtsstaat.

Überhaupt steht eine FM-Abschaltung in Deutschland - wie schon geschrieben - in den nächsten Jahren gar nicht auf der Agenda. Da werden auch nicht einzelne Sender abgeschaltet.

Und wenn es so weit ist, wird es einen geregelten Plan geben.

von Manfred Z - am 08.06.2015 10:42
Zitat
Manfred Z
Überhaupt steht eine FM-Abschaltung in Deutschland - wie schon geschrieben - in den nächsten Jahren gar nicht auf der Agenda. Da werden auch nicht einzelne Sender abgeschaltet.


Einzelne Sender eher nicht, wenn, dann gleich auf einen Schlag, wie es die MB angeblich angedroht hat :joke:

von Reinhold Heeg - am 08.06.2015 11:08
Zitat
Manfred Z
.......
Überhaupt steht eine FM-Abschaltung in Deutschland - wie schon geschrieben - in den nächsten Jahren gar nicht auf der Agenda. Da werden auch nicht einzelne Sender abgeschaltet.

Und wenn es so weit ist, wird es einen geregelten Plan geben.


Ich frage mich, wie dann die KEF nun die weitere Finanzierung regelt, nachdem man bisher für die Weiterfinanzierung von den Betreibern Abschalttermine von UKW verlangt hatte. Da kann doch gut und gerne wieder 10 Jahre lang jeder sein eigenes Süppchen kochen oder zumindest so tun wie es ihm beliebt. Was heisst nun - wenn es so weit ist, wird es einen geregelten Plan geben. Bin mal gespannt, wie sich die KEF die Finanzierung - sprich gerechte Verteilung - in den nächsten 10 Jahren vorstellt, es darf doch nicht schlecht für jene sein, welche sich aktiv an der Digitalisierung des Radios beteiligen und gut für jene - welche kaum etwas dafür tun. Da tut sich bei mir eine Schere auf.

Die KEF als DAB-Motor unter diesem Aspekt kann ich mir kaum mehr so richtig vorstellen.

von drahtlos - am 09.06.2015 10:03
Wie oft muss man das noch sagen: Die KEF hat nichts zu regeln, zu fördern, kein Geld zu verteilen und auch keine Pläne zu machen. Die KEF kann nur reagieren.

Es ist die Aufgabe der KEF, die von den Rundfunkanstalten angemeldeten Ausgaben auf Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu prüfen, dann anzuerkennen (ggfs. zu kürzen) und einen Vorschlag für die Höhe des Rundfunkbeitrags zu machen - und eine rückblickende Bewertung nach dem Ende einer Periode zu machen.

Da die KEF die Programmautonomie der Anstalten zu beachten hat, stürzt sie sich bei Kürzungen auf Technik- und Personalkosten. Im nächsten Bericht geht es um die Anmeldungen für die Periode 01/2017 bis 12/2020.

Was die Privatsender tun, geht die KEF eigentlich nichts an. Sie hat jedoch das Verhalten der Privatsender bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von DAB/DAB+ berücksichtigt. Immerhin hat die KEF dafür gesorgt, dass das Herumwurschteln beendet worden ist, was gut ist.

von Manfred Z - am 09.06.2015 11:20
Was ich mit meinem posting eigentlich meinte - die KEF kann Geld streichen, wer es nicht begründen/belegen kann. Das geht für mich Hand in Hand mit einem geplanten oder gestrichenem Weiterausbau (ohne das dazutun der KEF). Wenn das Geld fehlt, dann bleibt der Status quo oder man fährt bei steigenden Lohn- und anderen Kosten die Ausgaben zurück. Mir kommt es vor, dass alle Investitionen - trotz allen gegenteiligen Beteuerungen - im Hintergrund dennoch von der KEF abhängig sind. Da bin ich leider etwas unbelehrbar geworden.

von drahtlos - am 09.06.2015 11:37
Die Ausgaben der ARD und der DRadios sind auch von der KEF abhaengig. Alledings eben alle, also auch die fuer das UKW Netz, Sat und Kabel, Internet usw. Fuer DAB+ kann und wird die KFE sicher die Mittel fuer die DRadios anpassen muessen, die Kuerzungen zuruecknehmen, da ja nun doch ein massiver Ausbau des BMux von den Privaten mitgetragen wird. Die Kuerzungen fuer die DRadios bezogen sich auf der Annahme, dass die Privaten das nicht tun werden.
Ihr koennt euch sicher sein, dass die ARD und die DRadios schon lange mit der KEF im Gespraech sind und es keine Ueberraschungen in die eine oder andere Richtung geben wird. Ausser, dass auch die ARD Anstalten im Norden weiter ausbauen werden, was fuer einige vielleicht wirklich eine Ueberaschung sein duerfte. Die KEF wird also die Gelder fuer den weiteren DAB+ Ausbau genehmigen und dann ab 2021 sehr genau schauen, wieviel Geld die ARD wie lange fuer den UKW Parallelbetrieb ausgeben moechte und ob diese beantragten Gelder dann aus Sicht der KEF in vollem Umfang notwendig sind oder nicht.

von Nordlicht2 - am 09.06.2015 12:42
Die KEF kann keine Kürzungen zurücknehmen, da das Verfahren das nicht vorsieht. Was im letzten Bericht nicht anerkannt worden ist, gilt so bis zum Ende der Periode (Ende 2016). Neue Anmeldungen wird es nur für die nächste Periode geben.

von Manfred Z - am 09.06.2015 13:06
Nix wirklich neues, aber doch eine neue Meldung:

http://www.digitalfernsehen.de/KEF-fordert-keinen-Termin-zur-UKW-Abschaltung-mehr.130182.0.html#pk_newsfeed
Zitat

[...]
Auf dem Kongress "DAB Plus in Europa" am Mittwoch in Berlin sagte Norbert Holzer von der KEF nun, dass die Kommission an einem Termin zur UKW-Abschaltung nicht mehr festhalte. Zwar hätten ARD und Deutschlandradio in ihren aktuellen Positionspapieren, die sie bei der KEF eingereicht hätten, jeweils einen Termin zur UKW-Abschaltung genannt, die KEF hätte jedoch nicht auf die Festlegung eines solchen Datums bestanden. Holzer sprach sich dafür aus, einen Kriterienkatalog für den Umstieg auf Digitalradio zu erarbeiten, statt ein festes Datum für die Abschaltung von UKW anzusetzen. [...]


von Habakukk - am 16.07.2015 10:50
Mich würde ja interessieren, welche Termine genannt wurden. (Auch wenn es jetzt wahrscheinlich keine Rolle mehr spielt)

von Zwölf - am 16.07.2015 11:06
So ist es doch eine neue Meldung, wenn ARD und DRadios einen Termin genannt haben.
Haben sie das getan, ohne das sie es haetten tun muessen, deutet es darauf hin, dass sie von sich aus, ganz ohne Druck durch die KEF, eine UKW Abschaltung und keine dauerhafte parallel UKW Aussendung wollen.
Mich wuerde es wundern, wenn es sich bei dem genannten Datum nicht um Ende 2025 handeln wuerde.
Wenn sie das auch nach aussen kommunizieren, in Form von 'geplant' und 'sehr Wahrscheinlich bis...', ist das auch voellig ausreichend.

von Nordlicht2 - am 16.07.2015 11:13
Es ist auf jeden Fall nicht schlecht, wenn die ARD einen UKW-Abschalttermin (für sich) festgelegt hat:
Auf diesen Termin hin kann dann ein DAB-Ausbau mit mehr als 99% Flächenabdeckung geplant und durchgezogen werden. Wenn dann andere Kriterien für die Abschaltung noch nicht ganz erfüllt sind, kann man ja den Termin zur Abschaltung verschieben. Bei der analogen Sat-TV-Verbreitung hat man ja auch noch ein paar Jahre draufgelegt.
Ein Plantermin bringt auf jeden Fall auch die ehrlichen Händler in Zugzwang, daß sie, wenn sie ein Nur-UKW-Gerät verkaufen, den Kunden darauf hinweisen, daß er ab diesem Zeitpunkt mit diesem Gerät nur noch eingeschränkte Programmauswahl hat.
Auch ich halte einen genannten Termin von etwa in 10 Jahren für wahrscheinlich, da dies so bereits letztes Jahr so von Technikern des SWR und BR so kommuniziert wurde: Ab Verkündung eines Termins etwa 10 Jahre, so daß dann der größte Teil der Fahrzeuge DAB+-fähig ist. Man geht von einer durschnittlichen Auto-Lebensdauer von 10 Jahen aus.

von HansEberhardt - am 16.07.2015 16:07
Wenn man nach bayrischen Vorbild die Öffentlich Rechtlichen überall mit eingezogener Antenne bekommt und die Privaten mit ausgezogener Antenne ist das vollkommen in Ordnung.

Seit ich meinen Vater ein gescheites DAB Radio gegeben habe hat er nie mehr zu UKW gewechselt, warum auch. Jetzt läuft in Sachsen-Anhalt sein Lieblingsprogramm quasi ohne Antenne wo ohne DAB trotz 10kW UKW vom näheren Sender nie so ankam. 4 UKW Frequenzen von nah und schwach bis weit weg und leistungsstark kommen nicht annähernd so gut wie DAB in summierter Gleichwelle. Das gilt auch für den hinteren unteren Keller.

Was mich an vielen Geräten nur stört, die einen können DAB gut, die anderen UKW. Beides kann fast keiner richtig.

Die KEF ist schonmal nicht so schlimm wie es hier vorausgesagt wurde. Manfred Z. hat genug dazu geschrieben, mir quasi die Augen geöffnet. Die Bürger an sich müssen das Radio einschalten und es muss laufen. Erst gestern hatte ich wieder ein ewiges Gespräch was in meinem Betriebsauto für ein Radio ist. 5C, 9D und 11B hatte er nicht geschafft, er ist beim 11B Bürgerradio hängen geblieben.

von pomnitz26 - am 16.07.2015 18:46
Zitat

Als wesentliche Forderung beim Digitalisierungsprozesses des Hörfunks sehe die KEF derzeit die Notwenidigkeit, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die privaten Radioveranstalter bei dem Umstieg auf den digitalen Übertragungsstandard mitnehmen müssen, so Holzer. Andernfalls drohe eine Zweiteilung des Radiomarktes.

http://www.digitalfernsehen.de/KEF-fordert-keinen-Termin-zur-UKW-Abschaltung-mehr.130182.0.html#pk_newsfeed

Ich weiß nicht wie wörtlich hier Herr Holzer zitiert wird. Es ist ein Vertreter eines Bundeslandes in der KEF. Sind es nicht gerade die Bundesländer, die DAB+ teilweise blockieren? Schließlich ist z.B. NRW dazu verpflichtet alle freien Frequenzen 18 Monate im Voraus bekannt zu geben. Die GE06-Frequenzen sind seit 9 Jahren bekannt. Sie werden trotzdem nicht veröffentlicht oder ausgeschrieben. Die Schuld liegt auf der Seite der Länder.

von Seltener Besucher - am 16.07.2015 20:59
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