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DAB Digitalradio Forum
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vor 3 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Manfred Z, drahtlos, Habakukk, Nordlicht2, DH0GHU, ElDee, fn1107

[DAB] Digitalradio Board beim BMVI

Startbeitrag von Manfred Z am 17.06.2015 13:33

Heute war die erste Sitzung des neuen Digitalradio Boards beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Dazu diese PM:

Zitat

BMVI treibt digitalen Hörfunk voran

"Digitalradio Board" koordiniert Umstellung von UKW auf DAB+

Das neue "Digitalradio Board" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist heute zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen. Unter Leitung der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMVI, Dorothee Bär, erarbeitet das Gremium einen konkreten Fahrplan für die Umstellung vom analogen UKW-Hörfunk auf den digitalen Standard DAB+. Ziel ist es, den Umstieg möglichst schnell, effizient und reibungslos zu gestalten.

Bär: „Der analoge Hörfunk ist technisch ausgereizt. Deshalb wollen wir das Radio ins digitale Zeitalter bringen. Im "Digitalradio Board" führen wir alle relevanten Marktbeteiligten zusammen. Der Umstieg wird nur gelingen, wenn wir Hand in Hand arbeiten. Dazu gehört z. B. ein Konsens der öffentlich-rechtlichen und privaten Hörfunkanbieter. Auch müssen u. a. die Automobilhersteller bereit sein, neue Fahrzeuge serienmäßig mit digitalen Radiogeräten auszustatten. Das ist für die Versorgung der Autofahrerinnen und -fahrer mit Verkehrsinformationen besonders wichtig.“

Dem "Digitalradio Board" gehören insgesamt 15 hochrangige Vertreter an: Bund, Länder, öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, Landesmedienanstalten, Bundesnetzagentur, sowie Radio- und Automobilhersteller arbeiten in dem Gremium mit. Binnen eines Jahres wollen die Mitglieder einen konkreten Zeitplan für die Umstellung auf den digitalen Hörfunk erarbeiten. Im Anschluss wird das "Digitalradio Board" die Umsetzung konstruktiv begleiten.


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Auf einer Veranstaltung des BMVI im April war die Hörfunkstudie vorgestellt worden. Übersicht:

http://www.bmvi.de/DE/DigitalesUndRaumentwicklung/DigitaleInfrastrukturen/Frequenzpolitik/frequenzpolitik_node.html

Die Hörfunkstudie von IRT und EMR:

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/Digitales/studie_terrestr_hoerfunk.pdf?__blob=publicationFile

Präsentation der ARD (Frau Wille, MDR) zur Zukunft von DAB+ und FM:

http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/Digitales/mdr-vortrag-prof-wille-16042015.pdf?__blob=publicationFile

Antworten:

Was meint wohl der Verfasser mit der Feststellung, dass der analoge Hörfunk (gemeint ist wohl auf UKW) technisch ausgereizt ist ? Das ist ein Reizwort, das man so nicht stehen lassen kann.
Für mich bedeutet "ausgereizt" nicht a priori etwas überholtes, sondern eher etwas, das nicht mehr verbessert werden kann. Daher sei die Gegenfrage erlaubt, was am digitalen Hörfunk alles noch nicht ausgereizt ist.

von ElDee - am 17.06.2015 15:02
Gemeint ist hier wohl, dass es keine freien Frequenzen mehr gibt und deswegen kein weiterer Ausbau möglich ist und somit auch kein Wachstum.

von fn1107 - am 17.06.2015 15:07
Der UKW-FM-Hörfunk in seiner heutigen normkonformen Fassung ist doch auch systemtechnisch ziemlich ausgereizt... TMC beispielsweise genügt nicht modernen Ansprüchen. Die Übertragung von Multimediainhalten ist nicht vorgesehen (von Radiotext mal abgesehen). Durch die Limitierungen der zulässigen HF- und damit auch Basisband-Bandbreite läßt sich da auch nur noch wenig (siehe RDS 2.0) dran drehen.
Bei zeitgemäßen Digitalsystemen haben geänderte Dateninhalte keine Auswirkungen auf die Funkschnittstelle..

von DH0GHU - am 17.06.2015 15:13
Neben dem BMVI sind auch die Medienanstalten aktiv. Hier hat es im Juni/Juli zwei Veranstaltungen zum Thema gegeben:

http://www.die-medienanstalten.de/service/veranstaltungen/veranstaltungsarchiv/trimediale.html

http://www.die-medienanstalten.de/service/veranstaltungen/veranstaltungsarchiv/dab-plus-in-europa.html

Dort gibt es Fotos sowie weitere Links zu Vorträgen/Präsentationen.

Zitat

Rettungsschirm für die Vielfalt? Europäische Regulierungsansätze 3.0

TRIMEDIALE

Forum der Medienregulierer, Deutschland - Österreich - Schweiz

Die Medienlandschaft der Zukunft braucht weiterhin hochwertige Inhalte. Um diesen Anspruch zu sichern und zu fördern, sollen innovative Ausbildungsansätze und Fördermodelle aus den drei DACH-Ländern vorgestellt und beraten werden.

Vor allem für die Sicherung der Qualität regionaler Berichterstattung in den Medien besteht länderübergreifender Handlungsbedarf. Hierzu stehen unterschiedliche Regulierungs- und Förderkonzepte zur Diskussion.

Ergeben sich in Europa neue Grenzzäune für Medieninhalte durch die Praxis der Rechteverwertung? Welche Probleme stellen sich hier und wie könnten Lösungen aussehen?

Diese und weitergehende Fragen haben die medienanstalten, die RTR-GmbH und das BAKOM am 16. Juni 2015 in Stuttgart diskutiert.



Zitat

DAB + in Europa - Vom Einstieg zum Umstieg

Nicht zuletzt die Forderung der KEF nach einem Umstiegskonzept von UKW auf Digitalradio legt in Deutschland ein zeitnahes, konzertiertes Vorgehen von öffentlich-rechtlichen und privaten Veranstaltern, Regulierern, der Geräteindustrie, dem Handel und der Automobilwirtschaft nahe.

Bei dieser Tagung informieren Radioexperten über den aktuellen Stand bei der Entwicklung von entsprechenden Umstiegs-Kriterien und diskutieren darüber, ob und in welcher Weise die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern für die Debatte in Deutschland fruchtbar gemacht werden können.

[Die Veranstaltung war am 15. Juli 2015 in Berlin]


von Manfred Z - am 17.07.2015 09:41
Zitat
ElDee
Was meint wohl der Verfasser mit der Feststellung, dass der analoge Hörfunk (gemeint ist wohl auf UKW) technisch ausgereizt ist ? Das ist ein Reizwort, das man so nicht stehen lassen kann.
Für mich bedeutet "ausgereizt" nicht a priori etwas überholtes, sondern eher etwas, das nicht mehr verbessert werden kann. Daher sei die Gegenfrage erlaubt, was am digitalen Hörfunk alles noch nicht ausgereizt ist.


Genau so ist es. UKW ist fuer die heutigen Ansprueche nicht gut genug und kann aber nicht weiter verbessert werden. Gut genug ist UKW nur fuer sehr wenige Programmanbieter, die vor langer Zeit leistungsstarke UKW Ketten bekommen haben. Alle anderen Markteilnehmer haben eine ungenuegende technische Reichweite und oftmals sogar ueberhaupt gar keine technische Reichweite. Die bekommen sie nur auf dem Nachfolgesystem DAB+.

Was am digitalen Hoerfunk noch nicht ausgereizt ist, ist die notwendige Flachenversorgung, der Netzausbau. Das wird noch 1,5 Jahre dauern. Was auch nicht ausgereizt ist, ist die Anzahl an Programmplaetzen. Da ist noch und sehr wahrscheinlich sogar fuer immer, mehr Platz, als wie der Markt an maximaler Programmanzahl vertraegt.

von Nordlicht2 - am 17.07.2015 10:08
Erklärung des ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. - zur Initiative des BMVI:

Zitat

Position des ZVEI Fachverband Consumer Electronics zur vollständigen Digitalisierung im Hörfunk

Der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. vertritt als einer der größten Wirtschaftsverbände in Deutschland die wirtschafts-, technologie- und umweltpolitischen Interessen der deutschen Elektroindustrie auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Der ZVEI-Fachverband Consumer Electronics steht für die Interessen der Hersteller von Unterhaltungselektronik, die mit ihren Produkten, darunter TV-Geräte und Digitalreceiver, Digitalradios, Smartphones und Tablet PCs, die den digitalen Alltag der Verbraucher bereichern und prägen.

ZVEI Fachverband CE begrüßt Digitalisierungsstrategie

Digitalisierung bietet in zahlreichen Bereichen des täglichen Lebens große Chancen. Alle Rundfunk-Infrastrukturen verbreiten ihre Dienste heute mindestens auch über Digital-Technik, einige sind bereits ausschließlich digital. Für Zuschauer bzw. Zuhörer ergeben sich durch die Digitalisierung Vorteile wie bessere Bild- bzw. Ton-Qualität einerseits, und eine höhere Programmvielfalt andererseits. Zugleich gewinnt auch die Vernetzung mit dem Internet an Bedeutung. Mit dem Internet vernetzte Endgeräte bereichern schon heute den Alltag vieler Verbraucher, und bieten eine zusätzliche Vielfalt an digitalen Angeboten zur Information und Unterhaltung. Zudem ermöglicht die Internet-Verbreitung in der Regel einen größeren Freiheitsgrad für den Nutzer, etwa den Empfang auf Abruf, unabhängig vom festen Programmschema der Rundfunkübertragung. Zahlreiche Mitglieder des ZVEI Fachverband Consumer Electronics befördern beide Entwicklungen - den digitalen Rundfunk-Empfang ebenso wie den Internet-Empfang, aktiv durch die Produktion und Vermarktung entsprechender Geräte. Im Audio-Segment sind dies sowohl Geräte zum Empfang des Digitalradio-Standards DAB+ als auch Internet-Radios und hybride Geräte, die DAB+ und Internet-Empfang in einem Gerät vereinen.

Grundsätzlich erleichtert die Parallelausstrahlung von analoger und digitaler Technologie den Umstieg der Konsumenten auf die neue Technologie, insofern als sie den Nutzern die Freiheit einräumt, zu dem Zeitpunkt umzusteigen, der ihnen beliebt. Allerdings sollte, um einen beschleunigten Umstieg zu erreichen und die Digitalisierung des Radioempfangs voranzutreiben, ein zeitlicher Ablauf vereinbart werden, der den Übergang sowohl für alle Marktbeteiligten als auch für den Konsumenten planbar macht. So lassen sich für alle Beteiligten Investitionen planen und potentielle wirtschaftliche Schäden vermeiden.

Der ZVEI begrüßt die im Mai diesen Jahres durch das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastrukturen (BMVI) ins Leben gerufene Initiative zur aktiven Begleitung des Übergangs vom analogen UKW-Radio hin zu Digitalradio durch einen politischen Prozess. Der ZVEI engagiert sich gerne innerhalb des neu geschaffenen Digitalradio Boards.


Weiterlesen: http://www.bayerndigitalradio.de/uploads/media/pm_1507_zvei.pdf

von Manfred Z - am 18.07.2015 14:31
Schön - und fast Programm ist der 2. Absatz aus Österreich:

Tu felix digital Austria?

Die Situation in Österreich, wo derzeit ein Testbetrieb für DAB+ in Wien läuft, schilderte Dr. Florian Philapitsch, stellvertretender Vorsitzender der österreichischen Medienbehörde KommAustria: „Die Diskussion um eine Einführung von DAB+ wird auch in Österreich nicht anders geführt, als in anderen Ländern. Da sind die einen, die darin eine Zukunft für das Radio sehen, und die anderen, die auf Basis von UKW so erfolgreich sind, dass sie sich keine andere Zukunft wünschen. Ob DAB+ ein Erfolg wird, entscheiden letztlich die Konsumenten. Dafür müssen sie das neue Angebot aber erst einmal kennenlernen. Das wollen wir als Medienbehörde den Hörerinnen und Hörern mit einer Ausschreibung für einen nationalen Digitalradio-Multiplex im Jahr 2017 ermöglichen.“

Kritisch zur Einführung von DAB+ äußerte sich Albert Malli, stellvertretender Senderchef Hitradio Ö3, das sich wie der gesamte ORF nicht am Testbetrieb beteiligt: „Wäre das Radio 2015 erfunden worden, würden wir uns heute für DAB und nicht für UKW entscheiden. Die Stärke von DAB ist ja, dass in Summe mehr Programme ausgestrahlt werden können. Da aber nun schon 15,5 Millionen Radiogeräte in Österreich in Verwendung sind, ist der Umstieg nicht ohne weiteres zu schaffen. Pro Haushalt gibt es 5,5 Radiogeräte: im Auto, im Bad, im Kinderzimmer. Niemand ist bereit, all diese Geräte zu tauschen. Daher lassen wir uns auch von der Behörde nicht zu einem raschen Umstieg drängen. Man ist gut beraten, UKW möglichst lange und glücklich laufen zu lassen.“

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Als ob nur in Österreich dieses Problem bestünde!!! :wall:

von drahtlos - am 19.07.2015 20:17
Dass nun ausgerechnet diejenigen, die schon auf UKW senden, sich so sehr um die Umwelt und das Wohl der armen Leute sorgen, die irgendwelche technischen Geraete tauschen muessen, das ist schon sehr sehr anstaendig.

Mal im Ernst: das ist doch scheinheilig: In anderen Bereichen (Handys, PC, Fernsehgeraete,...) interessiert das auch niemanden. Wieviele noch funktionierende Elektrogeraete (alte Handys, Roehrenfernseher, analoge Sat-Receiver, DVB-T-Empfaenger, noch gut funktionierende PCs) landen heutzutage auf dem Muell, nur weil es etwas Neueres, Schickeres gibt?

Das heisst noch lange nicht, dass ich das Wegwerfen funktionierender Geraete gut finde, ganz im Gegenteil. Genausowenig wie ich es gut finde, UKW abzuschalten.

Aber dieses Argument empfinde ich schon lange als etwas scheinheilig. Sollen sie doch einfach mal zugeben, warum sie WIRKLICH kein DAB+ wollen. Ich versteh dich ja, liebes Oe3, dass du alles dafuer tust, weiterhin die unangefochtene Nummer 1 zu bleiben!

von Habakukk - am 20.07.2015 06:23
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