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Digitalradio auf der IFA 2015: Zahlen, Fakten und Trends

Startbeitrag von DH0GHU am 07.09.2015 11:26

Heute werden auf der IFA neue Zahlen zu DAB+ präsentiert. Nach 14 Uhr gibt's dazu Konkreteres, das bisher "geleakte" ist vielversprechend: DAB+ wächst deutlich (+33%), binnen eines Jahres wuchs die Gerätebasis um 1,4 Mio. Stück, wobei ca. 10% der Haushalte derzeit über DAB+ verfügen.

Hier bitte nur Zahlen, Daten und Fakten besprechen. Bitte keine Diskussionen über Klischees, Hörervorlieben und keine Pro&Contra-Diskussionen

Die 50 interessantesten Antworten:

Na, das hört sich doch schonmal gut an. Allerdings werden Einige auch diese Zahlen sicherlich wieder anzweifeln. Das vermehrt unter 40 jährige DAB nutzen ist eine Überraschung. Ich hatte vermutet, dass die eher auf Apps abfahren und vor allem wo man mit Klassik-Radio und dem Schlagerparadies doch zwei Programm im BuMu am Start hat, die eher eine ältere Zielgruppe bedienen dürften.

von zerobase now - am 07.09.2015 11:34
Mich wundert es ehrlich gesagt nicht, da mobil immer noch das Datenvolumen belastet wird durch das Hören von Streams. Spotify z.b. habe ich mir auch nur deshalb zugelegt, weil bei der Telekom das Datenvolumen dadurch nicht belastet wird.

Was das Thema Schlager anbelangt:
Da wäre ich mir nicht so sicher. Denn auf diversen Verantaltungen singen und tanzen sowohl Jung als auch Alt auf diese Musik mit :)

von PEQsche - am 07.09.2015 11:37
Ja weil man das auch im besoffenen Kopf (und manchmal nur so) noch geregelt kriegt. Anspruchsvolle Schlager mit sinnvollem Text sind auch dort nicht gefragt. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Spotify belastet auch unterwegs das Datenvolumen nicht wenn man sich Zuhause die Musik bereits auf das Endgerät herunter lädt.

Was mich ja erstaunt ist das es bei DAB+ noch so einen Zuwachs gibt. Jeder Radiomacher klagt über teils stark rückläufige Hörerzahlen. Das belegen ja auch alle Umfragen die in der jüngeren Vergangenheit gemacht wurden. Und dann kann DAB+ trotzdem noch derart zulegen? Respekt!

Der Hype um die ganzen Radioapps ist schon längst wieder verklungen. In der Goldmedia Webradio Analyse wurde ja sehr deutlich das die erwarteten Zuwächse der online Radiohörer bei weitem unterboten wurden und die Smartphone Apps sogar deutlich rückläufig sind.

von Spacelab - am 07.09.2015 11:51
Hier sind die Ankündigung und das Programm des Digitalradiotages der Medienanstalten auf der IFA in Berlin:

Zitat

Der Montag während der Internationalen Funkausstellung Berlin ist traditionell der Tag des Hörfunks!

Zu diesem Anlass laden die Medienanstalten zu ihrem Digitalradiotag am
7. September 2015 ins Marshall-Haus auf dem IFA-Gelände ein, um mit Unterstützung des Digitalradio Board des BMVI und mit Vertretern der Branche die aktuellen Zahlen zur Akzeptanz und Reichweite digitaler Hörfunksysteme zu diskutieren.

Wie in den vergangenen zwei Jahren werden hierzu die Hörfunkdaten aus dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten exklusiv vorab veröffentlicht. Daneben werden erstmals Ergebnisse einer aktuellen Reichweitenerhebung über bundesweite DAB plus-Hörfunkangebote präsentiert, die die Medienanstalten unter Beteiligung des Deutschlandradios beim IFAK-Institut in Auftrag gegeben haben.

In der anschließenden Diskussionsrunde zur Digitalisierung des Hörfunks erörtern Experten die vorgelegten Zahlen und bewerten die vorgeschlagenen Maßnahmen von Politik und Regulierung.


http://www.die-medienanstalten.de/service/veranstaltungen/digitalradiotag-der-medienanstalten.html

Programm:

11:00 Uhr Begrüßung
Thomas Fuchs, MA HSH

11:05 Uhr Präsentation Hörfunkzahlen Digitalisierungsbericht
Dr. Oliver Ecke, TNS Infratest

11:30 Uhr Präsentation Reichweitenstudie IFAK
Jörg Sunnus, IFAK Institut GmbH & Co. KG

12:00 Pause

13:00 Uhr Grußwort
Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

13:15 Uhr Umstiegskonzept der Medienanstalten und Versorgungsstrategie für lokale Veranstalter
Martin Deitenbeck. SLM

13:30 Uhr DAB+ startet durch: Deutschlandradio fordert eine klare Linie von Politik und Akteuren
Dr. Willi Steul, Deutschlandradio

13:45 Uhr Diskussionsrunde zur Digitalisierung des Hörfunks
- Dr. Gerd Bauer, Direktor der LM Saar
- Hans-Dieter Hillmoth, Vorstandsmitglied des VPRT und Geschäftsführer Radio/Tele FFH
- Dr. Ulrich Liebenow, Betriebsdirektor des MDR
- Andreas F. W. Schneider, ZVEI, Sony
- Dr. Volker Schott, Referent Verkehrspolitik, Verband der Automobilindustrie

Morgen wird in einer weiteren Veranstaltung um 10:30 Uhr der ganze Digitalisierungsbericht mit dem Schwerpunkt Fernsehen vorgestellt. In der Diskussionsrunde geht es um die Digitalisierung des Kabels.

[Beitrag im Bundesmux-Thread gelöscht]

von Manfred Z - am 07.09.2015 11:58
Trotzdem allem muss man sehen dass nach knapp 4 Jahren erst 10% der Haushalte DAB empfangen können. Wenn man sich jetzt mal ausrechnet wielange es dauert bis dann mal die Hälfte der Haushalte Digitalradio hat, dann wird das noch Jahrzehnte dauern. Ich gehe davon aus, dass sich derzeit mit einem reinem DAB-Engagement kein Geld verdienen lässt. Zuwachsraten hin oder her.

von zerobase now - am 07.09.2015 12:08
14% Zuwachs in BW sind auch eine ordentliche Hausnummer. Eigentlich sollte das den DAB-Verweigerern deutlich machen, dass sich eine Investition in DAB+ lohnt. Der Privatmuxx auf 11B sollte sich da nicht unwesentlich drauf ausgewirkt haben.

Ebenfalls sehr positiv, dass nun DAB+ an zweiter Stelle hinter UKW kommt. Vor 1-2 Jahren waren das noch Kabel und Sat.

von PEQsche - am 07.09.2015 12:12
@zerobase now: Bei DVB hat es länger gedauert. Und hätte es da keinen harten Umschalttermin gegeben würde sich die Digitalisierung auch noch weitere Jahre ziehen wie ein Kaugummi unterm Schuh. Und das war TV. Wir reden hier jetzt nur von Radio. Das darf man nicht vergessen.

von Spacelab - am 07.09.2015 12:16
Ich bin schon mal gespannt, bis die konkreten Zahlen raus sind. In der Funkanalyse Bayern war das Ergebnis ja eher ernüchternd; waren es von 2013 auf 2014 noch rund 100 000 neue Geräte, waren es von 2014 auf 2015 nur noch rund 50 000 neue Geräte. Siehe: http://funkanalyse.tns-infratest.com/2015/1_hf/1nutzung/13HFEmpf_Ausst.pdf

von Zwölf - am 07.09.2015 12:54
Und hier ist die offizielle PM der Medienanstalten:

Zitat

die medienanstalten-PM 13/2015;
Digitalradiotag der Medienanstalten: Digitale Hörfunknutzung nimmt zu


Im Rahmen ihrer Veranstaltung zur Entwicklung des Hörfunks in Deutschland präsentierten die Medienanstalten auf der IFA heute (7. September) die Ergebnisse des diesjährigen Digitalisierungsberichts zum Hörfunk sowie die Ergebnisse einer DAB+ Reichweitenerhebung des Instituts für angewandte Kommunikationsforschung (IFAK).

Danach verfügen zehn Prozent der deutschen Haushalte über ein DAB+ Empfangsgerät, elf Prozent der Bevölkerung nutzen DAB+ Angebote. Die Tagesreichweite der DAB+ Angebote liegt aktuell bei etwas mehr als fünf Millionen, damit bei ca. zehn Prozent der Tagesreichweite von Radio insgesamt.

DAB+ verzeichnet sowohl bei der Verbreitung der Endgeräte (33 Prozent) als auch bei der Nutzung (38 Prozent) deutliche Zuwachsraten von etwa 30 Prozent auf moderatem Niveau. Gleichzeitig lag die Zuwachsrate der Haushaltsausstattung von IP-Radios bei 13 Prozent.

Im Anschluss daran stellten die Medienanstalten ihre konzeptionellen Überlegungen zu einem mittelfristigen Umstieg auf eine Digitalisierung des Hörfunks insgesamt vor.

Thomas Fuchs, der Koordinator des Fachausschusses Netze, Technik, Konvergenz der Medienanstalten, betonte, dass „ein Migrationsprozess von UKW hin zu Digitalradio nur dann gelingen kann, wenn sich alle Marktbeteiligten in einer digitalen Hörfunkwelt wiederfinden. Deswegen ist es besonders wichtig, dass die nächsten Schritte im Konsens mit privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltern erfolgen.“

Der Digitalradiotag fand mit rund 150 Besuchern vor dem Hintergrund der aktuellen nationalen und internationalen Diskussionen über einen mittelfristigen Umstieg von der analogen auf die digitalterrestrische Hörfunkverbreitung in Deutschland statt.

Wie in den vergangenen zwei Jahren werden die Hörfunkdaten aus dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten exklusiv vorab veröffentlicht. Daneben werden erstmals Ergebnisse einer aktuellen Reichweitenerhebung über bundesweite DAB+ Hörfunkangebote präsentiert, die die Medienanstalten unter Beteiligung des Deutschlandradios beim IFAK-Institut in Auftrag gegeben haben.


----------------------------------------------------

Die Retourkutsche vom VPRT ist auch schon da. Er hat ein 5-seitiges Positionspapier zur Zukunft des Radios herausgegeben, das beschreibt, wie die unwirtschaftlichen Strukturen in Deutschland erhalten werden können (oder auch nicht). Hier ist die PM dazu:

Zitat

Die Radiozukunft in einer konvergenten Welt –
VPRT-Positionspapier zur Internationalen Funkausstellung (IFA)


Berlin, 7. September 2015 - Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) hat zur diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin seine umfassende Position zur Zukunft des Radios in einer konvergenten Welt vorgestellt, die dieser Pressemitteilung als Anlage beigefügt ist. Ausgehend vom Status quo beschreibt der Verband die Ziele einer digitalen Hörfunkordnung und fasst die wesentlichen Anforderungen des Privatradios an sie zusammen.

Klaus Schunk, Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VPRT: „Der VPRT zeigt in seinem Positionspapier die Anforderungen an eine digitale Hörfunkordnung auf, die für die Jahre bis 2030 und darüber hinaus richtungsweisend sind. Die Debatte zur Zukunft des Radios als Inhalteanbieter darf sich nicht auf einen technischen Weg beschränken. Wegweisend könnten deshalb EU-weite Vorgaben für einen technologieneutralen Multi-Chip, der neben UKW und DAB+ auch Internet enthält, sein. Um die regionale Vielfalt des Mediums zu gewährleisten, braucht das Privatradio einen Ordnungsrahmen, der eine Schädigung der Gattung Radio und existenzielle Auswirkungen auf den Lokalfunk vermeidet. Sie muss das Geschäftsmodell und die Finanzierungsgrundlage der Privaten berücksichtigen. In dem VPRT-Positionspapier werden die wesentlichen Anforderungen an eine digitale Hörfunkordnung zusammengefasst, die diesen Prämissen Rechnung tragen.“

In seinem Positionspapier fordert der VPRT einen neuen Ordnungsrahmen, der die lokale und regionale inhaltliche Vielfalt des Mediums erhält, einen fairen Wettbewerb im dualen Hörfunksystem und Kriterien für eine erfolgreiche Migration im Falle eines UWK-DAB+-Umstiegs statt einer UKW-Abschaltdebatte. Zudem stellt der VPRT seine Anforderungen an klare und verbindliche Kriterien für einen solchen Umstieg sowie der Nutzung und Finanzierung dieser Übertragungstechnologie vor. Schließlich spricht sich der Verband dafür aus, dass Radio auf allen Endgeräten empfangbar und auffindbar sein muss.


Link zur Studie hier (nach unten scrollen):

http://www.vprt.de/verband/presse/pressemitteilungen/content/die-radiozukunft-einer-konvergenten-welt-%E2%80%93-vprt-positionsp?c=4

von Manfred Z - am 07.09.2015 13:06
Zitat
Manfred Z


----------------------------------------------------

Um die regionale Vielfalt des Mediums zu gewährleisten, braucht das Privatradio einen Ordnungsrahmen,


Offensichtlich hören die Verwantwortlichen ihre Programme nicht, sonst wüssten sie das es die regionale Vielfalt gar nicht gibt.

von zerobase now - am 07.09.2015 13:26
Der von mir verlinkte infosat-Artikel enthält nun weitere Details.
So verfügen nun 10 % der Haushalte über mindestens ein DAB+-Radio, im Vorjahr waren es 7,5%.
Der Trend gehe zum Zweitgeräte, die Tagesreichweite von DAB läge bei 5 Mio. Menschen. 2,2 Millionen Hörer nutzen bereits jede Woche kommerzielle DAB-Angebote, 2,9 Millionen die der ARD.

von DH0GHU - am 07.09.2015 13:36
ARD-Pressemeldung:

Zitat

Ergebnisse aus Digitalisierungsbericht und DAB+ Reichweitenerhebung bestätigen:
DAB+ kommt bei den Nutzern an


Karola Wille, MDR-Intendantin und Vorsitzende der ARD-Lenkungsgruppe Digitalradio, nahm die heute veröffentlichten Zahlen zur Entwicklung des digitalen Radiomarktes mit Freude zur Kenntnis: "Die Ergebnisse des Digitalisierungsberichts und der ersten Reichweitenerhebung für DAB+ Hörfunkangebote zeigen deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind und DAB+ bei den Menschen ankommt. Schließlich entscheiden die Menschen selbst, über welche Technologie sie unserer Programmangebote empfangen."

Wille: "Digitalradio über DAB+ konsequent einführen"

Die Branche hatte den neuen Digitalisierungsbericht optimistisch gespannt erwartet. "Die Ergebnisse bestätigen den eingeschlagenen Weg, Digitalradio über DAB+ konsequent einzuführen", so Wille. Der Schulterschluss mit der Politik und das in diesem Zusammenhang von Staatssekretärin Bär initiierte Digitalradioboard, die positiven Signale der privaten Programmveranstalter, wachsende Programmvielfalt sowie das Engagement der Endgerätehersteller ließen "ein gutes Jahr für DAB+" erwarten.

Deutliche Zuwachsraten für Digitalradio und DAB+

Die vom Institut für angewandte Kommunikationsforschung (Reichweitenerhebung) und TNS Infratest (Digitalisierungsbericht) erhobenen Daten weisen deutliche Zuwachsraten für Digitalradio und den Übertragungsstandart DAB+ aus. 10 Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen aktuell über ein DAB+ Empfangsgerät (Vorjahr 7,5 Prozent), das sind etwas mehr als 4 Millionen Haushalte (gut eine halbe Million mehr als Mitte 2014). Und: der Trend geht inzwischen zum Zweitgerät (Durchschnittlich 1,6 DAB+ Radiogeräte pro DAB+ Haushalt). DAB-Angebote werden inzwischen von 11 Prozent der Bevölkerung genutzt, die Tagesreichweite liegt knapp über 5 Millionen Menschen. Rund 2,2 Millionen Hörerinnen und Hörer nutzen montags bis freitags die privaten DAB-Angebote, die DAB-Programme der ARD erzielen eine Tagesreichweite von 2,9 Millionen Hörern.


von Manfred Z - am 07.09.2015 13:58
Hat jemand schon eine Info vom DLF, wann dieser auf DAB+ umstellt?
Laut KEF soll ja DAB alt nur noch bis Ende des Jahres gefördert werden, danach ausschließlich DAB+. Also müßte man spätestens ab Januar umstellen. Abgesehen davon macht es ja absolut keinen Sinn mehr, in dem alten Standard zu senden. Sogar der SR stellt bis Jahresende um.

von aru - am 07.09.2015 15:30
Zitat
zerobase now
Ja hier müsste zeitnah eine Umstellunger erfolgen. Die Frage ist dann was mit den dann frei werdenden CUs passieren wird.

Aktuell:
DLF 128 kbit/s MP2
DKultur 112 kbit/s AAC-HE
DWissen 96 kbit/s AAC-HE

--> DLF auf 112 kbit/s AAC-HE umstellen, die freiwerdenden 16 kbit/s dazu nutzen, DWissen ebenfalls auf 112 kbit/s zu erhöhen.

... was ich allerdings kontraproduktiv finde. An Versorgungsbereichsgrenzen blubbert der DLF derzeit, man versteht aber Wortinhalte meist noch. AAC-HE setzt hier einfach aus. Bei Musik besser, bei Wortprogrammen nervig. AAC ist nur dann stabil, wenn DAB-alt allenfalls leicht blubbert. Bei stärkeren Aussetzern kommt immer gleich eine sekundenlange Pause.

von DH0GHU - am 08.09.2015 08:38
Zitat

An Versorgungsbereichsgrenzen blubbert der DLF derzeit, man versteht aber Wortinhalte meist noch. AAC-HE setzt hier einfach aus. Bei Musik besser, bei Wortprogrammen nervig. AAC ist nur dann stabil, wenn DAB-alt allenfalls leicht blubbert. Bei stärkeren Aussetzern kommt immer gleich eine sekundenlange Pause.

Kann ich nicht bestätigen. Ich habe hier im Saarland ja eine prima Vergleichsmöglichkeit. Wo SR1, 2 oder 3 schon blubbert und vor allem auch mal ganz fies quietscht, spielt Antenne Saar, Unser Ding, KiRaKa oder Salü noch störungsfrei weiter. Man darf natürlich die zusätzliche Robstheit von DAB+ nicht durch Einsparungen bei der Fehlerkorrektur zunichte machen.

von Spacelab - am 08.09.2015 08:43
Zurück zum Thema des Threads:

Der Digitalisierungsbericht 2015 ist online.

Die Präsentation "Daten und Fakten" enthält auch den Radioteil von gestern.

http://www.die-medienanstalten.de/publikationen/digitalisierungsbericht.html

von Manfred Z - am 08.09.2015 09:05
Diese Probleme gibt es bei AAC-LC und nicht bei AAC-HE. Deshalb hat man ja auch bei DKultur auf HE umgestellt. Das heißt, jeder darf jetzt künstlich erzeugten Höhen lauschen weil ein Schrottproduzent aus Fernost sein Produkt ohne Endkontrolle raus gehauen hat. Und um dem ganzen dann noch die Krone aufzusetzen hat man schön weiter das fehlerhafte Produkt verscherbelt ohne den Fehler zu beheben.

von Spacelab - am 08.09.2015 11:22
Zitat
Spacelab
Deshalb hat man ja auch bei DKultur auf HE umgestellt.


Ah. Der Teil muss mir entgangen sein.

Zitat
Spacelab
Das heißt, jeder darf jetzt künstlich erzeugten Höhen lauschen weil ein Schrottproduzent aus Fernost sein Produkt ohne Endkontrolle raus gehauen hat. Und um dem ganzen dann noch die Krone aufzusetzen hat man schön weiter das fehlerhafte Produkt verscherbelt ohne den Fehler zu beheben.


Wo ist eigentlich bei 112 kbit/s die Grenzfrequenz (sagt man das so?) zwischen echten und künstlichen Höhen?

von FrankSch - am 08.09.2015 11:36
[OT] Die D-Radios hatten bei 128 kbit/s einen erstaunlich guten Klang. [/OT]


Zurück zum Thema:
Was sich im Digitalisierungsbericht sehr schön wiederspiegelt ist die unterschiedliche Geschwindigkeit der Entwicklung von DAB. In BW haben erstaunliche knapp 15% der Haushalte ein DAB-Radio (sicher auch dank der starken Werbung des SWRs; am Content kanns nur bedingt liegen, denn in der Fläche siehts nach wie vor nicht überall gut aus mit den Angeboten), es folgt schon deutlich dahinter Bayern. Der Norden hingegen ist weit abgeschlagen. MDR-Land steht deutlich besser da als der "restliche" Osten.

Was ich nirgends finde sind die hier auch schon genannten Angaben zu den Verteilungen auf einzelne Programme, es wäre wirklich interessant zu wissen, was die Zugpferde sind. Offenbar sind das häufig öffentlich-rechtliche Angebote...

Ebenfalls interessant: Weniger als ein Fünfelt der DAB-Haushalte nutzt DAB+ als primären Empfangsweg. Bei nur 1,6 DAB-Radios pro Haushalt ist das aber auch leicht zu erklären: Wenn nur die Anlage im Wohnzimmer mit DAB+ ausgestattet ist, wird in Küche, Klo und Schlafzimmer halt immernoch UKW gehört, und im Arbeitszimmer der PC als Webradio genutzt. Spezifische Web-Radios spielen dabei kaum eine Rolle, dann schon eher PCs/Tablets/Smartphones ...

von DH0GHU - am 08.09.2015 12:09
Zitat
PEQsche
Ebenfalls sehr positiv, dass nun DAB+ an zweiter Stelle hinter UKW kommt. Vor 1-2 Jahren waren das noch Kabel und Sat.


Nein, letztes Jahr war das auch schon so. Wohlgemerkt: es geht hier nicht um alle Haushalte, sondern nur um die, in denen es DAB+-Radios gibt. Dass in über 80% der DAB+-HH, DAB+ nicht nicht der meistgenutzte Empfangsweg ist, könnte man jetzt auch eher pessimistisch sehen...

von Zwölf - am 08.09.2015 12:15
Zitat
Zwölf
Dass in über 80% der DAB+-HH, DAB+ nicht nicht der meistgenutzte Empfangsweg ist, könnte man jetzt auch eher pessimistisch sehen...

In sehr vielen DAB-Haushalten gibt es eben nur ein DAB-Radio, d.h. außerhalb des Raums, in dem dieses steht, wird UKW gehört.

von DH0GHU - am 08.09.2015 12:20
Die muss man aber halt immer mit sich herum schleppen und vor allem mit Batterien (die man auch regelmäßig erneuern muss) bestücken. Wie DH0GHU schon schrieb wüsste ich auch keinen der den Lala Kasten immer mit sich durch die Wohnung trägt. Das Gerät kommt höchstens mal mit auf den Balkon oder das Gartenhaus. Vor 50 Jahren schleppte man das Radio immer mit sich durch die Wohnung. Das kenne ich noch von meinem Großeltern. Da gab es aber in einem Haushalt auch meistens nur ein Radio das bei längeren Ausflügen sogar mit ins Auto genommen wurde. Der Ford meines Opas hatte sogar eine extra Halterung dafür die das Kofferradio (Loewe Opta) mit der Autobatterie, der Autoantenne und dem großen ovalen Lautsprecher im Armaturenbrett verband.

von Spacelab - am 08.09.2015 12:47
Bei mir geht das Radio zum Abspülen oder manchmal mit ins Bad auf Wanderschaft. Aber gut, wenn ich in jedem Raum ein extriges Radio hätte, würde ich das wahrscheinlich auch nicht machen. Dann würde es wohl nur noch zum Zugfahren auf Wanderschaft gehen. Abgesehen natürlich von meinem Pocket-Radio, das eigentlich fast nur auf Wanderschaft (einkaufen, wandern, Bus/Zug,...) eingesetzt wird, außer ich verwende es gerade als Aufnahmegerät oder habe es an Lautsprecher angeschlossen.

von Zwölf - am 08.09.2015 16:56
Das bei der Reichweitenerhebung der LMAs nur die Bumuxprogramme berücksichtigt wurden, ist ein Märchen.
Teltarif von heute: Einslive ist das meistgehörte Programm der ARD über DAB+.Das sendet bekanntlich im NRW Mux. 2,9 Mio. hören die ARD über DAB+. Wieviele das Dradio über DAB+ hören, habe ich hingegen noch nirgendwo gelesen.

von aru - am 08.09.2015 18:05
Zitat

Das bei der Reichweitenerhebung der LMAs nur die Bumuxprogramme berücksichtigt wurden, ist ein Märchen.

Das sagte doch auch keiner. Wir sprachen hier lediglich vom meistgehörten Programm im Bundesmux und nicht vom meistgehörten Programm über DAB+.

von Spacelab - am 08.09.2015 18:09
Das steht in der Präsentation von IFAK

Die gestrigen Präsentationen findet man jetzt hier (heute Nachmittag noch nicht):

http://www.die-medienanstalten.de/service/veranstaltungen/veranstaltungsarchiv/digitalradiotag-der-medienanstalten.html

von Manfred Z - am 08.09.2015 20:19
Danke Manfred

Anbei mal ein paar Vergleiche auf Basis der IFAK-Studie und reichweiten.de:


Sunshine Live digitale Tagesreichweite Mo.-Fr.: 213.000
SSL laut reichweiten.de Tagesreichweite Mo.-Fr.: 267.000


Klassikradio digitale Tagesreichweite Mo.-Fr.: 172.000
Klassikradio laut reichweiten.de Tagesreichweite Mo.-Fr.: 706.000
Allerdings in Thüringens ingesamt: 10.000 (soviel zum Thema UKW-Abschaltung dort...)

DRadio Wissen digitale Tagesreichweite Mo.-Fr.: 82.000
DRadio Wissen laut reichweiten.de Mo,-Fr: 19.000

Energy bundesprogramm digitale Tagesreichweite Mo.-Fr.: 363.000
Energy City Kombi laut reichweiten.de Mo.-Fr.: 867.000

egoFM erreicht laut DAB-Studie 115.000 Hörer digital, während es in Bayern alleine laut reichweiten.de auf 137.000 Hörer kommt.

--> Die Reichweiten der Spartenprogramme mit nicht flächendeckender UKW-Netzabdeckung werden auf DAB+ offenbar so langsam zu einer wichtigen Säule der jeweiligen Programmverbreitung.

Absolut Relax erreicht ohne UKW-Geschäft eine Tagesreichweite von 166.000 Zuhörern.

Interessant ist, dass im Westen (RP, SL, HES, NRW, NDS, HB, HH, SH) unter den top10 der DAB-Programme nur HitRadio FFH ein Privater ist (Platz 7), ansonsten dominieren die ÖRs, wobei 1live diggi immerhin Platz 6 erreicht.
Im Süden (Baden-Wü.+Bayern) wird (erschreckenderweise) am meisten Antenne Bayern gehört, noch vor den SWR-Programmen, und Radio Regenbogen liegt mit 130.000 Hörern vor DasDing mit 96k. bigFM WorldBeats kommt auf 94.000 Hörer.

Die kleineren Privaten wir Kultradio, Rockantenne, etc. tauchen garnicht auf.

Insbesondere in den "DAB-Blockade-Regionen" im Westen/Norden werden die Privaten kaum gehört.
In Bayern + BaWü zusammen wird mehr DAB+ gehört als in (RP, SL, HES, NRW, NDS, HB, HH, SH) zusammen. Dort haben die Privaten schon über 50% des Hörerkuchens für sich gewonnen, während es im Nordwesten deutlich unter der Hälfte ist.

von DH0GHU - am 08.09.2015 21:25
DLF auf Platz 3 unter den bundesweiten DAB-Sendern überrascht mich. Auch egoFM schlägt sich nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sie nur in Bayern und BW auf Sendung sind.

Zitat

DRadio Wissen digitale Tagesreichweite Mo.-Fr.: 82.000
DRadio Wissen laut reichweiten.de Mo,-Fr: 19.000

Was die Aussagekraft der Studie stark in Frage stellt. Dazu passt auch, dass 30% der Grundstichprobe angaben, dass ihnen DAB+ in ihrem HH zur Verfügung steht - war in den anderen Studien nicht von 10% die Rede? Für mich klingt das nach starken Verzerrungen, die teilweise darin begründet liegen mögen, dass 36% der Teilnehmer online teilnahmen und wohl auch online rekrutiert wurden.

Zitat

Im Süden (Baden-Wü.+Bayern) wird (erschreckenderweise) am meisten Antenne Bayern gehört, noch vor den SWR-Programmen, und Radio Regenbogen liegt mit 130.000 Hörern vor DasDing mit 96k. bigFM WorldBeats kommt auf 94.000 Hörer.

Was nicht unbedingt überraschend ist, denn weshalb sollten DAB-Hörer nicht auch die selben Programme nutzen, wie UKW-Hörer?

Zitat

Die kleineren Privaten wir Kultradio, Rockantenne, etc. tauchen garnicht auf.

Ich wollte dazu jetzt eigentlich die FAB heranziehen, aber die scheint vorübergehend offline zu sein. Ich frage mich, ob man die kleinen Privatsender überhaupt einzeln erfasst hat, oder ob sie unter "Sonstige" zusammengeflossen sind.

von Zwölf - am 08.09.2015 21:57
Zitat
DH0GHU



Insbesondere in den "DAB-Blockade-Regionen" im Westen/Norden werden die Privaten kaum gehört.


Kein Wunder die gibt es dort ja auch gar nicht. Lediglich in Hamburg, aber die sind ja erst seit kurzem dabei und dürften dabei noch keine Rolle spielen.

von zerobase now - am 09.09.2015 07:18
Sie werden doch gehört, und im Westen sogar von mehr Leuten als im Süden. (S.29/33)

Nur bei den Einzelreichweiten werden die Programme nicht regional ausgewiesen (Sonst müsste ja auch egoFM im Süden unter den Top10 auftauchen) Aber das steht doch eigentlich in der Überschrift.

von Zwölf - am 09.09.2015 08:37
Zitat
Zwölf
Sie werden doch gehört, und im Westen sogar von mehr Leuten als im Süden. (S.29/33)


Das kann dann aber nur die Programme im BuMux betreffen und du schreibst ja was von DAB-Blockade Regionen im Westen und Norden. Ich dachte du meintest damit die Landesmuxxe. Beim Bundesmuxx kann ja da nichts blockiert werden.

von zerobase now - am 09.09.2015 09:33
Zitat
Diddi123
Sind Kabellecks sehr schlecht für den DAB Empfang?


Ist zwar vollkommen unpassend hier, aber was solls. Du meinst sicher den (meist noch) Analog-TV-Bereich zwischen K5-K12. Kommt natürlich auf die Signalstärke sowohl von DAB, als auch des Kabellecks an. Der Stärkere gewinnt. ;)

von Cha - am 09.09.2015 14:58
Kurz und knapp... beim DXen auf jeden fall. Beim Ortssender spielt ein Kabelleck meist keine Rolle. Aber warum nicht einen neuen Fred oeffnen... ? Ich denke aber, dass die jetzigen analogen Kanäle dann für DVB C wiederverwendet werden, was diese Problematik vom analog TV unabhängig macht.

von janosch79 (Ex.w_weinmann) - am 09.09.2015 18:22
Zur IFA ist wieder eine umfangreiche Sonderausgabe des Meinungsbarometer erschienen:

http://meinungsbarometer.info/start.html

Außerdem gibt es auf der Website anlässlich der IFA einige ohne Login verfügbare Artikel.

Inhalt der Sonderausgabe:

Millionen für Digitalradio-Ausbau?
Wie die Bundesländer die Digitale Dividende II verwenden | Seite 1

Gerangel um die 7-Tage-Regel
Wie geht es mit den Mediatheken weiter? | Seite 2

Vier Jahre Digitalradio in Deutschland:
Wachstumsraten bis zu 75 Prozent | Seite 3

Die ARD, der Radioplayer und DAB+
Wie ARD und Private zusammenfinden | Seite 4

Liberalisierung des UKW-Sendebetriebs
Rechtliche Rahmenbedingungen stehen | Seite 5

Aus für die Mediaagenturen?
Neues Bundesgesetz für den Werbefernsehmarkt? | Seite 6

Medienrechtlicher Weitblick in Sachsen-Anhalt
Landesmediengesetz zu UKW-Frequenzen | Seite 7

Perfekter Klang und nachhaltig gutes Design
Sennheiser mit neuen Partnerschaften | Seite 8

Spezial: DVB-T2 HD | Seite 9-12

After Work - Das Leben genießen | Seite 13-16

Olympia-Aus von ARD und ZDF
Folgen für den deutschen Sport | Seite 17

Milliarden für die Bundesliga?
Handlungsbedarf bei TV-Einnahmen | Seite 18

Computerspiele als neues Leitmedium
Auswirkungen auf die Mediengesellschaft | Seite 19

von Manfred Z - am 10.09.2015 03:02
IBC 2015 Amsterdam

Von der IFA geht es direkt weiter zur IBC. Sie ist heute Vormittag eröffnet worden.
Die IBC ist weniger kommerziell als die IFA. Ihr Schwerpunkt liegt bei Geschäftsmodellen und Produktionstechnik.

>> Welcome to IBC - The World of Electronic Media and Entertainment

IBC unites the technologies and business models powering the creation, management and delivery of all forms of electronic media content to consumers in a world where content is everywhere.

From OTT delivery, mobile TV and Cloud production to the economics of Ultra HD, digital cinema innovation and the rise of social television, IBC sits at the forefront of all the recent major changes in the industry.

von Manfred Z - am 10.09.2015 08:51
Kurz vor der IFA haben die Rundfunkanstalten ihre Anmeldungen für die Beitragsperiode 2017 bis 2016 bei der KEF eingereicht.

Siehe PM: http://www.ard.de/home/intern/presse/pressearchiv/ARD_legt_Finanzplanung_fuer_2017_bis_2020_vor/2095304/index.html

Auf der Seite der ARD-Pressemitteilung findet man jetzt auch die ausführlichen Dokumente:
- Begleitschreiben
- Mittelfristige Finanzbedarfsplanungen der ARD-Landesrundfunkanstalten
--- Teil I - Finanzbedarfsplanungen
--- Teil II - Anlagen zu Teil I
--- Teil III - Entwicklungsprojekte (insbesondere Digitaler Hörfunk, DVB-T2)
--- Teil IV - Finanzbedarfsplanungen nach dem indexgestützten integrierten Prüf- und Berechnungsverfahren (IIVF)
--- Teil V - Quantitative Wirtschaftlichkeitsnachweise

Teil I besteht nur aus Tabellen mit Zahlen, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Anstalten:
zu den einzelnen Jahren von 2013 bis 2020,
Zusammenfassungen der Perioden 2013 -16, 2017 - 20, 2013 - 20:
- für 2013 und 14: Istwerte
- für 2015: Wirtschaftsplan
- für 2016 bis 20: Vorschau

Es ist natürlich hilfreich, wenn man schon mal Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen in den Geschäftsberichten von Aktiengesellschaften gelesen und verstanden hat.

Im Teil II werden einzelne Posten weiter aufgeschlüsselt, z.B.
- von Seite 66 ff findet man die Zahlen 2013 - 16 für den Entwicklungsbedarf, z.B. digitaler Hörfunk
- von Seite 141 ff findet man die entsprechenden Zahlen 2017 - 20

Im Teil III findet man ausführliche Beschreibungen der Entwicklungsprojekte. Der digitale Hörfunk macht den größten Teil aus.

Einige Zitate:

>> Die Landesrundfunkanstalten MDR, NDR und WDR beabsichtigen, vorbehaltlich der gesetzgeberischen Beauftragung, ergänzende Programmangebote über DAB+ zu verbreiten. Der NDR plant ein musikgeprägtes Programm mit Ausrichtung Schlager. Der WDR beabsichtigt, ein weiteres digitales Hörfunkprogramm für eine ältere Zielgruppe anzubieten. > Die Anzahl der geplanten Standorte wurde damals [2010] dementsprechend von 48 in der ersten Periode auf rund 200 in der zweiten Periode und bis zu 332 Standorte in der Periode 2017 bis 2020 prognostiziert. In der Zukunftsskizze „DAB+ Vollausbau“ vom 27.09.2013 wurde weiter präzisiert, dass mit rund 210 Grundnetzsendern und weiteren rund 250 Füllsendern eine der UKW-Versorgung der ARD Landesrundfunkanstalten entsprechende DAB+ Versorgung realisiert werden kann.

FM-DAB+-Umstieg >> Die ARD erachtet ein zweistufiges Modell, bestehend aus einer Ausbau- und einer Migrationsphase, für zielführend. Ziel der Ausbauphase ist die Steigerung der Akzeptanz von DAB+ und die Schaffung von Voraussetzungen, die es der Politik ermöglichen, in einer zweiten Phase ein konkretes Verfahren für den Ausstieg aus UKW zu beschreiben und ein für alle Marktteilnehmer verbindliches Abschaltdatum zu benennen.

von Manfred Z - am 11.09.2015 07:24
So hier die Kosten in TEuro für das Entwicklungsprojekt Digitaler Hörfunk:
- für 2013 und 14: Istwerte
- für 2015: Wirtschaftsplan
- für 2016 bis 20: Vorschau

Quelle: Mittelfristige Finanzbedarfsplanungen der ARD-Landesrundfunkanstalten, Teil II

		    BR      HR     MDR     NDR     RB      RBB     SR      SWR     WDR      ARD
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2013 2.620 361 1.926 768 74 197 38 1.620 1.459 9.063
Investitionen ( 245) ( 30) ( 29) ( 201) ( 0) ( 2) ( 33) ( 556) ( 27) ( 1.123)
Lfd. Aufwand (2.375) ( 331) (1.897) ( 567) ( 74) ( 195) ( 5) (1.064) (1.432) ( 7.940)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2014 2.704 835 3.377 648 96 233 4 2.198 1.251 11.346
Investitionen ( 245) ( 500) ( 190) ( 65) ( 0) ( 12) ( 0) (1.188) ( 31) ( 2.231)
Lfd. Aufwand (2.459) ( 335) (3.187) ( 583) ( 96) ( 221) ( 4) (1.010) (1.220) ( 9.115)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2015 3.033 688 4.250 1.857 112 446 181 1.548 1.067 13.182
Investitionen ( 245) ( 330) ( 0) ( 718) ( 12) ( 0) (175) (1.050) ( 0) ( 2.530)
Lfd. Aufwand (2.788) ( 358) (4.250) (1.139) (100) ( 446) ( 6) ( 498) (1.067) (10.652)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2016 3.175 581 4.848 2.009 432 1.033 326 1.830 1.764 15.998
Investitionen ( 245) ( 100) ( 0) ( 768) (117) ( 184) (320) (1.250) ( 850) ( 3.834)
Lfd. Aufwand (2.930) ( 481) (4.848) (1.241) (315) ( 849) ( 6) ( 580) ( 914) (12.164)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2017 5.039 2.290 3.281 5.393 240 2.077 373 5.569 6.424 30.686
Investitionen (1.093) ( 497) ( 712) (1.170) ( 52) ( 451) ( 81) (1.209) (1.394) ( 6.659)
Lfd. Aufwand (3.946) (1.793) (2.569) (4.223) (188) (1.626) (292) (4.360) (5.030) (24.027)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2018 5.038 2.293 3.281 5.394 240 2.074 373 5.568 6.424 30.685
Investitionen (1.093) ( 498) ( 712) (1.171) ( 52) ( 450) ( 81) (1.208) (1.394) ( 6.659)
Lfd. Aufwand (3.945) (1.795) (2.569) (4.223) (188) (1.624) (292) (4.360) (5.030) (24.026)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2019 5.038 2.290 3.280 5.393 240 2.076 373 5.570 6.425 30.685
Investitionen (1.093) ( 497) ( 712) (1.170) ( 52) ( 451) ( 81) (1.209) (1.394) ( 6.659)
Lfd. Aufwand (3.945) (1.793) (2.568) (4.223) (188) (1.625) (292) (4.361) (5.031) (24.026)
------------------------------------------------------------------------------------------------
Gesamt 2020 5.038 2.292 3.279 5.394 238 2.076 373 5.570 6.425 30.685
Investitionen (1.094) ( 497) ( 711) (1.171) ( 52) ( 450) ( 81) (1.208) (1.394) ( 6.658)
Lfd. Aufwand (3.944) (1.795) (2.568) (4.223) (186) (1.626) (292) (4.362) (5.031) (24.027)


von Manfred Z - am 11.09.2015 09:25
Warum gehen die laufenden Kosten des MDR ab 2017 dramatisch zurück? Wo kann man sparen?

Und der MDR fabuliert nicht nur etwas von einem Kinderradio, sondern tatsächlich auch von einer Schlagerwelle. Damit hätte man dann mindestens einen Dudler mehr: MDR 1, MDR Jump, MDR Sputnik und die Schlagerwelle. Man könnte langsam mal eines der weitgehend identischen Programme einstellen.

von Chris_BLN - am 11.09.2015 10:00
Mehr zum Kinderradio: http://www.radiowoche.de/mdr-plant-neue-hoerfunkwelle-fuer-kinder-auf-dab/

Zitat

Damit hätte man dann mindestens einen Dudler mehr: MDR 1, MDR Jump, MDR Sputnik und die Schlagerwelle. Man könnte langsam mal eines der weitgehend identischen Programme einstellen.

Mir wäre neu, dass auf MDR1, MDR Jump und MDR Sputnik Schlager laufen.

von Zwölf - am 11.09.2015 10:11
Zitat
PEQsche
Oha.. also seh ich es richtig, dass der SR ordentlich was vor hat? Bin ich echt mal gespannt.

Geplant Gründer Aufbau neuer Senderstandorte. Genau wie 2013, 2014 und 2015. :rolleyes: Man hofft das die sehr guten Zahlen die auf der IFA bekannt gegeben wurden etwas ändern. Denn aktuell ist es immer noch so das es ohne Mieter der freien Kapazitäten keinen weiteren Ausbau geben wird.

Zitat
Chris_BLN
Warum gehen die laufenden Kosten des MDR ab 2017 dramatisch zurück? Wo kann man sparen?

Ab 2017 wird das Netz nicht mehr weiter ausgebaut. Von da an sind das nur noch seine Erhaltungskosten.

von Spacelab - am 11.09.2015 10:32
Zitat
Spacelab
Zitat
Chris_BLN
Warum gehen die laufenden Kosten des MDR ab 2017 dramatisch zurück? Wo kann man sparen?

Ab 2017 wird das Netz nicht mehr weiter ausgebaut. Von da an sind das nur noch seine Erhaltungskosten.


Für 2015 und 2016 stehen doch laut der Tabelle 0 Investionen an. Also wird da wohl eher kein Netzausbau stattfinden. Einige Füllsender für DAB hat man uns dennoch versprochen. Das wird dann wohl ab 2017 kommen, oder seh ich da was falsch?

von Cha - am 11.09.2015 11:33
Zitat
Max1
Kann eigentlich jemand die entscheidende Frage beantworten, ob sich DAB+ jetzt für die Bundesmuxprogramme lohnt? Macht etwa Absolut Radio, oder das Schlagerparadies zumindest keinen Verlust mehr?


Die Ausgangslage ist zumindest mal nicht ganz schlecht. Absolut Radio hat beispielsweise 3 mal so viele Hörer wie das Lokalradio RSA im Allgäu, das sich mit einer Tagesreichweite von nur 55 000 Hörern über Wasser halten kann.

ABER:
1.) Der BuMux kostet viel mehr als ein paar UKW-Funzeln
2.) Man hat erst mal nur die Zahlen, Werbekunden müssen erst noch gefunden werden
3.) Möglicher Weise können wegen 2. erstmal nur niedrige Preise verlangt werden
4.) Hat man eine sehr hohe geographische Streuung - für regionale Geschäfte uninteressant, da zu wenige Hörer in den einzelnen Teilgebieten, für bundesweit agierende Unternehmen/Geschäfte interessant, allerdings senden diese oft auch schon Spots in den reichweitenstärkeren Landesprogrammen -> wie viele Personen erreicht man wirklich zusätzlich, da sie nicht ohnehin auch die Landesprogramme hören?

von Zwölf - am 11.09.2015 13:26
Der Bundermux ist momentan noch schlecht geeignet für Solo Programme. Auch wenn man schon auf einem sehr guten Weg ist. Der Bundesmux ist besser für Programme wie Energy oder Bob. Diese können die Bundesmuxausstrahlung quer finanzieren bzw. haben bereits ihre Werbekunden und können dank der DAB+ Ausstrahlung die Preise etwas anheben. Programme wie Energy können über DAB+ auch ganz in ruhe Hörer sammeln bis die Werbekunden dort auch Werbezeit buchen. Die Programme müssen halt einen sehr langen Atem haben im Bundesmux. Das war ja aber schon von Anfang an klar.

von Spacelab - am 11.09.2015 13:48
Vorhin kam auf Energy München wieder mal der Hinweis auf das bundesweite Energy im Digitalradio. Besonders betont wurde das Wort "bundesweit". Man möchte wohl die Leute, die aus dem Sendegebiet der lokalen Energy-Stationen rausfahren, nun gezielt auf das bundesweite Energy locken.

von Habakukk - am 11.09.2015 14:06
Zitat
Manfred Z
So hier die Kosten in TEuro für das Entwicklungsprojekt Digitaler Hörfunk:
- für 2013 und 14: Istwerte
- für 2015: Wirtschaftsplan
- für 2016 bis 20: Vorschau

Wenn ich mir so die Investitionszahlen vom BR anschau:
von 2017 bis 2020 ist der jährliche Betrag über 4 mal so hoch wie bisher - Für dieses Jahr sind 10 neue Sender angekündigt worden, dann wären das 2016 auch noch mal etwa 10 und danach 4 mal 40.
Bei derszeit 36 Sendern wäre man dann zum Jahresbeginn 2021 bei über 200 Sendern.
Eine Milchmädchenrechnung - gnaz klar. Aber die Sender ab 2017 werden wohl keine 10kW-Brummer mehr sein, sondern ehere kleinere Füllsender. Da kommen dann die Antennen und Leistungs-Endstufen etwas billiger als bei den bisherigen. Aber auf der anderen Seite kommen wohl auch Ersatzbeschaffungen für bereits abgeschriebene alte Sender hinzu, ebenso noch bei wichtigen Standorte ein Reservesender.
Aber auch mit nur 150 Sendestandorten sollte dann das Ziel einer besseren Versorgung als bei UKW erreicht sein.

von HansEberhardt - am 11.09.2015 23:50
Die Investitionen betreffen doch nicht nur Sendeequipment. Außerdem fällt auf, dass man in der nächsten Periode alle Kosten gleichmäßig auf die vier Jahre aufgeteilt hat, was in der Realität dann sicher etwas anders aussieht.

Auch der MDR weist Investitionen aus, obwohl er keinen eigenen Sendebetrieb hat.

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Ergänzend zum Teil III "Entwicklungsprojekte", dessen erstes und größtes Kapitel das Digitalradio behandelt. Es gibt 5 Anlagen dazu:

- Anlage 1: Kurzgutachten verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen der Digitalisierung des Hörfunks: Voraussetzungen eines Umstiegs der Hörfunkverbreitung von UKW auf DAB+ von 11/2014

- Anlage 2: Konzeptskizze Übergang auf die digitale Hörfunkversorgung vom 15.06.2015

- Anlage 3: GfK-Expertise Entwicklung des Digitalradiomarktes in Deutschland 2011-2015 von 07/2015

- Anlage 4: Positionspapier der Landesmedienanstalten „Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks“ vom 09.07.2015

- Anlage 5: Positionspapier des ZVEI zur vollständigen Digitalisierung im Hörfunk vom 20.07.2015

[Ergänzen könnte man noch das neue Positionspapier des VPRT zur Digitalisierung]

von Manfred Z - am 12.09.2015 05:11
Auch das Deutschlandradio hat einen Antrag bei der KEF eingereicht:

Zitat

Deutschlandradio meldet unter Berücksichtigung der neuesten Ertragsplanung zu den Beitragseinnahmen und unter Verwendung der aus den Mehrerträgen der Jahre 2013 bis 2016 gebildeten Beitragsrücklage (39,3 Mio. €) für den Zeitraum 2017 bis 2020 einen ungedeckten Finanzbedarf von 46,3 Mio. € an. Unter Berücksichtigung der per Ende 2016 noch vorhandenen Eigenmittel vermindert sich dieser auf 44,5 Mio. €.

Weitere Informationen können Sie der anhängenden Zusammenfassung entnehmen. Ebenso finden Sie hier die neuen Projektanträge:

Zusammenfassung der KEF-Anmeldung

Projektantrag Digitaler Hörfunk

Projektantrag DRadio Wissen 2020


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Deutschlandradio - Projektantrag Digitaler Hörfunk

Aus Kapitel I. Einleitung:

Zitat

Zum 19. KEF-Bericht hatte das Deutschlandradio für das Entwicklungsprojekt Digitaler Hörfunk (DAB+) einen Bedarf in Höhe von 34,4 Mio. € für die laufende Beitragsperiode (2013-2016) angemeldet. Mit dem Hinweis auf die mangelnde Zahlungsbereitschaft der privaten Programmanbieter im bundesweiten Multiplex waren diese Mittel von der KEF um 7,2 Mio. € gekürzt worden (19. KEF-Bericht Tz. 268). Nach mündlicher Rücksprache mit dem Vorsitzenden der KEF-AG4 wurde ein Entgegenkommen der KEF für den Fall signalisiert, dass das Deutschlandradio mehr Mittel in der Beitragsperiode verbrauchen würde.

Mit dieser Projektanmeldung werden die erforderlichen Projektmittel für diese Beitragsperiode nun mit 30,1 Mio. € beziffert. Wesentlicher Grund dafür ist die Beschleunigung des Sendernetzausbaus im Jahr 2015 und 2016 einschließlich einer Verbesserung der Versorgungsqualität durch einen höheren Fehlerschutz. Dies würde durch die Übernahme von Programm-Kapazität der privaten Veranstalter im bundesweiten Multiplex möglich, nachdem die Jahreskonferenz der Regierungscheffinnen und Regierungschefs der Länder vom 15.-17. Oktober 2014 eine Flexibilisierung der bundesweiten Kapazitätsaufteilung zu Gunsten des Deutschlandradios beschlossen hatte. [288 CU -> 396 CU seit Mai 2015]

Das Deutschlandradio ist wie die ARD dazu aufgefordert, für den 20. KEF-Bericht Aussagen zur Gesamtlaufzeit des Entwicklungsprojektes und zur Gesamtsumme der benötigten Aufwendungen zu treffen. Außerdem wird die Angabe eines Abschalttermins für die UKW-Sender erwartet (19. KEF-Bericht Tz. 253).

Im Folgenden wird daher – ausgehend vom Start des bundesweiten DAB+-Netzes und dem heute erreichten Stand – ein Kosten- und Zeitplan für das Gesamtprojekt bis zum Vollausbau und bis zur angestrebten UKW-Abschaltung beschrieben.


Aus Kapitel VI. Ausbauplanung Deutschlandradio DAB+ und Verbreitungskosten:

Zitat

Deutschlandradio plant, das derzeitige bundesweite Digitalradionetz im Kanal 5C mit heute insgesamt 61 Sendern [d.h. ohne Löbau, 1. Sept.] in einem ersten Schritt bis Ende 2016 auf 110 Sender auszubauen. Dabei sollen bis zum Jahresende 2015 weitere 24 Sender aufgebaut und weitere mit höherer Leistung und neuen Antennenanlagen in Betrieb genommen werden. Bereits im Sommer 2016 wird das bundesweite Digitalradionetz einen Ausbaugrad aufweisen, der der heutigen, analogen UKW-Versorgung mit Deutschlandradio-Programmen entspricht.

Bis zum Jahresende 2016 sollen dann weitere 25 Sender in Betrieb gehen. Die sich dann mit 110 Sendern ergebende Versorgungssituation wird auf 91% der Fläche für mobilen Empfang und 80% der Bevölkerung für den Empfang im Haus prognostiziert.

Der Vertrag mit dem Sendernetzbetreiber Media Broadcast sieht für das erste halbe Jahr 2017 ferner zehn weitere Sender vor, damit das bundesweite Digitalradio in allen Regionen (z.B. auch Mecklenburg-Vorpommern) etabliert werden kann. Deutschlandradio erwartet, dass darüber hinaus weitere Standorte realisiert werden können.

Weitere Vertragsverhandlungen zum Ausbau über 2017 hinaus wurden vorbehaltlich der Ergebnisse des 20. KEF-Berichtes mit dem Netzbetreiber verabredet.

Deutschlandradio plant den weiteren Ausbau des Digitalradionetzes mit bis zu 195 Sendern bis zum Jahr 2020. Der Vollausbau mit circa 250 Sendern wird bis 2025 angestrebt. In der letzten Phase des Ausbaus richten sich die Auswahl der Standorte und Senderleistungen maßgeblich nach den tatsächlichen Empfangsverhältnissen. Das Ziel dabei ist die Versorgungsoptimierung bzw. Schließung von Versorgungslücken durch zusätzliche Sender mittlerer und kleiner Leistung.

Bei der Wahl der Standorte werden Standorte des Netzbetreibers Media Broadcast und die der ARD gezielt berücksichtigt, um Synergien durch mehrere Programmanbieter zu nutzen. Daher erfolgt dies in Abstimmung mit den Ausbauplänen der Landesrundfunkanstalten.


Übersicht der Senderanzahl zum Jahresende

Vertraglich geregelt:

2015 2016 Mitte 2017
------------------------
85 110 120

Planung des Deutschlandradio:

2017 2018 2019 2020
-------------------------
135 153 170 195

2021 2022 2023 2024
-------------------------
215 230 240 250

Die zugehörige Kostenplanung kann dem Projektantrag entnommen werden.


[Diskussion zur Ausbauplanung bitte nur im Bundesmux-Thread]

von Manfred Z - am 12.09.2015 13:23
Zitat
Zwölf
Zitat

Damit hätte man dann mindestens einen Dudler mehr: MDR 1, MDR Jump, MDR Sputnik und die Schlagerwelle. Man könnte langsam mal eines der weitgehend identischen Programme einstellen.

Mir wäre neu, dass auf MDR1, MDR Jump und MDR Sputnik Schlager laufen.


Natürlich nicht. Aber alle genannten Programme (zumindest die bereits existierenden) sind faktisch inhaltsfrei und damit verzichtbar. Jump und Sputnik sind zudem in Ansprechhaltung und Zielgruppe auch weitgehend identisch (seit 2010, als man die Übung mit Niveau bei Sputnik beendet hat) und die Einser rücken bedrohlich weit runter im Altersspektrum, sind zudem zunehmend "rotzig" im on-air-Design (bei MDR Thüringen könnte man glauben, es handele sich um eine Rockwelle) und damit auch für viele Senioren nicht mehr brauchbar - musikalisch und vom Auftritt her. Inhaltlich sowieso nicht, ist ja keiner mehr drin.

Es gibt im Sendegebiet genug privates Angebot auf gleichem Nullniveau. Die Schlagerwelle wird freilich redaktionell auch nichts kosten dürfen und generiert wieder nur Gedudel als Output. Das ganze Gelumpe hat keinen gesellschaftlichen Wert, wird aber aus gesamtgesellschaftlich eingetriebenen Geldern finanziert, die für wertvolle Angebote gedacht waren.

Was haben wir am Ende? Eine "Programmflotte" aus Nullnummern, teils nichtmal anhand des Musikgedudels wirklich sicher zu unterscheiden. Die Zielgruppe ist stets die gleiche: die nicht-Zuhörer. Und alles aus Rundfunkgebühren. Das ist pervers.

von Chris_BLN - am 16.09.2015 16:38
Anträge an die KEF sind hier auch ziemlich OT. ;)

Zitat

Das ganze Gelumpe hat keinen gesellschaftlichen Wert, wird aber aus gesamtgesellschaftlich eingetriebenen Geldern finanziert, die für wertvolle Angebote gedacht waren.


Ich finde es schwer zu beurteilen, was gesellschaftlich wertvoll sein soll. Für mich sind das z.B. Programme wie Bayern 2. Aber ca. 90% der Beitragszahler nutzen diese Programme nicht - ob sie diese Programme wohl auch als wertvoll bezeichnen würden? Oder wäre für einige davon etwa ein Schlagerprogramm, das ihnen kein/kaum ein Privatsender so bietet, nicht wertvoller?

von Zwölf - am 16.09.2015 19:22
Zitat
Zwölf
Oder wäre für einige davon etwa ein Schlagerprogramm, das ihnen kein/kaum ein Privatsender so bietet, nicht wertvoller?

Sowas traut man sich doch hier gar nicht mehr zu beantworten.
Fakt ist die Zahlen sind sogar sehr positiv und es geht weiter nach vorn.

Mein Chef sagt jeden Morgen ZDF:
Zahlen Daten Fakten. Das ist nunmal das was zählt. Wenn sich ein Schlagerprogramm sogar deutschlandweit dauerhaft als Privatprogramm halten kann müssen gewisse Zahlen dafür sprechen. Das ist für jedes andere Programm auch so.

von pomnitz26 - am 16.09.2015 19:48
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