DAB+ für Lokal-/Regionalsender (Studie)

Startbeitrag von Manfred Z am 27.10.2015 10:37

Die DLM (Medienanstalten) hat eine Studie zur Klärung dieses Problems erstellen lassen.
Siehe die PM vom 26. Oktober:

DLM-Pressemitteilung 12/2015;
Studie favorisiert DAB+ zur digitalen terrestrischen Verbreitung des lokalen/regionalen Hörfunks


Bei der Digitalisierung der Hörfunkverbreitung spielt die Terrestrik eine entscheidende Rolle. Im Blick auf die digitale terrestrische Verbreitung bundesweiter und landesweiter Hörfunkangebote ist die technische Systemfrage zugunsten von DAB+ geklärt. Dies galt bislang noch nicht für die digitale terrestrische Verbreitung des lokalen und regionalen Hörfunks sowie der Bürger- und Ausbildungsradios. Als Alternativen zu DAB+ werden immer wieder DRM+ und auch LTE-A (im Broadcastmodus eMBMS) angeführt. Diese drei Systeme wurden in der nun vorliegenden Untersuchung auf ihre Eignung und im Hinblick auf die Voraussetzungen für den Markteintritt für diesen Anwendungsfall betrachtet.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass LTE-A kein geeignetes System zur digitalen Übertragung von regionalem und lokalem Hörfunk ist. DRM+ ist dagegen geeignet zur Verbreitung von Lokalradios sowie Bürger- und Ausbildungsradios, diesen Programmen mangelt es jedoch an Marktrelevanz, um DRM+ allein in Deutschland zu etablieren. Durchsetzungsfähig am Markt ist einzig DAB+. In Gebieten mit wenigen lokalen Angeboten kann DAB+ wirtschaftlich eingesetzt werden, wenn folgende Maßnahmen eingesetzt werden, die auch kombinierbar sind:

• Zusammenfassung mehrerer lokaler UKW-Verbreitungsgebiete zu einem größeren, gemeinsamen DAB+-Verbreitungsgebiet.

• Betrieb eigenständiger lokaler Multiplexe, in denen zusätzlich zum lokalen Angebot nicht-lokal ausgerichtete Programme auf freien Kapazitäten verbreitet werden.

• Nutzung von freien Kapazitäten für einen höheren Fehlerschutz zur Verringerung der Infrastrukturkosten.

Mit diesen Maßnahmen kann lokalen Veranstaltern und den Bürger- und Ausbildungsradios die Programmverbreitung über DAB+ ermöglicht werden.

Die komplette Studie ist hier abrufbar.

Antworten:

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass LTE-A kein geeignetes System zur digitalen Übertragung von regionalem und lokalem Hörfunk ist. DRM+ ist dagegen geeignet zur Verbreitung von Lokalradios sowie Bürger- und Ausbildungsradios, diesen Programmen mangelt es jedoch an Marktrelevanz, um DRM+ allein in Deutschland zu etablieren. Durchsetzungsfähig am Markt ist einzig DAB+.

Dafür hätte es m.E. keiner Studie bedurft, das sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, aber schön, dass es jetzt endlich auch mal als Ergebnis schwarz auf weiss festgehalten wird. Damit kann man den Spinner die immer noch DRM+ ne Chance einräumen ein für allemal den Wind aus den Segeln nehmen.

von zerobase now - am 27.10.2015 11:00
Zitat
zerobase now
... aber schön, dass es jetzt endlich auch mal als Ergebnis schwarz auf weiss festgehalten wird. Damit kann man den Spinner die immer noch DRM+ ne Chance einräumen ein für allemal den Wind aus den Segeln nehmen.


Genau darum geht es.

von Manfred Z - am 27.10.2015 11:12
Die Studie ist ja sehr ausführlich und das ganze ist auch für den technischen Laien verständlich. Hat man sich echt Mühe gemacht. Die Frage ist, ob man mit der Studie die richtigen Leute erreicht und möglicherweise damit ein Umdenken einsetzt, damit DAB+ noch besser angenommen wird. Inbesondere auch von den Radioanbietern, aber eben auch von den Verbrauchern. Vermutlich wird man aber diese Studie ignorieren mit dem Hinweise, dass dort die DAB-Lobby dahintersteckt.

von zerobase now - am 27.10.2015 12:30
Zitat
zerobase now
Vermutlich wird man aber diese Studie ignorieren mit dem Hinweise, dass dort die DAB-Lobby dahintersteckt.


Was ihnen aber auch nicht weiter helfen wuerde, da es keine Unterstuetzung seitens der Politik / Medienanstalten fuer einen DRM+ Alleingang in Deutschland gibt. In DRM+ zu senden steht natuerlich jedem frei aber ob das jemand macht, der es selber finanzieren muss, ohne darueber Hoerer zu erreichen?

von Nordlicht2 - am 27.10.2015 12:51
In der Zusammenfassung, Seite 3/3, steht auch eine knapp formulierte, klare Absage an LTE-A:

>> LTE-A ist kein System zur digitalen Übertragung von Hörfunk im Zuständigkeitsbereich der
Länder, weil hierfür keinerlei medienrechtlicher Rahmen besteht. Auch kann ein solcher nicht
nachträglich auf die im Mai/Juni 2015 mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2033 versteigerten
Frequenzen des Mobilfunks angewendet werden. Geschäftsmodelle für eine Hörfunk-
übertragung über LTE-A sind nicht bekannt und Endgeräte für LTE-A in Form und Funktion
heutiger Radios sind am Markt nicht verfügbar.

von Manfred Z - am 27.10.2015 13:02
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