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DAB Digitalradio Forum
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vor 2 Jahren
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PowerAM, Spacelab, HansEberhardt, Studio Leipzig, _Yoshi_

Testbericht: PEAQ PDR100

Startbeitrag von PowerAM am 30.01.2016 11:12

Das Peaq PDR100 ist da! Es war eine Auftragsbestellung fuer eine Kollegin, die ein stereophon toenendes Tischradio mit DAB+, einfacher Bedienung und Anschlussmoeglichkeit fuer Kopfhoerer und mp3-Spieler haben wollte.

Software-Version: dab-mmi-FS2052-0000-0355_V4.2.11.38059-1A3

Es entspricht von der Groesse her etwa der Sony-Holzkiste. Statt der komplett schwarzen Aufmachung waere ein wenig Farbe nicht schlecht gewesen. Etwa 7 cm gross sind die Lautsprechermembranen der beiden weich aufgehangenen Lautsprecher. Sie nutzen die Breite der Geraetefront gut aus und vor einem auf dem Tisch stehend baut sich ein guter Stereoeffekt auf.

An der Rueckseite finden sich ein mittiges Bassreflexloch sowie die Anschluesse fuer das beiliegende Netzteil, Aux und Kopfhoerer sowie die ausgezogen 58 cm lange Antenne. Wer will, der kann eine laengere Antenne montieren, denn sie liegt eingeschoben auf der Rueckwand und muss damit nicht genau in eine Aussparung passen.

Meine Eindruecke: Einfach nur Auspacken und Aufstellen, Netzteil dran und Antenne ausziehen. Die Kiste legte einen Suchlauf hin und begann nach ein paar Sekunden mit gestellter Uhr und Radio Paloma. Zum reinen Radiohoeren braucht es keine Bedienungsanleitung und ich denke, damit wird die bestellende Kollegin gluecklich werden. Das Display hat einen hohen Kontrast, weisse Schrift auf schwarzem Hintergrund. Jedenfalls ist das Display gut. Die mittlere Helligkeitseinstellung reicht tagsproblemlos. Uebrigens sind fuer Betrieb und Standby unabhaengige Helligkeitswerte einstellbar, womit dieses Radio im Schlafzimmer keine unerwuenschte Lichtquelle waere.

In der vorherigen Kaufberatung im Forum warnte man mich vor in den Lautsprechern hoerbaren Rattergeraeuschen. Ja, es gibt sie, sie sind bei komplett zugedrehtem Lautstaerkeregler tatsaechlich hoerbar. Bereits bei geringer Hoerlautstaerke gehen sie unter. Ich denke, damit kann man bei der Beschallung des Arbeitsplatzes leben. Mehr wuerde mich stoeren, dass GSM-Stoereinstrahlungen ebenso durchschlagen. Ein kurzes Klinke-Klinke-Kabel und Musik aus dem Telefon via Aux-Buchse geht damit nicht.

Klanglich spielt die Kiste fuer ihre Groesse erstaunlich erwachsen auf. Die Lautsprecher machen ab mittlerer Lautstaerke mit praktisch jeder Musik einen knackigen Bass, dem letztlich nur noch etwas Tiefgang fehlt. Sprache und Gesang werden lebendig abgebildet. Die Hoehenwiedergabe finde ich etwas ueberzeichnet, sie nervt aber dennoch nicht. Wahrscheinlich ist sie gewollt, um die luftige Wiedergabe zu erzielen, mit der die Kiste daher kommt. Mein (monophones) Bueroradio hat bei geringer Hoerlautstaerke eine Bassanhebung, die dem PDR100 auch geholfen haette, beim leisen Spielen nicht nur Hoehen abzugeben.

Kritisiert wurde in der Kaufempfehlung auch, dass Tasten und Regler fummelig klein waeren. Ja, stimmt! Wobei fuer mich die Drehregler nicht unbedienbar sind. Ich greife nochmal auf, dass Regler und Tasten kontrastfarbig sein duerften, was die Bedienung erleichtert haette. Es geht aber auch so.

Es faellt mir etwas schwer, die Empfangsleistungen beim DAB-Empfang zu beurteilen. Ich kriege nur Berlin 5C, 7B und 7D. Der Signalbalken liegt am Rechtsanschlag, Signalfehler zeigt das Geraet entgegen der Behauptung der Anleitung nicht an. PTY, Name des Ensembles, Kanal und Frequenz, Modus und Bitrate, Uhr und Datum sowie Radiotext kommen wahlweise auf das Display. Manueller DAB-Suchlauf scheint nicht vorgesehen zu sein, die Anleitung erwaehnt auch nur den automatischen Suchlauf.

Manuelle Suche in 50 kHz-Schritten ist auf UKW moeglich, die Empfindlichkeit liegt auf gutem Niveau. Die hier gern als Test genommenen Programme vom Helpterberg und vom Sender Roebel gehen am noerdlichen Berliner Stadtrand ohne Anstrengung. Fuer N-Joy aus Roebel ist eine etwas gewissenhaftere Antennenausrichtung noetig. Dann spielt auch dieses Programm mit 4 kW aus 97 km rauschfrei. Manuell koennte man monophone Wiedergabe erzwingen. 200 kHz neben einem Ortssender ist von diesem nichts mehr zu erahnen, bei Nicht-Ortssendern mit 100 kHz Abstand sind beide bei etwa gleicher Empfangsstaerke ohne gegenseitige Ueberschlaege hoerbar. Anzeigbar sind PTY, Frequenz, stereo/mono, Uhrzeit bzw. Datum oder RT.

Ein paar Details noch zum Ende meines Berichts: Wechselt man von UKW auf DAB, so wird das auf UKW gehoerte Programm auf DAB auch aufgerufen, wenn es dort auch empfangbar ist. Bemerkt habe ich das bei den rbb-Programmen. Klangeinstellungen sind nirgends moeglich. Lediglich die Dynamikanpassung "DRC" soll sich irgendwie bei DAB-Programmen auswirken. Ich hoere aber keine Unterschiede. Die Menuefuehrung ist mehrsprachig einstellbar, deutschsprachig sind mir keine Uebersetzungsfehler aufgefallen.

Antworten:

[attachment 6851 IMG_300116_122207.jpg]
[attachment 6852 IMG_300116_121429.jpg]

von PowerAM - am 30.01.2016 11:26
Zitat
PowerAM

Software-Version: dab-mmi-FS2052-0000-0355_V4.2.11.38059-1A3


Welches Frontier Silicon Modul ist da verbaut?

von _Yoshi_ - am 30.01.2016 12:24
Ich weiss nicht, wer weiss es?

von PowerAM - am 30.01.2016 15:31
FS2052 = Verona

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 30.01.2016 16:00
Zitat
PowerAM
Lediglich die Dynamikanpassung "DRC" soll sich irgendwie bei DAB-Programmen auswirken. Ich hoere aber keine Unterschiede.

Das muss der Sender in Form von speziellen Steuersignalen mit übertragen. Erst dann kann der Hörer an seinem Empfänger selbst auswählen ob er das Programm ohne Dynamikkompression, nur mit leichter Kompression, oder flach wie eine Flunder hören will. Außer ein paar kurzzeitigen Tests wurde hier in Deutschland aber nichts daraus. In England und Australien soll es ein paar Programme geben die die entsprechenden Steuersignale ausstrahlen.

von Spacelab - am 30.01.2016 16:29
Zitat
Spacelab
Zitat
PowerAM
Lediglich die Dynamikanpassung "DRC" soll sich irgendwie bei DAB-Programmen auswirken. Ich hoere aber keine Unterschiede.

Das muss der Sender in Form von speziellen Steuersignalen mit übertragen. Erst dann kann der Hörer an seinem Empfänger selbst auswählen ob er das Programm ohne Dynamikkompression, nur mit leichter Kompression, oder flach wie eine Flunder hören will. Außer ein paar kurzzeitigen Tests wurde hier in Deutschland aber nichts daraus. In England und Australien soll es ein paar Programme geben die die entsprechenden Steuersignale ausstrahlen.

Wenn der Programmveranstalter nur flunderflaches Material zuliefert, braucht man kein DRC mehr beim Empfänger.
Sinn würde die Einstellung des DRC nur in geräuschvoller Umgebung beim Empfänger machen, wenn Material mit hohem Dynamikbereich empfangen wird. Wenn ich gelegentlich mal BR Klassik in nicht ganz ruhiger Umgebung höre, bin ich gelegentlich beim Nachregulieren der Lautstärke, um auch von den ganz leisen Passagen etwas hören zu können. Hier würde das DRC-Steuersignal sinnvoll sein. Höre ich dagegen mal Klassikradio, sehe ich da keinen Bedarf mehr fürs DRC.
Soory für OffTopic - aber das mußte gerade sein.

von HansEberhardt - am 30.01.2016 18:23
Der Sender strahlt eigentlich dynamisch unkomprimiertes Material aus und der Hörer bestimmt selbst wie stark er es komprimiert haben möchte. Zuhause im stillen Kämmerlein unkomprimiert, im Auto auf der Autobahn gerne mal flach geklopft wie eine Flunder damit man auch jedes Wort versteht. Selbstverständlich funktioniert das alles aber nur wenn das Programm dynamisch unkomprimiert sendet. Das ist klar.

von Spacelab - am 30.01.2016 18:30
Aha, danke!

Und das Verona-Modul war recht empfangsstark. Ich hatte (ohne Recherche) schon ein Verona vermutet. Nun denn, es macht in der Kiste gute Arbeit.

von PowerAM - am 30.01.2016 20:21
Ja das Verona Modul ist wirklich brauchbar. Es sei denn der Hersteller macht so einen Mist wie Sangean beim TunPad und verbaut eine 30cm Antenne. Da gibt dann natürlich auch das beste Modul auf.

von Spacelab - am 30.01.2016 20:26
Das Geraet kam gut an. Vor der Inbetriebnahme stand jedoch noch die vorgeschriebene Pruefung der Elektrosicherheit. Dank Steckernetzteil und somit Schutzkleinspannung war der Arbeitsaufwand gering.

Aufstellungsort wurde nun ein Schreibtisch. Dort erzielte der kleine Kasten ein ganz angenehmes Klangvolumen und die wirklich sehr leisen Nebengeraeusche gingen vollkommen unter.

Mit der Geraeteempfehlung ist die Kollegin also sehr gluecklich, das ueberaus einfache Bedienkonzept trug ebenfalls dazu bei.

von PowerAM - am 04.02.2016 18:46
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