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Medienforum NRW: Neuer Streit über Digitalradio DAB+

Startbeitrag von uhf am 30.06.2016 20:56

Quelle:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Medienforum-NRW-Neuer-Streit-ueber-Digitalradio-DAB-3234934.html

Medienforum NRW: Neuer Streit über Digitalradio DAB+


Streitthema in Köln: Sollte das Digitalradio endgültig als Verlust abgeschrieben werden und man bei UKW bleiben?

Fünf Jahre nach Aufnahme des Sendebtriebs des neuen Digitalradio-Standards DAB+ reicht die Abdeckung immer noch nicht, um ein Abschaltdatum für das klassische UKW-Radio abzusehen. Auf dem Medienforum NRW in Köln diskutierten Branchenvertreter am Donnerstag kontrovers zur Frage, ob das Projekt ein Fehlschlag ist.

Die neue Debatte über den Standard hatten im April bereits zwei Schlüsselfiguren in der Medienpolitik des Landes eingeleitet. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zogen Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) und Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Europa und Medien in der Staatskanzlei des Landes eine negative Zwischenbilanz: Gerade Mal in zehn Prozent der Haushalte sei ein DAB+-fähiges Gerät vorhanden. Der Standard habe auch keine überzeugenden Vorteile, der eine Umsetzung auf alle Ebenen ermögliche.

Von DAB+ umrundet

In Köln versuchte Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios und einer der eifrigsten Digitalradio-Verfechter, diese Vorwürfe zu entkräften. International sei es auf dem Vormarsch. Dass dennoch viele Hörer in Deutschland lieber bei UKW blieben statt auf ein neues DAB+-Gerät zu kaufen, liege unter anderem an der Politik. "Wir brauchen ein klares Signal, dass UKW eine auslaufende Technik ist." Allerdings wollte sich Steul selbst nicht mehr auf ein Datum festlegen. Der Intendant hatte im vergangenen Jahr 2025 als geeignetes Enddatum ins Spiel gebracht – rückte aber von diesem Termin inzwischen ab.

Insbesondere die privaten Lokalradios verweigern sich der Umstellung bisher. "Wir brauchen nicht nur eine technische Reichweite, wir brauchen eine reale Nutzerschaft", betonte Klaus Schunk, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT). So stehe es für viele private Rundfunksender derzeit nicht zur Debatte, ihr UKW-Programm parallel auch auf DAB+ zu verbreiten. Damit die im Verband organisierten Unternehmen die Umstellung in Betracht ziehen könnten, bräuchten sie Planungssicherheit. Die sei bisher nicht gegeben. Auch eine Übergangsfinanzierung durch Steuer- oder Gebührengelder lehnte er ab.
Kostenfrage Vielfalt

Prinzipiell für die Umstellung sprachen sich die Vertreter der ARD aus. Valerie Weber, Hörfunkdirektor des WDR sieht das Projekt DAB+ auch als eine Prestigefrage: "Wir können nicht sagen, dass wir das einzige Medium bleiben, das nicht konvergent sein will." Fakt sei, dass DAB+ bessere Qualität liefere und zudem mehr Daten übertragen könne. Zudem ließen sich durch die erhöhte Zahl an Programmplätzen Hörerwünsche besser erfüllen, ausdifferenzierte Programme, die zum Beispiel nur Schlager oder nur Klassik senden, einfacher realisieren.

Die Vielfalt ist jedoch ein wunder Punkt: Staatssekretär Eumann argumentierte, dass der ARD-Rundfunk mit derzeit 67 Radioprogrammen plus den drei Radioprogrammen unter dem Dach des Deutschlandradios schon eine enorme Kostenbelastung für die Beitragszahler seien. Im Gegensatz dazu funktioniere das Geschäftsmodell der Privatradios in Nordrhein-Westfalen mit zirka 1000 Beschäftigten unter den jetzigen Bedingungen im Digitalfunk nicht. Er sehe keine Veranlassung, diese Branche in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

Digital spart Kosten

Steul argumentierte, dass die Abschaltung von UKW jedoch gerade die Kosten senken könne. So könne sein Haus alleine durch die Abschaltung der UKW-Verbreitung pro Jahr 13 Millionen bis 14 Millionen Euro an Gebührengeldern einsparen, die ARD-Sender zirka 20 Prozent ihrer Sendekosten
.

Bei der Konkurrenz von den privaten Radiosendern verfängt das Argument aber nicht. So sieht Schunk im Gegensatz zu der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz für sein Unternehmen keine Ersparnisse durch DAB+: Die Zuteilung der Sendegebiete ist gerade für Lokalradios ungünstig und verursacht hier sogar Mehrkosten. Das Duale System mit der eingespielten Aufteilung zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Radiosendern funktioniere schon seit einigen Jahren nicht mehr. Er forderte eine Festlegung, welche Bereiche die öffentlich-rechtlichen Sender in Zukunft abdecken sollten.

Staatssekretär Eumann schlug sich auf die Seite der Privatsender. Zwar befürwortet er, die bundesweiten Multiplexe für DAB+ beizubehalten, im regionalen und lokalen Bereich sieht er jedoch keinen sinnvollen Einsatz der neuen Digitalfunktechnik. (anw)

Die 50 interessantesten Antworten:

Ach ja, diese Foren...da gehen alle mit Schlips und Wichtigköfferchen schön Schnittchen essen, hauen sich gegenseitig ihre Powerpoint-Vorträge um die Ohren und gehen so schlau wie vorher nach Hause, fühlen sich aber ganz toll dabei....und was passiert? Nüschte. Am Ende steht nur noch die Frage: Wer bezahlt die Rechnung??

von Peter Schwarz - am 01.07.2016 07:38
Zitat
Peter Schwarz
Am Ende steht nur noch die Frage: Wer bezahlt die Rechnung??


Du natürlich. Dafür bekommst Du auch ein höchstmaß an Nichtvielfalt.

Auf jeder griechischen oder italienischen Insel dürfte mehr Vielfalt im Rundfunk herschen als in NRW :-(

von DH0GHU - am 01.07.2016 10:29
Zitat
Japhi
Medienforum NRW :joke: Nach 5 Jahren erst 10%…was haben die Experten für Vorstellungen? Das der Nordrheinwestfalendoofi total geil auf Radio ist und direkt alle UKW-Radios wegschmeißt?


10% bei einer momentanen technischen Reichweite z.B. des NDR von nur 60%. Das wuerde mir als UKW Privatradio auch Angst machen. Was das nur erst werden soll mit UKW, wenn DAB+ fast ueberall mit 30 und mehr Programmen zu empfangen ist... Das duerfte schon mitte 2017 so weit sein. So'n Mist und der BMux 2 kommt nun auch noch 2017. Wie erklaere ich dem Hoerer bloss, dass er doch bitte mit 9 UKW Programmen zufrieden zu sein hat.

von Nordlicht2 - am 01.07.2016 10:30
Indem Du ihm nicht erzählst, dass es DAB+ gibt. Und wenn er es durch Zufall mitbekommt, muß er halt gleich lesen, wie schrecklich das ist.
... und früher hamwa 3 Programme gehabt. Und früher war immer alles besser... Sagt Opa.

von DH0GHU - am 01.07.2016 10:35
Naja, DH0GHU, was Wahres ist schon dran. Als bi meiner Oma die Antenne durch einen Monteursfehler abbrach und sie an die Schüssel meiner im gleichen Haus wohnenden Tante geklemmt wurde, blieb ihr Fernseher tapfer auf der ARD "zu viele Programme". Genauso weden die Privaten wohl denken. Bei UKW merk ich mir am Besten nur die Frequenz meines Lieblingssenders, also genau einen, und wechsel am Besten gar nicht erst. In einem DAB-Block habe ich plötzlich sechs bis acht auf einer Frequenz und muss mich noch durch eine Liste scrollen. Daher auch die Webplayer der Sender auf ihrer Seite. Am Besten hört man nur diese Programme und gegebenenfalls die Festplattendudler aus dem gleichen Hause. Daher ist es ja schon verwunderlich, dass man sich offenbar zumindest auf der Radioplayer-Plattform der nationalen Konkurrenz stellt. Fest steht jedenfalls: Programme aus NRW sind bei meinem Hörkonsum nicht dabei.

von rolling_stone - am 01.07.2016 13:18
Zitat
Japhi
Medienforum NRW :joke: Nach 5 Jahren erst 10%…was haben die Experten für Vorstellungen? Das der Nordrheinwestfalendoofi total geil auf Radio ist und direkt alle UKW-Radios wegschmeißt?


Da muss man einfach den Lokalfunkmachern ihre Einschaltquoten vor die Nase halten, die einige Lokalradios 1995 und 1996 hatte, ohne dass die Hörer sich ein neues Radio kaufen mussten.
Nur einige Beispiele: Radio Aachen 100,1 hatte 10,4 % Hörer Gestern (Mo-Fr), Ruhrwelle Bochum 10,6 %, Radio Lippe 12,1 %, Antenne Unna 13,7 % und Radio Essen 14,4 %. Heute liegt Radio Essen bei 35 %. Wenn die bundesweiten Digitalradios in 25 Jahren 1/3 der Hörer den UKW-Platzhirschen entziehen, dann wird das Zähneknirschen bei den Bremsern noch größer sein.

von Seltener Besucher - am 01.07.2016 20:44
Die sollen endlich mal Ruhe geben. Wer UKW machen will, macht UKW. Wer DAB machen will, macht DAB. Und wer doch lieber auf IP setzen will, möge das bitte machen.

Am Ende können die Leute entscheiden, was sie wollen und was nicht. Fertig..

Die 125.000 Diskussion nach dem Motto "UKW muss abgeschaltet werden mimimimi!" ist nur noch ermüdend und nervig.

von Alqaszar - am 03.07.2016 00:03
Dann soll man die Leute machen lassen, die DAB+ wollen. Es greift doch keiner die UKW-Platzhirsche an. Die verhindern DAB+, damit MegaRadio, pure fm, ERF Pop hier nicht senden können. Die sind in anderen Metropolen (Berlin/Hamburg/Frankfurt/München) vertreten. In Köln, Düsseldorf und im Ruhrgebiet gibt es diese Sender nicht. Das LMG NRW schreibt vor, die freien Übertragungskapazitäten auszuschreiben und nicht die x-te Meinungsumfrage zu machen.

Zitat

§ 15 Ausschreibung

(1) Die LfM schreibt terrestrische Übertragungskapazitäten, die ihr zur Verfügung stehen oder voraussichtlich in den nächsten 18 Monaten zur Verfügung stehen werden, mindestens einmal jährlich aus. Ihr neu zur Verfügung gestellte Übertragungskapazitäten schreibt sie innerhalb von sechs Monaten aus. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für Optimierungen sowie für Erweiterungen bereits bestehender Versorgungen, die nach § 14 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 bis 3 zu berücksichtigen sind. Die Ausschreibung wird im Online-Angebot der LfM bekanntgemacht. Das Nähere regelt die LfM durch Satzung. Auf diese Bekanntmachung ist jeweils im Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen hinzuweisen.

(2) In der Bekanntmachung werden Beginn und Ende der Antragsfrist, die mindestens zwei Monate beträgt, mitgeteilt. Die Frist kann nicht verlängert werden. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ist ausgeschlossen.

Quelle: http://www.lfm-nrw.de/service/rechtsgrundlagen/landesmediengesetz-nrw/lmg-nrw-abschnitt-3-uebertragungskapazitaeten/unterabschnitt-2-zuweisung.html#c4122


von Seltener Besucher - am 03.07.2016 08:38
Zitat
DH0GHU
Auf jeder griechischen oder italienischen Insel dürfte mehr Vielfalt im Rundfunk herschen als in NRW :-(


Das mag man so sehen, wenn man eine grosse Anzahl an Hitdudlern und Musikprogrammen als Vielfalt ansieht.

Bei meinem Verwandten in Dortmund war seit Monaten der UKW-Empfang über die HiFi-Anlage stark gestört. Einer der befragten "Experten" hatte ihm geraten, doch auf Digitalradio DAB+ umzustellen, das sei störungsresistent. Das hätte allerdings bedeutet, die >20 Jahre alte Anlage auszutauschen oder zu ergänzen. Wozu aber, wenn man mit dem Programmangebot an sich zufrieden ist und DAB+ qualitativ nichts zusätzlich Interessantes bietet?

Ich habe mir die Empfangssituation vor Ort vor zwei Wochen angeschaut und habe die Ursache des Problems nach 10 Minuten gefunden: Die Störungen kamen vom BK-Verstärker, der offensichtlich defekt ist und fürs TV wegen Umstellung auf IPTV sonst auch gar nicht mehr benutzt wurde. Nach Abklemmen der BK-Anlage und Umhängen auf die noch vorhandene UKW-Dachantenne mit dem ebenfalls noch vorhandenen >30 Jahre alten Verstärker klappt es wieder mit dem UKW-Empfang :-) - 10 Programme rausch- und störungsfrei von der Antenne (Klone von Radio NRW nicht mitgezählt, aber BFBS aus Bielefeld schon), und ein paar angerauschte von NDR und hr dazu.

Das ist von der Anzahl her kaum weniger, als ich hier in Südbaden auf UKW und DAB+ (5C+8D) zusammen aus dem Inland herein bekomme, und von der inhaltlichen Qualität her nach meiner Meinung nicht schlechter, trotz des programmlichen Verfalls der letzten Jahre beim WDR.

Die mögliche Vielfalt von DAB+ wird halt nur dann zum Argument, wenn es dort wirklich qualitativ andere/bessere Angebote gibt, die es auf UKW nicht gibt und nicht nur Variationen von Hitdudlern und Playlist-Stationen. Solange solche neuen Angebote als Alternativen nicht in Sicht sind, werden nach meinem Eindruck WDR, DRadio und Radio NRW mühelos ihr bequemes Oligopol in NRW aufrecht erhalten, ob mit oder ohne DAB+.

73 de Uli

von ulionken - am 03.07.2016 12:01
Zitat
Seltener Besucher
Dann soll man die Leute machen lassen, die DAB+ wollen. Es greift doch keiner die UKW-Platzhirsche an ...


Bei solchen Abwehrreflexen, kann man froh sein, dass es sowas nicht schon vor 3000 Jahren gab ... ;-)

http://ecx.images-amazon.com/images/I/5193BBQ7X1L._SS500_.jpg

von Saarländer (aus Elm) - am 03.07.2016 12:38
Zitat
ulionken
Die mögliche Vielfalt von DAB+ wird halt nur dann zum Argument, wenn es dort wirklich qualitativ andere/bessere Angebote gibt, die es auf UKW nicht gibt und nicht nur Variationen von Hitdudlern und Playlist-Stationen. Solange solche neuen Angebote als Alternativen nicht in Sicht sind, werden nach meinem Eindruck WDR, DRadio und Radio NRW mühelos ihr bequemes Oligopol in NRW aufrecht erhalten, ob mit oder ohne DAB+.


Nun ja, in meiner Region, dem nördlichen Niedersachsen, ist es durchaus so, dass man auf DAB+ Programminhalte bekommt, die es auf UKW nicht (oder nur drastisch weniger stark ausgeprägt) gibt; Beispiele:

1.) Radio Schlagerparadies (der Name ist Programm).
2.) NDR Blue (zumindest spürbar zeitweise kein musikalischer Einheitsbrei, sondern z. B. Indie-Rock).
3.) Dokumente & Debatten (z. B. TV-Diskussionsrunden; Parlamentsdebatten; Sportereignisse; Seewetterbericht).
4.) NDR Info Spezial (z. B. ARD-Infonacht; Sportereignisse; Parlamentsdebatten; fremdsprachige Sendungen; Seewetterbericht).
5.) Radio FSK 93,0 Hamburg (eine Art Dudelfunk-Gegenteil); es wird zwar auch auf UKW ausgestrahlt, ist aber hier nur - und das mit ein wenig Antennenfriemelei - via DAB+ empfangbar.
6.) NDR Plus (norddeutsches Schlagerradio); startet am 05.07.2016.

All das hat bei einer Angehörigen von mir und bei mir dazu geführt, dass Radio mittlerweile fast ausschließlich via DAB+ gehört wird.

von dab_4 - am 03.07.2016 12:47
Sogar meine Mutter verfährt mittlerweile so, seitdem ich ihr mein erstes DAB+-Gerät dauerhaft überlassen habe, allen voran wegen Dokumente und Debatten und einmal des Nachts sogar für Klassik Radio als sie schlaflos war. Sie ist ganz begeistert, dass sie soggar den BR sauber hereinbekommt (QTH 69488). Nur von BR Heimat konnte ich sie noch nicht überzeugen :D

Ich selbst nurtze UKW inzwischen nur noch für den hr, der an meiner QTH 97616 leider nicht via DAB+ hereinkommt (zu schwaches Signal für Audio).

Und bei dem, was man so hört, ist jedes Programm, was auf DAB+ hereinkommt für NRW eine Bereicherung. Sunshine Live, BOB,....

von rolling_stone - am 03.07.2016 13:19
Mit Schlagerradio erst recht nicht...

Hier in NRW ist das Programmangebot auf DAB+ leider auch nicht in der Lage, dass man die Herzen der Massen erobern könnte. Einziger massenkompatibler Lichtblick ist Radio Bob, ansonsten ist es eine 1:1 Kopie von UKW und die Nischensender Sunshine, Schlager, Absolute Relax und ein paar Halleluja-Schleudern. Die Zusatzangebote des WDR sind ein Witz. Da fehlen noch ein oder zwei zusätzliche Muxe, damit eine ausreichend große Masse von Hörern genug Neues findet, damit sich der Kauf auch lohnt.

von Bolivar diGriz - am 04.07.2016 09:02
Du unterschätzst wohl die Zahl der Hörer von Schlagermusik. Die ist (aus Nicht-Schlagerkonsumenten-Sicht) erschreckend hoch ;)

Siehe auch (und dabei den Mess-Zeitraum beachten!):

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Interpreten_mit_den_meistverkauften_Tontr%C3%A4gern_in_Deutschland

Helene Fischer beispielsweise hat in 8 Jahren fast so viele Tonträger verkauft wie Robbie Williams in fast der doppelten Zeit.

von DH0GHU - am 04.07.2016 09:43
Und wieder ein Artikel in der FAZ, diesmal von der RTL Geschäftsführung.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/das-digitale-radio-hat-fuer-den-privaten-rundfunk-seine-tuecken-14315596.html

Man sieht förmlich die Schweißperlen auf dem Gesicht, wegen schwindender Gewinne und keiner Lösung des Problems.

von jug - am 04.07.2016 13:06
Meine Güte: jahrelang hat DAB+ niemanden interessiert und jetzt wird in der FAZ aus allen Rohren geschossen. Ich glaube langsam wirklich, dass die Jungs Bammel haben. Wenn DAB+ so erfolglos wäre, wie immer behauptet wird, könnten die sich den Aufwand doch völlig sparen.

von Habakukk - am 04.07.2016 14:42
FAZ, die Bildzeitung für Entscheider.

Wer Wähler für sich gewinnen will, führt Kampagnen in der BILD.
Wer Entscheider für sich gewinnen will, führt Kampagnen in der FAZ (und wenn das nicht hilft, nutzt er die Bild).

Das bereitet mir Sorgen.

Denn nur zwei Dinge sind laut Einstein unendlich: Das Universum und die Dummheit der Menschheit (beim Universum war er sich nicht sicher...).

von DH0GHU - am 04.07.2016 15:21
Zitat
Habakukk
Meine Güte: jahrelang hat DAB+ niemanden interessiert und jetzt wird in der FAZ aus allen Rohren geschossen. Ich glaube langsam wirklich, dass die Jungs Bammel haben. Wenn DAB+ so erfolglos wäre, wie immer behauptet wird, könnten die sich den Aufwand doch völlig sparen.


Jahrelang waren und sind immer noch die nordrhein-westfälischen Verleger davon überzeugt, dass der Bürgerfunk ihre Einschaltquote vermiest. Jetzt kann ich eine ganze Menge Lokalradios empfangen, der Bürgerfunk kommt bei vielen Lokalradio gar nicht mehr vor. Gelegentlich melden sich Schüler zu Wort. Ich würde es eher eine Hörerbinungveranstaltung nennen. Ich beobachte die Quoten einiger Lokalradios und sehe keine Verbesserung ihrer Hörerzahlen, egal ob der Bürgerfunk um 19, 20 oder 21 Uhr kommt. Die Verlagsvertreter laufen weiter die Landtagsflure auf und ab, wie die Duracell-Männchen und beklagen ihr Leid, der Bürgerfunk würde so stören. Jetzt startet die LfM eine neue Mediathek mit Podcasts. Wahrscheinlich wird auch diese stören, denn die Hörer werden gehindert Lokalradio zu hören.

Einmal aufgedreht, hören die Verbandsvertreter nicht mehr auf. So wird auch mit DAB+ sein. Einmal vom VPRT infiziert, beklagen die Verbandvertreter wie schlecht es Ihnen geht durch die Konkurrenz für die nur 10 % der Hörer ein Empfangsgerät besitzen. Würde man DAB+ über Nacht für immer abschalten, würden sie weiter ihr Leid beklagen und einen anderen Schuldigen finden. Wenn sie das Geld, dass sie in Vertreter und Rechtsanwälte investieren, in ihr Programm stecken würden, könnte man ihr Produkt vielleicht wirklich Lokalradio nennen. Nur dann könnten Lokalfunkchefs keine Politiker auf Firmenkosten zum Essen einladen, die Politiker können auch in der Landtagskantine kostenlos essen. Wer bleibt dann hungrig?

von Seltener Besucher - am 04.07.2016 17:00
Glaubt man der Funkanalyse der BLM, besitzen inzwischen 15,5% der Bayern ein DAB+ Gerät. Im letzten Jahr waren es nur 10,2%. Wenn das wirklich so stimmt, dann sehe ich das als endgültigen Durchbruch an. Das kann man in NRW nicht einfach ignorieren, auch wenn die Situation in Bayern eine andere ist. Was in Bayern möglich ist, wird früher oder später in NRW genauso möglich sein, zumal NRW die meisten Einwohner hat.

[attachment 7657 dab+.jpg]

von DX OberTShausen - am 06.07.2016 14:05
Zitat
DX-Fritz
Naja, mit Klassik Radio kannst Du auch nicht jede(n) überzeugen. ;)

Das hab ich auch nicht behauptet. Ich habe nur meine Erfahrungen geschildert, weiter nichts. Klassik Radio hat sie übrigens selbst entdeckt :-)

Edit: Wenn, wie letztens auf der Facebook-Seite von Sunshine Live zu lesen, dieses Programm als Bereicherng der Radiolandschaft in NRW empfunden wird, so macht mir das deutlich, wie sehr die einstigen UKW-Platzhirsche um ihre sich vor ihrer (überschaubaren) Konkurrenz auf DAB fürchten müssen. Umgekehrt ist mir auch klar, weshalb plötzlich der WDR eine Schlagerwelle auf DAB etablieren wollte, noch vor NDR Plus - das Schlagerparadies im Bundesmux war der Grund. Wegen Sat wird ja nicht mehr gejammert, denn da ist klar, es ist stationärer Empfang mit etwas mehr Installationsaufwand für den Konsumenten.

DAB hingegen bietet die Möglichkeit, aus dem Einheisbrei auszubrechen, und das noch dazu mit wenig Aufwand - in den Ballungsgebieten reicht ein Henkelmann. Und selbst mit Kopfhörerkabel als Antenne kam ich vor zwei Jahren mit LoungeFM über DAB+ mit nur zwei Minuten Aussetzern von Bonn nach Dortmund. Was will man mehr. Der NRW-Mux machte schon früher schlapp, aber da ging wdr vera wenigstens noch auf der Mittelwelle.

von rolling_stone - am 06.07.2016 14:10
Ich denke, dass sich DAB + am Ende durchsetzt. Kein Mobilfunkanbieter wird seinen Kunden eine Flatrate für das Radiohören und Fernsehen über das mobile Internet schenken. Es wird auch niemals in Deutschland überall Gratis Wifi zur Verfügung stehen. DAB + ist dafür schon zu weit verbreitet die Österreicher wollen ja jetzt auch auf den Zug aufspringen. Habe mal mit einer Moderatorin von Radio NRW gesprochen, die meinte das wenn sich genug Hörer beschweren das ihr Lokalradio nicht über DAB + sendet, das man dann reagieren würde. Also einfach mal abwarten. UKW kam auch nicht von heute auf morgen und stand am Anfang kurz vor dem Ende. Wollte heute bei Conrad das Pure Move 2500 bestellen Wartezeit 7 Wochen. Hoffe mein altes pure move hält noch ein wenig, werde nicht von Digitalradio gesponsert.

von Jens Rau - am 06.07.2016 18:35
So, ich habe zum Spass die restlichen MB meiner E-Plus Alditalk Karte verblasen da heute die Nutzung abläuft. Mal zum reinhören bei NDR Plus. Mobil klappt es teilweise recht gut.

Spätestens jetzt geht es zurück ins Paradies mit DAB+.
@Jens
Warum nimmst Du nicht das Pure Move 400D mit 60 Stunden Akkulaufzeit? Hat die Grösse einer Herren Geldbörse. Optisch sieht das Gerät gleich aus. Die Teleskopantenne wird bei Kopfhörer deaktiviert. Hat saustarken Empfang.

von pomnitz26 - am 06.07.2016 19:02
DAB wird sich durchsetzten. Sehe es auch so, dass auf Dauer niemand die Netze verstopfen wollen-. Das gilt auch für das TV. Für Nischenangebote ist das Internet ein gutes Zusatzangebot.

DAB hat viele Vorteile gegenüber UKW, man kann nur hoffen, dass die Anbieter auch das nutzen werden und nicht jede CU zweimal rumdrehen und sparen wollen.
Analog gibt es nur Mono oder Stereo, wie bei TV auch.

NRW hat nur das Problem, dass die ebstehende Struktur sich nicht 1:1 übertragen werden kann. In Bayern sind die Lokalradios eher Regionalradios, während es in NRW eher Stadtradios sind.

Das Ziel kann nur sein, weniger aus Oberhausen und mehr regionale Inhalte und Nachrichten auf lokaler Ebene. So bekommt man die Muxe voll und man kann noch dein FM und vlt ein Programm mit der Farbe Rock starten.

Nur Mut, bevor andere Anbieter in NRW einfallen. Das wollt ihr ja auch nicht meine Herren.

von DAB_Saar - am 07.07.2016 01:30
Zitat
DX OberTShausen
Was in Bayern möglich ist, wird früher oder später in NRW genauso möglich sein, zumal NRW die meisten Einwohner hat.

Leider nein! Ich kenne NRW herkunftsbedingt recht gut ;-) . Gefühlt hat man da Spaß am sich bedauern lassen und der Agonie. Im normalen Leben wie auch beim Rundfunk. Da ist nur wenig geblieben von "unser Grubengold hat euch wieder hochgeholt". Das alles wurde hier geschätzt schon 1000x niedergeschrieben.

von Thomas (Metal) - am 07.07.2016 06:21
habe heute mal mit dem Pure Move an meinem Arbeitsort Burscheid einen Sendersuchlauf durchgeführt, outdoor wurden 86 Sender eingelesen. Einwandfrei gingen der Bundesmuxx, der RP Muxx, der NL Privatmuxx, der öffentlich-rechtliche NL muxx und der Wallonische muxx. Konnte den RP muxx bis Haan fast Aussetzerfrei hören, wie früher auf UKW die Sender aus RP nach NRW drückten oder noch drücken. Habe mal für mich überlegt ob man auf DAB + nicht Lokalsender zusammenlegen kann die Stadtradios wie Radio Wuppertal oder Radio Köln spielen weiter das AC Format und die ländlicheren Sender wie Radio Berg oder Radio Erft ein Oldie based Format. Weiß das bei uns auf der Arbeit am liebsten Radio Leverkusen oder Radio Wuppertal gehört wird, obwohl Burscheid ja eigentlich zum Einzugsgebiet von Radio Berg gehört. Komischerweise hören hier in Wuppertal viele Radio Neandertal weil das das erste Lokalradio hier war.

von Jens Rau - am 07.07.2016 18:53
Zitat
DAB_Saar
NRW hat nur das Problem, dass die ebstehende Struktur sich nicht 1:1 übertragen werden kann. In Bayern sind die Lokalradios eher Regionalradios, während es in NRW eher Stadtradios sind.


Es ist die Frage, ob die Strukturen 1:1 übertragen werden müssen. Auch die Lokalradios machen an der Stadtgrenze nicht halt. Einige Lokalradios sind auch mobil über zwei Verbreitungsgebiete zu empfangen. Antenne Münster kann man auch auf der A44 im Kreis Soest empfangen, dazwischen liegen die Verbreitungsgebiete von Radio WAF, Lippewelle Hamm und dann eben noch Hellweg Radio. Einige Lokalradios sind noch in 55 km Entfernung mit einem Küchenradio zu empfangen. Bei mir trifft es auf 4 Lokalradios zu. Auch wenn das Gegenargument lautet, dass die dann immer in fremden Verbreitungsgebieten zu empfangen sind. Die Gegenwehr ist unverständlich. Gerade im Ruhrgebiet sind die Nachbarsender immer zu empfangen. Die Stadtsender strahlen extremweit in die Kreisgebiete rein, weil in den Städten die hohen Sendetürme stehen. Die ganze Diskussion ist verlogen. Von den Lokalradios im Münsterland kann ich nur eines nicht empfangen, mit DAB+ hätte ich einen Zuwachs um einen Sender. In dem DAB-Verbreitungsgebiet, das den Zuschnitt hat von WDR Hörunkstudio Essen hat, fehlt mir auch nur ein Lokalradio. Die Menschen fahren hier locker 50 km zur Arbeit, warum sollten sie nicht erfahren, was bei Ihnen Zuhause vor der Tür passiert, wenn sie nicht anwesend sind.

Es gibt Flächenbundesländer, die fast genauso groß sind, wie ein Verbreitungsgebiet eines Lokalradios und in einem Verbreitungsgebiet eines NRW-Lokalradios wohnen mehr Menschen, wie in einem Flächenbundesland. NRW ist vielfältig!


Radio Hochstift sendet für zwei Kreise:
Kreis Höxter 1.201,4 km²
Kreis Paderborn 1.246,8 km²
____________________________
2.448,2 km²
Saarland 2.569,7 km²


Köln 1.046.680 Einwohner
Saarland 992.388 Einwohner


von Seltener Besucher - am 07.07.2016 20:30
Zitat
DAB_Saar
NRW hat nur das Problem, dass die ebstehende Struktur sich nicht 1:1 übertragen werden kann. In Bayern sind die Lokalradios eher Regionalradios, während es in NRW eher Stadtradios sind.


Im NölenRummeckernWeinen-Land sind die Städte allerdings auch ein wenig größer ;)

NRW hat 45 Lokalradios für 17,8 Mio. Einwohner.
Bayern hat ca. 60 Lokalradios für 12,8 Mio. Einwohner

Letzteres ist schon sehr "Lokal", auch wenn die Flächen auf dem flachen Land eher größer sind. Eigentlich sind die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen in NRW daher viel günstiger für eine Digitalisierung. Oft reicht ein Standort für einen Mux, der mehrere Lokalradiogebiete abdeckt. In BY muss man oft schon für ein einzelnes Lokalradio mehr als einen Standort planen, dann aber auch noch mehrere Lokalradios auf einen Mux bringen. Beispiel wäre das südwestliche Oberbayern, z.B. Radio Oberland und Alpenwelle. Radio Oberland versorgt gradmal 200.000 Einwohner in 2 Landkreisen, bräuchte aber mindestens 2 Standorte, Alpenwelle wohl auch. Und dann wäre erst 1/6 des Muxes voll.

von DH0GHU - am 08.07.2016 12:17
Ich höre UKW gar nicht mehr, weil:
1. Die Sender, die ich hören will, gerade hier in der Gegend schlecht empfangbar sind
2. Die anderen Sender die typischen Chart-Schrottsender sind und ich die nicht ab kann.
3. Werbung nervt, und so viel "beste Sender" gibts gar nicht.
4. Information bei denen nicht vorhanden ist.

Wenn also UKW abgeschaltet wird, fehlt mir nichts, ich würde es nicht einmal merken.

von currock - am 09.07.2016 12:19
Zitat
currock
Ich höre UKW gar nicht mehr, weil:
...
Wenn also UKW abgeschaltet wird, fehlt mir nichts, ich würde es nicht einmal merken.

Ich würde es merken weil es im Forum vermeldet wird. Ansonsten komme ich von der Schlagerparadies Front, höre Bayern Plus und Kultradio sehr gern. Alles nicht auf UKW. In Sachsen-Anhalt ist es noch so dass die besten Hit Sender recht anhörbare Zusatzprogramme auf DAB+ aus ihrem Internet gebracht haben. In 4 Bundesländern bin ich unterwegs, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. In 3 dieser 4 sind auch fast alle Privaten auf DAB, teilweise sogar deutlich mehr. Thüringen wird mit reichlich Overspill aus Bayern und Sachsen-Anhalt versorgt. Abgesehen davon geht 5C ja überall.

von pomnitz26 - am 09.07.2016 15:03
Über UKW bekomme hier zu Hause in Wuppertal-Dönberg folgende Locals rein

Radio WMW, Radio 912, Radio Herne 90 acht, Radio Vest, Radio RSG, Radio Wuppertal, Radio KW, Radio Ennepe Ruhr, Radio Essen, Radio Neandertal, bei Tropo Radio Antenne Münster und Radio Berg. Mein Gefühl sagt mir das die oberen Herren im Hintergrund sich eifrig darüber unterhalten wie eine Umstellung am kostengünstigsten durchgeführt werden kann, könnte mir wie ein Vorschreiber geschrieben hat vorstellen das die Locals Fördergelder bekommen. Habe heute mal den WDR 2 Stream über Handy angehört und anschließend über DAB + die Qualität ist über DAB + noch ein wenig klarer als beim Internetradio.

von Jens Rau - am 09.07.2016 16:00
Bist Du Dir sicher, nur 10 Lokalsender zu empfangen? Ich komme auf 20, wohne allerdings in der Südstadt.

Ich ergänze noch, da es wohl nicht klar war: Ich bekomme 20 Lokalradios. Aus meiner Sicht wäre so ein lokaler Mux durchaus mit so ca. 12-15 Lokalsendern möglich. Bei 45, wie es in NRW ist, könnte man durchaus nur 3 Kanäle dafür verwenden. Also wenn man wollte, wäre dies durchaus möglich.

von pfennigfuchser - am 10.07.2016 08:49
Die ganze Diskussion kommt 5 Jahre zu spaet. Nun macht sogar der NDR ordentlich Werbung fuer DAB+ und das in einem relativ langen Spot auf NDR2 und vermutlich auch auf den anderen UKW Wellen, in dem die Empfangsvorteile erklaert werden und die Zusatzprogramme Info Spezial, NDR Blue und NDR Plus das das neue Schlagerradio vorgestellt werden.
Damit gibt es hoechstens noch den rbb der als 'Bremser' auftritt. Alle anderen ARD Anstalten arbeiten zielstrebig darauf hin, die KEF Vorgaben zu erreichen, mit dem Ziel die Parallelaustrahlungen nur so lange wie noetig aufrecht zu erhalten.

von Nordlicht2 - am 10.07.2016 12:53
Zitat
Nordlicht2
Die ganze Diskussion kommt 5 Jahre zu spaet. Nun macht sogar der NDR ordentlich Werbung fuer DAB+ und das in einem relativ langen Spot auf NDR2 und vermutlich auch auf den anderen UKW Wellen, in dem die Empfangsvorteile erklaert werden und die Zusatzprogramme Info Spezial, NDR Blue und NDR Plus das das neue Schlagerradio vorgestellt werden.
Damit gibt es hoechstens noch den rbb der als 'Bremser' auftritt.


Ach ja stimmt, der Ausbau im Norden ist ja geradezu vorbildlich. ;)

Da werden sich sicherlich viele auf dem Land wundern, wieso sie diese Vielfalt bei sich nicht empfangen könnnen.

von zerobase now - am 11.07.2016 11:57
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zerobase now
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Nordlicht2
Die ganze Diskussion kommt 5 Jahre zu spaet. Nun macht sogar der NDR ordentlich Werbung fuer DAB+ und das in einem relativ langen Spot auf NDR2 und vermutlich auch auf den anderen UKW Wellen, in dem die Empfangsvorteile erklaert werden und die Zusatzprogramme Info Spezial, NDR Blue und NDR Plus das das neue Schlagerradio vorgestellt werden.
Damit gibt es hoechstens noch den rbb der als 'Bremser' auftritt.


Ach ja stimmt, der Ausbau im Norden ist ja geradezu vorbildlich. ;)

Da werden sich sicherlich viele auf dem Land wundern, wieso sie diese Vielfalt bei sich nicht empfangen könnnen.


Die vielen auf dem Lande stellen aber mit 40 % eine Minderheit dar, wobei in der Praxis deutlich mehr Leute Empfang haben. Immerhin geht es im Allgemeinen deutlich besser und weiter als auf den Berechnungen der Prognosekarten. Kenne 2 Leute, die Programme wie 80s80s oder jetzt Antenne Sylt hoeren obwohl die laut Prognose bei ihnen gar nicht In Door gehen duerfen. Auf meinen Fahrten im Norden habe ich bis auf in Vorpommern ueberall Empfang und da kommt bekanntlich im Herbst noch was dazu. Und ansonsten gibt auch fast ueberall den BMux.
Es geht aber gar nicht um den Ausbau, es geht um das Bekanntmachen von DAB+ als dem UKW Nachfolger. Da macht es der NDR nun richtig. Erstaunlich auch, in dem Spot kommen Begriffe wie Internetradio, App, Radioplayer, Digitalradio... ueberhaupt nicht vor. Es geht ausschliesslich um DAB+.:spos:

von Nordlicht2 - am 11.07.2016 15:26
Zitat
pomnitz26
In Sachsen-Anhalt ist es noch so dass die besten Hit Sender recht anhörbare Zusatzprogramme auf DAB+ aus ihrem Internet gebracht haben.

Passend dazu meldet sich der Privatfunk aus Sachsen-Anhalt heute:
Digitalchef von Radio SAW warnt Kollegen vor weiterer Blockade von DAB+
http://www.satnews.de/pda/mlesen.php?id=ee2b23025f44e413c7648216e346bbff

von pomnitz26 - am 12.07.2016 12:11
Die Diskussion um DAB+ in NRW wird Fortgesetzt. Gibt es noch eine freie Stelle beim VPRT für einen promovierten Historiker?

http://juergenbrautmeier.de/der-worte-sind-genug-gewechselt-die-politik-sollte-sich-jetzt-entscheiden/

von Seltener Besucher - am 04.08.2016 13:44
"die regionalen und lokalen Radios können und müssen ihre Zukunft langfristig über das mobile Netz sichern."

Na dann viel Erfolg ;) Das will ich sehen, wie dann alle ihren Lokaldudler übers Netz hören.
Wieso hat man eigentlich wegen Konkurrenz und Vielfalt Angst vor DAB+, aber nicht vor dem Internet? Dort ist doch die Vielfalt wesentlich größer.
Achso, hat man gar nicht:
"Wer Inhalte hat und eine Marke ist, sollte sich davor auch nicht fürchten."

Dann braucht man ja auch nicht DAB+ blockieren.

von Kuli11 - am 04.08.2016 13:51
Wenn ich den Namen Brautmeier lese geht mir schon das Messer in der Tasche auf.
Ich bin eigentlich relativ friedliebend, aber der Kerl macht mich wütend.

Man könnte gerade meinen der ist an den Radios in NRW finanziell beteiligt, wie er den Platzhirschen dort die Fahne hält.

Also für mich hat unser Herr Brautmeier eine ganze Palette an Auszeichnungen verdient:

- Größter Zukunftsverweigerer des Rundfunks
- Bester Vertreter persönlicher Interessen
- Absoluter Platzhirschhüter
- Tapferkeitsmedalie für stehen zu Äußerungen für die andere sich schähmen würden

Der Mann ist für mich das absolut roteste Tuch aller DAB+ Zeiten. Wie kann man so offensichtlich ein veraltetes System verteidigen? Da muss man doch zwangsläufig vermuten, das der Mann tiefer im Lokalfunk steckt als er sollte oder?

von Chris4981 - am 04.08.2016 14:03
Vor allem hatte ich ihn nicht für so wahnsinnig gehalten, dass er die Zukunft des Hörfunks KOMPLETT im Internet sieht. Er sieht ja nicht nur DAB, sondern auch UKW als Übergangstechnologie.

Wenn das denn so sein sollte, dann MUSS das Internet irgendwann für jeden kostenlos zugänglich sein, und zwar in jeder Lebenslage, und ohne irgendeine Beschränkung.

Was die Privatsender machen, ist ihre Sache. Aber es gibt auch noch Öffentlich-rechtliche, die so etwas wie eine Grundversorgung zu erfüllen haben.

von Habakukk - am 04.08.2016 14:34
Zitat
Chris4981
Man könnte gerade meinen der ist an den Radios in NRW finanziell beteiligt, wie er den Platzhirschen dort die Fahne hält.


Das wirst du wissen, sobald du weisst welchen Job er wo als naechstes machen wird.:gruebel:

von Nordlicht2 - am 04.08.2016 15:20
Außerdem ist seine Argumentation völlig unlogisch. Einerseits philosophiert er über einen möglichen Erfolg bundesweiter DAB-Programme, um diesen dann gleichzeitig für regionale DAB-Programme völlig auszuschließen. Ein Erfolg bundesweiter DAB-Programme ist doch auch nur dann möglich, wenn die Verbreitung der DAB-Geräte ein entsprechendes Level erreicht hat, und wenn es auch eine entsprechende Vermarktung samt Werbekombis gibt (Abfrage in MA etc...).

Warum zum Geier sollte es dann noch eine Rolle spielen, welches Verbreitungsgebiet ein Programm hat, oder ob ein Regionalradio nun auf UKW oder DAB sendet? Ich würde sagen, das darf dann jedes Programm in einer Kosten-/Nutzen-Rechnung ganz alleine rausfinden. Manchmal wird es sinnvoll sein, auf UKW zu bleiben, manchmal wird ein Wechsel auf DAB ebenso sinnvoll sein, um z.B. Kosten einzusparen, sein Sendegebiet zu vergrößern, etc. etc... Das sollte man doch einfach den Anbietern überlassen.

Eine stimmige Argumentation wäre es dann gewesen, wenn er, wie alle anderen, einen Erfolg von DAB aus eigener Kraft einfach völlig ausgeschlossen hätte (auch für bundesweite Programme). Alles andere ist Mumpitz.

Ansonsten ist zu dem Thema alles gesagt, sollen sie doch - wie überall woanders in Deutschland auch - endlich mal Muxe ausschreiben, immerhin gab es ja Interessenten.

Man kann nur hoffen, dass er sich selber beim Wort nimmt: "Der Worte sind genug gewechselt".

von Habakukk - am 04.08.2016 17:17
Zitat
Habakukk
Außerdem ist seine Argumentation völlig unlogisch. Einerseits philosophiert er über einen möglichen Erfolg bundesweiter DAB-Programme, um diesen dann gleichzeitig für regionale DAB-Programme völlig auszuschließen.


Wie viele kommerzielle Programme im Bundesmux kommen aus NRW? Das ist doch eine Bankrotterklärung der Landesregierung, der LfM und der Medienmacher. Die Bankrotterklärung fällt in die Amtszeit von Dr. Brautmeier. Der Schwarzwald hat verstanden, dass es ein Sprachrohr Deutschlandweit benötigt, NRW nicht. Die Entscheidung für den Bundesmux hat Dr. Brautmeier in der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten mitgetragen. Die Entscheidung DAB+ in NRW einzuführen wird von den Parteien im Landtag nicht mitgetragen. Die CDU ist auf der Seite der Verleger, die SPD ist am Lokalfunksystem über die DDVG mitbeteiligt. Ein Pirat hat sich nun mal dazu geäußert den Umstieg voranzutreiben. Was denken die Grünen darüber? Alle hören auf die existierenden Medienmacher und verhindern Vielfalt.

von Seltener Besucher - am 04.08.2016 19:21
Das der Trend in Richtung ueberregionale Angebote und nicht mehr lokale Angebote geht, wird auch durch die Call of Interests in NRW oder BW untermauert. Die potentiellen Bewerber wollten nur landesweite Kapazitaeten und keine lokalen. Ich denke da sind beim Dr. die Alarmglocken angesprungen bzw. die NRW Lokalradios haben sie ihm angeschaltet so das er seine Aussage 'eine Ausschreibung mache Sinn' zurueckgezogen hat und nun voellig gegen DAB+ wettert. Der Versuch das mobile Internet als zukuenftiges Uebertragungsmedium anzupreisen ist natuerlich voellig absurt, hilft aber die NRW Lokalradios noch 1 - 2 Jahre laenger am Leben zu erhalten.
Warum wollen selbst Lokalradios lieber ueberregional senden, siehe in BW oder neu Schwarzwaldradio und Antenne-Sylt und lokal aber nur in grossen Ballungsgebieten. Bei spaeter bundesweit mindestens 40 Programmen zur Auswahl, wird ein einzelnes Programm, egal ob lokal oder ueberregional, bestenfalls Einschaltquoten im kleinen einstelligen Bereich erreichen. Auf bundesweit 80 Millionen potentielle Hoerer gesehen ist das immernoch voellig ausreichend um damit Geld zu verdienen, nur auf eine kleine Stadt gesehen, bedeutet es aber so wenige Hoerer, dass es zum finanziellen Untergang fuehrt. Desshalb sagt der Dr. ja auch schon zwischen den Zeilen, dass er langfristig keine Zukunft fuer die NRW Lokalradios sieht.

von Nordlicht2 - am 05.08.2016 07:44
Zitat
Seltener Besucher
Die Diskussion um DAB+ in NRW wird Fortgesetzt. Gibt es noch eine freie Stelle beim VPRT für einen promovierten Historiker?

http://juergenbrautmeier.de/der-worte-sind-genug-gewechselt-die-politik-sollte-sich-jetzt-entscheiden/


Muss man das immer nach oben befördern, wenn jemand Gebetsmühlenartig immer wieder den selben x fach widerlegten Mist wiederkäut? Wenn er wenigstens mal ein paar neue Argumente bringen würde. Aber nein, immer das ein und selbe. Irgendwann ist es doch mal genug. Daher bitte ich, die nächste Wortmeldung von Brautmeier nur dann zu posten, wenn er etwas substanziell neues zum Thema zu bieten hat. Sorry… Musste sein.

von FrankSch - am 05.08.2016 08:33
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Nordlicht2
Das der Trend in Richtung ueberregionale Angebote und nicht mehr lokale Angebote geht, wird auch durch die Call of Interests in NRW oder BW untermauert. Die potentiellen Bewerber wollten nur landesweite Kapazitaeten und keine lokalen.


Genau das glaube ich in NRW nicht. Überregional in NRW bedeutet auch, dass man aufwendig das Sauer- und Siegerland und das Bergische versorgt. Den meisten Sendern würde die Rhein-Ruhr-Metropole reichen. Wenn deine These stimmen würde, gebe es in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München keine vollen Multiplexe. Im Call of Interest wurden doch nicht alle möglichen Multiplexe vorgestellt. Die Sender haben kein Interessse an der Unterstützung des WDRs und seines landesweiten Multipelexes.

Zitat
Nordlicht2
Ich denke da sind beim Dr. die Alarmglocken angesprungen bzw. die NRW Lokalradios haben sie ihm angeschaltet so das er seine Aussage 'eine Ausschreibung mache Sinn' zurueckgezogen hat und nun voellig gegen DAB+ wettert.


Ich denke der Dr wird sich bereits nach einer neuen Herausforderung umschauen und das Lied des neuen Arbeitgebers singen. Anderseits hört man die selben Aussagen auch aus der Staatskanzlei.

Zitat
Nordlicht2
Warum wollen selbst Lokalradios lieber ueberregional senden, siehe in BW oder neu Schwarzwaldradio und Antenne-Sylt und lokal aber nur in grossen Ballungsgebieten.


Die NRW-Lokalradios wollten schon früher ihrer Gebiete zusammenlegen.

Zitat
Nordlicht2
Bei spaeter bundesweit mindestens 40 Programmen zur Auswahl, wird ein einzelnes Programm, egal ob lokal oder ueberregional, bestenfalls Einschaltquoten im kleinen einstelligen Bereich erreichen.


Das dürfte nicht stimmen. Viele Programme werden einstellige Ergebnisse haben und das würde reichen. Ich habe schon oben ausgeführt. Lokalradios mit dem größten Wettbewerb durch Einstrahlung haben die besten Einschaltquoten.

Die Lokalradios, die Geld verdienen müssen, haben eine gute Einschaltquoten. Nehmen wir mal Radio Lippewelle Hamm, Radio 91,2. Kleine Betreiber, kein Geld für Subventionen.

Zitat
Nordlicht2
Auf bundesweit 80 Millionen potentielle Hoerer gesehen ist das immernoch voellig ausreichend um damit Geld zu verdienen, nur auf eine kleine Stadt gesehen, bedeutet es aber so wenige Hoerer, dass es zum finanziellen Untergang fuehrt. Desshalb sagt der Dr. ja auch schon zwischen den Zeilen, dass er langfristig keine Zukunft fuer die NRW Lokalradios sieht.


Das ist Blödsinn, schaut man sich andere Länder an, gibt es dort Lokalradios mit zweistelliger Einschaltquote, weil nur dieses dem Hörer am nächsten sind. Alle die in NRW-Lokalradio die heute bei 40 % liegen, dürften nach der Digitalisierung zwar ein paar Hörer verlieren, aber weiterhin ausreichend Hörer haben, um zu überleben. Alle die eine schlechte Quote haben, haben Empfangsprobleme im Verbreitungsgebiet, machen nur ihr Pflichtprogramm und die Hörer fahren in die nächste Großstadt zur Arbeit, wo der Empfang schlechter wird. Dann schalten sie um und sind weg.

von Seltener Besucher - am 05.08.2016 09:21
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Nordlicht2
Auf bundesweit 80 Millionen potentielle Hoerer gesehen ist das immernoch voellig ausreichend um damit Geld zu verdienen, nur auf eine kleine Stadt gesehen, bedeutet es aber so wenige Hoerer, dass es zum finanziellen Untergang fuehrt. Desshalb sagt der Dr. ja auch schon zwischen den Zeilen, dass er langfristig keine Zukunft fuer die NRW Lokalradios sieht.


Das ist Blödsinn, schaut man sich andere Länder an, gibt es dort Lokalradios mit zweistelliger Einschaltquote, weil nur dieses dem Hörer am nächsten sind. Alle die in NRW-Lokalradio die heute bei 40 % liegen, dürften nach der Digitalisierung zwar ein paar Hörer verlieren, aber weiterhin ausreichend Hörer haben, um zu überleben. Alle die eine schlechte Quote haben, haben Empfangsprobleme im Verbreitungsgebiet, machen nur ihr Pflichtprogramm und die Hörer fahren in die nächste Großstadt zur Arbeit, wo der Empfang schlechter wird. Dann schalten sie um und sind weg.


Die Betroffenen scheinen da aber weit weniger optimistisch zu sein als du es bist. Warum sonst haben sie so eine grosse Angst vor Wettbewerb und fordern ganz offen den Schutz des NRW 2 Saeulen Modells? Doch ganz sicher, weil sie wissen, dass raeumliche Naehe zum Hoerer heutzutage nicht mehr vom Hoerer gefordert wird, zumindest nicht mehr vom ueberwiegenden Teil der Hoerer. Lese dir nochmal die Begruendung der NRW Lokalradios durch, warum sie DAB+ so skeptisch gegenueber stehen. Welches Lokalradio hat 2 Stellige Einschaltquoten, wenn es gleichzeitig 40 andere Programme zur Auswahl gibt. Da gibt es keines, auch nicht in anderen Laendern. Da wo es richtigen Wettbewerb gibt gehen sie unter, so wie heute schon in den Weiten des Internet, bei deren Nutzern von Spotify und Co. Regionalitaet absolut keine Rolle spielt da sie an und fuer sich einfach nur Musik hoeren wollen und sich ihre Informationen sowieso aus dem Internet holen.

von Nordlicht2 - am 05.08.2016 09:49
Zitat
Nordlicht2
Welches Lokalradio hat 2 Stellige Einschaltquoten, wenn es gleichzeitig 40 andere Programme zur Auswahl gibt.


104,6 RTL hat eine zweistellige Einschaltquote im am härtesten umkämpften Radiomarkt Deutschlands.

http://www.mabb.de/information/radio/media-analyse.html

Radi Siegen zeigt doch, dass trotz des Wettbewerbs von SWR, HR und FFH die Quote stimmt:
http://www.radiosiegen.de/werben/reichweiten/index.html

Auch in OWL stimmt die Quote, gerade bei Radio Westfalica:
http://www.radioszene.de/93369/wenn-radio-dann-die-owl-lokalradios.html

Es stellt sich die Frage, ob sich dem Wettbewerb stellt und zur Zeit machen die Lokalradios den selben Fehler wie der WDR 1990 und unterschätzen DAB+. Auf die Dauer wird sich die Position nicht halten lassen. Nur dann haben sie keinen Einfluss auf die Wettbewerber, weil diese aus den anderen Bundesländern kommen. Da hilft kein Ruf nach der Politik, keine Werbeverbote usw.

von Seltener Besucher - am 05.08.2016 15:50
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Seltener Besucher
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Nordlicht2
Welches Lokalradio hat 2 Stellige Einschaltquoten, wenn es gleichzeitig 40 andere Programme zur Auswahl gibt.


104,6 RTL hat eine zweistellige Einschaltquote im am härtesten umkämpften Radiomarkt Deutschlands.

http://www.mabb.de/information/radio/media-analyse.html


Klar, 10,1% aus 34 aufgefuehrten Programmen in der MA 2016 II Tagesreichweite, nicht 40 Programme und von den 34 senden einige nur via DAB+, Kabel, Internet und nicht ueber das zur Zeit noch meist genutzte Medium UKW. Wir muessen hier nicht kleinlich um jedes % feilschen. Meine Grundaussage ist nur und die Berliner Zahlen zeigen das auch, dass die NRW Lokaladios ganz stark Einschaltquote verlieren werden, sobald es entsprechend viel Wettbewerb geben wird. Genau das ist eben auch die Aussage der NRW Lokalradios selber und die des Dr. Brautmeier in deren beider Begruendung, warum sie kein DAB+ wollen. Es wuerde / wird in NRW Arbeitsplaetze kosten, sagen sie.

von Nordlicht2 - am 06.08.2016 16:10
Nur wenn die Lokalradios nicht mitziehen und es wirklich einen DAB-Sender geben sollte, der Menschen überzeugt ein neues Gerät zu kauften, dann wird es problematisch für die Lokalradios.

Nehmen wir an, noch vor dem Weihnachtsgeschäft 2017 startet der zweite Bundesmux, dann ist die Konkurrenz in NRW da. Die Lokalradios haben 25 Jahre gebraucht, damit sie diese Quoten erreichen.
Ich kann mir kein weiteres Wachstum vorstellen. Bei 50 % Marktanteil ist Schluss. Die Quote der Lokalradios sind nur deshalb so hoch, weil die DAB+-Sender in den Umfragen nicht genannt werden. Die Umfragen sind so gestrickt, dass nur die Werberelevanten UKW-Sender genannt werden. Ich bin in einer Umfrage nie gefragt worden, hören Sie Deutschlandfunk oder D-Radio Kultur? Auch nach BFBS oder Uniradio frage nie jemand.

Der Lokalfunk kam in NRW nach dem in allen anderen Bundesländern bereits Privatradio on Air war. Die Verzögerung hat NRW jetzt auch. Noch sind in NRW UKW-Frequenzen zu haben und es wird einen zweiten Bundesmux geben, der es Anbietern erlauben wird in diesem Bundesland zu senden, ohne hier eine Lizenz bekommen zu müssen. Doch noch setzen alle auf einen bundesweiten Markt, den es meiner Meinung nach immer noch nicht gibt. Die Menschen sind mit Radiosendern aufgewachsen, die ihnen regionale Informationen liefern. Die Abkehr von dieser Gewohnheit sehe ich nicht. Dafür sehe ich NRW-Lokalradios mit einer Einschaltquote von bis zu 50 % oder das HITRADIO RT1 in Augsburg mit einer Tagesreichweite von 29,5 % (mo-fr, ab 10 Jahre). In Augsburg können schon heute 14 öffentlich-rechtliche Programme und 25 kommerzielle Sender empfangen werden. In Dortmund sind es 26, wenn ich Antenne Unna und Radio 91,2 als zwei unterschiedliche Sender betrachte.

Dr. Brautmeier hat recht, dass es Arbeitsplätze kosten wird, wenn DAB+ einen höheren Marktanteil erreicht. Nur wenn in NRW nichts getan wird, wandern die Arbeitsplätze in andere Bundesländer ab.

Es entsteht doch eine Schräglage, wenn in zwei Bundesmuxen 24 Privatsender ausgestrahlt werden und kein einziges kommt aus NRW und sichert hier die Arbeitsplätze. Sollte der Lokalfunk Hörer verlieren, weil alle neuen Autoradios DAB+ empfangen können, dann gehen hier die Arbeitsplätze verloren und eine Lösung liegt nicht auf dem Tisch.

von Seltener Besucher - am 06.08.2016 19:34
Scheinbar blockieren die Lokalsender nicht nur DAB + sondern auch DVB C eigentlich wollte Unitymedia das analoge Kabelradio nächstes Jahr abschalten, dank der Blockadehaltung der LFM und Radio NRW ist dies nun verhindert worden. Meiner Meinung nach kann diese Blockadehaltung nicht mehr lange dauern weil im RP Muxx seit neuestem Big FM mit seinem Hauptprogramm on air ist. Bin gespannt wann man RPR 1 aufschaltet. Wollte mir eigentlich das Pure Move 2500 bei Conrad holen, Wartezeit 7 Wochen Lg und einen schönen Sonntag.

von Jens Rau - am 07.08.2016 06:32
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