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Kein Kinderradio des Deutschlandradios und keine weiteren ARD-Wellen über DAB+

Startbeitrag von DABM am 11.07.2016 09:35

Novelle des Rundfunkstaatsvertrag: Kein Kinderradio des Deutschlandradios und keine weiteren ARD-Wellen über DAB+
Die Länder haben am 6. Juli 2016 eine Konsultation zur Novellierung des Deutschlandradio-Staatsvertrages eröffnet. Das teilt der Privatradioverband VPRT auf seiner Website mit. Interessierte können bis zum 17. August 2016 schriftlich Stellung nehmen.

Mit der Novelle soll der Staatsvertrag insbesondere an die Maßgaben des Bundesverfassungsgerichtes zur Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrates angepasst werden. Um eine größere Staatsferne zu erreichen werden sowohl im Hörfunkrat als auch im Verwaltungsrat die Anzahl der Mitglieder erhöht: von 40 auf 45 bzw. von acht auf zwölf.

Des Weiteren ist nunmehr die direkte Beauftragung des digital-terrestrischen Eventangebotes „Dokumente und Debatten“ vorgesehen (§ 4 Abs. 1 S. 2 DLR-StV-E). Mit „Dokumente und Debatten“ werden herausragende Ereignisse, wie Bundestags-Debatten oder politische TV-Sendungen von ARD und ZDF, in Form von Sondersendungen über Digitalradio (DAB+), DVB-S (ZDF-Vision-Bouquet) und via Online-Livestream verbreitet. Allerdings darf das Deutschlandradio hier im Schnitt nur 80 Minuten Programm ausstrahlen. Den Kanal "Dokumente und Debatten" gibt es bereits im bundesweiten Multiplex über Digitalradio DAB+, allerdings bisher ohne direkte Beauftragung.

Weitere Änderungsvorschläge sollen die Zusammenarbeit des Deutschlandradios, vor allem im administrativen und technischen Bereich optimieren. Auch dass das Deutschlandradio Telemedien veranstalten darf, wird künftig direkt im Staatsvertrag verankert sein (§ 4 Abs. 1 S. 3 DLR-StV-E).

Die direkte Beauftragung eines Kinder-Hörfunkprogramms (mit der ARD) und eines Klassik-Angebotes – wie sie Deutschlandradio-Intendanten Dr. Willi Steul aktuell vorschlägt – sieht der Änderungsstaatsvertragsentwurf derzeit nicht vor. Ebenso bleibt die Anzahl der ARD-Wellen im Digitalradio DAB+ konstant: Pro Bundesland ist jeder ARD-Anstalt seit 2004 nur je eine zusätzliche Welle erlaubt. Die meisten ARD-Anstalten haben diese Möglichkeit bereits ausgereizt, dem WDR ist es also auch weiterhin nicht erlaubt eine Schlagerwelle über DAB+ zu verbreiten.

Die Rundfunkkommission der Länder will in ihrer Sitzung im September 2016 die Konsultationsergebnisse auswerten, so das direkt im Anschluss die Vorunterrichtung der Landtage mit dem endgültigen Staatsvertragstext erfolgen kann. Die Unterzeichnung des novellierten Staatsvertrag ist für Dezember 2016 vorgesehen.

Quelle(n) www.vprt.de / www.deutschlandradio.de

Damit hat sich es also mit dem WDR Schlagerradio in NRW und einem Kinderradio auf DAB+ im Deutschlandkanal 5c erledigt.

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
DABM
Wenn jede ARD Anstalt pro Bundesland eine zusätzliche Welle senden darf, dann darf der NDR, RB, BR und der WDR ja keine weiteren Wellen starten. Die haben bereits zusätzliche DAB+ Wellen.
Beim MDR wäre es für Sachsen und Thüringen auch so. Für Sachsen-Anhalt hätte mann noch die möglichkeit ein Programm zu starten.
In Sachsen hat mann MDR Extra und MDR Sorbisch in Thüringen hat mann MDR Sputnik als "zusätzliche" Welle da dort die Programme nicht auf UKW senden.

Dok&Deb wurde glaube ich damals nicht als Telemediendienst genemigt.
Ich denke es ist eher Bürokratie oder mann will sich eine "Tür" offen lassen für ein neues Programm.


Nicht ganz richtig. Die Programmanzahl, egal ob UKW oder nicht, wurde Stand 2004 eingefroren. Zusätzlich zu den Programmen, die 2004 schon existierten, darf die jeweilige Anstalt ein Programm pro Bundesland verbreiten.

NDR darf 4, veranstaltet 3: NDR Info Spezial (gab es aber auch schon vorher??), NDR Blue und NDR Plus
RB darf 1: Bremen Next
RBB darf 2, produziert 0. Kein Geld.
MDR darf 3, produziert MDR Klassik (oder gabs die vorher schon?), MDR Schlagerwelt geplant, Kinderradio geplant
WDR darf 1: KiRaKa (1LIVE diggi gibt es seit 2003)
HR darf 1, produziert 0. 2004 gab es noch hr-chronos(?), YouFM, hr-klassik und hr-info.
SWR darf 2: SWRinfo, DasDing gab es vorher, wäre eins offen(?)
SR 1: Antenne Saar
BR 1: BR Heimat (vor 2004 war Bayern plus = Bayern mobil, Puls war Das Modul). Oder war BR Heimat vorher Bayern 2 plus? B5 plus gibt es auch noch, es gab aber 2004 m.W. auch noch BR News und BR Business…da blicke ich nicht so ganz durch.

von Japhi - am 11.07.2016 13:51
Zitat
Japhi
Zitat
DABM

In Sachsen hat mann MDR Extra und MDR Sorbisch .....

Dok&Deb wurde glaube ich damals nicht als Telemediendienst genemigt.
Ich denke es ist eher Bürokratie oder mann will sich eine "Tür" offen lassen für ein neues Programm.


MDR darf 3, produziert MDR Klassik (oder gabs die vorher schon?), MDR Schlagerwelt geplant, Kinderradio geplant



MDR Sorbisch ist eigentlich kein eigenständiges Programm, sondern ein kurzes Programmfenster, das in Gebieten mit sorbischer Minderheit auch auf UKW verbreitet wird. Kann man das daher wirklich als zusätzliches Programm werten? Außerdem gab es selbst zu DDR-Zeiten ein sorbisches Programm, so dass es todischer unter die Stichtagsregelung fällt.
MDR Klassik existiert laut Eigendarstellung schon seit 2002 und existierte sogar zuerst nur auf DAB alt. Dann dürften sie eigentlich noch ein Programm produzieren.

Ist die Regelung etwa der Grund, warum der BR nicht das Kiraka verbreitet? Sollte ja an die Stelle von BR Verkehr treten, daraus ist nichts geworden.

Wie rechtfertigt der SR dann die Ausstrahlung des Kiraka im Saarland? Antenne Saar ist ja 2005 entstanden und wird hier im Forum ja als zusätzliches Digitalprogramm gewertet (Stichtagsregelung)

von rolling_stone - am 11.07.2016 14:15
Zitat
Japhi
Radio Bremen verbreitet ebenfalls KiRaKa, dort aber m.W. nicht als zusätzliches (eigenes) Programm sondern als Übernahme des WDR. Vermutlich beim SR ähnlich.


Radio Bremen verbreitet den Kiraka. RB darf aber kein weiteres Digitalprogramm neben Bremen Next veranstalten. (Radio Bremen Gesetz).

Der SR ist selber am KiRaKa mit einer eigenen Sendung beteiligt: http://www.kiraka.de/spielen-und-hoeren/nachrichten/erklaer-mal/beitrag/internationale-nachrichten/beitrag/b/nachrichten-auf-deutsch-und-franzoesisch/

Zitat
rollingstone
Wie rechtfertigt der SR dann die Ausstrahlung des Kiraka im Saarland? Antenne Saar ist ja 2005 entstanden und wird hier im Forum ja als zusätzliches Digitalprogramm gewertet (Stichtagsregelung)

Zitat
wikipedia
Antenne Saar (eigene Schreibweise: AntenneSaar) ist ein am 12. Dezember 2005 gestartetes Hörfunkprogramm des Saarländischen Rundfunks (SR). Es handelt sich um ein Informationsprogramm mit besonderem deutsch-französischem Charakter und entstand aus dem bisherigen Programm SR Info.

Ich kann mich gar nicht mehr an SR info erinnern... Im Netz findet man zu dem Namen auch nur noch die gleichnamige Programmzeitung des SR. Aber das heißt ja wohl, daß es ein Vorgängerprogramm gab, vermutlich schon auch am Stichtag April 2004, welches auch nicht digital ausgestrahlt wurde, also zum "analog"-Bestand zählt. Insofern wäre Antenne Saar also zum Altbestand zu zählen (sonst hätte es ja auch nicht analog terrestrisch auf der MW ausgestrahlt werden dürfen).
Dann wäre der KiRaKa wohl der erlaubte zusätzliche Digitalkanal, den man zwar nicht veranstaltet, aber an dessen Erstellung man beteiligt ist. Ich kenne aber das Gesetz zum SR nicht und dessen Regelungen zum veranstalten/verbreiten von Programmen und wie dann genau gezählt wird.

von iro - am 11.07.2016 15:27
Also wenn die SR Info zum Bestand zählen, dann wäre das aber die reinste verarsche. SR Info hatte nie eigene Inhalte sondern war lediglich mal stundenweise auf der 98,2Mhz (Saarbrücken Halberg mit 10 (belgische) Watt) OnAir und übernahm 1zu1 das Programm von SWRcont.ra. Angeblich wollte man "demnächst" auch eigene Beiträge senden. Aber dazu kam es nie. Angeblich, ich hab das selbst nie gehört, sollen aber auch die Ausländersendungen und die Landtags-/Bundestagsübertragungen, die ja eine Zeit lang ein Programmfenster bei Unser Ding hatten, mit einem "SR Info" Jingle begonnen haben.

Also streng genommen wäre damit 1 Programm (was genau genommen noch nicht mal ein richtiges war) über die Frequenzen von gleich 2 anderen Programmen verbreitet worden. Einmal über die ursprünglich als Backup Zuführung gedachte 98,2Mhz und einmal über die Frequenzkette von Unser Ding.

Während ich das hier schreibe fällt mir gerade ein: hieß Antenne Saar von Anfang an Antenne Saar? Liefen dort die ersten paar Wochen nicht auch SR Info Jingles? Ich hab da so irgendwas im Kopf...

von Spacelab - am 11.07.2016 16:24
Ich hab nochmal in den Untiefen dieses Forums gekramt:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,14394,14394#msg-14394
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,20502,20502#msg-20502

BR Info bzw. BR News und BR Business waren zwei Audiokanäle, die es 2003 über DAB mal gab. Dort liefen letztendlich recyclete Beiträge von B5aktuell in einer Nonstop-Schleife.
Bei BR News alle 5 Minuten die aktuellen Nachrichten mit Wetter, bei BR Business alle 5 Minuten die aktuellen Börsennachrichten. Beide hatten damals 48kbps MP2 und liefen nur während der eigenen Sendezeit von B5aktuell. Irgendwann nachts wurde auf den Hauptkanal von B5aktuell (bzw. die Übernahme von MDR Info) geschaltet.

Ich gehe davon aus, dass man das damals eher als Telemediendienst gesehen hat und nicht als eigenständige Programme. Das ganze war wohl auch eher als technischer Betriebsversuch von computergeneriertem Content zu verstehen. Neben B5aktuell, das Nachrichten alle 15 Minuten wiederholt, noch einen weiteren Kanal zu installieren, der Nachrichten alle 5 Minuten wiederholt, ist schon eher relativ unnötig.

von Habakukk - am 12.07.2016 06:36
Zitat
rolling_stone

MDR Sorbisch ist eigentlich kein eigenständiges Programm, sondern ein kurzes Programmfenster, das in Gebieten mit sorbischer Minderheit auch auf UKW verbreitet wird. Kann man das daher wirklich als zusätzliches Programm werten? Außerdem gab es selbst zu DDR-Zeiten ein sorbisches Programm, so dass es todischer unter die Stichtagsregelung fällt. .....


Fakt ist! Das aus dem Radio-DDR Sorbisch Fenster zwei geworden sind!
Eins von Bautzen (MDR) über UKW Hoyerswerda (alte DDR Frequenz) und eins von Cottbus (RBB) über den Sender Calau.
Die Situation in Sachsen ist ja die das die Sorben als kleinste Minderheit von dreien ihr ÖR Minderheitenradio haben und vieles mehr.
Die Beiden großen Minderheiten, die Vogtländer und Schlesier haben so was nicht!
Das wäre bei den Bayern anders gelöst worden!!!!!
Das Vogtland hat wenigsten noch einen eigenen Kreis (V) und ein Privatradio namens Radio Vogtland. Niederschlesien ist Zerschnitten neben zwei Lokalradios (Radio WSW und Elsterwelle) die aber auch keine rein schlesische Lokalradios sind ist da nichts. Radio Lausitz das in Görlitz gestarrt ist und lange sein Studio hatte, hat RTL und Co. auch nach Bautzen verlegt.

Gute Nacht Schlesien, gute Nacht Vogtland! Trotz DAB+

von dvb_jens - am 12.07.2016 12:27
Zitat

Die Beiden großen Minderheiten, die Vogtländer und Schlesier haben so was nicht!

Seit wann gelten Vogtländer und Schlesier in irgendeiner Form als "Minderheit" wie die Sorben?
Die Sorben sind, neben den Dänen, Friesen sowie Sinti & Roma die einzigen anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland.
Im "feinen" sind Dänen, Sinti und Roma "nationale Minderheit", die Friesen eine "Volksgruppe" und die Sorben ein "Volk".

Zitat
wikipedia
Folgende Kriterien müssen zur Bestimmung als nationale Minderheit in Deutschland erfüllt sein:
1.Die Angehörigen sind deutsche Staatsangehörige;
2.Sie unterscheiden sich vom Mehrheitsvolk durch eigene Sprache, Kultur und Geschichte, also durch eine eigene Identität;
3.Sie wollen diese Identität bewahren;
4.Sie sind traditionell in Deutschland heimisch;
5.Sie leben hier in angestammten Siedlungsgebieten.


Alleine schon Punkt 2 trifft auf die Schlesier nicht zu. Schlonsakisch und Schlesisch sind jeweils nur polnische bzw. deutsche Dialekte, keine eigene Sprache.
Ebenso ist Vogtländisch nur eine Dialektsammlung, keine Sprache.

Sorbisch, Dänisch, Romanes (inkl. Sintitikes als Varietät des Romani) und Friesisch (nicht zu verwechseln mit Plattdeutsch - das ist was ganz anderes!) sind dagegen ganz eigenständige Sprachen.

Der größte Teil der Friesen versteht allerdings kein Wort Friesisch, dafür aber Plattdeutsch. Wir haben als nationale Minderheit das recht auf zweisprechige Ortsschilder (die sind allerdings meist auf Deutsch und Platt, nicht Friesisch) und auf Ämtern und im Schriftverkehr mit Behörden haben wir das Recht, dieses nicht in deutscher Sprache machen zu müssen. Wenn der Beamte das nicht versteht, muss er einen Übersetzer zu Rate ziehen - nicht wir :)

von iro - am 12.07.2016 13:16
Zitat

Eine Sorbische Staatsbürgerschaft gibt es auch nicht wie bei den Dänen!

Angehörige der dänischen Minderheit müssen die deutsche Staatsbürgerschaft haben. ;)
Wir haben als Friesen übrigens auch kein "eigenes" Programm vom NDR. Noch nicht einmal ein auf das Siedlungsgebiet zugeschnittenes Regionalprogramm. Die Friesische Sprache ist gar nur mit wöchentlichen 3 Minuten Sendezeit bei der NDR 1 Welle Nord vertreten. Plattdeutsch dagegen ist etwas häufiger im Angebot, wird allerdings auch nicht ausschließlich von Friesen gesprochen.

Wäre denn ein MDR 1 Radio Vogtland und MDR 1 Radio Niederschlesien noch ein Regionalprogramm oder kann man das schon als Lokalsender bezeichnen? Ich kenne mich da in der Ecke nicht so ganz aus, eigentlich gehört ja ganz Sachsen für mich schon nicht nach Deutschland... :rolleyes:
Kleinzellige Regionalisierung finde ich auf jeden Fall grundsätzlich gut, sofern es genügend Themen + regionale Identität gibt, die das auch rechtfertigen.

von iro - am 12.07.2016 14:52
Zitat
Spacelab
@Zwölf: Theoretisch müsste es im Telemediengesetz drin stehen. Da kann dir aber auch jede LMA genau Auskunft geben. Wenn du so einen Dienst anmelden willst bekommst du sowieso erstmal einen dicken Packen Papiere mit "Rechte und Pflichten" zugestellt. Mal davon abgesehen hat das mit den 80 Minuten ja auch das DLR in seiner Pressemeldung bestätigt.

Die dortige Bezeichnung "im Schnitt" bedeutet nichts anderes als das man auch mal ein paar Minuten überziehen darf wenn man dafür an einem anderen Tag kürzer sendet. Damals wurde das ganze über einen Monat gemittelt. Ich denke das wird heute auch noch so sein.


Ich habe die 80 Minuten inzwischen gefunden. Allerdings nicht im Telemediengesetz, sondern im Entwurf zum neuen Deutschlandradio-Staatsvertrag. Es scheint sich also nicht um eine allgemeine Vorgabe für Telemedien zu handeln, sondern um eine spezielle Regelung für Dok&Deb.
Im Entwurf lautet §2 so (Änderungen rot):

Zitat
DLR-StV-E
§ 2 Angebote

(1) 1Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme
mit den Schwerpunkten in den Bereichen
Information, Bildung und Kultur:
1. das Programm „Deutschlandfunk“,
2. das Programm „Deutschlandradio Kultur“,
3. das in digitaler Technik verbreitete Programm
„DRadio Wissen“ nach Maßgabe des als Anlage
beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff
auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der
ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten
kooperieren hierzu mit der Körperschaft,

4. ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme
mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3
aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines
nach § 11f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten
Verfahrens.
2Das Programm nach Satz 1 Nummer 1 kann auf
bestimmten digitalen Frequenzen für Liveübertragungen
aus dem Deutschen Bundestag, von Diskussionsrunden,
Reden, Festakten und Preisverleihungen
sowie von ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten
Sendungen der Mitglieder unterbrochen werden;
die Unterbrechung darf [80] Minuten täglich im
Jahresdurchschnitt nicht überschreiten.
3Die Körperschaft bietet Telemedien nach Maßgabe
dieses Staatsvertrages und des Rundfunkstaatsvertrages
an.

siehe: https://www.rlp.de/fileadmin/rlp-stk/pdf-Dateien/Medienpolitik/Synopse_Novelle_Deutschlandradio-StV_Stand_27.6.2016_-_Anhoerung.pdf

von Zwölf - am 12.07.2016 15:20
Zitat

In Bayern ist das erste Radioprogramm unterteile in Franken, Mainfranken, Niederbayern/Oberpfalz, Oberbayern, Schwaben und das zweite Radioprogramm in Nord und Süd unterteilt!

Da würde ein MDR 1 Radio Vogtland und MDR 1 Radio Niederschlesien auch nicht verkehrt sein!

Bist du dir eigentlich im Klaren darüber, wie großräumig die Einteilung bei Bayern 1 ist? Die kleinste Region ist Mainfranken mit ca. 1,3 Mio. Einwohnern, die zweitkleinste ist Schwaben mit 1,8 Mio. Einwohnern. Die anderen haben über 2 Millionen, Oberbayern sogar 4,6 Mio. und damit mehr als ganz Sachsen. Für Sudetendeutsche (die Strauß als vierten Stamm neben Franken, Baiern und Schwaben bezeichnete) gibt es übrigens kein Extraprogramm.
MDR 1 Sachsen hat 4 Regionalversionen; durchschnittlich also etwa 1 Mio. Einwohner pro Region. Da wärst du mit anderen Anstalten also auch nicht besser dran.

Zitat

Ja das war aber vorher auch schon so. Nur wurde das jetzt explizit für Dok&Deb so festgehalten.

Mich hatte interessiert, ob es eine allgemeine Regelung zu Telemediendiensten gibt, die auch für die ARD-Anstalten gilt. B5plus spielt beispielsweise vom Umfang her in der gleichen Liga wie Dok&Deb; von daher wäre interessant gewesen, ob das nach geltendem Recht auch als Telemediendienst geführt werden könnte (und gleichzeitig automatisierte Ganztagesprogramme wie BR-Verkehr keine Telemediendienste wären), oder ob dies erst nach einer Änderung des BR-Gesetztes möglich wäre. Aber dazu scheint es wohl keine allgemeine Regelung schwarz auf weiß zu geben, die man öffentlich einsehen könnte.

von Zwölf - am 12.07.2016 16:00
Nicht mehr ganz neu, aber hier im Forum noch nicht gepostet: Ende Oktober ist der endgültige Entwurf des Zwanzigsten Rundfunkänderungsstaatsvertrages verabschiedet worden.


Vorher kurz OT zur Geschichte Restniederschlesiens: https://de.wikipedia.org/wiki/Oberlausitz#S.C3.A4chsische_und_preu.C3.9Fische_Oberlausitz_.281815.E2.80.931945.29.


Zum Telemediengesetz: Das Telemediengesetz verweist zur Abgrenzung auf die Rundfunkdefinition des Rundfunkstaatsvertrages (§ 1 Abs. 1 Satz 1 TMG). Die besonderen Anforderungen an die Inhalte ergeben sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag (§ 1 Abs. 4 TMG). Telemedien sind im Rahmen der Gesetze zulassungs- und anmeldefrei (§ 4 TMG, § 54 Abs. 1 Satz 1 RStV). Anbieter können sich jedoch eine rundfunkrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen lassen (§ 20 Abs. 2 Satz 3 RStV). Die 80 Minuten der saarländischen Landesmedienanstalt dürften eine Richtgröße für solche Telemedien sein, in denen etwas Rundfunkähnliches stattfindet.


"Dokumente und Debatten" ist (jedenfalls nach meinem Dafürhalten) Rundfunk, ohne gleich ein eigenes Programm zu sein, wie die verschiedenen über Mittel-, Lang- und Kurzwelle ausgestrahlten Sonderprogrammschienen des Deutschlandradios vorher auch, deren Bündelung in digitaler Form "Dokumente und Debatten" ja ist. Im Telemedienkonzept des Deutschlandradios, in dem sogar die Ausstrahlung der Programmnamen (PS) im RDS aufgeführt ist, sucht man "Dokumente und Debatten" vergeblich.

Mit dem Anbieten von Telemedien ist das Deutschlandradio bereits seit 2009 in der heutigen Form durch den Rundfunkstaatsvertrag beauftragt (§ 11 d Abs. 1 RStV). Bei der Änderung des Deutschlandradio-Staatsvertrages geht es diesbezüglich um Konkretisierung und Reglementierung. Da das Deutschlandradio auch bisher schon sparsam war, wird sich de facto nichts ändern.


§ 2 Abs. 1 DLR-StV wird nach Art. 2 Nr. 4 lit. b des 20. RÄStV zukünftig folgendermaßen lauten (https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2016-11-02_Drs-19-805_902f6.pdf):

"Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme mit den Schwerpunkten in den Bereichen Information, Bildung und Kultur:

1. das Programm „Deutschlandfunk“,

2. das Programm „Deutschlandfunk Kultur“,

3. das in digitaler Technik verbreitete Programm „Deutschlandfunk Nova“ nach Maßgabe des als Anlage beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten kooperieren hierzu mit der Körperschaft,

4. ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3 aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines nach § 11 f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten Verfahrens.

Das Programm nach Satz 1 Nr. 1 kann bei digitaler Übertragung für Liveübertragungen aus dem Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder den Landtagen, von Diskussionsrunden, Reden, Festakten und Preisverleihungen sowie von ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten Sendungen der Mitglieder der Körperschaft zeitweise in angemessenem Umfang auseinandergeschaltet werden. Die Körperschaft bietet Telemedien nach Maßgabe dieses Staatsvertrages und des Rundfunkstaatsvertrages an."



Zur Obergrenze (sic! – damals von der CSU gefordert, soweit ich mich erinnere) der Zahl der terrestrischen Hörfunkprogramme der Landesrundfunkanstalten der ARD folgende Anlage zur amtlichen Begründung zum Achten Rundfunkänderungsstaatsvertrag:

[attachment 8654 Programmzahl_zum_1__April_2004.jpg]

(Quelle: http://www.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/3721-14.pdf)

Zu berücksichtigen: Eine Anstalt kann zugunsten einer anderen Anstalt auf Programme verzichten (siehe Begründung zum 8. RÄStV in obiger Quelle). Des weiteren kam 2009 die Bestimmung hinzu, daß "Kooperationsprogramme [...] jeweils als ein Programm der beteiligten Anstalten gerechnet" werden (heute § 11 c Abs. 2 Satz 4 RStV). Danach dürfte sich die Zahl der Programme von Radio Bremen auf vier erhöht haben (Funkhaus Europa), die Gesamtzahl auf 65 (analog 56).

Aus Spaß an der Freud die Programme vom 1. April 2004 bis heute (mit "zusätzliches Digitalprogramm nach RStV" o. ä. meine ich ein zusätzliches digitales terrestrisches Hörfunkprogramm nach § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV):

Bayerischer Rundfunk (zur Situation am 1. April 2004 siehe https://web.archive.org/web/20040715184749/http://www.br-online.de/br-intern/technik/sv_2004.pdf):
A1: Bayern 1
A2: Bayern2Radio -> Bayern 2
A3: Bayern 3
A4: Bayern 4 Klassik -> BR-Klassik
A5: B5 aktuell
D1: Bayern Mobil oder Bayern mobil -> Bayern plus (ab 10.01.2011 Mittelwellenverbreitung an Stelle von on3-radio)
D2: Das Modul -> Bavarian Open Radio (auf dem Modul -> 08.10.2007 Relaunch und Mittelwellenverbreitung) -> on3-radio (Mittelwellenverbreitung bis 10.01.2011) -> puls
D3: BR News + Wetter -> BR News -> eingestellt | 08.10.2007 B5 plus, digitale Fortführung des Mittelwellensonderprogramms
D4: BR Business -> eingestellt 01.01.2005 | 01.04.2005 Bayern2+ -> Bayern 2 plus -> eingestellt | BR Heimat
D5: BR Verkehr
Würde man B5 plus nicht mehr als eigenes Programm zählen, dürfte der BR noch ein weiteres digitales Programm veranstalten. Nach RStV könnte außerdem ein zusätzliches Digitalprogramm beauftragt werden, was der bayerische Gesetzgeber bisher nicht getan hat.

Hessischer Rundfunk:
A1: hr1
A2: hr2 -> hr2-kultur
A3: hr3
A4: hr4
A5: hr-klassik -> eingestellt | auf diesem Platz sendet heute 1LIVE diggi (bzw. AntenneSaar, s. u.)
A6: YOU FM
A7: hr-skyline -> hr-iNFO
Das HR-Gesetz beauftragt sechs Hörfunkprogramme in beliebiger terrestrischer Übertragungstechnik und erlaubt das zusätzliche Digitalprogramm nach RStV.

Mitteldeutscher Rundfunk:
A1: MDR 1 Radio Sachsen, das sorbische Programm ist ein Fenster von MDR 1 Radio Sachsen, MDR Sachsen Extra, das Debatten des Sächsischen Landtags, die bis April 2013 noch über den Mittelwellensender Wilsdruff gesendet wurden, und "die Sachsen-Spiele der 3. Liga und des DFB-Pokals" (http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen/programm/sport/fussball-livestream110.html) überträgt, gilt als "weitere Regionalvariante" von MDR 1 Radio Sachsen (http://www.mdr.de/presse/hoerfunk/presseinformation2916.html)
A2: MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt -> MDR Sachsen-Anhalt
A3: MDR 1 Radio Thüringen -> MDR Thüringen – Das Radio
A4: Jump -> MDR Jump
A5: MDR Figaro -> MDR Kultur – Das Radio
A6: MDR Info -> MDR Aktuell – Das Nachrichtenradio
A7: Sputnik -> MDR Sputnik
D1: MDR Klassik
Zusätzliche Digitalprogramme nach RStV sind durch die Formulierungen des MDR-Staatsvertrages bereits ermöglicht (wohl nicht ganz unumstritten). Auf Sendung ist MDR Schlagerwelt, ein Kinderradio geplant (das ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramm MDR Kultur – Figarino soll hingegen eingestellt werden [dafür soll MDR Kultur einen weiteren Sendungsloop für deutschsprachige Musik bekommen]). Neben dem Kinderradio wäre also noch ein weiteres Digitalprogramm möglich.

Norddeutscher Rundfunk:
A1: NDR 90,3
A2: NDR 1 Niedersachsen
A3: NDR 1 Welle Nord
A4: NDR 1 Radio MV
A5: NDR 2
A6: NDR Kultur
A7: NDR Info
A8: N-JOY
Drei zusätzliche Digitalprogramme durch NDR-Digitalradio-Staatsvertrag beauftragt: NDR Musik Plus (vorher bereits Testbetrieb) -> NDR Blue; NDR Info Spezial (vorher bereits und auch danach noch Mittelwellensonderprogramm); NDR Traffic (vorher bereits Testbetrieb) -> NDR Plus. Letzteres Programm darf gegen ein anderes mit anderem inhaltlichen Schwerpunkt ausgetauscht werden. Nach RStV wäre ein weiteres Digitalprogramm möglich, das ausdrücklich zur Kostenbegrenzung nicht beauftragt wurde.

Radio Bremen:
A1: Bremen Eins
A2: Bremen Vier
A3: Nordwestradio
A4: Funkhaus Europa -> seit 2011/12 (?) bzw. 2016 nicht mehr mitgezählt | Bremen Next viertes Programm seit 2016, vorher zusätzliches Digitalprogramm, davor als Bremen Vier Next ausschließlich im Internet verbreitetes Hörfunkprogramm
Ein zusätzliches Digitalprogramm nach Radio-Bremen-Gesetz möglich. Außerdem nach wie vor Verbreitung von Funkhaus Europa -> (Bremen) Cosmo (Veranstalter: WDR) und KiRaKa. Drei ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme: Bremen Eins Spezial; Bremen Vier Spezial; Nordwestradio Spezial.

Rundfunk Berlin-Brandenburg:
A1: Antenne Brandenburg
A2: 88acht -> radioBerlin 88,8
A3: radioeins
A4: Fritz
A5: kulturradio
A6: Inforadio, als Fenster das sorbische/wendische Programm
A7: radiomultikulti -> eingestellt
Der RBB-Staatsvertrag sieht die Veranstaltung von sieben Hörfunkprogrammen vor, nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme sind nicht vorgesehen. Verbreitung von Funkhaus Europa -> (rbb) Cosmo (nicht mitgezählt) an Stelle von radiomultikulti (sowie über DAB+ weiterer Programme).

Saarländischer Rundfunk:
A1: SR 1 Europawelle
A2: SR 2 KulturRadio
A3: SR 3 Saarlandwelle
A4: 103.7 UnserDing
D1: SR Info ( https://web.archive.org/web/20041208193835/http://www.sr-online.de/intern/index.jsp?dir=22&aufklapp=116&akt=978 ) -> AntenneSaar (mit analoger Mittelwellenverbreitung, weshalb auch der Platz von hr-klassik hierfür in Frage käme, 1LIVE diggi hätte dann den von SR Info bekommen; der Austausch eines digitalen gegen ein analoges Programm war nach RStV auch damals schon nicht zulässig [der bayerische Gesetzgeber hat für diesen Sachverhalt eine eigene Formulierung gefunden, die mathematisch auf dasselbe hinausläuft und daher dem RStV nicht nur nicht widerspricht, sondern das Gemeinte genau umsetzt], man könnte aber argumentiert haben, daß der Übergang von SR Info zu AntenneSaar kein Austausch war; erst nachdem der Bayerische Rundfunk sein Jugendradio auf die analoge Mittelwelle gebracht hatte, ist durch Ergänzung des RStV die "analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme" explizit untersagt worden [es sei denn, es fände ein Austausch statt])
Ein zusätzliches Digitalprogramm nach RStV beauftragt, diesen Platz nimmt KiRaKa ein. Vier ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme: SR 1 Lounge; SR 2 OffBeat; SR 3 SchlagerWelt; UnserDing Zukunft.

Südwestrundfunk:
A1: SWR1 Baden-Württemberg
A2: SWR1 Rheinland-Pfalz
A3: SWR2
A4: SWR3
A5: SWR4 Baden-Württemberg
A6: SWR4 Rheinland-Pfalz
A7: DASDING
A8: SWR cont.ra -> SWRinfo (-> SWR Aktuell, ab Februar)
Nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme nicht beauftragt. Ein ausschließlich im Internet verbreitetes Hörfunkprogramm: SWR2 Archivradio.

Westdeutscher Rundfunk Köln:
A1: 1LIVE
A2: WDR 2
A3: WDR 3
A4: WDR 4
A5: WDR 5
A6: Funkhaus Europa -> (WDR) Cosmo
D1: WDR 2 Klassik -> eingestellt (im Internet gab es noch kurzzeitig Mein WDR Radio Klassik Aktuell sowie Mein WDR Radio Klassik mit Wissenschafts- und Bildungsthemen) | KiRaKa (vorher Webchannel)
D2: WDR-Verkehrskanal VERA
D3 (ohne die Hessen wäre das eins zuviel): 1LIVE diggi, am 16.08.2004 im Rahmen des nordrhein-westfälischen DAB-Pilotprojekts auf Sendung gegangen, im Dezember 2009 durch den Landesgesetzgeber explizit beauftragt, spätestens dafür war der Platz von hr-klassik resp. SR Info erforderlich, die Regelung des heutigen § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV ist erst 2010 in Kraft getreten
WDR 2 Sport -> WDR Event wird nicht als Programm gezählt. Ein zusätzliches Digitalprogramm nach § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV wäre möglich, wenn der Landesgesetzgeber es beauftragen würde, was er bisher nicht getan hat.

Bei gegenwärtiger Zählung (nehmen wir die einfach mal so hin) dürften nach RStV also BR, HR, NDR, Radio Bremen und WDR ein weiteres Digitalprogramm, MDR, RBB und SWR zwei weitere Digitalprogramme veranstalten. Davon landesrechtlich möglich sind zur Zeit jedoch nur das vom HR und das von Radio Bremen sowie die zwei vom MDR.

von Michel OS - am 10.01.2017 10:29
Also ich muss gestehen ich bin jetzt immer noch keinen Millimeter schlauer. Mir ist das immer noch zu viel wenn und aber.

Um das jetzt mal konkret an einer Anstalt festzumachen: vom SR selbst hieß es mal in einem Artikel in der Saarbrücker Zeitung in dem die einzelnen Programme vorgestellt wurden, das man aus Antenne Saar nicht mehr machen dürfe. Es wäre schon mehrfach die Kritik aufgekommen dass das Programm nur ein stumpfer Zusammenschnitt aus anderen Programmen sei. Quasi ohne eigenen Inhalt. Auf diese Kritik müsse man leider immer nur mit einem "Wir dürfen leider nicht mehr machen." reagieren. Jetzt frage ich mich natürlich wieso? Wenn die Aufzählung hier stimmt dürfte der SR doch sehr wohl ein vollwertiges Programm aus Antenne Saar machen. Und vor allem: was ist denn Antenne Saar jetzt überhaupt? Ein Telemediendienst ganz sicher nicht. Also kann es nur ein zugelassenes Vollprogramm sein und dann verstehe ich nicht warum man nicht mehr aus dem Programm machen darf.

von Spacelab - am 10.01.2017 12:45
Zitat
iro
Zitat
Zwölf
Im Gegensatz zu der 1.4.2004-Regelung wurde das hier also bewusst so geregelt dass nicht allein die jeweilige ARD-Anstalt entscheiden kann, ob sie diesen Platz nutzen möchte oder nicht, sondern so dass dies von der Landespolitik entschieden werden darf.

Das konnte auch vorher nicht die jeweilige ARD-Anstalt alleine entscheiden. Wenn dieser in den Sinn kam, ein zweites, drittes, viertes oder fünftes UKW-Programm zu veranstalten, hat auch darüber die Landespolitik entschieden und nicht die Anstalt.

Das habe ich ja auch nicht behauptet. Aber für die Programmplätze die den ARD-Anstalten damals zugeteilt wurden, haben sie inzwischen die Gestaltungsfreiheit oder können sie auch brach liegen lassen und später wieder reaktivieren ohne erst eine Erlaubnis einholen zu müssen. Ich vermute, dass es vor 2004 keine Regelung im RfSV gab, die die Anzahl der Programme bregrenzt hätte. Da Rundfunk Ländersache ist, war es somit eine Angelegenheit die auf Landesbasis zu regeln war.

von Zwölf - am 10.01.2017 12:52
Zitat
Zwölf
Zitat

Davon landesrechtlich möglich sind zur Zeit jedoch nur das vom HR und das von Radio Bremen sowie die zwei vom MDR.

Wie werden diese landesrechtlichen Umsetzungen denn eigentlich beschlossen? Jeder Landtag kann ja eigentlich nur für sein Land eine Entscheidung treffen. Es klingt danach, dass jeder Landtag über ein zusätzliches Programm entscheiden dürfe. Aber könnte es nicht auch so sein, dass man sich z.B. in Thrüingen dafür entschließen kann zwei Programme zuzulassen und die anderen Länder das dann einfach mittragen müssen? Oder das sich die drei Länder gemeinsam darauf verständigen nur 2 Programme zulassen zu wollen und deshalb alle drei in ihre Landesgesetze nur 2 Programme hineinschreiben?

Beispiel NDR: Die beteiligten 4 Länder schließen einen Staatsvertrag ab, hier ist es der NDR-Digitalradio-Staatsvertrag. Da steht drin, was diese 4 Länder ausgehandelt und vereinbart haben. Dieser Vertrag wird dann von den Regierungschefs der Länder unterzeichnet und anschließend von den Landesparlamenten der beteiligten Länder ratifiziert. Danach erst gilt der Vertrag.
=> http://web.ard.de/ard-chronik/index/11775?year=2016

Zitat

Ich vermute, dass es vor 2004 keine Regelung im RfSV gab, die die Anzahl der Programme bregrenzt hätte. Da Rundfunk Ländersache ist, war es somit eine Angelegenheit die auf Landesbasis zu regeln war.
Ich vermute mal mit, da ich keine Lust habe alte RStVs durchzusehen ;) Bis dahin war die Zahl der möglichen Programme wohl auch ganz einfach durch den Mangel an UKW-Frequenzen begrenzt, so daß i.d.R. keiner über 5 Programme hinausging. Mal abgesehen von "WDR 6"...

=> http://www.mdr.de/presse/unternehmen/download1278.html
Hier geht es zum MDR-Staatsvertrag. In dem steht z.B.
"Der MDR veranstaltet drei Hörfunkprogramme, die über UKW verbreitet werden. Eines dieser Hörfunkprogramme besteht aus drei unterschiedlichen Landesprogrammen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (§ 4). Ein Hörfunkprogramm nach Satz 1 kann über Satellit abgestrahlt werden. Der MDR kann ein weiteres überregionales Hörfunkprogramm veranstalten, das über Mittelwelle verbreitet wird."

von iro - am 10.01.2017 12:57
Zitat
Spacelab
Also ich muss gestehen ich bin jetzt immer noch keinen Millimeter schlauer. Mir ist das immer noch zu viel wenn und aber.

Um das jetzt mal konkret an einer Anstalt festzumachen: vom SR selbst hieß es mal in einem Artikel in der Saarbrücker Zeitung in dem die einzelnen Programme vorgestellt wurden, das man aus Antenne Saar nicht mehr machen dürfe. Es wäre schon mehrfach die Kritik aufgekommen dass das Programm nur ein stumpfer Zusammenschnitt aus anderen Programmen sei. Quasi ohne eigenen Inhalt. Auf diese Kritik müsse man leider immer nur mit einem "Wir dürfen leider nicht mehr machen." reagieren. Jetzt frage ich mich natürlich wieso? Wenn die Aufzählung hier stimmt dürfte der SR doch sehr wohl ein vollwertiges Programm aus Antenne Saar machen. Und vor allem: was ist denn Antenne Saar jetzt überhaupt? Ein Telemediendienst ganz sicher nicht. Also kann es nur ein zugelassenes Vollprogramm sein und dann verstehe ich nicht warum man nicht mehr aus dem Programm machen darf.



Ich denke, daß das programmrechtlich schon möglich wäre, aber an der Finanzierung hapert, die man sich ja auch genehmigen lassen muß. Wenn der SR AntenneSaar ausbauen wollte, müßte er die Mittel dafür woanders abziehen. Oder zusätzlichen Finanzbedarf geltend machen. Als Nehmer im Finanzausgleich war er bisher möglicherweise auch weniger frei in seinen finanziellen Entscheidungen.

von Michel OS - am 10.01.2017 13:16
Zitat
Michel OS
Rundfunk Berlin-Brandenburg:
A1: Antenne Brandenburg
A2: 88acht -> radioBerlin 88,8
A3: radioeins
A4: Fritz
A5: kulturradio
A6: Inforadio, als Fenster das sorbische/wendische Programm
A7: radiomultikulti -> eingestellt
Der RBB-Staatsvertrag sieht die Veranstaltung von sieben Hörfunkprogrammen vor, nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme sind nicht vorgesehen. Verbreitung von Funkhaus Europa -> (rbb) Cosmo (nicht mitgezählt) an Stelle von radiomultikulti


Ich würde die Programme A1 und A2 als A1 Berlin und A1 Brandenburg sehen und nicht als zwei Programme.

Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg
vom 25. Juni 2002 in der Fassung des Ersten Staatsvertrages zur Änderung des Staatsvertrages über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg vom 30. August/11. September 2013

§ 4 Angebote
(2) Der Rundfunk Berlin-Brandenburg veranstaltet folgende Rundfunkprogramme:
2. für Berlin und Brandenburg vier Hörfunkprogramme, die jeweils einen der folgenden Schwerpunkte haben müssen:
- Kultur, -> kulturradio (A5)
- Nachrichten und Information, -> Inforadio (A6)
- Inhalte für ein jüngeres Publikum, -> Fritz (A4)
- populäre Musik, Information und Unterhaltung; -> radioeins (A3)

3. für Brandenburg ein regionales Hörfunkprogramm und für Berlin ein regionales Hörfunkprogramm sowie ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt.

-> Regionales Hörfunkprogramm für Brandenburg: Antenne Brandenburg (A1 BB)
-> Regionales Hörfunkprogramm für Berlin: radioBERLIN 88,8 (A1 B)
-> für Berlin ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt: RBB Cosmo (A7)

Oder gibt es bereits eine Änderung der Verträge? In Brandenburg sind es dann nur 5 Programme und in Berlin 6 Programme. Und "multikulti" eingestellt stimmt auch nicht, denn der RBB produziert weiterhin Inhalte für Cosmo. Ich weiß jetzt nicht welche Sprachversionen aus Berlin kommen aber es kommt nicht alles aus Köln.

Wozu zählt das sorbische Programm? Es verwundert mich, dass es in Branenburg nicht in RBB Cosmo integriert wird.

Beim NDR gibt es auch getrennte Programmräte für die Bundesländer und NDR 1 wird auch schon mal zusammengeschaltet oder irre ich mich, also ist es nur ein Programm das einander geschaltet wird.

von Seltener Besucher - am 10.01.2017 13:28
Zitat
iro
Ich vermute mal mit, da ich keine Lust habe alte RStVs durchzusehen ;) Bis dahin war die Zahl der möglichen Programme wohl auch ganz einfach durch den Mangel an UKW-Frequenzen begrenzt, so daß i.d.R. keiner über 5 Programme hinausging. Mal abgesehen von "WDR 6"...


Ich habe sie durchgesehen. ;) Vor Inkrafttreten des Achten Rundfunkänderungsstaatsvertrages 2005 gab es keine Begrenzung der Zahl der Hörfunkprogramme im Rundfunkstaatsvertrag.


Zitat
iro
=> http://www.mdr.de/presse/unternehmen/download1278.html
Hier geht es zum MDR-Staatsvertrag. In dem steht z.B.
"Der MDR veranstaltet drei Hörfunkprogramme, die über UKW verbreitet werden. Eines dieser Hörfunkprogramme besteht aus drei unterschiedlichen Landesprogrammen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (§ 4). Ein Hörfunkprogramm nach Satz 1 kann über Satellit abgestrahlt werden. Der MDR kann ein weiteres überregionales Hörfunkprogramm veranstalten, das über Mittelwelle verbreitet wird."


Der MDR-Staatsvertrag ist wirklich ein Sonderfall insofern, als er sehr alt ist (1991) und nie geändert wurde. Die zusätzlichen Digitalprogramme stützen sich auf § 3 Abs. 3 und 4:
"(3) Die Länder weisen dem MDR die für die Programme benötigten technischen Übertragungsmöglichkeiten einvernehmlich zu. Dies gilt auch für die Veranstaltung weiterer Programme und Landesprogramme.
(4) Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der MDR sendetechnisch und programmlich vergleichbare Entwicklungsmöglichkeiten wie andere Landesrundfunkanstalten."

von Michel OS - am 10.01.2017 13:30
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Michel OS
Rundfunk Berlin-Brandenburg:
A1: Antenne Brandenburg
A2: 88acht -> radioBerlin 88,8
A3: radioeins
A4: Fritz
A5: kulturradio
A6: Inforadio, als Fenster das sorbische/wendische Programm
A7: radiomultikulti -> eingestellt
Der RBB-Staatsvertrag sieht die Veranstaltung von sieben Hörfunkprogrammen vor, nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme sind nicht vorgesehen. Verbreitung von Funkhaus Europa -> (rbb) Cosmo (nicht mitgezählt) an Stelle von radiomultikulti


Ich würde die Programme A1 und A2 als A1 Berlin und A1 Brandenburg sehen und nicht als zwei Programme.

Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg
vom 25. Juni 2002 in der Fassung des Ersten Staatsvertrages zur Änderung des Staatsvertrages über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg vom 30. August/11. September 2013

§ 4 Angebote
(2) Der Rundfunk Berlin-Brandenburg veranstaltet folgende Rundfunkprogramme:
2. für Berlin und Brandenburg vier Hörfunkprogramme, die jeweils einen der folgenden Schwerpunkte haben müssen:
- Kultur, -> kulturradio (A5)
- Nachrichten und Information, -> Inforadio (A6)
- Inhalte für ein jüngeres Publikum, -> Fritz (A4)
- populäre Musik, Information und Unterhaltung; -> radioeins (A3)

3. für Brandenburg ein regionales Hörfunkprogramm und für Berlin ein regionales Hörfunkprogramm sowie ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt.

-> Regionales Hörfunkprogramm für Brandenburg: Antenne Brandenburg (A1 BB)
-> Regionales Hörfunkprogramm für Berlin: radioBERLIN 88,8 (A1 B)
-> für Berlin ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt: RBB Cosmo (A7)

Oder gibt es bereits eine Änderung der Verträge? In Brandenburg sind es dann nur 5 Programme und in Berlin 6 Programme. Und "multikulti" eingestellt stimmt auch nicht, denn der RBB produziert weiterhin Inhalte für Cosmo. Ich weiß jetzt nicht welche Sprachversionen aus Berlin kommen aber es kommt nicht alles aus Köln.

Wozu zählt das sorbische Programm? Es verwundert mich, dass es in Branenburg nicht in RBB Cosmo integriert wird.

Beim NDR gibt es auch getrennte Programmräte für die Bundesländer und NDR 1 wird auch schon mal zusammengeschaltet oder irre ich mich, also ist es nur ein Programm das einander geschaltet wird.


Landesprogramme zählen einzeln, sie sind ja auch tatsächlich eigene (Voll)programme. Was der Rundfunkstaatsvertrag festlegt, ist eine Begrenzung der Zahl aller terrestrischen Hörfunkprogramme aller Landesrundfunkanstalten der ARD zusammen. Nicht mehr. Daß der RBB-Staatsvertrag für Brandenburg fünf und für Berlin sechs Hörfunkprogramme vorsieht, ist richtig, spielt aber keine Rolle. radiomultikulti ist eingestellt worden, der RBB ist nicht Veranstalter von Cosmo.

von Michel OS - am 10.01.2017 13:45
Zitat
zerobase now
VERA ist ja auch kein Programm, sondern eher ein Informationsdienst. Von daher ist VERA wohl sowieso unstrittig.


Das sehe ich anders. VERA ist 2004 als Programm gezählt worden und war 2016 auch in der Auflistung der Hörfunkprogramme, die gemäß RStV (''erstmals zum 1. Januar 2010'') jährlich veröffentlicht werden muß, als Hörfunkprogramm geführt. Von daher könnte VERA besonders strittig werden, nämlich dann, wenn der WDR es gegen ein "richtiges" (man beachte die Anführungszeichen) Programm austauschen wollen würde.

Die Auflistung der Hörfunkprogramme von 2016 kann man z. B. hier: https://ssl.bremen.de/senatskanzlei/sixcms/media.php/13/2016_07_01_ABl_Nr_0122_Hoerfunkprogramme_ARD_DLR_signed.64188.pdf oder hier: https://www.verkuendung-bayern.de/kwmbl/jahrgang:2016/heftnummer:8/seite:116 bzw. https://www.verkuendung-bayern.de/files/kwmbl/2016/08/kwmbl-2016-08.pdf#page=4 finden.

von Michel OS - am 11.01.2017 01:17
Zitat
Languedoc
Ziel muss es sein, nicht noch mehr Programme auf Kosten der Zwangsbeitragszahler zu haben, sondern die Zahl auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Wir brauchen nicht 10 x so viele zwangsbezahlte Sender wie Italien, Spanien, Frankreich oder UK.
Bei momentan 16 Bundesländern sind natürlich 16 Programme gesetzt, aber auf Dauer sind sicher keine 66 + bezahlbar.


Das halte ich für ein ziemlich gewagtes Statement, zumal es einfach falsch ist. In Frankreich gibt es auch in der France-Bleu-Kette ein Regionalprogramm pro Region. Man könnte darüber diskutieren, einen Teil der Landesprogramme in bundesweite Spezialprogramme umzuwidmen, aufgrund der Diversität der deutschen Kulturräume und der Politik (F ist ein Zentralstaat, D nicht!) müssen Kultur- und Informationsprogramme nunmal landesbezogen sein. Was interessiert mich schon Landespolitik in Schleswig-Holstein, oder ein Kulturthema in Rostock (da interessiert mich eines in Salzburg schon mal mehr...) - ich bin ja sprachlich schon näher am Schweizer als am Niedersachsen.

Für mich ist nicht die Frage, brauchen wir 66 Programme (ich sage: gerne noch mehr), sondern: wie viele davon kann ich empfangen.

von DH0GHU - am 11.01.2017 10:20
Zitat
Languedoc
Ziel muss es sein, nicht noch mehr Programme auf Kosten der Zwangsbeitragszahler zu haben, sondern die Zahl auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Wir brauchen nicht 10 x so viele zwangsbezahlte Sender wie Italien, Spanien, Frankreich oder UK.
Bei momentan 16 Bundesländern sind natürlich 16 Programme gesetzt, aber auf Dauer sind sicher keine 66 + bezahlbar.


Im Tal der Ahnungslosen reichte den Menschen eine Stimme. Leicht verrät man wo man aufgewachsen ist, wenn man Forderungen nach weniger Vielfalt stellt. Schaut man sich die Versorgung in Deutschland an, dann ist diese ehr unterdurchschnittlich im Vergleich zu den Nachbarländern:

Polen:
Fläche: 312.679 km²
Einwohner: 38,5 Mio.
Hörfunk: 4 landesweite Sender (PR 1 – 3, PR24) + 17 regionale ö-r Sender + 6 Lokalsender + 4 digitale Spartensender landesweit in DAB+ und 4 regionale Spartensender in DAB+

Öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme in Polen: 35 Programme

Niederlande:
Fläche: 41.548 km²
Einwohner: 16,9 Mio.
Hörfunk: 7 landesweite Sender (NPO 1 – 6, Fun) + 13 regionale ö-r Sender + 7 digitale Spartensender in DAB+

Öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme in den Niederlanden: 27 Programme

NRW:
Fläche: 34.110 km²
Einwohner: 17,8 Mio.
Hörfunk: 6 landesweite Sender (WDR 1 – 5, Cosmo) + 0 regionale ö-r Sender + 3 digitale Spartensender

Öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme in den Nordrhein-Westfalen: 9 Programme

Wenn ich die Anzahl der Einwohner und der Programme in Polen halbiere, dann komme ich etwa auf die Einwohnerzahl NRWs, aber 35 : 2 = 17,5 Programme. Egal wie ich rechne, bin ich in Deutschland immer benachteiligt. Das Angebot ist immer noch geringer als in den Nachbarländern. Viele kleinere Länder leisten sich eine größere Programmvielfalt auch öffentlich-rechtlich. Wer hier gegen den ARD-Hörfunk etwas schreibt, hat zu viel AfD-Propaganda gelesen.

Die Programme sind deshalb bezahlbar, weil diese zusammenarbeiten und die ganze Programmstrecken gemeinsam produzieren oder von anderen Anstalten übernehmen. Wer sich die Medienmagazine im ARD-Hörfunk anhört, merkt schnell, dass einige Berichte in allen Programmen laufen.

Die Kooperation der ARD-Anstalten ist ein Vorbild für die Sender im Ausland. Die Hörfunknächte bekommen die Polen nicht hin. Der Gesetzgeber sagt, dass die Programme von 6 bis 23 Uhr senden sollen, nachts gibt es vielmals nur Programm von der Festplatte ohne Nachrichten.

von Seltener Besucher - am 11.01.2017 11:30
Zitat
Languedoc
Zitat
Die BBC betreibt je nach Lesart 59 oder 60 Radioprogramme.

Wenn man alle Regionalfenster rechnet, betreibt die ARD über 100 Programme. Man schaue nur mal den WDR an mit seinen Fenstern.
Fakt ist, wir brauchen weniger Staatsfernsehen auf Zwangseinnahmenbasis und mehr Wettbewerb. Runter mit der Rundfunkgebühr!
DAB ist bei den öffR so beliebt, weil es eine Rechtfertigung für noch mehr Bläh ist - und das schon seit 20 Jahren siehe hr skyline, chronos und xxl, die auch "nur" als "digitale Zusatzprogramme" gestartet waren und natürlich trotzdem weiter bezahlt werden, obwohl das Rundfunksystem, zu dessen Promotion sie eingeführt wurden (DAB alt) längst abgeschaltet wurde.


Ich weiß nicht wer Dir das vorredet oder ob Du einfach nicht denken kannst. Fakt ist, dass die kommerzielle Berichterstattung – die von dir „Wettbewerb“ genannt wird – auf dem Rückzug ist. Pressehäuser schließen Redaktionen, kommerzielle aber auch öffentlich-rechtliche Sender reduzieren die Berichterstattung. Die kommerziellen Anbieter drängten in den 1980er Jahren auf den Hörfunk- und Fernsehmarkt und erklärten, sie könnten es genauso wie die Öffentlich-Rechtlichen. Es hat sich herausgestellt, dass sie es nicht können, denn der Werbemarkt ist nicht beliebig ausdehnbar. Radio als Abschreibungsprojekt für Zeitungshäuser funktioniert schon lange nicht mehr.

Wer in Deutschland schreibt, wir hätten Staatsfernsehen, verrät sein geistiges Gedankengut. Lieber würde ich schreiben ist „hohl in der Birne“, ich lasse es lieber. Was Staatsfernsehen bedeutet, kann man sich in Polen, Russland und der Türkei ansehen und anhören. Wer ARD und ZDF damit vergleicht zeigt nur, dass er die hohlen Phrasen der Rattenfänger nachplappert oder sogar glaubt.

Rechnet man die Regionalfenster im Hörfunk dazu, kommt die ARD leicht auf 100 Programme, die 268 kommerziellen Sender aber auf 500 Programme. Was kaum jemand berücksichtig und die wenigsten Hörer wissen, werden kommerzielle Programme auch für Werbung auseinander geschaltet. Bei einigen Lokalsendern nur für Werbung und die Hörer merken es nicht einmal, weil sie selten zwei Frequenzen gleichzeitig hören.

Wer glaubt weniger ARD-Hörfunkprogramme heißt mehr kommerzielle Programme, der täuscht sich. Bleiben wir in Nordrhein-Westfalen: Der WDR verzichtet gezwungenermaßen auf Werbung bei immer mehr Wellen. Dem steht aber keine Zunahme an regionalen Hörfunkprogrammen im kommerziellen Bereich entgegen.

Schaut man sich die regionale Berichterstattung der ARD an, sind ostdeutsche Bundesländer eindeutig die Gewinner:

NDR1 MV: 5 Regionalfenster, jedes für ca. 322 Tsd. Einwohner
MDR1 Sachsen-Anhalt: 4 Regionalfenster, jedes für ca. 561 Tsd. Einwohner

MDR1 Sachsen: 4 Regionalfenster, jedes für ca. 1 Mio. Einwohner
SWR4 BW: 8 Regionalfenster, jedes für ca. 1,36 Mio. Einwohner
NDR1 NDS: 5 Regionalfenster, jedes für ca. 1,59 Mio. Einwohner
NDR HH: keine Regionalfenster, 1,79 Mio. Einwohner
hr4: 3 Regionalfenster, jedes für ca. 2,06 Mio. Einwohner
WDR 2: 8 Regionalfenster, jedes für ca. 2,23 Mio. Einwohner
Bayern 1: 5 Regionalfenster, jedes für ca. 2,57 Mio. Einwohner

Im Klartext: Die Berichterstattung über eine Stadt wie Köln mit 1 Mio. Einwohnern mit Umland in dem geschätzt auch 1 Mio. Menschen leben erhält auf WDR 2 genau 2 Minuten Aufmerksamkeit. Im Vergleich zu Mecklenburg-Vorpommern müsste es auf ‚WDR 2‘ 3 Regionalfenster nur für Köln geben.

von Seltener Besucher - am 11.01.2017 16:52
Wo ist hier der "I like it"-Button für den "Seltenen Besucher"?

Thema "Staatsfunk": einfach mal z.B. Bayern 2 hören (da gibt es Inhalt, nur solchen kann man entsprechend auswerten) und dann mal analysieren, worüber die so berichten und was die so aufspießen. Und dann mal schauen, wer in Bayern regiert. Oder auf manchen Kulturprogrammen die dortige Einstellung zur Kulturförderung vergleichen mit dem, was wir auf Regierungsseite erleben. Oder auf DKultur bzw. im DLF mal bestimmte Autoren / Wissenschaftler, die man im Interview hat, auf ihre Einschätzung der Realpolitik gegenüber beachten.

Es gab/gibt leider auch andere Fälle. Der MDR ist ein solcher und geriet schon vor Start seiner Programme aufgrund der politischen Färbung des Aufbaustabes in die Kritik. Und er gab sich dann auch als "Staatsfunk", und zwar als einer der verdummenden und einlullenden Sorte. Die in der Wendezeit emanzipierten Landesprogramme wurden schrittweise zu Dumpfdudlern umgebaut, DT64 wurde vernichtet, mit MDR Life wurde ein Programm gestartet, das als Privatfunk wegen Verletzung jeglicher geltenden Anforderungen keine Existenzchance gehabt hätte. Auch "MDR Kultur" konnte mit intellektuell scharfen Programmen wie damals Radio Brandenburg nicht mithalten, MDR Friseur dann erst recht nicht mehr. Der verheerende Zustand der Gesellschaft in Mitteldeutschland, der, da will ich ganz direkt sein, durchaus das Potential hat, zur Gefahr für die Einheit Deutschlands zu werden, dürfte hier auch zu einem nicht unerheblichen Teil herkommen. Man hat außer dem Deutschlandradio seit 1992 in Mitteldeutschland kein intelligentes Radio mehr, das die Menschen daran erinnern könnte, daß man eine funktionierende Demokratie nicht geschenkt bekommt.

von Chris_BLN - am 11.01.2017 22:02
Zitat
RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Es i s t nur noch Staatsfernsehen. Oder traut sich bei den ÖR jemand sowas heute noch: https://www.youtube.com/watch?v=MYcRjHX50og ?

Und in Sachen Rias und DLF ist auch längst die totale Gleichschaltung fertig vollendet. Wird ja nun auch bald namentlich amtlich.

Die Zwangssteuer ist ein Skandal!

Und dass die Presseauflagen zurückgehen - kein Wunder. Unserm Blatt gönne ich noch eine letzte Chance, ARD und ZDF haben keine mehr. Die können nicht mal mehr Radio mit vernünftigem Sound - und nehmen auch keine Kritik an.

Mit der Deutschen Welle gibt es tatsächlich deutschen Staatsfunk - aber das ist wohl nicht das was ihr hier meint.

Ich habe keinen Anlass zu denken, dass es einen Beitrag wie den von dir verlinkten heut zu Tage bei einer ähnlichen politischen Angelegenheit nicht mehr geben würde. Es gibt so viele regierungskritische Sendungen bei ARD und ZDF (und damit meine ich nicht nur die beiden Hauptprogramme), dass ich nicht wüsste, weshalb ich mir hier ernsthaft sorgen machen sollte. Sicher, Journalisten sind auch Menschen, und Menschen können mal Fehler machen - das ist aber etwas ganz anderes, als wenn der Staat eine Linie vorgibt, an die sich die Journalisten zu halten haben.
Leider wollen einige Leute in unserem Land unbedingt staatliche Beeinflussung in den Medien finden und suchen sie deshalb so lange, teils mit der Lupe, ab, bis sie etwas finden was man so deuten könnte. Wobei sie dabei die Möglichkeit menschlicher Fehler natürlich ignorieren. Irrwitziger Weise glauben manche dieser Leute, Facebook und Co. würden ihnen die Wahrheit zeigen.

von Zwölf - am 11.01.2017 23:13
Wow, heute ist Donnerstag und die Pegida unterwandert das Forum weiter. Es ist kein Montag, also stehen die Zeugen JeRechterUmSoBesser nicht auf der Straße, sondern schieben hier ihren Dienst.
Woran man es erkennt? „Staatsfernsehen“, „Gleichschaltung“ und „Zwangssteuer“. Die Fachbegriffe aus dem AfD-Programm, das bekanntlich keins ist. Das hat die PiS in Polen auch so abgezogen. Die haben ein geheimes Programm aufgestellt, das ist durchgesickert. Mit einem anderen Parteiprogramm sind sie in den Wahlkampf gezogen und nach der Wahl zogen sie ihr alten und geheimes Programm aus der Schublade und krempeln das Land auf Rechts um. Hätten wir die NBLs nie eingemeindet, wären sie heute die westlichste Republik im Putins Staatssicherheitstaat. Könnten wir mal mit dem Krim-Sekt darauf anstoßen.

Dem WDR wird Rotfunk nachgesagt, dem BR wahrscheinlich die Nähe zur CSU, dem RBB, dass er so bunt ist wie die Koalitionen in Berlin. Was man der ARD nicht nachsagen kann, dass sie das gesellschaftliche und politische Spektrum nicht abbildet. Wer eine andere Meinung hören will, schalten von Ost nach West oder Nord nach Süd um und schon bilden die Sender das Gedankengut dort vor Ort ab. Wer eine Meinungssendung hört, bekommt auch unterschiedliche Meinungen zu hören.

Es reicht ein Blick hinter die Oder und die öffentlich-rechtlichen Hörfunk- und TV-Sender bilden nur eine Meinung ab, die der PiS-Regierung. Dazu kommt noch bei Polskie Radio und TVP eine ständige Kritik der Presse, weil diese entweder den Deutschen gehört oder Leuten die ein offenes Weltbild pflegen. Auch kommerzielle Hörfunksender werden öffentlich schlechtgemacht, weil sie z.B. dem Bauer Verlag gehören. 2006 stimmte die PiS Regierung der Übernahme durch Bauer zu, heute verurteil sie, dass ausländischen Anlegern Medien gehören und kündigt neue Gesetzt an. Bald werden die ausländischen Anleger zum Verkauf gezwungen werden. Wen das an Russland, Ungarn oder die Türkei erinnert, dem kann ich nur zustimmen. Was alle diese Länder gemeinsam haben? Die Regierungen krempeln das parlamentarische Regierungssystem in ein präsidentielles Regierungssystem um und bauen Sicherheiten ein, die bei einer misslungenen Reform des Staates, jede Gegenwehr vom Volk unmöglich macht. Warum muss ich ausgerechnet jetzt Zeuge der sich wiederholenden Geschichte sein?

Und dann noch dieser Satz: „Die können nicht mal mehr Radio mit vernünftigem Sound - und nehmen auch keine Kritik an.“

Was hat der Autor damit gemeint? Die können den Sound nicht aussteuern oder die spielen Musik, die ich nicht mag? Vom Dummvolk höre ich immer wieder, die spielen jetzt auch auf meine Volksverdummungswelle ausländische Musik. „Skandal!“ Ich frage dann immer, schon mal was von Schlagerparadies gehört? Meistens ist die Antwort negativ. Es ist schon erstaunlich, dass Menschen die den ARD-Hörfunk abschaffen wollen oder wie die AfD auf ein Programm reduzieren wollen, gleichzeitig Forderungen an diesen stellen, der soll ihren Musikgeschmack befriedigen. Bevor sich jemand an dem Wort Dummvolk stört, wenn die Menschen nicht hohl in der Birne wären, hätten sie längst einen Sender gefunden, der ihre Minderheitenwünsche erfüllt. Schließlich bietet auch die ARD reine Volksverdummungssender an. Noch hat sie den Wünschen der Meckerer nicht entsprochen und die Anzahl ihrer Programme reduziert. Das große hervorstehende Ding neben dem leuchtenden Punkten an deinem Empfänger dient zum Drehen, damit kann man den Sender wechseln! Ach Du hast kein WLAN- oder DAB+-Radio im 21. Jahrhundert? Kein Wunder, dass deine Gesinnung von vorgestern ist.

Es sind schon komische Zeiten. Heute schlagen sich die Menschen im Altenheim die Birne ein, weil sie ihre Glaubenskriege zwischen den Beatles- und Rolling-Stones-Fans immer noch nicht beigelegt haben.

von Seltener Besucher - am 12.01.2017 00:11
Tja, die Unterwanderung durch Pegidioten, AfD-Aluhutträger und Verschwörer ist im vollen Gang. Selbstverständlich ist für diese Leute jeder Rundfunk, der ihre Theorien nicht durch Berichterstattung unterstützt "Lügenpresse" oder "Fakenews".
Solange gut gesittete Bürger sich gegen diese kleine laute Minderheit nicht zur Wehr setzen, merken die nichtmal, dass es Widerspruch gegen ihren Stumpfsinn gibt. Und am Ende habe wir Verhältnisse wie in den USA, wo ein gewählter Präsident allen Ernstes eine Woche vor Amtsantritt CNN als "Fake News" beschimpft, kaltstellt und verkappte KKK-Anhänger zum Minister ernennt. Mir graut vor so einer Zukunft.

Themenbezug? Alle Despoten dieser Welt wußten und wissen: Die Beherrschung der Medien ist elementar für die Sicherung der Macht, und am besten geht das entweder über totale Diktatur (das trauen sich die "Weicheier" wie PiS, Trump und AfD dann doch nicht, sondern nur "richtige" Diktatoren wie Kim) oder über wirtschaftliche Interessen.

von DH0GHU - am 12.01.2017 07:58
In meinem (ex-)Umfeld ist diese ansteckende Krankehit inzwischen bei promovierten Naturwissenschaftlern angekommen. Da wird Trump zugejubelt ("ehrliche Politik", "Friedensbringer" ), da verbreiten sich Reichsbürger-Methoden. Die Leute sind nicht mehr zugänglich, wirken oft wirr oder so, als hätte man ihnen einen Chip in den Kopf implantiert, der von irgendwoher Fernsteuersignale erhält. Dazu gerne ein Gesicht wie aus Beton: grau und starr. Alternativ auch kreischend-hysterisch. Die Leute drehen wirklich zunehmend völlig durch und halluzinieren wirr herum. Auch in meiner Herkunftsfamilie ist das so, es verschafft mir derzeit Stück für Stück mehr "Übersichtlichkeit" in der Verwandtschaft - ich muß die Kontakte abbrechen.

Letztens hatte ich ein Erlebnis der anderen Art: ich war auf dem Wege zu meinen Eltern (Vater ist auch bereits an der Verwirrung erkrankt, es kommt zunehmend Hass), in einem Regionalexpress, mitten im MDR-Gebiet. Mir gegenüber saß eine Familie mit 2 Kindern (ca. 5 und 7). Keine Deutschen, das war klar. Woher sie kamen, erschloss sich mir nicht. Der Vater sprach mit der großen Tochter Deutsch, die Tochter zählte auf Deutsch bis 18, dann gingen ihr wohl die Worte aus. Es waren Syrer, wie sie mir dann auf Nachfrage mitteilten. Der Mann sprach besser Deutsch als die Schaffnerin, die in üblem ostthüringer "Slang" ihre Durchsagen machte, und er entschuldigte sich mehrfach für sein "schlechtes Deutsch", was bei mir zur Beschämung führte, denn ich kann nichtmal so gut Englisch, wie er Deutsch sprach. Über meine Arabisch-Kenntnisse wollen wir besser mal nicht reden.

Mit den Kindern hatte ich dann "Kissenschlacht" mit unseren Mützen und der Vater berichtete mir, sie wohnten derzeit in Ostthüringen, würden aber wegziehen wollen, da es hier zu wenig junge, intelligente Menschen gäbe und keine hochwertige Arbeit. Er ist Mathematiker, seine Frau ist Informatikerin. Über Feindlichkeit oder Angriffe auf sie als Wegzugsgrund berichteten sie nichts, ihnen genügte das gesellschaftliche Klima allgemein, um zu dieser Entscheidung zu kommen. Ja, den Zonis müssen es nun schon die Ausländer sagen: bei euch ist kein Leben in Menschenwürde möglich - weil ihr euch selbst euch gegenüber unter jeder Würde verhaltet und euch selbst verrotten lasst. Genau das gleiche wurde mir Silvester in der Schweiz geraten: zieh da weg, bevor es zu spät ist. Da war es eine Akademikerin aus Bayern, die dringend zum Ortswechsel riet.

Ach so: von den Syrern bekam ich eine Einladung zu ihnen nach Hause. Und später am Abend hatte ich ganz klar den Satz "so angenehm und unter Wahrung der Menschenwürde konnte ich mit meiner ostthüringer Verwandtschaft nie kommunizieren." Seit sie offen am Hass erkrankt sind, schon gleich gar nicht mehr.

Es wäre wohl wirklich ratsam, das Land zu verlassen, bevor der nächste Holocaust kommt. Das ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Diese Bewegung wird erst durch den Krieg gestoppt werden, den sie selbst herbeihalluziniert. Scheint, als bräuchten das die (Ost)deutschen alle 80 Jahre, so als kleine Erdung, als Rückführung in die Realität.

Zitat
pfennigfuchser
Gibt es eigentlich mal in den ganzen Diskussionen über den Umstieg von UKW auf DAB+ in den Funkhäusern Lösungsansätze, wie man auf DAB die gleiche Abdeckung wie bei UKW hinbekommt? Gerade die einzelnen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten doch Interesse daran haben.


Der BR will soweit bekannt 160 (!) DAB-Füllsender aufbauen und hat heute schon eine sehr gute Abdeckung. Aus meiner Sicht wichtig sind Regionalmuxe (auch da ist der BR vorbildlich), um auch die inhaltliche oder zumindest zu Werbeblöcken erfolgende Regionalisierung von UKW-Ketten hinzubekommen.

Was offenbar bei all dem gerne von den Strategen vergessen wird, ist eine UKW-vergleichbare Klangqualität. Die bekommt man formal ab ca. 96 kbps LC-AAC (Software-Codec von Fraunhofer, decodiert mit z.B. Winamp, ergibt eine Qualität wie ca. 192 kbps MP2). Real funktioniert das nicht, weil es viele Geräte mit LC-Bug gibt (wenn auch vielleicht nicht mehr im Handel, dann aber doch immerhin massiv in Verwendung). Dann braucht es etwa 120 kbps LC-AAC, zzgl. Zusatzdaten und Reed-Solomon ist man da schnell bei 128 kbps oder 144 kbps, was meist nichtmal Kulturwellen zugestanden wird. Als Kompromiss bietet sich das an, was DKultur macht: 112 kbps HE-AAC mit ca. 96 kbps Audiodaten. Ich halte es für erträglich. Weniger sollte die ARD keinen Programmen zumuten. Und davon sind wir weit weg.

von Chris_BLN - am 12.01.2017 09:06
@DH0GHU: ich habe leider die Erfahrung gemacht, die die Freifunk-Aktivistin, Hackerin und Autorin Elektra Wagenrad hier so schön dargestellt hat: http://dogmatic-podcast.info/de/Gegen-die-Dummheit.html

" Im Gespräch mit Dummen verfangen zwingende Argumente nicht; Tatsachen, die Vorurteilen widersprechen, akzeptierten sie einfach nicht - in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch. Wenn Fakten unausweichlich sind, werden sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite geschoben."

Genau das erlebe ich, es wirkt wie Betonwand, nein, eher wie Gummi-Wand.

Und hier steht wohl auch, warum es kaum bemerkbaren Widerstand gibt:

"Erschütterungen ihres abgeschlossen Denkbildes können leicht in Gewalt umschlagen. Daher ist den Dummen gegenüber größte Vorsicht geboten. "

Die, die noch nicht betroffen sind von dieser Krankheit, sind nicht mehr sicher, also nicht mehr sicher vor körperlicher Gewalt. Und das wissen sie auch. Da unter ihnen die Mehrheit wohl nicht nur Gewalt verabscheuen dürfte (das ist ja einer der Kernpunkte), sondern auch Gewalt gegen sie selbst fürchtet und ihr auch nicht angemessen wehrhaft gegenüberstehen könnte, bleibt sie still, lügt sich ein "wird schon wieder werden" vor und bemerkt nicht, wie der Geltungsbereich des Grundgesetzes bereits große Teile Ostdeutschlands ausklammert.

"So zum willenlosen Instrument geworden, sind die Dummen auch zu allerlei Grausamkeiten fähig und zugleich unfähig, wie unverblendete Menschen zu fühlen."

Den zweiten Teil dieses Satzes kann ich tagtäglich zigfach bestätigen. Es ist die völlige Abkopplung von jeglicher Empfindung, die ein höherentwickeltes Lebewesen eigentlich als eine der grundlegenden Eigenschaften aufweist.

"Redet man mit ihm, so redet man stets gegen einen zweiten Dialog in seinem Kopf an, den er gleichzeitig dazu führt. Seine innere Stimme hat in allem das letzte Wort. Alles, was sagbar erscheint, erscheint ihm denkbar, auch wenn es erkennbar unsinnig ist."

Und deshalb ist Argumentieren auch absolut sinnlos. Ich habe es zumindest bislang nie geschafft. Rückzug war dann immer der einzige Weg, mir meine Existenz nicht noch restlos versauen zu lassen.

Ich ahne, daß es Möglichkeiten gibt, prinzipiell etwas zu erreichen. Dazu muß beim Erkrankten noch eine gewisse "Restzugänglichkeit" vorhanden sein oder durch äußere Anlässe ("kopfloses" Verlieben in einen Menschen, der sich als nicht daran erkrankt herausstellt, eigene schwere körperliche ("echte" ) Erkrankung, Nahtoderfahrung, ...) entstehen. Solange noch eine kleine Rest-Anbindung an diesen Planeten besteht, besteht auch eine Heilungs-Chance.

Wenn alle Verbindungen zum Leben aber bereits gekappt sind, hat man es mit Zombies zu tun, die ähnlich einem Roboter-Heer in einem Science-Fiction-Horror-Film nur noch durch "gleich zu gleich" zu stoppen sind. Also: mit der eigenen Vernichtung durch Krieg. "Idealerweise" werden sie den Krieg, der zu ihrer Vernichtung führen wird, sogar selbst starten. Die jüngere deutsche Geschichte liefert ein beeindruckendes Beispiel dafür. Leider zieht es so viele Unbeteiligte mit hinein und vernichtet darüber hinaus massiv echte Werte, ansonsten könnte es mir tatsächlich egal sein. Ist es aber nicht, da alles auf diesem Planeten miteinander in Verbindung steht und nicht losgelöst vom Rest existieren kann.

von Chris_BLN - am 12.01.2017 10:59
Zitat
Michel OS
§ 2 Abs. 1 DLR-StV wird nach Art. 2 Nr. 4 lit. b des 20. RÄStV zukünftig folgendermaßen lauten (https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2016-11-02_Drs-19-805_902f6.pdf):

"Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme mit den Schwerpunkten in den Bereichen Information, Bildung und Kultur:

1. das Programm „Deutschlandfunk“,

2. das Programm „Deutschlandfunk Kultur“,

3. das in digitaler Technik verbreitete Programm „Deutschlandfunk Nova“ nach Maßgabe des als Anlage beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten kooperieren hierzu mit der Körperschaft,

4. ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3 aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines nach § 11 f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten Verfahrens.

Das Programm nach Satz 1 Nr. 1 kann bei digitaler Übertragung für Liveübertragungen aus dem Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder den Landtagen, von Diskussionsrunden, Reden, Festakten und Preisverleihungen sowie von ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten Sendungen der Mitglieder der Körperschaft zeitweise in angemessenem Umfang auseinandergeschaltet werden. Die Körperschaft bietet Telemedien nach Maßgabe dieses Staatsvertrages und des Rundfunkstaatsvertrages an."



Eine klitzekleine Änderung in Satz 2 hatte es doch noch gegeben, das "sowie" steht nun an anderer Stelle unter Beibehaltung des Kommas hinter "Landtagen", wenn das kein Fehler ist: :eek:

"Das Programm nach Satz 1 Nr. 1 kann bei digitaler Übertragung für Liveübertragungen aus dem Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder den Landtagen, sowie von Diskussionsrunden, Reden, Festakten und Preisverleihungen und ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten Sendungen der Mitglieder der Körperschaft zeitweise in angemessenem Umfang auseinandergeschaltet werden."

(http://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2017-02-01_Drs-19-925_f6027.pdf)

von Michel OS - am 04.02.2017 07:23


Meine persönliche Meinung, sieht bescheuert aus das neue logo, besonders als Profilbild von Facebook. Die alten waren um weiten besser. Ich kann mir nicht helfen für mich sieht das "D" immer noch zuerst wie eine umgekippte Orgel aus.

Bescheuert find ich auch das die Körperschaft (Grau) nicht umbenannt wird und weiterhin "Deutschlandradio" heißen soll.

Was man auch mal bedenken sollte, Deutschlandfunk selbst ist doch (zumindest für mich) ein Kultursender, ebenso Deutschlandradio Kultur. Jetzt heißt dann einer mit beinamen "Kultur" und der andere nicht, sind aber beide Kultursender. Auf DLF läuft ja auch Klassikmusik zu bestimmen Zeiten, das ist für mich Kultur. Die Umbenennung bingt nur mehr durcheinander, man weiß nie welcher Sender nun gemeint ist. Jetzr muß sich dann Deutschlandradio Kultur immer präsentieren. Leute die bis jetzt nichts von DKultur wussten werden sich bei " DLF Kultur" annehmen das es sich um ein Spartenprogram von DLF handelt und gar nicht erst umschalten. Ich halte beide Sender als sehr Kulturell, durch die Umbenennung wird einer Kulturell hervorgerufen und der andere ungerechtfertigt abgewertet. DLF (D-Funk) und D-Radio hatten doch inzwischen Tradition. Das hätte man so laßen ķönnen. Den Beinamen Kultur hätte ich bei DRadio weggelaßen. Fertig. So ist doch Käse dem einen Sender die Kultur abzusprechen, indem sie beim andern gesonderst erwähnt wird?.

von Kohlberger91 - am 26.04.2017 18:58
Zitat
stefsch
Ok, die Umbenennungen sind schon irgendwie konsequent, auch wenn ich es im Detail anders gemacht hätte.
Was ich nicht verstehe warum das "4." Programm nicht mit umgelabelt wurde.
DRadio DokDeb (D DokDeb) hätte man in der Langform auch Dlf DokDeb nennen können. Und komme mir jetzt Keiner mit "das dürfen die nicht weil DokDeb irgendwie kein richtiges Radio sein darf oder kann oder soll...". Mutiger wäre "Dlf Doku" gewesen, auch wenn es inhaltlich nicht ganz trifft. Oder "Dlf Talk", dann wären alle Programme wenigsten in alphabetischer Reihenfolge bei entsprechenden Empfängern....:cool:

stefsch


Wegen der Körperschaft vielleicht (ist nach wie vor "Deutschlandradio" ) und vielleicht doch wegen dem das es kein richtiges Programm ist. Da müßte man halt den DLF fragen warum sie es beim "4." so belaßen haben. Auch würde im Interview nichts vom "4." also Dok&Deb erwähnt.

von Kohlberger91 - am 01.05.2017 11:12
Ich plädiere jetzt auch für DLF Plus. Der Name lässt eine zukünftige Ausrichtung offen und liegt "alphabetisch" günstig für die Sortierung.
An die Kleinschreibung kann ich mich nur schlecht gewöhnen. Am Besten gefält mir das neue Label am alten Nordmende-Kofferradio, das hat kein Display :cheers:
Da das alte Longlabel "Deutschlandfunk" abgeschafft wurde gibt es doch auch keine Notwendigkeit mehr für die Kleinschreibung, oder sehe ich da was falsch?. Abgesehen davon finde ich es schon etwas abstrus, die gut eingeführte Marke Deutschlandfunk (15 Zeichen) einzustampfen, wenn man doch mit DAB (Longlabel 16 Zeichen) endlich die Möglichkeit hat, das Wort auszuschreiben um damit 80% der Bevölkerung zu erklären was "DLF" eigentlich bedeutet...
Optisch kann "Dlf" auch keinen Stich gegen "Deutschlandfunk" landen, in vielen Displays ist das Dlf so oben links in die Ecke gequetscht, das es aussieht wie DII (De-römischzwei), war jedenfalls mein erster Eindruck.
Was hier noch keiner kommentiert hat, auch das neue "Soundlogo" wirkt dazu passend etwas unmotiviert "dahingepupst".
Egal. Ich bleibe überzeugter "Deutschlandfunker", ganz gleich wie Bild- und Soundlogo verhunzt werden, allein der Inhalt zählt. Und der stimmt. Eine schöne Frau (und ein gutes Radioprogramm) kann nix entstellen.....;)

stefsch

von stefsch - am 09.05.2017 08:17
Zitat
Nordlicht2
In Anlehnung an den NDR wuerde ich DokDeb einfach DLF Spezial nennen. Dann geht aus dem Namen hervor, dass dort spezielle Uebertragungen kommen und mit S steht er auch als letztes DLF Programm in der Programmliste der Radios.


Ich plädiere für die Abschaltung und die Inbetriebnahme bei Bedarf. Bei 90elf wurden auch alle Unterprogramme auf das Hauptprogramm geroutet. Wahrscheinlich wird es der nächste Intendant richten müssen. Die sollen die Fernsehtalkshows aus dem Dok&Deb-Programm nehmen. Die haben nur einen Alibicharakter. Den Seewetterbericht kann NDR Info komplett übernehmen. Die Nummer mit einem weiteren DLF-Programm ist abgelutscht, der Intendant hat die Politiker nicht überzeugt. Die Übertragungskapazitäten sollten den anderen Programmen übertragen werden, dann haben alle die gleiche Qualität. Rechtlich gibt es für Dok&Deb als Pseudo-4.-Programm keine rechtliche Begründung. Es ist eine Auseinanderschaltung von dem Hauptprogramm von DLF. Wer auseinanderschaltet, kann auch die Auseinanderschaltung aufheben. WDR Event wird auch immer abgeschaltet und die Hörer kommen damit klar. Die ARD-Anstalten mal sich mal einigen wer für die Übertragung aus dem Bundes- und dem regionalen Landtag zuständig ist. Ich habe schon erlebt, dass WDR und DLF beiden die Diskussion aus dem Bundestag übertragen haben. Dann sollen es die ARD-Anstalten machen, das macht mehr Sinn!

von Seltener Besucher - am 09.05.2017 11:57
Zitat
Seltener Besucher
Es gibt Tage ohne Talkshow und es gibt auch Sommer- und Winterpausen ohne Talkshow.


Naund? Das rechtfertigt keine Abschafung und beantwortet nicht meine frage. Ich sehe keinen Vorteil mit der Abschaltung von Dok&Deb. Manche Radiosendungen haben auch Sommerpausen oder Tage wo es Entfällt wegen Feiertag und so.

Zitat
Seltener Besucher
Wer Talkshow hören will, der kann es auch über DVB-T2 tun, früher gab es entsprechende Empfänger zum mobilen Fernsehen.


Das ist doch quatsch. Mit dieser Aussage kann man alles zu recht biegen bzw. schön reden. Da könnten die nicht DLF Hörer ja auch sagen: "ach die DLF Radios braucht es doch nicht mehr, nehmen nur unnötig viel Platz im Bundesmux Kanal weg und belegen wertvolle UKW Frequenzen, hören tut eh die wenigsten, sind also in Minterheit und die paar wenigen DLF hörer können ja auf Internet ausweichen. Wäre das selbe!

Davon abgesehn, ich hab es zwar noch nicht mit DVB-T2 probiert aber mit T1 und das T1 bricht mobil sogar in Sendenähe weg. Man hat Sichtkontakt zum Sender, aber Empfang ist nur im stehen gegeben!. Wie gesagt ich habs getestet, Magetantenne auf Autodach und der B14 vorbei am Rotbühlsender. Selbst beim Sender direkt nicht zufriedenstellend, 99% aber sobald man schneller fuhr, pixelmatsch!

Binge mir einen plausiblen Grund warum dieser Kanal abgeschalten gehört und nicht "Ich kann damit nichts anfangen, brauch ich nicht, kann abgeschalten werden, ist eh nur zum alibi da, kann man über andere wege hören!"

von Kohlberger91 - am 09.05.2017 21:00
Zitat
Zwölf
Zitat
Seltener Besucher
Es gibt Tage ohne Talkshow und es gibt auch Sommer- und Winterpausen ohne Talkshow. Wer Talkshow hören will, der kann es auch über DVB-T2 tun, früher gab es entsprechende Empfänger zum mobilen Fernsehen.

DVB-T2 ist aber aber nicht flächendeckend mobil empfangbar. Außerdem gibt es noch keine mobilen T2-Geräte, welche ohnehin während der Fahrt nicht so komfortabel wie ein Radio bedienbar wären.


DAB+ geht im östlichen Brandenburg und MacPomm auch nicht.

1. Es gibt bereits DVB-T2 HD Empfänger fürs Auto:
http://www.asuka-mobile-tv.com/de/2-2568-113427/product/DVB-T2-HEVC-H-265-Car-Einsatz-Settop-Box-terrestrisches-Fernsehen-id511834.html

und für Smartphone:
http://www.terratec.net/details.php?artnr=195447

2. Nach der Einführung von DVB-T hörte ich auch, dass der mobile Empfang nicht möglich wäre, war aber möglich! Was heißt nicht überall? Überall-Fernsehen hieß mal DVB-T und das gibt es noch in einigen Regionen.

Also müssen TV-Sendungen im Radio übertragen werden, weil DVB-T Versorgungslücken hat?

von Seltener Besucher - am 09.05.2017 21:22
Zitat
Kohlberger91
Zitat
Seltener Besucher
Es gibt Tage ohne Talkshow und es gibt auch Sommer- und Winterpausen ohne Talkshow.

Naund? Das rechtfertigt keine Abschafung und beantwortet nicht meine frage. Ich sehe keinen Vorteil mit der Abschaltung von Dok&Deb.


Ist-Zustand:

104 kbps (104 CU) -> ca. 85 kbps netto für den Ton bei Dlf
112 kbps (112 CU) -> ca. 92 kbps netto für den Ton bei Dlf Kultur
104 kbps (104 CU) -> ca. 85 kbps netto für den Ton bei Dlf Nova
48 kbps (36 CU) -> ca. 42 kbps netto für den Ton bei Dradio Dok&Deb


Abschaltung bedeutet besseren Klang für DLF und DLF Kultur. BR-Klassik und hr2 senden mit 144 kbps.

Zitat
Kohlberger91
Das ist doch quatsch. Mit dieser Aussage kann man alles zu recht biegen bzw. schön reden. Da könnten die nicht DLF Hörer ja auch sagen: "ach die DLF Radios braucht es doch nicht mehr, nehmen nur unnötig viel Platz im Bundesmux Kanal weg und belegen wertvolle UKW Frequenzen, hören tut eh die wenigsten, sind also in Minterheit und die paar wenigen DLF hörer können ja auf Internet ausweichen. Wäre das selbe!


Wäre nicht das selbe, es werden wertvolle 36 CUs verwendet für ein Programm, dass über 94 % des Tages identisch ist mit DLF. Schon der Gesetzgeber wolle ins Gesetz schreiben, dass es nur 80 Minuten pro Tag abweichendes Programm sein dürfen. Das hat man dann gelassen. An einigen Tagen unterscheidet sich das Programm von DLF nur durch den Seewetterbericht. Mit einer dynamischen Umschaltung der Bandbreite würde DLF kein Geld verschwenden.

Zitat
Kohlberger91
Davon abgesehn, ich hab es zwar noch nicht mit DVB-T2 probiert aber mit T1 und das T1 bricht mobil sogar in Sendenähe weg.


Hybrid-USB-Stick mit zwei Antenne?

Ich habe es schon mit einem Auto auf der Autobahn versucht. Wo DVB-T gut ausgebaut ist, gibt es keine Probleme. Wo es Problem gibt, sind die Zuschauer selber schuld, weil sie gegen den schlechten Ausbau nicht protesteierten.

Zitat
Kohlberger91
Man hat Sichtkontakt zum Sender, aber Empfang ist nur im stehen gegeben!.


Wie gesagt, DVB-T ging im Bus, in der Bahn und im Auto.

Zitat
Kohlberger91
Wie gesagt ich habs getestet,


Ich auch mit Tivisen und der eingebeuten Antenne von ca. 15 cm.

Zitat
Kohlberger91
Binge mir einen plausiblen Grund warum dieser Kanal abgeschalten gehört und nicht "Ich kann damit nichts anfangen, brauch ich nicht, kann abgeschalten werden, ist eh nur zum alibi da, kann man über andere wege hören!"


1. 94 % des Tages identisch mit DLF, also muß es nicht immer aufgeschaltet sein. Es reicht, wenn es wie WDR Event dazugeschaltet wird,, wenn es nötig ist.
2. Bessere Qualität für die anderen Programme.

Meine Forderung lautet: Nur Ausstrahlung von Eigenproduktionen, keine Übernahmen aus dem Fernsehen!
Bei Presseclub/-Nachgefragt wird noch nicht einmal angesegt, dass die Sendung auf DRadio Dokumente und Debatten ausgestrahlt wird. Es werden immer WDR 5 und Phoenix genannt.

von Seltener Besucher - am 09.05.2017 22:01
Zitat
Seltener Besucher


2. Nach der Einführung von DVB-T hörte ich auch, dass der mobile Empfang nicht möglich wäre, war aber möglich! Was heißt nicht überall? Überall-Fernsehen hieß mal DVB-T und das gibt es noch in einigen Regionen.


?!? aha

wie gesagt mobil im Auto beim fahren habe ich andere erfarungen, wie gesagt, es geht sogar in Sendenähe nicht vernünftig.

Zitat
Seltener Besucher
DAB+ geht im östlichen Brandenburg und MacPomm auch nicht


Noch nicht, insgesamt ist das DAB+ jetzt schon besser als DVB-T2 es eh sein wird.

Zitat
Seltener Besucher
Also müssen TV-Sendungen im Radio übertragen werden, weil DVB-T Versorgungslücken hat?


Nö es ist aber auch kein Beinbruch wenn man für Leute die halt nicht Fernsehen schauen können (unterwegs, in der Arbeit -> Spät- Nachtschricht) über DAB+ in mini Bitrate paar Talkshow übernehmt, satt einfach abzuschalten, nur weil man nichts mehr aus dem Kanal machen darf. Es trägt zudem trotzdem zur Vielfallt von DAB+ bei.

von Kohlberger91 - am 09.05.2017 22:20
Zitat
Seltener Besucher


104 kbps (104 CU) -> ca. 85 kbps netto für den Ton bei Dlf
112 kbps (112 CU) -> ca. 92 kbps netto für den Ton bei Dlf Kultur
104 kbps (104 CU) -> ca. 85 kbps netto für den Ton bei Dlf Nova
48 kbps (36 CU) -> ca. 42 kbps netto für den Ton bei Dradio Dok&Deb


Abschaltung bedeutet besseren Klang für DLF und DLF Kultur. BR-Klassik und hr2 senden mit 144 kbps.


48 kbps /3 macht: 16 kbps mehr pro Programm (wenn gerrecht verteilt werde soll)

120 kbps Dlf
128 kbps Dlf Kultur
120 kbps Dlf Nova

also viel nehmt sich nicht und wegen einer bissen bessern Qualität soll man Feature verzichten? Man wird später eh mit dem Feherschutz runder gehen, dann hat man auch mehr Qualität für den Ton bei gleichbleibten CUs.

Von mir aus kann auch die 90elf methode anwenden...

Bei der Umstellung von DLF von mp2 auf AAC hieß es vom DLF selbst mal das man zu bestimmte anlässen die Bitraten anders verteilt, z.B ein bestimmtes Konzert von dlf oder dlf Kultur bekommt in der Zeit dann mehr Bitrate, wenn ein anders gerrade nicht zu viel braucht.

Zitat
Seltener Besucher
Mit einer dynamischen Umschaltung der Bandbreite würde DLF kein Geld verschwenden.


Wie man die CU intern auteilt ist egal, somit verschwended man auch kein Geld. Ob man nun dok&deb 24h laufen lässt oder die CU von Dok&Deb der restlichen zeit an die andere Prgroamme abgibt. Wo ist da eine Geldverschwendung?

Zitat
Seltener Besucher
Hybrid-USB-Stick mit zwei Antenne?

Ich habe es schon mit einem Auto auf der Autobahn versucht. Wo DVB-T gut ausgebaut ist, gibt es keine Probleme. Wo es Problem gibt, sind die Zuschauer selber schuld, weil sie gegen den schlechten Ausbau nicht protesteierten.
Wie gesagt, DVB-T ging im Bus, in der Bahn und im Auto.
Wie gesagt ich habs getestet, Ich auch mit Tivisen und der eingebeuten Antenne von ca. 15 cm.


[attachment 9187 20170510_0025211280x720.jpg]
Antenne auf Autodach, sobald man gefahren ist, bricht das bild zusammen und es kommt nur noch Pixelsalat.

von Kohlberger91 - am 09.05.2017 22:53
Zitat

Hybrid-USB-Stick mit zwei Antenne?

Ich habe es schon mit einem Auto auf der Autobahn versucht. Wo DVB-T gut ausgebaut ist, gibt es keine Probleme. Wo es Problem gibt, sind die Zuschauer selber schuld, weil sie gegen den schlechten Ausbau nicht protesteierten.

Bleiben immernoch extra-Kosten für eine relativ umständliche und störanfällige Lösung für gelegentliche nice-to-have-Sendungen.
Außerdem frage ich mich bei deiner Logik, weshalb du bei Radio überhaupt noch an DAB+ festhalten willst. Im Bundesmux werden derzeit 13 Programme übertragen; mit DVB-T2 (ZDF-Parameter) könnten auf den Frequenzen umgerechnet ca. 16 Programme mit jeweils 300kbit/s (oder 50 Programme mit je 96kbit/s) ausgestrahlt werden.

Ich geb Japhi recht - besser wäre die Situation mit 90elf-Methode. Davon abgesehen finde ich, dass für die "Erstversorgung" mit Klassik die ARD-Anstalten zuständig sind; beim DLF sollten m.E. hingegen zusätzliche Wortbeiträge im Zweifelsfall einen höheren Stellenwert als die optimale Übertragung klassischer Musik haben.

von Zwölf - am 10.05.2017 07:59
Zitat
iro
Zitat
Sebastian Dohrmann
Quatsch. Das funktioniert in NRW auch problemlos. WDR Event wird nur aufgeschaltet, wenn auch was passiert. An sonsten fehlt der Sender im Muxx. Das gibt dann mal 1, 2 Sekunden Stille morgens, wenn die Aufschaltung erfolgt (Meistens um 8:00). Stört auch keinen.

Der WDR ändert dabei aber nicht den Protection Layer, wie in dem Beispiel, auf das Du Dich beziehst. Beim DLF-Beispiel würde sich ja auch die Reichweite der Programme ändern, sobald DokDeb aufgeschaltet wird, was sich dann in den Randgebieten bemerkbar macht (dort, wo man normalerweise den DLF empfangen kann, das SchWR jedoch schon nicht mehr geht).


Ändert der WDR eigentlich auch die Bitraten seiner Programme und das Fromat? Oder wird nur stur dieser WDR Kanal dazu- und wieder abgeschaltet? Das wäre ja auch ein unterschied. Davon abgesehen, was bei einen gut funktioniert muß bei einen andern Radio eben nicht gut funktioniern, sonst würde man sich ja nicht so dagegen wehren und die 90elf Methode ja anwenden?! Oder habt ihr jeden Empfänger von X Herstellern getestet? Das eben nicht jedes Radio sich gleich verhält hat man ja bei der mp2 zu AAC Umstellung gemerkt. Bei machen war sogar ein neuer Suchlauf möglich, bei amdern spielte der Empfänger einfach weiter.

Eine andere Möglichkeit wäre in der restlichen Zeit Dok&Deb in sstelle mit paar Kaps (für Radiotext) weiterlaufen zu lassen oder nicht? Dann könnte man im Radiotext die nächste Sendung entnehmen. Das Problem ist dann nur der Wechsel zwischen AAC-LC und AAC-HE.

Wenn nan schon zum Thema Hörspiele und co sind, Bayern 2 hat auch nur 96 kbps, obwohl mehr möglich wäre im die Frankenkanäle. Bayern 2 ist so ähnlich aufgebaut wie DLF bzw DLF Kultur. Reicht auch.

von Kohlberger91 - am 10.05.2017 10:07
Zitat
Sebastian Dohrmann
Quatsch. Das funktioniert in NRW auch problemlos. WDR Event wird nur aufgeschaltet, wenn auch was passiert. An sonsten fehlt der Sender im Muxx. Das gibt dann mal 1, 2 Sekunden Stille morgens, wenn die Aufschaltung erfolgt (Meistens um 8:00). Stört auch keinen.


Falls du meinen Beitrag meintest, da ging es als Antwort auf die PL Aenderung. Wenn DLF mit PL-1A geht und mit PL-2A dann wieder nicht mehr. Sicher nicht so ganz ernst gemeint aber vorkommen duerfte der Fall schon auch.

Habe mir gerade nochmal Dlf Kultur die Sendung Tonart angehoert und mit UKW verglichen. Kann beim besten Willen nicht erkennen, warum man da mehr Datenrate brauchen sollte. Hoere weder bei Musik noch Sprache einen Unterschied. Irgendwann wird das sicher sowieso umgestellt, wenn die Dlf Radios wieder auf PL-3A wechseln.

Verbesserungswuerdig ist DokDeb selber, da koennte man ueber PL-4A nachdenken. Ab Ende des Jahres, wenn wir bei 120 Senderstandorten sind.

von Nordlicht2 - am 10.05.2017 10:08
Zitat
FrankSch
Aber bei Nova (hoher Musikanteil) kann man kürzen… hä?

Also erstens ist es nur ein Beispiel. Es hätten auch Nova 120kbps und DLF 120kbps sein können, völlig egal. Zweitens wären auch 112kbps mehr Datenrate als derzeit, von "kürzen" kann also keine Rede sein.

Zitat
Nordlicht2
Habe mir gerade nochmal Dlf Kultur die Sendung Tonart angehoert und mit UKW verglichen. Kann beim besten Willen nicht erkennen, warum man da mehr Datenrate brauchen sollte. Hoere weder bei Musik noch Sprache einen Unterschied.

Doch, für mich ist durchaus noch ein kleiner, aber feiner Unterschied vorhanden. Aber ich muss schon sehr genau hinhören, ohne Kopfhörer für mich kaum zu bewerkstelligen. Und klappt wirklich nur im direkten 1:1-Vergleich.

Zitat
Kohlberger91
Bayern 2 hat auch nur 96 kbps, obwohl mehr möglich wäre im die Frankenkanäle. Bayern 2 ist so ähnlich aufgebaut wie DLF bzw DLF Kultur. Reicht auch.

Finde ich überhaupt nicht. Hier hört man schon relativ deutliche Unterschiede zu UKW, finde ich. Die künstlichen SBR-Höhen schaben hier schon ein wenig mehr als bei den Dradio-Programmen, wo man es ja wirklich fast nicht mehr raushört, dass es einen SBR-Anteil gibt. Aber auch hier empfinde ich den Klang als relativ anständig, das stimmt schon.

Nichtsdestotrotz: Digitalradio (allgemein) sollte einem analogen System wie UKW klanglich überlegen sein, und egal wie gering die Artefakte nun mal sind: sie bedeuten gegenüber UKW mit anständiger Zuführung ein klangliches Defizit. Warum sollte ich das gut finden, wenn DAB+ doch angetreten ist, UKW dereinst zu ersetzen?

von Habakukk - am 10.05.2017 11:04
Momente der Stille finde ich bei DAB auch fast immer UKW überlegen. Meine ich völlig ernst.

Ansonsten werden wir uns damit abfinden müssen, daß manch einer den Schwerpunkt bei qualitativen Vergleichen auf Rauschfreiheit legt und manch einer auf, nennen wir es mal, "geschmeidigen" Klang. Und manch einer (ich beispielsweise, da ich nie irgendwo mobil Radio höre) den Kabelanschluss oder die Hochantenne bei sehr guter Empfangssituation als UKW-Referenz nehme und nicht ständig fadenden und zerrenden und damit hochgradig nervenden UKW-Empfang.

Wenn DAB nur dann den Stich bekommt, wenn es gegen eher schlechten UKW-Empfang antritt, stimmt meiner Ansicht nach was nicht. Es sollte auch mit gutem UKW-Empfang gleichziehen, was bei HE-AAC immer schwierig ist. Was mir hingegen von den 144 kbps LC-AAC von BR Klassik zu Ohren bekam, ist unfassbar gut und schlägt wohl jeden UKW-Empfang aus dem Feld, auch den bestmöglichen mit dem bestmöglichen Empfänger.

von Chris_BLN - am 10.05.2017 21:02
Wenn auf Euren Empfängern 104 kbit/s angezeigt wird, dann kommt es noch lange nicht aus dem Lautsprecher:

Dlf und Dlf Nova
104 kbit/s = Netto-Bitrate: 94,5 kbit/s davon gehen ständig für PAD 7 – 10 kbit/s drauf, für den Ton bleiben 84 kbit/s bis 88 kbit/s

Dlf Kultur
104 kbit/s = Netto-Bitrate: 101,9 kbit/s davon gehen ständig für PAD 7 – 10 kbit/s drauf, für den Ton bleiben 91 kbit/s bis 95 kbit/s

Zum Vergleich:
WDR 3
128 kbit/s = Netto-Bitrate: 115,8 kbit/s davon gehen ständig für PAD 17 – 20 kbit/s drauf, für den Ton bleiben 96 kbit/s bis 98 kbit/s und ohne PAD, was selten vorkommt 105 kbit/s für den Ton.

Jetzt ist der WDR mit seiner Klassik-Welle ein schlechtes Beispiel, weil viel zu viel für PAD drauf geht.

Gehen wir von der ungeschriebenen Regel aus, dass bei AAC+ die Hälfte an Bandbreite reicht im Vergleich zu MPEG-2, dann senden aber Dlf und Dlf Nova in einer Qualität vergleichbar mit mp3 160 kbps. Den Unterschied zwischen 160 kbps und 192 kbps bei mp3 höre ich raus.

Ich frage mich mittlerweile, warum ich erklären soll, warum Dok&Deb verschwinden soll. Erklärt mir bitte warum es nicht abgeschaltet werden kann oder wie früher bei 90elf nur ein Verweis auf die Audiospur von Dlf gesendet wird? Angeblich ist Dok&Deb nichts anderes als Dlf mit Sondersendungen. Dann soll es nur Bandbreite erhalten, wenn es zur Verbreitung von unterschiedlichen Inhalt genutzt wird.

Der WDR ist eine ganz andere Baustelle. Im WDR Multiplex werden 162 CU nicht genutzt. Die könnten für besser Qualität oder weitere WDR 2/WDR4 Fenster genutzt werden.

von Seltener Besucher - am 10.05.2017 22:31
Zitat
Seltener Besucher
Ich frage mich mittlerweile, warum ich erklären soll, warum Dok&Deb verschwinden soll. Erklärt mir bitte warum es nicht abgeschaltet werden kann oder wie früher bei 90elf nur ein Verweis auf die Audiospur von Dlf gesendet wird? Angeblich ist Dok&Deb nichts anderes als Dlf mit Sondersendungen. Dann soll es nur Bandbreite erhalten, wenn es zur Verbreitung von unterschiedlichen Inhalt genutzt wird.

Der WDR ist eine ganz andere Baustelle. Im WDR Multiplex werden 162 CU nicht genutzt. Die könnten für besser Qualität oder weitere WDR 2/WDR4 Fenster genutzt werden.


Ach erst nehmst dem WDR als verglech und dann kommt "ist eine andere Baustelle"
Wer drehen uns im Kreis. Nicht alle Empfänger kommen mit der 90elf verfahren zurecht, der WDR schaltet sein Programm dazu und weg ohne bei die andern einzugreifen Oder? jetzt hat keiner meine Frage Wiederlegt. Also wird so sein und somit ein ander Fall. Im Fall vom DLF würde sich der Code ändern. Damit kommt nicht jedes Radio ohne Suchlauf zurecht. So gut wie jede Anstalt, jeder Privatsinder mit x Lokalfenstern nutzt dieses 90 Verfahren aus den genannten Grund nicht. Überall sind Lokalfenstern 24h ausgeschaltet. Beim BR genauso. Beim WDR mit sein Kanal ist genau genommen nicht dieses 90elf Verfahren. Da das Programm zu keinen andern verweißt, noch Datenraten von andern Programmen in Anspruch nehmt. Es ist nur eine Auf- und Abschaltung.

Ich finde Dok&Deb als Bereicherung und jede Bereicherung ist ein plus Punkt von DAB+. Man sollte sich auch mal überlegen wofür DAB+ in erste Linie gedacht ist und das ist Mobil. Wenn du daheim an der Profianlage top Tonqualität braucht, mußt halt über Sat oder Kabel hören. Jahre lang hatte DLF nur 128kbps in mp2 Format und die wenigen Ottonormalen hat es gestört.

von Kohlberger91 - am 11.05.2017 05:05
Zitat
Seltener Besucher
Wenn auf Euren Empfängern 104 kbit/s angezeigt wird, dann kommt es noch lange nicht aus dem Lautsprecher:


Ja, das ist vielen nicht bewusst. War es mir auch lange Zeit nicht. Klar, XPAD und das bissl PAD gehen von der Datenrate ab, aber daß da auch noch die FEC drin steckt, muß man sich erstmal bewusst machen. Wenn das klar ist, wird auch verständlich, warum z.B. 96 LC-AAC auf dem PC als File erzeugt weitgehend so gut klingen wie 192 kbps MP2, aber auf DAB bei 96 kbps weder bei korrekt decodiertem LC-AAC noch bei HE-AAC Freude aufkommen will.

Bitte mal das anschauen:
[attachment 9189 EBU-BPN094-listeningtestDABMP2-AAC.png]

Das ist die zentrale Grafik aus der EBU-Veröffentlichung BPN094, die mir einer der führenden Autoren geschickt hat - er ist ganz froh darüber, wenn davon mal was gezeigt wird.

Der große EBU-weite Hörtest fand bereits 2009 statt, die Veröffentlichung der Ergebnisse wollte die EBU am liebsten verhindern, was, soweit mir bekannt, am Protest von Gerhard Stoll scheiterte. Am Ende wurde das Ergebnis veröffentlicht, nachdem die Untersuchungen wiederholt wurden - mit akustischen Laien als Hör-Tester. Basierend auf diesen Laien-Ergebnissen rechtfertigt man heute Bitraten, die Klang auf Diktiergeräteniveau verursachen. Zu deutsch: wer ein halbwegs unversautes akustisches Wahrnehmungsvernögen hat, hat halt einfach Pech gehabt.

Zum Verständnis: hier haben sich zahlreiche Personen daran versuchen müssen, die Qualität von diversen Coder-Parametrisierungen im Blindtest zu bewerten. Sie hatten dazu diffusfeldentzerrt eingemessene Kopfhörer und ein Windows-Tool mit Abspiel-Buttons für die einzelnen anonymisierten Varianten sowie das namentlich gekennzeichnete Original. Dann konnten sie für jede Variante einen Schieber entsprechend der wahrgenommenen Audioqualität einstellen.

Getestet wurden etwa 1 Dutzend kleingerechnete Varianten des immer gleichen Originals und es gab zahlreiche Originale quer durch den akustischen Gemüsegarten: von Rock/Pop über Klassik bis zu Applaus, der ausgeblendet wird und ein Sprecher geht drauf.

Nicht alle Hörtester testeten alle unterschiedlichen Audios, das wurde immer nur anteilig gemacht (sonst zu heftige Ermüdung). Es gab eine Vorab-Qualifizierung, bei der z.B. (Alters-)Schwerhörigkeit hoher Frequenzen erkannt und die betroffenen Personen vom Test ausgeschlossen wurden.

01_original ist eine "hidden reference", einfach das Originalfile nochmal heimlich mitgeschickt. Hätte auf 100% kommen müssen, kommt es aus psychischen Gründen freilich nicht. Interessant aber, wie nahe an 100% es bewertet wurde - von den erfahrenen Hörern noch näher dran als von den unerfahrenen, damit war das die einzige Variante, die von den Erfahrenen höher bewertet wurde.

02 - 04 waren aus einem Hardware-Coder von AVT (Fraunhofer-Implementierung).

05 - 12 waren mit einem Software-Coder "testenc" von Dolby (Coding Technologies) erzeugt, gefolgt von einer FEC-Codierung mit einem BBC-Tool.

13 - 15 stammten aus einem Hardware-Coder von Dolby (Coding Technologies).

Die drei Varianten von MP2 hatten je 2 kbps PAD-Datenrate (je 1,3 kbps XPAD), kamen also auf 190 / 126 / 110 kbps Audio. FEC gibt es hier ja nicht.

Die AAC-Varianten mit 128 bzw. 96 kbps LC-AAC hatten nach Abzug von FEC und 2,26 kbps XPAD dann netto-Audioraten von 113,3 bzw. 84 kbps.

Die AAC-Varianten mit HE-AAC hatten nach Abzug von FEC und 1,07 kbps XPAD dann netto-Audioraten von z.B. 85,9 kbps bei 96 kbps Subchannel-Datenrate bzw. 56,6 kbps bei 64 kbps Subchannel-Datenrate.

Heutige XPAD-Nutzungen sind weitaus verschwenderischer, wie die obigen Beispiele zeigen. Dlf und Dlf Nova kommen mit ihren 84 - 88 kbps Audio auf Werte, die 2009 im Hörtest bei 96 kbps HE-AAC erreicht wurden. Man darf sie also auch mit den 96 kbps HE-AAC aus dem Test vergleichen, also mit dem Ergebnis von ca. 68% Klangqualität in der Bewertung durch akustisch erfahrene Tester. Zum Vergleich: 190 kbps MP2 brachten 88% Klangqualität!

Oder andersherum gerechnet: akzeptiert man einen Rückschritt auf 80% Klangqualität (im Test 05_128 kBit/s (AAC)) und will statt nur 2,26 kbps XPAD "zeitgemäße" Werte um 10 kbps, darf man vor FEC 8 kbps und mit FEC ca. 8,7 kbps draufaddieren. Das ergäbe schon die Stufe 136 kbps LC-AAC. Mit den PAD-Werten von WDR 3 kommt man beinahe schon auf 144 kbps LC-AAC - und das klingt im Falle von BR Klassik dann auch anständig.

Der heute übliche Müll mit 96 kbps Subchannel-Datenrate führt bei 8 kbps PAD auf ca. 80 kbps Audio und die 72 kbps Subchannel-Datenrate laufen nach Abzug von FEC und 4 kbps PAD irgendwo um 62 kbps Audio. Wo das dann im Test liegen würde, kann man ja erahnen.

Das bei 10 kHz tiefpass-beschnittene Signal (16_anchor 10 kHz lowpass) war für die erfahrenen Tester im Schnitt erträglicher als die DAB-Stufe 64 kbps HE-AAC!

von Chris_BLN - am 11.05.2017 06:08
Naja, ich gehe bei Klangvergleichen nie nach irgendwelchen angezeigten Bitraten oder Codecs, sondern danach was ich mit meinen Ohren hoere. Da stellt man ganz schnell fest, dass die Bitrate mit der bei DAB+ gesendet wird ziemlich zweitranging ist und stattdessen die Aufbereitung im Studio (Codec, Samplingrate, Bitrate beim Schnitt von Sendungen oder Abspeichern von Musik auf der Studiofestplatte) und die Zufuehrung (Bitrate, Codec, Samplingrate) zum Encoder viel wichtiger sind. Und natuerlich das verwendete Soundprocessing direkt vor dem Encoder. So hoert man auch des oefteren deutliche Artefakte bei UKW Programmen.
Die DRadios und einige ARD Kulturwellen sind daher die einzigen, wo hohe AAC Bitraten wirklich Sinn machen. Leider sind das aber auch die Programme mit den wohl geringsten Einschaltquoten, wenn man nur die gebuehrenfinanzierten Programme betrachtet. Daher sind 144kbps oder mehr in AAC-LC sicher wuenschenswert und werden im Vollausbau und nach erfolgter UKW Abschaltung vieleicht auch angeboten. Im Moment wuerde ich das jedenfalls nicht als so dringend ansehen. 128kbps duerfte eher ein fauler Kompromiss zwischen den jetzigen 112kbps AAC-V1 und 144kbps AAC-LC sein, zumal eben auch viele nicht so ganz DAB+ konforme Radios mit AAC-LC erhebliche Probleme haben.

Noch mal so ein Gedanke zu den von einigen immer so hervorgehobenen SBR Hoehen. Kann es sein, dass bei UKW Radios die Deemphasis Filter zum unterdruecken des Pilottones keine senkrecht abfallende Filterkurve aufzeigen und daher der Frequenzgang bis 15kHz eher als 3dB Frequenzgang angesehen werden muss. Die Absenkung des Hochtonbereiches schon bei z.B. 13kHz anfaengt? Im direkten Vergleich faellt mir bei den Dlf Programmen auch auf, dass die obersten Hoehen bei UKW etwas zurueckhaltender sind. Im Vergleich zum Sat Empfang ist dies aber von mir nicht zu beobachten. Auf der anderen Seite sind das aber Nuancen die schon auf die unterschiedlichen Analogen Bauteile zurueckzufuehren sein koennten. Nimmt man 2 verschiedene CD Player, insbesondere unterschiedlicher Preisklassen, klingen die auch unterschiedlich, vor allem im Hochton.

von Nordlicht2 - am 11.05.2017 08:13
Zitat
Kohlberger91
Ich finde Dok&Deb als Bereicherung und jede Bereicherung ist ein plus Punkt von DAB+. Man sollte sich auch mal überlegen wofür DAB+ in erste Linie gedacht ist und das ist Mobil.......
Muß hier Kohlberger91 mal beipflichten: ich nutze die Übertragungen von DokDeb ziemlich häufig, öfter als DLF Kultur und Nova. Höre öfter abends die Talkshows im Auto oder im Radiowecker vorm Einschlafen :xcool:. Oder tagsüber den Bundestag. Aus meiner Sicht könnte das Programm so eine Art "Phoenix-Radio" werden. Wenn keine Live-Übertragung läuft könnte man Features und Dokus laufen lassen, bzw. Deutschlandradion-Sendungen mit ein paar Stunden Zeitversatz. Das Ganze wäre weitgehend Kostenneutral und die Privatsenderlobby könnte nix dagegen haben, weil inhaltlich keine Konkurrenz.
Und wenn eine Livesendung kommt, könnte der Deutschlandradio-Pförtner in seiner Pförtnerloge den Fernsehton während des z.B. WDR-Presseclubs einfach auf DokDeb routen :cheers:.

Ach, Mist, habe vergessen, dass DokDeb so eine Art illegales Programm ist:bloed:

stefsch

von stefsch - am 11.05.2017 16:58
Zitat
Nordlicht2
Die Grafik kann man doch vergessen. Demnach klingen 192kbps schon fast wie das Original. Nein tut es bei weitem nicht, zumindest nicht fuer mich, es hat Toene wo keine hingehoeren (klingt verwaschen)


Ja, verwaschen klingt es, vor allem bei den TV-Tonspuren mancher dritter Programme (ich erinnere mich mit Grausen an das NDR Nordmagazin, das ich für meinen Vater öfters in SD aufnehmen mußte.

Auf ADR klang es teils schauderhaft und teils kristallklar. Ursache war der verbuggte joint-stereo-Modus des Barco RE660-Coders. Anstalten, die ADR in Joint Stereo betrieben (SWR, hr, MDR), hatten verwaschenen, matschigen Sound. Der ORF kann irgendwie auch kein gescheites 192er MP2.

Zitat
Nordlicht2
weshalb man nun ueber Sat auch mit mindestens 256kbps MP2 sendet


Bei weitem nicht alle.

Was hältst Du eigentlich von Dlf Kultur auf UKW? Das sind 192 kbps MP2, so sie nicht in den letzten 2 Monaten mit der Umstellung der Zuführung begonnen haben. Bei manchen Titeln hört man es deutlich.

Zitat
Nordlicht2
Ich weiss ja nicht aus welchem Jahr die Studie stammt und was fuer Encoder und Decoder da verwendet wurden


2009 war das. "EBU Subjective Assessment and Objective measurements of DAB+", Genf, Dezember 2009.

"Hardware and software encoding was performed as follows:
• HE-AACv2: AVT hardware encoder (Fraunhofer implementation).
• HE-AACv2: Command line software encoder “testenc” version 1.2.0 (build July 16, 2007)
from Dolby (formerly Coding Technologies). As the Dolby encoder did not produce the Reed
Solomon error code and Firecode, a subsequent command line tool produced by BBC R&D was
used for these.
• MPEG-1 Audio Layer II encoder implementation from Dolby (formerly Coding Technologies)
was used."

"HE-AACv2 software encoded files were decoded using the Dolby (formerly Coding Technologies)
command line decoder “testdec” version 1.0.0 (build 31 May 2007) (AAC+: 7.2.7, SBR: 4.0)."

Der MP2-Decoder könnte ein Winamp 5.53 gewesen sein. Der wurde in den Vorversuchenv erwendet und nach meinen Erfahrungen ist der Winamp ab ca. 2.8 sauber im MP2-Decodieren. Winamp 2.666 hatte einen Bug und produzierte bei Radio-Tonspuren vom britischen DVB-T (Freeview) in einem (!) der Stereokanäle Dreck. Aber das ist viele Jahre her. Auch ich decodiere MP2 mit dem Winamp und habe im Vergleich zu den Decodern in Satreceivern bei Tests normalerweise nur ein Rauschen im kleinsten Bit als Unterschied gefunden. Also klanglich identisch.


Beteiligt waren an der Studie

"This report is a joint work of the following EBU Project Group D/DABA Member organisations:
BBC - British Broadcasting Corporation
IRT - Institute for Broadcasting Technology
NRK- Norwegian Broadcasting
SR - Swedish Radio
SRG-SSR - Swiss Broadcasting Corp.
EBU Technical - European Broadcasting Union
Significant contributions were made by FhG (Fraunhofer Institute) and by Dolby Labs(formerly
Coding Technologies)."


Die Schweden haben später noch eine krassere Studie im Alleingang veröffentlicht. Bei der wollten sie testen, welche Bitrate DAB+ braucht, um mit UKW zu konkurrieren. Leider hat diese Studie (nicht nur aus meiner Sicht) schwere methodische Mängel. Eines der "FM"-Systeme war nix anderes als ein MPX-Generator und danach gleich wieder die Rückumwandlung in die Stereokanäle. Das war also nie HF-moduliert. Die zweite Variante war etwas näher an der Realität, aber auch ungeeignet, um Vergleiche anzustellen. Aber lest selbst: www.radiojackie.com/im/paq.pdf

Und eigentlich könnte mal jemand mit Befähigung dazu die Einträge, die sich nur mit Bitraten und Klang befassen, versuchen abzutrennen und in den DAB-Klang-Thread zu verschieben. Bitteee...

von Chris_BLN - am 11.05.2017 18:05
Das Problem bei solchen Studien, wie auch bei unseren Diskussionen zum Klang ist, dass es zum Grossteil nur subjektive Wahrnehmung ist. Jeder spitzt die Ohren auf andere Details, der eine so wie ich hauptsaechlich auf den Mitteltonbereich, der andere auf den Hochtonbereich, fuer den einen ist Stereokanaltrennung und Aufloesung ganz wichtig, der andere stoert sich daran, wenn es nicht ganz so 'geschmeidig' klingt. Dann spielen auch noch der Analogverstaerker und der Schallwandler am Ende der Versuchskette eine ganz wichtige Rolle, wie deren Dynamik und Aufloesungsverhalten in Abhaengigkeit vom Frequenzgang ist. Deren Fehler koennen Codecfehler ueberbetonen oder auch kaschieren. So klingt es dann nicht immer exakt gleich und ein fairer Vergleich, auf schon hohem klanglichen Niveau, ist fast unmoeglich und funktioniert nur wenn man zusammen wirklich das gleiche hoert. Einfach ist es nur bei arg verhunstem Klang wie beim aktuellen SSL Sounddesign oder dem vieler Hitdudler, egal ueber welchen Ausspielweg.

Dlf Kultur, klingt fuer mich sehr selten verwaschen, denn sie spielen selten Musik, die vollgepackt an Instrumenten ist, zumindest wenn ich zum Klangtest mal ueber UKW hoere. Die MP2 Schwaechen kommen erst zum tragen, wenn sehr viele verschiedene Toene gleichzeitig zu verarbeiten sind, dann entstehen die typischen Schlieren oder Verwaschungseffekte. Bei Soundprocessing natuerlich auch bei jeder Musik aber sowas macht man beim Dlf ja nicht.:-). AAC laesst dann einfach Toene wegfallen, was man im direkten Vergleich zum Original merkt, beim normalen Hoeren aber nicht merkt, denn man weiss ja nicht, welche Toene einem gerade unterschlagen werden. Deshalb finde ich schon 96kbps AAC-V1 angenehmer als 192kbps MP2. Wohlgemerkt bei Radioprogrammen, nicht bei einer direkten Wandlung einer CD. Bei niedrigen AAC Bitraten von 72kbps stoert das weglassen der Toene aber sobald man ueber Kopfhoerer einzelne Instrumente verfolgt und diese staendig lauter und leiser werden oder gar ganz aussetzen. Bei diesen niedrigen Bitraten braucht man aber nicht mehr mit MP2 vergleichen, die sind wirklich ausschliesslich mit AAC-V1 halbwegs akzeptabel.

Ja, das gehoert natuerlich in den Klandiskussionsthread, auch wenn Dlf als "Referenz" dient.

von Nordlicht2 - am 11.05.2017 21:52
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