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Kein Kinderradio des Deutschlandradios und keine weiteren ARD-Wellen über DAB+

Startbeitrag von DABM am 11.07.2016 09:35

Novelle des Rundfunkstaatsvertrag: Kein Kinderradio des Deutschlandradios und keine weiteren ARD-Wellen über DAB+
Die Länder haben am 6. Juli 2016 eine Konsultation zur Novellierung des Deutschlandradio-Staatsvertrages eröffnet. Das teilt der Privatradioverband VPRT auf seiner Website mit. Interessierte können bis zum 17. August 2016 schriftlich Stellung nehmen.

Mit der Novelle soll der Staatsvertrag insbesondere an die Maßgaben des Bundesverfassungsgerichtes zur Zusammensetzung des ZDF-Fernsehrates angepasst werden. Um eine größere Staatsferne zu erreichen werden sowohl im Hörfunkrat als auch im Verwaltungsrat die Anzahl der Mitglieder erhöht: von 40 auf 45 bzw. von acht auf zwölf.

Des Weiteren ist nunmehr die direkte Beauftragung des digital-terrestrischen Eventangebotes „Dokumente und Debatten“ vorgesehen (§ 4 Abs. 1 S. 2 DLR-StV-E). Mit „Dokumente und Debatten“ werden herausragende Ereignisse, wie Bundestags-Debatten oder politische TV-Sendungen von ARD und ZDF, in Form von Sondersendungen über Digitalradio (DAB+), DVB-S (ZDF-Vision-Bouquet) und via Online-Livestream verbreitet. Allerdings darf das Deutschlandradio hier im Schnitt nur 80 Minuten Programm ausstrahlen. Den Kanal "Dokumente und Debatten" gibt es bereits im bundesweiten Multiplex über Digitalradio DAB+, allerdings bisher ohne direkte Beauftragung.

Weitere Änderungsvorschläge sollen die Zusammenarbeit des Deutschlandradios, vor allem im administrativen und technischen Bereich optimieren. Auch dass das Deutschlandradio Telemedien veranstalten darf, wird künftig direkt im Staatsvertrag verankert sein (§ 4 Abs. 1 S. 3 DLR-StV-E).

Die direkte Beauftragung eines Kinder-Hörfunkprogramms (mit der ARD) und eines Klassik-Angebotes – wie sie Deutschlandradio-Intendanten Dr. Willi Steul aktuell vorschlägt – sieht der Änderungsstaatsvertragsentwurf derzeit nicht vor. Ebenso bleibt die Anzahl der ARD-Wellen im Digitalradio DAB+ konstant: Pro Bundesland ist jeder ARD-Anstalt seit 2004 nur je eine zusätzliche Welle erlaubt. Die meisten ARD-Anstalten haben diese Möglichkeit bereits ausgereizt, dem WDR ist es also auch weiterhin nicht erlaubt eine Schlagerwelle über DAB+ zu verbreiten.

Die Rundfunkkommission der Länder will in ihrer Sitzung im September 2016 die Konsultationsergebnisse auswerten, so das direkt im Anschluss die Vorunterrichtung der Landtage mit dem endgültigen Staatsvertragstext erfolgen kann. Die Unterzeichnung des novellierten Staatsvertrag ist für Dezember 2016 vorgesehen.

Quelle(n) www.vprt.de / www.deutschlandradio.de

Damit hat sich es also mit dem WDR Schlagerradio in NRW und einem Kinderradio auf DAB+ im Deutschlandkanal 5c erledigt.

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Naja für das Kinderradio hätte man sowieso erstmal Platz machen müssen im 5C. Und dann noch ein Klassikprogramm... Also ich mag und schätze ja Herrn Steul. Aber manchmal frage ich mich ob er nicht ein bisschen hoch fliegt. Wenn man dem freie Hand geben würde bekäme der alleine schon einen ganzen Mux nur mit DRadio Programmen voll.

Ich verstehe diese Pressemeldung eh nicht. Warum soll dem DRadio jetzt erst erlaubt werden Telemediendienste zu veranstalten? Dok&Deb ist doch ein Telemediendienst. Oder geht es hier einfach nur um Bürokratie? Und aus dem Plan aus Dok&Deb ein Vollprogramm zu machen das mehr als die popeligen 80 Minuten eigenes Programm machen darf, ist dann ja wohl auch nichts geworden. :rolleyes:

von Spacelab - am 11.07.2016 09:52
Wenn jede ARD Anstalt pro Bundesland eine zusätzliche Welle senden darf, dann darf der NDR, RB, BR und der WDR ja keine weiteren Wellen starten. Die haben bereits zusätzliche DAB+ Wellen.
Beim MDR wäre es für Sachsen und Thüringen auch so. Für Sachsen-Anhalt hätte mann noch die möglichkeit ein Programm zu starten.
In Sachsen hat mann MDR Extra und MDR Sorbisch in Thüringen hat mann MDR Sputnik als "zusätzliche" Welle da dort die Programme nicht auf UKW senden.

Dok&Deb wurde glaube ich damals nicht als Telemediendienst genemigt.
Ich denke es ist eher Bürokratie oder mann will sich eine "Tür" offen lassen für ein neues Programm.

von DABM - am 11.07.2016 13:25
Zitat
FrankSch
Nur mal so rein theoretisch rum überlegt. Wenn der eine ÖR-Anstalt ein neues Programm auf einer 10 Watt-Frequenz auf UKW verbreitet, dürfte er es dann landesweit auf DAB+ senden?

Nein. Es gibt einen Stichtag Anzahl der UKW Programme im April 2004. Mehr Programme, als es zu dem Zeitpunkt auf UKW gab, dürfen nicht veranstaltet werden. Deren Anzahl wurde sozusagen eingefroren. Zusätzlich darf aber pro Bundesland noch EIN weiteres Programm veranstaltet werden, welches aber nur digital-terrestrisch verbreitet werden darf.

Zitat
DABM
Wenn jede ARD Anstalt pro Bundesland eine zusätzliche Welle senden darf, dann darf der NDR, RB, BR und der WDR ja keine weiteren Wellen starten. Die haben bereits zusätzliche DAB+ Wellen.

Doch, der NDR dürfte noch eine weitere gemäß RStV starten: 4 Bundesländer - 3 DAB-Prgr.
Allerdings gestehen die beteiligten Länder dem NDR im NDR-Digitalradio-Staatsvertrag nur 3 Wellen zu.

von iro - am 11.07.2016 13:45
Zitat
DABM
Wenn jede ARD Anstalt pro Bundesland eine zusätzliche Welle senden darf, dann darf der NDR, RB, BR und der WDR ja keine weiteren Wellen starten. Die haben bereits zusätzliche DAB+ Wellen.
Beim MDR wäre es für Sachsen und Thüringen auch so. Für Sachsen-Anhalt hätte mann noch die möglichkeit ein Programm zu starten.
In Sachsen hat mann MDR Extra und MDR Sorbisch in Thüringen hat mann MDR Sputnik als "zusätzliche" Welle da dort die Programme nicht auf UKW senden.

Dok&Deb wurde glaube ich damals nicht als Telemediendienst genemigt.
Ich denke es ist eher Bürokratie oder mann will sich eine "Tür" offen lassen für ein neues Programm.


Nicht ganz richtig. Die Programmanzahl, egal ob UKW oder nicht, wurde Stand 2004 eingefroren. Zusätzlich zu den Programmen, die 2004 schon existierten, darf die jeweilige Anstalt ein Programm pro Bundesland verbreiten.

NDR darf 4, veranstaltet 3: NDR Info Spezial (gab es aber auch schon vorher??), NDR Blue und NDR Plus
RB darf 1: Bremen Next
RBB darf 2, produziert 0. Kein Geld.
MDR darf 3, produziert MDR Klassik (oder gabs die vorher schon?), MDR Schlagerwelt geplant, Kinderradio geplant
WDR darf 1: KiRaKa (1LIVE diggi gibt es seit 2003)
HR darf 1, produziert 0. 2004 gab es noch hr-chronos(?), YouFM, hr-klassik und hr-info.
SWR darf 2: SWRinfo, DasDing gab es vorher, wäre eins offen(?)
SR 1: Antenne Saar
BR 1: BR Heimat (vor 2004 war Bayern plus = Bayern mobil, Puls war Das Modul). Oder war BR Heimat vorher Bayern 2 plus? B5 plus gibt es auch noch, es gab aber 2004 m.W. auch noch BR News und BR Business…da blicke ich nicht so ganz durch.

von Japhi - am 11.07.2016 13:51
Zitat
Japhi
Zitat
DABM

In Sachsen hat mann MDR Extra und MDR Sorbisch .....

Dok&Deb wurde glaube ich damals nicht als Telemediendienst genemigt.
Ich denke es ist eher Bürokratie oder mann will sich eine "Tür" offen lassen für ein neues Programm.


MDR darf 3, produziert MDR Klassik (oder gabs die vorher schon?), MDR Schlagerwelt geplant, Kinderradio geplant



MDR Sorbisch ist eigentlich kein eigenständiges Programm, sondern ein kurzes Programmfenster, das in Gebieten mit sorbischer Minderheit auch auf UKW verbreitet wird. Kann man das daher wirklich als zusätzliches Programm werten? Außerdem gab es selbst zu DDR-Zeiten ein sorbisches Programm, so dass es todischer unter die Stichtagsregelung fällt.
MDR Klassik existiert laut Eigendarstellung schon seit 2002 und existierte sogar zuerst nur auf DAB alt. Dann dürften sie eigentlich noch ein Programm produzieren.

Ist die Regelung etwa der Grund, warum der BR nicht das Kiraka verbreitet? Sollte ja an die Stelle von BR Verkehr treten, daraus ist nichts geworden.

Wie rechtfertigt der SR dann die Ausstrahlung des Kiraka im Saarland? Antenne Saar ist ja 2005 entstanden und wird hier im Forum ja als zusätzliches Digitalprogramm gewertet (Stichtagsregelung)

von rolling_stone - am 11.07.2016 14:15
Zitat

BR 1: BR Heimat (vor 2004 war Bayern plus = Bayern mobil, Puls war Das Modul). Oder war BR Heimat vorher Bayern 2 plus? B5 plus gibt es auch noch, es gab aber 2004 m.W. auch noch BR News und BR Business…da blicke ich nicht so ganz durch.


Also m. W. und mit Hilfe von Wikipedia war es wohl so:

Bayern mobil (vor 2004) -> Bayern plus
Das Modul (vor 2004) -> Puls
Bayern2plus (nach 2004) -> BR Heimat
B5plus (nach 2004) -> B5plus
BR Verkehr (nach 2004) -> BR Verkehr

Zu einem BR News oder BR Business hat Google nichts ausgespuckt. Im Prinzip muss es aber irgendwas in die Richtung gegeben haben, da der BR sonst schon 2005 die Anzahl der ihm zustehenden Programme überschritten hätte (es sei denn, B2+, B5+ oder/und BR Verkehr zählen nicht als eigenständige Programme sondern nur als Telemediendienste). Oder ist die Regelung im Rundfunkstaatsvertrag womöglich erst später in Kraft getreten?

von Zwölf - am 11.07.2016 14:45
Zitat
Japhi
Radio Bremen verbreitet ebenfalls KiRaKa, dort aber m.W. nicht als zusätzliches (eigenes) Programm sondern als Übernahme des WDR. Vermutlich beim SR ähnlich.


Radio Bremen verbreitet den Kiraka. RB darf aber kein weiteres Digitalprogramm neben Bremen Next veranstalten. (Radio Bremen Gesetz).

Der SR ist selber am KiRaKa mit einer eigenen Sendung beteiligt: http://www.kiraka.de/spielen-und-hoeren/nachrichten/erklaer-mal/beitrag/internationale-nachrichten/beitrag/b/nachrichten-auf-deutsch-und-franzoesisch/

Zitat
rollingstone
Wie rechtfertigt der SR dann die Ausstrahlung des Kiraka im Saarland? Antenne Saar ist ja 2005 entstanden und wird hier im Forum ja als zusätzliches Digitalprogramm gewertet (Stichtagsregelung)

Zitat
wikipedia
Antenne Saar (eigene Schreibweise: AntenneSaar) ist ein am 12. Dezember 2005 gestartetes Hörfunkprogramm des Saarländischen Rundfunks (SR). Es handelt sich um ein Informationsprogramm mit besonderem deutsch-französischem Charakter und entstand aus dem bisherigen Programm SR Info.

Ich kann mich gar nicht mehr an SR info erinnern... Im Netz findet man zu dem Namen auch nur noch die gleichnamige Programmzeitung des SR. Aber das heißt ja wohl, daß es ein Vorgängerprogramm gab, vermutlich schon auch am Stichtag April 2004, welches auch nicht digital ausgestrahlt wurde, also zum "analog"-Bestand zählt. Insofern wäre Antenne Saar also zum Altbestand zu zählen (sonst hätte es ja auch nicht analog terrestrisch auf der MW ausgestrahlt werden dürfen).
Dann wäre der KiRaKa wohl der erlaubte zusätzliche Digitalkanal, den man zwar nicht veranstaltet, aber an dessen Erstellung man beteiligt ist. Ich kenne aber das Gesetz zum SR nicht und dessen Regelungen zum veranstalten/verbreiten von Programmen und wie dann genau gezählt wird.

von iro - am 11.07.2016 15:27
Also wenn die SR Info zum Bestand zählen, dann wäre das aber die reinste verarsche. SR Info hatte nie eigene Inhalte sondern war lediglich mal stundenweise auf der 98,2Mhz (Saarbrücken Halberg mit 10 (belgische) Watt) OnAir und übernahm 1zu1 das Programm von SWRcont.ra. Angeblich wollte man "demnächst" auch eigene Beiträge senden. Aber dazu kam es nie. Angeblich, ich hab das selbst nie gehört, sollen aber auch die Ausländersendungen und die Landtags-/Bundestagsübertragungen, die ja eine Zeit lang ein Programmfenster bei Unser Ding hatten, mit einem "SR Info" Jingle begonnen haben.

Also streng genommen wäre damit 1 Programm (was genau genommen noch nicht mal ein richtiges war) über die Frequenzen von gleich 2 anderen Programmen verbreitet worden. Einmal über die ursprünglich als Backup Zuführung gedachte 98,2Mhz und einmal über die Frequenzkette von Unser Ding.

Während ich das hier schreibe fällt mir gerade ein: hieß Antenne Saar von Anfang an Antenne Saar? Liefen dort die ersten paar Wochen nicht auch SR Info Jingles? Ich hab da so irgendwas im Kopf...

von Spacelab - am 11.07.2016 16:24
Was ihr hier schreibt, ist so nicht richtig-

Es geht beim Stichtag 1. April 2004 nicht ausschließlich um UKW. Es zählt die Anzahl aller am Stichtag terrestrisch verbreiteter Programme, also per FM, AM und DAB. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um selbst produzierte Programme oder Übernahmen handelt. Zeitweilige regionale Auseinanderschaltungen zählen nicht extra.

Die vom RStV zusätzlich zur Anzahl am Stichtag erlaubten digital verbreiteten Programme sind beispielsweise vier beim NDR, drei beim MDR, aber nur eins beim BR und WDR.

Diese Regelung benachteiligt Anstalten, die am Stichtag keine reinen Digitalprogramme gehabt haben. Ich halte sie für grundgesetzwidrig.

Das BR-Gesetz ignoriert diese Regelung und erlaubt insgesamt 10 Programme, davon fünf ausschließlich digital.

von Manfred Z - am 11.07.2016 17:16
Zitat
Boombastic
@Manfred:

Dann zählt NDR Info spezial tatsächlich nicht mit zur "+1 pro Bundesland" Regelung und der NDR dürfte jetzt noch zwei weitere Programme verbreiten.


Dann wäre ich für einen NPO FUNX DANCE Klon vom NDR :spos: Das hat noch gefehlt im Muxx.

Derzeit haben wir im NDR Muxx folgende Genres abgedeckt :

- 2 x Dudelfunk (N-Joy und NDR 2)
- 1 x Oldies (NDR 1 NDS)
- 1 x Alternative Rock (NDR Blue)
- 2 x Info (NDR Info + Spezial)
- 1 x Kultur (NDR Kultur)
Und seit neustem :
1 x Schlager (NDR Plus)

Bald vielleicht :
N-Joy Dance :D

Wäre jedenfalls sehr zu begrüßen! Ein echter Jugendsender und nicht so ne NDR 2 Kopie wie N-Joy.

von UKW vs. DAB+ - am 11.07.2016 19:48
Ich hab nochmal in den Untiefen dieses Forums gekramt:
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,14394,14394#msg-14394
http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,20502,20502#msg-20502

BR Info bzw. BR News und BR Business waren zwei Audiokanäle, die es 2003 über DAB mal gab. Dort liefen letztendlich recyclete Beiträge von B5aktuell in einer Nonstop-Schleife.
Bei BR News alle 5 Minuten die aktuellen Nachrichten mit Wetter, bei BR Business alle 5 Minuten die aktuellen Börsennachrichten. Beide hatten damals 48kbps MP2 und liefen nur während der eigenen Sendezeit von B5aktuell. Irgendwann nachts wurde auf den Hauptkanal von B5aktuell (bzw. die Übernahme von MDR Info) geschaltet.

Ich gehe davon aus, dass man das damals eher als Telemediendienst gesehen hat und nicht als eigenständige Programme. Das ganze war wohl auch eher als technischer Betriebsversuch von computergeneriertem Content zu verstehen. Neben B5aktuell, das Nachrichten alle 15 Minuten wiederholt, noch einen weiteren Kanal zu installieren, der Nachrichten alle 5 Minuten wiederholt, ist schon eher relativ unnötig.

von Habakukk - am 12.07.2016 06:36
Ich hab nun auch noch einen Beitrag aus den Tiefen des Forums herausgefischt, der beweist, dass auch am 1. April 2004 die Programme noch auf Sendung gewesen sein müssen: http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?8773,138722,138722#msg-138722

Die Formulierung mit den 10 Hörfunkprogrammen fand übrigens erst 2009 ins Bayerische Rundfunkgesetz; wahrscheinlich hat man da nur gesehen, dass es 2004 10 Audiodienste gab und dabei vergessen, dass 3 davon wahrscheinlich nur als Telemediendienste angesehen worden waren. Bzw. wurden sie evtl. absichtlich so uminterpretiert um zum Wohle der Hörer diese Plätze als vollwertige Programmplätze für die Zukunft zu sichern.

Wenn ich mir das aber so recht überlege, lese ich da noch etwas Anderes heraus: Wenn der BR zum Stichtag bereits 10 Hörfunkprogramme terrestrisch verbreitet hat, wäre es laut Rundfunkstaatsvertrag theoretisch möglich, dass der Landtag dem BR gestattet ein 11. Programm zu veranstalten.

von Zwölf - am 12.07.2016 10:18
Zitat

Ein Telemediendienst darf nicht mehr als 80 Minuten pro Tag eigenständiges Programm veranstalten. Davon ausgenommen sind Übertragungen aus dem Land- oder Bundestag. Diese werden nicht auf die 80 Minuten angerechnet. Für wichtige Sportereignisse (Olympia, Fußball EM/WM) gibt es ebenfalls Ausnahmeregelungen.

So weit so gut so klar...
Aber solange sich gar nicht die Notwendigkeit ergibt ein "Programm" als "Telemediendienst" auszuweisen, weil man kein weiteres "Programm" mehr veranstalten darf (wie die DRadios), kann man es auch einfach als "Programm" labeln. Was dann beim BR mit Das Modul, BR Traffic News, BR Info, BR Business und B4 Klassik wohl der Fall war. Es hat dem BR ja anscheinend niemand verboten, unendlich viele "Programme" aufzusetzen.

von iro - am 12.07.2016 11:34
Naja es gibt da schon medienrechtliche Unterschiede. Du hast viel viel weniger auflagen als Telemediendienst.

@Zwölf: Theoretisch müsste es im Telemediengesetz drin stehen. Da kann dir aber auch jede LMA genau Auskunft geben. Wenn du so einen Dienst anmelden willst bekommst du sowieso erstmal einen dicken Packen Papiere mit "Rechte und Pflichten" zugestellt. Mal davon abgesehen hat das mit den 80 Minuten ja auch das DLR in seiner Pressemeldung bestätigt.

Die dortige Bezeichnung "im Schnitt" bedeutet nichts anderes als das man auch mal ein paar Minuten überziehen darf wenn man dafür an einem anderen Tag kürzer sendet. Damals wurde das ganze über einen Monat gemittelt. Ich denke das wird heute auch noch so sein.

von Spacelab - am 12.07.2016 12:15
Zitat
rolling_stone

MDR Sorbisch ist eigentlich kein eigenständiges Programm, sondern ein kurzes Programmfenster, das in Gebieten mit sorbischer Minderheit auch auf UKW verbreitet wird. Kann man das daher wirklich als zusätzliches Programm werten? Außerdem gab es selbst zu DDR-Zeiten ein sorbisches Programm, so dass es todischer unter die Stichtagsregelung fällt. .....


Fakt ist! Das aus dem Radio-DDR Sorbisch Fenster zwei geworden sind!
Eins von Bautzen (MDR) über UKW Hoyerswerda (alte DDR Frequenz) und eins von Cottbus (RBB) über den Sender Calau.
Die Situation in Sachsen ist ja die das die Sorben als kleinste Minderheit von dreien ihr ÖR Minderheitenradio haben und vieles mehr.
Die Beiden großen Minderheiten, die Vogtländer und Schlesier haben so was nicht!
Das wäre bei den Bayern anders gelöst worden!!!!!
Das Vogtland hat wenigsten noch einen eigenen Kreis (V) und ein Privatradio namens Radio Vogtland. Niederschlesien ist Zerschnitten neben zwei Lokalradios (Radio WSW und Elsterwelle) die aber auch keine rein schlesische Lokalradios sind ist da nichts. Radio Lausitz das in Görlitz gestarrt ist und lange sein Studio hatte, hat RTL und Co. auch nach Bautzen verlegt.

Gute Nacht Schlesien, gute Nacht Vogtland! Trotz DAB+

von dvb_jens - am 12.07.2016 12:27
Zitat

Die Beiden großen Minderheiten, die Vogtländer und Schlesier haben so was nicht!

Seit wann gelten Vogtländer und Schlesier in irgendeiner Form als "Minderheit" wie die Sorben?
Die Sorben sind, neben den Dänen, Friesen sowie Sinti & Roma die einzigen anerkannten nationalen Minderheiten in Deutschland.
Im "feinen" sind Dänen, Sinti und Roma "nationale Minderheit", die Friesen eine "Volksgruppe" und die Sorben ein "Volk".

Zitat
wikipedia
Folgende Kriterien müssen zur Bestimmung als nationale Minderheit in Deutschland erfüllt sein:
1.Die Angehörigen sind deutsche Staatsangehörige;
2.Sie unterscheiden sich vom Mehrheitsvolk durch eigene Sprache, Kultur und Geschichte, also durch eine eigene Identität;
3.Sie wollen diese Identität bewahren;
4.Sie sind traditionell in Deutschland heimisch;
5.Sie leben hier in angestammten Siedlungsgebieten.


Alleine schon Punkt 2 trifft auf die Schlesier nicht zu. Schlonsakisch und Schlesisch sind jeweils nur polnische bzw. deutsche Dialekte, keine eigene Sprache.
Ebenso ist Vogtländisch nur eine Dialektsammlung, keine Sprache.

Sorbisch, Dänisch, Romanes (inkl. Sintitikes als Varietät des Romani) und Friesisch (nicht zu verwechseln mit Plattdeutsch - das ist was ganz anderes!) sind dagegen ganz eigenständige Sprachen.

Der größte Teil der Friesen versteht allerdings kein Wort Friesisch, dafür aber Plattdeutsch. Wir haben als nationale Minderheit das recht auf zweisprechige Ortsschilder (die sind allerdings meist auf Deutsch und Platt, nicht Friesisch) und auf Ämtern und im Schriftverkehr mit Behörden haben wir das Recht, dieses nicht in deutscher Sprache machen zu müssen. Wenn der Beamte das nicht versteht, muss er einen Übersetzer zu Rate ziehen - nicht wir :)

von iro - am 12.07.2016 13:16
Zitat

Eine Sorbische Staatsbürgerschaft gibt es auch nicht wie bei den Dänen!

Angehörige der dänischen Minderheit müssen die deutsche Staatsbürgerschaft haben. ;)
Wir haben als Friesen übrigens auch kein "eigenes" Programm vom NDR. Noch nicht einmal ein auf das Siedlungsgebiet zugeschnittenes Regionalprogramm. Die Friesische Sprache ist gar nur mit wöchentlichen 3 Minuten Sendezeit bei der NDR 1 Welle Nord vertreten. Plattdeutsch dagegen ist etwas häufiger im Angebot, wird allerdings auch nicht ausschließlich von Friesen gesprochen.

Wäre denn ein MDR 1 Radio Vogtland und MDR 1 Radio Niederschlesien noch ein Regionalprogramm oder kann man das schon als Lokalsender bezeichnen? Ich kenne mich da in der Ecke nicht so ganz aus, eigentlich gehört ja ganz Sachsen für mich schon nicht nach Deutschland... :rolleyes:
Kleinzellige Regionalisierung finde ich auf jeden Fall grundsätzlich gut, sofern es genügend Themen + regionale Identität gibt, die das auch rechtfertigen.

von iro - am 12.07.2016 14:52
Zitat
Spacelab
@Zwölf: Theoretisch müsste es im Telemediengesetz drin stehen. Da kann dir aber auch jede LMA genau Auskunft geben. Wenn du so einen Dienst anmelden willst bekommst du sowieso erstmal einen dicken Packen Papiere mit "Rechte und Pflichten" zugestellt. Mal davon abgesehen hat das mit den 80 Minuten ja auch das DLR in seiner Pressemeldung bestätigt.

Die dortige Bezeichnung "im Schnitt" bedeutet nichts anderes als das man auch mal ein paar Minuten überziehen darf wenn man dafür an einem anderen Tag kürzer sendet. Damals wurde das ganze über einen Monat gemittelt. Ich denke das wird heute auch noch so sein.


Ich habe die 80 Minuten inzwischen gefunden. Allerdings nicht im Telemediengesetz, sondern im Entwurf zum neuen Deutschlandradio-Staatsvertrag. Es scheint sich also nicht um eine allgemeine Vorgabe für Telemedien zu handeln, sondern um eine spezielle Regelung für Dok&Deb.
Im Entwurf lautet §2 so (Änderungen rot):

Zitat
DLR-StV-E
§ 2 Angebote

(1) 1Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme
mit den Schwerpunkten in den Bereichen
Information, Bildung und Kultur:
1. das Programm „Deutschlandfunk“,
2. das Programm „Deutschlandradio Kultur“,
3. das in digitaler Technik verbreitete Programm
„DRadio Wissen“ nach Maßgabe des als Anlage
beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff
auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der
ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten
kooperieren hierzu mit der Körperschaft,

4. ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme
mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3
aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines
nach § 11f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten
Verfahrens.
2Das Programm nach Satz 1 Nummer 1 kann auf
bestimmten digitalen Frequenzen für Liveübertragungen
aus dem Deutschen Bundestag, von Diskussionsrunden,
Reden, Festakten und Preisverleihungen
sowie von ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten
Sendungen der Mitglieder unterbrochen werden;
die Unterbrechung darf [80] Minuten täglich im
Jahresdurchschnitt nicht überschreiten.
3Die Körperschaft bietet Telemedien nach Maßgabe
dieses Staatsvertrages und des Rundfunkstaatsvertrages
an.

siehe: https://www.rlp.de/fileadmin/rlp-stk/pdf-Dateien/Medienpolitik/Synopse_Novelle_Deutschlandradio-StV_Stand_27.6.2016_-_Anhoerung.pdf

von Zwölf - am 12.07.2016 15:20
Ja das war aber vorher auch schon so. Nur wurde das jetzt explizit für Dok&Deb so festgehalten. Das DRadio wollte ja eigentlich mehr Sendezeit, möglichst sogar die Erlaubnis ein Vollprogramm zu betreiben, durchbringen. Dem wurde jetzt durch diese Festschrift endgültig eine Absage erteilt.

Dafür bekommt das DRadio aber die Erlaubnis selbst Telemediendienste betreiben zu dürfen (§ 4 Abs. 1 S. 3 DLR-StV-E). Das heißt man darf für besondere Ereignisse, zum Beispiel die IFA, ein eigenes Messeradio starten in dem man einfach dafür einen neuen Telemediendienst startet.

Oder mit anderen Worten: warum einfach wenn es auch kompliziert geht?!

von Spacelab - am 12.07.2016 15:31
Zitat

In Bayern ist das erste Radioprogramm unterteile in Franken, Mainfranken, Niederbayern/Oberpfalz, Oberbayern, Schwaben und das zweite Radioprogramm in Nord und Süd unterteilt!

Da würde ein MDR 1 Radio Vogtland und MDR 1 Radio Niederschlesien auch nicht verkehrt sein!

Bist du dir eigentlich im Klaren darüber, wie großräumig die Einteilung bei Bayern 1 ist? Die kleinste Region ist Mainfranken mit ca. 1,3 Mio. Einwohnern, die zweitkleinste ist Schwaben mit 1,8 Mio. Einwohnern. Die anderen haben über 2 Millionen, Oberbayern sogar 4,6 Mio. und damit mehr als ganz Sachsen. Für Sudetendeutsche (die Strauß als vierten Stamm neben Franken, Baiern und Schwaben bezeichnete) gibt es übrigens kein Extraprogramm.
MDR 1 Sachsen hat 4 Regionalversionen; durchschnittlich also etwa 1 Mio. Einwohner pro Region. Da wärst du mit anderen Anstalten also auch nicht besser dran.

Zitat

Ja das war aber vorher auch schon so. Nur wurde das jetzt explizit für Dok&Deb so festgehalten.

Mich hatte interessiert, ob es eine allgemeine Regelung zu Telemediendiensten gibt, die auch für die ARD-Anstalten gilt. B5plus spielt beispielsweise vom Umfang her in der gleichen Liga wie Dok&Deb; von daher wäre interessant gewesen, ob das nach geltendem Recht auch als Telemediendienst geführt werden könnte (und gleichzeitig automatisierte Ganztagesprogramme wie BR-Verkehr keine Telemediendienste wären), oder ob dies erst nach einer Änderung des BR-Gesetztes möglich wäre. Aber dazu scheint es wohl keine allgemeine Regelung schwarz auf weiß zu geben, die man öffentlich einsehen könnte.

von Zwölf - am 12.07.2016 16:00
Das Telemediengesetz ist, so sehe ich das zumindest, eher als Rahmen zu verstehen. Da gibt es ein paar Eckpunkte an denen man sich orientieren kann. Der Rest wird dann mehr oder weniger flexibel durch die LMA festgelegt. So lässt sich sicher noch die ein oder andere Minute mehr an eigener Sendezeit rausschlagen wenn denn das Komzept für diese Zeit gut ist. Und dann wird auch jede LMA noch so ihre "Spezialitäten" haben. So kann man hier im Saarland zum Beispiel noch bis zu 60 Minuten zusätzliche Sendezeit bekommen wenn man diese mit französisch sprachigem Inhalt füllt. Ob das überhaupt jemand hören will und ob das für die allermeisten nicht eher ein Abschaltgrund ist (siehe Antenne Saar) steht allerdings auf einem anderen Blatt.

von Spacelab - am 12.07.2016 16:15
Nicht mehr ganz neu, aber hier im Forum noch nicht gepostet: Ende Oktober ist der endgültige Entwurf des Zwanzigsten Rundfunkänderungsstaatsvertrages verabschiedet worden.


Vorher kurz OT zur Geschichte Restniederschlesiens: https://de.wikipedia.org/wiki/Oberlausitz#S.C3.A4chsische_und_preu.C3.9Fische_Oberlausitz_.281815.E2.80.931945.29.


Zum Telemediengesetz: Das Telemediengesetz verweist zur Abgrenzung auf die Rundfunkdefinition des Rundfunkstaatsvertrages (§ 1 Abs. 1 Satz 1 TMG). Die besonderen Anforderungen an die Inhalte ergeben sich aus dem Rundfunkstaatsvertrag (§ 1 Abs. 4 TMG). Telemedien sind im Rahmen der Gesetze zulassungs- und anmeldefrei (§ 4 TMG, § 54 Abs. 1 Satz 1 RStV). Anbieter können sich jedoch eine rundfunkrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen lassen (§ 20 Abs. 2 Satz 3 RStV). Die 80 Minuten der saarländischen Landesmedienanstalt dürften eine Richtgröße für solche Telemedien sein, in denen etwas Rundfunkähnliches stattfindet.


"Dokumente und Debatten" ist (jedenfalls nach meinem Dafürhalten) Rundfunk, ohne gleich ein eigenes Programm zu sein, wie die verschiedenen über Mittel-, Lang- und Kurzwelle ausgestrahlten Sonderprogrammschienen des Deutschlandradios vorher auch, deren Bündelung in digitaler Form "Dokumente und Debatten" ja ist. Im Telemedienkonzept des Deutschlandradios, in dem sogar die Ausstrahlung der Programmnamen (PS) im RDS aufgeführt ist, sucht man "Dokumente und Debatten" vergeblich.

Mit dem Anbieten von Telemedien ist das Deutschlandradio bereits seit 2009 in der heutigen Form durch den Rundfunkstaatsvertrag beauftragt (§ 11 d Abs. 1 RStV). Bei der Änderung des Deutschlandradio-Staatsvertrages geht es diesbezüglich um Konkretisierung und Reglementierung. Da das Deutschlandradio auch bisher schon sparsam war, wird sich de facto nichts ändern.


§ 2 Abs. 1 DLR-StV wird nach Art. 2 Nr. 4 lit. b des 20. RÄStV zukünftig folgendermaßen lauten (https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2016-11-02_Drs-19-805_902f6.pdf):

"Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme mit den Schwerpunkten in den Bereichen Information, Bildung und Kultur:

1. das Programm „Deutschlandfunk“,

2. das Programm „Deutschlandfunk Kultur“,

3. das in digitaler Technik verbreitete Programm „Deutschlandfunk Nova“ nach Maßgabe des als Anlage beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten kooperieren hierzu mit der Körperschaft,

4. ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3 aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines nach § 11 f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten Verfahrens.

Das Programm nach Satz 1 Nr. 1 kann bei digitaler Übertragung für Liveübertragungen aus dem Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder den Landtagen, von Diskussionsrunden, Reden, Festakten und Preisverleihungen sowie von ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten Sendungen der Mitglieder der Körperschaft zeitweise in angemessenem Umfang auseinandergeschaltet werden. Die Körperschaft bietet Telemedien nach Maßgabe dieses Staatsvertrages und des Rundfunkstaatsvertrages an."



Zur Obergrenze (sic! – damals von der CSU gefordert, soweit ich mich erinnere) der Zahl der terrestrischen Hörfunkprogramme der Landesrundfunkanstalten der ARD folgende Anlage zur amtlichen Begründung zum Achten Rundfunkänderungsstaatsvertrag:

[attachment 8654 Programmzahl_zum_1__April_2004.jpg]

(Quelle: http://www.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/3721-14.pdf)

Zu berücksichtigen: Eine Anstalt kann zugunsten einer anderen Anstalt auf Programme verzichten (siehe Begründung zum 8. RÄStV in obiger Quelle). Des weiteren kam 2009 die Bestimmung hinzu, daß "Kooperationsprogramme [...] jeweils als ein Programm der beteiligten Anstalten gerechnet" werden (heute § 11 c Abs. 2 Satz 4 RStV). Danach dürfte sich die Zahl der Programme von Radio Bremen auf vier erhöht haben (Funkhaus Europa), die Gesamtzahl auf 65 (analog 56).

Aus Spaß an der Freud die Programme vom 1. April 2004 bis heute (mit "zusätzliches Digitalprogramm nach RStV" o. ä. meine ich ein zusätzliches digitales terrestrisches Hörfunkprogramm nach § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV):

Bayerischer Rundfunk (zur Situation am 1. April 2004 siehe https://web.archive.org/web/20040715184749/http://www.br-online.de/br-intern/technik/sv_2004.pdf):
A1: Bayern 1
A2: Bayern2Radio -> Bayern 2
A3: Bayern 3
A4: Bayern 4 Klassik -> BR-Klassik
A5: B5 aktuell
D1: Bayern Mobil oder Bayern mobil -> Bayern plus (ab 10.01.2011 Mittelwellenverbreitung an Stelle von on3-radio)
D2: Das Modul -> Bavarian Open Radio (auf dem Modul -> 08.10.2007 Relaunch und Mittelwellenverbreitung) -> on3-radio (Mittelwellenverbreitung bis 10.01.2011) -> puls
D3: BR News + Wetter -> BR News -> eingestellt | 08.10.2007 B5 plus, digitale Fortführung des Mittelwellensonderprogramms
D4: BR Business -> eingestellt 01.01.2005 | 01.04.2005 Bayern2+ -> Bayern 2 plus -> eingestellt | BR Heimat
D5: BR Verkehr
Würde man B5 plus nicht mehr als eigenes Programm zählen, dürfte der BR noch ein weiteres digitales Programm veranstalten. Nach RStV könnte außerdem ein zusätzliches Digitalprogramm beauftragt werden, was der bayerische Gesetzgeber bisher nicht getan hat.

Hessischer Rundfunk:
A1: hr1
A2: hr2 -> hr2-kultur
A3: hr3
A4: hr4
A5: hr-klassik -> eingestellt | auf diesem Platz sendet heute 1LIVE diggi (bzw. AntenneSaar, s. u.)
A6: YOU FM
A7: hr-skyline -> hr-iNFO
Das HR-Gesetz beauftragt sechs Hörfunkprogramme in beliebiger terrestrischer Übertragungstechnik und erlaubt das zusätzliche Digitalprogramm nach RStV.

Mitteldeutscher Rundfunk:
A1: MDR 1 Radio Sachsen, das sorbische Programm ist ein Fenster von MDR 1 Radio Sachsen, MDR Sachsen Extra, das Debatten des Sächsischen Landtags, die bis April 2013 noch über den Mittelwellensender Wilsdruff gesendet wurden, und "die Sachsen-Spiele der 3. Liga und des DFB-Pokals" (http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen/programm/sport/fussball-livestream110.html) überträgt, gilt als "weitere Regionalvariante" von MDR 1 Radio Sachsen (http://www.mdr.de/presse/hoerfunk/presseinformation2916.html)
A2: MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt -> MDR Sachsen-Anhalt
A3: MDR 1 Radio Thüringen -> MDR Thüringen – Das Radio
A4: Jump -> MDR Jump
A5: MDR Figaro -> MDR Kultur – Das Radio
A6: MDR Info -> MDR Aktuell – Das Nachrichtenradio
A7: Sputnik -> MDR Sputnik
D1: MDR Klassik
Zusätzliche Digitalprogramme nach RStV sind durch die Formulierungen des MDR-Staatsvertrages bereits ermöglicht (wohl nicht ganz unumstritten). Auf Sendung ist MDR Schlagerwelt, ein Kinderradio geplant (das ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramm MDR Kultur – Figarino soll hingegen eingestellt werden [dafür soll MDR Kultur einen weiteren Sendungsloop für deutschsprachige Musik bekommen]). Neben dem Kinderradio wäre also noch ein weiteres Digitalprogramm möglich.

Norddeutscher Rundfunk:
A1: NDR 90,3
A2: NDR 1 Niedersachsen
A3: NDR 1 Welle Nord
A4: NDR 1 Radio MV
A5: NDR 2
A6: NDR Kultur
A7: NDR Info
A8: N-JOY
Drei zusätzliche Digitalprogramme durch NDR-Digitalradio-Staatsvertrag beauftragt: NDR Musik Plus (vorher bereits Testbetrieb) -> NDR Blue; NDR Info Spezial (vorher bereits und auch danach noch Mittelwellensonderprogramm); NDR Traffic (vorher bereits Testbetrieb) -> NDR Plus. Letzteres Programm darf gegen ein anderes mit anderem inhaltlichen Schwerpunkt ausgetauscht werden. Nach RStV wäre ein weiteres Digitalprogramm möglich, das ausdrücklich zur Kostenbegrenzung nicht beauftragt wurde.

Radio Bremen:
A1: Bremen Eins
A2: Bremen Vier
A3: Nordwestradio
A4: Funkhaus Europa -> seit 2011/12 (?) bzw. 2016 nicht mehr mitgezählt | Bremen Next viertes Programm seit 2016, vorher zusätzliches Digitalprogramm, davor als Bremen Vier Next ausschließlich im Internet verbreitetes Hörfunkprogramm
Ein zusätzliches Digitalprogramm nach Radio-Bremen-Gesetz möglich. Außerdem nach wie vor Verbreitung von Funkhaus Europa -> (Bremen) Cosmo (Veranstalter: WDR) und KiRaKa. Drei ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme: Bremen Eins Spezial; Bremen Vier Spezial; Nordwestradio Spezial.

Rundfunk Berlin-Brandenburg:
A1: Antenne Brandenburg
A2: 88acht -> radioBerlin 88,8
A3: radioeins
A4: Fritz
A5: kulturradio
A6: Inforadio, als Fenster das sorbische/wendische Programm
A7: radiomultikulti -> eingestellt
Der RBB-Staatsvertrag sieht die Veranstaltung von sieben Hörfunkprogrammen vor, nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme sind nicht vorgesehen. Verbreitung von Funkhaus Europa -> (rbb) Cosmo (nicht mitgezählt) an Stelle von radiomultikulti (sowie über DAB+ weiterer Programme).

Saarländischer Rundfunk:
A1: SR 1 Europawelle
A2: SR 2 KulturRadio
A3: SR 3 Saarlandwelle
A4: 103.7 UnserDing
D1: SR Info ( https://web.archive.org/web/20041208193835/http://www.sr-online.de/intern/index.jsp?dir=22&aufklapp=116&akt=978 ) -> AntenneSaar (mit analoger Mittelwellenverbreitung, weshalb auch der Platz von hr-klassik hierfür in Frage käme, 1LIVE diggi hätte dann den von SR Info bekommen; der Austausch eines digitalen gegen ein analoges Programm war nach RStV auch damals schon nicht zulässig [der bayerische Gesetzgeber hat für diesen Sachverhalt eine eigene Formulierung gefunden, die mathematisch auf dasselbe hinausläuft und daher dem RStV nicht nur nicht widerspricht, sondern das Gemeinte genau umsetzt], man könnte aber argumentiert haben, daß der Übergang von SR Info zu AntenneSaar kein Austausch war; erst nachdem der Bayerische Rundfunk sein Jugendradio auf die analoge Mittelwelle gebracht hatte, ist durch Ergänzung des RStV die "analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme" explizit untersagt worden [es sei denn, es fände ein Austausch statt])
Ein zusätzliches Digitalprogramm nach RStV beauftragt, diesen Platz nimmt KiRaKa ein. Vier ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme: SR 1 Lounge; SR 2 OffBeat; SR 3 SchlagerWelt; UnserDing Zukunft.

Südwestrundfunk:
A1: SWR1 Baden-Württemberg
A2: SWR1 Rheinland-Pfalz
A3: SWR2
A4: SWR3
A5: SWR4 Baden-Württemberg
A6: SWR4 Rheinland-Pfalz
A7: DASDING
A8: SWR cont.ra -> SWRinfo (-> SWR Aktuell, ab Februar)
Nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme nicht beauftragt. Ein ausschließlich im Internet verbreitetes Hörfunkprogramm: SWR2 Archivradio.

Westdeutscher Rundfunk Köln:
A1: 1LIVE
A2: WDR 2
A3: WDR 3
A4: WDR 4
A5: WDR 5
A6: Funkhaus Europa -> (WDR) Cosmo
D1: WDR 2 Klassik -> eingestellt (im Internet gab es noch kurzzeitig Mein WDR Radio Klassik Aktuell sowie Mein WDR Radio Klassik mit Wissenschafts- und Bildungsthemen) | KiRaKa (vorher Webchannel)
D2: WDR-Verkehrskanal VERA
D3 (ohne die Hessen wäre das eins zuviel): 1LIVE diggi, am 16.08.2004 im Rahmen des nordrhein-westfälischen DAB-Pilotprojekts auf Sendung gegangen, im Dezember 2009 durch den Landesgesetzgeber explizit beauftragt, spätestens dafür war der Platz von hr-klassik resp. SR Info erforderlich, die Regelung des heutigen § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV ist erst 2010 in Kraft getreten
WDR 2 Sport -> WDR Event wird nicht als Programm gezählt. Ein zusätzliches Digitalprogramm nach § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV wäre möglich, wenn der Landesgesetzgeber es beauftragen würde, was er bisher nicht getan hat.

Bei gegenwärtiger Zählung (nehmen wir die einfach mal so hin) dürften nach RStV also BR, HR, NDR, Radio Bremen und WDR ein weiteres Digitalprogramm, MDR, RBB und SWR zwei weitere Digitalprogramme veranstalten. Davon landesrechtlich möglich sind zur Zeit jedoch nur das vom HR und das von Radio Bremen sowie die zwei vom MDR.

von Michel OS - am 10.01.2017 10:29
Zitat
Spacelab
Das heißt also das nicht alles was der RStV erlaubt auch gemacht werden darf?

Das kann man nicht so verallgemeinern. In Bezug auf das zusätzliche Digitalprogramm steht im derzeitigem RStV:
Zitat

Das Landesrecht kann vorsehen, dass die jeweilige Landesrundfunkanstalt zusätzlich so
viele digitale terrestrische Hörfunkprogramme veranstaltet wie sie Länder versorgt.

Im Gegensatz zu der 1.4.2004-Regelung wurde das hier also bewusst so geregelt dass nicht allein die jeweilige ARD-Anstalt entscheiden kann, ob sie diesen Platz nutzen möchte oder nicht, sondern so dass dies von der Landespolitik entschieden werden darf.

von Zwölf - am 10.01.2017 12:11
Zitat
zerobase now
Was genau bedeutet "landesrechtlich möglich"?


Stimmt, das ist vielleicht mißverständlich. Den entsprechenden Anstalten nach gegenwärtig für sie geltendem Landesrecht möglich, habe ich gemeint (und natürlich nur, soweit ich das beurteilen kann ;)). Die Landesgesetzgeber schöpfen ja zum überwiegenden Teil die Möglichkeit des § 11 c Abs. 2 Satz 2 RStV zur Zeit nicht (voll) aus (soweit ich den Überblick habe).

Und ich sehe gerade, daß ich zu VERA noch den Hinweis hätte geben sollen, daß es bis 2015 zu bestimmten Zeiten auch analog über Mittelwelle und also in dieser Hinsicht nicht ausschließlich digital verbreitet wurde.

von Michel OS - am 10.01.2017 12:24
Zitat

Davon landesrechtlich möglich sind zur Zeit jedoch nur das vom HR und das von Radio Bremen sowie die zwei vom MDR.

Wie werden diese landesrechtlichen Umsetzungen denn eigentlich beschlossen? Jeder Landtag kann ja eigentlich nur für sein Land eine Entscheidung treffen. Es klingt danach, dass jeder Landtag über ein zusätzliches Programm entscheiden dürfe. Aber könnte es nicht auch so sein, dass man sich z.B. in Thrüingen dafür entschließen kann zwei Programme zuzulassen und die anderen Länder das dann einfach mittragen müssen? Oder das sich die drei Länder gemeinsam darauf verständigen nur 2 Programme zulassen zu wollen und deshalb alle drei in ihre Landesgesetze nur 2 Programme hineinschreiben?

von Zwölf - am 10.01.2017 12:43
Also ich muss gestehen ich bin jetzt immer noch keinen Millimeter schlauer. Mir ist das immer noch zu viel wenn und aber.

Um das jetzt mal konkret an einer Anstalt festzumachen: vom SR selbst hieß es mal in einem Artikel in der Saarbrücker Zeitung in dem die einzelnen Programme vorgestellt wurden, das man aus Antenne Saar nicht mehr machen dürfe. Es wäre schon mehrfach die Kritik aufgekommen dass das Programm nur ein stumpfer Zusammenschnitt aus anderen Programmen sei. Quasi ohne eigenen Inhalt. Auf diese Kritik müsse man leider immer nur mit einem "Wir dürfen leider nicht mehr machen." reagieren. Jetzt frage ich mich natürlich wieso? Wenn die Aufzählung hier stimmt dürfte der SR doch sehr wohl ein vollwertiges Programm aus Antenne Saar machen. Und vor allem: was ist denn Antenne Saar jetzt überhaupt? Ein Telemediendienst ganz sicher nicht. Also kann es nur ein zugelassenes Vollprogramm sein und dann verstehe ich nicht warum man nicht mehr aus dem Programm machen darf.

von Spacelab - am 10.01.2017 12:45
Zitat
iro
Zitat
Zwölf
Im Gegensatz zu der 1.4.2004-Regelung wurde das hier also bewusst so geregelt dass nicht allein die jeweilige ARD-Anstalt entscheiden kann, ob sie diesen Platz nutzen möchte oder nicht, sondern so dass dies von der Landespolitik entschieden werden darf.

Das konnte auch vorher nicht die jeweilige ARD-Anstalt alleine entscheiden. Wenn dieser in den Sinn kam, ein zweites, drittes, viertes oder fünftes UKW-Programm zu veranstalten, hat auch darüber die Landespolitik entschieden und nicht die Anstalt.

Das habe ich ja auch nicht behauptet. Aber für die Programmplätze die den ARD-Anstalten damals zugeteilt wurden, haben sie inzwischen die Gestaltungsfreiheit oder können sie auch brach liegen lassen und später wieder reaktivieren ohne erst eine Erlaubnis einholen zu müssen. Ich vermute, dass es vor 2004 keine Regelung im RfSV gab, die die Anzahl der Programme bregrenzt hätte. Da Rundfunk Ländersache ist, war es somit eine Angelegenheit die auf Landesbasis zu regeln war.

von Zwölf - am 10.01.2017 12:52
Zitat
Zwölf
Zitat

Davon landesrechtlich möglich sind zur Zeit jedoch nur das vom HR und das von Radio Bremen sowie die zwei vom MDR.

Wie werden diese landesrechtlichen Umsetzungen denn eigentlich beschlossen? Jeder Landtag kann ja eigentlich nur für sein Land eine Entscheidung treffen. Es klingt danach, dass jeder Landtag über ein zusätzliches Programm entscheiden dürfe. Aber könnte es nicht auch so sein, dass man sich z.B. in Thrüingen dafür entschließen kann zwei Programme zuzulassen und die anderen Länder das dann einfach mittragen müssen? Oder das sich die drei Länder gemeinsam darauf verständigen nur 2 Programme zulassen zu wollen und deshalb alle drei in ihre Landesgesetze nur 2 Programme hineinschreiben?

Beispiel NDR: Die beteiligten 4 Länder schließen einen Staatsvertrag ab, hier ist es der NDR-Digitalradio-Staatsvertrag. Da steht drin, was diese 4 Länder ausgehandelt und vereinbart haben. Dieser Vertrag wird dann von den Regierungschefs der Länder unterzeichnet und anschließend von den Landesparlamenten der beteiligten Länder ratifiziert. Danach erst gilt der Vertrag.
=> http://web.ard.de/ard-chronik/index/11775?year=2016

Zitat

Ich vermute, dass es vor 2004 keine Regelung im RfSV gab, die die Anzahl der Programme bregrenzt hätte. Da Rundfunk Ländersache ist, war es somit eine Angelegenheit die auf Landesbasis zu regeln war.
Ich vermute mal mit, da ich keine Lust habe alte RStVs durchzusehen ;) Bis dahin war die Zahl der möglichen Programme wohl auch ganz einfach durch den Mangel an UKW-Frequenzen begrenzt, so daß i.d.R. keiner über 5 Programme hinausging. Mal abgesehen von "WDR 6"...

=> http://www.mdr.de/presse/unternehmen/download1278.html
Hier geht es zum MDR-Staatsvertrag. In dem steht z.B.
"Der MDR veranstaltet drei Hörfunkprogramme, die über UKW verbreitet werden. Eines dieser Hörfunkprogramme besteht aus drei unterschiedlichen Landesprogrammen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (§ 4). Ein Hörfunkprogramm nach Satz 1 kann über Satellit abgestrahlt werden. Der MDR kann ein weiteres überregionales Hörfunkprogramm veranstalten, das über Mittelwelle verbreitet wird."

von iro - am 10.01.2017 12:57
Zitat
Spacelab
Also ich muss gestehen ich bin jetzt immer noch keinen Millimeter schlauer. Mir ist das immer noch zu viel wenn und aber.

Um das jetzt mal konkret an einer Anstalt festzumachen: vom SR selbst hieß es mal in einem Artikel in der Saarbrücker Zeitung in dem die einzelnen Programme vorgestellt wurden, das man aus Antenne Saar nicht mehr machen dürfe. Es wäre schon mehrfach die Kritik aufgekommen dass das Programm nur ein stumpfer Zusammenschnitt aus anderen Programmen sei. Quasi ohne eigenen Inhalt. Auf diese Kritik müsse man leider immer nur mit einem "Wir dürfen leider nicht mehr machen." reagieren. Jetzt frage ich mich natürlich wieso? Wenn die Aufzählung hier stimmt dürfte der SR doch sehr wohl ein vollwertiges Programm aus Antenne Saar machen. Und vor allem: was ist denn Antenne Saar jetzt überhaupt? Ein Telemediendienst ganz sicher nicht. Also kann es nur ein zugelassenes Vollprogramm sein und dann verstehe ich nicht warum man nicht mehr aus dem Programm machen darf.



Ich denke, daß das programmrechtlich schon möglich wäre, aber an der Finanzierung hapert, die man sich ja auch genehmigen lassen muß. Wenn der SR AntenneSaar ausbauen wollte, müßte er die Mittel dafür woanders abziehen. Oder zusätzlichen Finanzbedarf geltend machen. Als Nehmer im Finanzausgleich war er bisher möglicherweise auch weniger frei in seinen finanziellen Entscheidungen.

von Michel OS - am 10.01.2017 13:16
Zitat
Michel OS
Rundfunk Berlin-Brandenburg:
A1: Antenne Brandenburg
A2: 88acht -> radioBerlin 88,8
A3: radioeins
A4: Fritz
A5: kulturradio
A6: Inforadio, als Fenster das sorbische/wendische Programm
A7: radiomultikulti -> eingestellt
Der RBB-Staatsvertrag sieht die Veranstaltung von sieben Hörfunkprogrammen vor, nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme sind nicht vorgesehen. Verbreitung von Funkhaus Europa -> (rbb) Cosmo (nicht mitgezählt) an Stelle von radiomultikulti


Ich würde die Programme A1 und A2 als A1 Berlin und A1 Brandenburg sehen und nicht als zwei Programme.

Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg
vom 25. Juni 2002 in der Fassung des Ersten Staatsvertrages zur Änderung des Staatsvertrages über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg vom 30. August/11. September 2013

§ 4 Angebote
(2) Der Rundfunk Berlin-Brandenburg veranstaltet folgende Rundfunkprogramme:
2. für Berlin und Brandenburg vier Hörfunkprogramme, die jeweils einen der folgenden Schwerpunkte haben müssen:
- Kultur, -> kulturradio (A5)
- Nachrichten und Information, -> Inforadio (A6)
- Inhalte für ein jüngeres Publikum, -> Fritz (A4)
- populäre Musik, Information und Unterhaltung; -> radioeins (A3)

3. für Brandenburg ein regionales Hörfunkprogramm und für Berlin ein regionales Hörfunkprogramm sowie ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt.

-> Regionales Hörfunkprogramm für Brandenburg: Antenne Brandenburg (A1 BB)
-> Regionales Hörfunkprogramm für Berlin: radioBERLIN 88,8 (A1 B)
-> für Berlin ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt: RBB Cosmo (A7)

Oder gibt es bereits eine Änderung der Verträge? In Brandenburg sind es dann nur 5 Programme und in Berlin 6 Programme. Und "multikulti" eingestellt stimmt auch nicht, denn der RBB produziert weiterhin Inhalte für Cosmo. Ich weiß jetzt nicht welche Sprachversionen aus Berlin kommen aber es kommt nicht alles aus Köln.

Wozu zählt das sorbische Programm? Es verwundert mich, dass es in Branenburg nicht in RBB Cosmo integriert wird.

Beim NDR gibt es auch getrennte Programmräte für die Bundesländer und NDR 1 wird auch schon mal zusammengeschaltet oder irre ich mich, also ist es nur ein Programm das einander geschaltet wird.

von Seltener Besucher - am 10.01.2017 13:28
Zitat
iro
Ich vermute mal mit, da ich keine Lust habe alte RStVs durchzusehen ;) Bis dahin war die Zahl der möglichen Programme wohl auch ganz einfach durch den Mangel an UKW-Frequenzen begrenzt, so daß i.d.R. keiner über 5 Programme hinausging. Mal abgesehen von "WDR 6"...


Ich habe sie durchgesehen. ;) Vor Inkrafttreten des Achten Rundfunkänderungsstaatsvertrages 2005 gab es keine Begrenzung der Zahl der Hörfunkprogramme im Rundfunkstaatsvertrag.


Zitat
iro
=> http://www.mdr.de/presse/unternehmen/download1278.html
Hier geht es zum MDR-Staatsvertrag. In dem steht z.B.
"Der MDR veranstaltet drei Hörfunkprogramme, die über UKW verbreitet werden. Eines dieser Hörfunkprogramme besteht aus drei unterschiedlichen Landesprogrammen für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (§ 4). Ein Hörfunkprogramm nach Satz 1 kann über Satellit abgestrahlt werden. Der MDR kann ein weiteres überregionales Hörfunkprogramm veranstalten, das über Mittelwelle verbreitet wird."


Der MDR-Staatsvertrag ist wirklich ein Sonderfall insofern, als er sehr alt ist (1991) und nie geändert wurde. Die zusätzlichen Digitalprogramme stützen sich auf § 3 Abs. 3 und 4:
"(3) Die Länder weisen dem MDR die für die Programme benötigten technischen Übertragungsmöglichkeiten einvernehmlich zu. Dies gilt auch für die Veranstaltung weiterer Programme und Landesprogramme.
(4) Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der MDR sendetechnisch und programmlich vergleichbare Entwicklungsmöglichkeiten wie andere Landesrundfunkanstalten."

von Michel OS - am 10.01.2017 13:30
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Michel OS
Rundfunk Berlin-Brandenburg:
A1: Antenne Brandenburg
A2: 88acht -> radioBerlin 88,8
A3: radioeins
A4: Fritz
A5: kulturradio
A6: Inforadio, als Fenster das sorbische/wendische Programm
A7: radiomultikulti -> eingestellt
Der RBB-Staatsvertrag sieht die Veranstaltung von sieben Hörfunkprogrammen vor, nach RStV mögliche (zwei) zusätzliche Digitalprogramme sind nicht vorgesehen. Verbreitung von Funkhaus Europa -> (rbb) Cosmo (nicht mitgezählt) an Stelle von radiomultikulti


Ich würde die Programme A1 und A2 als A1 Berlin und A1 Brandenburg sehen und nicht als zwei Programme.

Staatsvertrag über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg
vom 25. Juni 2002 in der Fassung des Ersten Staatsvertrages zur Änderung des Staatsvertrages über die Errichtung einer gemeinsamen Rundfunkanstalt der Länder Berlin und Brandenburg vom 30. August/11. September 2013

§ 4 Angebote
(2) Der Rundfunk Berlin-Brandenburg veranstaltet folgende Rundfunkprogramme:
2. für Berlin und Brandenburg vier Hörfunkprogramme, die jeweils einen der folgenden Schwerpunkte haben müssen:
- Kultur, -> kulturradio (A5)
- Nachrichten und Information, -> Inforadio (A6)
- Inhalte für ein jüngeres Publikum, -> Fritz (A4)
- populäre Musik, Information und Unterhaltung; -> radioeins (A3)

3. für Brandenburg ein regionales Hörfunkprogramm und für Berlin ein regionales Hörfunkprogramm sowie ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt.

-> Regionales Hörfunkprogramm für Brandenburg: Antenne Brandenburg (A1 BB)
-> Regionales Hörfunkprogramm für Berlin: radioBERLIN 88,8 (A1 B)
-> für Berlin ein Hörfunkprogramm mit dem Schwerpunkt kulturelle Vielfalt: RBB Cosmo (A7)

Oder gibt es bereits eine Änderung der Verträge? In Brandenburg sind es dann nur 5 Programme und in Berlin 6 Programme. Und "multikulti" eingestellt stimmt auch nicht, denn der RBB produziert weiterhin Inhalte für Cosmo. Ich weiß jetzt nicht welche Sprachversionen aus Berlin kommen aber es kommt nicht alles aus Köln.

Wozu zählt das sorbische Programm? Es verwundert mich, dass es in Branenburg nicht in RBB Cosmo integriert wird.

Beim NDR gibt es auch getrennte Programmräte für die Bundesländer und NDR 1 wird auch schon mal zusammengeschaltet oder irre ich mich, also ist es nur ein Programm das einander geschaltet wird.


Landesprogramme zählen einzeln, sie sind ja auch tatsächlich eigene (Voll)programme. Was der Rundfunkstaatsvertrag festlegt, ist eine Begrenzung der Zahl aller terrestrischen Hörfunkprogramme aller Landesrundfunkanstalten der ARD zusammen. Nicht mehr. Daß der RBB-Staatsvertrag für Brandenburg fünf und für Berlin sechs Hörfunkprogramme vorsieht, ist richtig, spielt aber keine Rolle. radiomultikulti ist eingestellt worden, der RBB ist nicht Veranstalter von Cosmo.

von Michel OS - am 10.01.2017 13:45
Zitat
Spacelab
Wenn die Aufzählung hier stimmt dürfte der SR doch sehr wohl ein vollwertiges Programm aus Antenne Saar machen. Und vor allem: was ist denn Antenne Saar jetzt überhaupt? Ein Telemediendienst ganz sicher nicht. Also kann es nur ein zugelassenes Vollprogramm sein und dann verstehe ich nicht warum man nicht mehr aus dem Programm machen darf.


Ich kann mir nur vorstellen dass der SR kein Interesse daran hat mehr aus dem "Programm" zu machen. Selbst wenn sie einer ihrer unmoderierten Webchannels an Stelle von "Antenne Saar" aufschalten würden, hätte der schätzungsweise um Dimensionen mehr Hörer als dieses oftmals völlig unkoordiniert wirkende Sammelsurium von Übernahmen in unterschiedlichsten Sprache.

von FrankSch - am 10.01.2017 15:43
Zitat
zerobase now
VERA ist ja auch kein Programm, sondern eher ein Informationsdienst. Von daher ist VERA wohl sowieso unstrittig.


Das sehe ich anders. VERA ist 2004 als Programm gezählt worden und war 2016 auch in der Auflistung der Hörfunkprogramme, die gemäß RStV (''erstmals zum 1. Januar 2010'') jährlich veröffentlicht werden muß, als Hörfunkprogramm geführt. Von daher könnte VERA besonders strittig werden, nämlich dann, wenn der WDR es gegen ein "richtiges" (man beachte die Anführungszeichen) Programm austauschen wollen würde.

Die Auflistung der Hörfunkprogramme von 2016 kann man z. B. hier: https://ssl.bremen.de/senatskanzlei/sixcms/media.php/13/2016_07_01_ABl_Nr_0122_Hoerfunkprogramme_ARD_DLR_signed.64188.pdf oder hier: https://www.verkuendung-bayern.de/kwmbl/jahrgang:2016/heftnummer:8/seite:116 bzw. https://www.verkuendung-bayern.de/files/kwmbl/2016/08/kwmbl-2016-08.pdf#page=4 finden.

von Michel OS - am 11.01.2017 01:17
Dazu müsste man erstmal definieren, was unter einem Programm zu verstehen ist. Also eine Computerstimme die alle 2 Minuten die Staumeldungen abgehackt und mit falscher Aussprache wiederholt, zählt für mich definitiv nicht dazu. Für mich gehört zu einem Programm zumindest Musik und/oder Moderation. Jetzt kann man streiten was DoKDeb vom DLF ist, wenn dort Debatten übertragen werden. Ist dann jedenfalls eher ein Programm als VERA, wobei man bei DokDeb auch streiten könnte, ob es sich um ein Programm handelt. Da ja nur etwas übertragen wird, was ja eigentlich nicht in für den Rundfunkhörer gemacht wird. Es wird ja auch im TV und Internet übertragen. Es erfolgt ja auch keine Kommentierung oder Einschätzung aus dem Studio. Von daher ist DokDeb für mich ein Grenzfall.

von zerobase now - am 11.01.2017 07:24
Zitat
zerobase now
Dazu müsste man erstmal definieren, was unter einem Programm zu verstehen ist. Also eine Computerstimme die alle 2 Minuten die Staumeldungen abgehackt und mit falscher Aussprache wiederholt, zählt für mich definitiv nicht dazu.

NDR Traffic z.B. war ein Programm, weil es ein Vertrag zu einem solchen erklärte. Mittlerweile wurde ja auch rein richtiges Programm daraus gemacht.
VERA ganz ähnlich... hier geht es vor allem darum, dieses noch als analog-terrestrisches "Programm" mit in die Zählung zu bekommen.
DokDeb ist offiziell keines und darf auch keines sein, obwohl es sich so anhört. Hier sagt man ganz einfach: es werden ja keine Inhalte extra dafür produziert, also ist es keins. Punkt.

von iro - am 11.01.2017 08:41
Zitat
Languedoc
Ziel muss es sein, nicht noch mehr Programme auf Kosten der Zwangsbeitragszahler zu haben, sondern die Zahl auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Wir brauchen nicht 10 x so viele zwangsbezahlte Sender wie Italien, Spanien, Frankreich oder UK.
Bei momentan 16 Bundesländern sind natürlich 16 Programme gesetzt, aber auf Dauer sind sicher keine 66 + bezahlbar.


Das halte ich für ein ziemlich gewagtes Statement, zumal es einfach falsch ist. In Frankreich gibt es auch in der France-Bleu-Kette ein Regionalprogramm pro Region. Man könnte darüber diskutieren, einen Teil der Landesprogramme in bundesweite Spezialprogramme umzuwidmen, aufgrund der Diversität der deutschen Kulturräume und der Politik (F ist ein Zentralstaat, D nicht!) müssen Kultur- und Informationsprogramme nunmal landesbezogen sein. Was interessiert mich schon Landespolitik in Schleswig-Holstein, oder ein Kulturthema in Rostock (da interessiert mich eines in Salzburg schon mal mehr...) - ich bin ja sprachlich schon näher am Schweizer als am Niedersachsen.

Für mich ist nicht die Frage, brauchen wir 66 Programme (ich sage: gerne noch mehr), sondern: wie viele davon kann ich empfangen.

von DH0GHU - am 11.01.2017 10:20
Zitat
Languedoc
Ziel muss es sein, nicht noch mehr Programme auf Kosten der Zwangsbeitragszahler zu haben, sondern die Zahl auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren. Wir brauchen nicht 10 x so viele zwangsbezahlte Sender wie Italien, Spanien, Frankreich oder UK.
Bei momentan 16 Bundesländern sind natürlich 16 Programme gesetzt, aber auf Dauer sind sicher keine 66 + bezahlbar.


Im Tal der Ahnungslosen reichte den Menschen eine Stimme. Leicht verrät man wo man aufgewachsen ist, wenn man Forderungen nach weniger Vielfalt stellt. Schaut man sich die Versorgung in Deutschland an, dann ist diese ehr unterdurchschnittlich im Vergleich zu den Nachbarländern:

Polen:
Fläche: 312.679 km²
Einwohner: 38,5 Mio.
Hörfunk: 4 landesweite Sender (PR 1 – 3, PR24) + 17 regionale ö-r Sender + 6 Lokalsender + 4 digitale Spartensender landesweit in DAB+ und 4 regionale Spartensender in DAB+

Öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme in Polen: 35 Programme

Niederlande:
Fläche: 41.548 km²
Einwohner: 16,9 Mio.
Hörfunk: 7 landesweite Sender (NPO 1 – 6, Fun) + 13 regionale ö-r Sender + 7 digitale Spartensender in DAB+

Öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme in den Niederlanden: 27 Programme

NRW:
Fläche: 34.110 km²
Einwohner: 17,8 Mio.
Hörfunk: 6 landesweite Sender (WDR 1 – 5, Cosmo) + 0 regionale ö-r Sender + 3 digitale Spartensender

Öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme in den Nordrhein-Westfalen: 9 Programme

Wenn ich die Anzahl der Einwohner und der Programme in Polen halbiere, dann komme ich etwa auf die Einwohnerzahl NRWs, aber 35 : 2 = 17,5 Programme. Egal wie ich rechne, bin ich in Deutschland immer benachteiligt. Das Angebot ist immer noch geringer als in den Nachbarländern. Viele kleinere Länder leisten sich eine größere Programmvielfalt auch öffentlich-rechtlich. Wer hier gegen den ARD-Hörfunk etwas schreibt, hat zu viel AfD-Propaganda gelesen.

Die Programme sind deshalb bezahlbar, weil diese zusammenarbeiten und die ganze Programmstrecken gemeinsam produzieren oder von anderen Anstalten übernehmen. Wer sich die Medienmagazine im ARD-Hörfunk anhört, merkt schnell, dass einige Berichte in allen Programmen laufen.

Die Kooperation der ARD-Anstalten ist ein Vorbild für die Sender im Ausland. Die Hörfunknächte bekommen die Polen nicht hin. Der Gesetzgeber sagt, dass die Programme von 6 bis 23 Uhr senden sollen, nachts gibt es vielmals nur Programm von der Festplatte ohne Nachrichten.

von Seltener Besucher - am 11.01.2017 11:30
Zitat
Die BBC betreibt je nach Lesart 59 oder 60 Radioprogramme.

Wenn man alle Regionalfenster rechnet, betreibt die ARD über 100 Programme. Man schaue nur mal den WDR an mit seinen Fenstern.
Fakt ist, wir brauchen weniger Staatsfernsehen auf Zwangseinnahmenbasis und mehr Wettbewerb. Runter mit der Rundfunkgebühr!
DAB ist bei den öffR so beliebt, weil es eine Rechtfertigung für noch mehr Bläh ist - und das schon seit 20 Jahren siehe hr skyline, chronos und xxl, die auch "nur" als "digitale Zusatzprogramme" gestartet waren und natürlich trotzdem weiter bezahlt werden, obwohl das Rundfunksystem, zu dessen Promotion sie eingeführt wurden (DAB alt) längst abgeschaltet wurde.

von Languedoc - am 11.01.2017 13:45
Zitat
Languedoc
Zitat
Die BBC betreibt je nach Lesart 59 oder 60 Radioprogramme.

Wenn man alle Regionalfenster rechnet, betreibt die ARD über 100 Programme. Man schaue nur mal den WDR an mit seinen Fenstern.
Fakt ist, wir brauchen weniger Staatsfernsehen auf Zwangseinnahmenbasis und mehr Wettbewerb. Runter mit der Rundfunkgebühr!
DAB ist bei den öffR so beliebt, weil es eine Rechtfertigung für noch mehr Bläh ist - und das schon seit 20 Jahren siehe hr skyline, chronos und xxl, die auch "nur" als "digitale Zusatzprogramme" gestartet waren und natürlich trotzdem weiter bezahlt werden, obwohl das Rundfunksystem, zu dessen Promotion sie eingeführt wurden (DAB alt) längst abgeschaltet wurde.


Ich weiß nicht wer Dir das vorredet oder ob Du einfach nicht denken kannst. Fakt ist, dass die kommerzielle Berichterstattung – die von dir „Wettbewerb“ genannt wird – auf dem Rückzug ist. Pressehäuser schließen Redaktionen, kommerzielle aber auch öffentlich-rechtliche Sender reduzieren die Berichterstattung. Die kommerziellen Anbieter drängten in den 1980er Jahren auf den Hörfunk- und Fernsehmarkt und erklärten, sie könnten es genauso wie die Öffentlich-Rechtlichen. Es hat sich herausgestellt, dass sie es nicht können, denn der Werbemarkt ist nicht beliebig ausdehnbar. Radio als Abschreibungsprojekt für Zeitungshäuser funktioniert schon lange nicht mehr.

Wer in Deutschland schreibt, wir hätten Staatsfernsehen, verrät sein geistiges Gedankengut. Lieber würde ich schreiben ist „hohl in der Birne“, ich lasse es lieber. Was Staatsfernsehen bedeutet, kann man sich in Polen, Russland und der Türkei ansehen und anhören. Wer ARD und ZDF damit vergleicht zeigt nur, dass er die hohlen Phrasen der Rattenfänger nachplappert oder sogar glaubt.

Rechnet man die Regionalfenster im Hörfunk dazu, kommt die ARD leicht auf 100 Programme, die 268 kommerziellen Sender aber auf 500 Programme. Was kaum jemand berücksichtig und die wenigsten Hörer wissen, werden kommerzielle Programme auch für Werbung auseinander geschaltet. Bei einigen Lokalsendern nur für Werbung und die Hörer merken es nicht einmal, weil sie selten zwei Frequenzen gleichzeitig hören.

Wer glaubt weniger ARD-Hörfunkprogramme heißt mehr kommerzielle Programme, der täuscht sich. Bleiben wir in Nordrhein-Westfalen: Der WDR verzichtet gezwungenermaßen auf Werbung bei immer mehr Wellen. Dem steht aber keine Zunahme an regionalen Hörfunkprogrammen im kommerziellen Bereich entgegen.

Schaut man sich die regionale Berichterstattung der ARD an, sind ostdeutsche Bundesländer eindeutig die Gewinner:

NDR1 MV: 5 Regionalfenster, jedes für ca. 322 Tsd. Einwohner
MDR1 Sachsen-Anhalt: 4 Regionalfenster, jedes für ca. 561 Tsd. Einwohner

MDR1 Sachsen: 4 Regionalfenster, jedes für ca. 1 Mio. Einwohner
SWR4 BW: 8 Regionalfenster, jedes für ca. 1,36 Mio. Einwohner
NDR1 NDS: 5 Regionalfenster, jedes für ca. 1,59 Mio. Einwohner
NDR HH: keine Regionalfenster, 1,79 Mio. Einwohner
hr4: 3 Regionalfenster, jedes für ca. 2,06 Mio. Einwohner
WDR 2: 8 Regionalfenster, jedes für ca. 2,23 Mio. Einwohner
Bayern 1: 5 Regionalfenster, jedes für ca. 2,57 Mio. Einwohner

Im Klartext: Die Berichterstattung über eine Stadt wie Köln mit 1 Mio. Einwohnern mit Umland in dem geschätzt auch 1 Mio. Menschen leben erhält auf WDR 2 genau 2 Minuten Aufmerksamkeit. Im Vergleich zu Mecklenburg-Vorpommern müsste es auf ‚WDR 2‘ 3 Regionalfenster nur für Köln geben.

von Seltener Besucher - am 11.01.2017 16:52
Wo ist hier der "I like it"-Button für den "Seltenen Besucher"?

Thema "Staatsfunk": einfach mal z.B. Bayern 2 hören (da gibt es Inhalt, nur solchen kann man entsprechend auswerten) und dann mal analysieren, worüber die so berichten und was die so aufspießen. Und dann mal schauen, wer in Bayern regiert. Oder auf manchen Kulturprogrammen die dortige Einstellung zur Kulturförderung vergleichen mit dem, was wir auf Regierungsseite erleben. Oder auf DKultur bzw. im DLF mal bestimmte Autoren / Wissenschaftler, die man im Interview hat, auf ihre Einschätzung der Realpolitik gegenüber beachten.

Es gab/gibt leider auch andere Fälle. Der MDR ist ein solcher und geriet schon vor Start seiner Programme aufgrund der politischen Färbung des Aufbaustabes in die Kritik. Und er gab sich dann auch als "Staatsfunk", und zwar als einer der verdummenden und einlullenden Sorte. Die in der Wendezeit emanzipierten Landesprogramme wurden schrittweise zu Dumpfdudlern umgebaut, DT64 wurde vernichtet, mit MDR Life wurde ein Programm gestartet, das als Privatfunk wegen Verletzung jeglicher geltenden Anforderungen keine Existenzchance gehabt hätte. Auch "MDR Kultur" konnte mit intellektuell scharfen Programmen wie damals Radio Brandenburg nicht mithalten, MDR Friseur dann erst recht nicht mehr. Der verheerende Zustand der Gesellschaft in Mitteldeutschland, der, da will ich ganz direkt sein, durchaus das Potential hat, zur Gefahr für die Einheit Deutschlands zu werden, dürfte hier auch zu einem nicht unerheblichen Teil herkommen. Man hat außer dem Deutschlandradio seit 1992 in Mitteldeutschland kein intelligentes Radio mehr, das die Menschen daran erinnern könnte, daß man eine funktionierende Demokratie nicht geschenkt bekommt.

von Chris_BLN - am 11.01.2017 22:02
Zitat
RichtungBerlinRadiohörenderSachse
Es i s t nur noch Staatsfernsehen. Oder traut sich bei den ÖR jemand sowas heute noch: https://www.youtube.com/watch?v=MYcRjHX50og ?

Und in Sachen Rias und DLF ist auch längst die totale Gleichschaltung fertig vollendet. Wird ja nun auch bald namentlich amtlich.

Die Zwangssteuer ist ein Skandal!

Und dass die Presseauflagen zurückgehen - kein Wunder. Unserm Blatt gönne ich noch eine letzte Chance, ARD und ZDF haben keine mehr. Die können nicht mal mehr Radio mit vernünftigem Sound - und nehmen auch keine Kritik an.

Mit der Deutschen Welle gibt es tatsächlich deutschen Staatsfunk - aber das ist wohl nicht das was ihr hier meint.

Ich habe keinen Anlass zu denken, dass es einen Beitrag wie den von dir verlinkten heut zu Tage bei einer ähnlichen politischen Angelegenheit nicht mehr geben würde. Es gibt so viele regierungskritische Sendungen bei ARD und ZDF (und damit meine ich nicht nur die beiden Hauptprogramme), dass ich nicht wüsste, weshalb ich mir hier ernsthaft sorgen machen sollte. Sicher, Journalisten sind auch Menschen, und Menschen können mal Fehler machen - das ist aber etwas ganz anderes, als wenn der Staat eine Linie vorgibt, an die sich die Journalisten zu halten haben.
Leider wollen einige Leute in unserem Land unbedingt staatliche Beeinflussung in den Medien finden und suchen sie deshalb so lange, teils mit der Lupe, ab, bis sie etwas finden was man so deuten könnte. Wobei sie dabei die Möglichkeit menschlicher Fehler natürlich ignorieren. Irrwitziger Weise glauben manche dieser Leute, Facebook und Co. würden ihnen die Wahrheit zeigen.

von Zwölf - am 11.01.2017 23:13
Wow, heute ist Donnerstag und die Pegida unterwandert das Forum weiter. Es ist kein Montag, also stehen die Zeugen JeRechterUmSoBesser nicht auf der Straße, sondern schieben hier ihren Dienst.
Woran man es erkennt? „Staatsfernsehen“, „Gleichschaltung“ und „Zwangssteuer“. Die Fachbegriffe aus dem AfD-Programm, das bekanntlich keins ist. Das hat die PiS in Polen auch so abgezogen. Die haben ein geheimes Programm aufgestellt, das ist durchgesickert. Mit einem anderen Parteiprogramm sind sie in den Wahlkampf gezogen und nach der Wahl zogen sie ihr alten und geheimes Programm aus der Schublade und krempeln das Land auf Rechts um. Hätten wir die NBLs nie eingemeindet, wären sie heute die westlichste Republik im Putins Staatssicherheitstaat. Könnten wir mal mit dem Krim-Sekt darauf anstoßen.

Dem WDR wird Rotfunk nachgesagt, dem BR wahrscheinlich die Nähe zur CSU, dem RBB, dass er so bunt ist wie die Koalitionen in Berlin. Was man der ARD nicht nachsagen kann, dass sie das gesellschaftliche und politische Spektrum nicht abbildet. Wer eine andere Meinung hören will, schalten von Ost nach West oder Nord nach Süd um und schon bilden die Sender das Gedankengut dort vor Ort ab. Wer eine Meinungssendung hört, bekommt auch unterschiedliche Meinungen zu hören.

Es reicht ein Blick hinter die Oder und die öffentlich-rechtlichen Hörfunk- und TV-Sender bilden nur eine Meinung ab, die der PiS-Regierung. Dazu kommt noch bei Polskie Radio und TVP eine ständige Kritik der Presse, weil diese entweder den Deutschen gehört oder Leuten die ein offenes Weltbild pflegen. Auch kommerzielle Hörfunksender werden öffentlich schlechtgemacht, weil sie z.B. dem Bauer Verlag gehören. 2006 stimmte die PiS Regierung der Übernahme durch Bauer zu, heute verurteil sie, dass ausländischen Anlegern Medien gehören und kündigt neue Gesetzt an. Bald werden die ausländischen Anleger zum Verkauf gezwungen werden. Wen das an Russland, Ungarn oder die Türkei erinnert, dem kann ich nur zustimmen. Was alle diese Länder gemeinsam haben? Die Regierungen krempeln das parlamentarische Regierungssystem in ein präsidentielles Regierungssystem um und bauen Sicherheiten ein, die bei einer misslungenen Reform des Staates, jede Gegenwehr vom Volk unmöglich macht. Warum muss ich ausgerechnet jetzt Zeuge der sich wiederholenden Geschichte sein?

Und dann noch dieser Satz: „Die können nicht mal mehr Radio mit vernünftigem Sound - und nehmen auch keine Kritik an.“

Was hat der Autor damit gemeint? Die können den Sound nicht aussteuern oder die spielen Musik, die ich nicht mag? Vom Dummvolk höre ich immer wieder, die spielen jetzt auch auf meine Volksverdummungswelle ausländische Musik. „Skandal!“ Ich frage dann immer, schon mal was von Schlagerparadies gehört? Meistens ist die Antwort negativ. Es ist schon erstaunlich, dass Menschen die den ARD-Hörfunk abschaffen wollen oder wie die AfD auf ein Programm reduzieren wollen, gleichzeitig Forderungen an diesen stellen, der soll ihren Musikgeschmack befriedigen. Bevor sich jemand an dem Wort Dummvolk stört, wenn die Menschen nicht hohl in der Birne wären, hätten sie längst einen Sender gefunden, der ihre Minderheitenwünsche erfüllt. Schließlich bietet auch die ARD reine Volksverdummungssender an. Noch hat sie den Wünschen der Meckerer nicht entsprochen und die Anzahl ihrer Programme reduziert. Das große hervorstehende Ding neben dem leuchtenden Punkten an deinem Empfänger dient zum Drehen, damit kann man den Sender wechseln! Ach Du hast kein WLAN- oder DAB+-Radio im 21. Jahrhundert? Kein Wunder, dass deine Gesinnung von vorgestern ist.

Es sind schon komische Zeiten. Heute schlagen sich die Menschen im Altenheim die Birne ein, weil sie ihre Glaubenskriege zwischen den Beatles- und Rolling-Stones-Fans immer noch nicht beigelegt haben.

von Seltener Besucher - am 12.01.2017 00:11
Zitat
Zwölf
Irrwitziger Weise glauben manche dieser Leute, Facebook und Co. würden ihnen die Wahrheit zeigen.


Facebook gehört doch Herrn Zuckerberg, klingt doch echt Volksdeutsch. Das ist doch das Netz für Menschen die eine Volks-Flat auf ihren Volks-PC oder Volkstablett nutzen und die noch vor wenigen Jahren dem Slogan "Bild dir deine Meinung" verfallen sind. Ich glaube nicht, dass Zuckerberg allein da mitmischt, Sputnik weiß noch von früher wie diese Menschen ticken. Schließlich war der Besitzer dieses Raumschiffes früher unter ihnen. Oder fliegt Sputnik noch umher:

https://pbs.twimg.com/media/CzjSwkoWIAEKrDY.jpg

von Seltener Besucher - am 12.01.2017 00:37
Tja, die Unterwanderung durch Pegidioten, AfD-Aluhutträger und Verschwörer ist im vollen Gang. Selbstverständlich ist für diese Leute jeder Rundfunk, der ihre Theorien nicht durch Berichterstattung unterstützt "Lügenpresse" oder "Fakenews".
Solange gut gesittete Bürger sich gegen diese kleine laute Minderheit nicht zur Wehr setzen, merken die nichtmal, dass es Widerspruch gegen ihren Stumpfsinn gibt. Und am Ende habe wir Verhältnisse wie in den USA, wo ein gewählter Präsident allen Ernstes eine Woche vor Amtsantritt CNN als "Fake News" beschimpft, kaltstellt und verkappte KKK-Anhänger zum Minister ernennt. Mir graut vor so einer Zukunft.

Themenbezug? Alle Despoten dieser Welt wußten und wissen: Die Beherrschung der Medien ist elementar für die Sicherung der Macht, und am besten geht das entweder über totale Diktatur (das trauen sich die "Weicheier" wie PiS, Trump und AfD dann doch nicht, sondern nur "richtige" Diktatoren wie Kim) oder über wirtschaftliche Interessen.

von DH0GHU - am 12.01.2017 07:58
In meinem (ex-)Umfeld ist diese ansteckende Krankehit inzwischen bei promovierten Naturwissenschaftlern angekommen. Da wird Trump zugejubelt ("ehrliche Politik", "Friedensbringer" ), da verbreiten sich Reichsbürger-Methoden. Die Leute sind nicht mehr zugänglich, wirken oft wirr oder so, als hätte man ihnen einen Chip in den Kopf implantiert, der von irgendwoher Fernsteuersignale erhält. Dazu gerne ein Gesicht wie aus Beton: grau und starr. Alternativ auch kreischend-hysterisch. Die Leute drehen wirklich zunehmend völlig durch und halluzinieren wirr herum. Auch in meiner Herkunftsfamilie ist das so, es verschafft mir derzeit Stück für Stück mehr "Übersichtlichkeit" in der Verwandtschaft - ich muß die Kontakte abbrechen.

Letztens hatte ich ein Erlebnis der anderen Art: ich war auf dem Wege zu meinen Eltern (Vater ist auch bereits an der Verwirrung erkrankt, es kommt zunehmend Hass), in einem Regionalexpress, mitten im MDR-Gebiet. Mir gegenüber saß eine Familie mit 2 Kindern (ca. 5 und 7). Keine Deutschen, das war klar. Woher sie kamen, erschloss sich mir nicht. Der Vater sprach mit der großen Tochter Deutsch, die Tochter zählte auf Deutsch bis 18, dann gingen ihr wohl die Worte aus. Es waren Syrer, wie sie mir dann auf Nachfrage mitteilten. Der Mann sprach besser Deutsch als die Schaffnerin, die in üblem ostthüringer "Slang" ihre Durchsagen machte, und er entschuldigte sich mehrfach für sein "schlechtes Deutsch", was bei mir zur Beschämung führte, denn ich kann nichtmal so gut Englisch, wie er Deutsch sprach. Über meine Arabisch-Kenntnisse wollen wir besser mal nicht reden.

Mit den Kindern hatte ich dann "Kissenschlacht" mit unseren Mützen und der Vater berichtete mir, sie wohnten derzeit in Ostthüringen, würden aber wegziehen wollen, da es hier zu wenig junge, intelligente Menschen gäbe und keine hochwertige Arbeit. Er ist Mathematiker, seine Frau ist Informatikerin. Über Feindlichkeit oder Angriffe auf sie als Wegzugsgrund berichteten sie nichts, ihnen genügte das gesellschaftliche Klima allgemein, um zu dieser Entscheidung zu kommen. Ja, den Zonis müssen es nun schon die Ausländer sagen: bei euch ist kein Leben in Menschenwürde möglich - weil ihr euch selbst euch gegenüber unter jeder Würde verhaltet und euch selbst verrotten lasst. Genau das gleiche wurde mir Silvester in der Schweiz geraten: zieh da weg, bevor es zu spät ist. Da war es eine Akademikerin aus Bayern, die dringend zum Ortswechsel riet.

Ach so: von den Syrern bekam ich eine Einladung zu ihnen nach Hause. Und später am Abend hatte ich ganz klar den Satz "so angenehm und unter Wahrung der Menschenwürde konnte ich mit meiner ostthüringer Verwandtschaft nie kommunizieren." Seit sie offen am Hass erkrankt sind, schon gleich gar nicht mehr.

Es wäre wohl wirklich ratsam, das Land zu verlassen, bevor der nächste Holocaust kommt. Das ist offenbar nicht mehr aufzuhalten. Diese Bewegung wird erst durch den Krieg gestoppt werden, den sie selbst herbeihalluziniert. Scheint, als bräuchten das die (Ost)deutschen alle 80 Jahre, so als kleine Erdung, als Rückführung in die Realität.

Zitat
pfennigfuchser
Gibt es eigentlich mal in den ganzen Diskussionen über den Umstieg von UKW auf DAB+ in den Funkhäusern Lösungsansätze, wie man auf DAB die gleiche Abdeckung wie bei UKW hinbekommt? Gerade die einzelnen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten doch Interesse daran haben.


Der BR will soweit bekannt 160 (!) DAB-Füllsender aufbauen und hat heute schon eine sehr gute Abdeckung. Aus meiner Sicht wichtig sind Regionalmuxe (auch da ist der BR vorbildlich), um auch die inhaltliche oder zumindest zu Werbeblöcken erfolgende Regionalisierung von UKW-Ketten hinzubekommen.

Was offenbar bei all dem gerne von den Strategen vergessen wird, ist eine UKW-vergleichbare Klangqualität. Die bekommt man formal ab ca. 96 kbps LC-AAC (Software-Codec von Fraunhofer, decodiert mit z.B. Winamp, ergibt eine Qualität wie ca. 192 kbps MP2). Real funktioniert das nicht, weil es viele Geräte mit LC-Bug gibt (wenn auch vielleicht nicht mehr im Handel, dann aber doch immerhin massiv in Verwendung). Dann braucht es etwa 120 kbps LC-AAC, zzgl. Zusatzdaten und Reed-Solomon ist man da schnell bei 128 kbps oder 144 kbps, was meist nichtmal Kulturwellen zugestanden wird. Als Kompromiss bietet sich das an, was DKultur macht: 112 kbps HE-AAC mit ca. 96 kbps Audiodaten. Ich halte es für erträglich. Weniger sollte die ARD keinen Programmen zumuten. Und davon sind wir weit weg.

von Chris_BLN - am 12.01.2017 09:06
@Chris_BLN: Kein Chip, aber etwas Ähnliches. Facebook liefert diesen Leuten reihenweise Selbstbestätigung, weil Facebook eben die Interessen des Users bei der Präsentation von Meldungen berücksichtigt. Dadurch läuft man in eine Selbstbestätigungsfalle. Erst recht, wenn man von Leuten mit anderer Meinung entfreundet wird. Das "Ich hau Dich aus der Freundesliste, weil Du Pegidiot bist" ist der erste Fehler. Nicht entfreunden, sondern regelmäßig Gegenargumente streuen ist das Mittel der Wahl, damit der Verblendete nicht glaubt, alle würden seine Meinung teilen.

Facebook täte gut daran, immer auch "Gegenthesen" zu Interessen einzublenden. Wenn man Anhänger kruder Theorien nicht sperrt / entfreundet etc., passiert das sogar. :)

von DH0GHU - am 12.01.2017 10:27
@DH0GHU: ich habe leider die Erfahrung gemacht, die die Freifunk-Aktivistin, Hackerin und Autorin Elektra Wagenrad hier so schön dargestellt hat: http://dogmatic-podcast.info/de/Gegen-die-Dummheit.html

" Im Gespräch mit Dummen verfangen zwingende Argumente nicht; Tatsachen, die Vorurteilen widersprechen, akzeptierten sie einfach nicht - in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch. Wenn Fakten unausweichlich sind, werden sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite geschoben."

Genau das erlebe ich, es wirkt wie Betonwand, nein, eher wie Gummi-Wand.

Und hier steht wohl auch, warum es kaum bemerkbaren Widerstand gibt:

"Erschütterungen ihres abgeschlossen Denkbildes können leicht in Gewalt umschlagen. Daher ist den Dummen gegenüber größte Vorsicht geboten. "

Die, die noch nicht betroffen sind von dieser Krankheit, sind nicht mehr sicher, also nicht mehr sicher vor körperlicher Gewalt. Und das wissen sie auch. Da unter ihnen die Mehrheit wohl nicht nur Gewalt verabscheuen dürfte (das ist ja einer der Kernpunkte), sondern auch Gewalt gegen sie selbst fürchtet und ihr auch nicht angemessen wehrhaft gegenüberstehen könnte, bleibt sie still, lügt sich ein "wird schon wieder werden" vor und bemerkt nicht, wie der Geltungsbereich des Grundgesetzes bereits große Teile Ostdeutschlands ausklammert.

"So zum willenlosen Instrument geworden, sind die Dummen auch zu allerlei Grausamkeiten fähig und zugleich unfähig, wie unverblendete Menschen zu fühlen."

Den zweiten Teil dieses Satzes kann ich tagtäglich zigfach bestätigen. Es ist die völlige Abkopplung von jeglicher Empfindung, die ein höherentwickeltes Lebewesen eigentlich als eine der grundlegenden Eigenschaften aufweist.

"Redet man mit ihm, so redet man stets gegen einen zweiten Dialog in seinem Kopf an, den er gleichzeitig dazu führt. Seine innere Stimme hat in allem das letzte Wort. Alles, was sagbar erscheint, erscheint ihm denkbar, auch wenn es erkennbar unsinnig ist."

Und deshalb ist Argumentieren auch absolut sinnlos. Ich habe es zumindest bislang nie geschafft. Rückzug war dann immer der einzige Weg, mir meine Existenz nicht noch restlos versauen zu lassen.

Ich ahne, daß es Möglichkeiten gibt, prinzipiell etwas zu erreichen. Dazu muß beim Erkrankten noch eine gewisse "Restzugänglichkeit" vorhanden sein oder durch äußere Anlässe ("kopfloses" Verlieben in einen Menschen, der sich als nicht daran erkrankt herausstellt, eigene schwere körperliche ("echte" ) Erkrankung, Nahtoderfahrung, ...) entstehen. Solange noch eine kleine Rest-Anbindung an diesen Planeten besteht, besteht auch eine Heilungs-Chance.

Wenn alle Verbindungen zum Leben aber bereits gekappt sind, hat man es mit Zombies zu tun, die ähnlich einem Roboter-Heer in einem Science-Fiction-Horror-Film nur noch durch "gleich zu gleich" zu stoppen sind. Also: mit der eigenen Vernichtung durch Krieg. "Idealerweise" werden sie den Krieg, der zu ihrer Vernichtung führen wird, sogar selbst starten. Die jüngere deutsche Geschichte liefert ein beeindruckendes Beispiel dafür. Leider zieht es so viele Unbeteiligte mit hinein und vernichtet darüber hinaus massiv echte Werte, ansonsten könnte es mir tatsächlich egal sein. Ist es aber nicht, da alles auf diesem Planeten miteinander in Verbindung steht und nicht losgelöst vom Rest existieren kann.

von Chris_BLN - am 12.01.2017 10:59
Zitat
Michel OS
§ 2 Abs. 1 DLR-StV wird nach Art. 2 Nr. 4 lit. b des 20. RÄStV zukünftig folgendermaßen lauten (https://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2016-11-02_Drs-19-805_902f6.pdf):

"Die Körperschaft veranstaltet folgende Hörfunkprogramme mit den Schwerpunkten in den Bereichen Information, Bildung und Kultur:

1. das Programm „Deutschlandfunk“,

2. das Programm „Deutschlandfunk Kultur“,

3. das in digitaler Technik verbreitete Programm „Deutschlandfunk Nova“ nach Maßgabe des als Anlage beigefügten Konzepts, insbesondere unter Rückgriff auf die Möglichkeiten nach § 5 Abs. 2; die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten kooperieren hierzu mit der Körperschaft,

4. ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramme mit Inhalten aus den in Nummer 1 bis 3 aufgeführten Programmen nach Maßgabe eines nach § 11 f des Rundfunkstaatsvertrages durchgeführten Verfahrens.

Das Programm nach Satz 1 Nr. 1 kann bei digitaler Übertragung für Liveübertragungen aus dem Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder den Landtagen, von Diskussionsrunden, Reden, Festakten und Preisverleihungen sowie von ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten Sendungen der Mitglieder der Körperschaft zeitweise in angemessenem Umfang auseinandergeschaltet werden. Die Körperschaft bietet Telemedien nach Maßgabe dieses Staatsvertrages und des Rundfunkstaatsvertrages an."



Eine klitzekleine Änderung in Satz 2 hatte es doch noch gegeben, das "sowie" steht nun an anderer Stelle unter Beibehaltung des Kommas hinter "Landtagen", wenn das kein Fehler ist: :eek:

"Das Programm nach Satz 1 Nr. 1 kann bei digitaler Übertragung für Liveübertragungen aus dem Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder den Landtagen, sowie von Diskussionsrunden, Reden, Festakten und Preisverleihungen und ähnlichen, für den Hörfunk geeigneten Sendungen der Mitglieder der Körperschaft zeitweise in angemessenem Umfang auseinandergeschaltet werden."

(http://www.bremische-buergerschaft.de/drs_abo/2017-02-01_Drs-19-925_f6027.pdf)

von Michel OS - am 04.02.2017 07:23
Zitat
UKW vs. DAB+
Zitat
Nordlicht2
Tippe auf ''DLF Kult'' im Shortlabel und auf UKW. So macht es beispielsweise auch der NDR mit NDR Kult. Somit besteht keine Verwechslungsgefahr mit einem Programminhalt wie es u.a. Kultradio bringt. Im Gegenteil Kultradio wird vielleicht als Kulturradio gesehen und von 90% der Hoerer uebersprungen.:(


Ich hab noch nicht wirklich lange in das Programm im Bundesmuxx reingehört aber die spielen doch schon Klassik Musik. Oder was meinst du denn was da sonst läuft? Wie gesagt, ich hab da schon mal reingehört und da lief Klassik.


Es geht um dieses Kultradio http://www.kultradio.digital/
Welches in Bayern ueber DAB+ sendet und auch Ambitionen hat in den BMux2 zu kommen. Wenn ich es nicht besser wuesste, taete ich bei dem Namen auch klassische Musik vermuten, was aber nicht so ist, auch wenn Kult ansonsten bei allen Shortlabels fuer Kultur steht.

von Nordlicht2 - am 21.04.2017 19:52
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