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DAB Digitalradio Forum
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
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RudiP, DH0GHU, Zwölf, Felix II, Bruder_M, Winnie2, Habakukk, Manager., zerobase now, Nordlicht2, Seltener Besucher

ungewöhnlich: Reimers lobt DAB

Startbeitrag von RudiP am 29.08.2016 09:43

Eine kleine Sensation: Im Programm des DLF (29.8., gegen 11.40) lobt Prof. Ulrich Reimers DAB.
Noch 2008 wollte die KEF (in der Prof. Reimers der einzige technisch Sachkundige war) DAB einstellen lassen und durch DVB-T und später durch Mobiltelefon ersetzen.
Jetzt gibt er erstmals zu, dass der Mobilfunk wohl nie einen flächendeckenden Empfang gewährleisten würde.
Schon interessant, was es heutzutage an 180-Grad-Kehrtwenden gibt.

Antworten:

Offenbar hat er eingesehen, dass er auch dem Holzweg war. 2008 sah die Situation auch noch grundsätzlich anders aus. Damals wars ja noch DAB und kein Schwein hatte ein Gerät. Jetzt sind Millionen Geräte im Umlauf.

von zerobase now - am 29.08.2016 09:58
Prof. Dr. Reimers geht das Thema halt professionell an, nicht so emotional wie manche Forumsnutzer ;-)
Er hat schon vor ein paar Jahren in einem Inverview erzählt, dass er DAB+ selbst nutzt.

Dennoch war seine "Anti-DAB-Haltung" aus seiner Sicht rational begründbar,
einmal durch eigene fachliche Interessen (DVB-T), und zum Zweiten aus Sicht eines Gralshüters der schlanken ARD-Finanzen: Ja keine Kohle für etwas ausgeben, was im Markt nicht ankommt. "Erst sähen, dann ernten" als Motto passt in solche "Finanz-Wachhund"-Jobs leider nicht rein.

von DH0GHU - am 29.08.2016 10:46
Zitat
DH0GHU
Prof. Dr. Reimers geht das Thema halt professionell an, nicht so emotional wie manche Forumsnutzer ;-)
Er hat schon vor ein paar Jahren in einem Inverview erzählt, dass er DAB+ selbst nutzt.

Dennoch war seine "Anti-DAB-Haltung" aus seiner Sicht rational begründbar,
einmal durch eigene fachliche Interessen (DVB- und zum Zweiten aus Sicht eines Gralshüters der schlanken ARD-Finanzen: Ja keine Kohle für etwas ausgeben, was im Markt nicht ankommt. "Erst sähen, dann ernten" als Motto passt in solche "Finanz-Wachhund"-Jobs leider nicht rein.


Na ja, finanzielle Einnahmen aus Patenten für DVB-T würde ich nicht als "fachliche" Interessen bezeichnen. Finanzielle Vorteile kann man natürlcih auch als "rational begründbar" einstufen.

Ich empfinde es nach wie vor als Skandal, wenn jemand an DVB-T verdient, als KEF DAB einstellen will und statt dessen DVB-T vorschlägt. In anderen Lebensbereichen würde so jemand als befangen gelten und dürfte an Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen. Aber die KEF hat keine Anti-Korruptions-Regeln.

von RudiP - am 29.08.2016 10:59
Zitat
RudiP
Schon interessant, was es heutzutage an 180-Grad-Kehrtwenden gibt.


Jeder moechte gerne auf der Gewinnerseite stehen, nun wo sich abzeichnet, dass DAB+ ein Erfolg wird und siehe ARD Thementag, nun von allen ARD Anstalten als das Radio der Zukunft promotet wird.
Bei Herrn Reimers wird der Sinneswandel aber wirklich andere Ursachen haben und eher auf rationaler Beobachtung der inzwischen, im Vergleich zu 2008, geaenderten Sachlage beruhen. Zumindest kann man ihm das durchaus abkaufen.

von Nordlicht2 - am 29.08.2016 12:52
Zitat

Na ja, finanzielle Einnahmen aus Patenten für DVB-T würde ich nicht als "fachliche" Interessen bezeichnen. Finanzielle Vorteile kann man natürlcih auch als "rational begründbar" einstufen.

Vlt. daher auch die Kehrtwende; mit dem DVB-T-Patent lässt sich in DE eh nichts mehr verdienen, jetzt da es von DVB-T2 abgelöst wird. Dann kann man auch gleich für das technisch sinnvollere DAB+ sein. Aber vlt. hatte er auch andere Beweggründe, wer weiß das schon.

von Zwölf - am 29.08.2016 14:09
Zitat
RudiP
Eine kleine Sensation: Im Programm des DLF (29.8., gegen 11.40) lobt Prof. Ulrich Reimers DAB.


Der Widerstand gegen DAB bröckelt...

Prof. Reimers
Mc Jack
MHM

:D

von Manager. - am 29.08.2016 17:15
Zitat
zerobase now
Offenbar hat er eingesehen, dass er auch dem Holzweg war. 2008 sah die Situation auch noch grundsätzlich anders aus. Damals wars ja noch DAB und kein Schwein hatte ein Gerät. Jetzt sind Millionen Geräte im Umlauf.


Auch DAB+ bringt dem "Institut für Nachrichtentechnik" der TU Braunschweig Fördermittel:

"Im Forschungsbereich der Übertragungsstandards für Digitalradio beschäftigt sich ein WiMi mit der lokalen Auseinanderschaltung in Gleichwellennetzen bei DAB+."

https://www.ifn.ing.tu-bs.de/ifn/em/

von Seltener Besucher - am 29.08.2016 17:43
Zitat
Manager.
Zitat
RudiP
Eine kleine Sensation: Im Programm des DLF (29.8., gegen 11.40) lobt Prof. Ulrich Reimers DAB.


Der Widerstand gegen DAB bröckelt...

Prof. Reimers
Mc Jack
MHM

:D


:joke: :joke: :joke:

von Habakukk - am 29.08.2016 17:44
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
zerobase now
Offenbar hat er eingesehen, dass er auch dem Holzweg war. 2008 sah die Situation auch noch grundsätzlich anders aus. Damals wars ja noch DAB und kein Schwein hatte ein Gerät. Jetzt sind Millionen Geräte im Umlauf.


Auch DAB+ bringt dem "Institut für Nachrichtentechnik" der TU Braunschweig Fördermittel:

"Im Forschungsbereich der Übertragungsstandards für Digitalradio beschäftigt sich ein WiMi mit der lokalen Auseinanderschaltung in Gleichwellennetzen bei DAB+."

https://www.ifn.ing.tu-bs.de/ifn/em/


Hochinteressant! Das erklärt einiges.

von RudiP - am 29.08.2016 19:11
Was ist ein «Wimi» ?

von Felix II - am 30.08.2016 06:22
Zitat
Felix II
Was ist ein «Wimi» ?


Ich tippe mal "Wissenschaftlicher Mitarbeiter"

von RudiP - am 30.08.2016 06:52
Is so (wimi).

Wenn man einen Nachrichtentechniker, der sich beruflich mit Rundfunksystemen befasst, in einem Gremium, das über Rundfunktechnik entscheiden will, haben will, was grundsätzlich sehr sinnvoll ist (BWLern und Juristen freie Hand zu lassen, wäre hochgradig gefährlich - dann wäre zwar alles juristisch und wirtschaftlich korrekt, aber eben auch alles kaputt), wird man immer so einen Interessenkonflikt haben.
Bei Prof. Reimers war das allerdings dahingehend etwas "deftig", weil er offenbar mitunter etwas zu offensichtlich für DVB-T-Radio argumentierte, auch gegen mitunter gute technische Argumente ( z.B.: Aufwand für Empfang bei hohen Geschwindigkeiten, nahezu komplett fehlende Endgeräte für z.B. PKW-Nachrüstungen) .

von DH0GHU - am 30.08.2016 07:02
Es wäre für solche Fälle halt sinnvoll gewesen zwei Nachrichtentechniker aus unterschiedlichen Bereichen im Gremium zu haben.

von Zwölf - am 30.08.2016 08:02
Zitat
DH0GHU
Is so (wimi).

Wenn man einen Nachrichtentechniker, der sich beruflich mit Rundfunksystemen befasst, in einem Gremium, das über Rundfunktechnik entscheiden will, haben will, was grundsätzlich sehr sinnvoll ist (BWLern und Juristen freie Hand zu lassen, wäre hochgradig gefährlich - dann wäre zwar alles juristisch und wirtschaftlich korrekt, aber eben auch alles kaputt), wird man immer so einen Interessenkonflikt haben.
Bei Prof. Reimers war das allerdings dahingehend etwas "deftig", weil er offenbar mitunter etwas zu offensichtlich für DVB-T-Radio argumentierte, auch gegen mitunter gute technische Argumente ( z.B.: Aufwand für Empfang bei hohen Geschwindigkeiten, nahezu komplett fehlende Endgeräte für z.B. PKW-Nachrüstungen) .


Ich will mich nicht zu sehr wiederholen, weil ich das vor Jahren schon gepostet habe. Aber kurz: Mir kam das vor wie ein Baulöwe, der im Bauausschuss des Stadtrates sitzt und beim Bauprojekt eines Konkurrenten die Einstellung des Baus verfügt, weil in den Rohbau noch nicht genügend Leute eingezogen sind. Das Problem war, dass er eben genau der einzige Techniker in der KEF war und die anderen Mitglieder offensichtlich ahnungslos alles abgenickt haben.
Die KEF braucht eine Regelung, wie sie in der Staatsverwaltung und in der Justiz selbstverständlich ist: Wer in einem solchen Gremium von einer Entscheidung selbst betroffen ist, darf sich an Beratung und Entscheidung nicht beteiligen.
Die Aufsicht führende Staatskanzlei Rheinland-Pfalz hat sein 2008 nachweislich Kenntnis von diesem MIssstand und unternimmt nichts.

von RudiP - am 30.08.2016 08:07
Das ist ein Ingenieur, der nicht promovieren durfte, aber auch nicht in der freien Wirtschaft unterkommt.

von Bruder_M - am 30.08.2016 08:20
Zitat
Zwölf
Es wäre für solche Fälle halt sinnvoll gewesen zwei Nachrichtentechniker aus unterschiedlichen Bereichen im Gremium zu haben.


Besser sogar drei, weil zwei Leute mit gleichwertiger Entscheidungsbefugnis können zu einer Pattsituation führen. Bei Mehrheitsentscheidungen sollten es dann schon drei Fachleute von vergleichbarer Fachkompetenz sein.

von Winnie2 - am 30.08.2016 09:36
Zitat
Winnie2
Zitat
Zwölf
Es wäre für solche Fälle halt sinnvoll gewesen zwei Nachrichtentechniker aus unterschiedlichen Bereichen im Gremium zu haben.


Besser sogar drei, weil zwei Leute mit gleichwertiger Entscheidungsbefugnis können zu einer Pattsituation führen. Bei Mehrheitsentscheidungen sollten es dann schon drei Fachleute von vergleichbarer Fachkompetenz sein.


Jedes Bundesland entsendet einen Vertreter in die KEF, oft z.B. Rechnungshofpräsidenten. Es genügt schon, wenn ein zweiter Techniker dabei ist, der einseitig-manipulierende Darstellungen des anderen zurechtrücken kann. Und: Die KEF braucht halt endlich eine Anti-Korruptions-Regelung.

von RudiP - am 30.08.2016 12:18
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