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DAB Digitalradio Forum
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Manfred Z, Spacelab, BadestadtFM, Nordlicht2, ES5NHC, DAB_Saar, UKW vs. DAB+, Ingo-GL, Seltener Besucher, ulionken

Digitalradio und DAB+ auf Konferenzen

Startbeitrag von Seltener Besucher am 26.10.2016 13:18

Heute wurde auf den Medientagen in München das Thema DAB+ aufgegriffen. Die Diskussion fand in zwei Sprachen deutsch und englisch statt. Die Audiospur ist verfügbar auf der Seite der Medientage:

http://media.medientage.de/mediathek/audioservice/files/mp3/16_audio_2016_1477478753.mp3

Auf dem Podium sitzen Patrick Hannon (WorldDMB), Jacqueline Bierhorst (Chefin von Digitalradio NL), Marcel Regnotto (BAKOM, Schweiz), Steve Parkinson (Group MD, UK), Helwin Lesch (Technischer Leiter des BR), Willi Steul, Willi Schreiner, durch die Diskussion führt Helmut G. Bauer.

Antworten:

Gestern gab es auch eine Diskussionsrunde zum Thema "Das duale System am Scheideweg – Hat der Privatfunk noch Zukunft?".

>> 45 Mio. € für ein gemeinsames Jugendangebot, digitale Jugendsender auf UKW, Verjüngung bestehender Programme, Bildung von Flottenstrategien, steigende Beitragseinnahmen, Werbung, Sponsoring – der öffentlich-rechtliche Rundfunk rüstet auf. Der Druck auf die Privaten wächst. Wie kann das Gleichgewicht im dualen Rundfunksystem gewahrt bleiben?

von Manfred Z - am 27.10.2016 08:45
Auf dem Radiogipfel ging es gestern um das Thema "Wem gehört das Display? - Audio im Kampf um mobile Relevanz".

>> Trotz immer noch stabiler Reichweiten der Radiostationen ist viel Bewegung im Markt. Immer mehr Verbreitungswege für Audio und Radio sorgen dafür, dass sich traditionelle Medien umstellen müssen. Der Nutzer will konsumieren - über welchen Kanal er das tut, ist ihm nicht wichtig. Für die Medienhäuser bedeutet dies, dass es keine Denkverbote mehr geben darf. Die technischen Verbreitungsmöglichkeiten erfordern Innovationswillen und eine klare Strategie in der Zukunftsplanung der Sender. Welche Rolle spielt Radio im wichtigen Kampf um das Display im Auto? Welchen Platz nehmen Radiostationen auf Smartphones oder Smart TV Geräten ein? Wie sehen die Vermarktungschancen auf diesen neuen Kanälen aus? Diese und weitere zukunftsweisende Fragen werden auf dem Radiogipfel 2016 diskutiert. > „Radio im Auto muss digital sein“ – aber über welche Wege?

München – „Dort sein, wo die Hörer sind“: Das wollen alle Anbieter von Audioinhalten, ganz gleich ob sie die Nutzer über UKW, DAB oder eine App auf dem Smartphone oder Smart-TV erreichen. Die Frage ist nur, wem in Zukunft das Display gehört. Eine klare Antwort darauf lässt sich derzeit nicht geben, zeigte der Radio-Gipfel der MEDIENTAGE MÜNCHEN. Insbesondere die Mediennutzung über das Display im Auto werde sich künftig stark verändern, zum Beispiel mit Blick auf autonomes Fahren, sagte Audi-Manager Holger Hees voraus. „Radio im Auto muss digital sein“, forderte Hees. Deshalb wären DAB und IP die idealen Verbreitungswege. Auf den UKW-Empfang im Auto wolle Audi künftig verzichten, um CO2 zu sparen: „Wir rechnen in Gramm.“

Valerie Weber, Hörfunkdirektorin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), mochte die Argumentation des Audi-Managers nicht ganz nachvollziehen. Sie plädierte dafür, dass sich öffentlich-rechtliche und private Programmanbieter in Brüssel gemeinsam für einen Multinormchip im Auto einsetzen. Weber verwies auf den Wettbewerb, der durch Internetkonzerne wie Apple (Apple Carplay) angeheizt werde. Deshalb solle sich die Branche nicht mit internen Streitigkeiten aufhalten, sondern mehr gemeinsame Initiativen wie die einheitliche Navigation über radioplayer.de starten. Skeptisch zeigte sich Weber in puncto Radio-Bewegtbild auf dem Display. Studien hätten gezeigt: „Die Leute wollen kein Fernsehen für Arme“, das vom Ton bzw. dem Audioangebot ablenke.

Zukunftsmusik ist die Vielfalt der Verbreitungswege inklusive Internetprotokoll (IP) immer noch für Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Antenne Bayern: „Wir müssen uns refinanzieren und das funktioniert aktuell nicht über IP.“ Allerdings gebe es insbesondere für Smart TV eine wachsende Chance auf dem Audiomarkt, denn die Nutzung von Audioquellen finde auf vielen unterschiedlichen Wegen statt. Deshalb hätten Antenne Bayern und Rock Antenne viele Apps für Smart TV im Einsatz. So werde damit experimentiert, was auf welchem Weg inhaltlich funktioniere oder nicht. Aus Sicht der Werbetreibenden stimmte Philipp von Martius, Geschäftsführer von Studio Gong, dem Antenne-Chef zu: „Wenn ich viele Menschen erreichen will, werde ich weiter Audio buchen.“ Die Bebilderung dazu sei eher ein „Gimmick“ beziehungsweise ein Zusatznutzen, aber nicht die Kernbotschaft.

Podcast-Inhalte, Geodaten für Parkleitsysteme, Livestreaming: Das Display biete extrem spannende Möglichkeiten, urteilte Bernhard Bahners. Der Geschäftsführer von radio.de möchte aus der Senderplattform ein „Connected-Device-Unternehmen“ machen möchte. Die Frage sei doch, ob der Nutzer noch mehr wolle als FM-Stationen. So ließen sich Podcast-Inhalte über eine App zum Beispiel mit hohem Zusatznutzen gestalten. Er wünsche sich deshalb so etwas wie „Pinterest für das Auto“, sagte Bahners.

Die Gespräche der Online-Audioanbieter mit Autoherstellern scheinen jedoch nicht einfach zu sein. Das Tempo auf dem Weg dorthin sei ihm viel zu langsam, kritisierte Christian Bollert, Geschäftsführer von detektor.fm. Viele Autohersteller würden von der Schnelligkeit der Mobilentwicklung überholt und bräuchten Jahre für Entscheidungen, lautete Bollerts Einschätzung. Diese Zeit habe man aber nicht. Das Programm von detektor.fm sei mittlerweile auf Screens wie dem Smartphone oder Smart-TV vertreten, sagte der Geschäftsführer. Die Audio-Nutzung darüber habe sich als sehr unterschiedlich erwiesen: Die Spotify- und iTunes-Apps seien eher „podcastgetrieben“ und über Smart TV würden eher Streaming- und Live-Angebote genutzt.

Generell, so lautete das Fazit des Podiums, werde das Medium Audio im Kampf um mobile Relevanz auf vielen Verbreitungswegen vertreten sein müssen, auch wenn das im Auto ein paar mehr Gramm Gewicht ausmache. Wieviel genau? Diese Antwort blieb Holger Hees den Gipfel-Besuchern schuldig, weshalb Moderatorin Caroline Grazé (radioplayer.de) zur nachträglichen Klärung dieser Frage via Twitter aufforderte.

von Manfred Z - am 27.10.2016 09:03
Zitat

auch wenn das im Auto ein paar mehr Gramm Gewicht ausmache. Wieviel genau? Diese Antwort blieb Holger Hees den Gipfel-Besuchern schuldig, weshalb Moderatorin Caroline Grazé (radioplayer.de) zur nachträglichen Klärung dieser Frage via Twitter aufforderte.

Na, wenn die sonst keine Probleme haben, dann ist ja alles im grünen Bereich. :gruebel:

von BadestadtFM - am 27.10.2016 09:23
Wenn man keine Argumente mehr hat dann kommt man mit so einem Unsinn um die Ecke. :rolleyes:

von Spacelab - am 27.10.2016 09:55
Eine weitere Radiorunde gab es gestern zum Thema "Die Radio-Agenda: Future Proof – Was macht Radio zukunftsfest?".

>> Radio ist Multichannel mit UKW als Basis für digitale Investitionen. Die Nachfrage für Radio und Audio über alle Verbreitungswege und Plattformen bei den Hörern ist ungebrochen hoch. Die Transformation in der Nutzung sowie geänderte Voraussetzungen in der digitalen Vermarktung sind die Leitplanken, innerhalb derer tragfähige Modelle für private Hörfunkanbieter gefunden werden müssen, um einen vielfältigen Hörfunk zu erhalten. Wie kann das Maßnahmenbündel für Radio aussehen? Wie machen es andere europäische Länder? Wir machen den Reality-Check für das Radio der Zukunft. > München/Berlin, 27. Oktober 2016 Radio ist Multichannel mit UKW als Basis für digitale Investitionen. Die Nachfrage für Radio und Audio über alle Verbreitungswege und Plattformen bei den Hörern ist ungebrochen hoch. Die Transformation in der Nutzung, geänderte Voraussetzungen in der digitalen Vermarktung sowie ein fairer Wettbewerb im dualen Mediensystem sind die Leitplanken, innerhalb derer tragfähige Modelle für private Hörfunkanbieter gefunden werden müssen, um einen vielfältigen Hörfunk zu erhalten. Unter diesen Prämissen beschäftigte sich die VPRT-Radio-Agenda auf den 30. Medientagen München mit der Frage, was das Radio zukunftsfest macht und wie die Radioentwicklung in anderen europäischen Ländern verläuft. So machte das Panel den Reality-Check für das Radio der Zukunft.

„Radio ist unverzichtbar. Es unterhält und informiert, Radio ist weit mehr als Musik. Deshalb lohnt es sich, für diese Gattung zu kämpfen.“ Mit diesen Worten eröffnete Klaus Schunk, Geschäftsführer/Programmdirektor von Radio Regenbogen & Vorsitzender des Fachbereichs Radio und Audiodienste im VPRT, die Diskussion. Er wies insbesondere darauf hin, dass den ARD-Radios über 600 Millionen Euro für einen Umstieg auf DAB+ zur Verfügung stünden, während für die privaten Radios eine Förderung bislang noch nicht gewährleistet ist. „Ein fairer Wettbewerb von öffentlich-rechtlichen und privaten Anbietern braucht technisch wie programmlich gleiche Ausgangsbedingungen für die digitale Transformation,“ so Schunk eindringlich.

Dr. Ulrich Liebenow, Betriebsdirektor des MDR und Vorsitzender der Produktions- und Technik-Kommission (PTKO) von ARD und ZDF, erklärte, dass für das Radio ein digitaler, hybrider Verbreitungsansatz in einem sinnvollen Mix wichtig sei und das Radio sich eben nicht auf einen Verbreitungsweg beschränken könne. „DAB+ ist für die mobile Nutzung unverzichtbar“, so Liebenow zudem.

Albert Malli, Stellvertretender Senderchef Ö3 des Österreichischen Rundfunks (ORF), zeigte am Beispiel des Senders Ö3 auf, wie Verbreitung über alle Plattformen, wie beispielsweise Radio Apps und Bewegtbild, über Satelliten-TV aussehen kann. „Der Nutzer ist mit der Marke verbunden, die Technologie ist ihm egal“, resümierte Malli. „DAB kann sich nur dann durchsetzen, wenn für alle eine Chance auf Refinanzierung besteht.“ Für ihn sei die Verbreitung über Streaming weitaus attraktiver.

Ein ähnliches Bild zeichnete Leena Puntila, Vorstandsvorsitzende des finnischen Radioverbandes RadioMedia. Radio sei in Finnland ein beliebtes und sehr erfolgreiches Medium. DAB+ [korrekt: DAB] sei in Finnland bereits 2005 wieder abgeschaltet worden. Die Radioindustrie sehe keinen Sinn darin, einen einzelnen Verbreitungsweg zu fördern. Stattdessen sei die Zukunft des Radios „hybrid“. Hybrid sei eine Kombination aus Broadcast und Internet.

In der anschließenden Diskussion positionierte sich Siegfried Schneider, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), zu DAB+: „Wir haben in Bayern die bestmögliche Struktur für die Empfangbarkeit geschaffen.“ Zudem biete DAB+ zusätzliche Möglichkeiten, Content anzubieten. Er appellierte an die privaten Radioanbieter, den Weg mitzugehen: „Die Privaten werden verlieren, wenn sie bei DAB+ nicht mit dabei sind. 2020 können wir dann Bilanz ziehen und feststellen: ‚Fliegt DAB oder fliegt es nicht?‘“

Dagegen plädierte Markus Blume, MdL, Medienpolitischer Sprecher CSU-Fraktion und Leiter der Arbeitsgruppe Digitalisierung und Medien: „Wir wollen die Vielfalt der Angebote erhalten und fördern. Daher planen wir, im nächsten bayerischen Landeshaushalt Mittel bereit zu stellen, um dies auch für die digital-terrestrische Verbreitung zu erhalten.“

Der Medienwissenschaftler Prof. Hermann Rotermund warnte eindringlich davor, sich nur auf DAB+ zu fokussieren: „Die Konzentration auf DAB+ verstellt den Blick auf die digitale Transformation. DAB+ übersieht, dass es ein Land gibt, in dem es bereits digitale Verbreitung gibt.“ In Richtung der öffentlich-rechtlichen Sender sagte er: „Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk relevant sein will, dann muss er auch darin investieren. Ich halte es für notwendig, eine Debatte zu führen, wo für die jeweiligen Player ihr Spielfeld ist.“

Zum Abschluss wollte Michael Hanfeld, Stellvertretender Feuilletonchef und Medienredakteur der FAZ, wissen, wie die Zukunft des Radios aussehe. Einig waren sich alle, dass es gelte, die Programmvielfalt der Radiobranche zu erhalten – gerade im Hinblick auf neue Player wie Spotify.

von Manfred Z - am 27.10.2016 10:12
Heute ging es um die Frage, wie das Radio auf Streamingdienste reagieren soll: "Pflicht, Kür oder Zukunft? - Die Rolle von Audio im Netz".

>> Große Player wie Apple, Google, Amazon, Spotify & Co. entern den Audiomarkt. Die Nutzungsdauer verteilt sich in Zukunft auf zahlreiche Angebote und Kanäle. Es gilt sich anzupassen auf die junge Zielgruppe und deren Gewohnheiten. Helen Boaden spricht in Ihrem Impuls über die Grundlagen, die die Radiobranche nun digital setzen muss, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Wie muss der technische Wandel vollzogen werden? Welche rechtlichen Hürden gilt es zu bewältigen? Welche inhaltlichen Aspekte müssen Radiostationen berücksichtigen? Wie schafft man es mehr aus Audio zu machen? Diese Fragen werden im anschließenden Talk diskutiert. > Radio durch Streamingdienste unter Innovationsdruck

München – Der Einfluss von Audio- und Streamingdiensten wie Amazon, Spotify & Co insbesondere auf die junge Hörfunk-Zielgruppe sei immens, sagte Helen Boaden, die scheidende Direktorin von BBC Radio und Präsidentin der European Digital Radio Alliance (EDRA), in ihrem Impulsvortrag bei den MEDIENTAGEN MÜNCHEN. Die Radiobranche müsse sich gegen die neuen Player auf dem Audiomarkt wappnen, indem sie an Innovationen arbeite, um Hörfunk neu zu definieren. Darin waren sich auch die Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion, Christoph Falke, Head of TV & Radio Portfolio der Axel Springer SE, und Sven Rühlicke, Geschäftsführer von SpotCom einig.
Streamingdienste wie Spotify & Co werden bei der jungen Zuhörerschaft immer beliebter. Die Nutzungsdauer dieser Angebote steige zu Hause stark an und könne sogar dem klassischen Radiohören im Auto zunehmend Konkurrenz machen, berichtete Helen Boaden. Laut einer BBC-Studie würden 48 Porzent der Hörer zwischen 15 und 24 Jahren ihre Hörgewohnheiten im Auto verändern, wenn sich das Smartphone schnurlos mit dem Auto verbinden ließe. Hier besteht nach Ansicht der BBC-Direktorin akuter Handlungsbedarf, denn „wenn die Jungen die Verbindung zum Radio verlieren, wird es schwer sie wieder zurückzugewinnen“, betonte Boaden.

Wie muss sich die Hörfunk-Branche also für die Zukunft aufstellen, um weiterhin eine Rolle bei der jungen Zielgruppe zu spielen? Helen Boaden fasst die BBC-Strategie in drei Worten zusammen: „Listen, Look, Share“. Hörfunk müsse auf allen Plattformen und Social-Media-Seiten im Internet vertreten sein, denn das steigere die Chancen, von Hörern live und on Demand gehört zu werden. Relevant seien auch Video-Plattformen („Look“), denn visueller Content steigere die Reichweite, auch bei der älteren Zielgruppe. Der Videocontent müsse jedoch kurz und „sharable“ sein, also als Inhalt für sich und auf allen anderen Plattformen „funktionieren“, sodass Videos häufig geteilt werden könnten. Zusätzlich setzt die BBC auf Apps, die für Hörer zum Beispiel ein personalisiertes Radioprogramm zusammenstellen.

Was Helen Boaden trotz der Konkurrenz aus dem Internet positiv stimmt, sind zum Beispiel die guten Fortschritte im Bereich DAB. Dadurch erreiche die BBC Rekordzuhörerzahlen von rund 44 Prozent bei der digitalen Nutzung. Davon mache die Nutzung über DAB 30 Prozent aus. Auch sei die ältere Zielgruppe, die nach wie vor gerne Radio höre, eine sehr loyale Zuhörerschaft, die zudem zahlungskräftig sei, referierte Boaden. Sie forderte die Hörfunk-Branche zu einer intensiveren Zusammenarbeit auf. Nur durch Kooperationen könne man die neuen, digitalen Herausforderungen meistern. Christoph Falke und Sven Rühlicke sehen das auch so. Das Medium Hörfunk gerate durch die Streamingdienste zunehmend unter Druck, daher müsse man mit Innovationen auf das geänderte Nutzungsverhalten reagieren, wünschte sich Sven Rühlicke. Ein Aspekt, der dabei zukünftig eine Rolle spielen könnte, sei das Thema Sprachsteuerung („voice control“), blickte Christoph Falke in die Zukunft.

von Manfred Z - am 27.10.2016 14:55
Auf dieser Seite findet man das gesamte Programm der Medientage (man kann nach Themengebieten vorwählen):

http://www.medientage.de/kongress/programm/themen/

Nach Klick auf das jeweilige Thema findet man Audios, Pressemitteilungen unter den Fotos - manche PM auch auf der Website des jeweiligen Veranstalters.

von Manfred Z - am 27.10.2016 15:17
Zitat

DAB+ sei ein völliger Flop und ähnele bei den Marktchancen dem Blue-Ray-Player, wie Medienwissenschaftler Hermann Rotermund betonte.


Da hat der Herr Professor Dr. nach seinem FAZ-Artikel über die digitale Ruine DAB+ mal wieder zugeschlagen. :wall:

von BadestadtFM - am 28.10.2016 07:29
:confused: Der Blu-Ray Player ist doch schon seit Jahren auf dem Markt und hat sich längst durchgesetzt. Die Verkaufszahlen der Blu-Ray Disc sind sehr stark. Was ist denn das also für ein aus der Zeit gefallener Vergleich?

von Spacelab - am 28.10.2016 07:42
Zitat

Was ist denn das also für ein aus der Zeit gefallener Vergleich?


Der Mann ist "Medienwissenschaftler", der muss es wissen.

von BadestadtFM - am 28.10.2016 08:00
:joke:

von Spacelab - am 28.10.2016 08:05
Die Veranstaltung "Die Radio-Agenda: Future Proof" ist vom VPRT organisiert worden. Da hat man natürlich insbesondere Referenten und Diskussionsteilnehmer mit DAB-Verweigerungshaltung eingeladen. Business as usual eben.

Eins ist aber deutlich geworden: Der ORF ist gegen DAB+, weil die Regulierungsbehörde dem ORF kein zusätzliches Digital-only-Programm gestattet hat. In Österreich weiß man durchaus, dass DAB+ neue attraktive Programmangebote benötigt, um erfolgreich sein zu können. Aber wenn da blockiert wird ...

In Finnland ist DAB-alt nach sieben Jahren abgeschaltet worden, weil die Hörer kein Interesse gezeigt haben, was bei einem Start zum falschen Zeitpunkt (vor 2000) nicht verwunderlich ist. (Einen ähnlichen Misserfolg hat es ja in Deutschland gegeben.) Der Vortrag aus Finnland war im Übrigen vollkommen sinnlos, weil die Voraussetzungen in Finnland in keinster Weise mit Mitteleuropa vergleichbar sind.

von Manfred Z - am 28.10.2016 09:14
Hier ist die Pressemitteilung zur Veranstaltung im ersten Beitrag oben:

Man sieht, dass die dort aufgetretenen Auslandsvertreter in einer völlig anderen Welt leben als diejenigen, die der VPRT aufgeboten hat.

>> Deutschland kann von DAB+ Entwicklung im Ausland profitieren /
Kooperation und Vielfalt bringen Digitalradio in Europa voran


Freitag, 28 Oktober 2016.

Der Übertragungsstandard Digitalradio DAB+ sieht einer erfolgreichen Zukunft in Deutschland entgegen, wenn die Marktteilnehmer mit vielseitigen Programmangeboten im Wettbewerb stehen und sich dennoch gemeinsam für den effizienten Übertragungsweg DAB+ einsetzen. Das ist das Ergebnis des Panels auf den Medientagen München „DAB+ International: Was Deutschland von Europa lernen kann.“

Steve Parkinson, Group Managing Director Bauer Media UK: „In Großbritannien hat Bauer über 40 private digitale Programmangebote, die sich bereits refinanzieren. Zum ersten Mal seit 15 Jahren übersteigt die Reichweite der privaten Anbieter die der öffentlich-rechtlichen Programme. Dies war nur mit Digitalradio DAB möglich.“

Parkinson fasst das britische Erfolgsrezept zusammen und empfiehlt diese Strategie für weitere Märkte:

1. Eine einheitliche Position zum Übertragungsweg DAB+, aber Wettbewerb über die Programminhalte

2. Einheitliche, klare Marketing-Botschaften an die Hörerinnen und Hörer

3. Einen zügigen Netzausbau

4. Kreative Programmangebote von starken Marken, die die Hörerinnen und Hörer schätzen

Jacqueline Bierhorst, Direktor Digitalradio.nl: „In den Niederlanden beendet Digitalradio DAB+ die UKW-Frequenzknappheit und verhilft dem Privatfunk zu neuen Angeboten. Seit über fünf Jahren suchen wir den engen Schulterschluss, auch mit den Produzenten und den Autoherstellern. Politik, Programmveranstalter, Netzbetreiber und Hersteller setzen gemeinsam auf DAB+. Für uns gibt es kein Zurück mehr zu UKW.“

Marcel Regnotto, BAKOM Schweiz: „Während in Großbritannien inzwischen fast 50% des Radiohörens digital erfolgt, hat die Schweiz diese Schwelle bereits mit 53% überschritten. Die Schweiz setzt auf die Kooperation und den Konsens aller Marktbeteiligten. Dazu gehört auch die Förderung der privaten Anbieter, um während der Simulcastphase deren finanzielle Belastung zu mindern.“

Patrick Hannon, Präsident von WorldDAB: „DAB+ wächst stark in Europa. Dies zeigt die Akzeptanz von Digitalradio in Großbritannien, der Schweiz, Dänemark und den Niederlanden. Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien sind auf einem sehr guten Weg. In Norwegen wird 2017 UKW schrittweise abgeschaltet. Aus internationaler Sicht ist das Signal klar: DAB+ ist der künftige Radiostandard.“

Die Panelteilnehmer aus Deutschland, Helwin Lesch (Bayerischer Rundfunk), Willi Schreiner (Digitalradio Deutschland GmbH) und Dr. Willi Steul (Deutschlandradio) sehen nun auch die Regulierung am Zug: Die Verlängerung von UKW-Frequenzen im Ausland sei häufig an einen Simulcastbetrieb über DAB+ gekoppelt und auslaufende UKW-Frequenzen würden bewusst nicht mehr vergeben.

Im Ergebnis der Paneldiskussion ist Planungssicherheit für Veranstalter, Netzbetreiber und Produzenten wichtig. Nur so könne eine Investition in DAB+ langfristig von kommerziellen Anbietern refinanziert werden.

Damit der Umstieg ermöglicht werden kann, seien Förderszenarien für private Anbieter denkbar, um die höheren Übertragungskosten während des Simulcastbetriebs zu mindern.

Die Panelteilnehmer begrüßen die Gespräche der Länder und der Bundesregierung mit dem zuständigen EU-Kommissar Oettinger zu den sogenannten Multi-Norm-Radiogeräten. Eine verpflichtende Ausstattung von Radiogeräten, die neben UKW auch DAB+ empfangen können, würde der digitalen Hörfunkverbreitung den notwendigen Schub geben.

Die Veranstaltung fand auf Einladung des Digitalradio Büros Deutschland statt.

von Manfred Z - am 28.10.2016 18:10
Zitat
BadestadtFM
Zitat

DAB+ sei ein völliger Flop und ähnele bei den Marktchancen dem Blue-Ray-Player, wie Medienwissenschaftler Hermann Rotermund betonte.


Da hat der Herr Professor Dr. nach seinem FAZ-Artikel über die digitale Ruine DAB+ mal wieder zugeschlagen. :wall:


Zitat
Spacelab
:confused: Der Blu-Ray Player ist doch schon seit Jahren auf dem Markt und hat sich längst durchgesetzt. Die Verkaufszahlen der Blu-Ray Disc sind sehr stark. Was ist denn das also für ein aus der Zeit gefallener Vergleich?


Er meint sicherlich, dass die Blu-Ray die DVD nicht verdrängt hat und jetzt ihrerseits Konkurrenz durch Streaming- und Download-Angebote erfährt.

von Ingo-GL - am 28.10.2016 19:24
Zitat
Manfred Z
In Finnland ist DAB-alt nach sieben Jahren abgeschaltet worden, weil die Hörer kein Interesse gezeigt haben, was bei einem Start zum falschen Zeitpunkt (vor 2000) nicht verwunderlich ist. (Einen ähnlichen Misserfolg hat es ja in Deutschland gegeben.) Der Vortrag aus Finnland war im Übrigen vollkommen sinnlos, weil die Voraussetzungen in Finnland in keinster Weise mit Mitteleuropa vergleichbar sind.


Ich denke nicht, dass die Voraussetzungen in Finnland in keinster Weise mit Mitteleuropa vergleichbar sind. Finnland hat wie die Länder in Mitteleuropa einen Mix aus staatlichen/öffentlichen-rechtlichen sowie privaten Hörfunkanbietern. Die Privaten konzentrieren dort wie hier auf den Ballungszentren und auf massenwirksame Programme. Anders als in Mitteleuropa ist Finnland fast durchgehend flach (ein paar bessere Hügel im Norden sind die Ausnahme), daher ist die UKW-Versorgung mit wenigen weitreichenden Sendern kein Problem. Anders als hier gibt es dort kaum einen Engpass an UKW-Sendemöglichkeiten. Anders ist auch die Bevölkerungsdichte, die gefühlsmässig um den Faktor 10 geringer ist. Und es gibt trotzdem fast überall eine exzellente Mobilfunkabdeckung, vieles in 3G/4G. Anders ist es also schon in Finnland - aber vergleichen darf man natürlich trotzdem!

Ich finde also nicht, dass ein Vortrag aus Finnland per se unpassend ist. An dieser VPRT-Veranstaltung stört mich vielmehr die einseitige Auswahl der Referenten und Panelteilnehmer. Es fehlt doch jemand, der aus UK, Norwegen oder der Schweiz übers DAB(+)-Modell der Digitalisierung berichtet. Die Veranstaltung war dann vermutlich etwa so abwechslungsreich, als wenn man zu einem Ernährungsforum nur Vegetarier oder nur Carnivore einladen würde...

73 de Uli

von ulionken - am 28.10.2016 20:47
Finnland: Mit Voraussetzungen meinte ich in erster Linie die geografischen Bedingungen und die Verteilung der geringen Bevölkerung (Ballung im südlichen Küstengebiet, Rest nahezu menschenleer) sowie die Konsequenzen, die das hat. Eine Kernaussage im Vortrag war, dass es keinen Frequenzmangel auf UKW gebe und dass neue Programme am wirtschaftlichsten über das Internet übertragen werden könnten.

von Manfred Z - am 29.10.2016 07:54
Wirtschaftlich kann man im Netz senden. Sogar so wirtschaftlich, dass Privatleute dort 'senden'. Natuerlich unter Ausschluss der Oeffentlichkeit.
Die neuesten Zahlen in UK zeigen einen Digitalisierungsgrad von um die 45%, davon aber hat das Internet nur einen Anteil von 8%. Genau deshalb hat der Herr von Antenne Bayern auch auf dem Podium sinngemaess gesagt, dass sie im Internet kein Geld verdienen koennen, sondern dort mehr oder weniger 'experimentieren'. Siehe Beitrag hier im Thread 27. Okt 11.03 Uhr. Wer heute noch allen ernstes glaubt, die Radiozukunft laege im Internet, ist auf beiden Augen blind oder verschliesst sich krampfhaft der Realitaet. Aber es geht ja in der Diskussion nur um Audio und nicht um Radio. Das relativiert die Sache, denn Audiokontent wie Poscasts, Musikstreaming wird in der Tat ueber's Internet konsumiert. Dabei werden die deustchen Zeitungsverlage aber kaum noch mitmischen koennen.

von Nordlicht2 - am 29.10.2016 08:12
Zitat
Ingo-GL
Er meint sicherlich, dass die Blu-Ray die DVD nicht verdrängt hat und jetzt ihrerseits Konkurrenz durch Streaming- und Download-Angebote erfährt.

Dann wäre der Vergleich gar nicht so schlecht. Nur hätte er das dann weiter ausführen müssen und hätte es nicht so im Raum stehen lassen dürfen.

DVD wäre UKW und Blu-Ray wäre DAB+. UKW kann ja gerne für kleine Lokalradios weiter existieren und die Blu-Ray bzw. DAB+ hat sich trotz Konkurrenz aus dem Internet durchgesetzt.

Streaming ist keine spezielle Konkurrenz für DAB+ sondern für Radio im ganzen. In der letzten Nachbesprechung zum Gold Media Report kam unter den Teilnehmern (ausschließlich nur Radiomacher) echte Angst vor den Streaminganbietern auf. Vor allem die mittlerweile sehr ausgeklügelten Algorithmen von Spotify und Co lassen den Spruch "Nur Radio kann mich musikalisch überraschen" nicht mehr zu.

von Spacelab - am 29.10.2016 08:15
Wenn Streaming wie Spotify irgendwann mobil ueberall und kostenlos moeglich sein sollte, ist Radio am Ende, es sei denn man etabliert rechtzeitig ein Medium, welches einfacher in der Bedienung ist als Internet und weitere Vorteile bietet, z.B. kein Elektrosmog, laengere Batterielaufzeiten, anonyme Nutzung... und gleichzeitig so viel Auswahl bietet, dass Internet nicht vermisst wird.
Um herauszufinden wie wichtig UKW dem Autokaeufer noch ist, koennte Audi die Sache einfach umdrehen, DAB+ Serie aber UKW nur fuer 300 Euro Aufpreis. Ich glaube die UKW Verfechter wuerden vom Stuhl fallen.

von Nordlicht2 - am 29.10.2016 08:25
Zitat
Nordlicht2
Wenn Streaming wie Spotify irgendwann mobil ueberall und kostenlos moeglich sein sollte, ist Radio am Ende, es sei denn man etabliert rechtzeitig ein Medium, welches einfacher in der Bedienung ist als Internet und weitere Vorteile bietet, z.B. kein Elektrosmog, laengere Batterielaufzeiten, anonyme Nutzung... und gleichzeitig so viel Auswahl bietet, dass Internet nicht vermisst wird.
Um herauszufinden wie wichtig UKW dem Autokaeufer noch ist, koennte Audi die Sache einfach umdrehen, DAB+ Serie aber UKW nur fuer 300 Euro Aufpreis. Ich glaube die UKW Verfechter wuerden vom Stuhl fallen.


Das wird aber nicht kommen, denn für einen individuellen Stream für jeden reicht die Bandbreite einfach nicht aus,
Der Maisntream muss weiterhin linear laufen.

von DAB_Saar - am 29.10.2016 15:31
Zitat
Nordlicht2
Wenn Streaming wie Spotify irgendwann mobil ueberall und kostenlos moeglich sein sollte, ist Radio am Ende, es sei denn man etabliert rechtzeitig ein Medium, welches einfacher in der Bedienung ist als Internet und weitere Vorteile bietet, z.B. kein Elektrosmog, laengere Batterielaufzeiten, anonyme Nutzung... und gleichzeitig so viel Auswahl bietet, dass Internet nicht vermisst wird.
Um herauszufinden wie wichtig UKW dem Autokaeufer noch ist, koennte Audi die Sache einfach umdrehen, DAB+ Serie aber UKW nur fuer 300 Euro Aufpreis. Ich glaube die UKW Verfechter wuerden vom Stuhl fallen.


Eine sehr gute Idee, so würde man rausfinden das den leuten DAB nicht egal ist, nur eben solche Leute gucken auf's Geld die die Option nicht wählen.

Die Idee könnte man Audi mal vorschlagen, es kommt schließlich bei denen auf "jedes Gramm" an. :D :spos:

von UKW vs. DAB+ - am 29.10.2016 19:57
Zitat
Manfred Z
In Finnland ist DAB-alt nach sieben Jahren abgeschaltet worden, weil die Hörer kein Interesse gezeigt haben, was bei einem Start zum falschen Zeitpunkt (vor 2000) nicht verwunderlich ist. (Einen ähnlichen Misserfolg hat es ja in Deutschland gegeben.) Der Vortrag aus Finnland war im Übrigen vollkommen sinnlos, weil die Voraussetzungen in Finnland in keinster Weise mit Mitteleuropa vergleichbar sind.

Genau derselbe gilt für Estland. Hier war DABalt auf Sendung von 2000-2005. Und jetzt wann in Lettland in Kürze eine DAB+-Test geben wird, lacht estnische media irrtümlich a la "diese lettische Vollpfosten versuchen mit eine Technologie was wir und Litauen längst abgelehnt haben". Sogar wann im 2005 DAB+ noch nicht existierte. Und ich glaube niemals dass dann konnte man eine Empfänger für 50€ erhalten. Die Estnische Zeitungen im 2000 sprach über vierstellige Eurosummen. Und ich erinnere keine Werbung für DAB aus meine Kindheit.

von ES5NHC - am 30.10.2016 15:47
Die Frau aus Finnland hat nicht von DAB+ gesprochen. Das ist ein Fehler im Protokoll.

von Manfred Z - am 30.10.2016 16:20
Zitat
Manfred Z
Die Frau aus Finnland hat nicht von DAB+ gesprochen. Das ist ein Fehler im Protokoll.

Ah, danke!

von ES5NHC - am 30.10.2016 16:40
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