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DAB Digitalradio Forum
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Small Scale DAB - Die Lösung für Lokalradios?

Startbeitrag von Cha am 28.10.2016 13:29

Das IRT stellt am 14.11.2016 das sogenannte "Small Scale DAB" vor, welches eine Lösung für Lokalradios sein soll, um möglichst effizient auf DAB+ senden.

- https://www.worlddab.org/technology-rollout/small-scale-dab
- https://www.ofcom.org.uk/__data/assets/pdf_file/0021/91371/SSDAB-Final-report-26-Sep.pdf
- http://www.digitalfernsehen.de/IRT-stellt-Small-Scale-DAB-vor.145479.0.html

Antworten:

So wirklich neu ist das ganze ja nicht. Damals zu beginn von DAB experimentierte man in Saarbrücken an der UNI im L-Band auf Kanal LG. Also dort wo später der saarländische Privatmux aufgeschaltet wurde. Sendeleistung im einstelligen Watt bereich, maximaler Fehlerschutz und nur 1 oder maximal 2 Programme im Mux. Die Reichweite soll sogar, trotz dödeligem L-Band, für alle erstaunlich hoch gewesen sein.

von Spacelab - am 29.10.2016 08:38
Hatte im DAB+Bayern-Faden schon drauf hingewiesen (vielleicht können die anderen Äußerungen zum Thema von dort hierher verschoben werden, ist ja doch auch außerhalb Bayerns interessant...?), diesen hier aber jetzt erst entdeckt:
Auf https://www.irt.de/aktuell/kolloquien/rueckblick/ ist jetzt neben der Päsentation auch ein Videomitschnitt abrufbar.

von Hagen - am 29.11.2016 14:50
Pressemitteilung Nr. 08/2016
„LMK-MedienColloquium Technik“

Technische Innovationen mit small-scale DAB aus Rheinland-Pfalz: Vorstellung der Ergebnisse zum Einsatz eines portablen, preisgünstigen und betriebssicheren digitalen Hörfunksenders für DAB.

Pressemitteilung
Aufbau und Inbetriebnahme eines DAB Multiplexers
Handbuch zum Aufbau

von pomnitz26 - am 16.03.2017 10:10
Ein sehr schönes Projekt. Vor allem sehr einfach. Das ganze wird einmal aufgebaut und konfiguriert und ist dann innerhalb recht kurzer Zeit, und vor allem relativ einfach, einsatzbereit.

von Spacelab - am 16.03.2017 10:20
Auf Basis von Small Scale DAB sollen die Lokal-MuXxe in Leipzig und Freiberg aufgebaut werden, sofern genügent Bewerber existieren. ( SLM )

von Renault - am 16.03.2017 10:49
Wobei ich mir bei dem LTE Router die Frage stelle ob ein ganzer Multiplex wirklich dauerhaft stabil übertragbar ist. Ich habe einen solchen LTE Router, kein Vergleich zum Handy. Scheinbar wird das SFN über Internet abgeglichen. Ich bin mal gespannt ob man zukünftig mehrere kleine oder wie bisher weniger große Sender betreiben möchte.

von pomnitz26 - am 16.03.2017 10:51
Man kann die Daten des Muxes in der LTE Zelle auf maximal Priorisieren. Dann ist es egal wie voll die Zelle ist. Die Daten des Muxes werden immer unterbrechungsfrei übertragen. Wobei ich das aber eh als "Mobile only" Lösung sehe. Wenn der Sender irgendwo fest installiert wird kann man das ganze ja auch ganz normal übers Festnetz verbinden.

von Spacelab - am 16.03.2017 10:58
Die Präsentation des IRT hab ich noch vor der Schließung von Tectime TV dort gesehen.

von andimik - am 16.03.2017 11:32
Interessant, dass es evtl. auch ein Small Scale Ensemble im Saarland geben könnte.

von Habakukk - am 16.03.2017 13:04
Och wir hatten hier schon 3 mal ein "Small Scale" Ensemble im Saarland. Das war aber weder offiziell noch so professionell aufgebaut. ;-) :D

von Spacelab - am 16.03.2017 13:15
Small Scale via DVB-T läuft in Leipzig schon seit Jahren. ( DVB-T MuXx Leipzig über Fr. Mugler)

von Renault - am 16.03.2017 14:50
Von den Kosten her ist Small Scale DAB eine Lösung, von der Reichweite her auf keinen Fall. Alles unter 10 kW ist einfach Mist. Auf irgendeinem Dorf ist es vielleicht die richtige Lösung, z.B. in den Niederlanden für die Lokalradio, die über 105,0 MHz senden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Lokalradio in einem Flächenkreis in NRW diese Lösung einsetzt. Nehmen wir z.B. Radio Vest als Beispiel oder Radio Hochstift, für diese Lokalradios ist diese Lösung nicht ausreichend. Auch im Ruhrgebiet kann man Small Scale Lösungen nicht einsetzten. In Zeiten in denen die Menschen auch mal 50 – 100 km täglich zur Arbeit fahren und ihr Lokalradio hören wollen, sollten Lokalradios eine größere Reichweite haben. Ich würde die Anwendung eher bei Uniradios und Bürgerradios sehen.

von Seltener Besucher - am 16.03.2017 15:11
Man kann diese Lösung ja skalieren mit leistungsstärkeren Sendern. Wird dann zwar weder in Anschaffung noch in Betrieb billiger, aber damit gäbe es auch größere Sendegebiete. Für ausdrücklichen Lokalfunk / Bürgerfunk, der heute vielleicht mit 200 W ERP auf UKW sendet, ist das aber schon eine feine Sache und ggf. noch preislich weiter abspeckbar, wenn man weiß, was man damit machen und was man damit nicht machen will.

von Chris_BLN - am 16.03.2017 17:59
Eine Hausnummer für die Reichweite hätten wir gerade in München beim test mit 8A vom BR-Funkhaus. Das sind angeblich 100W und die Versorgungskarte
https://www.irt.de/fileadmin/media/Neue-Bilder/Funksysteme/Versorgungsprognose.png
ist optimistisch. Die rein weißen Flächen würde ich mobil als halbwegs alltagstauglich bewerten. Darüber hinaus sind in grünen Bereichen nur noch an günstigen Punkten outdoor oder am Fenster Signalfetzen zu empfangen - da braucht man 'ne ortsfeste Antenne.
Also je nach Gelände und Senderhöhe für Nicht-DXer so 10km Reichweite ab Senderstandort. Für eine Kleinstadt, die derzeit mit 'ner 50W-UKW-Funzel mehr schlecht als recht versorgt wird, eine Option. Wenn man das Münchner Stadtgebiet komplett versorgen wollte, bräuchte man 3-5 solcher Sender im SFN. Mehr Leistung würde wahrscheinlich nur an einem exponierteren Standort was bringen.

von Hagen - am 16.03.2017 18:43
Wenn ich mir die Lokalsender auf UKW so anschaue - die senden ja i.d.R. auch mit weniger als 1kW rum - warum dann nicht auch auf DAB+?
Ich bezweifle, dass es sich für die Lokalsender lohnt für die paar Leute, die täglich in eine 100km weit entfernte Stadt pendeln die zwei, drei Lokalsendergebiete weiterliegt einen durchgehenden DAB-Empfang anzubieten.

von Zwölf - am 16.03.2017 18:46
Wenn man vom Standort her das BR-Funkhaus und den Turm in der Blutenburgstr. gleich setzt (ungefähr gleiche Position, ähnliche Antennenhöhe), dann geht nach meinem Dafürhalten 100W Blutenburgstr. auf UKW deutlich besser und weiter als die 100W DAB+ vom BR-Funkhaus.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob das in dem Fall alleine die Sendeleistung aus macht. Vielleicht ist halt doch die Signalqualität beim 8A-Test nicht ganz so gut wie bei einem professionellen Sender?

Entsprechendes hat ja die LMK z.B. in ihrem Bericht geschrieben:
Zitat

Wesentlich aber ist die verbesserte Performance und Betriebssicherheit der VHF-Sendeeinheit durch Einsatz eines professionellen DAB-Senders anstatt des bisher verwendeten DAB-Modulators und VHF-Frequenzumsetzer „USRP“ der Firma ETTUS zur Ansteuerung einer separaten Linearendstufe. Die wesentlich bessere DAB-Signalgüte wurden in Labormessungen bestätigt, die Herr Professor Dr. Andreas Steil, Hochschule Kaiserslautern, anschließend vorstellte.


Es ist also nicht gesagt, dass 100W DAB+ immer gleich 100W DAB+ sind.

von Habakukk - am 16.03.2017 22:26
Als ich 2011 eine Demonstration von Opendigitalradio mit USRP erleben durfte, hatte die Anzeige des Empfangspegels aen meinem DPR 69 so im Sekundentakt +-50% geschwankt. Im Raum war dann der Empfang damit aber stabil. Aus dem Gerät gingen wohl wenige mW direkt an die Teleskopantenne.

Das heißt aber, dass der Pegel aus dem USRP für den regulären Sendebetrieb in jedem Fall nochmal durch qualitativ hochwertige Endstufen stabilisiert werden muss. Wenn die Leistung nicht stabil ist, ist auch keine Reichweite da. Ich denke, das ist mit dem "Einsatz eines professionellen DAB-Senders" gemeint. Und das macht dann auch den Unterschied von DAB+-Sendern gleicher Leistung - wo durch den Test wohl noch optimiert werden soll.

Hier schwankt zwar der Pegel von 8A nicht, aber dass bislang 8A weniger weit reicht, wie rauschfreies Stereo aus der Blutenburgstraße deckt sich mit meinen Beobachtungen.

von Hagen - am 18.03.2017 00:12
Zitat
Hagen
Das heißt aber, dass der Pegel aus dem USRP für den regulären Sendebetrieb in jedem Fall nochmal durch qualitativ hochwertige Endstufen stabilisiert werden muss. Wenn die Leistung nicht stabil ist, ist auch keine Reichweite da. Ich denke, das ist mit dem "Einsatz eines professionellen DAB-Senders" gemeint. Und das macht dann auch den Unterschied von DAB+-Sendern gleicher Leistung - wo durch den Test wohl noch optimiert werden soll.

Nein; es ist tatsächlich gemeint, den USRP wegzulassen und stattdessen das ETI/EDI-Signal an einen DAB-Sender zu geben, der dann den ganzen Rest macht; plus Filter natürlich.

von Basic.Master - am 18.03.2017 10:36
Zu Münchn: Ist bekannt, ob der Test rund gesendet wird? Könnte es sein, dass durch den relativ niedrigen Standort (im Vgl. zum Olympiaturm) Gebäude relativ stark dämpfen? (Macht DAB+ ja mehr als UKW zu schaffen)

Allerdings bin ich bei so geringen Sendeleistungen allgemein etwas skeptisch beim Vgl. mit UKW. Als der Augsburger 9C noch mit 1kW sendete hatte ich keinen Empfang, obwohl auf UKW Rock Antenne mit 0,3 kW noch (verrauscht) empfangbar war.

von Zwölf - am 18.03.2017 10:57
Zitat
Zwölf
Wenn ich mir die Lokalsender auf UKW so anschaue - die senden ja i.d.R. auch mit weniger als 1kW rum - warum dann nicht auch auf DAB+?
Ich bezweifle, dass es sich für die Lokalsender lohnt für die paar Leute, die täglich in eine 100km weit entfernte Stadt pendeln die zwei, drei Lokalsendergebiete weiterliegt einen durchgehenden DAB-Empfang anzubieten.


Dann sollen sich diese Anbieter nicht wundern, dass sie über eine bestimmte Einschaltquote nicht hinauskommen. Soweit ich die Zahl richtig in Erinnerung behalten habe, wohnen in Düsseldorf 612 Tsd. Menschen, werktags verlassen die Stadt 95 Tsd. Menschen um auswärts zu arbeiten, aber 296 Tsd. Menschen fahren aus den Nachbarstädten nach Düsseldorf hinein. Würde ihr Lokalradio nicht an der Stadtgrenze an Signalstärke verlieren, würden die Menschen ihren Empfänger nicht auf die landesweiten Programme umschalten müssen. Jahrelang wurde gejammert, die ARD hat die starken Frequenzen, jetzt könnten die Privaten ihre Reichweite angleichen, wollen es aber nicht.

von Seltener Besucher - am 18.03.2017 11:23
Zitat
Seltener Besucher
Zitat
Zwölf
Wenn ich mir die Lokalsender auf UKW so anschaue - die senden ja i.d.R. auch mit weniger als 1kW rum - warum dann nicht auch auf DAB+?
Ich bezweifle, dass es sich für die Lokalsender lohnt für die paar Leute, die täglich in eine 100km weit entfernte Stadt pendeln die zwei, drei Lokalsendergebiete weiterliegt einen durchgehenden DAB-Empfang anzubieten.


Dann sollen sich diese Anbieter nicht wundern, dass sie über eine bestimmte Einschaltquote nicht hinauskommen. Soweit ich die Zahl richtig in Erinnerung behalten habe, wohnen in Düsseldorf 612 Tsd. Menschen, werktags verlassen die Stadt 95 Tsd. Menschen um auswärts zu arbeiten, aber 296 Tsd. Menschen fahren aus den Nachbarstädten nach Düsseldorf hinein. Würde ihr Lokalradio nicht an der Stadtgrenze an Signalstärke verlieren, würden die Menschen ihren Empfänger nicht auf die landesweiten Programme umschalten müssen. Jahrelang wurde gejammert, die ARD hat die starken Frequenzen, jetzt könnten die Privaten ihre Reichweite angleichen, wollen es aber nicht.

In Bayern ist es so, dass es für die Großstädte ja eh professionelle Muxe gibt in denen auch die Nachbarprogramme drin sind. (In diesen Gebieten gibt es ja auch eher nicht so große Probleme das zu refinanzieren) Damit kann ohnehin schon ein Großteil des Speckgürtels sein Programm auch am Arbeitsplatz in der Stadt hören, wenn er dort denn Radio hören möchte, wenn er lieber sein Lokalradio hört als landesweite, wenn die Kollegen nichts gegen das ortsfremde Lokalradio haben.

In den ländlichen Gebieten hingegen haben die Städte kleinere Einzugsgebiete, die meist noch im selben Lokalsendegebiet liegen. Zudem hat man hier eine weniger dichte und massive Bebauung was den Small Scale-Sendern ja auch entgegen kommt, weil so niedrigere Sendeleistungen reichen.

von Zwölf - am 18.03.2017 11:41
Zitat
Hagen
Als ich 2011 eine Demonstration von Opendigitalradio mit USRP erleben durfte, hatte die Anzeige des Empfangspegels aen meinem DPR 69 so im Sekundentakt +-50% geschwankt. Im Raum war dann der Empfang damit aber stabil. Aus dem Gerät gingen wohl wenige mW direkt an die Teleskopantenne.

Das heißt aber, dass der Pegel aus dem USRP für den regulären Sendebetrieb in jedem Fall nochmal durch qualitativ hochwertige Endstufen stabilisiert werden muss.


Solche Beobachtungen mit einem USRP kann ich absolut nicht bestätigen. Das DAB-Signal eines USRP ist absolut stabil.
Allerdings können sich mit einem Mini-Sender in einem Innenraum tatsächlich größere Signalschwankungen am Empfänger zeigen, was auf ein sehr inhomogenes HF-Feld zurückgeführt werden kann. Im Freien ist ein solches Verhalten dagegen kaum zu beobachten.

So weit ich es beurteilen kann, hat ein professioneller DAB-Modulator gegenüber einem USRP in der Regel nur den Vorteil, dass durch den Einsatz von digitaler Precorrection nachfolgende HF-Endstufen effizienter betrieben werden können. Entsprechende Verfahren sind inzwischen aber auch für USRP & Co. in Arbeit...

von DigiBC - am 18.03.2017 11:46
Ich kann mir auch gerade nicht vorstellen, dass es da ein prinzipielles Problem geben soll. Die DACs der USRP-Varianten sind alle mindestens 12Bit, das ist vermutlich mehr, als die ersten Profi-DAB-Modulatoren hatten. Evtl. sind drangehängte Preamps etwas zu nahe an der Intermodulationsgrenze betrieben, das ruiniert die Signalqualität schon arg. Der analoge Teil braucht wirklich Erfahrung und kostet...

Oder es ist halt noch irgendwo ein blöder Coding-Fehler drin. Bei meinem Modulator hatte ich anfangs die letzten 8 Träger vergessen, das ist bei der Fehlerrate erstaunlicherweise nicht gross aufgefallen ;)

von Georg A. - am 18.03.2017 13:32
Das mit dem sehr inhomogenen HF-Feld bei kleinen Leistungen kann natürlich die wesentliche Erklärung für meine Beobachtungen sein. Am Sonntag bei etwas schwieriger Wetterlage konnte ich derartiges unterwegs (mit der Anzeige am Micro75DAB+) bei 8A auch beobachten, wenn ich mich hinter Gebäuden befand, die die Empfangsrichtung abschatteten und wenig geeignete Reflexionspunkte in Sichtweite waren (auch wenn ich stehen blieb).

von Hagen - am 20.03.2017 18:25
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