Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
DAB Digitalradio Forum
Beiträge im Thema:
68
Erster Beitrag:
vor 10 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 4 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Zwölf, DH0GHU, zerobase now, H_Deutsch, theArno80, PEQsche, BadestadtFM, FrankSch, XXXXXX, Spacelab, ... und 18 weitere

DAB Bundesmux: Ausbau-Wünsche und Diskussionen

Startbeitrag von DH0GHU am 27.12.2016 22:07

Um den Ausbau-Thread ein wenig von Spekulationen und Wunschkonzerten freizuhalten, schlage ich vor, entsprechende Beiträge hier einzubringen...

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
DH0GHU
Um den Ausbau-Thread ein wenig von Spekulationen und Wunschkonzerten freizuhalten, schlage ich vor, entsprechende Beiträge hier einzubringen...


Dann kannst du den Ausbau-Thread auch gleich wieder schliessen, denn mehr das, was du despektierlich Spekulationen und Wunschkonzerten nennst, ist mangels festen Zusagen von Media Broadcast gar nicht möglich.

von FrankSch - am 28.12.2016 09:09
Zitat
FrankSch
Zitat
DH0GHU
Um den Ausbau-Thread ein wenig von Spekulationen und Wunschkonzerten freizuhalten, schlage ich vor, entsprechende Beiträge hier einzubringen...


Dann kannst du den Ausbau-Thread auch gleich wieder schliessen, denn mehr das, was du despektierlich Spekulationen und Wunschkonzerten nennst, ist mangels festen Zusagen von Media Broadcast gar nicht möglich.


Sehr schön geschrieben

von theArno80 - am 28.12.2016 10:09
Es gibt Leute, die die Spekulationen interessant finden; z.B. weil sie selbst in einer schlecht ausgebauten Region leben/sich häufig in schlecht ausgebauten Regionen aufhalten/angrenzende Regionen kennen, die schlecht ausgebaut sind, usw. und von daher auf Neuigkeiten brennen, die von der MB nur selten verkündet werden (und dann i.d.R. erst bei/kurz vor der Aufschaltung) sodass sie sich die Wartezeit mit Spekulationen vertreiben.

Und dann gibt es andere Leute, deren Interesse an solchen Diskussionen geringer ist, z.B. weil sie schon länger in einer gut ausgebauten Region leben, oder allgemein mit solchen Spekulationen wenig anzufangen wissen. Für diese Leute ist es interessanter, wenn der Ausbau-Thread nur dann hochkommt, wenn es "richtige" Neuigkeiten gibt.

Dieser Thread ist ein Versuch, beiden Bedürfnissen entgegenzukommen.M.E. spricht nichts dagegen das mal auszuprobieren.

von Zwölf - am 28.12.2016 12:10
Zitat

Für diese Leute ist es interessanter, wenn der Ausbau-Thread nur dann hochkommt, wenn es "richtige" Neuigkeiten gibt.


Nicht mal unbedingt. Wer in einer gut versorgten Region wohnt den interessiert es nicht unbedingt wenn in Hinterpuselmuckel ein Standort neu in Betrieb genommen wird, einfach weil sich für ihn nichts ändert. So ein Thread ist also nur für alle interessant die in Ihrer Region auf bessere Versorgung warten oder für solche die mit den Auto in derzeit noch schlechter versorgte Regionen hineinfahren oder wer sich allgemein für Standorte und die Vervollkommnung derselben interessiert.

Also ruhig weiter "Spekulatius", umso größer ist dann die Freude wenn der eigene Wunschstandort aufgeschaltet wird (oder wenigstens in der Nähe) und wer sich dran stört hat wohl den Sinn eines solchen Fadens nicht verstanden.

von Felix II - am 29.12.2016 14:34
Aber nun mal im Ernst, ob hier zb einer schreibt, es soll ja demnächst (Spekulation) oder es wäre cool wenn demnächst (Wunschdenken), dann gibt es Leute die das gern lesen oder gar interessant finden? Unfassbar.

Spekulationen sind meist mit Wunschdenken im Einklang. So war es sogar (LEIDER) bei dem Anschlag in Berlin. Wer die Berichterstattung auf RTL und co verfolgte, konnte das ohne Mühe erkennen. Denn da war schon am selben Abend klar, es sei definitiv ein Anschlag. (Oben rechts im Bild: Anschlag in Berlin). Da hätte es auch noch ein schlimmer Unfall gewesen sein können. Spekulationen halt. Auf den vernünftigen Sendern wurde erst am darauf folgenden Tag von einem tatsächlichen Anschlag gesprochen. Das finde ich persönlich sehr schlimm.

Zurück zum Ausbau:

Und ob hier einer seine Wünsche äußert, werden die Verantwortlichen des Ausbaues keine Rücksicht oder sonst irgendwas darauf nehmen. Als ob die sich das überhaupt durchlesen würden...

von theArno80 - am 30.12.2016 05:41
Das was du hier als Spekulation titulierst sind meist offizielle oder inoffizielle Aussagen von Beteiligten (z.B. Programmveranstaltern) die hier diskutiert werden. Manche dieser Aussagen treffen später zu, andere nicht. Mit der Zeit dürften aber die meisten ein Gefühl dafür bekommen haben, wie viel man auf welche Aussagen geben kann.

Beim "Wunschdenken" geht es ja auch nicht (nur) darum, seine Lieblingssender aufzulisten, sondern z.B. zu überlegen mit welchen Standorten man möglichst effektiv die größten Lücken schließen könnte. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Fußballfan sich überlegt welche Aufstellung er als Trainer wählen würde. Dabei geht er ja auch nicht davon aus, dass der Trainer Notiz von seinen Überlegungen nimmt.

von Zwölf - am 30.12.2016 14:00
Wenn es meist offizielle oder inoffizielle Aussagen sind, dann ist doch gut wenn eine genaue und sichere Quelle dazu geschrieben wird.
Was bringt mir dieses Wunschdenken? Ich habe als Kind meine Weihnachtsgeschenkwünsche ja auch nicht in einen großen Wald geschrien in der Hoffnung, es hört jemand, was aber natürlich nicht der Fall ist.

von theArno80 - am 30.12.2016 14:58
Wie gesagt, es ist kein bloßes Vorlesen einer Wunschliste, sondern eher eine Art spielerischer Vorgang wenn man so will, bei dem es darum geht durch strategisches Denken eine mögliche Lösung für ein Problem zu finden oder einen wahrscheinlichen, weiteren Ausbau zu prognostizieren/diskutieren.

von Zwölf - am 30.12.2016 15:14
DRD Digitalradio Deutschland GmbH, die Vertretung der im 1. Bundesmux vertretenen Veranstalter, hat gestern eine PM mit Forderungen an den Gesetzgeber herausgegeben:

>> Norwegen schaltet UKW ab:
Verein Digitalradio Deutschland mit 5-Punkte Forderungskatalog für DAB+


Montag, 09 Januar 2017.

Am 11. Januar um 11.11 Uhr gehen in Norwegen die ersten UKW-Sender vom Netz. Das Land beendet bis Ende 2017 als erstes Land weltweit die analoge Radio-Verbreitung zugunsten des terrestrischen Digitalradios DAB+. Basierend auf den norwegischen Erfahrungen beim Übergang von UKW zu DAB+ appelliert Dr. Willi Steul, der Vorsitzende des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio, mit einem 5-Punkte Forderungskatalog vor allem an den Bund und die Länder. Die Zukunft des digitalen Hörfunks in Deutschland müsse gesichert werden.

Punkt 1: Vor dem Hintergrund des Starts von DVB-T2 HD kann es nicht sein, dass Radio weiter die analoge Insel im Meer der digitalen Angebote bleibt

Das digital-terrestrische Fernsehen startet im Frühjahr in die zweite Generation. Ab März 2017 wird digitales Antennenfernsehen über den neuen Standard DVB-T2 ausgestrahlt. Schon am 30. Juni 2009 ist die letzte verbliebene öffentlich-rechtliche Sendeanlage in Deutschland vom Analogbetrieb auf DVB-T umgestellt worden. Das Medium Radio muss, um zukunftsfähig zu bleiben und den gewachsenen Ansprüchen der Hörerinnen und Hörer zu entsprechen, so schnell wie möglich von der analogen in die digitale Welt überführt werden.

Digitalradio DAB+ bietet einen rauschfreien Klang, ist moderner, effektiver und persönlicher. Es ermöglicht bei den bundesweiten Programmen erstmals unterbrechungsfreies Hören in ganz Deutschland. Es liefert mehr Vielfalt auf ausreichend freien Kapazitäten zu weit günstigeren Verbreitungskosten.

Vor diesem Hintergrund ist die Politik gefordert, die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Umgang mit freien oder frei werdenden UKW-Frequenzen sowie bei der Verlängerung von UKW-Lizenzen zu prüfen.

Punkt 2: Die Zukunft des Hörfunks liegt nicht nur im Internet

Das Internet bietet zwar viele ergänzende Features für den Hörfunk, vom Rückkanal bei interaktiven Anwendungen bis hin zu ergänzenden Audio-Streams. IP kann dennoch nicht die alleinige Zukunft des Hörfunks sein. IP ist von Telekommunikationsunternehmen abhängig. Es sorgt für zusätzliche Kosten bei Hörern und Programmanbietern sowie für technische Probleme, vor allem beim Radiohören über Mobilfunk. In der digitalen Welt braucht Radio weiter einen eigenen Ausspielweg. Dieser existiert mit DAB+.

Punkt 3: Eine DAB+ Roadmap kann nur mit verstärkter Kooperation von Bund und Ländern zum Ziel führen

Marktbeteiligte beim Digitalradio DAB+ haben sich in einer Koalition zusammengeschlossen, um in einer Roadmap den gemeinsamen Weg zum Rundfunkstandard DAB+ zu beschreiben. Für den regulatorischen Rahmen benötigen alle aber auch die Unterstützung der Politik. Bund und Länder müssen 2017 verstärkt zusammenarbeiten, damit nach der erfolgreichen Einführungsphase nun auch die Eckpunkte für eine Migration von UKW hin zum Standard DAB+ festgelegt werden können. Die Zeit hierfür drängt, unter anderem auch, weil die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) erwartet, dass mit den Anmeldungen von ARD und Deutschlandradio zum 22. Bericht im Frühjahr 2019 mehrere Meilensteine bei DAB+ erreicht worden sind: Unter anderem, dass Bund und Länder eine Entscheidung über ein Konzept zur Abschaltung von UKW getroffen haben.

Punkt 4: Privatradios brauchen Fördermittel für den Simulcast

Kommerzielle Hörfunkanbieter benötigen zur Finanzierung eines Simulcasts von UKW und DAB+ finanzielle Mittel. Nur der Freistaat Bayern hat bisher ein Konzept zur Förderung der privaten Sender erarbeitet, um die Migration von UKW zu DAB+ voran zu treiben. Eine Förderung der Verbreitungs­kosten der privaten Sender wäre durch einen Digitalisierungsfonds von Bund und Ländern, etwa durch Erlöse aus der Digitalen Dividende II, einer technischen Infra­struktur­förderung durch die Medienanstalten oder besondere Preismodelle der Netzbetreiber möglich. Ähnliche Maßnahmen gab es bei der Digitalisierung der unterschiedlichen Verbreitungswege beim Fernsehen. Radio darf hier nicht benachteiligt werden.

Punkt 5: Digitalradio DAB+ gehört als Standard in Fahrzeuge

Ohne DAB+ Radio sind Neufahrzeuge in Deutschland nicht zukunftssicher, blickt man auch auf die Digitalisierung des Hörfunks im Ausland. Derzeit sind erst 14% der Fahrzeugmodelle serienmäßig mit DAB+ Empfang ausgestattet. Ein DAB+ Chip kostet im Schnitt 7 Euro, dazu kommt noch der Preis der Antenne. Vor diesem Hintergrund ist es einfach unverständlich, wenn Autobauer mehrere hundert Euro Aufpreis für den digitalen Radioempfang als Sonderausstattung verlangen. Solche Preismodelle blockieren eine schnellere Marktdurchdringung mit DAB+. Auch in diesem Punkt sind regulatorische Rahmenbedingungen im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher wünschenswert. So setzt sich der Bundesrat dafür ein, dass im laufenden Gesetzgebungsverfahren zur TKG-Novelle eine Verpflichtung für Gerätehersteller aufgenommen werden soll, zukünftig alle neuen Radiogeräte auch mit DAB+ Empfangsmöglichkeit auszustatten (sog. Interoperabilitätsverpflichtung). Mit dieser Multinormchip-Initiative, die z.B. auch vom CDU Netzwerk Medien und Regulierung getragen wird, könnte der Gesetzgeber im Interesse aller Beteiligten einen maßgeblichen Beitrag zur Beschleunigung der Digitalisierung des Hörfunks und damit auch zu einer langfristigen Senkung der Verbreitungskosten leisten. Presse

von Manfred Z - am 10.01.2017 17:31
Ein Herr Steul kann und will ich nicht ernst nehmen. Offiziell fordert er die Abschaltung von UKW und im Hintergrund schnappte er sich die starken UKW-Frequenzen von AFN und Co. Was ich immer noch nicht verstehe ist, warum man penetrant die UKW-Abschaltung fordert. Norwegen schaltet die starken UKW-Sender ab. Gut, müssen die ja wissen. UKW hat dort ja auch nicht die Abdeckung wie in Deutschland oder anderen Ländern. Ich persönlich sehe DAB als Ergänzung und nicht als Ersatz. Was will man eigentlich mit dem UKW-Band machen, wenn die UKW-Sender abgeschaltet sind?

von pfennigfuchser - am 12.01.2017 06:17
Ich kann mich der Forderung der DRD nur anschliessen. Das was gefordert wird ist sinnvoll und der Gesetzgeber muss jetzt in die Puschen kommen. Ich denke, aber das die Lobby der Verleger und UKW Befürworter das wieder zunichte machen wird. Wenn es auf Bundesebene nicht geht, dann muss man notfalls auf Landesebene Druck machen. Bayern prescht doch in vielen anderen Dingen immer voran, da Rundfunk Ländersache ist, sollen die eben ggf. alleine einen Abschalttermin festlegen. Ich denke, dann sind die anderen Länder ganz schnell unter Zugzwang.

von zerobase now - am 12.01.2017 07:53
Der Steul will in erster Linie, dass seine Programm gehört werden können. Da geht es nicht rein um die Frage UKW oder DAB+. Hätte das Deutschlandradio heute mit beiden Programmen eine perfekte UKW-Versorgung, würde er vielleicht anders argumentieren, aber so bleibt ihnen ja fast nur DAB+, denn diese UKW-Funzelei will doch niemand, der ernsthaft bei Verstand ist, so weiter betreiben.
Wenn aber auf UKW natürlich solche Sahnestückchen wie die 98,7 Feldberg frei werden, da würde jeder zugreifen, v.a. wenn man noch das Erstnutzungsrecht drauf hat. Die 98,7 wird wahrscheinlich noch nicht mal die UKW-Gesamtbetriebskosten erhöhen, wenn man gleichzeitig 15 Funzeln ausknipsen kann.

von Habakukk - am 12.01.2017 08:28
Zitat
pfennigfuchser
Was ich immer noch nicht verstehe ist, warum man penetrant die UKW-Abschaltung fordert. Norwegen schaltet die starken UKW-Sender ab. Gut, müssen die ja wissen. UKW hat dort ja auch nicht die Abdeckung wie in Deutschland oder anderen Ländern.


Norwegen schaltet in diesem Jahr alle wichtige Sender ab, lediglich kleinere Sender dürfen weiter Senden, z.B. Lokalsender (vergleichbar mit "Tide Radio" in Hamburg) - die Öffentlich-rechtlichen und die Kommerzielle Sender schalten alle ab - auch nur so macht es sinn.

Gruß
Morten Hesseldahl

von Morten Hesseldahl - am 12.01.2017 11:08
Dass Frequenzen wie die von AFN Gr.Feldberg/Ts oder BFBS Langenberg auch angenommen werden, war nie "Hintergrund", sondern offiziell so vom D-Radio verkündet. Findet sich sicher noch irgendwo in diesem oder im BFBS-NRW-Faden.
Das ist ja auch vernünftig. Man muss die Hörer dort abholen, wo sie sind - erst recht solange kein Ausstiegsszenario anläuft und wenn dadurch unterm Strich Kosten gespart werden. Wenn Geld keine Rolle spiegel würde, gäbe es auf UKW so Standorte wie Grünten oder Wendelstein wohl nicht, die Anfällig gegen Abschattungen und Reflektionen sind und riesen Streuverluste (aka Overspill) produzieren - stattdessen gäbe eine Vielzahl von Kleinsendern für Line-Of-Sight-Versorgungen.

Dass die UKW-Versorgung irgendwann abgeschaltet werden soll, ergibt sich aus Gründen der wirtschaftlichen Vernunft. UKW-Sendernetze verschlingen immense Geldsummen. Neben den reinen Betriebskosten sind das z.B. auch regelmäßige Erneuerungen der Anlagen. Gälte "Geld spielt keine Rolex" könnte man UKW tatsächlich auf Ewigkeit weiterlaufen lassen. Mittelfristig ist das für die Sender aber wirtschaftlich unattraktiv, langfristig sogar für die UKW-Radio-Nutzer. Auch UKW-Radios müßten irgendwann ersetzt werden. Wenn die durchschnittliche Lebensdauer eines PKW 18 Jahre beträgt (http://www.t-online.de/auto/news/id_70357254/autoverschrottung-in-deutschland-nach-18-jahren-geht-es-in-die-presse.html), z.B. im Schnitt alle 18 Jahre bei Autoradios. Spätestens dann ergibt sich für den Autohalter kein wirtschaftlicher Vorteil mehr aus dem Weiterbetrieb von UKW (wenn denn die Neuwagen alle DAB+ beinhalten).

Die Problematik: "Marktdurchsetzung neuer Technologien im KFZ" wird in dem nachfolgenden Artikel übrigens schön beschrieben und läßt sich auch auf Werksradio 1:1 anwenden, mit dem Unterschied, dass ich natürlich leichter DAB+ nachrüsten kann als z.B. einen alternativen Antrieb.

https://www.boerse-go.de/nachricht/steigende-lebensdauer-von-pkw-erschwert-marktdurchdringung-alternativer-antriebstechnologien,a4244339.html

von DH0GHU - am 12.01.2017 11:33
Ich habe auf die Schnelle keinen geeigneten Thread gefunden, deshalb schreib ich es jetzt einfach hier rein.

KlassikRadio unterstützt gerade DAB+ mit Rabattaktionen von 20-50€. Zur Auswahl gibt es 3 Radios von Sonoro und eines von TechniSat im KlassikRadio Onlineshop. Das TechniSat-Radio hat auch eine Direktwahltaste für KR. Die Geräte liegen allerdings im mittleren bis obreren Preissegment. Das günstigste Gerät ist ein portables Küchenradio für 99€ (zzgl. Versand, ohne Rabatt); es hat drei Tasten die sich zusammen mit dem Display an der Unterseite des Geräts befinden, der Monolautsprecher strahlt nach oben ab.

Das teuerste Gerät kostet 699€ (zzgl. Versand, ohne Rabatt). Auf der Fernbedienung gibt es 6 Programmdirektwahltasten, am Gerät keine. Slideshow etc. kann nicht genutzt werden.

Der Klang dieser Geräte mag vielleicht recht gut sein, aber vom Funktionsumfang her sind sie nicht grade der Knüller. Bei einem 700€-Gerät hätte ich schon erwartet, dass es alles zu bieten hat, was mit DAB+ so möglich ist.

von Zwölf - am 22.04.2017 08:43
Zitat
Zwölf

Das teuerste Gerät kostet 699€ (zzgl. Versand, ohne Rabatt). Auf der Fernbedienung gibt es 6 Programmdirektwahltasten, am Gerät keine. Slideshow etc. kann nicht genutzt werden.

Der Klang dieser Geräte mag vielleicht recht gut sein, aber vom Funktionsumfang her sind sie nicht grade der Knüller. Bei einem 700€-Gerät hätte ich schon erwartet, dass es alles zu bieten hat, was mit DAB+ so möglich ist.


:eek: Das sehe ich ach so. Für den Gegenwert bekomme ich ja bereits einen 4 K TV.

von zerobase now - am 22.04.2017 11:08
Na, ob ein 4-k-TV-Gerät zu dem Preis in der 4k-Liga nicht ähnliche Plätze belegt wie ein Billigst-DAB-Radio?

Mir ist bisher auch noch kein DAB-Radio für deutlich unter 100 € untergekommen, das Stand-Alone (ohne externe Lautsprecher) halbwegs vernünftig "geht".

Guter Klang ist auch sicher teurer (in der Herstellung) und weitaus wichtiger als eine Slideshow.

Edit: Farbdisplays gibts für wenige €. Da kosten vernünftige EMV-Filtermaßnahmen ggf. schon mehr... :)

von DH0GHU - am 22.04.2017 20:22
Bei 700€ wären aber mehr als 6 Senderspeicher und die DAB+-Zusatzfeatures m.E. nicht zu viel verlangt. Es geht hier nur darum ein Programm zu empfangen, das mit 72kbit/s ausgestrahlt wird; Es gibt TV-Geräte die günstiger sind aber eine ähnliche Audioqualität erreichen dürften und zusätzlich noch ein FullHD-Bild oder mehr liefern.

Das 400€-Gerät im KR-Onlineshop kann anscheinend nicht mal Stereo. Im KR-Publikum mag es sicherlich einige geben, bei denen das Geld entsprechend locker sitzt und die sich sowas leisten. Mir kommen die Sonoro-Geräte einfach nur ziemlich überteuert vor.

von Zwölf - am 22.04.2017 21:32
Wow! 700€ für ein DAB+ Gerät.
Ich frag mich nur was den hohen Preis so rechtfertigt bei dem Mageren Funktionsumfang?

Mich würde vor allen mal interessieren wie es im Inneren so aussieht?

Hat man im inneren Edelmetalle wie Gold oder Platin verarbeitet?

von _Yoshi_ - am 23.04.2017 10:12
Zitat
H_Deutsch
Welche Sendestandorte sind eig noch für RLP geplant?

Also Standorte in RLP selbst und Grenznahe Standorte im Saarland und Hessen

[attachment 9121 D-Radio2023.jpg]
[attachment 9122 Dokument2020.jpg]

von jug - am 23.04.2017 11:16
Also so wie ich das sehe:

Saarland:
- Mettlach

RLP:
- Kettrichhof
- Idar-Oberstein
- Haardtkopf
- Schneeifel
- Bitburg

- Linz??

und dann noch Donenrsberg und KL-Rotenberg, aber man sendet doch vom Dansenberg.

und auf der Karte ist der Weinbiet anstatt Kalmit angezeichnet.

von H_Deutsch - am 23.04.2017 11:28
Zitat
BadestadtFM
Ich wünsche mir vor allem, dass bestehende Standorte endlich optimiert werden. Habichtswald z.B. ist ein absoluter Witz. Der ist selbst dann noch für Aussetzer gut, wenn man den Turm bereits sieht, wie ich erst heute Morgen wieder feststellen konnte.

Der Habichtswald läuft von 50-190 Grad nur mit 3,2 KW in die anderen Richtungen sind es so 200 Watt, da kann man nicht viel erwarten.

von jug - am 23.04.2017 13:18
Zitat

in die anderen Richtungen sind es so 200 Watt, da kann man nicht viel erwarten.


Meine Rede, und deshalb muss da endlich was passieren. Das kann doch nicht der "Endausbau" sein. Das Glühwürmchen ist eine Lachnummer. Und Hochsauerland mit nur 1 kW sollte man auch noch mal überdenken.

von BadestadtFM - am 23.04.2017 13:26
Zitat
BadestadtFM
Zitat

in die anderen Richtungen sind es so 200 Watt, da kann man nicht viel erwarten.


Meine Rede, und deshalb muss da endlich was passieren. Das kann doch nicht der "Endausbau" sein. Das Glühwürmchen ist eine Lachnummer. Und Hochsauerland mit nur 1 kW sollte man auch noch mal überdenken.


Eine eigene Antenne ist eben teuer und man darf nicht vergessen, dass auch noch private mit im Boot sitzen, die eher immer bremsen-

von H_Deutsch - am 23.04.2017 15:09
Zitat

Eine eigene Antenne ist eben teuer und man darf nicht vergessen, dass auch noch private mit im Boot sitzen, die eher immer bremsen


Der große Bremser in Hessen ist vor allem der hr, der seit Jahren nördlich des Rhein-Main-Gebietes nur eine Minimalstversorgung für die Autobahnen bereitstellt.

von BadestadtFM - am 24.04.2017 05:42
Zitat
PEQsche
Zitat
H_Deutsch
Also so wie ich das sehe:

Saarland:
- Mettlach


Nicht nur Mettlach, es soll laut Karte im Saarland auch noch Moseltal (Perl) kommen.


Koordinierungen dürften letztlich interessanter sein als irgendeine "wünsch dir was"-Karte.

von FrankSch - am 24.04.2017 14:04
@FrankSch

Mettlach und Perl sind auf der Ausbaukarte, die frühestens 2019/2020 relevant sein wird, vermerkt.

Solche "Füllerstandorte" waren eh erst nach Abschluss des vorläufigen Endausbaus im Gespräch.

Von daher ist es jetzt nicht sooooo verwunderlich, dass hierzu noch keine Koordinierungen vorliegen (und so schnell auch nicht vorliegen werden).

von PEQsche - am 24.04.2017 15:14
Auf der ersten Karte war Moseltal nicht verzeichnet, sondern nur Mettlach.

Ich bin aber der Meinung, dass es Moseltal nicht zwingend braucht, wenn Saarburg und Mettlach on air gehen.
In Palzem auf RLP Seite gehen die Saarburger Frequenzen auf UKW alle außer SWR4 und nach Perl wird das Moseltal richtung Saarburg sogar noch offener.

Hinzu kommt, dass der Sender Moseltal auf deutscher Seite (und das ist interessant für die Privaten) kaum etwas bevölkerungsreiches versorgt. Für den SWR könnte er aber Sinnvoll sein, um ins Moseltal rein zu kommen.

Ich denke, dann wäre vlt eher ein weiterer Standort im Zentral Saarland (Tholey oder Spiesen) sinnvoll um abgeschatte Gebiete des Schoksberg zu versorgen.

von H_Deutsch - am 24.04.2017 17:33
Zitat
H_Deutsch
Ich denke, dann wäre vlt eher ein weiterer Standort im Zentral Saarland (Tholey oder Spiesen) sinnvoll um abgeschatte Gebiete des Schoksberg zu versorgen.


Entweder einer von den beiden, oder halt NK-Kuchenberg.

von PEQsche - am 25.04.2017 08:29
Die Karte zeigt Stolberg bei Aachen als Senderstandort, aber Aachen Stadt wurde für den BuMu realisiert. Das ist auch eine sehr gute Entscheidung, denn der BuMu geht nun in Aachen und der nördlichen Städteregion Aachen mit dem Sangean DPR-39 aussetzerfrei im Zug! Den WDR empfängt man in AC Stadt auch outdoor nur mit Aussetzern mit diesem kleinen Gerät.

Auf meiner Zugfahrt von Aachen nach Krefeld war der BuMu nur von Aachen bis Herzogenrath sauber zu empfangen. In HS, MG, VIE und KR waren lediglich Störungen im Ohrhörer. Ich sehe Viersen als zusätzlich geplanten Sender, so wie er bei DAB (alt) schon mal für den WDR on-air war, aber ob das im Raum HS aushelfen wird???.

von TobiAC - am 25.04.2017 11:53
Der Verein Digitalradio Deutschland (DRD), der Zusammenschluss der Beteiligten am ersten Bundesmux, hat eine PM zum Stand der Dinge herausgegeben:

>> Ein Halbjahr wichtiger Meilensteine: Besondere Dynamik bei DAB+

Montag, 03 Juli 2017

Der Verein Digitalradio Deutschland blickt auf ein erstes Halbjahr 2017 mit wichtigen Meilensteinen für DAB+ zurück. „Wir sind sehr beeindruckt von der Dynamik, die das Thema im Markt inzwischen auslöst“, sagt Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Digitalradio Deutschland e.V. und Intendant von Deutschlandradio. Die Politik engagiert sich für DAB+, das nationale DAB+ Netz erreicht inzwischen 96 Prozent der Fläche, das bundesweite und regionale Programmangebot nimmt sukzessive zu und die Händler melden weiter steigende Verkäufe. Diese Dynamik greifen wir auf, um die noch offenen Punkte auf dem Weg zur Digitalisierung des Hörfunks aktiv anzugehen.“

Aktionsplan treibt Digitalisierung voran

Ein wichtiger Schritt im ersten Halbjahr war die Verabschiedung des „Aktionsplans für die Transformation der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter“ durch das Digitalradio Board am 16. Februar. Der Aktionsplan enthält eine Roadmap mit acht Maßnahmen, die einen Rahmen schaffen für die Digitalisierung des Hörfunks.

Hierzu gehört unter anderem eine „Smart-Radio“-Regelung, die die verpflichtende Ausstattung von Hörfunkempfangsgeräten mit mindestens einer digitalen Schnittstelle vorsieht.

Zweiter Bundesmux: Bis zu 16 neue Radioprogramme für ganz Deutschland

Ein richtungsweisendes Signal war die Entscheidung der Landesmedienanstalten zum zweiten bundesweiten Multiplex. Vorbehaltlich einer endgültigen Zuweisung wird die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG als Plattformbetreiber bis zu 16 weitere bundesweite Programme anbieten und damit die Programmvielfalt unter den Privatsendern weiter erhöhen. Das Unternehmenskonsortium, zu dem sich die Absolut Digital GmbH & Co. KG und die MEDIA BROADCAST Digital Radio GmbH zusammengeschlossen haben, will ab dem 2. Quartal 2018 auf Sendung gehen.

20 Prozent DAB+ Radios in bayerischen Haushalten

In Bayern gehen im Juli zahlreiche Lokalradios zusätzlich zur UKW-Verbreitung auch über DAB+ auf Sendung. Damit wird der erste Schritt im Rahmen der Kooperation von Bayerischem Rundfunk (BR) und Bayerischer Landeszentrale für neue Medien (BLM) beim DAB+ Netzbetrieb in Bayern umgesetzt. Bis September wird das landesweite DAB+ Sendernetz für die privaten Angebote neu strukturiert und künftig über die BR-Sendernetze verbreitet. DAB+ Hörer in Bayern profitieren von der neuen Angebotsvielfalt, wenn sie in den nächsten Wochen einen Sendersuchlauf durchführen.

Knapp sechs Jahre nach dem Start von DAB+ im Jahr 2011 haben 20,1 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Bayern in ihrem Haushalt mindestens ein Digitalradio-Empfangsgerät im Gebrauch. Dies geht aus der Funkanalyse Bayern 2017 hervor, die am 4. Juli auf den Lokalrundfunktagen in Nürnberg vorgestellt wird.

In Baden-Württemberg werden die Programme Regenbogen 2, Antenne 1 und Rock Antenne schon bald das landesweite Angebot bereichern, nachdem bereits der Kinder- und Familiensender Radio Teddy auf DAB+ gestartet ist.

Auf die von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) ausgeschriebenen DAB+-Kapazitäten in Berlin und Brandenburg haben sich 24 Anbieter beworben, darunter auch zahlreiche bisher nur auf UKW verbreitete Programme.

In Hamburg gehen die von UKW bekannten Privatradios 106.8 Alsterradio rock’n pop, 91,7 xfm und Radio ffn digital auf Sendung, nachdem zuvor schon Radio Hamburg und Hamburg 2 ihre Programme im regionalen Mux aufgeschaltet haben.

DAB+ Marketing-Kampagne erfolgreich gestartet

Mit Spots in TV, Radio und im Netz lief vom 2. bis 21. Mai die erste in diesem Jahr breit angelegte neue crossmediale DAB+ Kampagnenphase unter dem Motto „So klar, als wär ich da“, inklusive Launch der neuen Webseite dabplus.de. Absender sind Mitglieder des Vereins Digitalradio Deutschland, also ARD, Deutschlandradio und private Radioveranstalter.

Die Kampagne ist die bisher reichweitenstärkste seit der Einführung von DAB+ im Jahr 2011. Die ARD hat die Kampagnen- und Gestaltungselemente zur Bewerbung von DAB+ entwickelt, die Rundfunkanbietern, Herstellern und Handel zur Verfügung stehen. Hierzu gehört auch das neue Logo mit dem Slogan „DAB+. Mehr Radio.“

Weitere gemeinsame Kampagnenphasen sind vor der IFA und zur Vorweihnachtszeit geplant.

von Manfred Z - am 04.07.2017 13:39
Zitat
Manfred Z
Mit Spots in TV, Radio und im Netz lief vom 2. bis 21. Mai die erste in diesem Jahr breit angelegte neue crossmediale DAB+ Kampagnenphase unter dem Motto „So klar, als wär ich da“, inklusive Launch der neuen Webseite dabplus.de. Absender sind Mitglieder des Vereins Digitalradio Deutschland, also ARD, Deutschlandradio und private Radioveranstalter.


Im Radio hab ich glaub irgendwo so einen Spot gehört. Liefen die TV-Spots auch auf privaten TV-Sendern? Da sind mir keine aufgefallen.

von Cha - am 04.07.2017 14:23
Interessiert vlt. auch manche außerhalb Bayerns: Heute kam die Funkanalyse Bayern 2017 heraus, in der auch die Tagesreichweiten einiger Bundesmux-Programme in Bayern ausgewiesen wurden. Diese erreichten folgende Werte:

1. Schlagerparadies 0,8%
2. Energy Digital 0,5%
3. Sunshine live 0,4%
3. Radio BOB! 0,4%
5. Absolut Relax 0,2%
6. Schwarzwaldradio 0,1%
6. DRadio Wissen 0,1%
8. ERFplus 0,0%
8. DRadio Dokumente & Debatten 0,0%

Die Tabelle zum Nachlesen (inkl. der bayerischen DAB+-Landesprogramme) hier: http://funkanalyse.tns-infratest.com/2017/1_hf/2_bayerng/7DAB-bayernweit.pdf

von Zwölf - am 04.07.2017 15:36
SchwarzwaldRadio ist einer der besten Sender, die ich gehört habe.

Die Musik da ist wirklich super und sie spielen auch Titel, die ich jahrelang nicht gehört habe.

Auch viele andere Freunde hier in Tschechien hören SW-Radio in DAB aus DE.. ;)

von DXKuba - am 05.07.2017 13:11
Zitat
zerobase now
Ich finds erstaunlich, dass so ein "Programm" wie Absolut Relax offensichtlich mehr Hörer hat, als D-Radio Wissen oder auch SW-Radio.:wall:

Was mich in meiner Theorie bestätigt, dass solch alternativ ausgerichtete Indie-Musik nur eine kleine Nische bedient. Deshalb finde ich es auch bedenklich dass man PULS 2018 auf UKW bringen will. Im Prinzip ersetzt man da ein quasi hörerloses Programm durch das andere.

Die schlechten Quoten des Schwarzwaldradios könnten entweder mit dem späten Starttermin oder auch mit dem Namen zusammenhängen. Warum sollte der normale Radiohörer in Bayern ein Programm hören, dass offensichtlich auf den Schwarzwald fokussiert ist. Damit meine ich nicht uns Freaks denen es egal ist oder sogar in Kauf genommen wird.

von XXXXXX - am 05.07.2017 13:15
Ich hatte hier auf der Arbeit ja in diversen Büros versucht das Schwarzwaldradio einzuführen um mal von dem unsäglichen Dummfunker der hier normalerweise läuft wegzukommen. Der Tenor war der gleiche wie innerhalb meines Freundeskreises. "Die Musik ist super. Aber das ständige Schwarzwald hier und Schwarzwald dort und die viele Werbung nervt ohne Ende." Das Ergebnis: hier hört keiner mehr das SW Radio. Da kann die Musik noch so gut sein. Spätestens beim dritten "Hier im Schwarzwald ist alles soooo super!" Bericht wird umgeschaltet.

von Spacelab - am 05.07.2017 14:31
Zitat
b025
Zitat
zerobase now
Ich finds erstaunlich, dass so ein "Programm" wie Absolut Relax offensichtlich mehr Hörer hat, als D-Radio Wissen oder auch SW-Radio.:wall:

Was mich in meiner Theorie bestätigt, dass solch alternativ ausgerichtete Indie-Musik nur eine kleine Nische bedient. Deshalb finde ich es auch bedenklich dass man PULS 2018 auf UKW bringen will. Im Prinzip ersetzt man da ein quasi hörerloses Programm durch das andere.

Die schlechten Quoten des Schwarzwaldradios könnten entweder mit dem späten Starttermin oder auch mit dem Namen zusammenhängen. Warum sollte der normale Radiohörer in Bayern ein Programm hören, dass offensichtlich auf den Schwarzwald fokussiert ist. Damit meine ich nicht uns Freaks denen es egal ist oder sogar in Kauf genommen wird.

Zu DRadio Wissen: Die Musik ist einerseits Sparte und andererseits ist der Wortanteil für ein Musikprogramm relativ hoch. Vielen die an der Musik interessiert wären, dürfte der Wortanteil zu hoch sein (Besonders Sendungen wie "Hörsaal" dürften da abschreckend wirken), und andere wie ich, die an den Wortinhalten interessiert wären, schreckt die Musik ab. Diejenigen die beides mögen, sind dann halt eher selten.

Zum Schwarzwaldradio: Ich weiß nicht, ob man da bundesweite Schlüsse draus ziehen kann. Die große Masse des Zielpublikums dürfte sich in Bayern schon mit Bayern 1 gut bedient fühlen, wo man auch noch viele regionale Infos erhält. Ich vermute mal, dass sich da das Schwarzwaldradio nicht genug abheben kann. Außerdem dürften viele Oldiehörer mit Bayern 1 zufrieden sein und deshalb wenig Motivation haben sich ein DAB+ Radio zuzulegen.

von Zwölf - am 05.07.2017 14:33
Zitat
Spacelab
Das Ergebnis: hier hört keiner mehr das SW Radio. Da kann die Musik noch so gut sein. Spätestens beim dritten "Hier im Schwarzwald ist alles soooo super!" Bericht wird umgeschaltet.


Ich glaube der Problematik sind die sich in Offenburg sehr wohl bewusst. Jedenfalls wurde die "Schwarzwaldisierung" des Programmes, im Vergleich zu den Zuständen zum Start auf dem Bundesmux, inzwischen deutlich reduziert. In den nicht moderierten Zeiten wurden die "Notzitzen aus dem Schwarzwald" sogar ganz raus genommen.

von FrankSch - am 06.07.2017 09:04
Ich denke man ist hier in einer Zwickmühle. Man sagte ja selbst das der "Schwarzwald Tourismusverband" den größten Teil der bundesweiten Ausstrahlung bezahlt. Und da kann man ja auch nicht die Schwarzwaldmeldungen und die Werbung zurückfahren wie man möchte. Andererseits weiß man wohl selbst das man damit viele Hörer vergrault.

von Spacelab - am 06.07.2017 09:11
DLF Nova ist halt Nische in der Nische. Nischenmusik, die elitär präsentiert daher kommt... die kommen halt wie ein gut finanziertes Campusradio daher.... da wird man nicht viel Hörer binden können.
Aber qualitativ hochwertiges Radio wirds in Deutschland immer schwer haben. Wer das macht, braucht viel Idealismus.
Für den Großteil der Bevölkerung ist Radio Verkehrsfunk plus das "Beste von Heute". Auf Dauer wird man nur mit Genres, die große Fangruppen haben aber trotzdem auf UKW nicht kommerziell abgebildet werden, Erfolg haben - sprich Schlager, Volksmusik und auch Rock.

von Terranus - am 06.07.2017 17:10
Zitat
Terranus
Auf Dauer wird man nur mit Genres, die große Fangruppen haben aber trotzdem auf UKW nicht kommerziell abgebildet werden, Erfolg haben - sprich Schlager, Volksmusik und auch Rock.


Zumindest Schlager und herkömmlicher Rock sind doch schon im (ersten) Bundesmux durch Radio Schlagerparadies und Radio Bob!, in gewissem Maße auch durch Schwarzwaldradio, vertreten. Welches Plus bringt den Hörern ein zweiter Bundesmux, der diesbezüglich den ersten lediglich "kopiert"?

von dab_4 - am 06.07.2017 17:38
Zitat

Ich denke man ist hier in einer Zwickmühle. Man sagte ja selbst das der "Schwarzwald Tourismusverband" den größten Teil der bundesweiten Ausstrahlung bezahlt. Und da kann man ja auch nicht die Schwarzwaldmeldungen und die Werbung zurückfahren wie man möchte. Andererseits weiß man wohl selbst das man damit viele Hörer vergrault.


Ich denke mir es sind vielleicht nicht mal unbedingt die Inhalte sondern eher die Art und Weise wie man es rüberbringt. Diese überspitzten Betonungen sind doch hier wohl eher das was einem auf die Nerven geht. Also ich denke mit einer sympathischen (!) Moderation kann man durchaus Informationen reduziert auf eine Region so rüberbringen das man als Zuhörer kein Problem damit hat diese sich anzuhören.

von Felix II - am 06.07.2017 17:59
Was mich wundert ist, warum Radio Horeb dort nicht auftaucht? Die müssten doch im erzkatholischen Bayern eigentlich ne sichere Stammhörerschaft haben. ERF mit 0,0 spricht ja auch für die Attraktivität des Programms. Gut, dass man dort nicht auf Werbegelder angewiesen ist. ;)

von zerobase now - am 07.07.2017 06:28
Zitat
zerobase now
Was mich wundert ist, warum Radio Horeb dort nicht auftaucht?


Wundert mich auch. In München, wo sie auch über DAB+ zu hören sind, ist die Tagesreichweite inclusive DAB+ und Kabel auch nicht gerade sehr hoch. In anderern Teilen von Bayern wird Radio Horeb vielleicht mehr gehört, aber eine viel höhere Tagesreichweite von vielleicht 0,2 % wird auch nicht bayernweit zusammenkommen.

http://funkanalyse.tns-infratest.com/2017/1_hf/2_bayerng/5Uebers.pdf

von Jelvert - am 07.07.2017 08:30
Bei DRadio Wissen war mit Sicherheit auch der alte Name sehr unpraktisch. Wenn da gerade keine Musik kam, gingen viele davon aus, es sei so etwas wie ein Bildungskanal. So die Rueckmeldung in meinem Bekanntenkreis.
Es wird wohl keines der bundesweiten Programme mehr als 1% Hoererschaft benoetigen um sich finanzieren zu koennen. Von mehr kann man bei oftmals weit ueber 50 Programmen auch gar nicht ausgehen.
Die Hoererzahlen muessen in Relation zu den Programm und Verbreitungskosten gesehen werden. Wenn es nicht reicht waeren schon ganz viele UKW Programme im einstelligen Prozent Bereich pleite. Erst kuerzlich sagte wieder ein Programmveranstalter, dass man fuer den Preis einer UKW Funzel in einer mittelgrossen Stadt gleich ein ganzes Bundesland mit DAB+ versorgen kann, was bei der technischen Reichweite einen Unterschied von 100 Tausend zu 5 Millionen ausmacht, bei vergleichbaren Kosten. Oder eben ein Bundesland im Vergleich zu bundesweit.
Massive Probleme werden die kleinen lokalen Programme bekommen, weshalb man diese ja auch in NRW so lange es geht beschuetzt und die Zukunft eher in bundesweiten Programmen sieht, die zum Teil, so sie denn viele Hoerer haben auch noch lokale Ableger in Ballungsraeumen anbieten. Energy ist da ein gutes Beispiel.

von Nordlicht2 - am 07.07.2017 08:32
Zitat
Jelvert
Zitat
zerobase now
Was mich wundert ist, warum Radio Horeb dort nicht auftaucht?


Wundert mich auch. In München, wo sie auch über DAB+ zu hören sind, ist die Tagesreichweite inclusive DAB+ und Kabel auch nicht gerade sehr hoch. In anderern Teilen von Bayern wird Radio Horeb vielleicht mehr gehört, aber eine viel höhere Tagesreichweite von vielleicht 0,2 % wird auch nicht bayernweit zusammenkommen.

http://funkanalyse.tns-infratest.com/2017/1_hf/2_bayerng/5Uebers.pdf

Mich hat auch gewundert, weshalb Radio Horeb und Klassik Radio nicht in der DAB+-Liste auftauchen. Horeb erreicht bayernweit 0,2% (http://funkanalyse.tns-infratest.com/2017/1_hf/2_bayerng/1basis.pdf) Das dürfte zu einem gewissen Teil auch DAB+ zu verdanken sein. Für so ein Programm ist das durchaus ein Erfolg.

von Zwölf - am 07.07.2017 09:16
Zitat
Zwölf

Mich hat auch gewundert, weshalb Radio Horeb und Klassik Radio nicht in der DAB+-Liste auftauchen.


Stimmt. Klassik-Radio müsste auf alle Fälle etliche Hörer haben, da die ja auch über UKW in Bayern zu hören sind. Sehr seltsam das Ganze.:gruebel:

von zerobase now - am 07.07.2017 11:06
Zitat
zerobase now
Zitat
Zwölf

Mich hat auch gewundert, weshalb Radio Horeb und Klassik Radio nicht in der DAB+-Liste auftauchen.


Stimmt. Klassik-Radio müsste auf alle Fälle etliche Hörer haben, da die ja auch über UKW in Bayern zu hören sind. Sehr seltsam das Ganze.:gruebel:

Gut, bayernweit sind sie ja auch ausgewiesen (Tagesreichweite bayernweit 2,2% (+0,6)) die gar nicht schlecht ist, wenn man bedenkt, dass KR nur 5 UKW-Frequenzen mit 1kW und weniger hat. (BR-Klassik erreicht trotz landesweitem Großsender-UKW-Netz nur 1,8%) Allerdings gibt es halt leider keine Berechnung wie Klassik Radio ohne die UKW-Gebiete abschneidet. In München und Nürnberg erreicht Klassik Radio deutlich höhere Werte.

von Zwölf - am 07.07.2017 12:38
Deshalb ist es ja verwunderlich, dass der Sender in der DAB Funkanalyse gar nicht auftaucht. Normalerweise müsste da der Wert sich doch in ähnlichen Bereichen bewegen, da man ja überall wo der BM zu empfangen ist, gehört werden kann. Das müsste doch in ähnlichen Bereichen wie die Rockantenne liegen.

von zerobase now - am 07.07.2017 12:48
Die Ausweißung in der FAB dürfte freiwillig sein. Wahrscheinlich wollten Horeb und KR keine extrige Ausweisung (evtl. hätte das zusätzlich gekostet). KR setzt wahrscheinlich auf die MA und bei Horeb dürften die UKW-Gebiete kaum ins Gewicht fallen.

Möglicher Weise ist man bei KR auch gar nicht so erpicht darauf, in der DAB+-Tabelle aufzutauchen, da dann ja auch der Analog-Kabel-Marktanteil als DAB+ ausgewiesen würde. Da über UKW und Kabel-UKW ja glaube ich Regionalwerbung für Bayern ausgestrahlt wird, würde man die Regionalwerbung dadurch als unattraktiver darstellen als sie es vlt. tatsächlich ist.

Zum Vergleich: 2011 (also vor BuMux-Start) hatte KR eine Tagesreichweite von 1,6% bayernweit, also genauso hoch wie 2016 mit DAB+. 2017 gabs jetzt zwar einen starken Zuwachs, von dem ich vermute, dass er zum Großteil DAB+ zu verdanken ist, aber im Prinzip könnte es einfach nur sein, dass das Programm besser wurde und mehr UKW/Kabel/Sat/Internetradiohörer eingeschaltet haben. Die FAB ist in der Hinsicht methodisch zu ungenau, um den wahren DAB+-Anteil von Programmen die über mehrere Nicht-UKW-Empfangsarten zu bekommen sind, ausweisen zu können.

von Zwölf - am 07.07.2017 22:53
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.