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VPRT steigt aus Digitalradioboard aus

Startbeitrag von DH0GHU am 17.02.2017 11:51

Link:

http://www.vprt.de/verband/presse/pressemitteilungen/content/privatradios-verlassen-digitalradio-board-des-bundesverkeh?c=4

Würde mich nicht wundern, wenn nun wieder einige VPRT-Mitglieder in Fundamentalopposition verfallen und ihr DAB-Engagement einfrieren...

Die 50 interessantesten Antworten:

Soll doch Regentonne & co. sich selbst aufs Abstellgleis stellen, kein großer Verlust. Viele andere (ARD-Anstalten, APR usw.) können nun ohne Störfeuer DAB+ voranbringen.

Der ein oder andere dürfte wohl überrascht sein, dass DAB+ trotz langer Zeit des Totschweigens und Boykotts trotzdem in naher Zukunft die 20% Marktanteil knacken wird und deshalb kalte Füße bekommen. Vlt. nähern wir uns ja doch noch der längst überfälligen Marktbereinigung und dem Fall des Platzhirsch-Polypols.

von PEQsche - am 17.02.2017 12:36
Kann ja fast nur BaWü treffen, allen voran Schunks Haussender Regenbogen. Antenne Bayern würde sich zu sehr ins eigene Fleisch schneiden, mit Konkurrenten wie Kultradio, die ein veritables Programm auf die Beine stellen, und einer Lokalmux-reichweite, die bereits große Teile Bayerns abdeckt. Ansonsten bliebe noch die FFH-Gruppe und irgendwer in Sachsen-Anhalt als potentieller Rückzieher. Wer bisher nicht mitmachte (Platzhirsche wie Antenne NDS...), kann ja auch nicht aussteigen ;)

von DH0GHU - am 17.02.2017 12:56
Das zum einen, und nur weil der VPRT als "Dachorganisation" etwas sagt und beschließt, müssen sich ja trotzdem nicht zwangsläufig alle Mitglieder anschließen.

Antenne Bayern hast du ja schon genannt. Radio FFH würde sich aufgrund des großen Angebots im Rhein-Main-Gebiet wohl auch ins eigene Fleisch schneiden :-)

Ansonsten wird in den verbliebenen "Radiowüsten" spätestens der 2. Bundesmux einen neuen Schub bringen.

von PEQsche - am 17.02.2017 12:59
Zitat

Übrige Mitglieder im Digitalradio-Board verabschieden Roadmap
Außer dem VPRT (siehe separate Meldung) haben alle Mitglieder des Digitalradio-Boards die Roadmap zum Umstieg von UKW auf Digitalradio verabschiedet. Darunter befindet sich auch der zweite große deutsche Privatradioverband APR. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hatte mit den Ländern das Board mit hochrangigen Vertretern aller Marktbeteiligten, von öffetnlich-rechtlichen und privaten Sendern bis zur Automobilindustrie, eingerichtet.

Ziel des Digitalradio-Boards war es, Aufgaben zu benennen und Meilensteine zu deren Lösung zu definieren, um am Ende des Prozesses eine Roadmap zum Übergang von UKW auf Digitalradio zu fixieren. Nachdem alle übrigen Marktakteure diesem Vorhaben zugestimmt haben, steht der VPRT in seiner Haltung gegen DAB+ nun isoliert da.


http://www.satnews.de/mlesen.php?id=45de3b9ec6597a5b9f1c16885736556d

von Hallenser - am 17.02.2017 13:01
Zitat
DH0GHU
Kann ja fast nur BaWü treffen, allen voran Schunks Haussender Regenbogen. Antenne Bayern würde sich zu sehr ins eigene Fleisch schneiden, mit Konkurrenten wie Kultradio, die ein veritables Programm auf die Beine stellen, und einer Lokalmux-reichweite, die bereits große Teile Bayerns abdeckt. Ansonsten bliebe noch die FFH-Gruppe.


Regenbogen wäre wirklich kein grosser Verlust, aber da ja in BaWü fast alle Privaten über DAB senden, wird man sich das sehr genau überlegen, ob man da wirklich aussteigt. Antenne Reihern glaube ich auch nicht, da man als einziger landesweiter Privatsender damit doch ziemlich Hörer verlieren könnte und das alleine aus Imagegründen machen muss und war nicht in Bayern auch die Verlängerung der UKW-Frequenzen an ein DAB Engagement gekoppelt? Von daher eher nein.FFH war ja nie von DAB begeistert. Von daher könnte ich mir das hier am ehesten vorstellen. Das wäre natürlich für den Hessen-Mux ein Verlust, ohne Frage, aber möglicherweise würden sich auch hier Nachrücker finden. Insgesamt sollte man aber erstmal abwarten, was genau passiert. Ich würde davon ausgehen, dass keiner da vorschnell das Handtuch wirft. Man darf nicht vergessen, dass DAB ein Wachstumsmarkt ist, während UKW stagniert oder sogar rückläufig ist. Die Entscheidung sollte also gut überlegt sein.

von zerobase now - am 17.02.2017 13:13
Zitat
zerobase now
Ja, das kann echt nicht angehen, dass der VPRT anfängt die Politik zu erpressen.
Wieso "anfängt"? Das machen die doch schon lange. Siehe diverse Zwangsjacken für ö.re. im Medienstaatsvertrag.
Schaun wir mal, wie weit sie diesmal damit kommen...

von Hagen - am 17.02.2017 13:46
Zitat
zerobase now
FFH war ja nie von DAB begeistert. Von daher könnte ich mir das hier am ehesten vorstellen. Das wäre natürlich für den Hessen-Mux ein Verlust, ohne Frage, aber möglicherweise würden sich auch hier Nachrücker finden. Insgesamt sollte man aber erstmal abwarten, was genau passiert.


FFH will doch überall empfangbar sein. Die haben ja auch alle 3 Programme auf Astra.

von Cha - am 17.02.2017 14:50
Der DAB+-Zug fährt schon viel zu schnell, als dass ein Aussteigen ohne schwere Verletzungen noch möglich ist. Das sollte jeder Sender bedenken, bevor er aus DAB+ wieder aussteigt. Denn wenn jemand z.B. Radio Regenbogen via DAB+ hört, dieser jedoch verschwindet, sucht er sich eher einen neuen Sender auf DAB+, anstatt Regenbogen auf UKW weiter zu hören.

von Harald P. - am 17.02.2017 14:56
Zitat
Harald P.
Der DAB+-Zug fährt schon viel zu schnell, als dass ein Aussteigen ohne schwere Verletzungen noch möglich ist. Das sollte jeder Sender bedenken, bevor er aus DAB+ wieder aussteigt. Denn wenn jemand z.B. Radio Regenbogen via DAB+ hört, dieser jedoch verschwindet, sucht er sich eher einen neuen Sender auf DAB+, anstatt Regenbogen auf UKW weiter zu hören.

Schon. Man sollte aber bedenken daß fast jeder Zug einen Nothalt einlegt wenn jemand in mehr oder weniger suizidaler Absicht eine Tür während der Fahrt öffnet. Ob das hier anders wird? Hoffen wir mal.

Ansonsten gefällt mir mancher Unterton nicht. Die Regenbögen oder Antennen mögen nicht gefallen. Mir sicher wie bekannt auch nicht. Aber es schalten eben viele ein. Ob man ganz daran vorbeikomt? Allerdings würde ich die DAB-Nutzer in der Masse derzeit nicht als die typischen Dudelfunkhörer sehen.

von Thomas (Metal) - am 17.02.2017 18:07
Zitat
PEQsche


Der ein oder andere dürfte wohl überrascht sein, dass DAB+ trotz langer Zeit des Totschweigens und Boykotts trotzdem in naher Zukunft die 20% Marktanteil knacken wird .



Hallo und guten Abend,

also ich kennen keinen weiter in meinem Bekannten-, Arbeits- und Familienkreis, der DAB+ benutzt, geschweige denn weiß, was das ist.

Und die Jugend nimmt auch kein DAB, die nehmen das www., um sich bedudeln oder informieren zu lassen.


Ich selber teste als technisch interessierter Radio-Vielhörer seit ein paar Jahren DAB+ intensiv im Auto und auch zu Hause und bin mit der Stabilität des Empfangs nicht zufrieden. Ohne UKW-Rückfallebene (macht mein DAB-Kennwood, wenn DAB nicht empfangbar ist) könnte man manche Sender gar nicht mobil stetig empfangen.

Auch die immer wieder so großartig beworbenen Vielfalt kann ich bei DAB+ nicht erkennen.

Auf UKW hingegen bekomme ich hier im Mansfelder Land neben den üblichen regionalen Sendern Sachsen-Anhalts auch UKW-Sender (nur mit Zimmerantenne, ohne gestockte Yagis ) aus Niedersachsen, Hessen, Bayern, Sachsen und Thüringen.
Auf DAB muß ich schon durchs ganze Hause flitzen, um mal eine Fetzen aus Sachsen (RSA zum Beispiel) empfangen zu können. Einen cm weiter ist der DAB-Empfang dann weg.
Bei UKW geht dann immer noch was . . . .


DAB mit seinen (allerdings nur) regionalen Muxen und natürlich dem Bundes-Mux ist ggf. in Ballungszentren überall gut und auch mobil stetig empfangbar, aber nicht in der ländlichen Gegend, wenn gar das Geländeprofil die schlechten Ausbreitungseigenschaften der DAB-Wellen nochmals potenziert. Es gibt eben auch physikalische Grenzen, die hohe Frequenzen in Bezug auf die Ausbreitungscharakteristik von Wellen mit sich bringen.
Beim Digitalfunk BOS haben wir doch die gleichen Probleme.

Aber NDR2 bekomme ich zum Beispiel in Halle Saale auf UKW ohne Probleme vom Torfhaus, auf DAB geht da gar nichts.

DAB kann man sich aus meiner Sicht eigentlich sparen, da die Jugend es nicht will und die Alten auch nicht. Ich bezweifle, dass die 20 Prozent realistisch sind, denn eher eine Marketing-Strategie, der DAB-Befürworter. Ohne die vielen verschenkten DAB-Geräte mancher privater Sender, wären die Verbreitung der DAB-Empfänger sicher nicht halb so hoch . . . . .
Und selbst wenn tatsächlich 20 % Marktanteil an verkauften Geräten erreicht sind, nutzt hier niemand die DAB-Geräte - weil das System für die Allgemeinheit nicht praxistauglich ist und die DAB-Geräte vermutlich verstaubt in der Ecke liegen oder in die "bucht" wandern.

Ich sehe DAB für mich als interessante Spielerei, um das Für und Wieder im Vergleich zu UKW austesten zu können.
Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen - aber derzeit steht meine Meinung wie geschrieben fest!


Mit vielfältigen Empfangsgrüssen

greg

von gregger - am 17.02.2017 18:55
Das DAB noch nicht überall ausgebaut ist, ist bekannt und nur noch eine Frage der Zeit.
Im Ballungsraum ist der Empfang bei 100% (Bei mir im Sportstudio Beispielsweise um ein vielfaches besser als UKW) bei größerer Programmauswahl.

Zitat
cha
FFH will doch überall empfangbar sein. Die haben ja auch alle 3 Programme auf Astra

2 Programm müssen es laut Gesetz sogar.

von Nordi - am 17.02.2017 20:39
Zitat
Nordlicht2
Gibt es irgendwo mal eine Uebersicht, wer im VPRT, wer im APR und wer nirgendwo organisiert ist? Mir kommt es so vor, als sei der VPRT, der ja nun als einziger ausgestiegen ist, gar nicht mal so wichtig ist, dafuer aber am lautesten.


http://www.vprt.de/verband/über-den-vprt/mitglieder?c=4

von jug - am 18.02.2017 06:23
Zitat
jug
Zitat
Nordlicht2
Gibt es irgendwo mal eine Uebersicht, wer im VPRT, wer im APR und wer nirgendwo organisiert ist? Mir kommt es so vor, als sei der VPRT, der ja nun als einziger ausgestiegen ist, gar nicht mal so wichtig ist, dafuer aber am lautesten.


http://www.vprt.de/verband/über-den-vprt/mitglieder?c=4

Danke !
In der Liste sind aber einige Leichen zu finden, zudem fehlen viele Sender die sich sehr für DAB einsetzen. Die Pro7Sat1Sixx ist dafür mit allen Teilmarken eingetragen.

von lindau42 - am 18.02.2017 07:46
Mich als Hörer interessiert die VPRT nicht, genauso wenig wie den VPRT den Hörer wirklich interessiert. Schlussendlich entscheidet der Hörer selbst was er hört, reicht ihn das was auf UKW hört ist es gut, will der Hörer mehr dann findet der Hörer es, egal auf welchem Empfangsweg. Dagegen kann auch die VPRT nichts machen.

von Winterkönig - am 18.02.2017 09:17
Zitat
gregger
Hallo und guten Abend,

also ich kennen keinen weiter in meinem Bekannten-, Arbeits- und Familienkreis, der DAB+ benutzt, geschweige denn weiß, was das ist.

Und die Jugend nimmt auch kein DAB, die nehmen das www., um sich bedudeln oder informieren zu lassen.


Ich selber teste als technisch interessierter Radio-Vielhörer seit ein paar Jahren DAB+ intensiv im Auto und auch zu Hause und bin mit der Stabilität des Empfangs nicht zufrieden. Ohne UKW-Rückfallebene (macht mein DAB-Kennwood, wenn DAB nicht empfangbar ist) könnte man manche Sender gar nicht mobil stetig empfangen.

Auch die immer wieder so großartig beworbenen Vielfalt kann ich bei DAB+ nicht erkennen.

Auf UKW hingegen bekomme ich hier im Mansfelder Land neben den üblichen regionalen Sendern Sachsen-Anhalts auch UKW-Sender (nur mit Zimmerantenne, ohne gestockte Yagis ) aus Niedersachsen, Hessen, Bayern, Sachsen und Thüringen.
Auf DAB muß ich schon durchs ganze Hause flitzen, um mal eine Fetzen aus Sachsen (RSA zum Beispiel) empfangen zu können. Einen cm weiter ist der DAB-Empfang dann weg.
Bei UKW geht dann immer noch was . . . .


DAB mit seinen (allerdings nur) regionalen Muxen und natürlich dem Bundes-Mux ist ggf. in Ballungszentren überall gut und auch mobil stetig empfangbar, aber nicht in der ländlichen Gegend, wenn gar das Geländeprofil die schlechten Ausbreitungseigenschaften der DAB-Wellen nochmals potenziert. Es gibt eben auch physikalische Grenzen, die hohe Frequenzen in Bezug auf die Ausbreitungscharakteristik von Wellen mit sich bringen.
Beim Digitalfunk BOS haben wir doch die gleichen Probleme.

Aber NDR2 bekomme ich zum Beispiel in Halle Saale auf UKW ohne Probleme vom Torfhaus, auf DAB geht da gar nichts.

DAB kann man sich aus meiner Sicht eigentlich sparen, da die Jugend es nicht will und die Alten auch nicht. Ich bezweifle, dass die 20 Prozent realistisch sind, denn eher eine Marketing-Strategie, der DAB-Befürworter. Ohne die vielen verschenkten DAB-Geräte mancher privater Sender, wären die Verbreitung der DAB-Empfänger sicher nicht halb so hoch . . . . .
Und selbst wenn tatsächlich 20 % Marktanteil an verkauften Geräten erreicht sind, nutzt hier niemand die DAB-Geräte - weil das System für die Allgemeinheit nicht praxistauglich ist und die DAB-Geräte vermutlich verstaubt in der Ecke liegen oder in die "bucht" wandern.

Ich sehe DAB für mich als interessante Spielerei, um das Für und Wieder im Vergleich zu UKW austesten zu können.
Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen - aber derzeit steht meine Meinung wie geschrieben fest!


Mit vielfältigen Empfangsgrüssen

greg
Danke, ich könnte es nicht besser zusammenfassen! Hier in der DAB-Overspill-Diaspora Hannover ist es genauso, nur unter "umgekehrten Vorzeichen": Der NDR auf 6D (PL-2A) und Bundesmux geht bombig, der MDR nur an einer einzigen Stelle auf dem Dachboden. Auf UKW ist der Brocken kaum schwächer als Hemmingen oder Barsinghausen. Gleiches Trauspiel mit dem WDR. HR und RB sind auf DAB Totalausfall :-(.
Einziger "Meinungsunterschied": Im Auto dagegen können NDR und Bmux die Vorteile von DAB voll ausspielen. Sogar in Unterführungen, Tunneln, Parkhäusern und Tiefgaragen. Wirklich beeindruckend. Die Programme laufen auch noch 30 bis 50 km außerhalb der Digitalradio.de Footprints aussetzerfrei. Und das mit "nur" Fensterklebeantenne :eek:. Vielleich liegt es im Auto auch stärker an den Komponenten und dem Einbau?? Musste da auch erst experimentieren. Das kann man dem "normalen" Radiohörer" natürlich nicht zumuten...was ein Problem für das "System-DAB" ist.
Das die jeweiligen "bundeslandzuständigen Antenne-Dudelfunk-Programme" nicht für DAB sind hat einen einzigen Grund. In vielen Fällen (wie hier Antenne Niedersachsen und FFN) haben die Antennen eben historisch (ende der 90er) die vierten, fünften und/oder sechsten "High-Power"-Bedeckungen erhalten und sind so für viele Radiohörer eine von sechs Stationen die man in den millionenfach vorhandenen Plastikbüchsen gerade mal so rauschfrei/-arm hören kann. Warum soll man da in ein Konkurrenzsystem investieren, wo man die programmlich besseren alternativen "genau so gut reinkriegt"? Ich würde so weit gehen: diese Programme exitieren nur, weil das UKW-Band keine (weiteren) alternativen mehr zulässt. Und keiner kann gezwungen werden sich selbst ins Knie zu schießen....:xcool:.

von stefsch - am 18.02.2017 10:39
Ich vermute mal, dass man sich jetzt in der ein oder anderen Chefetage von Sendern, die längst auf DAB+ vertreten sind, anfängt zu Fragen, ob dieser Verband wirklich noch ihre Interessen vertritt. Denn mitreden und mit entscheiden kann man nur, wenn man dabei ist, wenn die Zukunft des Radios beschlossen wird. Wer nichts weiter hin bekommt als ein "Dagegen"-Schild in die Luft halten erreicht letztlich gar nichts, und handelt im Grunde genommen gegen die Interessen seiner Mitglieder.

von FrankSch - am 19.02.2017 09:01
Na das ist doch in der Gesellschaft gerade Top modern und ganz hoch im Kurs. Wir halten einfach mal ein "Dagegen" Schild hoch. Und wenn man dann fragt gegen was sie sind und was ihr Alternativvorschlag ist erntet man nur dumme Gesichter und ein Schulterzucken.

Leider gibt es immer wieder Leute die sich solchen Verbänden wie dem VPRT anschließen und deren Meinung blind folgen wie Lemminge. Da hat mir doch gestern glatt jemand (ich sage jetzt absichtlich den Namen nicht, aber es ist ein "Hohes Tier" ) von Radio Salü so im Plauderton erzählt das sie ja froh sind kein zweites Programm (Classic Rock Radio) auf DAB+ aufgeschaltet zu haben. Ganz im Gegenteil. Man überlege wieder verstärkt auch das Hauptprogramm auf DAB+ wieder abzuschalten. Der Grund sei die Meinung des VPRT zu Digitalradio.

von Spacelab - am 19.02.2017 10:13
Das ist halt wieder mal ein Versuch DAB+ zu schädigen, der VPRT macht das echt hervorragend muss ich leider sagen. Die wollten noch nie wirklich etwas mit DAB+ zu tun haben aus bekannten Gründen, aber der Schachzug war echt gut. Erst sich als Interessenten ausgeben bei der Roadmap und dann sagen das ist doch nix nur um die Mitglieder in ihrem Verein einzuschüchtern ihre Meinung, durch die Blume gesagt, zu ändern gegenüber DAB+. Statt dem Markt entscheiden zu lassen mischt man sich dort ein und will seine Mitglieder umstimmen nur um ihre Interessen zu verfolgen. Was kommt als nächstes?? Kündigung aus dem VPRT Club wenn man auf DAB+ sendet?? Man, wie mich Deutschland langsam anwiedert...

von UKW vs. DAB+ - am 19.02.2017 12:30
Zitat
Spacelab
Leider gibt es immer wieder Leute die sich solchen Verbänden wie dem VPRT anschließen und deren Meinung blind folgen wie Lemminge. Da hat mir doch gestern glatt jemand (ich sage jetzt absichtlich den Namen nicht, aber es ist ein "Hohes Tier" ) von Radio Salü so im Plauderton erzählt das sie ja froh sind kein zweites Programm (Classic Rock Radio) auf DAB+ aufgeschaltet zu haben. Ganz im Gegenteil. Man überlege wieder verstärkt auch das Hauptprogramm auf DAB+ wieder abzuschalten. Der Grund sei die Meinung des VPRT zu Digitalradio.


Warum sollte Radio Salü der Meinung des VPRT folgen. Die sind meines Wissens Mitglied im APR.

von FrankSch - am 19.02.2017 12:55
Zitat
Nordlicht2
Das koennte nicht nur so sein. Ich kenne niemanden, der an seinem DAB+ noch UKW nutzt. Wenn dann mal auch auf UKW sendende wie NDR1 aber die auch ueber DAB+.

Seit der Bundesmux vom Kreuzberg läuft, drücke ich auch auf meiner tauben Stereoanlage die UKW-Taste wirklich nicht mehr. Und für den MDR geht's ins Schlafzimmer, das Gerät ist empfangsstärker und steht näher an freier Fläche. Der hr wird bei mir nicht mehr genutzt, hr 2 ist lieblos geworden, und hr-info kommt bei mir eh nicht rein. Könnte anders aussehen, wenn auch der hr vom Kreuzberg kommt.
Einzig für Primaton müsste ich UKW bemühen, aber das Programm spricht mich überhaupt nicht an.

von rolling_stone - am 19.02.2017 13:41
Es geht doch zuerst einmal darum, zu verhindern, daß noch mehr Leute DAB+-Radios kaufen.
Da das nicht zu verhindern ist, versucht man mit Kräften und Anti-DAB-Propaganda, dieses wenigstens zu verlangsamen.
Des weiteren muss man feststellen, daß das Geschäftsmodell der UKW-Sender (noch) funktioniert. Die Angriffe darauf kommen eher von spotify + Co-Seite - und betreffen das Geschäftsmodell der DAB-Sender gleichermaßen.
Das Geschäftsmodell der DAB-Sender dagegen funktioniert (noch) nicht - es fehlt einfach an Werbung. Das wird sich ändern, ein neuer Werbezeitenvermarkter für DAB steht ja bereits in den Startlöchern. Wenn es funktioniert, geht das natürlich zu Lasten der UKW-Sender (aber auch anderen), wenn der (noch wachsende) Werbekuchen irgendwann nicht mehr weiter wächst.
Die DAB-Sender haben hier den Vorteil geringerer Verbreitungskosten, was potentiell erreichbare Hörer angeht - jedoch (noch) nicht, was die tatsächlich erreichten Hörer angeht.
Solange die UKW-Sender mit den irgendwann mal gegenüber DAB höheren Kosten für den dann tatsächlich noch erreichten Hörer leben und wirtschaften können, sollte man sie doch einfach machen lassen.

Wenn ein alter high-power-UKW-Akteur das Band verlassen möchte zugunsten von DAB, sehe ich auch kein großes Problem darin, die Frequenz neu zu vergeben an eine andere Station (sind schließlich ihre höheren Kosten und ihr Geschäftsmodell). Das werden dann eher (KEF-getrieben) die bekannten ARD-Anstalten sein.

Man hat doch auch noch jahrelang versucht, die eigentlich schon längst gestorbene Mittelwelle entsprechend wiederzubeleben (was bei UKW gar nicht notwendig ist, UKW erfreut sich doch noch allerbester Gesundheit).

Da es aber kaum jemals eine 100%ige DAB-Versorgung* geben wird, sollte die ARD schon weiterhin mit wenigstens einer Kette auf UKW vertreten bleiben - allein schon wegen Notfällen und Katastrophenschutz. *) 98% sind realistisch, die letzen 2% auszubauen kostet dagegen unverhältnismäßig viel. Nach der UKW-Abschaltung von vier ihrer fünf Ketten könnte die ARD das aber durchaus finanziell wuppen...

UKW wird dann auslaufen, wenn die entsprechenden Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren wegen zu hoher Kosten und (nur möglicherweise) nicht mehr UKW einschaltender Hörer. Aus welchen Gründen auch immer... (Wechsel zu DAB, Internetradio, spotify oder mp3-Sammlung).
Falls das aber nicht geschieht: wo wäre das Problem, wenn UKW einfach noch 50 Jahre weiterläuft - wie es auch bei der MW der Fall war?

Wir Hörer müssen doch nur für die ARD-Kosten direkt aufkommen, für die der Privaten nur indirekt an der Supermarktkasse (und die unterscheidet nicht zwischen DAB, UKW, TV, Print, Plakatwerbung, Sponsoring oder google-Ads-Kosten).

von iro - am 19.02.2017 14:05
Warum hat der Radioplayer die ÖR mit aufgenommen? Es geht nicht ohne sie, sie sind zu bekannt und zu wichtig. Warum nimmt der Radioplayer das Schlagerparadies nicht auf? Weil zu gefährlich für das System. Das zuletzt genannte Radioprogramm sucht auch mit Stellenanzeigen immernoch Mitarbeiter. Muß der Musikchef halt selber ran.

von pomnitz26 - am 19.02.2017 15:55
Zitat
pomnitz26
Warum hat der Radioplayer die ÖR mit aufgenommen? Es geht nicht ohne sie, sie sind zu bekannt und zu wichtig. Warum nimmt der Radioplayer das Schlagerparadies nicht auf? Weil zu gefährlich für das System. Das zuletzt genannte Radioprogramm sucht auch mit Stellenanzeigen immernoch Mitarbeiter. Muß der Musikchef halt selber ran.

Ist "Kultradio" etwa nicht zu gefährlich? Ist drin Und die Schlagerwellen der Öffis ebenfalls. Aber unter der Rubrik Schlager auch komischerweise auch die NRW-Lokalradios. Hängt das etwa auch damit zusammen, welcher Sender zu welchem Radioverband gehört?
Außerdem: Der deutsche Radioplayer hat Vorbilder (Großbritannien; Österreich folgte m.W. nach Deutschland).Hätte man irgendwas anders gemacht, hätte man sich ja ins eigene Fleisch geschnitten. Da finde ich die Position der dradios interessant: Während man bei den Radiorecorder-Apps der anderen Öffis nur die Programme der Hausanstalt mitschneiden kann,hat man bei den DRadios die kostenlose Phonostar-Variante werbefrei gemacht, stellt sich aber damit auch der Konkurrenz, die privat, öffentlich-rechtlich oder als Webradio only dort versammelt ist, auch aus dem Ausland.

von rolling_stone - am 19.02.2017 16:07
Der Zug ist abgefahren um Konkurrenz zu verhindern, der Hörer hat immer mehr Möglichkeiten alternativen zu empfangen. Wenn es nicht DAB+ ist dann eben Internet. Mann sollte bei der VPRT aufwachen, ihnen ergeht es wie in den 80er den ÖR, wenn sie sich nicht bewegen werden sie von der neuen Konkurrenz überholt.

von Winterkönig - am 19.02.2017 16:35
Exakt genau mein Gedankengang. Vielfalt verhindert man nicht indem man jetzt DAB+ Steine in den Weg legt. Man blockiert sich nur selbst. Vielmehr hätte man gleich auf den neuen Zug aufspringen sollen und die Hörer an sich binden müssen. So das dieser gar nicht auf die Idee kommt die anderen Programme anzuwählen die sonst noch in der Senderliste auftauchen. Wenn den Privaten ihre Denkweise "Wir sind die großen Platzhirsche! Uns kann nichts passieren!" nicht mal irgendwann auf die Füße donnert...

von Spacelab - am 19.02.2017 16:44
Zitat
iro

Da es aber kaum jemals eine 100%ige DAB-Versorgung* geben wird, sollte die ARD schon weiterhin mit wenigstens einer Kette auf UKW vertreten bleiben - allein schon wegen Notfällen und Katastrophenschutz. *) 98% sind realistisch, die letzen 2% auszubauen kostet dagegen unverhältnismäßig viel.

Gewagte Aussage. Gilt für gemischte Muxe, aber sicher nicht für ÖR-Muxe, siehe BR. Da wurden früher für TV ganz andere Versorgungsgrade realisiert.

von DH0GHU - am 19.02.2017 17:24
Zitat
DH0GHU
Zitat
iro

Da es aber kaum jemals eine 100%ige DAB-Versorgung* geben wird, sollte die ARD schon weiterhin mit wenigstens einer Kette auf UKW vertreten bleiben - allein schon wegen Notfällen und Katastrophenschutz. *) 98% sind realistisch, die letzen 2% auszubauen kostet dagegen unverhältnismäßig viel.


Gewagte Aussage. Gilt für gemischte Muxe, aber sicher nicht für ÖR-Muxe, siehe BR. Da wurden früher für TV ganz andere Versorgungsgrade realisiert.

Da wäre zunächst die Frage: Wo? Im Mittelgebirge sind die 100% einfacher zu erreichen wie in einer Landschaft ohne jede Berge und damit Reflexionsmöglichkeit.
Ich kann da vor allem für das QTH2, also Mittelgebirge, sprechen: Man verlasse im Bedarfsfall einfach mit einem Empfänger das Haus und habe dann auch für MUXe Empfang die deutlich jenseits jeder Empfangsprognose liegen :spos: . Umgekehrt geht im Keller kaum UKW. DAB hingegen durch das Zusammenspiel des SFN sogar ohne den Füllsender aus dem Nachbarort. Man muß halt die Antenne ausrichten, hat aber zumindest soweit Empfang den MUX überhaupt erst mal aufzufinden. Wenn das allerdings nicht gegeben ist wird es eng: Wie soll Lieschen Müller einen Ort mit Empfang finden wenn sie selbst zunächst nicht mal den MUX auf dem Gerät hat der ihr ein Aufsuchen eines empfangsgünstigen Ortes durch eine Pegelanzeige ermöglichen würde. Das ist eben Digital :-) .
Unterm Strich: Die 100% sind bei DAB zumindest im Mittelgebirge einfacher zu erreichen als mit UKW.

von Thomas (Metal) - am 19.02.2017 17:34
Zitat
pomnitz26
Warum hat der Radioplayer die ÖR mit aufgenommen? Es geht nicht ohne sie, sie sind zu bekannt und zu wichtig. Warum nimmt der Radioplayer das Schlagerparadies nicht auf? Weil zu gefährlich für das System. .


Kannst du auch belegen, was du hier so schreibst?
Nutze den RadioPlayer im Auto.
Mit LTE Smartphone funktioniert das prima und "verbrauche" dabei 1,2 GB im Monat.
(Nutzung ca.1 Stunde an Werktagen, hab 3 GB LTE für 13€, also keine Probleme mit Limits)

"Schlagerparadies" interessiert mich und andere nicht die Bohne, also warum sollte das nicht im Radioplayer auftauchen, da werden seit Neustem sogar reine Internetradios aufgenommen, wenn die wollen.

von vossi68 - am 19.02.2017 18:01
Der Radioplayer laeuft ohne Konkurrenz scheinbar so gut, dass man sich nun entschliessen musste sogar Webradios mit aufzunehmen.
Haben sie wohl vergessen, dass es auch sowas wie radio.de gibt, welcher eine ungleich groessere Programmauswahl bietet. Warum also sollte jemand den kastrierten Radioplayer nutzen.

von Nordlicht2 - am 20.02.2017 03:07
Den Radioplayer hatte ich mal kurz auf dem LG Stylus 2 installiert. Nettes Feature war, dass er von Dab+ zu Internet und zurück wechseln wollte. Da der aber den Großteil der von mir genutzten über DAB+ oder UKW empfangbaren Programme nicht listet, dafür aber die gänzlich überflüssigen Webchannels der VPRT-Sender die Liste zu spammen, ist der wieder runter geflogen.

Aber nochwas, was in der Diskussion meist untergeht: Der VPRT ist gar nicht so das Problem. Dessen austauschbare Kanäle werden so oder so immer irrelevanter. Ein wesentlicher hemmender Player, der DAB+ ausbremst, sind die Autokonzerne wie BMW, die in ihren Connected Cars lieber bei internetbasierten Mehrwertdiensten mit abzocken, statt dikrimminierungsfreies Broadcasting auf DAB+-Basis in den Standardausführungen ohne horrende Extraaufschläge für den Endkunden zu implementieren. Das ist umso ärgerlicher, als die teure DAB-alt-Entwicklung seinerzeit mit Fokus auf schnelle Autos hoch subventioniert wurde und aktuell von den Industriepolitikern nach wie vor der Automobilindustrie in den allerwertesten gekrochen wird und da keinerlei Vorgaben gemacht werden! Statt dessen diese Aufweichung der Digitalisierungsstrategie. Und es werden die total vernetzten (und damit wie Windows-PCs angreifbaren) Autos als das Nonplus ultra der Zukunft gepriesen...

von Hagen - am 20.02.2017 11:36
In gewisser Weise haben die natürlich Recht. Solange die LfM keinen neuen Mux ausschreibt kann sich auch niemand bewerben und solange die Lokalradios nicht wollen, sieht die LfM auch keinen Handlungsbedarf. So kann man sich aber wunderbar den schwarzen Peter zuspielen und am Ende sind es immer "die anderen" Schuld.

von zerobase now - am 22.02.2017 12:21
Hier ist die PM des Vereins Digitalradio Deutschland von gestern zum Aktionsplan:

>> Meilenstein für die digitale Hörfunkverbreitung:
Verein Digitalradio Deutschland begrüßt Aktionsplan des Digitalradio Boards


Dienstag, 21 Februar 2017.

Der Verein Digitalradio Deutschland begrüßt die Verabschiedung des „Aktionsplans für die Transformation der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter“ durch das Digitalradio Board am 16. Februar.

„Der Aktionsplan ist ein Meilenstein in der Geschichte des Hörfunkstandards DAB+ in Deutschland und in Europa“, freut sich Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio. „Wir bedanken uns bei den Staatssekretärinnen Heike Raab (Rheinland-Pfalz) und Dorothee Bär (BMVi) für ihr Engagement für das digital-terrestrische Radio.“

Gemeinsamer Radioempfang digitaler und analoger Signale

Die Rundfunkkommission der Länder wird sich voraussichtlich in ihrer nächsten Sitzung am 15. März mit dem Aktionsplan beschäftigen. Steul erhofft sich von der Rundfunkkommission der Länder weitere Impulse: „Um die Digitalisierung des Hörfunks voran zu treiben, sollten Endgerätehersteller gesetzlich dazu verpflichtet werden, nur noch Radios auf den Markt zu bringen, die auch den Empfang digitaler Signale ermöglichen, also Multi-Norm-Geräte.“ Bei der Einführung des digitalen Fernsehens wurde eine vergleichbare Regelung beschlossen. Dadurch entsteht ein diskriminierungsfreier Zugang zu allen über Antenne verbreiteten Hörfunkangeboten.

VPRT spricht nicht für „die Privatradios“

Der Digitalradio Verein bedauert, dass der VPRT den Aktionsplan des Digitalradio Boards als einziger Marktteilnehmer abgelehnt hat. Der VPRT hat diese Entscheidung nicht nur gegen alle anderen Mitglieder des Digitalradio Boards, sondern auch gegen eigene Mitglieder gefällt. Steul: „Ein nennenswerter Teil der VPRT Verbandsmitglieder engagiert sich bereits im Digitalradio DAB+. Nach unseren Informationen planen mindestens zwei hochrangige Mitglieder sogar eine Beteiligung am zweiten bundesweiten DAB+ Multiplex.“

Der Digitalradio Verein Deutschland betont, dass der VPRT nicht für „die Privatradios“ spricht. „Der zweite große deutsche Privatradioverband APR, bei dem neben vielen regionalen Sendern auch große private Hörfunkgruppen wie NRJ/Energy oder Regiocast Mitglied sind, hat der Roadmap ausdrücklich zugestimmt“, so Steul weiter.

Umfrage: 22 Prozent der Deutschen besitzen schon Radios mit DAB+

Beflügelt wird die Verabschiedung des Aktionsplans durch neue positive Zahlen: Bereits 22 Prozent der Deutschen besitzen mindestens ein Digitalradio mit DAB+, weitere 12 Prozent planen, sich 2017 ein DAB+ fähiges Gerät anzuschaffen. Das belegt eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK, die vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) beauftragt und zum Welttag des Radios am 13. Februar vorgelegt wurde.

Starkes Wachstum bei DAB+ Autoradios

Besonders in Automobilen wird DAB+ immer beliebter: Über 21 Prozent der Neufahrzeuge deutscher Hersteller wurden im vergangenen Jahr mit digitalen Radiogeräten ausgestattet, so der aktuelle DAT-Automobilreport. 2015 lag dieser Wert noch bei knapp über 14 Prozent. In Großbritannien werden 90 Prozent der Neuwagen mit DAB ausgeliefert, in Norwegen 78 Prozent und in der Schweiz über 65 Prozent.

von Manfred Z - am 22.02.2017 12:22
Zitat

Über 21 Prozent der Neufahrzeuge deutscher Hersteller wurden im vergangenen Jahr mit digitalen Radiogeräten ausgestattet, so der aktuelle DAT-Automobilreport.


Was leider noch VIEL zu wenig ist... und ein Witz, wenn man sieht, dass es woanders geht. Das riecht eigentlich nach Blockade. Warum baut man die Teile in UK ein, aber hier nicht ?

von Terranus - am 22.02.2017 17:39
Zitat

Warum baut man die Teile in UK ein, aber hier nicht ?

Vermutlich, weil es dort eine Nachfrage und ein großes Programmangebot gibt. Hier aber nicht... (das Programmangebot in einen Bundesländern schon, die Nachfrage der Autokäufer aber offenbar nicht).
Mal ganz unabhängig von den Sonderplänen, die ein bestimmter bayerischer Autohersteller hat.

von iro - am 22.02.2017 19:35
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iro
Zitat

Warum baut man die Teile in UK ein, aber hier nicht ?

Vermutlich, weil es dort eine Nachfrage und ein großes Programmangebot gibt. Hier aber nicht... (das Programmangebot in einen Bundesländern schon, die Nachfrage der Autokäufer aber offenbar nicht).
Ähm, an den Firmensitzen von Audio und BMW gibt es bereits ein reichhaltiges DAB+-Angebot. Wenn aber ein Autokäufer für DAB+ 200-300 € extra hinblättern soll, was beim Hersteller aber vielleicht 25 € kosten täte, entsteht folglich zu wenig Nachfrage beim Autokäufer.

von Hagen - am 22.02.2017 22:27
Zitat

Wenn aber ein Autokäufer für DAB+ 200-300 € extra hinblättern soll, was beim Hersteller aber vielleicht 25 € kosten täte, entsteht folglich zu wenig Nachfrage beim Autokäufer.

Verständlich! ;) Aber Ziel der genannten Autofirmen ist ja auch nicht die Förderung des Rundfunks, sondern das Erzielen eines möglichst hohen Gewinns.
Wenn der Wettbewerb irgendetwas in der Richtung macht, muss man normalerweise nachziehen. Bei BMW ist das wohl anders, da deren Kundschaft gar kein anderes Auto kaufen würde, auch wenn dort bereits überall serienmäßig DAB mitgeliefert wird. BMW hat es leichter, zur Zahlung zu bitten... wirkliche Konkurrenz wäre nur der Stern - aber das ist bereits eine Glaubensfrage.

von iro - am 23.02.2017 09:46
Die Vertreter der Autohersteller haben der Roadmap im Digitalradioboard zugetsimmt. Da duerft sich dann auch was in Sachen Serienausstattung aendern. Vielleicht UKW gegen Aufpreis. Der Hinweis, dass analog UKW im Auto aufwendiger ist als DAB+ und beides gleichzeitig noch aufwendiger, kam schon mehrfach von den Herstellern.

von Nordlicht2 - am 23.02.2017 13:31
DAB wie UKW funktionieren aber nur mit Doppeltuner wirklich sehr gut. Alle Systeme aktualisieren die Liste im Hintergrund.

Bei meinem Autoradio leider nur auf UKW und MW vorhanden. Auf DAB funktioniert unterbrechungsfreies Umschalten auch nur mit Doppeltuner. Der Nachfolger meines 2015 Werksradios kann das.

Mal ein Link:
Nachbarforum

von pomnitz26 - am 23.02.2017 13:53
Es geht dabei nicht um den Doppeltuner, das kostet nicht wirklich viel, sondern um die Antennen und deren wegen der grossen Wellenlaenge bei UKW, grossen Platzbedarf. Stelle dir mal vor UKW haette so einen abgespeckten Empfangspegel wie ihn DAB Werksscheibenantennen derzeit im Vergleich zu DAB Dachantennen liefern. Dann haettest noch den UKW Lokalsender und sonst nur rauschen. Laesst man UKW Antennen weg und installiert stattdessen 2 kleine VHF DAB Antennen, wird es billiger und der DAB Empfang besser.

von Nordlicht2 - am 24.02.2017 00:07
OT:

Zitat
Thomson-linux
Jetzt habe ich eine Antwort erhalten von Antenne AC


Moment, das ist die offizielle Antwort eine offiziellen Radiosenders? Meinen die das ernst oder sind die stockbesoffen? "Hallo" schreib ich nem Kumpel und wer "LG" und ähnliche Kürzel unter seine Nachricht schreibt, bekommt von mir grunsätzlich keine Reaktion :wall: Der Bass muss ficken. Echt getz. ROFL LOL.

von Staumelder - am 24.02.2017 06:13
Der Entwurf des Aktionsplans ist bei Bayerndigitalradio zu finden:

https://www.bayerndigitalradio.de/2017/02/24/roadmap-fuer-das-radio-der-zukunft-in-deutschland/

>> Management Summary

UKW-Radio stellt immer noch den am stärksten genutzten Verbreitungsweg dar, das Internet und DAB+ können aber steigende Nutzungszahlen vorweisen. Die anerkannten Standards DRM30 und DRM+ stehen für die digitale terrestrische Verbreitung ebenfalls zur Verfügung.

Das Radio der Zukunft wird sich an den Interessen der Hörer ausrichten. Wie genau die Transformation zum digitalen Hörfunk verläuft, hängt davon ab, welchen digitalen Übertragungswegen die Hörerinnen und Hörer langfristig ihr Vertrauen schenken werden.

Die Roadmap enthält acht Maßnahmen, die für die Transformation der Hörfunkverbreitung in das digitale Zeitalter den notwendigen Rahmen schaffen:

1. „Smart-Radio“-Regelung: Verpflichtende Ausstattung von Hörfunkempfangsgeräten mit mindestens einer digitalen Schnittstelle.

2. Schaffung einer Regelung, die sicherstellt, dass vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk freigegebene analoge Übertragungskapazitäten nicht mehr für eine Realisierung von neuen oder veränderten analogen Rundfunkbedarfen zur Verfügung stehen.

3. Unterstützung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetze.

4. Bereitstellung der erforderlichen Übertragungskapazitäten zur Realisierung eines zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex durch die Bundesnetzagentur.

5. Schaffung der Voraussetzungen für die Nutzung von TPEG.

6. Verständigung auf eine Methode zur Ermittlung der DAB+-Geräteausstattung.

7. Weiterentwicklung der Messmethoden zur Radionutzung in Abstimmung mit der agma, die auch die Nutzung der digitalen terrestrischen Verbreitung umfasst.

8. Politische Begleitung des Transformationsprozesses von der analogen zur digitalen Hörfunkverbreitung durch Evaluation und Fortschreibung der Roadmap.

von Manfred Z - am 25.02.2017 22:15
Die sind wie das Kind, das zufrieden in der Sandkiste sitzt und darauf spinnt, dass die anderen Kinder, wenn sie von den Eltern gerufen werden, ihre Schaufeln vergessen. Nehmen diese die Schaufeln und Eimerchen aber mit, wird dem Kind in der Sandkiste schnell fad - mit anderen Worten, wird Punkt 2 eines Tages Gesetz springt der VPRT ganz schnell panisch auf den DAB+ Zug auf.

von elchris - am 26.02.2017 00:28
Es geht doch gar nicht mehr um die generelle DAB-Verweigerung; dieser Zug ist abgefahren. Schon vergessen, dass Hillmoth von FFH der Vorgänger von Schunk war. Erst war er gegen DAB+; dann hat er seinen Posten im VPRT niedergelegt und kurz danach die Programme von FFH über den Rhein-Main-Mux verbreitet.

Jetzt geht es nur noch um die Finanzierung des Simulcast. Denn Simulcast kostet Geld ohne zusätzliche Hörer zu gewinnen. Die ÖR bekommen das Geld aus der Rundfunkgebühr. Die Privaten wollen Subventionen, was ihr gutes Recht ist.

Seit zwei Jahren liegt im zuständigen Bundesministerium eine Studie des IRT mit juristischer Unterstützung des EMR, in der Vorschläge gemacht werden, z.B. Subventionen aus den Erlösen der Digitalen Dividende 2 (700-MHz-Band und L-Band). Außer in Bayern ist bisher nichts geschehen. Aber Bayern hat andere verfassungsrechtliche Voraussetzungen als die anderen Bundesländer.

Besonders bockig stellt sich natürlich NRW mit seinem staatlich verordneten Lokalfunk an (siehe Artikelserie zu DAB+ in der Frankfurter Allgemeinen).

Ich prophezeie, dass der VPRT ganz schnell wieder da ist, sobald die Subventionsfrage gelöst ist. Das Gesamtpaket zugunsten von DAB+ kann aber nur geschnürt werden, wenn die Landesmediengesetze in allen Bundesländern entsprechend angepasst werden. auch in NRW. Dazu gehört auch die strikte Trennung bei den Sendekapazitäten zwischen ÖR und Privaten, was bei digitalen Multiplexen - insbesondere regionalen - nicht mehr praxisgerecht ist.

von Manfred Z - am 26.02.2017 10:06
Beim Meinungsbarometer gibt es ein Interview mit Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, zum Aktionsplan:

UKW-FREQUENZ-MORATORIUM SINNVOLL UND GEBOTEN
Malu Dreyer über die Roadmap vom Digitalradio-Board

https://meinungsbarometer.info/beitrag/UKW-Frequenz-Moratorium-sinnvoll-und-geboten_2035.html

>> Verzichtet ein Rundfunkveranstalter auf analoge Übertragungskapazitäten zugunsten von digitalen, müssen die freiwerdenden Übertragungskapazitäten nach jetziger Rechtslage neu vergeben werden. Die Sorge der digitalen Vorreiter, dass die UKW-Übertragungskapazitäten in die Hände der Konkurrenz kommen, ist daher sehr berechtigt. Um attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen für den Wechsel zur digitalen Technik zu schaffen, halten wir ein Moratorium für die Vergabe freiwerdender analoger Übertragungskapazitäten für sinnvoll und geboten. Diese Übertragungskapazitäten dürfen jedenfalls nicht zur Realisierung neuer oder bestehender Bedarfe genutzt werden. > Stellen Sie sich vor: das Deutschlandradio erreicht de facto Ende dieses Jahres eine 96- bis 98-prozentige Netzabdeckung mit DAB+ in ganz Deutschland. Das ist weit mehr, als wir mit unseren UKW-Frequenzen haben. Potenziell könnten wir auf die UKW-Verbreitung verzichten und das Programm nur über DAB+ und das Internet verbreiten. Wenn die UKW-Frequenzen dann an Mitbewerber gehen, habe ich mir doch ins Knie geschossen. Denn noch ist die Nutzung von DAB+ nicht soweit, dass mit der Übernahme alter UKW-Frequenzen durch andere der Markt nicht durcheinanderkäme.

von Manfred Z - am 10.03.2017 20:00
Dr. Steul irrt nach meiner bescheidenen Meinung mehfach. Zum einen in der Einschätzung, er könne auf die UKW-Frequenzen "potenziell" verzichten. Nicht, solange DAb in der Masse des Volkes nicht angekommen ist. Seine UKW-Frequenzen erreichen mit Sicherheit mehr Hörer als die tolle DAB-Abdeckung.

Die zweite Fehleinschätzung ist die, daß er sich "ins Knie geschossen" hätte, wenn er die UKW-Frequenzen abgäbe. Wer würde die Frequenzen übernehmen? Die Staatskanzleien könnten sie an Private, Nichtkommerzielle und öffentlich-rechtliche Anbieter vergeben. Die Öffis würden sehr wahrscheinlich nicht zum Zuge kommen, da ihre Programmzahl gedeckelt wird. Blieben Private. Und was die auf diesen Frequenzen machen würden, wäre etwas, das Deutschlandradio-Hörer sehr wahrscheinlich absolut nicht interessieren würde. Seine Situation würde Steul auf diesem Wege nicht verändern, jedoch die der Privatfunk-Kopien der öffentlich-rechtlichen Kollegen von der ARD. Denen hätte er damit ins Knie geschossen.

von Chris_BLN - am 11.03.2017 13:34
Doch weitere Gespräche? Interview des Deutschlandfunk mit Hans Demmel, dem Vorstandsvorsitzenden des VPRT, auf der Republica:

>> Gesprächsbereit im Streit um DAB+

Mit Blick auf den Streit um die flächendeckende Einführung des digitalen Radio-Standards DAB+ signalisierte Demmel Gesprächsbereitschaft. Dass der VPRT aus dem "Digitalradio-Board" - dem Lenkungsgremium des Bundesverkehrsministeriums - ausgestiegen sei, heiße nicht, "dass wir weitere Gespräche verweigern".

Im Gegenteil habe man Interesse, "einen für uns tragbaren Weg in Richtung DAB 2 zu gehen"; so nehme man Ende Mai wieder an einem Werkstattgespräch in Mainz zu dem Thema teil. Hintergrund des Ausstiegs sei der Eindruck gewesen, "hier wird mit politischem Willen ein technisches System durchgedrückt ohne die notwendige Sensibilität für die Erfordernisse des Marktes". Beispielsweise seien private Radios lang- und auch mittelfristig von den UKW-Werbeerlösen abhängig.

von Manfred Z - am 12.05.2017 07:10
Der VPRT musste erkennen, dass er keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung hat, denn alle anderen Verbaende, die ARD und die Politik machen einfach ohne den VPRT weiter. Nun nicht mehr mit am Tisch zu sitzen waere extrem unklug, dann koennte der VPRT nicht mal mehr Vorschlaege unterbreiten oder Diskussionen anregen die seinem Interesse dienen, vor allem wenn es um die UKW Abschaltung geht, die ja noch nicht im Detail vereinbart ist.

von Nordlicht2 - am 12.05.2017 07:18
Zitat
Nordlicht2
Der VPRT musste erkennen, dass er keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung hat, denn alle anderen Verbaende, die ARD und die Politik machen einfach ohne den VPRT weiter.


So ähnlich habe ich den Aussstieg damals auch verstanden. Der VPRT kann die Entwicklung aktiv mit gestalten, oder sich mit der Zuschauerrolle begnügen. Nur eines wird er ganz sicherlich nicht… sie aufhalten

von FrankSch - am 12.05.2017 07:29
Zitat
Spacelab
Es ist ja nicht das erste mal das er in irgendeiner Weise Rabatz macht und dann später beschwichtigt "Ach das war ja gar nicht so gemeint". Wie ein Kind das permanent austestet wie weit es gehen kann.


Sollen die mal Herrn Trump zum Vorsitzenden wählen. Wäre die Idealbesetzung.:D;)

von zerobase now - am 12.05.2017 07:50
Das gilt doch für die schon immer. :D

Das man jetzt den Ausstieg aus dem Ausstieg verkündet kommt nicht überraschend. Mit der bockigen Haltung hatte man sich ein klassiches Eigentor geschossen. Die hatten wohl gedacht, dass dann DAB+ nicht mehr weiterverfolgt wird und langsam beerdigt wird. Jetzt merken die, dass es trotzdem weitergeht und spätestens 2018 nochmal richtig Bewegung in die Sache kommt, wenn der 2. BM on air geht und auch die Landesmuxe werden ja 2018 weiter ausgebaut werden. Wenn man da jetzt keinen Fuss in die Tür bekommt, dann ist es irgendwann zu spät.

von zerobase now - am 12.05.2017 12:03
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