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DAB Digitalradio Forum
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27
Erster Beitrag:
vor 10 Monaten, 4 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 10 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
DABit, Stefan Heimers, RADIO354, PhanTomAs, pomnitz26, Spacelab, Felix 99, _Yoshi_

DAB Radios entstören

Startbeitrag von Stefan Heimers am 27.02.2017 09:33

Ich eröffne hier mal einen Thread über die Entstörung von DAB-Radios.

Als Beispiel hier mal das gelbe 105 Radio Modell R105. Das ist im Originalzustand eher mittelmässig im Empfang, insbesondere das mitgelieferte Netzteil stört den Empfang.

So sieht die Platine mit der Netzteilbuchse im Original aus:

[attachment 8870 r105_dc_vor_umbau.jpg]

Um das Netzteil zu entstören, habe ich die beiden Leiterbahnen von der DC-Buchse zum Empfänger durchtrennt und mit zwei Spulen (15 Windungen, 4.5mm Innendurchmesser, ca. 300nH) überbrückt.

[attachment 8871 r105_dc_nach_umbau.jpg]

Die Verbesserung war sehr deutlich. So sehr, dass nun der Empfang mit Netzteil besser wurde als mit Batterien. Aber nur, wenn man die Batterien rausnimmt. Also dachte ich, da verbreiten sich noch Störungen von der Elektronik über die Batterien zur Antenne. Also habe ich auch noch die Batterieanschlüsse, und auch gleich noch den Lautsprecher, mit gleichen Spulen wie oben entstört.

Vorher:
[attachment 8872 r105_innen.jpg]

Antworten:

Nachher:

[attachment 8873 r105_innen_umbau.jpg]

Nach diesem Umbau wird nun auch der Empfang mit Batterien wieder etwas besser als mit Netzteil. Gegenüber dem Originalzustand ist das Gerät nun sowohl mit als auch ohne Netzteil deutlich besser geworden. Das heisst, man kann damit jetzt indoor Programme hören, die vorher mit diesem Gerät nicht gingen.

von Stefan Heimers - am 27.02.2017 09:36
Interessant.

Ich habe bei meinem Microspot RA 318 zunächst ein Anderes Netzteil versucht. Das Verursachte
Rauschen und Verzerrungen in der NF Wiedergabe der DAB+ Programme.
Darum nahm Ich wieder das Originale ( Störmonster ) Netzteil. Nun ging der DLF nicht mehr.
Das Einfügen eines Klappferrites in die Ableitung vom Netzteil zum Radio brachte eine Kleine
Verbesserung der BER, ausreichend um den DLF wieder damit zu hören.
Ein Öffnen des Radios nebst Umbaumassnahmen versuche Ich mangels Geschick lieber nicht.

von RADIO354 - am 27.02.2017 10:51
Sehr schick :spos: !

Danke fürs Teilen Deiner Erfahrungen!

von Felix 99 - am 27.02.2017 14:27
Zitat
RADIO354
Das Einfügen eines Klappferrites in die Ableitung vom Netzteil zum Radio brachte eine Kleine
Verbesserung der BER, ausreichend um den DLF wieder damit zu hören.


Der Klappferrit wirkt wohl ähnlich wie die beiden Spulen, die ich bei der DC Buchse eingebaut habe.

Er verhindert keine internen Störungen, aber der RA318 ist wohl so gut, dass das nicht nötig ist. Nur der R105 hat sich offenbar selbst gestört, so dass das wirklich sogar bei Batteriebetrieb noch was gebracht hat.

von Stefan Heimers - am 27.02.2017 16:13
Sodele,

Nun habe Ich einen Teil der Ableitung vom Netzteil zum Microspot RA 318 zusätzlich noch um einen
Herumliegenden Ferritstab gewickelt. Es wirkt. Eine Weitere Verbesserung der BER auf nun 28 auf
dem 5 C lässt nun auch das Schwarzwaldradio spielen.
Vor den Entstörversuchen lag die BER vom 5 C bei 70 und mehr.

von RADIO354 - am 28.02.2017 15:00
Die neuen Netzteile 6V 500mA der TechniSat Radios sind vollkommen entstört, auch am Mircospot RA-318 wirken sie Wunder. Der Empfang ist wie mit Batterie. Dafür waren die Netzteile der Vorgänger noch viel schlimmer wie das vom Mircospot.

Ich habe nur das Gefühl bei den neuen FS 2445 Chipsätzen stört die eigene Elektronik noch viel weniger wie bei den FS 2027 und FS 2052 Chipsätzen. Besonders bei den UKW Leerträgern zu merken.

von pomnitz26 - am 28.02.2017 17:25
Manche Radios haben einfach nur eine Stümperhafte Antennenzuleitung.
Da ist dann ein einfacher unabgeschiermter Draht vom Modul bis zur Teleskopantenne verlegt.
Möglicherweise auch noch quer über die CPU Platine und am Schaltnetzteil vorbei damit die ganzen Störungen schön mit aufgenommen werden.

von _Yoshi_ - am 28.02.2017 19:28
Das neue Gerät hat nur einen ungeschirmten Klingeldraht von der Hauptplatine zur Teleskopantenne und leidet trotzdem deutlich weniger an Eigenstörungen. Ich meine jedenfalls der FS 2445 Chipsatz ist weniger ein eigener Sender wie auf UKW 98,3.

von pomnitz26 - am 28.02.2017 20:13
Hallo geschätztes Forum, ich bin neu hier.

@ RADIO354

Noch besser eignen sich Ferrit Ringkerne. Da wickelst Du die Speiseleitung 5-6 mal mit gleichmässigem Abstand darum herum, möglichst nahe beim Netzteil. Diese Dinger findest Du in alten, grösseren Netzteilen. PC Netzteile enthalten manchmal gleich mehrere davon.

Freundliche Grüsse

Res

von DABit - am 07.03.2017 17:24
Mir ist es nun gelungen, das Netzteil vom Microspot RA318 praktisch komplett zu entstören.

Anleitung:


  • Vier Spulen je 20 Windungen um einen Bleistift gewickelt
  • Jeweils zwei Spulen in Serie zwischen Netzteil und Radio für plus und minus.
  • Ein Kondensator 10nF zwischen plus und minus, in der Mitte der Spulen
  • Eine kleine Fläche Metall zwischen den beiden Spulen an minus




[attachment 8899 ra318_mit_entstoerung.jpg]
[attachment 8900 ra318_netzteil_entstoert.jpg]
[attachment 8901 ra318_entstoerung_innen.jpg]

Damit höre ich jetzt BR-Klassik in Zürich. 4 Klötzchen mit Batterie, ebenfalls vier Klötzchen mit dem entstörten Netzteil. Ohne Entstörung wäre hier kein Empfang mehr möglich.

von Stefan Heimers - am 07.03.2017 20:36
Danke für die schöne Dokumentation mit Bildern. Ja, so sieht ein doppeltes Tiefpass Filter aus. Ist natürlich gefälliger als ein Ferrit Ring mit Windungen und Kabelbinder.

von DABit - am 07.03.2017 23:16
Zitat
DABit
Hallo geschätztes Forum, ich bin neu hier.

@ RADIO354

Noch besser eignen sich Ferrit Ringkerne. Da wickelst Du die Speiseleitung 5-6 mal mit gleichmässigem Abstand darum herum, möglichst nahe beim Netzteil. Diese Dinger findest Du in alten, grösseren Netzteilen. PC Netzteile enthalten manchmal gleich mehrere davon.

Freundliche Grüsse

Res


Hallo Res,

Willkommen im Forum.
Ferrit Ringkerne habe Ich nicht Parat, deswegen der Ferritstab. Da die Ganze Anordnung im
Schrank versteckt ist und nicht bewegt wird werde Ich es so belassen. Die Gewünschten
Programme ( Bundesmux via 5 C ) laufen Stabil.
Der In der Nähe in Buchs ( SG ) befindliche Elektronikladen ist leider geschlossen worden, die
Geschäftsräume leergeräumt. Elektronikteile gibt es nur noch Online...

@ Stefan Heimers,

Respekt !
Eine sehr Akkurate Konstruktion mit dem Gehäuse.
Viel Spass mit dem BR Empgang in Zürich :spos:

von RADIO354 - am 08.03.2017 10:39
Schön, wenn Du's so machen konntest und es so funzt. War nur so ne Idee. Mir geht es genau so, muss auch alles online bestellen. Dann kostet der Ferrit Ring CHF 2,65 und das Porto 9.-! Deshalb schlachte ich alles aus, bevor es entsorgt wird.

von DABit - am 08.03.2017 11:29
Zitat
RADIO354
@ Stefan Heimers,

Respekt !
Eine sehr Akkurate Konstruktion mit dem Gehäuse.
Viel Spass mit dem BR Empgang in Zürich :spos:


Schleichwerbung: Das hübsche Gehäuse und die Knickschutztüllen gibt's für wenig Geld bei Pusterla in Zürich. Wer knausrig ist kann aber auch sonst irgend ein kleines Döschen oder eine Streichholzschachtel verwenden.

von Stefan Heimers - am 08.03.2017 11:43
gelöscht. (Ich hab aus versehen den vorherigen Beitrag nochmal als Zitat veröffentlicht.)

von Stefan Heimers - am 08.03.2017 11:45
Ich habe noch etwas versucht :

Das Kleine Dual DAB 4 in der Küche spielte den 5 C mit einer BER so um die 30 ab.
Nun habe Ich als sogenanntes " Gegengewicht " Unter dem Radio eine Fläche mit Alufolie ausgelegt.
Dadurch verbesserte sich die BER auf knapp unter 20.
Das Netzteil von diesem Gerät ist noch im Originalzustand. Villeicht spendiere ich dem noch eine
Entstörung mit Ferriten.
Man kann also mit Kleinigkeiten noch Verbesserungen im Empfang erreichen. Richtig wäre in dem
Zusammenhang wenn die Hersteller von Vorneherein gleich was Ordentliches zusammenbauten.

von RADIO354 - am 08.03.2017 14:38
Besteht bei schlecht entstörten Netzteilen nicht auch die Möglichkeit, dass der Störnebel nicht durch das Kabel in das Radio eintritt, sondern durch die Luft über die Antenne eingefangen wird? In so einem Fall bringt ja weder ein Ferritkern noch so ein Basteldings mit Spule was, oder?

von PhanTomAs - am 08.03.2017 14:42
Ja, Störungen von Ausserhalb die Direkt einstrahlen gibt es auch. Habe Störungen wenn die LED
Treppenhausbeleuchtung eingeschaltet wird. Dann werden auch Geräte auf Batteriebetrieb nicht verschont.
Man muss halt Probieren ob es hilft.


Bezieht sich wohl nicht auf die Frage.

von RADIO354 - am 08.03.2017 14:51
Ja, manchmal erreicht man mit zwei mal nichts schon eine Verbesserung des Empfangs. Bei mir ist der Küchentisch unter dem Tischtuch mit Alu Grillfolie ausgekleidet. Diverse DAB Radios sind im Bodenbereich auf der Innenseite mit selbstklebender Kupferfolie ausgelegt und mit der Abschirmung des Antennenkabels verlötet. Das ergibt mit der Grillfolie eine kapazitive Kopplung.
Bei diversen Pure Radios, welche auf Akkubetrieb laufen, habe ich in die Ladebuchse einen passenden Stecker mit 38cm (Lamda 1/4) Kabel angeschlossen, was ein Gegengewicht für die Antenne bewirkt.

Ja, getaktete Netzteile in Plastikbehausungen verfügen meistens über keine brauchbaren Abschirmungen und können in unmittelbarer Nachbarschaft schon stören. Zum Beispiel mein HTC Ladegerät ist so ein Teil. Bei dem hatte die Speiseleitung als Sendeantenne gewirkt und deshalb den Ferrit Ring verpasst bekommen. Nun stört das Ladegerät selber noch auf eine Entfernung von 10-15cm. Die Speiseleitungen sind meistens ein Problem, wenn sie im Bereich von Lambda 1/4, 1/2, 3/4 usw liegen.

Jep, Led Beleuchtungen, vor allem auch Dimmer mit Phasenanschnitt verursachen einen Störnebel, welcher kaum vernünftig abgeschirmt werden kann.

Freundliche Grüsse

Res

von DABit - am 08.03.2017 16:13
Das Problem habe ich mit dem TechniSat DigitRadio 225. Dessen Netzteil stört den Radioempfang merklich. Ein weiterer Ferrit Ring, einer war bereits von Haus aus montiert, brachte gar nichts. Hier hat man an der internen Abschirmung gespart. Beim Netzteil meines Huawei Handys sitzt die Elektronik unter einem Metallhut. Bei dem TechniSat Netzteil sitzt die Elektronik einfach zwischen 2 Plastiknasen eingeklemmt ohne irgendwelche Abschirmung im einfachen Plastikgehäuse.

von Spacelab - am 09.03.2017 12:17
Zitat
Spacelab
Das Problem habe ich mit dem TechniSat DigitRadio 225. Dessen Netzteil stört den Radioempfang merklich. Ein weiterer Ferrit Ring, einer war bereits von Haus aus montiert, brachte gar nichts. Hier hat man an der internen Abschirmung gespart. (...) Bei dem TechniSat Netzteil sitzt die Elektronik einfach zwischen 2 Plastiknasen eingeklemmt ohne irgendwelche Abschirmung im einfachen Plastikgehäuse.


Und was kann man als Laie dagegen machen? In Alufolie einwickeln ist ja wohl eher nicht so das optimale, da das Netzteil ja sonst einen Hitzetod erleiden könnte.

von PhanTomAs - am 09.03.2017 15:40
Hmm, ist wohl auch eines dieser unsäglichen 12V Netzteile, welche den Ferrit Ring beim Stecker vorne haben. Nein, da bringt ein Zweiter nicht mehr viel. Wenn's so ein NT ist, das ich meine, ist wohl ein Ersatz gegen ein Anderes das sinnvollste.

Nein, Alufolie ist nicht zu empfehlen, da Du damit eher eine Antenne baust. Ja, die Finger wärmen wirst Du damit auch können! Am schnellsten geht's wenn Du den Ausgang kurz schliesst, hihihi.

Ist leider so, diese Dinger sind für Empfangstechnik nicht zu gebrauchen. Ein elektronischer Laie sollte getaktete Netzteile lieber nicht aufschrauben, da die Eingangskondensatoren noch lange geladen sein können. (ca 325V). Habe schon Billigteile gesehen, da wurde noch an den Entladewiderlingen gespart!

Je nach je und Anwendung könnte vielleicht ein robuster 12V Blei Gel Akku in die Presche springen. Bei uns im Gartenhäuschen stand damals ein 100Ah Blei Akku unter der Sitzbank und sorgte für Licht und Musik.

Und sonst sind die guten, alten, schweren Netzteile mit Transformator und linearem Regler die erste Wahl. Die haben zwar einen traurigen Wirkungsgrad, sind aber bei richtiger Dimensionierung fast nicht zu töten.

von DABit - am 09.03.2017 16:26
Die meisten neuen Radios mit 6V 500mA Netzteil und FS 2445 Chipsatz stören auf UKW und DAB nicht mehr. Das ganze über mehrere Hersteller.

von pomnitz26 - am 09.03.2017 17:11
Danke für den Tip. Kennst Du den Hersteller?

Ich werde mir ein paar solche NT beschaffen und anschauen. Leider ist die Absorber Halle für EMV Messungen fast nie frei.

Möglicherweise findet man ja auch 9 und 12V Versionen in der gleichen Bauweise.

von DABit - am 09.03.2017 17:43
Nochmal eine Frage zum Verständnis: Was genau bringt das mit der Alufolie unter dem Radio bzw. unter dem unter dem Radio liegenden Tischtuch? Soll das als Abschirmung für das sich unter dem Tisch befindlichen Netzteil dienen?

von PhanTomAs - am 09.03.2017 19:08
Hallo Phan TomAs

Wenn Du Dir die Urantenne, den Dipol anschaust, besteht er aus zwei Elementen. Daraus wurde die Ground Plane Antenne abgeleitet. Sie besteht immer noch aus zwei Elementen, nur hat der Erdboden die Funktion des zweiten Elements übernommen. Ground Plane Antennen werden eingesetzt als Kurzwellen Antennen beim Afu oder professionell bei Mittelwellen Sendern.

Nun ist der Erdboden aber nicht überall gleich beschaffen, was bedeutet, dass er mal besser oder schlechter leitet. Das ist natürlich höchst unerwünscht, da der Wirkungsgrad durch Erdungsverluste sinkt. Statt Sendeleistung abzustrahlen, wird der Erdboden aufgeheizt.
Deshalb werden bei solchen Antennen sternförmig Erdungsbänder in den Boden verlegt, was gleichzeitig auch einen guten Blitzableiter ergibt, weil sehr hohe Ströme abgeleitet werden können und erst noch eine Potentialsteuerung erreicht wird.

Im Empfangsfall darfst Du das genau gleich sehen und behandeln. Was die Erdungsbänder im Boden bewirken, (flache Abstrahlung und hoher Ableitstrom), bewirkt auf dem Küchentisch die Alufolie, als "Gegengewicht" bzw Ersatz für den fehlenden Dipolarm. Du sorgst damit dafür, dass überhaupt ein halbwegs vernünftiger Antennenstrom zustande kommt. Denn Dein Radio lebt auch vom Antennenstrom, welcher am Eingangswiderstand eine Empfangsspannung ausbildet.

Freundliche Grüsse

Res

von DABit - am 09.03.2017 21:27
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