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DAB Digitalradio Forum
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vor 5 Monaten, 4 Wochen
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Neukoordinierungen erwünscht

Startbeitrag von FelixNRW am 11.04.2017 07:03

Auch auf die Gefahr hin das ich nun einen Shitstorm erleide aber ich lese immer wieder von Einzügen wegen Nachbarländern usw. Wieso kann man sich nicht auch wenn es schon alles lange festgelegt ist nochmals an einen Tisch setzen und die Kanäle einfach neu sortieren?
Was bringt das wenn man in Rheinland-Pfalz und Belgien den gleichen Kanal nutzt?
Dann in Hessen der gleiche wie in Dortmund?
In NRW der gleiche wie in Bayern und Sachsen-Anhalt?

Da muss man doch eine Lösung finden oder will man das einfach nicht?

Antworten:

Nein, kein Shitstorm. Aber ich denke, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Frequenzen / Kanäle langt nicht für Bundes+ Landesmuxe in den jeweiligen Ländern. Ein schlichter, simpler Fakt der Verfügbarkeit. Und man kann auf Grund der begrenzten Ausbreitung Kanäle doppelt belegen - allerdings mit großem Abstand zwischendrin. Und vergessen wir bitte auch nicht, dass landesweite Sender nur ihr Land versorgen wollen / dürfen / müssen. Denn alles darüber hinaus kostet auch Geld. Das ganze Thema ist etwas sehr komplex.

von Mausipappa - am 11.04.2017 07:17
So ist es. Und das eigentliche Problem sind auch gar nicht die Einzuege an sich, sondern das Nichtvorhandensein von Sendemasten in den Grenzregionen. Es wird versucht schon existierende Masten zu nutzen. Grundnetzsender die aus analog terrestrischen Zeiten stammen, wo bis in die 80er Jahre koordinierte Frequenzen noch rund gesendet werden konnte und die somit weiter entfernt von den Grenzen stehen. Dadurch kann es im Grenzgebiet, vor allem im bergigen Land, zu einer Unterversorgung kommen. Idealerweise muesste man fuer die digitalen SFNs DAB und DVB-T2 neue Sendemasten errichten, bzw. das wird man langfristig auch machen.

von Nordlicht2 - am 11.04.2017 07:38
"Vielleicht" könnten doch Absprachen mit den Nachbar sinnvoll sein, wie im Link zu lesen ist :rolleyes: . Aber wieso sollte man über die eigene Scholle hinaussehen oder die gar fördern ;-) .
Nun, bei DAB zieht man es eben durch, alles andere kostet ja Geld :bloed: . Egal was es kostet :D .
Um konkreter zu werden: Man beachte Koordinierungen wie die des 7B am Kreuzberg. Die senden sogar in diese hier genannte Region mit massiven Einzügen. Dorthin wo also wieder Hessen wäre und man niemanden stören würde. "Gefährlich wird es" wenn die Nachbarn außen herum auch noch was abbekommen, es reicht doch schon wenn die dort das Geld abziehen in dem die da Arbeit gefunden haben...
=> Ja, bitte nachkoordinieren, nicht nur dort.

von Thomas (Metal) - am 11.04.2017 08:15
Zitat
FelixNRW
Da muss man doch eine Lösung finden


Wie man sieht, muss man gar nix.

Die Entscheidungsträger haben heutzutage kein Interesse mehr an grenzüberschreitendem Rundfunk. Lang-, Mittel-, Kurzwelle sind abgeschafft, neue Sender und neue Sendenormen bekommen Einzüge. Beim in München ehemals populären Fernsehprogramm ORF 2 wurde schon zu analogen Zeiten extra ein technischer Umbau gemacht, damit der Empfang in München unmöglich wurde. Das waren damals kommerzielle Interessen (Ausstrahlungsrechte, Quote, WerbeEinnahmen).

Was bleibt ist Internet Streaming und Satellit. Wobei im Internet Geoblocking ja bereits gang und gäbe ist und Satellitenschüsseln leicht verboten werden können. Und für eine Millionen Anzahl an Haushalten in Deutschland auch verboten sind!


Zusätzlich kommt bei DAB hinzu, dass das Management der Einführung erbärmlich ist. Ich würde zu gerne wissen was die geraucht haben.
Angeblich hören nur Goldohren den DAB-Klangmüll. Selbst die Tonspur des terrestrisches Fernsehens hat mittlerweile dreimal mehr Bandbreite (Hinweis: das hat was mit der maximal möglichen Klangqualität zu tun) als DAB+. :eek:
Ursprünglich sollten 1 KW Sender zur flächendeckenden Versorgung ausreichen. Die Frequenzkoordination mit Bundeswehr und Polizei dauert über 2 Jahrzehnte. Erst nach 20 Jahren "Regelbetrieb" kommt das "IRT-Land" Bayern darauf, dass es insgesamt 160 DAB Sendeanlagen braucht um Bayern "gscheit" zu versorgen (UKW unter 50). Den anderen Bundesländern steht diese Erkentniss noch bevor. Genauso wie, dass bei Tropo der gesamte europäische DAB Frequenzplan für die Tonne ist. Naja, vielleicht gehts mit 160 Sendern auch bei Tropo. Das entzieht sich meiner Kentniss.

von radneuerfinder - am 11.04.2017 08:42
Zitat
Mausipappa
Nein, kein Shitstorm. Aber ich denke, die Anzahl der zur Verfügung stehenden Frequenzen / Kanäle langt nicht für Bundes+ Landesmuxe in den jeweiligen Ländern. Ein schlichter, simpler Fakt der Verfügbarkeit. Und man kann auf Grund der begrenzten Ausbreitung Kanäle doppelt belegen - allerdings mit großem Abstand zwischendrin. Und vergessen wir bitte auch nicht, dass landesweite Sender nur ihr Land versorgen wollen / dürfen / müssen. Denn alles darüber hinaus kostet auch Geld. Das ganze Thema ist etwas sehr komplex.



Wenn man sich die DAB-Kanalbelegung beim NDR anschaut, dann scheint es dort keine Frequuenzknappheit zu geben...

MfG

Studio Leipzig

von Studio Leipzig - am 11.04.2017 09:17
Zitat
Studio Leipzig
Wenn man sich die DAB-Kanalbelegung beim NDR anschaut, dann scheint es dort keine Frequuenzknappheit zu geben...

Von lokalen, regionalen und landesweiten Bedeckungen hast Du schon mal gehört?!?
Der NDR nutzt regionale Bedeckungen, die den jeweiligen Bundesländern sowieso zustehen! Verschwendung sehe ich da keine, denn den Regionen stehen ja weiterhin ihre insgesamt 7 Bedeckungen zu. Die des NDR ist genau EINE davon. Die zweite und dritte haben die Bundesmuxe bekommen. Bleiben noch weitere VIER. In JEDER Region.

Und um der Frequenzknappheit zu begegnen, wurde ja auch noch Bedarf angemeldet für einen 5-Länder-Mux (Nds, HB, HH, SH, MV), in den der NDR mit seinen überregionalen Programmen mal irgendwann wechseln wird, wenn die aufgebauten regionalen Muxe mit regionalen privaten Programmen und einigen regionalisierten NDR Programmen befüllt wurden. Dazu müsste es nur erstmal überhaupt regionale private Programme geben, die auf DAB senden wollen...

von iro - am 11.04.2017 09:56
Sowas wie den Berlin-Mux mit ausgewählten Programmen anderer ARD Anstalten müsste es überall mindestens in Ballungszentren geben. Dann müsste man auch nicht mehr überlegen, wie man die Muxe voll und vor allem attraktiv bekommt.

von Jens1978 - am 11.04.2017 17:33
Sollte, müsste, könnte ...

Wird es aber nicht, weil es Beschränkungen des öff.-rechtl. Rundfunks zum Schutz der kommerziellen Veranstalter gibt. Und weil eine Kommission über die Finanzen des öff.-rechtl. Rundfunks wacht. Stichwort "Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit".

von Manfred Z - am 11.04.2017 17:55
Zitat
Manfred Z
Stichwort "Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit".

Da gibt es noch welche, die wollen noch weit sparsamer und angeblich wirtschaftlicher sein. Deren Ziele teile ich aber nicht. Viele andere auch nicht.
Was wir hier haben ist nicht der Traum von einem störungsfreien terrestrischen digitalen SWR3 in Düsseldorf auf DAB mit einfachsten Mitteln. Wenn aber, wir nehmen mal nicht den bisher sehr sparsamen hr, SWR3 in Nürnberg auf DAB überhaupt nicht empfangbar ist, paßt was nicht. Oder der BR in Ffm auch im DAB-Autoradio, also nicht mit einer Notlösung, nicht stabil hörbar ist, stimmt was nicht.
Das ist zum geschätzt 100. Mal das Problem. Ja, und ich weiß, auch geschätzt zum 100. Mal: Das interessiert die Entscheider einen Scheiß (sic!). Vielleicht läuft man aber irgendwann Gefahr, daß es noch sparsamer wird. Der Grat dürfte schmal sein.

von Thomas (Metal) - am 11.04.2017 18:35
Zitat
Jens1978
Sowas wie den Berlin-Mux mit ausgewählten Programmen anderer ARD Anstalten müsste es überall mindestens in Ballungszentren geben. Dann müsste man auch nicht mehr überlegen, wie man die Muxe voll und vor allem attraktiv bekommt.


Finde ich nicht, erst recht nicht in Ballungszentren wo man eh schon immer mehr hat (lokalmuxe) als auf dem Land. Davon abgesehen das es eh nicht rechtlich möglich ist. Alleine schon von der Gerechtigkeit her. Mit welcher Rechtfertigung würdest du bitte Argumenten das einer z.B in München über DAB+ vom BR ohne Probleme ein Kanal mit "Mix aus Best of ARD Programmen" empfangen darf und ich auf dem Land nicht, bzw. nur das Grundangebot meiner Rundfunkanstalt?

von Kohlberger91 - am 11.04.2017 18:58
Zitat
Kohlberger91
eh nicht rechtlich möglich ist.

Und wo steht dieses unveränderliche Recht? Fast alles kann am anpassen.

von Thomas (Metal) - am 11.04.2017 19:22
Zitat
Thomas (Metal)
Fast alles kann am anpassen.


Das mag schon sein, aber auch schon mal an die Kosten gedacht? Viele ÖR mit ihren Ländermuxe brauchen, anders als bei DVBT2, selbst den ganzen Platz um ihre eigene Programme unter zu bringen. Also mùßte man nochmals einen Mux aufbauen, ein mux den man selbst finanzieren muß und die fremden ÖR keinen Cent zahlen und man selbst als Anstalt keinen einzigen Vorteil hat.

von Kohlberger91 - am 11.04.2017 19:56
@ Kohlberger91
Ja, es kostet Geld. Aber bitte in Relation setzen. Das Geld geht an anderer Stelle verlustig, auch wenn man einen Kostentreiber heute abend auf Grund der Nachrichtenlage eigentlich nicht angreifen möchte.

von Thomas (Metal) - am 11.04.2017 20:07
Zitat:
ORF 2 wurde schon zu analogen Zeiten extra ein technischer Umbau gemacht, damit der Empfang in München unmöglich wurde

Naja... Wenn man vom Empfang mit einer Zimmerantenne redet, mag das gestimmt haben. Meine damaligen Versuche in München zeigten aber, dass es für den weiteren Empfang des ORF dennoch keine extragroße Antennenanlage brauchte.

von delfi - am 11.04.2017 20:18
Mit Zimmerantenne ging der ORF in München nie. ORF 1 war weiter mit Danchantenne empfangbar, ORF 2 aber eben nicht mehr.

von radneuerfinder - am 11.04.2017 20:57
Es ging da aber um TV und der Auslöser war der Druck der Rechteinhaber von Sport etc, den Overspill nach Deutschland so weit wie möglich einzuschränken. Der Overspill ist ein Relikt aus analogen Zeiten.

Bei DAB+ ist die Sache nicht so kritisch, hier ist der Overspill technisch begrenzt und Fernempfang im Normalfall keine normale Benutzersituation. Der Ersatz für die UKW-Yagi, die damals auch im Ruhrgebiet noch SWF 3 herangeholt hat, ist auf einem modernen Radio eben das WLAN-Teil, welches dann das gewünschte Programm zusätzlich zum lokalen Angebot abspielen kann.

Was DAB+ angeht, so stehen 32 Frequenzen für jeweils ein Mux zur Verfügung (wenn Kanal 13 genutzt wird, sogar 36). Wenn an einem Ort idealerweise aber mehrere lokale Muxe einfach empfangen werden sollen, dann muss die Frequenzbelegung dicher sein -- und so macht Flandern und Rheinland-Ofalz auf einem Block eben doch sinn, auch wenn der kleinste Anstand der Versorgungsgebiete eben nur 30 km oder so ist.

Der Fall "Ich hole mit mir einer VHF-Yagi auf dem Dach die DAB+-Bouquets von weit her heran" ist eben kein Normalfall. Das aber haben wir früher schon erlebt -- konnte man auf Mittelwelle den Bayerischen Rundfunk noch regelmäßig in Köln hären, ging das auf UKW für Otto-Normal-Hörer nicht mehr (da die UKW-Yagi ja nach Luxemburg ausgerichtet war) eben nicht mehr. Oder man wich auf Kurzwelle aus.

So ist das eben mit dem Fortschritt: Man bekommt immer mehr Programme in immer besserer Qualität, muss aber Abstriche bei DX machen.

von Alqaszar - am 11.04.2017 21:01
DAB ist in Grundzügen ein System der 90er Jahren.

Man hat es leider versäumt das Kanalraster frühzeitig an die neuen Codecs anzupassen.

Ursprünglich mal ausgelegt für 6 Programme a 192 kbit/s in mp2 bei einem angemessenen Fehlerschutz, sind wir heute bei der doppelten Programmanzahl. Auch mit den Nachteilen der "Quantenisierung".

Optimalerweise hätte man aus 1 Kanal 2 Unterkanäle oder aus 2 Kanälen 3 gemacht mit der Möglichkeit der Kanalbündelung.

Dann hätten RLP und Flandern jeweils eine Hälfte des Kanals 11A nutzen können. Natürlich weniger Programme, dafür ein ungestörter Empfang.

Die andere Hälfte hätte man theoretisch als Lokal Mux am anderen Ende (Vorderpfalz oder Westerwald) in RLP, analog in Flandern nutzen können.

von H_Deutsch - am 12.04.2017 00:10
Man merkt die Abschottung auch aktuell bei DVB-T2. WDR Essen und Dortmund sind bereits in Wuppertal auf den Anhöhen seit der Umstellung nicht mehr per Dachantenne empfangbar, obwohl es keine 10 km bis Langenberg sind. Sollte man daher UKW irgendwann abschalten, erreicht man nur noch exakt sein Sendegebiet. Bei UKW braucht man eine gewisse Stärke, aber digital wird eben nur auf Minimum gesendet. Heutzutage kann man wohl die Sendeantennen derart genau bauen, dass es wohl in Zukunft kaum noch möglich sein wird, terrestrisch andere Programme aus dem Nachbarland hören zu können.

von pfennigfuchser - am 12.04.2017 05:43
Langenberg hat via DVB-T schon immer nur in 3 Richtungen gesendet. (Region Düsseldorf über 2 und Dortmund über 1)

Ich empfehle einen Blick in die Senderliste im DF Forum, dann wird klar werden, warum K25 so schwierig zu empfangen ist im gegensatz zu früher.

von H_Deutsch - am 12.04.2017 12:15
Abschottung oder nicht ist reine Willensfrage und hat nix mit DAB+ zu tun. Bei HR, SWR, MDR und BR findet sie ja auch nicht statt.
Standorte wie Gr. Feldberg, Hardberg, Hornisgrinde, Aalen, Ulm, Geislingen, Inselsberg, Bleßberg, Ochsenkopf, Grünten, Pfänder oder Pfaffenberg erzeugen einen riesigen Overspill.

Da ist auch bei den Sendeantennen nichts genauer als früher. UKW-Antennen mit starker Richtwirkung gab es auch schon immer, nur gibt es eben heute noch viele Relikte aus Genf84-Zeiten Rundstrahlung.
Ist aber auch relativ: Overspill auf UKW wurde in den letzten Jahren auch immer weniger, an meinem alten Wohnort in Kehl sind mittlerweile kaum noch Overspill-Empfänge ohne "DX-Equipment" möglich, mit "0815-Geräten" gehen bestenfalls noch SR1 (200 kHz neben Ortssender) und RSI Rete 1 (Nachbarbelegung auf 107,7/107,9 MHz schwach) ohne Verrenkungen. Mit viel Aufwand gehen dann noch YouFM, HR1, HR3, und mit ganz viel Aufwand noch HR4, früher war das mal alles kein Problem - die Pegel reichen ansich locker für Empfang mit jeder müden Empfängerbüchse.

Damals gabs auch noch keine KEF, die kein Problem mit den Energiekosten für in die falsche Richtung abgestrahlte Leistung hatte.
Was es damals schon gab, war die Technologie von Yagi-Gruppen, Logperiodics und anderen scharf bündelnden Antennen.
Dort, wo wenig Platz auf UKW herrscht, werden diese auch eingesetzt. Beispielsweise in Italien oder in Frankreich in Grenznähe... In I sind fast alle großen Sendeanlagen mit Richtantennen bestückt...

von DH0GHU - am 12.04.2017 13:53
Zitat
Manfred Z
Sollte, müsste, könnte ...

Wird es aber nicht, weil es Beschränkungen des öff.-rechtl. Rundfunks zum Schutz der kommerziellen Veranstalter gibt. Und weil eine Kommission über die Finanzen des öff.-rechtl. Rundfunks wacht. Stichwort "Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit".

Na klar, klingt logisch, passt aber nicht zur Realität, da nur eine belanglose Phrase. Oder weshalb geht es in einem der größten Märkte wie Berlin? Wenn ich mich veräppeln lassen will, mach ich das immer noch alleine. Wenn ich sowas schon höre ... "Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit". Wenn jemand Spezielles (wie z.B. Bundestagsabgeordnete) diesen Wunsch hat, wird es gemacht. Wenn nicht, werden solche schwammigen Formulierungen gebraucht um es abzulehnen. "Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit"? Okay => DAB+ sofort abschalten, hat nicht die Marktdurchdringung wie UKW. Ist das der Sinn? Wohl kaum.

Zitat
kohlberger 91
Das mag schon sein, aber auch schon mal an die Kosten gedacht?

Ja klar, aber das Geld ist da. Wenn einem immer erzählt wird, dass kein Geld da sei, muss das nicht unbedingt stimmen.

Zitat
kohlberger 91
Alleine schon von der Gerechtigkeit her.
Mit welcher Gerechtigkeit werden bei DVB-T2 manche Regionen mittlerweile komplett von der terrestrischen Versorgung außen vor gelassen? Zahlen diese Regionen nicht genauso Gebühren wie alle anderen? Dort geht es sogar um die regional zuständigen Anstalt! Oder mit welcher Begründung wurden jahrelang in Mecklenburg-Vorpommern nur 2 Muxe in DVB-T ausgestrahlt und in ganz Deutschland sonst mindestens 3? Oder selbst DAB. Warum zahlt ein Hörer in Niedersachsen den gleichen Beitrag an den Rundfunk und hat eine deutlich schlechtere Versorgung oder gar keine bei DAB? BTW: Die Mittelwelle (und dessen Einsparpotentiale) wurde im Norden noch vor dem BR abgeschaltet. Wo ist das Geld hin? Ach ja, wieso gibt es so einen ARD Mux denn in Berlin? Ist das gerecht? Soviel zum Thema Gerechtigkeit ...

Die Ballungsräume mit zusätzlichen ARD Programmen zu versorgen ist eben genau aus diesem nur dort sinnvoll, da wirtschaftlich keine bundesweite Abdeckung zu finanzieren wäre. Was ich in diesem Fall auch nachvolziehen kann.

von Jens1978 - am 12.04.2017 15:43
Zitat
radneuerfinder
Mit Zimmerantenne ging der ORF in München nie. ORF 1 war weiter mit Danchantenne empfangbar, ORF 2 aber eben nicht mehr.


Es war anders herum. 1998 wurde an den grenznahen Sendern wie Salzburg und Pfänder die Strahlungsleistung von ORF1 reduziert wegen den Film- und Sportrechten, ORF2 aber blieb unverändert. Allerdings war dessen Empfang auf UHF in größerer Entfernung schon immer etwas schwieriger als der von ORF1 auf VHF.

von wolfgangF - am 12.04.2017 15:45
Meines Wissens nach wurde aber später auch der Abstrahlwinkel der UHF Antenne beim Gaisberg Richtung Westen (quasi die Elevation) etwas nach unten korrigiert, d.h. Richtung Horizont die Leistung reduziert. Spätestens bei DVB-T war das der Fall, meine aber bereits zu Analogzeiten das mitbekommen zu haben.

von Jens1978 - am 12.04.2017 15:48
Zitat
H_Deutsch
DAB ist in Grundzügen ein System der 90er Jahren.

Man hat es leider versäumt das Kanalraster frühzeitig an die neuen Codecs anzupassen.

Ursprünglich mal ausgelegt für 6 Programme a 192 kbit/s in mp2 bei einem angemessenen Fehlerschutz, sind wir heute bei der doppelten Programmanzahl. Auch mit den Nachteilen der "Quantenisierung".

Optimalerweise hätte man aus 1 Kanal 2 Unterkanäle oder aus 2 Kanälen 3 gemacht mit der Möglichkeit der Kanalbündelung.

....
Für Ballungsräume hätte man auch das L-Band beibehalten sollen, damit man auswahlmäßig wenigstens ansatzweise mit dem Internet konkurrieren könnte. Für Flächenländer wäre bestimmt auch das Band I (3 x 4 DAB-Kanäle) interessant gewesen. Vielleicht gelingt es wenigsten Band II (UKW) in die Digitale Welt "rüberzuretten", wo dann "Einzelsender" in FM und/oder Digital weitersenden könnten. Vom Kanal 13 ganz zu schweigen...
Aus meiner Sicht hätte man auch 3 Kanäle (z.B. 5a,5b,5c) nebeneinander für die Bundesrepublik "reservieren" sollen damit man mit einer bundesweiten "minimalen Grundauswahl" die "Kritische Masse" überschreitet. Dann hätte man mit einer Antenne von einem Standort wenigstens so viele Programme bekommen wie meist auch auf UKW bereitstehen. Jetzt hat man weitauseinanderliegende Kanäle von unterschiedlichen Standorten mit unterschiedlichen Sendeleistungen in einer Region. Alles wenig attraktiv.
Eigentlich hat man bei DAB alles Falsch gemacht, was man nur falsch machen konnte. Der Hauptaugenmerk lag leider auf der Abbildung der UKW-Sendelandschaft auf DAB mit der üblichen Kleinstaaterei und dem Proporz und den Animositäten des dualen Systems, was nur schiefgehen konnte. Leider ist Radio heute zu unwichtig, als das sich wirklich jemand an seiner Rettung versuchen würde...:angry:

stefsch

von stefsch - am 12.04.2017 15:57
Davon abgesehen was Fernempfang betrifft, ist es doch heute so das meisten mobil nicht zu gebrauchen ist und ich rede von UKW. Ständig schwangt das Signal, ist hinter der kurve ganz weg oder wird von einen andern Sender gestört. Genau genommen geht Fernempfang am besten noch daheim und da wiederum braucht es genau genommen keinen Fernempfang, da man dort auf Sat, Kabel und Internet zurückgreifen kann.

Man muß das mal überlegen. In Nürnberg gehen paar SWR Programme mit Dachantenne, auf DAB+ nicht, so jetzt fordert manche her, es sollte auch bei DAB+ gehen. Aber was hat das für nutzten? Wenn jemand in Nürnberg SWR hören will nutzt er das Kabel oder DVB-S. Keiner installiert eine Dachtenne um andere ÖR zu hören, da kann man gleich eine Schüssel machen und hat alle ARD Sender und das sogar in bester Qualität. Warum sollte der SWR also unnötig Energie aufwenden, damit paar DXer satt mit der Schüssel es auch über DAB+ Empfangen können?.

Zitat
Thomas (Metal)
@ Kohlberger91
Ja, es kostet Geld. Aber bitte in Relation setzen. Das Geld geht an anderer Stelle verlustig, auch wenn man einen Kostentreiber heute abend auf Grund der Nachrichtenlage eigentlich nicht angreifen möchte.


Eierseite wird immer gefordert die ARD/ZDF sollten sparsamer sein und nur das nötigste machen. Also was nun? Das andere ist der Neid. "Wieso werden mit meine Gebühren Regionen versorgt die meine ÖR- Anstalt doch gar nicht zuständig ist" Man lest doch immer wieder solche Sprüche, bestes Beispiel ist Südtirol. "Was? dort werden unsere Programme ausgestrahlt, die haben dort nichts zu suchen..." Zuletzt kam die Diskussion in diversen Foren wieder hoch als man in Südtirol DWissen in ihren Mux mit aufgenommen hat. Wenn man genau nehmt, mache von uns gönnen doch die Berliner nicht mal die fremden ÖR-Sender die dort über dem rbb verbreitet werden.

Ich wäre beim DVB-T1/T2 auch radikaler gewesen und hätte pro Mux nur 2 statt 4 Programme rein gequetscht und diese dann in wirklicher DVD bzw DVB-S Qualität. ARD/ONE , ZDF/NEO, drittes/ARD Spratenprogramm. Würde als Grundversorgung völlig ausreichen.

Zitat
Jens1978
Mit welcher Gerechtigkeit werden bei DVB-T2 manche Regionen mittlerweile komplett von der terrestrischen Versorgung außen vor gelassen? Zahlen diese Regionen nicht genauso Gebühren wie alle anderen? Dort geht es sogar um die regional zuständigen Anstalt! Oder mit welcher Begründung wurden jahrelang in Mecklenburg-Vorpommern nur 2 Muxe in DVB-T ausgestrahlt und in ganz Deutschland sonst mindestens 3? Oder selbst DAB. Warum zahlt ein Hörer in Niedersachsen den gleichen Beitrag an den Rundfunk und hat eine deutlich schlechtere Versorgung oder gar keine bei DAB? BTW: Die Mittelwelle (und dessen Einsparpotentiale) wurde im Norden noch vor dem BR abgeschaltet. Wo ist das Geld hin? Ach ja, wieso gibt es so einen ARD Mux denn in Berlin? Ist das gerecht? Soviel zum Thema Gerechtigkeit ...

Die Ballungsräume mit zusätzlichen ARD Programmen zu versorgen ist eben genau aus diesem nur dort sinnvoll, da wirtschaftlich keine bundesweite Abdeckung zu finanzieren wäre. Was ich in diesem Fall auch nachvolziehen kann.


Achso weil nicht alles Okay oder mit rechten dingen bei machen Anstalten läuft rechtfertiges es dann das es noch ungerechter wird? Genial. Du findet es nicht gerricht das der rbb fremde Programme in Berlin verbreitet forderst es indirekt aber schon?! Ist doch eh schon so ein ungleichgewicht zwischen Sadt, Land. Das muß eine ÖR-Anstalt nicht auch noch fördern. Ich finde es ganz ehrlich nicht okay, warum sollten Städte wie München, Nürnberg usw.. die eh schon eine gute DAB+ Programmvielfalt haben dann auch noch als schmankerl von der ördlichen ÖR eien "ARD-Mux" bekommen?.

von Kohlberger91 - am 12.04.2017 16:12
4 Programmen waren in einem 13,27 Mbits Mux in der Tat zu viel. 3 wäre hier das Optimum gewesen. Bei 14,74 Mbits mit GI 1/8 oder 14,93 bei 64 Qam 1/2 waren 4 Programme grenzwertig.

Man darf bei DAB im Gegnesatz zu UKW auch den höheren Frequenzbereich mit der Dämpfung nicht vergessen.Außerdem muss man natürlich berücksichtigen, in welcher Höhe hängen die DAB Antennen im Bezug auf UKW.

von H_Deutsch - am 12.04.2017 16:19
Zitat
Jens1978
Meines Wissens nach wurde aber später auch der Abstrahlwinkel der UHF Antenne beim Gaisberg Richtung Westen (quasi die Elevation) etwas nach unten korrigiert, d.h. Richtung Horizont die Leistung reduziert. Spätestens bei DVB-T war das der Fall, meine aber bereits zu Analogzeiten das mitbekommen zu haben.


Ja, Richtung München gehen effektiv gerade mal 8kW raus vom Gaisberg. Reicht aber halt wegen des exponierten Standorts und praktisch Sichtverbindung immer noch für stabilen DVB-T Empfang aus in München...

von Terranus - am 12.04.2017 17:26
Wisst ihr noch, als der Gaisberg auf dem Ersatzkanal (>60) rund sendete?

von andimik - am 12.04.2017 21:34
Zitat
andimik
Wisst ihr noch, als der Gaisberg auf dem Ersatzkanal (>60) rund sendete?


Ja, der ging bei mir gar nicht gescheit. Lag aber wohl an der K32-Antenne und dem Verstärker, der für so hohe Kanäle nicht ausgelegt war.

von Habakukk - am 26.04.2017 07:29
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