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DAB Digitalradio Forum
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20
Erster Beitrag:
vor 4 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 4 Monaten, 3 Wochen
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Habakukk, Nordlicht2, PEQsche, Winnie2, Japhi, DH0GHU, _Yoshi_, RainerZ, Nordi, Sarstedter, iro

Kanal 13 für DAB+ in Deutschland

Startbeitrag von Habakukk am 31.05.2017 09:41

Das Thema finde ich so interessant, da darf man glaube ich mal einen neuen Thread eröffnen. Gemunkelt wurde ja gestern schon, heute steht es bei SatNews. Ich zitiere das Orakel von SatelliFax:

Zitat
www.satnews.de
Verhandlungen: Kanal 13 für DAB+ in Deutschland?
Da die Nachfrage für DAB+ in Deutschland steigt, könnte es bald weitere Frequenzen für das digital-terrestrische Radio DAB+ geben. Wie SatelliFax auf der Fachmesse ANGA com erfuhr, liefen derzeit Verhandlungen über eine Nutzung des VHF-Kanals 13. Dieser ist in bisher nur in einigen Ländern der CEPT (Conférence Européenne des Administrations des Postes et des Télécommunications) für DAB/DAB+ freigegeben. In anderen Ländern wird er anderweitig genutzt, so bislang auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In Deutschland findet derzeit noch eine Nutzung des Kanals 13 durch die Bundeswehr statt. Er schließt frequenzmäßig oberhalb an den Kanal 12 an, hat aber eine Breite von 10 MHz, weshalb sechs DAB-Blöcke Platz finden. Die Blöcke 13C und 13D besitzen allerdings zueinander einen geringeren Frequenzabstand (guard band) als sonst üblich. Alle handelsüblichen DAB+-Radios sind zum Empfang des Kanal 13 geeignet.

Antworten:

Da wird sich sicher ein Gegenargument aus NRW finde :D

von Nordi - am 31.05.2017 09:45
Mein Gedanke dabei:

Für eine 3. bundesweite, einheitliche Abdeckung steht ja Stand heute kein Kanal zur Verfügung.

Sollte der Kanal 13 tatsächlich freigegeben werden, wäre das doch DIE Chance, sich diesen zu krallen und bundesweit koordinieren zu lassen?

von PEQsche - am 31.05.2017 09:57
Hier im Forum ist ja jemand felsenfest ueberzeugt, dass es den K13 nie geben wird. Na dann schauen wir mal.:-)

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?35326,919810,1410743#msg-1410743

von Nordlicht2 - am 31.05.2017 10:04
Ich fände es gut den Kanal 13 für lokale und regionale Angebote zu verwenden. Aufgrund der höheren Frequenz sind wahrscheinlich die Ausbreitungsbedingungen hier auch etwas anders als z.b. beim 5c.

von Sarstedter - am 31.05.2017 10:18
Hehe, alte Terrestrik Installationen, Verstärker, Bandweichen usw. nehmen hoffentlich Band III bis ca. 240 MHz...

von RainerZ - am 31.05.2017 10:19
Nein, selbst aktuelle DAB+ Bandpassfilter und Antennenverstaerker gehen eigentlich nur bis 230 MHz. Ich empfange den 13B damit aber regelmaessig und auch schon mal die Norweger auf 13F. Wieviel 'Verlust' man dabei hat und ob ueberhaupt waere mal interessant. Koennte ich mal bei meinem Verstaerker ausmessen, wenn DK wieder geht.
Die Sendetechnik inklusive der Sendeantennen geht aber immer bis 240MHz. Genau wie alle DAB+ Radios, auch die in Autos. Insofern it es wenn dann nur ein Problem fuer uns DXer, die meinen DAB+ ueber Hausverkabelung empfangen zu muessen.:-)

Vielleicht findet man einen Kompromis, gibt z.B. nur die Kanaele 13A und 13B frei.

von Nordlicht2 - am 31.05.2017 10:31
Das wäre einerseits super, man könnte auch eine weitere nationale Bedeckung schaffen. Andererseits würde mir das meine Skandinavienempfänge verbauen.

von Japhi - am 31.05.2017 10:42
Zitat
PEQsche
Mein Gedanke dabei:

Für eine 3. bundesweite, einheitliche Abdeckung steht ja Stand heute kein Kanal zur Verfügung.

Sollte der Kanal 13 tatsächlich freigegeben werden, wäre das doch DIE Chance, sich diesen zu krallen und bundesweit koordinieren zu lassen?

Die Frage ist halt, wie es in unseren Nachbarlandern mit diesem Frequenzbereich steht. Vielleicht gibt es einige Regionen Deutschlands, in denen man den K13 trotzdem nicht für DAB+ verwenden kann, weil das Nachbarland in dem Frequenzbereich irgend etwas anderes am Laufen hat. Dann dürfte es schwierig mit einer Nutzung für weitere bundesweite Multiplexe aussehen.

Aber grundsätzlich wäre das eine tolle Nachricht, da man v.a. auf lokaler/regionaler Ebene auch noch ein wenig flexibler wäre.

Ich frage mich nur, woher das so plötzlich kommt? Plant die Bundeswehr die Aufgabe der Nutzung dieses/des benachbarten Frequenzbereiches? Ich habe ja auch schon vor einiger Zeit davon gehört, dass die Leistungsbeschränkungen im K12 angeblich wegfallen sollen, was irgendwie auch darauf hindeuten könnte.

von Habakukk - am 31.05.2017 10:53
@Habakukk

sind die Leistungsbeschränkungen nicht eh schon weggefallen?

Wenn man z.b. an den alten 12D in Bayern denkt, da waren doch auch schon oftmals Leistungen von bis zu 10 KW gang und gäbe?

Ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass es schon Mitte der 2000er klar war, dass das möglich ist bzw. weggefallen war...

von PEQsche - am 31.05.2017 10:59
Denkbar wäre natürlich auch, dass man den K13 künftig nur abseits von irgendwelchen Standorten/Übungsplätzen der Bundeswehr/NATO nutzen darf, und mit entsprechender Klausel, dass unter bestimmten Bedingungen (z.B. Verteidigungsfall) der DAB-Betrieb einzustellen ist. Sowas könnte ich mir durchaus vorstellen.

Es wäre schon interessant, wie das ganze in Skandinavien und Italien geregelt ist, wo der K13 tlw. trotz NATO-Mitgliedschaft genutzt wird.

von Habakukk - am 31.05.2017 11:01
Für bundesweit fällt 13B doch schon mal raus, da bereits im Nachbarland Dänemark landesweit verwendet.
Bei den anderen 5 Kanälen muss man ebenfalls schauen, was die Nachbarländer für Ansprüche auf militärische oder zivile Nutzung erheben und ob Kanal 13 nicht vielleicht nur im Landesinneren sowie S.H. benutzbar ist. Aber auch das wurde ja schon weiterhelfen.

von iro - am 31.05.2017 11:02
Zitat
PEQsche
@Habakukk

sind die Leistungsbeschränkungen nicht eh schon weggefallen?

Wenn man z.b. an den alten 12D in Bayern denkt, da waren doch auch schon oftmals Leistungen von bis zu 10 KW gang und gäbe?

Ich meine mich dunkel erinnern zu können, dass es schon Mitte der 2000er klar war, dass das möglich ist bzw. weggefallen war...

Soweit ich weiß, musste die Bayerndigitalradio aber für jeden einzelnen Standort mit der Bundeswehr verhandeln, und z.B. in der Oberpfalz rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr war mehr Leistung (z.B. am Ochsenkopf oder in Hirschau) gar nicht möglich.

Deshalb hat man dann ja noch den Wechsel von 12D nach 10D angestoßen, weil höhere Leistungen im 12D längst nicht überall möglich waren.

Kurz nach dem Wechsel auf 10D habe ich aber das Gerücht gehört, dass man im K12 gar keine Beschränkungen mehr hätte (also auch nicht mehr einzeln aushandeln müsste). Ich weiß noch, dass ich mir damals dachte, dass der Wechsel nach 10D dann ja ganz umsonst war.

Aber wie gesagt, das war ein Gerücht... Was wirklich dran war, weiß ich auch nicht.

Aber es würde zu dem passen, dass man nun auch über die Nutzung des K13 verhandelt. Und es passt auch zu den kürzlich neu angefragten 12D-Koordinierungen mit bis zu 25kW.

von Habakukk - am 31.05.2017 11:09
Der 13B würde im Zweifelsfall wohl auch Deutschlandweit funktionieren, da in DK "nur" im Norden verwendet.

von Japhi - am 31.05.2017 11:27
Der Frequenzbereich 230 bis 400 MHz wird doch nicht ausschliesslich von der Bundeswehr genutzt, das ist ein NATO Frequenzband, dieser dürfte sicherlich auch von den stationierten US-Truppen genutzt werden.
Dass diese Frequenzen auch für Funkverbindungen zu Flugzeugen genutzt werden vereinfacht die Sache mit der Umwidung für DAB+ nicht wirklich.

von Winnie2 - am 31.05.2017 13:04
Zitat
Nordlicht2
Hier im Forum ist ja jemand felsenfest ueberzeugt, dass es den K13 nie geben wird. Na dann schauen wir mal.:-)

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?35326,919810,1410743#msg-1410743


Ich sehe das auch so.
Das MIL-Band ist proppevoll, und man hat schon Bereiche an TETRA verloren.

von DH0GHU - am 31.05.2017 13:55
Es geht nur um den Bereich 230 - 240 MHz, nicht um 240 - 400 MHz.
Laut Frequenzplan der BNA sind die 230 - 240 MHz ausschliesslich fuer militaerische Funkuebertragungen vorgesehen. Die Frage ist halt, ob das Militaer, die NATO, auch in Deutschland ohne diesen Bereich auskommen koennte, bzw. bereit ist darauf zu verzichten. Genau darueber scheint man verhandeln zu wollen. In Denmark und Norwegen geht es auch schon ohne.
12B sendet inzwischen auch in Flensburg mit 5 kW. Da kam also auch im Norden Bewegung hinein und die 1kW Begrenzung, selbst fuer 12A wurde aufgehoben.
Wie das moeglich wurde, ob nur Bedenkentraeger ihren Widerstand aufgegeben haben oder das Militaer neue Technik verwendet oder auf anderen Frequenzen sendet, waere mal interessant zu wissen.

von Nordlicht2 - am 31.05.2017 14:05
Zitat
DH0GHU
Zitat
Nordlicht2
Hier im Forum ist ja jemand felsenfest ueberzeugt, dass es den K13 nie geben wird. Na dann schauen wir mal.:-)

http://radioforum.foren.mysnip.de/read.php?35326,919810,1410743#msg-1410743


Ich sehe das auch so.
Das MIL-Band ist proppevoll, und man hat schon Bereiche an TETRA verloren.


Hast du schon mal was anderes zwischen 230 und 240 MHz funken sehen als DAB? Ich nicht und wenn immer der 13B oder die Norweger gehen, funktionieren die absolut stoerungsfrei. Das nicht nur in SH. Daher ist es halt die Frage, ist das Militaer Band wirklich proppevoll oder ist der Frequenzbereich fuer seltene Eventualitaeten reserviert. Kann man die 'Reservierungen' durch mehr Effizienz optimaler nutzen und auf einen kleinen Bereich verzichten.

von Nordlicht2 - am 31.05.2017 14:11
Ist der Bereich nicht auch für den Internationalen Flugfunk reserviert?
Teilweise senden da auch die ganzen Mill. Satelliten.

von _Yoshi_ - am 31.05.2017 16:43
Zitat
Nordlicht2
Es geht nur um den Bereich 230 - 240 MHz, nicht um 240 - 400 MHz.


Richtig, aber 230 bis 240 MHz gehört zum NATO Frequenzband, genau wie 240 bis 400 MHz.

Zitat
Nordlicht2
Laut Frequenzplan der BNA sind die 230 - 240 MHz ausschliesslich fuer militaerische Funkuebertragungen vorgesehen. Die Frage ist halt, ob das Militaer, die NATO, auch in Deutschland ohne diesen Bereich auskommen koennte, bzw. bereit ist darauf zu verzichten. Genau darueber scheint man verhandeln zu wollen.


So verstehe ich das ebenfalls. Die Frage ist hier allerdings wie groß die Frequenznutzungsansprüche der hier stationierten US-Streitkräfte sind. Britische Streitkräfte dürften in Deutschland mittlerweile keine Rolle mehr spielen. Französische Streitkräfte sind bereits abgezogen worden.

Zitat
Nordlicht2
Wie das moeglich wurde, ob nur Bedenkentraeger ihren Widerstand aufgegeben haben oder das Militaer neue Technik verwendet oder auf anderen Frequenzen sendet, waere mal interessant zu wissen.


Ich frage mich ohnehin weshalb die NATO in den skandinavischen Ländern auf die Frequenzen 230 bis 240 MHz verzichten kann u. es in Deutschland bislang nicht konnte.
Meiner Vermutung nach nutzen die US-Streitkräfte diese Frequenzen.

Zitat
_Yoshi_
Ist der Bereich nicht auch für den Internationalen Flugfunk reserviert?
Teilweise senden da auch die ganzen Mill. Satelliten.


Laut Frequenznutzungsplan läuft da nur militärischer Flugfunk über diese Frequenzen. Kann auch Flugfunk oder Datenfunk über Satelliten sein.

von Winnie2 - am 31.05.2017 17:51
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