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DAB Digitalradio Forum
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Letzter Beitrag:
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Rossi68, UM74, Nordlicht2, Eheimz, Chris4981, Cha, electroSMOG, Thomas (Metal), Ingo-GL, Kohlberger91, iro

Gedankenspiel

Startbeitrag von UM74 am 15.07.2017 20:02

Mal ein rein theoretisches Gedankenspiel...

Es ist hier allgemein bekannt das DAB+ abgestrahlt von exponierten Standorten eher kontraproduktiv ist, weil es dann zu Störungen/Laufzeitproblemen kommt.

Angenommen ein DAB-Bouquet wird nur von einem Standort mit einer hohen Leistung abgestrahlt,also z.B.vom Säntis mit vollen 25 od.50 KW nach Norden.
Das sollte doch in weiten Teilen BWs für flächendeckenden Empfang reichen.Entweder direkt oder via Reflektionen.Das in hohen bzw.empfangsgünstigen Lagen dann sehr stark ankommende Signal sollte doch für zig Reflektionen bis in z.B.Schwarzwaldtäler sorgen.

Ok,irgendwann wird die Feldstärke Richtung Norden zu gering,aber das sollte dann schon spürbar nördlich von Stuttgart sein.

Deutlich besser als z.B.UKW,zumindest im näheren und mittleren Entfernungsbereich.

Oder was denkt ihr darüber ?

Antworten:

Nein. Das Thema Reflexionen wird überbewertet. Es ist keinesfalls so daß Reflexionen grundsätzlich Füllsender ersetzen, in mancher Diskussion könnte man den Eindruck gewinnen. Im Gegensatz zu UKW stören sie nicht durch Verzerrung.
Der Ansatz bei DAB mit einem Indoor-Empfang wird man mit nur einem solchen Senderstandort nicht gerecht. Das wäre Dachantennenempfang.

von Thomas (Metal) - am 15.07.2017 20:25
In Täler, die quer zur Ausbreitungsrichtung liegen, kommt die Welle im Allgemeinen nicht durch Reflexion sondern durch Beugung. Die Dämpfung bei Beugung steigt mit der Frequenz, ist also bei DAB höher als bei UKW. Zum Vergleich kann man den scharfen Schatten betrachten, den Gegenstände im vergleichsweise kurzwelligen Licht werfen. Den graduellen Hell-Dunkel-Übergang wird man allenfalls mit Hilfe von Lupe oder Mikroskop bemerken. Eventuelles Restlicht im Schatten gelangt durch Streuung dorthin. Und bei den rau(h)en bewachsenen Oberflächen der Schwarzwaldtäler ist vermutlich auch die Reflexion oder Streuung weniger stark ausgeprägt als in Alpentälern.

von Ingo-GL - am 15.07.2017 21:09
Beobachtet mal die Pegelanzeige des Empfaengers vor einer Autobahnbruecke wenn der Sender hinter euch ist. Kurz vor der Bruecke springt die Anzeige kurz paar Balken nach oben.
Das gleiche kann man an Erdhaengen beobachten, wenn der Sender von diesen reflektiert wird. Im Vergleich zu ebenerdigem Gelaende gibt es gerne mal einige Balken mehr, sobald man an einem Erdhang vorbei faehrt. Auch vor hohen Gebaeuden funktioniert das Spiel. Fuellsender ersetzt das nicht, wenn der Pegel grundsaetzlich sehr niedrig ist, da die Verbesserungen durch Reflexionen eher gering ausfallen. Im Gebirge mag es aber deutlicher sein.

Sendet man von nur einem Standort mit hoeher Leistung, muesste sicher gestellt sein, dass wirklich ueberall wo es Abschattungen gibt, diese ueber Reflexionen an hinter der Abschattung liegenden Bergen gefuellt werden. Das aber ist auf Grund der ueberall sehr unterschiedlichen Topografie kaum sichergestellt. Dazu muss man sich nur allgemein das Nord Sued Gefaelle ansehen und mit einem Geoprofiler spielen.

von Nordlicht2 - am 15.07.2017 22:28
Meiner Meinung nach könnte man mit hoher Leistung auf einen hohen Berg gut ein Flachlandregion versorgen, der Nahbereich hätte nicht unbedingt was davon. Beste Beispiel wäre der Hohe Borgen zu nennen, der geht weit raus wo es flach ist, im Nachberreich ist er weniger gut. Reflexionen ist auch nicht immer gleich Empfang, wenn das Signal von einer oder mehreren Seiten mit zu großer Laufzeiten und oder zu verzehrt ankommen kann indoor es je nach Fehlerschutz der Programme der Empfänger nichts mehr dekoriert werden. Feldstärke vorhanden aber nicht verwertbar. Meiner Meinung würde ein Lokalmux für Flachlandregion X in X Km vom z.B Wendelstein mit entsprechenden Power sogar funktioniern nur da stelle ich mir halt die Wirtschaftkeit in frage und frage mich ob es nicht Wirtschaftlicher für den Lokalmuxbetreiber wäre mit weniger power direkt in der Region X zu senden. Natürlich kommt es auf das Gebiet an. Wenn ich mit einen Sender mit 50kW mal eben eine komplett Flachlandregion versorgen kann wo man direkt vor Ort mehrere 10kW brauchen würde, dann wäre der Berg Wirtschaftlicher. Aber wo hat man das in Deutschland schon wo es ein Berg gibt und das umgebende Land mal eben im Radius von X km schön flach wäre.

von Kohlberger91 - am 16.07.2017 07:44
Stellen wir halt nen 250KW DAB-Sender auf die Zugspitze und schauen was passiert :rp:

Interessant wäre es sicherlich, wenn auch mehr als unrealistisch. Mit Sicherheit wären sehr große Bereiche versorgt, aber bestimmt sehr verstreut.

Es könnte ja mal einer ne Karte anfertigen wenn jemand Lust hat.

von electroSMOG - am 16.07.2017 10:34
Warum nicht, dann hab ich die Bayern bei Ueberreichweiten auch an der Ostseekueste, so wie wenn auch sehr selten die Norweger. Muesste der Kanal fuer ganz Deutschland frei gehalten werden. Der 5A bietet sich dafuer an.:rp:

von Nordlicht2 - am 16.07.2017 10:39
Zitat

Stellen wir halt nen 250KW DAB-Sender auf die Zugspitze und schauen was passiert :rp:

Und dann schauen wir mal, was bei Tropo passiert... wo der Zugspitzensender ja meist oberhalb der Inversions"schicht" liegt und daher an dieser in Richtung Weltraum reflektiert wird.

von iro - am 16.07.2017 13:55
Zitat
iro
Zitat

Stellen wir halt nen 250KW DAB-Sender auf die Zugspitze und schauen was passiert :rp:

Und dann schauen wir mal, was bei Tropo passiert... wo der Zugspitzensender ja meist oberhalb der Inversions"schicht" liegt und daher an dieser in Richtung Weltraum reflektiert wird.


Dann eben auf den Brocken! :hot:

von Cha - am 16.07.2017 14:54
Meiner Meinung nach macht dies keinen Sinn. Man muss auch an die Nachbarländer denken die eventuell auf den gleichen Frequenzen senden. Sicher der Empfang im Nahbereich wäre gewährleistet. Aber je weiter man vom Sender entfernt liegt, desto störanfälliger wäre der Empfang. Ob z.B. die Gebiergstäler ohne Füllsender optimal versorgt sein würden, sei ebenfalls fraglich.

von Rossi68 - am 16.07.2017 18:05
Könnte man ja mal spaßeshalber auf Radio Mobile mal durchlaufen lassen...

von Eheimz - am 16.07.2017 20:07
Das wichtigste bei dieser Sache,die Reflektionen sieht man ja leider nicht bei Radiomobile.

Danke für eure bisherigen Meinungen dazu.

von UM74 - am 16.07.2017 21:20
Den BR im Norden zu hören könnte terrestrisch mal ein Thema werden. Hat man sich schon mal Gedanken gemacht, was mit der MW einmal passieren wird, wenn diese mal komplett abgeschaltet wird? Diese Frequenzen wären für einen weiteren Digital Ausbau europaweit durchaus denkbar. :cheers:

von Rossi68 - am 17.07.2017 00:34
Ja, die Zugspitze.... wie weit doch z.B. Radio Tirol kommt mit dem bisschen Power..... schon ein toller Standort.

von Chris4981 - am 17.07.2017 03:29
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