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DAB Digitalradio Forum
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DAB - Sendeanlagen und Reichweite

Startbeitrag von FelixNRW am 10.05.2011 12:59

Ich möchte speziell in Bezug auf Reichweite und Sendeanlagen diesen Thread eröffnen.
Hier sollen nur die Sendeanlagen mit Reichweitencharakteristik veröffentlicht werden.

(Sollte es dies hier schon geben bitte löschen - ich habe es nicht gefunden)

Antworten:

Ich möchte das Thema gern um die Reichweite ausländischer Sender erweitern (konkret: wie weit strahlen die niederländischen Sender nach Deutschland).

von Staumelder - am 10.05.2011 16:16
Die Reichweiten für meinen Standort (Bonn) bezogen sind folgendermaßen:

12 D: Bonn (Venusberg) im Stadtgebiet O = 5, außerhalb von Bonn an der Stadtgrenze schon deutlich schwächer

12 A: Koblenz kommt nur an deutlich exponierten Stellen mit Blick nach Süden rein und dann keineswegs stabil.

Belgien und Niederlande: keine Chance

Habe mal in Eupen (BE) gescannt. Dort kommt Aachen noch sehr gut und Liége. Aus den Niederlanden (obwohl es nur etwa 15 km von der Grenze entfernt ist) kam auch nur an exponierten Standorten ein Paket rein.

Auf der Fahrt zurück war in Aachen bereits mit Belgien Schluss.

von Manuel M. - Bonn - am 11.05.2011 09:59
In Gerwisch kommt 12A vom Drachenberg Niedersachsen mit ca 30 bis 60% an. (Je nach Empfänger und Standort im Dorf)

12C zu 100% Magdeburg Fohrser Berg.
12D aus Brandenburg reicht nur bei sehr guten Empfängern an 2 Stellen im Dorf zum einlesen der Sender.

8C aus Berlin geht in Gerwisch nicht. Aber im Wald bei Lostau (nahe Gerwisch) ist Empfang möglich.

Mein empfänger ist der DPR99+
QTH Gerwisch

von DABM - am 11.05.2011 12:54
Ich kriege hier am Mittelpunkt der EU in Meerholz, Barbarossastadt Gelnhausen stationär und mobil
12C Hessen, Entfernung zum Sender ca. 50 km
12D Bayern, Entfernung zum Sender ca. 25 km
In höheren Lagen am Waldfriedhof am Fuß des Heiligkopf kommt dann auch noch 12A RLP durch, nächster Sender müsste in der Mainzer Gegend sein, also an die 100 km entfernt.
Empfänger stationär Clint L1 Loki an Band-III-Antenne
Empfänger mobil MPman CMU 70+ mit Magnetfußantenne
Gruß
Reinhold


von Reinhold Heeg - am 11.05.2011 14:10
12D Brotjacklriegel: Autobahnausfahrt Ámstetten West und noch einige km nach Osten (Niederösterreich)
11D Wendelstein: Region Steyr Oberösterreich

12A und 12D Kronplatz, Südtirol: Lienz, Osttirol

11A Ingolstadt: Felbertauerntunnel Nordportal (Land Salzburg)

von delfi - am 11.05.2011 15:09
Vielleicht gibt es ja auch schon Reichweitenkarten (ähnlich Radiomobile?) von diversen Sendeanlagen?!

von FelixNRW - am 12.05.2011 09:21
Zitat
FelixNRW
Vielleicht gibt es ja auch schon Reichweitenkarten (ähnlich Radiomobile?) von diversen Sendeanlagen?!


Ich hatte neulich mal für mich eine DAB-Karte des saarländischen Muxes auf 8B mit Radiomobile erstellt. Ich werde mal überprüfen, ob diese Berechnungen sich mit der Realität decken.
[img2]http://www.ukwtv.de/temp/dab_8b_saar.png[/img2]

von oli84 - am 12.05.2011 14:49
Mit meinem Sangean DPR-65 geht auf der A9

Berlin 8C bis kurz vor Landesgrenze Barndenburg / Sachsen Anhalt (Parkplatz Hagen)
Berlin 12C bis Ausfahrt Köselitz (B107).

An beiden Stellen war Sachsen Anhalt auf 12C gerade noch möglich

von MOL_SRB - am 16.05.2011 06:49
12c ist Lu. Wittenberg.

12c Berlin?? Was ist den da? Du meinst bestimmt 12d.
Kommt 12d nicht aus Potsdam / Michendorf ?

von DABM - am 16.05.2011 07:25
Pardon, ja 12D. So weit ich weiß, ist in Brandenburg alles abgeschaltet und 12D kommt nur noch vom Alexanderplatz in berlin

von MOL_SRB - am 16.05.2011 10:54
Mal ne Frage an die Experten der DAB-Technik:

Warum sendet man maximal mit 10KW bei DAB und nicht zum Beispiel von mehreren Exponierten Standorten mit 100KW wie bei UKW?






von electroSMOG - am 17.05.2011 18:41
Weil das nicht nötig ist, um die notwendige Versorgung zu erreichen.
Außerdem würde man von exponierten Standorten mit solchen Sendeleistungen (auch schon bei 10 kW) das Gleichwellennetz (SFN) "kaputt" machen. Empfänger, die dann weit weg von diesem exponierten Standort sind und auch Signal von Sendern empfangen, an denen sie deutlich näher sind, könnten den Multiplex nicht dekodieren, da beide Sender mit einem zu großen zeitlichen Unterschied beim Empfänger ankommen. Bestes Beispiel: 11D hat auf dem Wendelstein aus genau diesem Grund nur 4 kW.

von DigiAndi - am 17.05.2011 18:45
weil DAB wie DVB-T zum einen eine digitale Technik ist, die mit weniger db Werten auskommt.

Zweitens sind der unterschied zwischen 50 kw und 100 kw bei einem Einzelsender nur 3 db. 2 50 kW Sender erreichen aber eine höheres Gebiet im SFN Modus.

Die 10 kW sind zum Teil schon überdimensioniert, auch mit den aktuellen Leistungen ist schon ein sehr guter Empfang möglich in den Kerngebieten.

von Marcus. - am 17.05.2011 18:45
Zitat
DigiAndi
Außerdem würde man von exponierten Standorten mit solchen Sendeleistungen (auch schon bei 10 kW) das Gleichwellennetz (SFN) "kaputt" machen. Empfänger, die dann weit weg von diesem exponierten Standort sind und auch Signal von Sendern empfangen, an denen sie deutlich näher sind, könnten den Multiplex nicht dekodieren, da beide Sender mit einem zu großen zeitlichen Unterschied beim Empfänger ankommen


Das leuchtet mir ein, vielen Dank!

Gibt es da eine Faustregel welchen Zeitversatz (also KM unterschied) DAB verträgt?



von electroSMOG - am 17.05.2011 19:03
So genau weiß ich's leider nicht. Steht wahrscheinlich irgendwo im ETSI Standard, in dem DAB definiert ist:
http://www.etsi.org/deliver/etsi_en/300400_300499/300401/01.04.01_40/en_300401v010401o.pdf

von DigiAndi - am 17.05.2011 19:05
Zitat
DigiAndi
So genau weiß ich's leider nicht. Steht wahrscheinlich irgendwo im ETSI Standard, in dem DAB definiert ist


Hab' da gerade mal grob drübergeschaut und zu der Entfernung leider nichts gefunden. Bin kein wirklicher Fachmann auf dem Gebiet - also bitte korrigiert mich, wenn ich das falsch verstanden habe: Auf Seite 168 findet sich was anderes Interessantes:
Und zwar geht es um die «Ratio of out of band power measured in 4 kHz bandwidth to total power in a 1,5 MHz DAB block».
Jeder BAD-Block ist 1,536 MHZ breit. Bei einer Signalstärke von -26 db existiert eine Abweichung von der Mittelfrequenz um 0,77MHZ. Also genau die zulässige breite zu einer Seite des Blocks. Bei bis zu -71db sind es 0,97 MHZ (was wohl der angestrebte tolerierte Wert zu sein scheint). Von dort nimmt es rapide zu auf 1,75MHZ - 3 MHZ bei -106db.
Dann hab' ich folgende Formel gefunden: E = 106,9 + (10 x log ERP[Kw]) - (20 x log d)
Wendet man dies jetzt auf einen 50KW starken Sender an, von dem man d=10Km weg ist, folgt
106,9+16,98-20=103,88db
Bei einer Leistung von 10KW hingegen beträgt der Wert nach dieser Formel nur noch 96,9db.
Bei 10KW und 40 Km nur noch 84db

Ich denke, diese Berechnung liegt der Leistung der jeweiligen Sender auch zu Grunde, um Nachbarkanalstörungen zu vermeiden. Bei einem 100KW-Sender müsste man im Theoriefall 200Km weg sein, um "nur" noch 80db zu haben [in der Natur natürlich unrealistisch], was nach der Grafik noch etwa 1MHZ Abweichung von der Mittelfrequenz bedeuten würde und somit noch mächtig in den Nachbarkanal reinstört.



von Erzengel - am 18.05.2011 01:01
Mich interessiert die Reichweite von DAB auch brennend, gerade vom neuen Bundesmux. Ich habe mal ein wenig mit RM gespielt, hier mein Zwischenergebnis, vielleicht könnt ihr Erfahrungsberichte (sofern man das schon so sagen kann) dazu geben:


Beispiel mit den Sendern Venusberg, Colonius, Langenberg, Feldberg, Kastel, Europaturm, Schocksberg und Königstuhl.

Vorausgesetzt wurden Rundstrahlung und, dass die DAB-Antenne genau auf UKW-Antennenhöhe hängt. Haben wir hier bessere Werte?

blau = coverage indoor
gelb = coverage outdoor



Download PNG, volle Auflösung, ~16 MB

von m83 - am 27.05.2011 08:28
Ich war heute in der Nähe von Bad Freienwalde, ca. 50 km Luftlinie nordöstlich von Berlin Alexanderplatz entfernt. Das Gelände ist für norddeutsche Verhältnisse relativ bergig. Mit meinem Sangean DPR-65 ging 12D vom Alex praktisch nicht mehr, aber die 8C, deren Sendestandort ja noch ca. 15km weiter westlich liegt, war noch ordentlich zu empfangen. Offensichtlich macht sich hier doch die niedrigere Frequenz schon sehr deutlich bemerkbar

von MOL_SRB - am 27.05.2011 15:47
Der maximal mögliche Senderabstand hängt wie bei DVB-T vom Guard-Intervall ab. Der bei DAB im Band 3 übliche Mode 1 erlaubt Senderabstände von 60 km. Siehe http://www.bayerndigitalradio.de/digital-radio/verbreitung/netz/netztechnik/
Sender, die weiter weg sind, sind potentielle Störer. Nun gibt es in einem großflächigen Sendernetz unvermeidlich Sender, die viel weiter weg sind, als diejenigen, deren Signal ein Empfänger hauptsächlich empfängt. Es muss dann sicher gestellt sein, dass die Feldstärke der potentiell störenden Sender am Empfangsort hinreichend niedrig ist im Verhältnis zu den örtlichen zuständigen Sendern, damit sich die Störung praktisch nicht auswirkt. Durch ausgeklügelten Zeitversatz (transmitter offset delay) an einzelnen Sendern kann man das Netz optimieren. Für das bayerische Netz 12D gibt es eine Schautafel, in der der individuelle Delay der Senderstandorte dargestellt ist. Leider habe ich diese Tafel bisher nur als Zitat in einem Buch gefunden, nicht im Internet.

Nachtrag:
Die Weglängendifferenz darf 60 km überschreiten. Die theoretische Grenze liegt bei 100 km (siehe meinen Beitrag weiter unten). In den Modellrechnungen für die Wellenkonferenz RRC Genf 2006 hat man allerdings mit Senderabständen von 60 km gerechnet.

von Ingo-GL - am 27.05.2011 18:28
Zitat

Der maximal mögliche Senderabstand hängt wie bei DVB-T vom Guard-Intervall ab. Der bei DAB im Band 3 übliche Mode 1 erlaubt Senderabstände von 60 km. Siehe http://www.bayerndigitalradio.de/digital-radio/verbreitung/netz/netztechnik/
Sender, die weiter weg sind, sind potentielle Störer. Nun gibt es in einem großflächigen Sendernetz unvermeidlich Sender, die viel weiter weg sind, als diejenigen, deren Signal ein Empfänger hauptsächlich empfängt. Es muss dann sicher gestellt sein, dass die Feldstärke der potentiell störenden Sender am Empfangsort hinreichend niedrig ist im Verhältnis zu den örtlichen zuständigen Sendern, damit sich die Störung praktisch nicht auswirkt. Durch ausgeklügelten Zeitversatz (Delay) an einzelnen Sendern kann man das Netz optimieren.

Ich bin schon gespannt, ob es beim Ausbau des BR-Netzes hinahaut die Standorte Augsburg, München, Wendelstein und Grünten in Einklang zu bringen. Auf 12D hat man ja noch den Hohenpeißenberg und einen Sender im südlichen Landkreis Augsburg, die Störsignale durch starke lokale Präsens ausgleichen können.

von Zwölf - am 27.05.2011 20:24
Zitat
m83
Mich interessiert die Reichweite von DAB auch brennend, gerade vom neuen Bundesmux. Ich habe mal ein wenig mit RM gespielt, hier mein Zwischenergebnis, vielleicht könnt ihr Erfahrungsberichte (sofern man das schon so sagen kann) dazu geben:


Beispiel mit den Sendern Venusberg, Colonius, Langenberg, Feldberg, Kastel, Europaturm, Schocksberg und Königstuhl.


Ein freund war gestern bei mir daheim, der hat in seinem Auto ein Radio ein Gerät eingebaut das DAB empfangen kann.

Den venusberg hat er empfangen, aachen, Lüttich, Langenberg, stellenweise, Köln? Kam nix an wurde nur was eingelesen

Feldberg Taunus konnte er was empfangen, wenn auch nicht ohne Abbrüche.

Der Klang ist zwar erheblich besser, aber durch Miserablen Empfang, oft Unterbrechungen beim Fahren,allenfalls was für ein Stationäres gerät!



von Rheinländer - am 28.05.2011 06:18
Zitat Rheinländer :

" Ein freund war gestern bei mir daheim, der hat in seinem Auto ein Radio ein Gerät eingebaut das DAB empfangen kann. "

Hat Er auch die Antenne entsprechend umgebaut / angepasst um die DAB Frequenzen optimal
zu empfangen ? Das ist extrem wichig. Dürfte aber bekannt sein...

Zitat Rheinländer :

" Der Klang ist zwar erheblich besser, aber durch Miserablen Empfang, oft Unterbrechungen beim Fahren,allenfalls was für ein Stationäres gerät! "

Das kann mit der Antenne zusammenhängen und mit den immer noch zu geringen Sendeleistungen.

Ich habe hier den Sender Witthoh auf DAB, aus Baden- Württemberg auf Frequenzblock 12 B ERP 1 Kw aus 110 Km
Entfernung per Reflektion an den Liechtensteiner Alpen.

Der Empfang ist Stationär einwandfrei ( 4 Element Richtantenne auf das Reflektierende Bergmassiv )
Auch Mobil geht es Ausserorts einwandfrei Innerorts gibt es Empfangslöcher.
Auf den Wichtigsten Wegstrecken habe Ich immer Beifahrertauglichen Mobilempfang.
Allerdings mit Aktiver Dachantenne. Diese ersetzte infolge Umbau die vorhandene nicht DAB
Empfangstaugliche ( Empfing kein Band III ) Originalantenne.

Das " Hausensemble " auf 12 C wiederum geht so stark das Behelfsantennen genügen.
Dessen Sender ist 15 Km von hier entfernt und hat 4 Kw ERP bei freier Sicht.
läuft sogar in der Waschstrasse bei abgenommenem Antennenstab.
MfG Det.

von RADIO354 - am 28.05.2011 08:26
Richtig, RADIO354, Antenne ist das A und O. Ohne eine vernünftige Antenne kann man Radioempfang, egal ob analog oder digital, vergessen. Mit meinem MPman musste ich auch lange kämpfen, bis ich die richtigen Antennen gefunden hatte. Ein Kollege vom RMRC, der das Radio gestern Abend nach dem Stammtisch in Augenschein genommen hat, hat dem MPman recht gute DX-Eigenschaften bescheinigt. Das MPman kann zwar mit einem Gerät wie bsp. dem Woodstock nicht mithalten, aber die Trennschärfe macht es wieder wett.
@Rheinländer: Was war das denn für ein DAB-Autoradio? Nur mal so aus Neugier.
Schönes Wochenende
Reinhold

von Reinhold Heeg - am 28.05.2011 09:29
Zitat
m83
..., vielleicht könnt ihr Erfahrungsberichte (sofern man das schon so sagen kann) dazu geben:

Beispiel mit den Sendern Venusberg, Colonius, Langenberg, Feldberg, Kastel, Europaturm, Schocksberg und Königstuhl.


Für den mobilen DVB-T-Empfang kann ich weitgehend den blauen Indoor-Bereich der wunderbaren Karte bestätigen, die ich mir gerne archiviert habe.
Besonders zwischen K/BN und Feldberg (A3) treffen die Prognosen ziemlich genau zu, wenn auch erfahrungsgemäß etwas enger und grenzwertiger.
Getestet mit vertikaler ANT-350 F (also "Mini-China-Antenne" direkt über dem Autodach) an DK DVB-T1778 mit perfektem Tuner (Stiftung Warentest).

Aber Langenberg (Ausblendung südlich der Linie Aachen...Paderborn) wäre heraus zu rechnen - Wuppertal und Düsseldorf sind kein entsprechender Ersatz.

Der Feldberg/Taunus ist bis in den Raum Heidelberg teils grenzwertig mobil zu empfangen - in der Karte wäre der Sendebereich Königstuhl dazu weg zu denken.
Stationär reicht der Feldberg mit Hilfsantennen bis Ettlingenweier südlich von Karlsruhe und nach Westen mit Hochleistungsantennen bis etwa zur Staatsgrenze.
Die Karte zeigt perfekt den enttäuschenden Mobilempfang auf der A3 nach Bayern, wo kurz nach Aschaffenburg sogar der 100kW-Pfaffenberg nicht klappt.

Auch im Saarland war zumindest vor Jahren der Mobilempfang auf der Autobahn Richtung Pirmasens schlagartig mit "Einfahrt" in die Täler bei Einöd vorbei.
Hier wäre also nach meiner Praxiserfahrung die Reichweite vom Schoksberg (bei DVB-T sogar nebst Göttelborn und Spiesen) deutlich enger zu fassen.
Die Karte macht aber sehr deutlich, dass der hohe Hunsrück eine massive Barriere darstellt, die die Sender des Saarlandes ungewöhnlich stark isoliert.

@m83 - nochmals meinen ausdrücklichen Dank für die wertvolle Karte.

Ergänzung: Haargenau stimmt auch die Prognosekarte für das Rheintal von etwa Bonn bis exakt nach Leutesdorf (kurz vor dem Neuwieder Becken),
weil hier der Venusberg wie eigens dafür ausgerechnet ganz wunderbar ins Tal strahlen kann.

von Karl Kaiser - am 28.05.2011 10:12
An Stellen wo in Thüringer Wald vorher nur 11D aus Nürnberg kam geht seit der Einschaltung Würzburgs auch alles deutlich besser. Genauso ist es auf des Stecke Schwäbisch Hall bis Stuttgart.Wenn sich 10kW Sender in grosser Entfernung so stark stören sollten gäbe es ja hier ideale Bedingungen dafür, aber es ist eben definitv auch da besser. Gerade wenn ich bei Ilmenau den deutlich weiter entfernten Nürnberger erst hatte und mit der Einschaltung von Würzburg es dann gering besser wurde. Ich will natülich hier nichts in Frage stellen, die Netzbetreiber werden schon wissen was sie tun.

von pomnitz26 - am 28.05.2011 10:20
Zitat
Rheinländer
Ein freund war gestern bei mir daheim, der hat in seinem Auto ein Radio ein Gerät eingebaut das DAB empfangen kann.

Den venusberg hat er empfangen, aachen, Lüttich, Langenberg, stellenweise, Köln? Kam nix an wurde nur was eingelesen
Feldberg Taunus konnte er was empfangen, wenn auch nicht ohne Abbrüche.
Der Klang ist zwar erheblich besser, aber durch Miserablen Empfang, oft Unterbrechungen beim Fahren,allenfalls was für ein Stationäres gerät!

Die Antenne hat wohl einen Wackelkontakt.

NRW 12D:
An einer Antenne auf dem Autodach ist das NRW-Ensemble im Raum Lohmar ohne Unterbrechungen zu empfangen. Es kann allenfalls sein, dass in engen Straßen vereinzelt Kabellecks stören.
Aachen, Köln und Langenberg kann man nicht unterscheiden. Anders als bei DVB-T gibt es bisher nur einen einzigen DAB-Multiplex für ganz NRW, vom DMB-Testsender in Köln mal abgesehen.

12C:
DAB Hessen 12C (Großer Feldberg) ist in Höhenlagen auf dem Gebiet von Lohmar tatsächlich zu empfangen, allerdings nur in Südost-Hanglagen. An steilen Nordwesthängen ist vielleicht Publieke Omroep (ebenfalls auf 12C) zu empfangen. Ein paar Kilometer nördlich von Lohmar geht das jedenfalls. In Gipfellagen geht auf 12C gar nichts. Die beiden Multiplexe stören sich (dieselbe Situation wie bei DVB-T).

12B:
RTBF DAB (Lüttich) geht in Lohmar bei freiem Blick nach Osten.

12A:
DAB Rheinland-Pfalz (Koblenz) ist zu empfangen, allerdings wackelig wegen des Konflikts mit dem VRT-Ensemble.

von Ingo-GL - am 28.05.2011 16:13
11 B SWR Test Stuttgart: geht beim kleinsten Tropo problemlos an der 7 Elemente Band III Antenne,auf dem Kieferle auch bei Normalbedingungen

11 D BR Ensemble: geht mobil recht gut,einige Aussetzer sind zu verschmerzen,empfangen wirds via Würzburg und Nürnberg.Stationär hatts an der Antenne fast Vollausschlag

12 A Sachsen: seit der Abschaltung von Torfhaus geht der auch mobil hier und da recht gut,vor allem bei freier Sicht gen Osten,bei mir stationär an der Yagi knapp über der Blubbergrenze,aber stabil empfangbar ^^

12 B Thüringen: seit der Bleßabschaltung mobil kein Genuß mehr,gerade in den Tälern,bei mir stationär Vollausschlag an der Yagi,Empfang aus Suhl,bei Tropo bricht der Empfang auch mal zusammen,da stört dann BW .

12 C Sachsen Anhalt: seit der Abschaltung von Hessen merklich besserer Empfang dahier,ständig blubberfreier Empfang möglich,mobil nur bei freier Sicht gen Norden.
Empfang über Brocken bzw Naumburg ???

12 D Bayern: mobiler Empfang recht gut,außer in den Tälern Richtung Norden,da bricht der Empfang schonmal weg,stationär Vollausschlag :)

Empfangsgeräte: Microspot und Woody 52



von Robert S. - am 28.05.2011 18:04
Nachtrag zum Thema maximaler Laufzeitunterschied:

Guard-Interval bei Mode 1 (VHF-DAB): 0,246 ms
Lichtgeschwindigkeit: 300 km/ms
Bei einem Laufwegunterschied von 0,246 ms * 300 km/ms = 73,8 km wird also das Überlappen zweier aufeinander folgender Symbole noch knapp vermieden (Guard-Interval voll ausgenutzt).

Im Buch Digital Audio Broadcasting (Wolfgang Hoeg, Thomas Lauterbach) fand ich allerdings folgende Angaben (für den Mode 1):
Maximale Echolaufzeit (1.2 * Tguard): 0,3 ms
Maximale Ausbreitungswegdifferenz: 100 km
In Klammern ist darunter der Wert "90 km" angegeben, ohne Erklärung.

Durch zeitliches Abstimmen der Sender versucht man die Laufzeitdifferenzen in den Überlappungszonen der Sender möglichst gering zu halten.

von Ingo-GL - am 28.05.2011 22:41
Hallo Robert S,

ich möchte in Hohenfelde bei Rostock das Bundes Mux ab August empfangen.Ich besitze eine Band III Antenne(ehemals Kanal 8) mit 5 Elementen und würde sie nach Lübeck richten. Die 10 KW Sender von Kiel(120 km) und Hamburg(140 km) müssten so mit der Antenne gleichzeitig zu empfangen sein. Was meinst du, gibt es bei diesen Entfernungen noch eine reale Chance?
Der 1 KW Sender aus Schwerin ist schon mit der Stabantenne des Evoke 2 S blubberfrei zu empfangen.

von jug - am 29.05.2011 17:26
Ich würde eher ausprobieren, ob einer der beiden (Kiel oder Hamburg) besser kommt und die Antenne dahin ausrichten. Wenn Schwerin mit 1kW schon an der Stabantenne kommt, dann lieber genau auf einen Bundesmuxstandort richten. Wenn bei 10kW der Bundesmux kommt, wird auch der NDR-Mux von da gehen. Ich würde aber eher auf Kiel tippen, da ist weniger Landschaft, dafür mehr Wasser dazwischen. Einfach ausprobieren.
Die Frage ist nur, ob eine Kanal8-Antenne breitbandig für dein Unternehmen ist ;-)

Viel Erfolg!

von Japhi - am 29.05.2011 19:59
*hochhol*

Nachdem ich mir mal wieder ein DUAL DAB4 zugelegt habe (35¤) war ich heute spontan auf dem Kahlen Asten um dort mal DAB zu scannen. Ergebnis:

5A DR Deutschland (19, Feldberg/Ts 5kW 107km, Vollausschlag)
5C DR Deutschland (19, Dortmund, Langenberg, Bonn, Köln 10kW, ~100km, schlechter als 5A)
11A Rheinland-Pfalz (5 - Linz/Rhein 1kW 110km oder Mainz-Kastel 10kW 132km)
11B DAB Baden-Wuert. (5 - Heidelberg 10kW, 200km)
11D BR Bayern (11Px - Würzburg 10kW 185km)
12A Rheinland-Pfalz (5 - Koblenz oder Hohe Wurzel, 112-123km)
12B DABTHUERINGEN (10 - Inselsberg 0,5kW, 143km)
12C Versuch (2 - Frankfurt/M. 1kW?, 120km)
12C Sachsen-Anhalt (14 - Brocken max 1kW, Ri West wenige Watt, 162km)
12D NRW K12 (8 - Olsberg 18km oder Ederkopf 34km)
jeweils Aussetzerfrei abspielbar nach ein bisschen Positionierung.
13B ??? 0-4 Balken...ich vermute immer noch eine Eigenstörung des Venice7-Moduls.

Insgesamt wurden mir bei einem Full Scan auf der Südseite 84 Programme angezeigt, auf der Nordseite weiß ich es nicht mehr, hier wurde jedoch "Versuch" auf 12C gegen "Sachsen-Anhalt" getauscht und ein paar andere Ensembles waren nicht mehr empfangbar.
Insgesamt also 98 eingelesene Programme, davon natürlich viele doppelt.

Interessant hierbei: Das Kenwood-Autoradio mit Magnetfußantenne auf dem Dach fand ausschließlich 5A und 12D, auch im Manual Tune, und das obwohl die Antenne ca genauso hoch positioniert und zusätzlich Aktiv ist, außerdem hat sie noch die Karosserie als Gegengewicht. Das DUAL empfing sogar einige der mit dem Kenwood nicht eingelesenen Ensembles im Auto mit ausgezogener Teleskopantenne.

Zum Vergleich mit UKW:

Hessen: Alles mit RDS empfangbar - DAB ebenso
NRW: Langenberg/Bonn etc schlecht empfangbar - DAB auch nicht optimal
Thüringen: Inselsberg auf UKW Ortssender, DAB ohne Reserve
Baden-Württemberg: Nicht empfangbar auf UKW, auf DAB knüppelhart (freie DAB-Frequenzen)
Bayern: Auf UKW Kreuzberg, Pfaffenberg und Ochsenkopp empfangbar, Würzburg nicht.
Allerdings kann man auf dem Kahlen Asten UKW nicht mit DAB vergleichen, da UKW so vollgestopft ist, dass einfache Radios gar nichts mehr trennen können, alle 100KHz ein Sender mit RDS, naja, fast ;-) Im Band III herrscht dagegen gähnende Leere, was die Reichweiten ermöglicht.



von Japhi - am 05.11.2011 22:28
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