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DAB(+) in NRW

Startbeitrag von pfennigfuchser am 22.06.2011 13:47

Eine gute Nachricht für NRW. Anscheinend strahlt man jetzt DAB+-Programme als TTest auf 11D aus.

Folgende Kennungen konnte ich einlesen:

WDR2
WDR5
Funkhaus Europa
Einslive digi
WDR Event

Bei WDR2 konnte ich ein Musikstück hören, allerdings in Telefonqualität. Sendestandort ist vermutlich Köln.

Empfang reicht stellenweise bis nach Essen.

Die 50 interessantesten Antworten:

Interessante Grafiken und Fernempfangsmeldungen. ;-)

Ich habe unterdessen noch öfter und länger reingehört und weiter EinsLive zwischen den Streams mit den IDs "TEST 1LIVE" und "TEST 1LIVEDIGGI" verglichen.

Auf Test 1LiveDiggi hört man klar die SBR (Spektralband-Replikation) heraus, so dürfte es sehr sicher AAC+ sein, gesendet mit 96 kbps.

Auf Test1Live hört man genau das nicht, weswegen ich zur recht sicheren Annahme komme, dass es AAC statt AAC+ ist, bei 112 kbps.

Normalerweise nimmt man bei >100 kbps auch kein AAC+ mehr. Andererseits dürften da auch keine großen Unterschiede sein.

Ich runde jetzt mal meine Hör-Erfahrungen etwas detaillierter ab:
Der 112er AAC Stream klingt insgesamt natürlicher und linearer. Die Räumlichkeit und die Nuancen kommen mehr zum Vorschein.
Dafür kann es eher mal dazu kommen, dass Schlieren in den Höhen und schwankende Phasenverschiebungen im Hochtonbereich wahrnehmbar werden.
Diese haben innerhalb den letzten 24h aber deutlich abgenommen.

Der 96er AAC+ Stream klingt relativ sauber, Schlieren, Phasenverschiebungen und ähnliche Effekte treten weniger stark wahrnehmbar auf.
Dafür klingts im oberen Frequenzspektrum unnatürlicher um nicht zu sagen künstlich.
Ausgeprägt ist das nicht, so wird es Lieschen Müller nicht bemängeln.
Etwas Räumlichkeit geht verloren und ingesamt klingt es wie eine dezente Loudness-Funktion.

Brauchbar klingen beide, aber es hinterlässt den Beigeschmack, eine Arbeit exakt zu 95% zu erledigen und die restlichen 5% trotz freier Ressourcen einfach fallen zu lassen.

Ich glaube, der 112er wäre perfekt, wenn es ein 128er wäre, bei ähnlich guter Einstellung.

Der 96er wird bereits jetzt so ziemlich das Maximum herausholen, was mit AAC+ möglich ist.
Perfekt geht es also wohl nur ohne "+", aber das kennen wir bereits von anderen Medien :-x

Aber Achtung:
Die Quelle ist sehr entscheidend.
Auf 1Live laufen Musikstücke, wo man definitiv gar keinen Unterschied raushören kann, andere wo man die Unterschiede gut raushören kann und welche, die auf beiden gleich schlecht klingen.

Spätestens wenn es auch auf UKW genauso schlecht klingt, weiß man, dass wieder ein Produzent oder einer, der das Mastering des Musikstücks durchgeführt hat, keinen Wert auf Qualität legt, taube Ohren hat oder sonst wie schludert.

Das was ich teilweise als Muster bekomme, insbesondere aus den Staaten ist nicht selten so schlecht gemastert, dass ich mich weiger, es zu spielen.

Gerade viele Dance-Pop/Black-House Werke im "David Guetta" Stil klingen oft wie 128 kbps MP3, wo der Encoder wahrscheinlich auf max. Geschwindigkeit, min. Qualität gestellt war, auch wenn sie im Format 320 kbps vorliegen.

Auch starke Verzerrungen werden immer häufiger, da einige bei den Pegeln die "digitale 0" wohl nicht mehr unterschreiten wollen, selbst in ruhigen Passagen :-P



von Matthias K. - am 02.07.2011 13:07
In meinen jungen Jahren hatte mich das Pfeifen eines ungefilterten 19 kHz-Pilottons bei UKW extrem gestört...

Aber zum Thema:
Zwischen 00:00 und 01:00 Uhr hatte ich den Mix bei "1LIVE Klubbing" aufmerksam auf "TEST 1LIVE" verfolgt und kann nur sagen, dass die 112 kbps verdammt gut geklungen haben - ob es nun AAC oder AAC+ war sei mal dahin gestellt.
Bei 96 kbps AAC+ muss man zwar ein paar hörbare Abstriche machen, aber im Gegensatz zu den Bitraten, die die Privaten im Bundes-Mux haben werden, immer noch auf Augenhöhe mit FM Stereo.

Sollte der WDR 2 Programme in MP2 "weiterlaufen" lassen, wären die 64 kbps von VERA zu verschmerzen, da hier der Klang keine Rolle spielt, aber für alte DAB-Autoradios zumindest ein letzter inhaltlicher Mehrwert (auch in Zeiten heutiger Navis mit TMC immer noch ein Vorteil, wenn man sich schnell mal einen Überblick über die Stau-Situation in NRW machen möchte).
Für WDR 2 - anscheinend der zweite Kandidat - sollte man mindestens 160 kbps spendieren (so wie es die D-Radios im Bundes-Mux machen), besser wären natürlich 192 kbps, um die Qualitätsansprüche an ein Musikprogramm zu erfüllen.
Die benötigte Bandbreite könnte man leicht schaffen, wenn "1LIVE diggi" wegfallen würde, denn eine Dauer-Musikschleife hat keinen Mehrwert. (Es handelt sich ja eh um kein zugelassenes Hörfunkprogramm.)

Überhaupt sollte die Audioqualität im Vordergrund stehen, wobei sprachlastige Programme zugunsten der Musikprogramme durchaus auf 96 kbps AAC+ oder sogar weniger beschränkt werden können.

Hoffentlich lernt der WDR auch endlich, die Bitrate von "WDR Event" dynamisch zu nutzen, damit nicht wie heute auf K12D konstant 80 kbps für Stille verschwendet werden.

Zum Thema Empfang:
Seit gestern Mittag habe ich neben meinem stationären Onkyo UP-DT1 auch ein Sangean DPR-34+ ("Miniradio") im Einsatz.
Auf abendlicher Fahrt vom Nordwesten Kölns nach Bonn-Hardtberg hatte ich das Gerät innen an der Fahrertür befestigt (also keine optimale Empfangsposition), um den Empfang auf K11D zu verfolgen. Auf der Strecke gabe es nur zwei kurze Aussetzer, und zwar auf der A565 unter den Brücken in der Senke bei der AS Bonn-Poppelsdorf.
Zuhause innerhalb der Wohnung bei Empfang über Kopfhörer gibt es auch nur ganz wenige Stellen mit kurzen Aussetzern, oft wird sogar volle Signalstärke angezeigt.
Interessanterweise gibt es stärkere Probleme im Umfeld des PC, wenn dieser eingeschaltet ist. Starte ich dann noch den eingebauten DCB-C-Tuner (über das "Windows Media Center") wird der Empfang schwierig.

Was mir noch nicht so ganz klar ist:
Kommt die aktuelle Testausstrahlung vom Colonius oder schon vom zukünftigen, niedrigeren K11D-Standort Kölnturm?

von DigiBC - am 02.07.2011 15:21
Mit Hörtests tue ich mich immer etwas schwer. Aber dennoch, oder gerade deswegen, finde ich sie recht spannend. Dröseln wir zuerst mal deinen Hörtest etwas auf...

Was war denn dein Ausgangsmaterial? Also ich meine welches Musikstück und welches Sprachsample?

Welche Encoder hast du benutzt?

Ich benutze normalerweise immer den Nero AAC CODEC. Der QTAAC Encoder soll zwar angeblich ein bisschen besser sein aber ich persönlich finde beim Nero Encoder wirken die Höhen im "+" Modus nicht gar so künstlich. Den 3gpp Encoder habe ich leider nicht zur Hand. Diesen würde ich auch gerne mal testen.

Was den MP2 Encoder angeht bin ich hin und her gerissen zwischen tooLame und twoLame. Manchmal klingt der eine, mal der andere besser. Aber keiner von beiden kommt an einen guten Hardwareencoder heran. Der einzige Encoder der das angeblich locker kann wäre der vom Fraunhofer Institut der in manchen professionellen Audiotools integriert sei. Leider steht mir dieser Encoder nicht zur Verfügung.

Warum zwingst du LAME im Stereomodus zu arbeiten und verwendest kein JointStereo? Das bei LAME verwendete MS JointStereo arbeitet vollkommen verlustfrei und bringt, von ein wenig mehr Prozessorlast beim abspielen, nur vorteile. Lediglich ältere MP3 Encoder (FhG oder Xing) und MP2 benutzen IS JointStereo das zwar etwas mehr Bitratenersparnis bringt, allerdings auch verlustbehaftet ist.

Bei DAB(alt) wurde meines Wissens als höchste Datenrate 192kb/s festgelegt. Man wollte so die Kosten für die Empfängerchipsätze niedriger halten weil höhere Datenraten auch mehr Prozessorleistung und vor allem mehr RAM Speicher fordern. Die ersten DAB Empfänger konnten auch tatsächlich keine Programme mit mehr als 192kb/s wiedergeben.

Viele Leute, auch hier im Thread, schreiben immer wieder das für Sprache auch niedrigere Datenraten ausreichen würden. Ich finde das ganz und gar nicht. Man kann das sehr gut bei DKultur nachhören. Das geschepper und gerassel, vor allem bei sonoren Männerstimmen, finde ich grausam. Wenn dann Musik gespielt wird fallen die Kompressionsartefakte gleich viel weniger drastisch auf weil sie zum Teil auch gleich wieder von anderen Tönen verdeckt werden.

Ich tue mich aktuell noch etwas schwer die Testausstrahlungen des WDR als Klangreferenz für künftige Ausstrahlungen herzunehmen. Ich kann mich da an aufnahmen aus der Schweiz erinnern die mit ihren 64kb/s AAC+ besser klangen als das was der WDR als 96kb/s AAC+ raushaut. Ich befürchte das wir erst realistische Aussagen zur möglichen Klangqualität machen können wenn DAB+ in den Regelbetrieb gegangen ist. Wir wissen ja zum Beispiel auch gar nicht ob das Audiosignal was der WDR durch den AAC Encoder schickt nicht schon aus einer komprimierten Quelle stammt. "Für Reichweitentests und um zu schauen ob alles richtig verkabelt ist wirds schon reichen."

Bei Hydrogenaudio wurde mal eine Zeit lang darüber diskutiert ob man bei 96kb/s AAC oder AAC+ verwenden soll. Für manche klang das leicht dumpfere AAC angenehmer als das "künstlich angehauchte" AAC+. Über 96kb/s war man sich aber vollkommen einig das man das "+" abschalten sollte. Selbst wenn vereinzelte Encoder das noch zulassen würden obwohl es gegen die Norm ist.

von Spacelab - am 03.07.2011 16:19
Gerade komme ich vom Haushügel zurück und bin ziemlich begeistert. Wenn jemand von Euch die Möglichkeit hat, die Streams direkt digital (zur Not analog und als WAV/FLAC) mitzuschneiden, sollte er das unbedingt mal machen. Diese Testschleife ist so liebevoll zusammengestellt, dass sie sich geradezu ideal eignet, um die klanglichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kodierungen herauszuhören. Da haben wohl die Techniker derzeit gänzlich freie Hand und dürfen ausnahmsweise nach wissenschaftlichen(!) Kriterien testen. Zumal das Signal linear klingt, also nicht durch Soundprocessing verhunzt ist. Bevor der Regelbetrieb kommt, bei dem die Techniker üblicherweise leider nichts mehr zu sagen haben und stattdessen die BWL-Fuzzies Form und Inhalt ruinieren, kann man nur jedem Interessierten empfehlen, da mal reinzuhören.

Die Schleife ist grob geschätzt 12 Minuten lang und die Samples dauern etwa zwischen 20 und 40 Sekunden. Genauer kann ich es nicht sagen, ich stand mitten im dunklen Wäldchen. Sehr passend, dass in einem Sample irgendwo ziemlich gruselige Geräusche gespielt werden...

Inhaltlich ist die Schleife durchaus skurril. So wird z.B. das WDR 2-Regionalbett blank gespielt, der Closer vom WDR 3-Zeitzeichen ist blank zu hören, aber auch das Ramsey Lewis Trio mit Wade in the Water fehlt natürlich nicht.

Mit der Füll-/Endmusik des WDR 3-Klassikforums (Mozart) gibt es auch eine verrauschte Aufnahme. Da könnte man testen, wie sich das Rauschen bei den verschiedenen Codecs auswirkt. Die Moderation über Bio-Klamotten ist von 1LIVE übernommen, hat also ein Musikbett. Auch da wäre ein Vergleich interessant. Die vielen Jazz-Ausschnitte sollten sich auch perfekt für Klangtests eignen. Mit Topknot von Cornershop beweist man zudem speziellen, sympathischen Musikgeschmack. Sogar ein persischsprachiger Song ist dabei. Und dass man einen Nachrichtenausschnitt aus einer Zeit sendet, als der WDR noch echte Nachrichten brachte, stimmt mich ein wenig versöhnlich (Kooperationsvertrag WDRWAZ, Wetter).
Die lesen hier bestimmt längst mit und vielleicht können wir die zukünftigen Parameter doch ein wenig mit beeinflussen. Diese Sache ist jedenfalls ganz klar als ein großer Klangtest ausgelegt! Zum Klang selbst kann ich wenig sagen, ich hatte keinen hochwertigen Kopfhörer dabei, meine aber, immer noch einen Unterschied zwischen z.B. TEST FHEUROPA und dem perfekten TEST WDR2 gehört zu haben. TEST VERA klingt natürlich völlig mies, auch bei TEST KIRAKA war der erste Eindruck schlechter als bei TEST FHEUROPA. Ein Blindtest ging unter meinen Empfangsumständen aber leider nicht, somit ist das also vielleicht psychologisch bedingt. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass TEST 1LIVE etwas schlechter empfangbar war als die anderen genannten Programme, obwohl der Protection Level gleich sein soll. Das Ensemble an sich war genauso stark wie letztes Wochenende, also vermutlich weiterhin 10 kW.


von Thomas R. - am 08.07.2011 22:55
Zitat
Thomas R.
Gerade komme ich vom Haushügel zurück und bin ziemlich begeistert. Wenn jemand von Euch die Möglichkeit hat, die Streams direkt digital (zur Not analog und als WAV/FLAC) mitzuschneiden, sollte er das unbedingt mal machen. Diese Testschleife ist so liebevoll zusammengestellt, dass sie sich geradezu ideal eignet, um die klanglichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kodierungen herauszuhören. Da haben wohl die Techniker derzeit gänzlich freie Hand und dürfen ausnahmsweise nach wissenschaftlichen(!) Kriterien testen. Zumal das Signal linear klingt, also nicht durch Soundprocessing verhunzt ist. Bevor der Regelbetrieb kommt, bei dem die Techniker üblicherweise leider nichts mehr zu sagen haben und stattdessen die BWL-Fuzzies Form und Inhalt ruinieren, kann man nur jedem Interessierten empfehlen, da mal reinzuhören.

Die Schleife ist grob geschätzt 12 Minuten lang und die Samples dauern etwa zwischen 20 und 40 Sekunden. Genauer kann ich es nicht sagen, ich stand mitten im dunklen Wäldchen. Sehr passend, dass in einem Sample irgendwo ziemlich gruselige Geräusche gespielt werden...

Inhaltlich ist die Schleife durchaus skurril. So wird z.B. das WDR 2-Regionalbett blank gespielt, der Closer vom WDR 3-Zeitzeichen ist blank zu hören, aber auch das Ramsey Lewis Trio mit Wade in the Water fehlt natürlich nicht.

Mit der Füll-/Endmusik des WDR 3-Klassikforums (Mozart) gibt es auch eine verrauschte Aufnahme. Da könnte man testen, wie sich das Rauschen bei den verschiedenen Codecs auswirkt. Die Moderation über Bio-Klamotten ist von 1LIVE übernommen, hat also ein Musikbett. Auch da wäre ein Vergleich interessant. Die vielen Jazz-Ausschnitte sollten sich auch perfekt für Klangtests eignen. Mit Topknot von Cornershop beweist man zudem speziellen, sympathischen Musikgeschmack. Sogar ein persischsprachiger Song ist dabei. Und dass man einen Nachrichtenausschnitt aus einer Zeit sendet, als der WDR noch echte Nachrichten brachte, stimmt mich ein wenig versöhnlich (Kooperationsvertrag WDRWAZ, Wetter).
Die lesen hier bestimmt längst mit und vielleicht können wir die zukünftigen Parameter doch ein wenig mit beeinflussen. Diese Sache ist jedenfalls ganz klar als ein großer Klangtest ausgelegt! Zum Klang selbst kann ich wenig sagen, ich hatte keinen hochwertigen Kopfhörer dabei, meine aber, immer noch einen Unterschied zwischen z.B. TEST FHEUROPA und dem perfekten TEST WDR2 gehört zu haben. TEST VERA klingt natürlich völlig mies, auch bei TEST KIRAKA war der erste Eindruck schlechter als bei TEST FHEUROPA. Ein Blindtest ging unter meinen Empfangsumständen aber leider nicht, somit ist das also vielleicht psychologisch bedingt. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass TEST 1LIVE etwas schlechter empfangbar war als die anderen genannten Programme, obwohl der Protection Level gleich sein soll. Das Ensemble an sich war genauso stark wie letztes Wochenende, also vermutlich weiterhin 10 kW.


Wäre echt super wenn das mal jemand mitschneiden und hier einstellen würde. Habe leider nicht die Möglichkeit in den Empfangsbereich zu kommen.


von webmaster@pro-dab.de - am 09.07.2011 04:40
Zitat
Warum KiRaKa 144 144 kbps haben soll und FHE nur 80 verstehe wer will

Zitat
Und WDR 4 und 5 auf 80 kbps runter zu stufen zeigt deine Vorlieben


Also ich wollte mir jetzt nicht die Mühe machen, meine eigenen Worte in den inzwischen 12 Seiten zu finden, aber ich habe zu allen Details schon etwas geschrieben. Ich fasse mal etwas zusammen, ausführlich mit Details gibt es das, wenn man etwas weiter zurück blättert.

Unterm Strich habe ich gesagt, der 3-16 Jährige hört Dinge, die kann kein 50 Jähriger mehr hören.
Dann habe ich festgestellt, dass zwischen 80kbps AAC+ und 96 kbps AAC+ quasi kein Unterschied zu hören ist.
Außerdem dass in ein von drei Fällen 96 kbps AAC+ sich sogar besser angehört haben, als 112 kbps AAC.
Ab 128 kbps AAC (gesendetes Signal (~ 99kbps Inhalt)) ist es durchweg besser als bei den beiden kleineren Bitraten. Mit 144 kbps AAC wird es perfekt (in etwa 128 kbps Nutzdaten).

Eine Feststellung aufgrund der letzten Tests auf 11D war, lieber nur eine Auswahl an Sendern mit 144 kbps und den Rest mit 80, als alle mit 112 kbps!

WDR4 hat klar die Zielgruppe der verbrauchten Ohren, ohne jemanden zu Nahe treten zu wollen und stets in dem Bewusstsein, dass ich vielleicht schon heute mal reinhören und morgen ganz zuhören könnte.

WDR5 hat viel zu wenig Momente, wo der Unterschied zwischen 80kbps AAC+ und 144 kbps AAC klar heraushörbar wird, außer man schaltet ständig zwischen einen höherwertigeren Ableger und dem 80er hin- und her.

Funkhaus Europa: Mir hat jemand aus verlässlicher Quelle gesagt, dass die Zuhörerzahl immer unter 100000 Hörer liegt.
Ich bin fest der Überzeugung, wenn KiRaKa auf der UKW-Frequenz anstelle des FHE senden würde, wären es definitiv mehr Zuhörer, es muss sich nur rumsprechen.
Und ja, es sind Kinder. Aber die hören noch ganz anders.
Nur weil die 20 Jährigen nur noch Cheeseburger essen und gar nichts anderes mehr wollen, sollen die 3-20 Jährigen nichts anderes mehr bekommen, ja direkt von Anfang an versaut werden?
Funkhaus Europa ist ein Service für Minderheiten, der kaum genutzt wird, mehr nicht.
Wenn dort keine Abstriche machen, wo denn sonst?

Und dann bleiben natürlich die Inahlte. Auf 1Live findet man mal eher schlechtere Quellen mit schlechterem Soundprocessing, als auf WDR3.
Das ist kein Grund, die Rate runter zu schrauben, sondern sie hoch zu drehen.
Die Fehler im Sound potenzieren sich sonst.

Letztlich hat man von WDR5 und FHE mit 144 kbps viel weniger, als von 144 kbps auf 1Live.
Bei WDR2 habe ich ein Einsehen, der müsste auch mit 144 kbps senden, aber muss er wieder doch nicht, weil er ja auf 12D in MP2 bleibt.

Wenn genug Platz da ist und da bleibt, um alle Programme mit 144 kbps auszustrahlen, natürlich würde ich das dann auch begrüßen.


von Matthias K. - am 11.07.2011 16:16
Wenn es doch eine Steigerung von Falsch gäbe, ich würde sie jetzt gebrauchen:

Zitat
Das Signal von WDR 1, 2, 4 und 6 wird aber jeweils durch einen mehr oder weniger starken Fleischwolf (neudeutsch: Soundprocessor) geschickt, bevor es zum Hörer gelangt. Damit macht die Anstalt klar, dass sie gar kein Interesse daran hat, das Signal mit authentischem Klang zum Hörer zu schicken. Deshalb muss man die Bitrate zwar nicht gleich auf alqaszar'sche Werte drosseln, aber über 100 kbps sind dennoch Perlen vor die Säue.


Meine Güte, und noch einmal ;-)

Soundprocressing an sich ist weder negativ noch positiv.
Der Klang selbst (vor einer MP2/3/4-Komprimierung) wird dadurch nicht besser oder schlechter.
Objektiv gesehen wird er "anders".

Der eine mag es, der andere hasst es. Hier gibt es nur subjektives, reine Geschmackssache.
Genauso wie manche Sender und Hörer dagegen wettern, genauso gibt es welche, die das Resultat gut finden.
Für einige Programme ist dieses veränderte Klangbild sogar ein Aushängeschild, ein Corporate Identity Merkmal,
genauso wie manch Film-Produzent absichtlich Farben übersteuert oder einen bestimmten Farbstich hinzufügt - ein Stilmittel.

Es ist eine einfache und verständliche Logik:
Je mehr Soundprocessing oder je aggressiver das Soundprocessing, desto komplexer wird es für Encoder, das sauber und fehlerfrei zu encodieren (komprimieren), also umso mehr Rechenaufwand und Bitrate ist nötig.
Je weniger das Mehr an Rechenaufwand in Echtzeit aufgebracht werden kann (oder in Details des Encoders eingestellt werden kann), umso mehr muss es eine noch höhere Bitrate ausbügeln.

Hat das Programm kein SP, reichen vielleicht 100 kbps, hat es ein starkes SP, brauchen wir deutlich MEHR (nicht weniger!) Daten.

Wählt man dann die Bitrate zu niedrig, wird aus dem simplen "klingt anders" ein "klingt schlecht".
Das Programm mit dem neutralsten natürlichsten Ursprungsklang "klingt gut", aber auch nach stärkerer Komprimierung "noch befriedigend".
Das liegt nicht zuletzt auch an der geringeren Komplexität der Inhalte (Inhalte selbst oder weglassen von SP)!
Die Komplexität aller Inhalte eines Tages auf 1Live dürfte die von WDR5 um ein Vielfaches übersteigen.

Und um das nochmal klar zu stellen: Viele Songs (auch aktuelle, beliebte und geliebte) kommen schon extrem "sound-processed" aus dem Produzentenstudio zum Funkhaus. Das trifft Sender wie 1Live auch deutlich mehr als WDR3-6.

Hinterher kommt alles zusammen:
- Anzahl der Hörer / Anteil am Publikum
- Alter des Durchschnittshörer
- Art der Musik
- Soundprocessing ja/nein, Stärke/Art
- Anteil Sprache vs. Musik
- Genereller Klang / Einstellung des Programms

Wenn man nicht alle Programme mit max. Datenrate ausstrahlen kann, braucht man Kriterien, um zu entscheiden, welches mit 40, welches mit 80 und welches mit 128 oder 144 kbps senden soll.

Die gerade genannten Punkte dürften passende Kriterien darstellen.

Nehmen wir an, alle WDR-Programme senden mit 144 kbps AAC.
Das hören wir an und das wird unsere Referenz.
Anschließend reduzieren wir jedes Programm auf 80 kbps AAC+.

Jetzt hören wir (ohne es ständig mit einer Referenz zu vergleichen) tagelang zu.

Was müssen wir abschließend feststellen, wenn wir wirklich Objektiv rangehen?

Die Tragweite (u.a. "wird gut hörbar schlechter") der Bitraten-Reduzierung ist auf WDR1*-3 sehr groß und auf WDR4-6* verschwindend gering.
Jeder der sagt, WDR4-6 müsse zwingend die gleiche oder sogar eine höhere Datenrate haben, als WDR1-3, äußert sich rein subjektiv aufgrund von persönlichen Vorlieben, aufgrund irgendwelcher Greule gegen die jüngeren Wellen oder gegen die Wahl bestimmter Sounddesigns, aber eben nicht objektiv.



von Matthias K. - am 12.07.2011 15:16
Zitat
Spacelab
MP3 hat mit gewissen sogenannten "Problemsamples" immer Probleme. Auch bei 320kb/s. OGG Vorbis wurde in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr getestet. Für mich klang OGG Vorbis aber auch nie so wirklich prikelnd.

Nach meinem Eindruck ist beispielsweise "Yellow" von Coldplay so ein Fall, da gibt es ein Instrumenten-Solo (u.a. bereits nach etwa 10 Sekunden), bei dem ich entweder zu kritisch bin (bin ich bei Schlagzeug oft), oder es hat bisher jeden MP2/MP3-Encoder (und jeden Radiosender) überfordert.
Was Ogg Vorbis angeht: Wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich Bewertungen sein können :). Mir gefällt an Ogg Vorbis, dass die Artefakte gut kaschiert werden. Da hört sich zwar irgendwann das Schlagzeug an wie auf dem Schrottplatz zusammengesammelt, aber die Musik im "Vordergrund" bleibt selbst bei 64 kbps Stereo einigermaßen akzeptabel erhalten. Ganz anders als bei MP3, wo bei niedrigen Bitraten alle Details der Musik gleichmäßig leiden.
Zitat
Matthias K.
Soundprocressing an sich ist weder negativ noch positiv.
Der Klang selbst (vor einer MP2/3/4-Komprimierung) wird dadurch nicht besser oder schlechter.
Objektiv gesehen wird er "anders".

Soundprocessing bedeutet in erster Linie Informationsverlust. Werden mittels Soundprocessing lediglich die negativen Eigenschaften von UKW ausgeglichen, mag das noch angehen (z.B. kommt man tatsächlich um eine gewisse Dynamikkompression nicht herum, wenn man das Dynamikspektrum einer CD vernünftig über UKW wiedergeben will). Wird aber das Signal massiv seiner Dynamik beraubt oder es findet eine Stereoverbreiterung statt, so wird ein Originalwerk bzw. Originalstimme verfremdet. Und das ist in der Tat negativ. Dass es im Küchenbrüllwürfel und im Auto dann fetter klingt, stimmt, ist aber kein Argument für Soundprocessing. Beim Digitalradio könnte man im Gegensatz zu UKW das Signal problemlos im Original übertragen und der Empfänger kann es immer noch mit Equalizer und Plugins verwursten, wenn der Hörer das so einstellt.
Zitat
Matthias K.
Für einige Programme ist dieses veränderte Klangbild sogar ein Aushängeschild, ein Corporate Identity Merkmal

Klar, wer auf Werbeeinnahmen angewiesen ist, ist 'ne arme Wurst und muss viel Mist mitmachen. Aber hier geht es ja bisher um den öffentlich-rechtlichen WDR.
Zitat
Matthias K.
genauso wie manch Film-Produzent absichtlich Farben übersteuert oder einen bestimmten Farbstich hinzufügt - ein Stilmittel.

Der Vergleich hinkt, da der Filmproduzent der Künstler des Werks ist. Wenn ein deutscher Radiosender das Werk einer Rockband vom anderen Ende der Welt durch sein Soundprocessing verändert, spielt er hingegen streng genommen eine Coverversion, aber nicht das Original. Das wäre so, als würde ein Kinobetreiber einen Film nachbearbeiten.
Zitat
Matthias K.
Es ist eine einfache und verständliche Logik:
Je mehr Soundprocessing oder je aggressiver das Soundprocessing, desto komplexer wird es für Encoder, das sauber und fehlerfrei zu encodieren (komprimieren), also umso mehr Rechenaufwand und Bitrate ist nötig.

Und genauso einfach und verständlich ist es, zum Gegenmittel zu greifen, Ressourcen zu sparen, effizient zu wirtschaften und beim übertriebenen Soundprocessing gar nicht erst mitzumachen. Weniger CU kosten weniger Geld und es klingt damit (sofern der von Dir postulierte Zusammenhang wirklich stimmt) dennoch gescheit.
Zitat
Matthias K.
Die Komplexität aller Inhalte eines Tages auf 1Live dürfte die von WDR5 um ein Vielfaches übersteigen.

Von 1LIVE bekommt man schneller Komplexe? Das kann gut sein :D. Warum ich aber auch soundprocessingmäßig eher WDR 5 für anspruchsvoller halte, hat der Seltene Besucher bereits sehr schön beschrieben.
Zitat
Matthias K.
Die Tragweite (u.a. "wird gut hörbar schlechter") der Bitraten-Reduzierung ist auf WDR1*-3 sehr groß und auf WDR4-6* verschwindend gering.

Das ist lediglich eine These. Aber hier geht es um den Versuch, wissenschaftlich zu "beweisen" (so gut Beweise eben funktionieren, sobald der Mensch und die bereits erwähnte Psychoakustik eine Rolle spielen), ab welcher Bitrate der Klang weitgehend originalgetreu bleibt. Solche Allgemeinplätze kauft Dir kein ernstzunehmender Toningenieur ab (nee, ich bin keiner...). Vor allem scheinst Du Funkhaus Europa inhaltlich nicht zu kennen.
Zitat
Matthias K.
Wenn es doch eine Steigerung von Falsch gäbe, ich würde sie jetzt gebrauchen:

Solche Sprüche sparst Du Dir in Zukunft, denn Du hast die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefressen!

von Thomas R. - am 12.07.2011 18:19
Zitat
auf WDR 5 wurde gerade in der Sendung "Funkhaus Walraffplatz" über DAB gesprochen. Es war eine Sehr kritische Sendung, fast alle Anrufer wollten bei ukw bleiben.


Wundert das irgendwen?
Viele der regelmäßigen WDR5-Hörer dürften mit dem bisherigen UKW-Programmangebot relativ zufrieden sein, sonst wären sie u.U. keine WDR5-Stammhörer.
Das ist eine ganz einfache Logik.

Dann kommen die üblichen Dinge drauf
- neue Anschaffung (will nicht alles neu kaufen, hab doch alles)
- never touch a running system
- warum teurer als UKW-Radio?
- Klang kann digital auch schlechter sein oder werden
- Was ist mit Restriktionen, können die nachgepflegt werden wie bei DVB?
...

Die weniger Zufriedenen werden zu DAB+ greifen, nicht die hoch Zufriedenen.
Alle anderen werden sich einfach fügen.
Die überwiegende Teil des Volkes wird sagen: "Ist doch egal, wo die Töne rauskommen und was drauf steht. DAB, UKW, nur MW klingt mir zu blöde".
Sie greifen zum Radio, zur HiFi-Anlage, zum AV-Reciever, zum Autoradio ohne besonders drauf zu achten, was drauf steht und wie das Radiosignal zustande kommt.

Deswegen ist es ja so wichtig, dass jedem diese Aufmerksamkeit gegenüber den unterschiedlichen Verbreitungswegen, Techniken und den Vorteilen von DAB+ gelehrt wird.
Marketing über alle Wege.
Das fängt insbesondere im Elektromarkt an. Werbe- und Infoschilder, min. jedes zweite Radio das verkauft werden soll, muss einen DAB+ Empfangsteil haben.
Auf dieses Feature muss besonders hingewiesen werden, an UKW-Radios gehört der Hinweis "Achtung, kann KEIN DAB+ abspielen", usw.
Alle sollten diesmal an einen Strang ziehen, der Verbrauchermarkt eingeschlossen.

Ich war dann mal eben nebenan im Media Markt.
Tolle Wurst, sach ich euch.
Zwei Gänge mit Radios, Mini-Anlagen, Radioweckern, Internetradios usw.
Im ersten Gang gab es gerade mal zwei Geräte mit DAB+, von dutzenden Geräten OHNE.
Im zweiten Gang kein einziges.

In die richtigen HiFi-Abteilung gab es viel Auswahl, aber nichts mit Digitalradio.

Im KFZ-Bereich gab es eine überschaubare Auswahl an Autoradios, mehr haben wir halt hier nicht.
Aber anstatt da die zwei Kenwoods mit DAB-Teil und das Dual-DAB-Autoradio heftig beworben werden, gab es sie nicht einmal dort!

Ich würde sogar sagen, das ganze Thema Digitalradio steht und fällt ganz besonders mit dem Einzelhandel.
Die fangen erst damit an, wenn es sehr erfolgreich ist, dabei hängt der Erfolg an ihnen.


Zitat
Kann es sein das DAB+ die Kabelanlagen in Köln stört. Zumindest bei mir ist im Kabel auf Kanal 5 ARD seit gestern gestört mit komischen Streifen und Mustern und je nach dem wie ich das AntKabel lege ist ARD ganz weg. Der Colonius liegt in etwa 3 km Entfernung mit Sichtverbindung.


Das ist gut, jetzt braucht wenigstens keiner mehr diese Kabelkunden zu verklagen.
Denn bisher war es so, dass div. Leute, Wohneigentümer, Mieter usw. eine total veraltete oder minderwertige Kabelanlage im Haus installiert haben, die dafür gesorgt hat, dass Radio + TV der anderen dadurch gestört wurde.
Sie haben sozusagen illegal ihre Kabelsignale rausgesendet.
Jetzt dreht sich der Spieß um, nur dass diesmal nicht die Schuldigen die Unschuldigen treffen, sondern die Schuldigen selbst getroffen werden.

Wenn DAB+ jetzt den analogen (oder sogar den digitalen) Kabelanschluss stört, dann liegt es
a.) am minderwertigen Kabelnetz im Haus (auf oder in den Wänden)
b.) den Verteilern im Haus
c.) den Radio + TV Dosen in der Wand
oder d.) an den Kabeln von den Dosen zum Radio bzw. zum TV
oder e.) (etwas seltener) das Kabelnetz vom Betreiber (bis zum Haus) ist mangelhaft

Wer sich jetzt über das schlechter gewordene Fernsehbild beschwert, hat nun endlich die Gelegenheit, seine mangelhafte Anlage zu modernisieren oder zu sarnieren - es scheint ja dringenst nötig zu sein.

Dann kann er auch gleich darüber nachdenken, ob er vom analogen Kabel nicht vielleicht auf
a.) DVB-S / S2 (Sat)
b.) DVB-C
oder c.) auf DVB-T umsteigen möchte


von Matthias K. - am 30.07.2011 11:44
Zitat
drahtlos
ich höre DAB, weil ich überall das hören kann, bis in den Keller hinunter. Ferner hat es Programme die ich über UKW nicht hören kann (Kabel mal ausgenommen - aber dann ist man wieder an der Strippe).

Klar, so kann man es machen.

In Sachen Musikauswahl bin ich jedoch leider sehr anspruchsvoll, oder besser gesagt: Durch die gigantische Vielfalt beim Webradio ziemlich verwöhnt; deshalb bevorzuge ich lieber die Notebook+Minizünder-Variante.
Damit kann ich in einem stinknormalen UKW-Radio im Hobbykeller oder im Garten genau jene Musik hören, die mir zusagt.
In der WDR-Sendung hatte auch jemand diesen Weg vorgeschlagen.

Momentan überlege ich, ob ich mir einen DAB+-Empfänger zulegen soll, allerdings erkenne ich für mich, von den empfangstechnischen Spielereien mal abgesehen, darin keinen Mehrwert: Alle via DAB+ verbreiteten Stationen werden auch einen Webstream haben; - wozu also die Anschaffung eines solchen Gerätes?

DAB+ kommt einfach viel zu spät: Bereits Mitte der neunziger Jahre, als es noch kein Webradio gab, hätte man so etwas mit einer breiten Programmauswahl und kostengünstigen Empfängern einführen sollen, nicht erst heute.

Wie ich schon sagte: Von denjenigen, die den ganzen Tag lang WDR 2, WDR 4 oder ein Lokalradio hören, ohne wirklich zuzuhören, wirst du bei den 12 Sendern kaum jemanden den Erwerb eines DAB+-Radios schmackhaft machen können.

Ich habe es bspw. auch bei meinen Eltern so erlebt: Wenn das Küchenradio mal an ist, läuft dort fast ausschließlich WDR 2 und ab und an WDR 4.
Da habe ich einfach mal in meinem Notebook R.N.I. eingeschaltet, einen Minizünder angeschlossen, die entsprechende Frequenz im Radio eingestellt, mich in ein Nachbarzimmer begeben und schlichtweg abgewartet, was passiert: Spätestens nach 5 Minuten lief wieder WDR 2!
Da meine Eltern gerne französische Chansons hören, habe ich das Gleiche nochmal mit VOXINOX 2 Music only probiert; - auch diese Station konnte nicht überzeugen.
Die Idee, ein TerraTec Noxon iRadio zu verschenken, habe ich inzwischen verworfen.
Es war auch ausdrücklich nicht erwünscht: "Wenn Du uns eine Freude machen möchtest, dann schenk uns doch einfach ein neues Küchenradio mit CD-Teil, damit wir endlich auch hier CDs hören können."

Eine ähnliche Erfahrung haben wohl auch noch andere gemacht, siehe: http://forum.mysnip.de/read.php?15515,518719,919944#msg-919944

Für die Hintergrundberieselung ist das Angebot auf UKW für die meisten Menschen ausreichend und wer ab und an etwas anderes, Spezielleres hören möchte, der nutzt entweder physische Tonträger oder MP3s.

von Internetradiofan - am 30.07.2011 17:18

Kosten für Internet, UKW und DAB-Ausstrahlung

Da hier das Thema aufgewühlt wurde, warum nicht der kleine Sender x über DAB usw. ausstrahlt, rede ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen - aus der WRN-Radiostruktur.

Durch die Masse an Hörern bzw. Servern kostet uns ein Server für 500 Hörer, als Flatrate in jeder Hinsicht, nur noch einen Betrag, den jeder von euch pro Monat aufbringen könnte.
OK, durch die Masse an Servern wird es wieder viel, aber noch nicht so viel, was eine Ausstrahlung mit 192 kbps MP2 über Astra kosten würde.

Die Ausstrahlung über Astra kostet gerade ein-zehntel von der Ausstrahlung im Bundesmux derzeit - der Bundesmux wird zudem jährlich teurer, mit den steigenden Ausbau.
Ein Landesmux sollte nur einen Bruchteil des BuMux kosten, hat aber durch das schon vorhandene Mehr an Sendestandorten höhere Preise pro Ausstrahlungsflächeneinheit.

Könnte ich jetzt einfach einen Quadratmeter auf dem Dach des höchsten Gebäudes in Velbert mieten, z.B. für 100 Euro und dort auf einer guten UKW-Frequenz ein Programm oder Programmmix mit 1 kW senden (ein bisschen Stromkosten kommen drauf), würde ich zwar lange nicht so viele Hörer erreichen können, wie im BuMux/LaMux, aber hätte auch nur max. ein Zehntel der Kosten der Astra-Übertragung, die ja schon nur einen Bruchteil der anderen Alternativen kostet.

Exorbitant höhere Kosten als für die Ausstrahlungstechnik selbst kommen momentan durch die Gema und Gvl zustande.
Die größten Verluste an Manpower (im Zweifel auch Geld) und an Hörern entstehen durch Netzwerkangriffe von Neidern und Konkurrenten sowie Hackern aus Fernost.

Die Radios können sich in der jetzigen Form nur phasenweise selbst tragen, die gelegentlichen kleinen Werbeaufträge reichen meist dazu nicht aus.
Als nicht-kommerzielle Radios bekommt kein Macher Geld, aber muss auch kein Geld mitbringen, wie bei manch anderen Internetradio.
Die Gründer und PL haben eine Firma gegründet, eine GbR.
Sie erwirtschaften auf anderen Wegen, u.a. auch durch Veranstaltungen Geld und gleichen so auch das Radiogeschäft aus.
Man könnte es so sehen, wie ein Stadion neue frische Erhält, weil plötzlich Signal-Iduna darauf steht.

Man sieht also, dass es aus eigenen Kräften ohne großen Medienkonzern dahinter extrem schwierig ist, überhaupt in größeren Dimensionen als ein kleines 500 Hörer Radio zu senden, um von Gewinnen (Richtung Kommerzialität) noch gar nicht zu sprechen.

Wie sollte also so ein Programm mal eben ins DAB-Netz hüpfen?
Wenn man die Garantie hätte, dass die Investitionen und laufenden Kosten über Werbung wieder rauskommen, würde man vielleicht eine Bank finden, die das vorfinanziert.
Aber wie reden ja gleich über Millionen, auf ein paar Jahre gesehen.
Das sind Risiken, die will keiner eingehen, auch die meisten Banken nicht.

Da fällt es einen millionenschweren Konzern schon deutlich leichter.

Jetzt könnte man sich selbst verkaufen, an einen solchen Konzern.
Aber wieviel bleibt dann von dem übrig, was man bis dahin geschaffen hat.
Wieviel darf noch selbst gemacht und entschieden werden?

von Matthias K. - am 31.07.2011 18:09
Zitat
Daniel1
Mit dieser Umstellung war es das auch mit den D-Radios hier in OWL auf die nächsten Jahre.

Damit hat sich meine Befürchtung ja bestätigt!
Mit D-Radio Kultur sieht es in Aachen nun ebenfalls mau aus.

Der WDR versucht wohl alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit DAB+ genauso wie DAB scheitert: Kein WDR 3-5 und keine Leistungserhöhung via DAB+; darüber hinaus eine negative Berichterstattung. :-(

Das ist genau die selbe protektionistische Linie, die man bereits seit den frühen achtziger Jahren fährt: Konkurrenz soll um jeden Preis verhindert werden! :wall:

Dabei handelt es sich hier um einen völlig falschen und nicht mehr zeitgemäßen Ansatz!

Wenn ich bei der Rundfunkanstalt das sagen hätte, sehe der heute startende WDR-Muxx so aus

1Live
WDR2
WDR3
WDR4
WDR5
Funkhaus Europa
1Live diggi
1Live Klubbing
1Live Plan B
1Live Plan B mit...
1Live Fiehe
Kiraka
Die 5 Planeten
Spirits
Massive Reggae
Funkhaus Europa Italienisch
Funkhaus Europa Türkisch
Funkhaus Europa Kurdisch
WDR Event

Zusätzlich zu dem dem Worldmusic-, Gospel- und Reggae-Channel würde ich noch weitere Kanäle unter der "Funkhaus Europa"-Schiene hinzuschalten, und zwar ein Programm mit Classic Soul & Funk, eines mit Folkmusic, eines mit Country und ein weiteres mit Liedermacher, WDR4 bekäme ebenfalls drei Zusatzprogramme: "Classic Hits" "Discofox" und "Volksmusik", und selbst bei WDR3 kämen zwei Klassik-Kanäle, die sich unterschiedlichen Schwerpunkten widmen, hinzu.

Damit hätte man auf einen Schlag 28 Stationen verteilt auf die Kanäle 11D und 12D, die selbstverständlich mit höherer Leistung gefahren werden.
Dagegen würde der Bundesmuxx mit seinen 12 Sendern geradezu verblassen, trotzdem stünden dem Hörer damit vom ersten Tag an 40 Programme im neuen DAB+-Standard zur Verfügung. :xcool:

So sollte man mit Konkurrenz umgehen: Nicht, indem man sie bekämpft, sondern indem man ein besseres Produkt abliefert!

von Internetradiofan - am 01.08.2011 16:16

Re: [DAB] Der Thread zur Aufschaltung des Bundesmuxx

Ich dachte, "nur zwei-Drittel für WDR" wäre an 12D gebunden und diese Vorgabe würde beim Kanalwechsel auf 11D fallen?!?
Nehmen wir an, der WDR könnte 11D komplett belegen.
Dann bräuchte es einen zusätzlichen Privatmux, 9A oder so, für Domradio und neue Privatprogramme.
Ich glaube nicht, dass es nach den Aufschreien von uns, aber auch von weniger freakigen Leuten zu wenig Bewerber für einen weiteren Landesmux -> den Privatmux in NRW gäbe. Insbesondere jetzt nach der IFA und der großen Diskussionen um DAB+.
Und selbst negativ-Presse macht Digitalradio bekannt und Skeptiker können negative Schlagzeilen auch gerade zum Anlass nehmen, es mal selbst zu probieren.

So langsam dürften es viele Leute begriffen haben, dass nicht alle Menschen in NRW mit der Medienlanschaft zufrieden sind.

Und selbst wenn es doch nur 3 Bewerber mit insgesamt 5 Programmen gäbe, könnte man damit starten. Das wäre nicht das erste Mal.

Warum nicht auf einen Versuch ankommen lassen?
In anderen Bundesländern hat man erst nachdem zu wenig Bewerbungen reinkamen entschieden, einen ÖR/Privat-geteilten, gemeinsamen Mux zu betreiben, sonst hätte man je einen ÖR und einen Privatmux gestartet.
Das könnte man in NRW auch so machen.

Was die Mux-Belegung vom WDR angeht:
Ich wäre auch froh, wenn alle Programme im Mux wären, ggf. ohne sie zu nutzen.
Denn für mich ist klar, 1LIVE klingt dort schlechter als über UKW und im BuMux klingen NRJ und Kiss mit weniger Datenrate sogar besser als 1LIVE aktuell auf 12D und das ist eine Kunst, denn man hört bei NRJ und Kiss doch die zu starke Kompression heraus. Ein wenig metallisch, künstlich, Handylike klingt es doch, je nach Lied oder Moderation.
Somit habe ich 1LIVE digital nicht als Favorit gespeichert.
Dafür jedoch 1diggi. Man mag schimpfen, aber wenn der BuMux nicht da wäre, würde ich immer auf 1diggi ausweichen, wenn auf 1LIVE gerade Mist läuft.
Insofern ist 1diggi wichtiger, als 1LIVE über DAB.
Vor allem, so lange die neue Meinung vertreten wird, dass Digitalradio UKW ergänzen, aber nicht ersetzen soll.
Dann könnte man sich weiter fragen, ob es überhaupt Sinn macht, WDR3,4,5 ins Digitalradiopaket aufzunehmen.
Schließlich werden die Programme über so viele und so starke UKW-Sender ausgestrahlt, dass man sie überall im Bundesland rausch- und knisterfrei über UKW empfangen kann und damit dürfte das klangliche Gesamturteil pro UKW contra DAB ausfallen.
Also wäre es doch sinnvoller, Spezialinhalte wie 1diggi, aber auch "clubbing", "moving" usw. als neue Einzelprogramme auszustrahlen.

Wenn dann mal eine so starke Marktdurchdringung erreicht ist, dass man von Ergänzen doch langsam auf Ersetzen rübergeht, dann braucht es halt einen weiteren Mux, um doch auch alle UKW-Angebote digital abzubilden. Aber für eine ferne positive Zukunft ist schon bereits vieles Vorgeplant, wenn man die angedachten Kanäle betrachtet.

Alte Bestimmung "...der WDR darf nur..." stammen doch aus Zeiten, wo es nicht genügend Kapazitäten gab. So etwas kann man auch aufheben oder wenigstens ändern, wie bei DVB-S/S2.


von Matthias K. - am 03.09.2011 05:40

Re: [DAB] Der Thread zur Aufschaltung des Bundesmuxx

Zitat
Matthias K.
Ich dachte, "nur zwei-Drittel für WDR" wäre an 12D gebunden und diese Vorgabe würde beim Kanalwechsel auf 11D fallen?!?
Nehmen wir an, der WDR könnte 11D komplett belegen.
Dann bräuchte es einen zusätzlichen Privatmux, 9A oder so, für Domradio und neue Privatprogramme.
Ich glaube nicht, dass es nach den Aufschreien von uns, aber auch von weniger freakigen Leuten zu wenig Bewerber für einen weiteren Landesmux -> den Privatmux in NRW gäbe. Insbesondere jetzt nach der IFA und der großen Diskussionen um DAB+.
Und selbst negativ-Presse macht Digitalradio bekannt und Skeptiker können negative Schlagzeilen auch gerade zum Anlass nehmen, es mal selbst zu probieren.

So langsam dürften es viele Leute begriffen haben, dass nicht alle Menschen in NRW mit der Medienlanschaft zufrieden sind.

Und selbst wenn es doch nur 3 Bewerber mit insgesamt 5 Programmen gäbe, könnte man damit starten. Das wäre nicht das erste Mal.

Warum nicht auf einen Versuch ankommen lassen?
In anderen Bundesländern hat man erst nachdem zu wenig Bewerbungen reinkamen entschieden, einen ÖR/Privat-geteilten, gemeinsamen Mux zu betreiben, sonst hätte man je einen ÖR und einen Privatmux gestartet.
Das könnte man in NRW auch so machen.

Was die Mux-Belegung vom WDR angeht:
Ich wäre auch froh, wenn alle Programme im Mux wären, ggf. ohne sie zu nutzen.
Denn für mich ist klar, 1LIVE klingt dort schlechter als über UKW und im BuMux klingen NRJ und Kiss mit weniger Datenrate sogar besser als 1LIVE aktuell auf 12D und das ist eine Kunst, denn man hört bei NRJ und Kiss doch die zu starke Kompression heraus. Ein wenig metallisch, künstlich, Handylike klingt es doch, je nach Lied oder Moderation.
Somit habe ich 1LIVE digital nicht als Favorit gespeichert.
Dafür jedoch 1diggi. Man mag schimpfen, aber wenn der BuMux nicht da wäre, würde ich immer auf 1diggi ausweichen, wenn auf 1LIVE gerade Mist läuft.
Insofern ist 1diggi wichtiger, als 1LIVE über DAB.
Vor allem, so lange die neue Meinung vertreten wird, dass Digitalradio UKW ergänzen, aber nicht ersetzen soll.
Dann könnte man sich weiter fragen, ob es überhaupt Sinn macht, WDR3,4,5 ins Digitalradiopaket aufzunehmen.
Schließlich werden die Programme über so viele und so starke UKW-Sender ausgestrahlt, dass man sie überall im Bundesland rausch- und knisterfrei über UKW empfangen kann und damit dürfte das klangliche Gesamturteil pro UKW contra DAB ausfallen.
Also wäre es doch sinnvoller, Spezialinhalte wie 1diggi, aber auch "clubbing", "moving" usw. als neue Einzelprogramme auszustrahlen.

Wenn dann mal eine so starke Marktdurchdringung erreicht ist, dass man von Ergänzen doch langsam auf Ersetzen rübergeht, dann braucht es halt einen weiteren Mux, um doch auch alle UKW-Angebote digital abzubilden. Aber für eine ferne positive Zukunft ist schon bereits vieles Vorgeplant, wenn man die angedachten Kanäle betrachtet.

Alte Bestimmung "...der WDR darf nur..." stammen doch aus Zeiten, wo es nicht genügend Kapazitäten gab. So etwas kann man auch aufheben oder wenigstens ändern, wie bei DVB-S/S2.


Offenbar denkst du hier nur an dich oder an die Jugend bzw Leute bis 40j.

Zeige mir doch bitte nur EINEN!! Volksmusiksender der derzeit über DAB+ zu empfangen ist! ich bin sehr gespannt!

Der 1live-Müll ist so überflüssig wie ne Ratte! 1live diggi ist das der selbe Müll wie 1live selbst! Da kommt nur schrott drauf:mad:

Dann lieber von Funkhaus Europa die Ableger aufschalten!

Man könnte ja auch ssl und bayern Plus in den Bundesmuxx einbinden.

Fakt ist das du die Ältere Generation die Türe verschlossen hast!

Gerade Ältere leute ab 50j geht es schneller auf die nerven wenn sie laufend die frequenz wechseln müssen es rauscht oder zischt!

Wenn die DAB+ radio haben wo jeder sender seine frequenz hat es kein rauschen mehr gibt, und sie überall WDR4 oder SWR4 empfangen können dann langt das den meisten schon!

Meine Eltern beide knapp 70j,Hören nur WDR4 oder SWR4, die haben von RDS keine ahnung, ich habe es denen so erklärt das sie im Autoradio RDS drücken müssen, damit sie den sendername sehen können, und bei ner Tagestour oder Kurzurlaub, das radio sich automatisch einstellt.

Das Nur mal als Beispiel



von Rheinländer - am 03.09.2011 06:57

Re: [DAB] Der Thread zur Aufschaltung des Bundesmuxx

Entschuldigung, wir sind halt alle verschieden, gerade was unseren Geschmack und unsere Ansichten angeht und das muss nichtmals komplett altersabhängig sein.
Meine Schwiegereltern sind beide über 50 und wohnen im Raum Heidelberg.
Sie hören abwechselnd SWR3, BigFM und SSL!

Mein Vater ist nun 60. Er hat noch nie in seinem Leben Funkhaus Europa gehört und selbst WDR5 läuft bei ihm nur selten.
Er hört meist WDR2.
Meine Mutter, nur wenige Jahre jünger, hört ausschließlich Radio Neandertal.

Meine Großeltern (Opa 91 Jahre alt) hören nur WDR4.

Jetzt würde mein Opa und meine Mutter niemals dem UKW-Funk den Rücken zukehren.
Habe ich gesagt, wir müssten WDR2, WDR4, SWR3 und SWR4 aus dem UKW-Rundfunk verbannen?

Ich meinte, so lange 1LIVE auf UKW flächendeckend in NRW besser klingt, als über DAB, bräuchten wir eigentlich kein 1LIVE über DAB. Dafür hätte ich gerne Spartenableger von ihm über DAB, als Ergänzung.

Natürlich fehlt auch sowas wie SWR4, Radio Paloma o.ä. im Bundesmux oder den Landesmuxen.
Aber wenn eine extrem erfolgreiche Schlagerkette wie seinerzeit RPR2 selbst die UKW-Ausstrahlung einstellt, weil die Kosten bei der Zielgruppe nicht gedeckt werden, wie soll so etwas am Anfang eines neuen Digitalnetzes funktionieren?

So lange DAB+ nicht vollständig den Markt durchdrungen hat, dürfte es ungefähr eine Wertigkeit geben von 10:1 für "unter 50".

Und ich kann immer nur erwähnen, dass wir Sachen brauchen, die über UKW noch nicht hinreichend abgedeckt oder gar unterdrückt werden.
Kombiniere ich SWR1-4 und WDR1,2 habe ich einen Mix, der die meisten Geschmäcker trifft und abbildet.

Ich finde es ungerecht zu sagen, wir brauchen neben 3-4 DRadios, WDR2-5, FH & co keine Alternative zu 1LIVE + Ergänzung für elektronische Musik.
Wovon haben wir denn 10 Programme und wovon kein einziges???

So wie manche hier 1LIVE, NRJ, KISS, TB, HT, SSL, BigFM in einen Topf werfen, werfen dessen Hörer WDR2-6 in einen Topf.

Beispiel:
Trance, Elektro-House, Elektro-Pop, Techno, Deep House, Tech House, Vocal House, HandsUp, Dance, Hard-Dance, Hardstyle, Gabber...
Das sind alles völlig unterschiedliche Musikrichtungen. Teilweise so unterschiedlich wie Schlager zu Rock. Entsprechend sind die Geschmäcker und Urteile.
Hören wir unterm Strich nur einen dieser Stile bemerkbar irgendwo im terrestrischen Radio z.B. in NRW?
Nein!
Willkommen in der unterdrückten Welt der unter 40er.

Natürlich gibt es auch bei den Leuten unter 40, unter 30, ja sogar unter 20 Menschen, die gerne Schlager, Volkstum, Jazz, Oldies etc. hören wollen.
Ich meine auch, dass mehr als die Hälfte der jüngeren Gruppe mit 1LIVE und SWR3 völlig zufrieden ist, sonst würden sie ggf. auch nicht so spielen.
Ich sage aber auch, dass die andere Gruppe sehr viel größer ist, als viele meinen.

Wenn Duft Punk ein Konzert gibt, dann Platzt die Halle aus allen Nähten.
Wenn Tiesto, Armin van Buuren, Paul van Dyk, Paul Kalkbrenner oder Deadmau5 irgendwo live performt, und sei es reines klassisches DJing, dann sind die Karten ausverkauft.
Das kann dann auch mal eine ganze Arena sein, nicht nur ein dunkler (Jazz-)Club in einer Seitenstraße.

Dort wo Richie Hawtin ist, sind auch gerne mal 40 und 50-Jährige,
obwohl er schon sehr unkommerziell, teilweise "härter" auflegt.
Ich erinnere an Tribehouse/Kiesgrube Neuss.
Einfach mal Googlen oder bei YouTube betrachten.
Klar dominieren hier jüngere Leute.

Aber es sind gerade die Leute über 40, die überraschend oft sagen, wenn sie weggehen, hören sie gerne House, dann eher das kommerziellere Disco-House oder halb-kommerzielles Progressive-House.
Auch Ältere befinden sich im Wandel der Zeit.
Eine ü30-Party von 2011 ist auch anders, als jene aus dem Jahre 1990.
Somit sind im Laufe der Jahre auch die Schlagerbereiche der meisten Großdiscotheken verschwunden.



von Matthias K. - am 03.09.2011 07:22
Ok, dann nochmal...

Die lokale Aufteilung von den privaten Lokalsendern und vom WDR ist unterschiedlich,
aber erstens muss die ja nicht genau so bleiben, wie sie ist und zweitens ließe sich trotzdem die Struktur abbilden, wenn auch nicht ohne Doppelungen, aber bei DVB-T ist es ja auch teilweise so.

Jetzt haben wir z.B. einen UKW-Sender, der gleich mehrere Städte versorgt.
Radio Neandertal sendet aus Velbert-Langenberg nicht nur für Velbert, sondern auch für Mettmann, Ratingen, Hilden, Heiligenhaus, Wülfrath usw.
RSG für Remscheid und Solingen (wohlgemerkt schon mit zwei Frequenzen),

Ich gab so einen Vorschlag schon einmal, aber gerne setze ich einen Reminder.
Nehmen wir DAB-Sender in Velbert, Düsseldorf, Essen, Wuppertal, Solingen und Remscheid und machen daraus ein SFN.
Da packen wir dann Radio RSG, Radio Wuppertal, Radio Essen, Radio Neandertal, Radio Essen und Antenne Düsseldorf rein.

Einer dieser Senderstandorte kommt immer zu einer Stadt oder einem Dorf im Sendegebiet durch, auch zu den entfernten im Bergischen.
Es gäbe also eine gute Versorgung, wahrscheinlich besser als auf UKW, wenn ich beispielsweise an Solingen-Burg (Tal) denke.

Für Pendler wäre es sogar besser und davon gibt es hier einige.
Ich selbst bin früher immer queer durch gefahren.
Ist die Leistung groß genug, erhöht sich auch die Reichweite der Programme.
Die Grenze stellt nicht mehr der Empfang dar, sondern die persönliche lokale Zuordnung und das Interesse des Hörers.

Dann packen wir den WDR (WDR2) dort mit rein.
WDR Wuppertal und WDR Düsseldorf für "Bergisch Land" und "Rhein und Ruhr".

Es bleiben ein paar Programmplätze übrig.
Das ist der neue Mehrwert, die freien Kapazitäten, die man jetzt auf UKW nicht hat.

Doppelungen entstehen, wenn man jetzt für Essen, Bochum, Dortmund ein SFN aufstellt und anschließend für Essen, Mülheim, Duisburg, Oberhausen.

Radio Essen würde als "Radio für die Hauptstadt des Ruhrgebiets" in 3 Lokalmuxen auftauchen.
Wegen der Dichte hier und dort im Ruhrgebiet gibt es zu viele Pendler und zu viele Routen.
Aber auch so wäre es ein Zugewinn für das Programm und die Hörer, denn wo könnte ich z.B. in Velbert sonst vernünpftig Radio Essen hören.


Für die Alternative setze ich den zweiten Reminder.
Wo steht denn geschrieben, dass UKW irgendwann abgeschaltet werden muss.
Für DAB war auch mal ein zweites Frequenzband vorgesehen, das L-Band, speziell für die Lokalsender.
Also könnte doch UKW dieses Lokalband sein und bleiben, meintetwegen in ferner Zukunft auch digitalisiert.

Ich war nie für die Abschaltung von UKW, sondern für eine engere Bestimmung oder Reglementierung.
Diese ist recht variabel, so sieht es diesmal bei meinem Vorschlag vielleicht wieder anders aus.

Angeordnet wird:
Auf UKW beträgt in Deutschland (in der EU)...
1.) die maximale Sendeleistung (ERP) pro Sender 3 kW
2.) die maximale Anzahl an Sendern pro Programm: 8 Stück

Der WDR würde ganz automatisch damit anfangen, diese 8 so zu platzieren, dass nur DAB Versorgungslücken geschlossen werden.
Die Lokalsender würden so weiterarbeiten, wie jetzt.

Einerseits käme es einer Abschaltung gleich, andererseits würde es überhaupt nichts ändern.

Alles was für große Regionen oder fürs ganze Bundesland sendet, käme ins DAB-Netz.
Alles was für kleine Regionen sendet, was zum Lückenfüllen sendet oder nur für kleine Lokalitäten bliebe auf UKW.

Endlich würde das alles einen Sinn machen, ergonimisch benutzt werden und am Ende wirtschaftlicher arbeiten.


von Matthias K. - am 07.09.2011 05:40
Ist gestern (und vielleicht noch heute) etwas am NRW-Landesmux seitens der Sender und der Sendeleistungen verändert worden?
Vielleicht auch am Bundesmux?

Im Auto habe ich ja nun das Kenwood-DAB Autoradio mit der mitgelieferteren Scheibklebeantenne, fachgerecht an der richtigen Stelle montiert.

Ich bin in den letzten Tagen viel unterwegs gewesen und habe nie Ausfälle bemerkt.
Ich war sogar positiv von der Scheibenklebe-Antenne überrascht, weil ich z.B. queer durch Essen gefahren bin und beim Bundesmux-Hören nie einen einzigen Aussetzer hatte, auch nicht, unter den größeren Unterführungen, wo das mobile Sangean bei geöffneten Cabrio-Dach durchaus jedes Mal aussetzte!

Dann war ich 2x auf längeren Touren, einmal nach Herten und einmal nach Haltern am See.
In beiden Fällen hörte ich hin- und wieder Programme aus dem Bundesmux, schaltete aber auch mal zeitweilig in den WDR-Landesmux.
Nicht ein einziger Ausfall!

Gestern fuhr ich nur durch Velbert.
Im Bundesmux war alles wie gehabt, zumindest im Auto - störungsfrei.

Mir gefiel aber zu dem Zeitpunkt nichts im Bundesmux und so wollte ich 1diggi (1live diggi) hören.
Zu dem Zeitpunkt fuhr ich gerade (42549 -> 42551) von der Poststraße in die Uelenbeek.
Der Empfang setzte immer wieder aus und das wurde noch schlimmer.
Weiter durch die Parkstraße und die Bismarckstraße war öfter kein Empfang, als überhaupt Empfang möglich.
Ich schaltete das Display auf Signalanzeige um.
"Strong" und "Weak" wechselten sich ab, alle 10 Meter. Wäre ich an der passenden Stelle stehen geblieben, hätte ich bestimmt "No Signal" erlebt.
Es war ja so, als wollte ich einen UKW-Sender aus dem Ausland im tiefsten Tal meiner Umgebung hören, nicht einen Sender, der in Velbert, Essen, Wuppertal, Düsseldorf usw. parallel ausgestrahlt wird.

Da es noch nie auch nur ansatzweise so schlimm war, vermutete ich schon fast, dass ein DAB-K12D-Sender ausgefallen war (ist), vielleicht der aus Essen?

Also der Landesmux war so jedenfalls völlig unbrauchbar.

Klar kann man jetzt über die Scheibenantenne meckern, aber bisher zeigte sie doch wesentlich bessere Ergebnisse als das Sangean DPR34+ mit ausgezogenener Antenne beim offenen Dach, also klar outdoor, wir reden überhaupt nicht von indoor und outdoor reicht eigentlich doch 100W - 1kW.
Und wie geschrieben, da gab es auch andere, große Touren, wo selbst der Landesmux nie aussetzte!

Beim Bundesmux war mir gestern nur aufgefallen und erst zu Hause am Pure-Empfänger, dass die Sendeleistung und die Signalqualität ca. 30 Prozent geringer waren, als sonst üblich.
Sonst bekomme ich die 100%/100% kaum weg, diesmal musste ich dafür die Antenne ganz ausziehen.

Was den Landesmux und die zumeist

von Matthias K. - am 24.09.2011 11:23
Ich habe eben extra nochmal eine Testfahrt für "DAB+ 12D NRW WDR" in Velbert gemacht.
Es bleibt dabei, die Bismarckstraße ist schon schlecht versorgt und die kleineren kürzeren Aussetzer nerven etwas.
Auf der Parkstraße nervt es nicht nur, dort wird es schlicht unbrauchbar.

Beispiel-Geodaten?
51.341740 7.034792
51.341442 7.034969
51.341530 7.035276

Mein Gerät: Kenwood KDC-DAB41U mit mitgelieferter Scheibenklebeantenne. Antennenposition Fronstscheibe oben rechts.

Vergleichsreferenz: Sangean DPR34+ mit ausgezogener Antenne im Getränkebecher-Halter (Mitte vom 1er BMW).

Mal setzte das Sangean eher aus, dann mal das Kenwood.

Steige ich an extremen Teststellen aus dem Fahrzeug aus und halte das Sangean so, dass die Antenne wie eine KFZ-Dachantenne über KFZ-Dachniveau ist, ist der Empfang zwar nicht der beste, aber wieder brauchbar.
Insgesamt empfängt der Sangean in der Mittelkonsole ein kleines Bisschen besser als das Kenwood mit der Folienantenne.

Kenwood´s Werbespruch: "Empfangsstarke, aktive DAB-Scheibenantenne im Lieferumfang" ist für mich eine reine Irreführung. Empfangsstark ist da im Vergleich zum Sangean DPR34+ im Innenraum gar nichts (schon gar nicht im Vergleich zur passiven Dachantenne) und es gibt keine Beschichtung o.ä. an der Scheibe, die das Empfangsbild verschlechtern würden, um da mal gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Einziger Trost ist und bleibt, dass in Essen der Bundesmux mit der Kenwood-Lösung besser empfangen wird, als mit dem Sangean.

Als ein Fazit kann man schon mal festhalten, dass die Folienantenne von Kenwood oder vielleicht eine Scheiben-Klebeantenne generell eine denkbar schlechte Alternative oder eben keine Alternative zur "richtigen" Dachantenne ist.

Gleichzeitig muss ich aber auch in Erinnerung rufen, dass im DAB-Nachrüstbereich oft nicht mehr als so etwas möglich ist.
Die UKW-Bereichsantenne auszutauschen oder eine zusätzliche DAB-Antenne in die Karosserie zu integrieren ist bei dem Fahrzeug nicht möglich, zumindest nicht bei wirtschaftlicher Betrachtung.
"Lassen Sie uns dafür einen Blankocheck da und lassen Sie uns viel Zeit", war ein Spruch des Spezialisten. Man kommt einfach nicht hin ohne den kompletten Innenraum zu zerlegen.

Eine Magnetfuß-Antenne kommt aus drei Gründen nicht in Frage:
1.) Es ist schon nervig genug, das Radio-Bedienteil immer mitzunehmen. Die Antenne würde irgendwann immer zu Hause bleiben oder immer am Fahrzeug verweilen. Dann könnte ich gleich ein Loch in die Karosse bohren. (Meine Frau will keine 2 Antennen am Auto sehen).
2.) Es kann nicht gut sein, immer etwas auf die Karosserie zu heften und wieder abzunehmen. Spätestens die physikalischen Kräfte, die diese Antenne zum Kratz-Täter werden lassen, verderben den letzten Spaß.
3.) Auf einem Stoffdach hält kein Magnet, auf der Motorhaube macht es wieder weniger Sinn. ;)


Aber am Ende noch ein ganz interessanter Vergleich:
Schalte ich die Stromversorgung der Folienantenne ab, so dass der Verstärker inaktiv und damit eher zum Dämpfungsglied wird, hat der Empfang des Bundesmux im betroffenen Gebiet sogar noch weniger Aussetzer, als der Landesmux (12D) mit eingeschalteten Verstärker.
Das zeigt, wie stark sich der Empfang verbessert, wenn mit 10 kW statt mit 1 kW gesendet wird.
Somit löst sich mein Problem irgendwann von selbst, zumindest im direkten Umfeld. Bemerkbar wird es sich dann wieder auf Reisen durch weniger gut versorgte Gebiete machen.

Wieso hat die Antenne überhaupt ein Verstärker?
Ein Verstärker gleicht doch hauptsächlich Leitungsverluste aus, sorgt aber selber wieder für ein schlechteres Signal (Qualität) und Störungen.
Halte ich den Sangean so, dass dessen PASSIVE Antenne deckungsgleich mit der AKTIVEN Kenwood-Folienantenne ist (von innen an der Scheibe), ist der Empfang vom Sangean durchweg besser und stabiler!


von Matthias K. - am 26.09.2011 16:51
Das muss man doch nicht diskutieren. Welche Programme der WDR ausstrahlen muss, ist durch das WDR-Gesetz bestimmt. Und weil neuerdings konkurrierende Privatprogramme in Teilen des Landes über ein neues System fast ohne Hörer ausgestrahlt werden, ändert sich doch der gesetzliche Auftrag des WDR nicht.

Zitat

§ 3 - Aufgaben, Sendegebiet

(1) Aufgabe des wdr ist die für die Allgemeinheit bestimmte Veranstaltung und Verbreitung von Rundfunk im Sinne des RStV. [...]

(3) Der wdr veranstaltet folgende Hörfunkprogramme, die neben ihren spezifischen Schwerpunkten auch der Darstellung der Regionen dienen können:
1. ein Hörfunkprogramm, das sich mit aktuellen Nachrichten, Informationen und Musik sowie unterhaltenden Beiträgen vor allem an jüngere Menschen richtet,
2. ein Tagesbegleitprogramm mit Musik und aktuellen Informationen aus den verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens, Deutschland und der Welt,
3. ein musikgeprägtes Kulturprogramm, das sich im Schwerpunkt auf Themen der Kultur aus Nordrhein-Westfalen, Deutschland und der Welt stützt und auch der kulturellen Darstellung der Regionen dient,
4. ein musikgeprägtes Programm, das eine eher ältere Zielgruppe anspricht und zielgruppenspezifische Themen aufgreift,
5. ein wortgeprägtes Hörfunkprogramm, das ein informationsbetontes Angebot insbesondere zu Themen aus Politik, Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft enthält,
6. ein Hörfunkprogramm, das sich vor allem Themen des interkulturellen Zusammenlebens widmet.

(4) Der wdr veranstaltet folgende ausschließlich digital übertragenen Hörfunkprogramme:
1. ein musikgeprägtes Programm, das sich mit altersadäquater Information und Unterhaltung an ein jugendliches Publikum richtet,
2. ein Programm, das die vorhandenen Kinderangebote des wdr-Hörfunks bündelt und neu zusammenstellt.

(6) Der wdr errichtet und betreibt die für Hörfunk und Fernsehen erforderlichen Anlagen. Er ist verpflichtet, das Land Nordrhein-Westfalen (Sendegebiet) gleichwertig zu versorgen. Er nutzt
1. die Übertragungskapazitäten, die er bei Inkrafttreten des Rundfunkgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen (LRG NW) vom 19. Januar 1987 (GV. NW. S. 22) genutzt hat,
2. die in der Anlage zum LRG NW in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Januar 1988 (GV. NW. S. 6) aufgeführten Frequenzen,
3. die Übertragungskapazitäten, die ihm nach §§ 10 bis 10b LMG NRW zugeordnet werden.

(7) Der wdr kann seinem gesetzlichen Auftrag durch Nutzung geeigneter Übertragungswege nachkommen. Bei der Auswahl des Übertragungsweges sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Er ist berechtigt, zu angemessenen Bedingungen die analoge terrestrische Versorgung schrittweise einzustellen, um Zug um Zug den Ausbau und die Zuweisung
digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten zu ermöglichen. Die analoge Verbreitung bisher ausschließlich digital verbreiteter Programme ist unzulässig.


von Manfred Z - am 09.02.2012 18:29
Zitat
Nordlicht2
Man sollte die Aufteilung in Private und Oeffentliche Muxe ganz aufgeben. Haette man deutschlandweit nur die Aufteilung in Bundesweit, Landesweit und Regional, dann brauchen nur Programme in Regionalmuxe die auch regionale Fenster haben.
Programme wie z.B. NDR2, NDR Info usw. haette man dann nicht sinnlos in verschieden Regionalmuxen sondern in einem Landesmux, also in einem SFN je Bundesland. Nur die regionalen wie NDR1, haette man zusammen mit Privaten, die auch regionale Fesnster haben, mehrfach je Bundesland.
Wer die Muxe betreibt, das koennte man auch fair zwischen oeffentlichen Netzbetreibern und Mediabroadcast oder gar Dritten aufteilen.


Das sehe ich ganz ähnlich.
Wenn genügend Interessenten da sind, kann man natürlich Privat- und ÖR-Muxe getrennt halten, sonst sollte es aber keine Grenzen geben, schon gar keine starren.
Man darf aber auch nicht einen ÖR-lastigen Mux beschränken, in der Form:
"Der WDR kann weder vollständig noch mit ordentlicher Qualität senden, weil sonst nicht x CUs für die Privaten übrig bleiben würden", wenn voll, gehört sofort ein neuer Mux eröffnet und die Programme auf die jeweiligen Muxe verteilt oder alternativ wird dann doch ÖR/Privat getrennt.
Wenn es grundsätzlich gemischt werden soll, dann empfiehlt sich, dass ein Mux weder einer ÖR-Anstalt noch MB & co gehört, sondern einen unabhängigen Dritten, vielleicht sogar einem Verein ohne Erwerbszweck.

Was die Regio- oder Lokalmuxe angeht:
Bayern ist da ein gutes und ein schlechtes Beispiel.
Trotz dass es diese kleinen regionalen Muxe gibt, senden die Bayernradio-Lokalfenster gemeinsam und gleichzeitig in einem Landesmux, der so mit wenigen Programm gleich ganz voll ist.
Selbst mit max. Datenrate jeweils nur in einem Lokal/Regio-Mux wäre es weniger Verschwendung.

Eine solche Aufteilung trifft ja auch in etwa meinen bisherige Vorschläge für NRW (Lokalradios):
Lassen wir mal die alten Pläne "Lokalmux Düsseldorf, Lokalmux Wuppertal, Lokalmux Essen..." beiseite, man könnte NRW auch in die gleichen Regionen zerteilen, die es auch schon für WDR2 bzw. die WDR Lokalfenster gibt.
Viele kleine Netze, je eines für Rhein/Ruhr, eines für Bergisch-Land, eines fürs Siegerland usw.
In jedes Netz kommt das passende WDR2-Programm.
Der Rest des jeweiligen Regiomuxes wird für Private ausgeschrieben.
Selbstverständlich wollen wir auch bei diesen kleinen Regiomuxen nicht wieder mit = 2 kW und ein Regio-Overspill gehören schon dazu.
Dann klappt es auch mit den (kleinen) Nachbarn.
Und die Aufteilung muss ja auch nicht so starr bleiben, auch nicht exakt so, wie sie bisher war/ist.

Letztendlich passen da pro Region das passende WDR2, die passenden Lokalradios und neue Bewerber rein.

Noch zwei Landesmuxe dazu mit allen WDRs und neuen landesweiten privaten Anbietern und es wäre selbst ohne Bundesmux für die Hörer in NRW höchst interessant.

Zitat
Daniel1
Nur gehört Ostwestfalen,Sieger und Sauerland genauso zu NRW und da geht maximal das WDR Ensemble...


Im Landesmux gibt es wenigstens eine Minimalversorgung des Sauerlandes per Arnsberg und Olsberg.
Leider reicht das nicht für eine Durchfahrt von Dortmund bis Winterberg. Es sind nur lokale Empfangsereignisse.
Aber bei den Leistungen von 500 W und 1 kW ist es ja auch kein Wunder.
Jeweils 2 kW könnte schon Abhilfe schaffen.
Das Traurige ist, für den Bundesmux ist das Sauerland für die nächsten Jahre bis zur jetzigen Endausbauplanung gar nicht bedacht.
Und ob es im Sauerland bezüglich des Landesmuxes nach dem Kanalwechsel besser wird oder es auch ganz wegfällt, ist auch noch nicht klar.
Winterberg und Willingen gehören sogar richtig versorgt, meiner Meinung nach.
Es heißt, die Standorten liegen zu hoch.
Aber nun, wenn alle Sender mit 10 kW rausfeuern, könnte man in diesen beiden Städten (Brembergkopf, Ziegenhelle, Kahler Asten usw.) auch jeweils 500 Watt senden, ohne dass es die anderen im SFN stören sollte.
Da dürfte die Feldstärken-Differenz groß genug sein.

Für´s Siegerland reicht es bestimmt, aus Siegen selbst mit großer Leistung und hoher Antenne zu senden.

Der Raum um Bielefeld herum wird ja im Laufe des Jahres bundesmuxtechnisch gut versorgt sein.
Landesmux? Man wird sehen...

von Matthias K. - am 07.03.2012 18:27
Legt man den flämischen Mux in Belgien als Referenz für eine gute Auslastung (Nutzung) eines Ensembles und gute Multiplexer/Fehlerschutz-Settings zu Grunde,
Zitat

Klara 6313 160 kbit/s Joint Stereo Serious Classical
Klara continuo 631A 160 kbit/s Joint Stereo Serious Classical
MNM 6315 160 kbit/s Joint Stereo Pop Music
MNM hits 631F 160 kbit/s Joint Stereo Pop Music
nieuws+ 631E 48 kbit/s Mono LSF News
Radio 1 6311 160 kbit/s Joint Stereo Information
Radio 2 6312 160 kbit/s Joint Stereo Easy Listening
Sporza 631D 160 kbit/s Joint Stereo Sport
Studio Brussel 6314 160 kbit/s Joint Stereo Pop Music

kämen wir auf genau 1328 kbps, die in einem Mux bzw. Ensemble zur Verfügung stehen.

Das hieße, der WDR hat 885 kbps zur möglichen Verwendung und die Privaten haben 443 kbps zur Verfügung (ich erspare mir mal Umrechnungen in CUs).

Hier kommt mein erster Einwand: Bitte keine starren Trennlinien mehr!
Sollten sich nur zwei private Programme bewerben, sollte der WDR automatisch auch etwas mehr als Zweidrittel für sich nutzen dürfen, z.B. 3/4 oder 4/5.
Sollten sich direkt >2 Veranstalter mit zusammen >6 Programmen bewerben, sollte gar nicht erst wieder entschieden werden, welche x der vielleicht 9 Programme senden dürfen, sondern dann automatisch der ganze Mux 11D an den WDR fallen und 9A, B, C oder D gleichzeitig mit in Betrieb genommen werden, für eben diese privaten Radios. Alle Bewerber dürfen senden, für DAB muss es exklusiv aufgeweicht werden, so wie jetzt im Bundesmux über den Umweg der ZAK.

Was den WDR innerhalb von Zweidrittel Mux, als innerhalb von 885 kbps angeht:
Würde man rigoros alles auf DAB+ (AAC+, AAC HE) laufen lassen und keine Ausnahmen für WDR2 und Vera machen, wäre das eine mögliche Belegung:
EinsLive 96 kbps
WDR2 96 kbps
WDR3 96 kbps
WDR4 96 kbps
WDR5 96 kbps
1diggi 96 kbps
KiRaKa 96 kbps
FHE 96 kbps
Vera 32 kbps mono
Event 64 kbps
Daten 21 kbps

Es würden also alle Programme in den Zweidrittel-Mux reinpassen und das in brauchbarer Qualität.

Jedoch befürchte ich, dass der WDR an den zwei MP2-Programmen festhalten will, also für WDR2 und Vera weiterhin zusammen 192 kbps verbraten wird, obwohl beide zusammen nur 128 kbps verbrauchen könnten und dabei sogar besser klingen würden.
Dann kommt hinzu, dass Ihnen ein Rest von 21 kbps für Datendienste u.ä. zu wenig sein könnte.
Und selbst wenn sie jedem Programm nochmal vielleicht erträgliche 8 kbps abziehen, schafft das dann nicht wirklich den nötigen Ausgleich für beides.
In NRW werden die WDR-Programme lückenlos und hochqualitativ perfekt über UKW ausgestrahlt und sind hier ebenso so gut empfangbar, überall hier. Ich sehe also für das Hören von WDR3-5 über DAB statt UKW ausschließlich den Grund eines besseren Klangs. Zuviel Reduzierung würde also den einzigen Grund zerstören.
Schützenswert sind jedoch die Programme, die es über UKW nicht oder nur "zu lokal" gibt.
Andere (neue, zusätzliche...) Programme und mehr konstant gute Empfangsfläche sind die wahren Bereicherungen von Digitalradio.
Da wären wir wieder bei 1diggi, KiRaKa und FHE und nur dort (plus Vera, aber der Infodienst kann ja absolut niedrig-bitratig laufen).

Deshalb gehe ich davon aus, dass der WDR an der jetzigen Programmauswahl auch auf K 11D festhalten wird, so lange, bis dem WDR mindestens 900 kbps zur Verfügung gestellt werden und/oder er ein ganzes Ensemble für sich alleine beanspruchen kann, darf, was auch immer.
Wahrscheinlich bleiben sogar alle Einstellungen erhalten. Echt traurig, gerade in Hinblick zur Event-Verschwendung.

Außerdem ist gar nicht gesagt, dass es mit dem von denen gewählten Muxer/Sendern/Fehlerschutz und sonstigen Settings überhaupt möglich ist, >1300 kbps in 11D nutzbar zu machen.

Natürlich ist auch ein Kombi-Kanal denkbar - ich schlug ihn einmal bereits vor:
"WDR5 Event" - es läuft immer WDR5, es sei denn, es gibt ein Event das übertragen wird, dann läuft dort (also auf diesem Programmplatz) eben das Event (bis heute äußerst selten der Fall!).
Der WDR könnte seinen Event-Kanal ununterbrochen senden lassen, so wie sie es wünschen, wobei ich bezweifel, dass dies heute noch nötig ist, aber man hätte zu 99% WDR5 und in der restlichen Zeit (1%) halt die Event-Übertragung.
Der Name "WDR5 Event" wäre treffend. Niemals müsste man dynamisch an den Settings etwas ändern. Der Name und alle Einstellungen blieben immer gleich, nur der Inhalt wäre zeitweise ein anderer.
Immerhin hätte man so zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und schon eine Sorge weniger sowie etwas Bitrate sinnvoll für anderes bewahrt.

von Matthias K. - am 13.03.2012 15:31
Zwischenruf:

Da ist also heute eine Netzabdeckungskarte für den DAB-Ausbau 2012/13 veröffentlicht worden mit einer gegenüber früheren Planungen deutlich verbesserten Abdeckung (2 Standorte eingespart - im Gegenzug Leistungserhöhungen an 8 Standorten).

Und was ist hier im Forum los? Es wird genörgelt und gemeckert! Dass das ein finanzieller Kompromiss ist, der auch einigen Privatveranstaltern die Teilnahme ernöglichen soll - egal! Dass die Finanzkommission KEF eine Reduzierung des DAB-Ausbaus erzwungen hat - auch egal!

Hauptsache, es gibt was zu meckern und zu schimpfen [Zitat: Frechheit ...].

Die Abdeckung ist insgesamt deutlich besser als vorerst beim Bundesmux (incl. BI und OS). Alle Ballungsräume und alle wichtigen Autobahnverbindungen sind zusammenhängend versorgt. Die Lücke in Süd-Ostwestfalen ist nicht gravierend, da es sich um ein Randgebiet handelt. In den Bergen (Eifel, Sauerland) dürfte die Abdeckung besser sein als angegegeben, weil die Reflexionen auf der Karte fehlen.

Einige mokieren sich, weil das Osnabrücker Land vom WDR gut abgedeckt wird. Dies ist aber zwingend notwendig, weil wichtige innerwestfälische Verkehrsverbindungen durch dies Gebiet laufen (A30, A33, B51, B65).


Vergleich der Einträge in den Senderdaten der BNetzA vom Februar 2011 und der heutigen Daten:

-------------------------------------------------------------------
Standort | BNetzA 2011-02 | WDR 2012-04 |
-------------------------------------------------------------------
Ibbenbüren | 37.0 dBW 5 kW | 37.0 dBW 5 kW |
Münster Baumberge | 33.0 dBW 2 kW | 40.0 dBW 10 kW | +
Oelde | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Dortmund | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW |
Langenberg | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW |
Kleve | 30.0 dBW 1 kW | 36.0 dBW 4 kW | +
Wesel | 30.0 dBW 1 kW | - | -
Düsseldorf Rheinturm | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW |
Wuppertal | 27.0 dBW 500 W | 27.0 dBW 500 W |
Hohe Warte | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Kölnturm (Mediapark) | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW |
Bonn Venusberg | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW |
Aachen Stolberg | 30.0 dBW 1 kW | 33.0 dBW 2 kW | +
Eifel Bärbelkreuz | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Stemwede | 30.0 dBW 1 kW | 32.0 dBW 1.6 kW | +
Bad Oeynhausen | 24.0 dBW 250 W | 27.0 dBW 500 W | +
Herford | 24.0 dBW 250 W | 26.0 dBW 400 W | +
Bielefeld | 24.0 dBW 250 W | - | -
Teutoburger Wald | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Olsberg | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Arnsberg | 20.0 dBW 100 W | 27.0 dBW 500 W | +
Nordhelle | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Siegen | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW |
Ederkopf | 30.0 dBW 1 kW | 32.0 dBW 1.6 kW | +
-------------------------------------------------------------------


von Manfred Z - am 23.04.2012 16:46
Was macht ihr mit 3,4, 6 oder gar 10 Digitalradios?
OK, mehr als eines braucht man ja fast immer, aber viel mehr?

Ja, ich hatte auch schon mehrere gekauft, habe aber auch zwei schon wieder verschenkt.
So kann man auch DAB+ unter die Leute bringen. ;-)

Neulich in einer Gesprächsrunde beim Internetradio wurde ich auch überrascht, kannte dort doch tatsächlich kein Leiter außer der GF und mir DAB+, also es ist immer noch sehr sehr unbekannt.
Dafür sind die Verkaufszahlen doch überraschend gut, 100000 in NRW, mehrere Hundertausend in anderen Bundesländern - hossa, unser DAB+ Start liegt erst 8 Monate zurück und begründet sich bisher nur im Bundesmux, im Landesmux noch nicht wirklich.
Da kann man erst von einem Restart sprechen, wenn der WDR seine Programmauswahl, die Programm- und Mux-Settings optimiert hat und Private aufgeschaltet wurden.
Wie es wohl wäre, wenn vor jedem Deutschlandspiel während der EM im Fernsehen für DAB+ geworben würde, also so richtig heiß machend, übertrieben positiv und gleichzeitig aufklärend???
Ich glaube, dann hätten wir den Run auf´s Digitalradio, den sich alle Beteiligten und einige hier wünschen.

Und wenn sich eure Hiobs-Gedanken nicht oder nur halb bewahrheiten, haben wir dann ein Jahr nach dem Bundesmux-Start doch mal einen gesteigerten Anreiz für´s rheinisch-westfälische Volk, zu DAB+ zu wechseln und sich passende Geräte anzuschaffen.

Was die Bewerbungen und die vergangenen Ablehnungen angeht:
Was meint ihr, wäre es nicht besser, das Programm gleich über die ZAK als bundesweites Programm zuzulassen und dann sich aufgrund des Platzmangels im Bundesmux auf einen Platz im Landesmux zu bewerben?
In meinen Augen geschieht bereits genau das bzw. ist geschehen.
Logisch, wenn die Landesmediengesetze zu hart sind bzw. zu hart oder gar unfair ausgelegt werden, bleibt ja fast keine andere Wahl.

Wie bereits vor einigen Monaten geschrieben, dürfte es mit 2-3 Religionsprogrammen eigentlich auch genug sein und danach muss eine andere Sparte bevorzugt werden.
Es ist Aufgabe der Medienanstalten, entsprechend pro-Hörer zu entscheiden und dies mehr zu gewichten, als das exakte Einhalten teilweiser irrsinniger (NRW-) Regeln.
Speziell was religiöse Programme angeht, könnten bald die Katholiken gegen die Evangelisten kämpfen - wer die meisten Programme on Air bringt.
Wenn dann noch die anderen Glaubensrichtungen mitmachen, brauchen wir einen eigenen Mux alleine dafür.

Andererseits erwischt man mit Religionsprogrammen auf jeden Fall schon mal die extrem Gläubigen und die Fanatiker. In spezielleren Kreisen spricht sich so etwas wie "mit DAB+ kannst Du das Programm für uns überall hören" schnell rum - mit Wirkung.

Ähnlich dürfte es mit Radio Türk aussehen. Der Anteil der Türken oder Türkischstämmigen ist in NRW sehr hoch.
Das Programm dürfte die Verbreitung von DAB+ merklich steigern, einige Türken werden deshalb aber nicht nur Radio Türk hören und so profitieren alle davon.

Wenn man aber schon ganz bestimmte Gruppierungen anspricht, warum dann nicht auch wieder die British Forces?
Ich war es bis zur Abschaltung in Langenberg gewohnt, BFBS Radio 1 als Ortssender zu hören.
Jetzt kann man hier in Velbert mal etwas BFBS aus der ein oder anderen entfernten Stadt vernehmen, aber unterm Strich ist das Programm doch eher wieder weg.

Ich habe jetzt ein paar mal Big-FM-NRW gelesen, als Kooperation mit Radio NRW. Könnte es sein, dass dies quasi Dein.FM 2.0 wird?
Das könnte zumindest eine Bereicherung sein.

Ansonsten lasse ich mich jetzt mal einfach überraschen, wer sich alles bewirbt und wer mit seiner Bewerbung durchkommt.
Ich hoffe sehr, dass die LfM NRW etwas unparteiischer, unbürokratischer und toleranter entscheiden wird. Lieber mal ein Auge zudrücken und so DAB+ und die Vielfalt fördern.
Die Hoffnung stirbt zuletzt!

von Matthias K. - am 25.04.2012 17:22
Zitat
Matthias K.
Was macht ihr mit 3,4, 6 oder gar 10 Digitalradios?
OK, mehr als eines braucht man ja fast immer, aber viel mehr?

Ja, ich hatte auch schon mehrere gekauft, habe aber auch zwei schon wieder verschenkt.
So kann man auch DAB+ unter die Leute bringen. ;-)

Neulich in einer Gesprächsrunde beim Internetradio wurde ich auch überrascht, kannte dort doch tatsächlich kein Leiter außer der GF und mir DAB+, also es ist immer noch sehr sehr unbekannt.
Dafür sind die Verkaufszahlen doch überraschend gut, 100000 in NRW, mehrere Hundertausend in anderen Bundesländern - hossa, unser DAB+ Start liegt erst 8 Monate zurück und begründet sich bisher nur im Bundesmux, im Landesmux noch nicht wirklich.
Da kann man erst von einem Restart sprechen, wenn der WDR seine Programmauswahl, die Programm- und Mux-Settings optimiert hat und Private aufgeschaltet wurden.
Wie es wohl wäre, wenn vor jedem Deutschlandspiel während der EM im Fernsehen für DAB+ geworben würde, also so richtig heiß machend, übertrieben positiv und gleichzeitig aufklärend???
Ich glaube, dann hätten wir den Run auf´s Digitalradio, den sich alle Beteiligten und einige hier wünschen.

Und wenn sich eure Hiobs-Gedanken nicht oder nur halb bewahrheiten, haben wir dann ein Jahr nach dem Bundesmux-Start doch mal einen gesteigerten Anreiz für´s rheinisch-westfälische Volk, zu DAB+ zu wechseln und sich passende Geräte anzuschaffen.

Was die Bewerbungen und die vergangenen Ablehnungen angeht:
Was meint ihr, wäre es nicht besser, das Programm gleich über die ZAK als bundesweites Programm zuzulassen und dann sich aufgrund des Platzmangels im Bundesmux auf einen Platz im Landesmux zu bewerben?
In meinen Augen geschieht bereits genau das bzw. ist geschehen.
Logisch, wenn die Landesmediengesetze zu hart sind bzw. zu hart oder gar unfair ausgelegt werden, bleibt ja fast keine andere Wahl.

Wie bereits vor einigen Monaten geschrieben, dürfte es mit 2-3 Religionsprogrammen eigentlich auch genug sein und danach muss eine andere Sparte bevorzugt werden.
Es ist Aufgabe der Medienanstalten, entsprechend pro-Hörer zu entscheiden und dies mehr zu gewichten, als das exakte Einhalten teilweiser irrsinniger (NRW-) Regeln.
Speziell was religiöse Programme angeht, könnten bald die Katholiken gegen die Evangelisten kämpfen - wer die meisten Programme on Air bringt.
Wenn dann noch die anderen Glaubensrichtungen mitmachen, brauchen wir einen eigenen Mux alleine dafür.

Andererseits erwischt man mit Religionsprogrammen auf jeden Fall schon mal die extrem Gläubigen und die Fanatiker. In spezielleren Kreisen spricht sich so etwas wie "mit DAB+ kannst Du das Programm für uns überall hören" schnell rum - mit Wirkung.

Ähnlich dürfte es mit Radio Türk aussehen. Der Anteil der Türken oder Türkischstämmigen ist in NRW sehr hoch.
Das Programm dürfte die Verbreitung von DAB+ merklich steigern, einige Türken werden deshalb aber nicht nur Radio Türk hören und so profitieren alle davon.

Wenn man aber schon ganz bestimmte Gruppierungen anspricht, warum dann nicht auch wieder die British Forces?
Ich war es bis zur Abschaltung in Langenberg gewohnt, BFBS Radio 1 als Ortssender zu hören.
Jetzt kann man hier in Velbert mal etwas BFBS aus der ein oder anderen entfernten Stadt vernehmen, aber unterm Strich ist das Programm doch eher wieder weg.

Ich habe jetzt ein paar mal Big-FM-NRW gelesen, als Kooperation mit Radio NRW. Könnte es sein, dass dies quasi Dein.FM 2.0 wird?
Das könnte zumindest eine Bereicherung sein.

Ansonsten lasse ich mich jetzt mal einfach überraschen, wer sich alles bewirbt und wer mit seiner Bewerbung durchkommt.
Ich hoffe sehr, dass die LfM NRW etwas unparteiischer, unbürokratischer und toleranter entscheiden wird. Lieber mal ein Auge zudrücken und so DAB+ und die Vielfalt fördern.
Die Hoffnung stirbt zuletzt!


Big FM im NRW Muxx :mad: , dann noch lieber DASDING der sender ist noch der vernünftigste von allen! keine Dauerwerbung dummes gequassele oder sonst nen bullshit

von Rheinländer - am 26.04.2012 06:21
Man bekommt mehr als ein zusätzliches Programm nicht hin, ohne an der Qualität zu schrauben oder etwas Innovation und Dynamik zu benutzen.
Wenn der WDR nur sein Fünftes zuschaltet, scheint er zu keiner der drei Möglichkeiten bereit zu sein.
Aber er mag ja auch nicht 1live im Mux verbessern, obwohl Lösungen zum Greifen nah sind.

Nun, wollen wir mal nicht vorab meckern, wer weiß, vielleicht warten sie ja mit optimalen Settings auf, wenn 11d in Betrieb ist.

Der WDR wird nicht die Qualität der bestehenden Programme verschlechtern wollen, was ich verstehe und eigentlich begrüße.
Er wird auch nicht alles auf AAC+ umstellen wollen, wobei mein Verständnis hier täglich abnimmt!


Das war mein Vorschlag an den WDR:

So ist ja derzeit der Stand (DAB NRW K 12D, 25.04.2012, alles jeweils brutto-Werte):
Eins Live (112 kbps DAB+ AAC LC)
WDR 2 (128 kbps Original Flavour DAB / MP2)
Eins Live diggi (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
KIRAKA (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
Funkhaus Europa (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
VeRa (64 kbps Mono Original Flavour DAB / MP2)
WDR Event (80 kbps DAB+ AAC HE v1)
domradio (96 kbps Mono Original Flavour DAB / MP2)

Domradio wird ja bald zu den noch unbelegten 288 CUs des privaten Blocks gehören und die 96 kbps werden so im WDR-Block für den WDR frei.

Jeder wünscht sich, dass der WDR alle Programme dabei hat, dazu reichen jedoch die neuen 96 kbps natürlich nicht aus, ohne Änderungen an den Settings vorzunehmen.
Das geht aber, wenn an den Bitraten optimiert wird und konsequent DAB+ / AAC+ verwendet wird!


Vorschlag 1 (am einfachsten für den WDR, aber nicht die beste Lösung):

Eins Live (88 kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR 2 (80 kbps DAB+ AAC HE v1)
Eins Live diggi (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
KIRAKA (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
Funkhaus Europa (80 kbps DAB+ AAC HE v1)
VeRa (24 kbps Mono DAB+ AAC HE v2)
WDR Event    (56 (ggf. 64) kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR3            (88 (ggf. 80) kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR4 (80 kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR5 (80 kbps DAB+ AAC HE v1)


Vorschlag 2 (modern, qualitativ, innovativ und effizient):

Eins Live (96* kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR 2 (96* kbps DAB+ AAC HE v1)
Eins Live diggi (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
KIRAKA (96* kbps DAB+ AAC HE v1)
Funkhaus Europa (80 kbps DAB+ AAC HE v1)
VeRa (24 kbps Mono AAC HE v2)
WDR Event (dynamisch* 0, 40 oder 80 kbps DAB+ AAC HE v2 oder v1, je nach Event)
WDR3 (96* kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR4 (96* kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR5 (88 kbps DAB+ AAC HE v1)
* dynamische Schaltung wie bei Regiocast und 90elf. Kein Event = WDR Event 0 kbps (Link wonanders hin) und die mit * versehenen Programme mit 96 kbps. Je nach Event erfolgt eine Reduzierung der anderen markierten Programme auf je 88 oder 80 kbps.


Vorschlag 3 (wahrscheinlich am sinnvollsten und kompatibelsten):

Eins Live (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR 2 (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
Eins Live diggi (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
KIRAKA (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
Funkhaus Europa (88 kbps DAB+ AAC HE v1)
VeRa (24 kbps Mono AAC HE v2)
WDR3 (96 kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR4 (88 kbps DAB+ AAC HE v1)
WDR5 Event (88 kbps DAB+ AAC HE v1) partagiert
Auf "WDR5 Event" läuft die ganze Zeit das normale WDR5-Programm, aber wenn eine Event-Übertragung ansteht, wird auf diesem Programmplatz das Event anstelle des WDR5-Programms übertragen.


---
Aber bitte jetzt nicht an den von mir vorgeschlagenen Bitraten einzelner Programme herummäkeln und sie durchdiskutieren. Ich hatte mir schon durchaus etwas dabei gedacht, aber letztlich ist das nur ein persönlicher Entwurf unter vielen und der WDR macht eh, was er will. ;-)
:D

von Matthias K. - am 01.05.2012 09:25
Zitat
Skeletor
Power Radio war damals im Kanal 12D eigentlich ein guter Ansatz...leider hat man es wieder eingestampft:-(


Im Grunde genommen war Power Radio nichts anderes als das heutige 1Live diggi: Ein Festplattendudler ohne Moderation; lediglich mit einer Übernahme der Nachrichten von Radio NRW zur vollen Stunde.

Zitat
Seltener Besucher
Es wird also die Jugendwelle für OWL, Münsterland, (Coesfel/Hamm/Soest/MK), das Ruhrgebiet, den Niederrhein und Köln/Bonn + Umgebung geben. Ich bin gespannt auf das Programm, auf dem Markt tumeln sich einige Sender. Sind sich die Macher schon so sicher, dass Sie die UKW-Kette an Rhein und Ruhr bekommen?

Der MMS-Geschäftsführer Dr. Peter Härtl sagt es gibt keine Frequenzen im Münsterland. In Münster könnte die 102,20 MHz mit 0,3 kW genutzt werden. Wer jemals die 92,50 in Dülmen oder die 101,90 in Wulfen bekommt wird zum Kaffeesatzleserei. Die hoffen auf die BFBS-Frequenzen.


Wenn man wollte, könnte man sowohl im Münsterland und erst recht in OWL weitere UKW-Frequenzen koordinieren. Offenbar ist dies jedoch nicht intendiert.

Yourzz FM setzt auf das Internet als primären Verbreitungsweg. Dazu Andreas Heine, Chefredakteur von Radio MK:

Zitat

Natürlich ist es richtig, dass die Radio-Welt in NRW noch sehr in geordneten Bahnen läuft und wir außer dem WDR keine Konkurrenz haben. Noch nicht. Es ist aber nur eine Frage von wahrscheinlich wenigen Jahren, da wird Internetradio für alle mobil sein, zumindest für Jugendliche. Dann nämlich, wenn auch für diese Zielgruppe Internetflatrates bezahlbar werden und auch ein Ein-Euro-Handy das kann, was schon heute für iPhone und UMTS-Laptop selbstverständlich ist: überall mobil Internetradio hören. Und dann ist der beschauliche Markt in NRW, mit der höchsten Einwohnerzahl aller deutschen Bundesländer, offen für alle Anbieter. Da ist es doch besser, wenn wir selbst etwas für Jugendliche entwickeln, was unterhalb dem immer älter formatierenden EinsLive ansetzt, anstatt zu warten, bis Energy oder andere nach NRW kommen und wir nur noch reagieren können. Denn ich kann darauf achten, dass wir ein junges Medium bleiben und nicht unsere eigenen Lokalradios in ihrer Zielgruppe angreifen. Ein externer Veranstalter wird das bestimmt nicht tun!


Quelle: http://www.radioszene.de/1922/neues-jugendradio-in-nrw.html

Was ich besonders verräterisch finde: Hier gibt der Chef eines NRW-Lokalsenders erstmals offen zu, dass Radio NRW keine Konkurrenz außer dem WDR hat, dass also ein geschlossener Markt vorliegt (wobei bekanntlich der WDR an Radio NRW beteiligt ist, so dass von Konkurrenz eigentlich überhaupt nicht die Rede sein kann)!
Desweiteren könnte man seine Aussage so zusammenfassen: "Wenn wir schon Konkurrenzangebote im Internet nicht verhindern können, wollen wir wenigstens in diesem Sektor mitmischen und natürlich mitverdienen, sobald mobiles Webradio zu einem günstigen Preis empfangbar sein wird!"

Zum geplanten Programm im Münsterland (vermutlich soll dazu analog zu Yourzz FM Lenz Radio aufgepeppt werden) ein Auszug aus der Radiowoche:

Zitat

Das Programm soll über UKW, Kabel und Internet verbreitet werden. Dr. Peter Härtl sagte dazu: "Derzeit gibt es jedoch im Münsterland keine brauchbaren UKW-Frequenzen. Insofern starten wir mit Kabel- und Internetverbreitung". Angesprochen auf die Möglichkeit ob das Programm auch über Digitalradio zu hören sein wird, sagte Härtl: "Da das Programm regional verbreitet wird, kommt eine Ausstrahlung im Digitalradio, so wie es gerade ausgeschrieben ist, nämlich als landesweites Programm, nicht in Frage."


Quelle: http://www.radiowoche.de/meldungen/1/11819/privates-jugendradio-im-muensterland-geplant/

Hier beruft man sich also auf das alte, abgehalfterte Argument der angeblich fehlenden UKW-Frequenzen und eine Ausstrahlung in einem möglichen regionalen DAB-Multiplex wird ebenfalls nicht anvisiert.
Hey, wie machen das eigentlich die regionalen Jugendsender in Bayern?! :rolleyes:

Unter gar keinen Umständen möchten also die Verleger irgendetwas an den bestehenden Zuständen auf UKW und via DAB(+) ändern, denn sobald sich zeigt, dass ja doch zusätzliche terrestrische Verbreitungsmöglichkeiten existieren, könnten ja auch andere Programmveranstalter ein Anrecht auf deren Nutzung erheben. :angry:

von Radioinitiative - am 22.05.2012 08:41
Vielleicht muss man 1LIVE auch mal ein bisschen in Schutz nehmen.
Entgegen zu einigen anderen Programmen (private (Jugend-)Stationen) wird selten nur stumpf gelabert. Sehr oft steckt da eine richtige Message oder eine wichtige Info dahinter, die einfach nur gut verpackt und massenkompatibel rübergebracht wird.
Anspruch, ohne zu anspruchsvoll zu erscheinen, kulturell, ohne gleich als langweiliger Kultursender zu den "wahren" Kulturprogrammen gesteckt zu werden.
Ok, oftmals klingt es zu aufgesetzt und durchgeplant, JA - das ist ja auch exakt geplant. Spontantität und freies Moderieren gibt es dort unter´m Strich gar nicht, wollen wir mal Domian außen vor lassen.
Manch eine Comedy war auch wirklich mal lustig (der kleine junge Zivi), andere dafür tatsächlich maximal stumpf und nicht mehr komisch.

Über Musikgeschmack und die Mischung lässt sich streiten. Mein Fall ist 1live nur selten, aber man muss dem Programm zu Gute halten, dass sie immerhin eine Mischung präsentieren und nicht nur eine kleine Hot-Rotation um die Ohren hauen.

Was mich mit am meisten stört, ist das häufige Abspielen einzelner überalteter Chart-Hits, also solche, die vor 6 - 24 Monaten ein Überflieger waren, die man aber 3 Monate nach dem Release schon überhaupt nicht mehr hören wollte oder konnte.
1live spielt Hits aus dem Bereich Dance, House & Electro erst, wenn sie ihren Zenit schon überschritten haben.
Avicii mit Levels kann ich seit ca. 2 Monaten beispielsweise nicht mehr hören. Heute läuft es jedoch häufiger auf 1live, als noch vor zwei Monaten, und vor allem: Warum noch "Levels" und nicht "Silhouettes" ??!
Andere ähnlich gute Produktionen werden ignoriert.
Warum hat 1live denn nicht die Promo von Avicii´s Levels oder wenigstens das Release von anfang an gespielt, als es noch kein Hit war? Meiner Meinung nach war das bereits vor Release hörbar ein werdender Überflieger.

Nur wenn sie von deutschen Rock- und Popbands kommen oder in den USA/UK bereits ein riesen Hit sind, werden sie gepushed.
Man verlässt sich auch mehr auf bekannte Namen, als auf ein eigenes Gespür oder das eigene Gespür ist nicht gut genug.
Man könnte auch sagen, dass 1live eine eigenwillige Klasseneinteilung generiert und selbst so verwundert wie verärgert ist, wenn sich ein Stück aus ihrer B- oder C-Klasse zu einem viel gefragten Erfolgshit mausert.
Electronic-Music wird sowieso häufiger vor Ende abgewürgt, als andere Titel, vom Spielen einer Extended-Version oder eines guten Remix mal ganz zu schweigen.

1live übernimmt hier einen hohen erzieherischen und prägenden Part.
Das widerrum sorgt auch dafür, dass ein großer Teil des jungen Volkes NRWs sich stark an die Art und Weise, der Präsentation und der Musikauswahl gewöhnt hat.

Das ist übrigens auch kein Einzelphänomen. Die Leute, die in den letzten 20 Jahren nur WDR1/2 hören konnten, haben einen anderen Geschmack, als die Leute die SWR3 hörten.
Auch der SWR hat geprägt und prägt noch immer.
Vorher war es mal RTL-Radio.

1live unternimmt viel für die Jugend, also holt Stars in "den Sektor", manchmal mit wenig, manchmal mit keinem Eintritt, ganz öffentlich, macht allgemeine Parties, verlost dies und das, alles recht human und nicht komerziell überzogen.
So etwas wie das "Schulduell" ist auch eine Klasse für sich.

Das sind alles Gründe, warum 1LIVE auch mit einer Vielzahl von Alternativen aus dem Web hierzulande immer noch viel gehört wird.
Auf die Zahlen von Radio.de & co würde ich mich aber nicht ganz so doll verlassen.
2008-2010 war 1live nicht in den Top5. Dafür recht beständig HouseTime FM & andere Alternativen.
Wir selber flogen damals mit zwei Programmen aus den Top 10 raus, als wir nur die Serververteilung änderten.
Auch bei Shoutcast war es ein Unterschied, 2 Server mit 1000 Usern ins Netz zu stellen oder 8 Server mit 500 Usern.

von Matthias K. - am 22.05.2012 16:06
Eine Fortsetzungsgeschichte


Nachdem auf den vorherigen Seiten [bis Ende März. bis Seite 67] die aktuelle Situation in NRW diskutiert worden ist (darunter die Ausschreibung zur Lieferung von fünf neuen 10-kW-Sendeanlagen), folgt dies auf Seite 68:


geschrieben von: aru
Datum: 16. April 2012 20:21

"Weiß jemand, wann der WDR auf Kanal 11D wechselt und damit die Leistung auf 10 kw erhöht? Die Zuordnung für Kanal 11D durch die Ministerpräsidentin ist ja bereits am 25.01. erfolgt, siehe Dokument des Landtages."


geschrieben von: aru
Datum: 16. April 2012 21:21

"kürzlich las ich in einem Forum, leider weiss ich nicht mehr in welchem, dass ein Frequenzwechsel angeblich schon im Mai erfolgen soll?"
[Es stand hier einige Seiten vorher, war aber eine Falschinfo.]


geschrieben von: aru [im NL-Thread]
Datum: 16. April 2012 21:28

"Wann wechseln die Niederlande eigentlich auf Kanal 12D? NRW hat diesen Kanal ja im Herbst getauscht, damit der Bundesmultiplex auf 5C sendern kann."


[Am 23. April wurde die Ausschreibung der LfM {mit modifizierter Senderliste} im Forum mitgeteilt und danach diskutiert. Insbesondere ging es um die neuen Senderdaten im Vergleich zu den älteren BNetzA-Daten (02/2011).]


geschrieben von: aru
Datum: 01. Mai 2012 17:17

"Wann wird denn Kanal 11D offiziell in Betrieb gehen?"


[Zwei Antworten mit Mutmaßungen]


geschrieben von: aru
Datum: 23. Juli 2012 19:18

"Gibt es mittlerweile einen Zeitplan, wann der WDR auf 11D wechselt? Kann ja nicht mehr allzu lange dauern, zumal die Ausschreibungsfrist für die neuen DAB+-Sender Ende diesen Monats endet und bald die IFA beginnt."


geschrieben von: aru
Datum: 23. Juli 2012 20:09

"Gab es eventuell beim Händlertag im WDR zu DAB+ eine Info zu 11D?"


[Am 26. Juli wird mitgeteilt, dass Rohde und Schwarz den Zuschlag für die fünf Sendeanlagen erhalten hat.]


geschrieben von: aru
Datum: 15. August 2012 20:05

"Gibt es schon Planungen, wann der WDR auf Kanal 11D wechselt und endlich mit 10 kw sendet?"


[Jetzt wird's richtig ... [nach Wahl ausfüllen]: Was glaubt der Kerl, was hier seit Monaten diskutiert wird?]


geschrieben von: aru
Datum: 15. August 2012 20:52

"Es wäre interessant, zu erfahren, ob der Antrag auf Koordinierung für 11D bei der Bundesnetzagentur schon eingegangen ist?"


Antwort mit ironischem Unterton
Datum: 15. August 2012 21:01

"Ist mittlerweile die erforderliche Frequenzzuteilung erfolgt seitens der Bundesnetzagentur ?
Sind die neuen Sendeanlagen im Aufbau ? Das sind die Fragen !"


geschrieben von: aru
Datum: 15. August 2012 21:05

"Die Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur kann erst erfolgen, wenn der Antrag eingereicht wurde."


Antwort, patzig
Datum: 15. August 2012 21:08

"Dann frag doch mal dort nach:
Bundesnetzagentur, Sitz Bonn: [Anschrift]"


geschrieben von: aru
Datum: 15. August 2012 21:20

"Kann man leider von der Bundesnetzagentur nicht erfahren, da diese keine Öffentlichkeitsarbeit macht. Für uns in NRW ist es schon interessant, wann sich der DAB-EMpfang verbessert. In den anderen Bundesländern wird ja schon längst mit höherer Leistung gesendet."


Antwort, aufklärerisch
Datum: 16. August 2012 00:27

"Warum lädtst Du Dir nicht einfach die Daten von der BnetzA-Webseite runter? Da stehen sämtliche 24 11D-Einträge für NRW drin; im Juni waren die noch alle auf Status A4. Neuere Daten habe ich mir noch nicht 'runtergeladen."


Weitere Antwort [falsch]
Datum: 16. August 2012 09:15

"@ aru. Eine Zuteilung für den 11D muss logischrweise schon erteilt worden sein. Sonst hätte man nicht eine Ausschreibung seitens des WDR starten können und die LFM hätte dann auch nicht die Kapazitäten ausschreiben können."


Weitere Antwort [wenig relevant]
Datum: 16. August 2012 09:20

Ja, das wird alles passiert sein. Im Gespräch war ja eine Umstellung noch 2012. Mal abwarten ob das klappt. Vor November rechne ich damit aber nicht.


Weitere Antwort [richtig]
Datum: 16. August 2012 11:18

"Also,
In den Bundesnetzdateien vom 13.08.12 stehen diverse Koordinierungsanfragen mit Status A 4 ( eben angefragt ) für 11 D in NRW drin. Es läuft also ...."


Meine Antwort dazu:

Diese Daten stehen in den Senderdaten der BNetzA unverändert seit dem 7. Februar 2011. In den Listen der ITU-R (BR IFIC) ist NRW 11D bisher nicht aufgetaucht. Die internationale Koordinierung der Assignments ist nach 1 1/2 Jahren nicht abgeschlossen, obwohl diese zu einem Allotment gemäß dem Plan GE06 gehören. Sehr seltsam.


geschrieben von: aru
Datum: 16. August 2012 18:30

"@NN. Die Zuteilung für 11D ist seitens der Landesregierung schon im Dezember 2011 erteilt worden. Danach habe ich jedoch nicht gefragt. Es interessieren sich also doch jede Menge Hörer für die Leistungserhöhung in NRW. Wäre ja auch komisch, wenn man sich mit den jetzigen Funzeln zufriedengeben würde. Die Diskussion muss halt einmal angestoßen werden, dann kommen auch die Infos!!"


Meine Antwort:

Die Landesregierung hat nichts zugeteilt. Die Staatskanzlei hat dem WDR und der LfM Kapazitäten zugeordnet (2/3 zu 1/3). Die Frequenzzuteilung für die einzelnen Senderstandorte an den Sendernetzbetreiber (hier WDR) erfolgt durch die BNetzA, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Erst dann können der Frequenzwechsel und die Leistungserhöhung erfolgen.

Dies kann unabhängig von der Zuweisung der Kapazitäten an Privatsender durch die LfM erfolgen. Letzteres soll nach den Sommerferien geschehen.

[Bitte die Begriffe Zuordnung, Zuweisung und Zuteilung nicht verwirren.]


Edit: Wort geändert im vorletzten Absatz: Letzteres

von Manfred Z - am 16.08.2012 19:21
Was unter einem Pilotversuch zu verstehen ist, steht im Landesmediengesetz. Die Details zu diesem Pilotversuch stehen in der Ausschreibung. Eine Förderung gibt es nicht.

Aus dem Landesmediengesetz (LMG), Fassung von 2009:

§ 10a
Zuordnung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten

Bei der Zuordnung digitaler, terrestrischer Übertragungskapazitäten sind neben den in
§ 10 Abs. 2 Nr. 1 bis 5 genannten Kriterien folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
1. die Ergebnisse eines Pilotversuchs nach § 10b;
2. Investitionen, die zum Aufbau des Sendenetzes eingesetzt wurden;
3. im Rahmen der Zuordnung digitaler Übertragungskapazitäten für den lokalen
Hörfunk ist eine flächendeckende Versorgung anzustreben.

[Die fünf Punkte aus § 10, Absatz 2:
1. Sicherung der funktionsgerechten Erfüllung des gesetzlichen Auftrags des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks,
2. Sicherung einer möglichst umfassenden Versorgung der Bevölkerung mit
einem vielfältigen Programmangebot und programmbegleitenden Diensten des
privaten Rundfunks,
3. Berücksichtigung landesweiter, regionaler und lokaler Belange,
4. Sicherung der Fortentwicklung des Rundfunks durch neue Rundfunktechniken,
5. Versorgung der Bevölkerung mit vergleichbaren Telemedien.]

§ 10b
Pilotversuche zur Einführung digitaler terrestrischer Übertragungstechniken

(1) Zum Zwecke der Einführung digitaler terrestrischer Übertragungstechniken ist die
Durchführung von befristeten Pilotversuchen zulässig. Die Befristung soll drei Jahre in
der Regel nicht überschreiten. Diese Pilotversuche dienen der Vorbereitung von Ent-
scheidungen über die künftige Nutzung digitaler terrestrischer Übertragungstechniken.

(2) Der Ministerpräsident gibt die für den Versuchszweck zur Verfügung stehenden
Übertragungskapazitäten bekannt und wirkt darauf hin, dass sich die Beteiligten über
eine sachgerechte Zuordnung einigen. Kommt eine Einigung zustande, ordnet der
Ministerpräsident die Übertragungskapazitäten zu und unterrichtet den im Landtag
zuständigen Ausschuss entsprechend.

(3) Kommt eine Einigung zwischen den Beteiligten innerhalb eines Monats nach der
Bekanntgabe nicht zustande, entscheidet der Ministerpräsident unter Berücksichtigung
des Versuchszwecks und der Stellungnahmen der Beteiligten. Hierbei sind die in
§ 10 Abs. 2 Nr. 1 bis 5 und § 10a genannten Gesichtspunkte zu berücksichtigen und
eine ausgewogene Verteilung der Übertragungskapazitäten zwischen öffentlich-
rechtlichen und privaten Veranstaltern anzustreben.

§ 28
Zuweisung im Rahmen von Pilotversuchen
zur Einführung digitaler terrestrischer Übertragungstechniken

(1) Bei der erstmaligen Zuweisung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten im
Rahmen eines Pilotversuchs gemäß § 10b sind diejenigen Veranstalter und Anbieter
vorrangig zu berücksichtigen, die in dem jeweils betroffenen Verbreitungsgebiet analog
verbreitet werden. Die technischen Übertragungskapazitäten für diese Programme
müssen im Verhältnis zu den übrigen Übertragungskapazitäten gleichwertig sein.

(2) Während der Laufzeit des Pilotversuchs kann die LfM auf die Erfordernisse der
§§ 17 Abs. 3 Satz 2 [Eine Änderung der zugewiesenen Verbreitungsart und des
Verbreitungsgebiets ist unzulässig.], 40a Abs. 4 [Bürgerfunk im lokalen Hörfunk]
verzichten.

(3) Werden nach der Durchführung eines Pilotversuchs gemäß § 10b digitale terres-
trische Übertragungskapazitäten erstmals für den Regelbetrieb zugewiesen, sind
Anbieter, die sich bereits an dem Pilotversuch beteiligt haben und vor dessen zeit-
lichen Ablauf gegenüber der LfM angezeigt haben, dass sie zur Fortführung im
Regelbetrieb bereit sind, vorrangig zu behandeln.

§ 30
Experimentierklausel

(1) Neben der Zuweisung im Rahmen von Pilotversuchen nach § 28 ist die Durchführung
zeitlich befristeter Modell- und Betriebsversuche mit neuen Techniken, Programmen
und vergleichbaren Telemedien zulässig. Das Nähere regelt die LfM durch
Satzung.

(2) Die LfM soll von den Veranstaltern und Anbietern in angemessenen zeitlichen
Abständen einen Erfahrungsbericht über die laufenden Modell- und Betriebsversuche
und nach deren Abschluss eine jeweilige Auswertung verlangen.

---------------------------------------------------

Der Sinn des Pilotversuchs liegt also darin, dass alle Beteiligten einen schönen Bericht verfassen, der den Erfolg des Versuchs ausweist.

Es wäre wichtig einen Zwischenbericht schon im Sommer 2013 zu verfassen und vom WDR der Finanzkommission KEF vorzulegen - als Argumentation zur Freigabe der Finanzmittel für DAB an den WDR nach 2014. (Bisher sind die Mittel für DAB nur bis Ende 2014 freigegeben.)

von Manfred Z - am 18.08.2012 06:58
Auf der DAB-Seite des WDR steht:

"Der Kanalwechsel ist die technische Vorraussetzung und der erste Schritt für die geplante Erhöhung der Sendeleistung, um einen besseren Empfang zu ermöglichen."

Diesen knappen Satz sollte man nicht überinterpretieren. Er schließt zumindest nicht aus, dass die ERP bereits an einzelnen Standorten erhöht worden ist, an denen nur mäßige Erhöhungen unterhalb von 1 kW vorgesehen sind (z.B. eine Erhöhung von 250 auf 500 W).

Noch einmal der Vergleich der alten BNetzA-Daten (Status A) mit den Daten aus der Ausschreibung der LfM:


--------------------------------------------------------------------------------------
| 2) 3) | 1) | 2) | 3) | 2) -> 3) |
| Standort | 12D | BNetzA 02/2011 | WDR/LfM 04/2012 | Änderung |
--------------------------------------------------------------------------------------
| Ibbenbüren (horiz.) | 1 kW | 37.0 dBW 5 kW | 37.0 dBW 5 kW | |
| Münster Baumberge | 1 kW | 33.0 dBW 2 kW | 40.0 dBW 10 kW | + 8 kW |
| Oelde | 0.5 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Dortmund Florian | - | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW | |
| Langenberg (horiz.) | 1 kW | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW | |
| Kleve | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 36.0 dBW 4 kW | + 3 kW |
| Wesel | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | - | - |
| Düsseldorf Rheinturm | - | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW | |
| Wuppertal | 0.5 kW | 27.0 dBW 500 W | 27.0 dBW 500 W | |
| Hohe Warte | 0.25 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Kölnturm (Mediapark) | 1 kW | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW | |
| Bonn Venusberg | 1 kW | 40.0 dBW 10 kW | 40.0 dBW 10 kW | |
| Aachen Stolberg | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 33.0 dBW 2 kW | + 1 kW |
| Eifel Bärbelkreuz | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Stemwede | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 32.0 dBW 1.6 kW | + 0.6 kW |
| Bad Oeynhausen | 0.25 kW | 24.0 dBW 250 W | 27.0 dBW 500 W | + 250 W |
| Herford | 0.25 kW | 24.0 dBW 250 W | 26.0 dBW 400 W | + 150 W |
| Bielefeld | - | 24.0 dBW 250 W | - | - |
| Teutoburger Wald | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Olsberg | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Arnsberg | 0.1 kW | 20.0 dBW 100 W | 27.0 dBW 500 W | + 400 W |
| Nordhelle | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Siegen | 0.25 kW | 30.0 dBW 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | |
| Ederkopf | 1 kW | 30.0 dBW 1 kW | 32.0 dBW 1.6 kW | + 0.6 kW |
--------------------------------------------------------------------------------------


von Manfred Z - am 01.09.2012 05:45
Die Verschwörungstheorien werden tatsächlich langsam (und nicht nur langsam) immer lächerlicher. Ich weiß nur nicht, was das - bis auf das übliche Einschlagen auf jegliche Behörden, weil Behörden in Deutschland ja immer böse sind - so bringen soll...und vor allem, sind die Begründungen einfach nur lächerlich. Die LfM verhindert Rundfunk, weil sie keine Entscheidung trifft!? Aha. Wie viele Einwohner von NRW warten denn aktuell auf die ach so wichtigen neuen DAB+ Programme? Bis auf uns paar Freaks hat doch kaum ein Mensch ein entsprechendes Radiogerät und entsprechend wird auch kaum jemand mitbekommen, dass da überhaupt was geplant ist. DAB+ mag ne gute Idee sein, ist aber derzeit in der Bevölkerung definitiv noch nicht angekommen. Ob da jetzt in drei Monaten oder erst in einem Jahr das nächste dumme Privatradio zusätzlich ausgestrahlt wird, dürfte die Verkaufszahlen auch nicht großartig beeinflussen. Vielfalt (nicht aber Meinungsvielfalt, denn die gibt es schon über alle möglichen Verbreitungswege) mag toll sein - interessiert den normalen Radiohörer aber gar nicht. Der will sich bedudeln lassen und ist im Großen und Ganzen mit dem aktuellen Angebot zufrieden. Ganz davon abgesehen, dass bis auf ein paar sehr wenige Perlen der Privatradiosektor nichts zu bieten hat, was wirklich einen Mehrwert liefert...


Zitat

Das ganze DAB-Dilemma könnte abgewendet werden wenn wie im TV-Bereich eine übergeordnete Behörde (ZAK) über Lizenzanträge entscheidet. Der Veranstalter bekommt eine bundesweite Lizenz und kann direkt Verhandlungen mit den Netzbetreibern in den einzelnen Bundesländern führen. Eine solche Reform des Lizenzrechtes, die es wie erwähnt schon im Fernsehbereich gibt, wäre im Hörfunkbereich mal überfällig.


Interessant, aber irgendwo komplett daneben. Das gilt einzig und allein für Satellit und (mit Einschränkungen) Kabel. Bei DVB-T gibt es wegen der beschränkten Kapazitäten ebenfalls eine Auswahlentscheidung. Warum sollte das bei DAB anders sein? Wenn der Netzbetreiber entscheiden dürfte, dann wäre es außerdem noch schlimmer: Wer am meisten zahlt, der kommt rein. Marktwirtschaftlich sicher gut, aber garantiert nicht im Sinne des Hörers. Dann eher eine Lizenzvergabe wie in HOL: Ein paar Plätze werden nur nach Gebot verteilt, einige Plätze aber nur für bestimmte Programmgenres vergeben. Wobei auch das in HOL leider nicht so ganz funktioniert und der eine oder andere Privatsender gerne sein Genre immer wieder mal verlässt, um so mehr Gewinne zu realisieren...


Zu den Kapazitäten ab dem 06.11.: Mit der Verteilung von der WDR-Webseite hat man dann für die acht Programme (inkl. WDR Event) 576 CU bei derzeitigem Fehlerschutz, dazu kommen 32 CU für die Datendienste - das kann also so nicht passen. Entweder sind das die Datenraten ohne WDR Event (dann hätte man 60 CU weniger -> 548 CU inkl. Datendiensten -> 28 CU frei) und bei Aufschaltung wird noch weiter reduziert oder einzelne Programme werden mit geringerem Fehlerschutz ausgestrahlt.

von Kroes - am 03.11.2012 08:33
Jetzt beruhigen wir uns erstmal alle wieder. ;)

Es liegt immer im Auge des Betrachters, bzw. des Hörers.
Wir sind alles verschiedene Menschen mit verschiedenen Ansichten, unterschiedlichem Geschmack und unterschiedlichen Einfluss.
Auch die LfM und jeglicher Politiker eingeschlossen.
Wobei die Politik auch immer wirtschaftliche Interessen verschiedener Unternehmen und damit auch Arbeitgeber in Blick hat.
Das ist nicht immer gut und nicht immer die richtige Richtung, aber deshalb entscheidet glücklicherweise auch nicht einer alleine.

Mir persönlich hat die Radioprogrammauswahl in NRW noch nie gereicht, bzw., und das ist viel wichtiger, nur so lange, bis ich über den Tellerrand "Ortssender" hinaus blicken dürfte.

In den Höhenlagen vom Nordrhein bis ins Bergische waren es halt die Programme aus Benelux, die so anders und teilweise viel besser erschienen.
Erst die Jagd nach mehr und die Faszination darum gab den Touch des Freaks.
Die ersten lokalen Privaten stellten sich bei Sendebeginn als die neuen Alternativen vor.
Mit der Erwartung in Richtung Radio Fantasy Raeren und dem damaligen RTL Radio Luxemburg stellten wir die Lauscher auf für Radio Neandertal & co.
Zugegeben, die inhaltliche und geografisch Nähe faszinierte, aber das restliche Programm war halt doch nicht anders, als das, was der WDR bietet und weit entfernt, was an RFR und RTL faszinierte. Von modernen Spartenprogrammen mal ganz abgesehen.

Es entwickelten sich weitere oder neue Alternativen, nicht regional in NRW, sondern technische Möglichkeiten, das gewünschte aus anderen Bundesländern oder der Welt zu holen, heutzutage auch aus kleinen Privatstudios.
ADR, DVB-S-Radio, Kabel-UKW-Radio und Internet.

Das Internet war in seiner Vielseitigkeit und Offenheit die Befreiung für alle, die mehr, besseres oder anderes wollten.
Aber genau wie bei Kabel oder Sat ist auch das Internet abhängig von dem Zugang und selten uneingeschränkt mobil nutzbar.

Auch ich lauerte auf DAB seit Beginn an, nur hat DAB in der Vergangenheit in KEINER WEISE Besseres geboten, als UKW-T. Weniger Klang, wenige Programme - die Interessanten aus Benelux gab es darüber auch nicht und neue, wirkliche Alternativen enstanden hier eher nicht.

Erst durch den Bundesmux und den Programmen darin wurde etwas geschaffen, welches ich mir schon seit den 90ern wünsche.
Klar, uneingeschränkt zufrieden bin ich damit noch nicht, vor allem klanglich nicht, aber man merkt trotzdem, wie die Terrestrik mit ihren Vorteilen doch über allen anderen Wegen steht und sich bei mir den Platz durch Digitalradio massiv zurück erobert.

Natürlich wünsche ich mir keinen Stillstand. Der Ausbau der Senderstandorte und/oder deren Sendeleistungen muss weiter gehen, genauso wie der Ausbau der Muxe und die Gründungen neuer Muxe und damit eine weitere Steigerung des Programmangebots.

Der Bundesmux ist für mich absolut ok so. Einen zweiten Mux bräuchte es nur, um die Programme zu entzerren und die Bandbreite pro Programm zu erhöhen (Klang).

Jetzt sind erstmal die Länder gefragt und Beispiele wie "München", "Nürnberg" und "Frankfurt" sind dabei vorbildlich.
Besser Pilotprojekt "NRW" als gar keine Änderung., aber auch ich wünschte mir einen kompletten
WDR Mux plus einen Privatmux.
Wenn man sieht, wie schnell der Bundesmux bereits aufgebaut und ausgebaut wurde, ist es umso trauriger, dass sich auf Länderebene bisher nur so derartig wenig getan hat und wenn, wie langsam es von statten ging.

Ich bleibe jedenfalls optimistisch, dass sich der bisherige kleine Erfolg von DAB+ fortsetzt und sich noch in einen größeren, nötigen Erfolg wandelt.

von Matthias K. - am 03.11.2012 11:14
(Dieser Beitrag bezieht sich nicht auf ein bestimmten Beitrag, sondern richtet sich an die Kritiker allgemein)

Ihr vergesst immer wieder die grundlegenden Fakten und beschuldigt daher die Falschen (WDR, LfM):

a) Band 3 hat einen schlechteren Inhaus-Empfang als Band 2, was sich besonders bei dichter Bebauung bemerkbar macht.

b) In einem SFN können die Strahlungsleistungen aus Stabilitätsgründen nicht beliebig erhöht werden. Was zählt, ist ein dichtes Sendernetz.

c) Die Kommission KEF, die über die Finanzen der Anstalten wacht, hat die Anstalten gezwungen, beim digitalen "Radio der Zukunft" weniger Finanzmittel für DAB+ und mehr Finanzmittel für Internetradio zu beantragen.

d) Die KEF hat die für die Periode 2013 bis 2016 genehmigten Finanzmittel für DAB nur bis Ende 2014 freigegeben. Im Sommer 2013 müssen die Anstalten der KEF über die Fortschritte bei DAB+ berichten. Die Ergebnisse stehen dann im 19. Bericht (Dez. 2013).

e) Solange es keine eindeutigen Signale aus der Politik zugunsten von DAB+ gibt, wird die KEF so weitermachen.

f) Die Verantwortlichen beim Bundeswirtschaftsministerium haben erklärt, dass es aus Gründen des Wettbewerbsrechts keine gesetzliche Bevorzugung von bestimmten Verbreitungswegen geben wird. Man wolle stattdessen ein EU-Regelung zugunsten von DAB+ bewirken (es ist hier bisher nichts geschehen).

g) Die Politik der EU-Kommission (Frau Kroes) begünstigt den Mobilfunk, da man hier ein Milliardengeschäft wittert.

-----------------------------------------------------

Zum 18. KEF-Bericht: http://www.kef-online.de/inhalte/presse/index.html

Aus Zusatzinformation 4 zur PM zum 18. Bericht:

Zitat

3. DAB+

Nach einem wenig erfolgreichen Entwicklungsprojekt unter der Überschrift "DAB", für das die KEF einen Mittelbedarf in ihrem 10. Bericht, also im Jahr 1995, anerkannt hatte, wird nun mittels "DAB+" der Relaunch des terrestrischen Digitalen Hörfunks versucht. Die Kommission hat im Frühjahr 2011 für die laufende Gebührenperiode [bis Ende 2012, MZ] bis dahin gesperrte Mittel für den Start von DAB+ freigegeben. Voraussetzung dafür waren insbesondere die Entwicklung eines Zukunftskonzepts unter Einbeziehung des Radios über das Internet und die Beteiligung privater Rundfunkanbieter. Die Kommission erkennt in ihrem 18. Bericht für das Entwicklungsprojekt DAB+ für die kommende Beitragsperiode [2013 bis 2016, MZ] einen weiteren Mittelbedarf von 69 Mio. € an. Von diesem Betrag entfallen 34 Mio. € auf die ARD und 35 Mio. € auf das Deutschlandradio.

Mittlerweile ist in einigen Regionen Deutschlands ein DAB+-Multiplex mit drei Programmen des Deutschlandradios und diversen Programmen kommerzieller Programmveranstalter gestartet. In einigen Bundesländern gibt es auch DAB+-Angebote von ARD-Anstalten. Die Kommission wird mit den Anmeldungen zum 19. Bericht, also im Sommer 2013, den Einführungserfolg des Digitalen Hörfunks überprüfen und macht die Freigabe der Mittel für die Jahre ab 2015 von einem nachweisbaren Erfolg der Einführung abhängig.


Das Deutschlandradio darf also für seinen Drittelmux mehr Geld ausgeben als alle Landesrundfunkanstalten zusammen. Im KEF-Bericht werden alle Landesrundfunkanstalten als ARD zusammengefasst, obwohl jede unabhängig ist und die Finanzmittel getrennt beantragt. Es gibt keine ARD als selbständige Organisation.

von Manfred Z - am 04.11.2012 08:58
Dehnmedia meint dazu:

Offensichtlich mit Blick auf die Diskussionen um die Verschiebung der Lizenz-Entscheidung hat jetzt LfM-Direktor Jürgen Brautmeier auf dem hauseigenen LfM-Funkfenster Online Stellung bezogen.


Im Funkfenster der LfM steht folgendes:

Zitat

Düsseldorf, 05.11.2012

Entscheidung zu DAB+ Ende November geplant

Funkfenster-Interview mit LfM-Direktor Dr. Jürgen Brautmeier

Bundesweit ist DAB+ bereits seit geraumer Zeit zu empfangen. Was ist mit der nordrhein-westfälischen DAB+ Bedeckung - hier hatte die LfM doch bereits vor dem Sommer einen entsprechenden Pilotversuch ausgeschrieben?

Das stimmt. Einen Pilotversuch schon deshalb, weil sowohl technisch als auch in Sachen Akzeptanz nicht alle Fragezeichen beseitigt sind. Entgegen vieler anderslautender Gerüchte ist es auch nicht so, dass die Bewerber bei uns Schlange stehen, um bei DAB+ in Nordrhein-Westfalen dabei zu sein. Sicherlich bietet Nordrhein-Westfalen ein großes Hörer-Potential, aber auch DAB+ kostet einen Veranstalter erst einmal Geld. Deshalb zeigen sich Viele – zumindest im Moment noch - zurückhaltend.

Erklärt das die Verzögerungen beim Sendestart?

In der Tat. Von unserer Seite aus war bereits alles klar, als dann einer der sechs Bewerber seinen Antrag zurückgezogen hat. Daraufhin erreichten die LfM Nachfragen anderer Bewerber, die nun um die Attraktivität und somit auch Vermarktbarkeit des „Restangebotes“ fürchteten. Mittlerweile scheint aber alles geklärt zu sein. Nach gegenwärtigem Stand könnte die Medienkommission der LfM noch im November über alles Weitere entscheiden, also zunächst über die Zulassung derjenigen Anbieter, die noch keine Lizenz haben, und über die Zuweisung von DAB+-Kapazitäten.

Das Stichwort Vielfalt leitet zum nächsten Thema über: Auch über die UKW-Frequenzen, die durch die Freigabe der Langenberger BFBS-Frequenz frei geworden sind, ist bislang nicht entschieden worden. Wann ist hier mit Neuigkeiten zu rechnen?

Auch hier wären wir gerne bereits deutlich weiter. Über die Frequenzen konnte aber nicht kurzfristig entschieden werden, da auch hier rechtlich wie technisch die Welt leider kompliziert ist. Grundsätzlich war zunächst zu klären, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen vorrangigen Anspruch auf einzelne der nun verfügbaren Frequenzen hat, um seine Versorgung zu optimieren. Dies liegt nicht in unserer Hand. Jetzt warten wir auf das Ergebnis und die Zuweisung der Frequenzen durch die Staatskanzlei.

In den verschiedenen Radioforen im Netz äußern sich viele ganz grundsätzlich mit Kritik an der Hörfunklandschaft in Nordrhein-Westfalen. Die Kritiker sagen, in NRW sei das Radioangebot viel dünner als in anderen Bundesländern. Was entgegnen Sie?

Uns ist sehr daran gelegen, eine möglichst vielfältige Radiolandschaft in Nordrhein-Westfalen zu etablieren. Man muss aber sehen, dass der Gesetzgeber durch das Zwei-Säulen-Modell im Lokalfunk mit jeweils einem Anbieter pro Verbreitungsgebiet und das Gebot der Flächendeckung (was sehr viele Frequenzen erfordert) die Strukturen klar vorgegeben hat. Wir haben zwar über 40 Lokalradios, aber vor Ort sendet jeweils nur ein Anbieter. Mit den frei gewordenen UKW-Frequenzen wollen wir aber die Tür für neue Angebote – auf der landesweiten Ebene - öffnen.


von drahtlos - am 05.11.2012 16:47
Wie kommen denn immer solche Preise zu Stande?

Zu meiner Zeit bei RSK stand der Sendemast im Hinterhof des Studios (oder an der Hauswand entlang hinten, weiß nicht mehr so genau).
Mast, Grundstück, Anlage, alles im Eigentum des Radios.

Kosten im Monat = Stromkosten = < 200 Euro
Pro Jahr also < 2400 Euro.

Was natürlich offen bleibt, sind Gebühren für die Lizenz.
Keine Ahnung, wie hoch die bei UKW in B und und D ausfielen bzw. ausfallen.

--

DAB+ in NRW mit verändertem Landesmux:
Megaradio, soweit ich bisher reingehört habe, ist es nicht besser oder großartig anders, als die NRW Lokalradios, nur dass die lokalen Bezüge und Beiträge fehlen. Der Anreiz deswegen lieber DAB+ als UKW zu hören, dürfte nur knapp über "0" liegen.

Kulturschocker:
Ich bin gespannt, aber das dürfte nur richtig gut funktionieren, wenn die Leute stets die Auswahl haben, zwischen Megaradio und diesem Programm. Ein Gemeinschaftsprogramm verprellt wahrscheinlich abwechseld Kundschaft A und Kundschaft B.

Impala:
Darüber können wir erst Urteilen, wenn das Programm eine gewisse Zeit on Air war. Gewisse vorab-Zweifel sind aber schon da.

Domradio: Wenn dieses Programm bisher "nicht gezogen" hat, warum sollte es dann jetzt mehr Leute zu Digitalradio bewegen? Aber ja, so schlecht ist das Programm gar nicht mal. Es ist nicht so "extrem" und so wortlastig, wie Horeb und ERF und die Musikauswahl ist gelungen, relativ gesehen.
Mit 96 kbps mono MP2 klangen sie um Welten besser (frei von Schlieren, frei von 32 kHz- Verzerrungen und Artefakten), als das typische Bundesmux-Programm mit 72 kbps AAC+, nur leider eben in mono.
Ich war immer der Meinung, Domradio würde das auch nach der Ausschreibung und Aufschaltung weiterer Programme beibehalten, jedoch wurde hier im Forum eindringlich darauf hingewiesen, dass sich auf jeden Fall etwas ändern wird.
Jedenfalls wären 72 kbps AAC+ ein derber Rückschritt in Sachen Klang.
Aber da jetzt genug Platz da ist, vielleicht bleiben sie auch bei 96 kbps und schalten dabei auf Stereo AAC+ um.
Das wäre dann ein großer Gewinn.
Für die anderen wäre jetzt auch etwas mehr Platz für mehr CUs da, wenn nicht für 96, dann für 80-88 kbps.
Aber was macht Domradio mit den Hörern, denen sie ein DAB+ untaugliches DAB-Radio aufgedrängt haben?
Ich könnt mir vorstellen, dass ein Großteil aller Käufe von alten DABonly-Radios in NRW nur für Domradio getätigt wurden.


Was hier in NRW gänzlich fehlt, ist ein Programm für Schlager & co.
Ein solches Programm wird via DAB+ in NRW überhaupt nicht angeboten. Nichtmal der WDR deckt diese musikalische Lücke. Der WDR könnte sie nichtmal decken, selbst wenn WDR4 via DAB+ on Air wäre, da WDR4 den Programmen wie SWR4, RPR2 oder Paloma nicht das Wasser reichen kann.

Ebenso fehlt es an einem Programm, dass wirklich besser bzw. wirklich anders ist.
Ego FM ist so ein Programm, welches aber derzeit ja leider nur in BW ausgestrahlt wird.
Das wäre eine enorme Bereicherung für die terrestrische Radiolandschaft in NRW (gewesen).

Die drei Regiocast-Programme bzw. ein daraus geschickt gestricktes Gemeinschaftsprogramm wäre so eine Bereicherung und ein großes Zugpferd für DAB+ in NRW gewesen.
Ausgerechnet die ziehen sich zurück und die daraus entstandenen Zweifel der anderen Veranstalter, die bei Absolut sogar auch zum Rückzug führten, kann ich so eindeutig teilen und unterschreiben.

Die Leute, die durchaus der elektronischen Musik zugeneigt sind, denen SSL jedoch nicht gefällt (ggf. immer noch zu Trance-lastig ist), hätten mit Pure FM und/oder FG den nötigen Anschubs für größere Investitionen in DAB+ bekommen (Auto-Umrüstung, Kauf neuer Geräte für Inhouse, Outdoor...):

In den bayrischen Metropolen, in Heidelberg & Stuttgart sowie in Berlin gibt es nun und bald ja wohl eine traumhafte Programmauswahl.
Ohne Bundesmux wäre DAB+ "hier" eine Katastrophe, zum Glück gibt es ihn.

von Matthias K. - am 25.11.2012 13:11
Zitat
Megaradio
...speziell, wenn man in einem Bundesland an den Start geht, das zwar als das bevölkerungsreichste gilt, aber das dennoch im Vergleich zu Bayern im Hinblick auf die bisher verkauften Digitalradios sehr deutlich hinterherhinkt.


Was erklärlich ist, also wenig verwunderlich.

Erst der Bundesmux hat das Henne-Ei-Problem in NRW etwas entspannt, aber dennoch muss man sich einfach nur mal anschauen, was in München oder Nürnberg insgesamt schon vor einem Jahr digital on Air war, was heute geboten wird und was bald noch folgt.
Da zählt nicht nur, dass Bayern schon zu DAB-alt-Zeiten konsequenter dahinter stand, sondern eben auch eine viel größere und z.T. gut regionalisierte Programmauswahl.

Wäre jetzt Regiocast mit einem Programm für Schlager und einem für Olides in NRW mit dabei gewesen, hätte NRW bestimmt sehr schnell aufgeholt.
Jetzt wird es bestimmt nur geringfügig schneller weitergehen, als in den letzten Monaten.
Ein weiteres Plus dürfte durch das Bisschen mehr Werbung entstehen, aber ob sich das doll bemerkbar macht?

Alles steht und fällt mit einer Programmauswahl, die groß, vielseitig und treffend genug ist, dass jede größere (vernachlässigte) Zielgruppe erfasst wird, gleichzeitig ohne dabei zu viele potentielle Hörer mit einer zu geringen Qualität (Inhaltlich und auch Akkustisch) oder einer persönlich zu schlechten Empfangbarkeit zu verschrecken.

Also haben wir in NRW doch noch ein größeres Henne-Ei-Problem.
Statt Kulturschocker und Megaradio gibt es nur den gemischten MegaSchock.
Immerhin besser als nichts und ich will nicht vorab negativ Urteilen - hier bin ich sehr gespannt.
Regiocast zieht sich nochmal zurück, will erst abwarten, was sich hier tut.
Hier wird sich nur nicht so sehr viel tun, so lange die "weiteren Programme" nicht on Air sind.

Klar, mit Sunshine Live aus dem Bundesmux haben wir schon die große Geschmacksgruppe "Elektronische Musik" fast erschlagen (nur fast). Mit Bob schon viele Rockfans, aber erst recht nicht alle.
Klassikradio - ja, finde ich besser als die kulturellen ÖRs.
...

Volkstum & Oldies, dafür fehlt noch je ein Programm für die Generation 40+
Schlager? Es ist verrückt, wie viele jüngere Leute sogar drauf stehen.
Aber auch hier dürfte es ein sehr großes Potential ab 30, wenigstens ab 40 geben.
Also ein Schlager- (und bzw. speziell Discofox-) Programm (und nicht WDR4) wird schon dringlich vermisst, für einen DAB+ Schub in NRW.


Hinzu kommt in NRW noch die festgefahrene UKW-Radiostruktur.
Man mag ja meckern, über die Struktur und Monotonie, aber Fakt ist nun mal, dass der Kuchen zur Zeit auf genau die UKW-Programme verteilt ist, auf Programme, an die unsere Bürger sich über Jahre sehr gewöhnt haben.
Der lokale Bezug hat dabei eine nicht zu unterschätzende Kraft, macht er doch meist den hauptsächlichen Unterschied zu einem 0815-Radioprogramm aus.

Dieser Spruch: "UKW und die Programme, die ich darüber höre, reichen mir" entspricht im überwiegenden Teil der NRW-Bevölkerung noch der Realtität.
Das hat sicher mit "damit abfinden" und mit der Gewöhnung zu tun.

Wenn jemand kommt und sagt: "Hier über DAB+ kannst Du mich hören, mache es bitte einfach mal und Du siehst, ich bin besser", dann kaufen sich viele dafür sicher nicht extra ein Digitalradio, aber ein paar Leute machen das dann schon und wenn sie begeistert sind und es all ihren Lieben genauso euphorisch berichten, dann rollt die Lawine richtig los.

Aber natürlich muss es dann auch besser sein, sonst passiert das Gegenteil, dann bleibt die Lawine stehen und taut auf.

Man kann nicht die Notwendigkeit für einen Schub weglassen, weil man nicht genug Schub wahrnimmt.

Ich verstehe aber auch z.B. Regiocast, wenn sie ausnahmsweise mal in einem Bundesland einen Gang runterschalten, wenn sie schon auf bundesweiter Ebene die größten Mehrwehrte geschaffen haben sowie halten wollen und dabei respektable Risiken eingehen.


P.S.: Davon sind wir in NRW einfach noch zu weit entfernt, sonst würden mehr Geräte pro Tag verkauft werden:
Zitat

Angebot an DAB+ überholt UKW in München

30.11.2012

[München] Seit heute werden die lokalen Münchner Radioprogramme Radio Arabella, 95,5 Charivari, afk M 94,5 und Lora/Radio Feierwerk/Christliches Radio München auch über DAB+ verbreitet. Ausgestrahlt werden die Programme über das lokale DAB-Netz München 11C. BLM-Präsident Siegfried Schneider: „Mit der heutigen Aufschaltung weiterer lokaler Programme sind alle Münchner lokalen Hörfunkprogramme auch in DAB+ zu empfangen. Das ist ein starkes Argument für den Kauf eines Digitalradio-Empfangsgeräts.“ Insgesamt können mittlerweile in der Region München 43 unterschiedliche DAB+ und 10 DAB-Programme empfangen werden. Das ist eine deutlich größere Programmvielfalt als in UKW.


von Matthias K. - am 30.11.2012 16:07
So der WDR belegt zurzeit 536 CUs. Der WDR könnte aber die Bitrate bei den Einzelnen Programmen senken damit WDR 3 und WDR 4 noch platz finden. 80 kbps AAC pro Programm reichen vollkommen aus. Der BR Sendet seine Programme auch nur in 80 kbps AAC und es klingt trotzdem noch um längen besser als das total veraltetet überholte UKW. Vergleicht nur mal Radio Bob den Bob sendet ja nur mit 64 kbps AAC und klingt trotzendem nicht schlecht. Wenn man es so wie in der Schweiz macht, da Senden die ja alle nur mit 64 kbps und kriegen so satte 18 Radiosender auf einen Mux unter und klingt trotzdem noch besser als so manches DAB Programm hierzulande.
Seitdem ich meine Autos auf DAB aufgerüstet habe hatte ich nie wieder auf UKW zurückgeschaltet, denn die Pässe sind über DAB einfach viel satter und klarer als analog und rauschen und krachen tut es auch nicht mehr. Manchmal wenn ich um eine Kurve gefahren bin da wo es Interferenzen mit einen Sender auf der Nachbarfrequenz gibt sind mir fast jedes Mal die Lautsprecher aus der Tür gefallen so hat das gepoltert aber das gehört zum glück hier in schönen Bayern der Vergangenheit an.

So sieht es zur Zeit beim WDR aus

Sender kbps form
1LIVE 112 kbps DAB+
1LIVE diggi 112 kbps DAB+
WDR 2 128 kbps DAB
WDR 5 96 kbps DAB+
FUNKHAUS EUROPA 96 kbps DAB+
KinderRadioKanal 112 kbps DAB+
VERA 64 kbps DAB
WDR Event 0 kbps DAB+
Kapazitätseinheiten 536

Das wäre mein Vorschlag mit WDR 3 und 4 bei WDR Event müssen halt 1Live, WDR2 und WDR 4 auf 80 kpbs gedrosselt werden. 48 kbps für ein Fußballspiel sind doch mehr als ausreichend. Ich brauche jedenfalls im Auto keinen Surround Sound aber gutes Stereo will ich schon. Zuhause hat man ja eh Sat oder Internet um in den Surround Genuss zu kommen.

Sender kbps form
1LIVE 96 kbps DAB+
1LIVE diggi 80 kbps DAB+
WDR 2 96 kbps DAB+
WDR 3 80 kbps DAB+
WDR 4 96 kbps DAB+
WDR 5 80 kbps DAB+
FUNKHAUS EUROPA 80 kbps DAB+
KinderRadioKanal 80 kbps DAB+
VERA 48 kbps DAB+
WDR Event 0 kbps DAB+
Kapazitätseinheiten 535

Das werde ich morgen mal den WDR mailen vieleicht wird es ja doch was mit WDR 3 und 4. Leute Ihr müsst nur hartnäckig sein und euch solange beschweren denen die Hölle heiß machen bis die Programma aufgeschaltet sind nur so kann man DAB vorrantreiben.
Das ist doch ein hinnehmbarer Vorschlag und alle Sender sind vertreten und kurbelt dadurch den Markt der DAB Geräte an. Was nützt es wenn ich mir in NRW ein DAB Radio kaufe und kann meinen Lieblingssender WDR4 nicht hören. In Bayern gibt es Gott sei dank Bayern Plus mit den schönsten Schlagern und Melodien. Und Provate Sender hätten in NRW 11D ja auch noch Platz 4- 5 Stück. Ich versteh nicht dass die Privaten so zögern. Wie z.B: FFN und Hitradio Antenne sollten schleunigst auch über diesen Weg empfangbar sein.

von timichen - am 09.12.2012 13:52
Impala:
Ankündigungen habe ich hier und dort viele gesehen...Spekulationen... Und jetzt?
1.4., 4.4., 11.4. -> 12.4.: Nix

Domradio: Also es klingt meist schon etwas besser, als z.B. Bob, definitiv.
Dennoch wäre auch 80 kbps billiger gewesen, als die vorherigen 96 und definitiv hörbar besser, als 72.
Aber Platz ist und bleibt ja im Mux. Vielleicht kommt ja nochmal was, irgendwann...
Der WDR kann deshalb nicht mehr CUs belegen! Dann müsste die Festlegung erstmal wieder geändert und abgesegnet werden. Wir wissen ja, wie kompliziert und langatmig es hier gemacht wird.

Der WDR und seine CUs / kbps:
WDR4 hat viele Hörer, aber im Vergleich zu 1Live plus WDR2 nur wenige.
Diese Hörer sind zum Großteil jene, die sich am Meisten gegen Neues wehren und nur eine Notwendigkeit im Kauf eines DAB-Radios sehen, wenn es ihr Programm über UKW nicht mehr gibt.
Dann würden sie jedoch losrennen, wie die Schweizer für ihre Musikwelle.
Dort, wo unser 11D-Mux sehr gut empfangbar ist, ist jedes Programm des WDRs auch mehrmals im UKW-Band empfangbar, min. 1x tadellos.
Dort wo es auf UKW die angeprangerten Nachteile gibt, nur auf NRW bezogen, schwächelt auch 11D-Digitalradio.
Wenn der WDR also keinen deutlich besseren Klang bietet, als über UKW (-Ortssender an Rhein und Ruhr), gibt es keinen Grund, diesen über DAB+ statt über UKW zu hören, im Gegenteil.
Der WDR4-Mensch wird also auch nicht auf Digitalradio wechseln, wenn WDR4 darüber kommt, es sei denn, er hatte es eh schon in Betracht gezogen oder halt auf UKW "stirbt".
.
Der große 1Live-Fan fragt ohnehin: "Wozu DIgitalradio? Kommt doch perfekt über UKW" und könnte vielleicht mit nahezu echter CD-Qualität (144 kbps brutto AAC LC) dahin gelockt/überzeugt werden.
Das gilt auch für den WDR3-Hörer!

Für mich ist das Umschalten von nen 72er Bundesmuxler auf 1diggi manchmal der klangliche Hilfeschrei gegen den Verfall von guter Akkustik und Qualiät und entsprechend eine Wohltat.
Es ist doch gut, wenn jemand etwas Gutes gegen etwas nur ausreichendes entgegen setzen kann und der Hörer diese Alternative hat.

128 kbps für 1live und 1diggi waren sehr gut (LC), 144 kbps für den Test (und HR2) ein Traum.

Zugegeben, 112 kbps brutto AAC LC ist Mist, 112 kbps AAH HE ist verschwenderisch.
96 kbps würde im aktuellen Gesamtbild des 11Ds je Programm reichen (1live, 1diggi, WDR2...), damit wären aber noch nicht 3+4 dabei, außerdem: Ist der Ruf erst ruiniert... WDR3 lieber gleich mit 144...
Außerdem wird es immer noch dauern, bis man die letzten MP2-Rogramme auf AAC wechselt.
Vermutlich hat es immer noch mit den Ex- oder Teilzeit-Bonnern und Neuberlinern zu tun.
Erst wenn der letzte extra mit DAB gekaufte Wagen ihren Besitz verlassen hat, kann umgestellt werden.
Natürlich sagt man so danke zu den Leuten, die sich damals extra ein DAB-Radio gekauft hatten.

1diggi:
Bisher habe ich Moderationen / Livesendungen verpasst, wie sind sie?
Gestern Morgen habe ich nur 30 Minuten Musik und Claims gehört, da fand ich die Musikauswahl deutlich schlechter, als in den Einschaltmomenten um Ostern herum.
Statt bessere Musik als auf 1live, war es genau die gleiche (nur natürlich andere Reihenfolge), bis auf 1 Track, der direkt unterirdisch war.

von Matthias K. - am 13.04.2013 07:04
Nebenan wurde schon kurz darüber gesprochen, aber hier ist es besser aufgehoben. Manfred Z hat Daten für NRW gespostet. Ich zitiere mal das Posting aus dem Nachbar-Thread:
Zitat
Manfred Z
Übersicht der Senderdaten für NRW

Hier sind alle neueren Einträge für NRW. Der Abschluss der internationalen Koordinierung (Wechsel von A4 nach K4) scheint für eine Betriebsgenehmigung nicht relevant zu sein, wie man bei 5C sieht..

Land	Kanal	Sendername	Status	ERP H	ERP V	StOHöhe	AntHöhe	Polaris	AntChar	Datum Änd

D NW 5C Bielefeld A4 38.0 310 101 V N 20.12.2011
D NW 5C Bonn Venusberg A4 40.0 165 117 V N 01.02.2012
D NW 5C Dortmund A4 40.0 118 193 V D 01.02.2012
D NW 5C Düsseldorf Rhnt A4 40.0 37 232 V D 01.02.2012
D NW 5C Köln Colonius A4 40.0 49 228 V D 01.02.2012
D NW 5C Langenberg A4 40.0 241 292 H D 01.02.2012
D NW 5C Minden A4 36.0 227 115 V N 12.12.2012

D NW 11D Aachen A4 30.0 287 191 V D 04.02.2011
D NW 11D Arnsberg A4 20.0 256 41 V N 04.02.2011
D NW 11D Bad Oeynhausen A4 24.0 271 36 V N 04.02.2011
D NW 11D Bielefeld A4 24.0 310 101 V N 04.02.2011
D NW 11D Bonn Venusberg A4 40.0 170 117 V N 04.02.2011
D NW 11D Dortmund A4 40.0 118 193 V D 04.02.2011
D NW 11D Düsseldorf Rhnt A4 40.0 37 232 V D 04.02.2011
D NW 11D Ederkopf A4 30.0 674 80 V D 04.02.2011
D NW 11D Eifel Bärbelkrz A4 30.0 650 117 V D 04.02.2011
D NW 11D Herford A4 24.0 232 72 V N 04.02.2011
D NW 11D Hohe Warte A4 30.0 355 48 V N 04.02.2011
D NW 11D Ibbenbüren A4 37.0 174 65 H N 04.02.2011
D NW 11D Kleve A4 30.0 98 92 V D 04.02.2011
D NW 11D Kölnturm A4 40.0 49 164 V N 04.02.2011
D NW 11D Langenberg A4 40.0 240 292 H D 04.02.2011
D NW 11D Münster A4 33.0 178 154 V N 04.02.2011
D NW 11D Nordhelle A4 30.0 663 89 V D 04.02.2011
D NW 11D Oelde A4 30.0 173 58 V N 04.02.2011
D NW 11D Olsberg A4 30.0 701 37 V D 04.02.2011
D NW 11D Siegen A4 30.0 356 93 V N 04.02.2011
D NW 11D Stemwede A4 30.0 179 48 V N 04.02.2011
D NW 11D Teutoburger Wld A4 30.0 390 195 V N 04.02.2011
D NW 11D Wesel A4 30.0 21 213 V D 04.02.2011
D NW 11D Wuppertal A4 27.0 282 51 V N 04.02.2011

D NW 9A Aachen K4 30.0 287 191 V D 16.05.2012
D NW 9A Arnsberg A4 20.0 256 41 V N 04.02.2011
D NW 9A Bad Oeynhausen A4 24.0 271 36 V N 04.02.2011
D NW 9A Bielefeld A4 24.0 310 101 V N 04.02.2011
D NW 9A Bonn Venusberg K4 40.0 170 117 V N 16.05.2012
D NW 9A Dortmund K4 40.0 118 193 V D 16.05.2012
D NW 9A Düsseldorf Rhnt K4 40.0 37 232 V D 16.05.2012
D NW 9A Ederkopf A4 30.0 674 80 V D 04.02.2011
D NW 9A Eifel Bärbelkrz K4 30.0 650 117 V D 16.05.2012
D NW 9A Herford A4 24.0 232 72 V N 04.02.2011
D NW 9A Hohe Warte K4 30.0 355 48 V N 16.05.2012
D NW 9A Ibbenbüren A4 37.0 174 65 H N 04.02.2011
D NW 9A Kleve K4 30.0 98 92 V D 16.05.2012
D NW 9A Kölnturm K4 40.0 49 164 V N 16.05.2012
D NW 9A Langenberg K4 40.0 241 292 H D 16.05.2012
D NW 9A Münster A4 33.0 178 154 V N 04.02.2011
D NW 9A Nordhelle K4 30.0 663 89 V D 16.05.2012
D NW 9A Oelde A4 30.0 173 58 V N 07.02.2011
D NW 9A Olsberg A4 30.0 701 37 V D 04.02.2011
D NW 9A Siegen A4 30.0 356 93 V N 04.02.2011
D NW 9A Stemwede A4 30.0 179 48 V N 04.02.2011
D NW 9A Teutoburger Wld A4 30.0 390 195 V N 04.02.2011
D NW 9A Wesel K4 30.0 21 213 V D 16.05.2012
D NW 9A Wuppertal K4 27.0 282 51 V N 16.05.2012


Kanal 9 ist im Wellenplan GE06 für DVB-T für Standorte im Rheinland sowie in Dortmund und auf der Nordhelle eingetragen. Genau diese Standorte sind für 9A bereits koordiniert.

Nach dem letzten Planungsstand ist 9B für den zweiten Bundesmux, 9C für den Regionalmux in Südwestfalen und 9D für den privaten Landesmux in NRW vorgesehen.

Erstmal klasse. :) Nun ist die Frage wofür 9A eingesetzt werden soll. Ein zweiter NRW-Mux?

von Sebastian Dohrmann - am 11.06.2013 08:18
Wahrscheinlich dauert das Verfahren so lange, dass es sich schlicht nicht lohnt die Zuweisung zu entziehen. Wenn in der Hinsicht noch nicht unternommen wurde, wird sich die alte Komission damit nicht mehr beschäftigen. Für die neue Kommission wird es auch keinen Sinn machen dem Anbieter die Konzession zu entziehen, denn Ende 2015 endet das Experiment. Es werden wieder Gespräche über eine Verlängerung des Versuchs geführt.


§ 123 Widerruf der Zuweisung einer Übertragungskapazität

(1) Die Zuweisung einer Übertragungskapazität ist nach vorheriger Anhörung des Veranstalters, Anbieters oder Plattformanbieters zu widerrufen, wenn

1. die Voraussetzungen der §§ 13, 14 nicht mehr erfüllt sind,
2. die Bestimmungen der §§ 16 Absatz 3 oder 17 Absatz 3 nicht eingehalten werden oder
3. die Verbreitung oder Weiterverbreitung aus Gründen, die vom Veranstalter, Anbieter vergleichbarer Telemedien oder Plattformanbieter zu verantworten sind, nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt begonnen oder inner halb einer von der LfM bestimmten Frist nicht aufgenommen oder nicht fortgesetzt wird.



§ 13 Zuweisungsvoraussetzungen
Eine Übertragungskapazität zur Verbreitung oder Weiterverbreitung von Rundfunkprogrammen oder vergleichbaren Telemedien darf nur solchen Rundfunkveranstaltern, Anbietern vergleichbarer Telemedien oder Plattformanbietern zugewiesen werden, die erwarten lassen, dass sie jederzeit wirtschaftlich und organisatorisch in der Lage sind, die Anforderungen an die antragsgemäße Verbreitung oder Weiterverbreitung der Programme oder Telemedienangebote zu erfüllen. Rundfunkveranstaltern dürfen für die Verbreitung von Rundfunkprogrammen Übertragungskapazitäten nur zugewiesen werden, sofern eine entsprechende Zulassung hierfür vorliegt. Plattformanbietern dürfen Übertragungskapazitäten nur zugewiesen werden, wenn sichergestellt ist, dass den Anforderungen an die Sicherung der Angebots- und Anbietervielfalt entsprochen wird.

§ 14 Grundsätze
(1) Die LfM entscheidet über die Verwendung der ihr zur Verfügung stehenden Übertragungskapazitäten entsprechend den Zielen des § 2. Hierbei nimmt sie folgende Priorisierung vor:
1. Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit lokalem Hörfunk im Sinne des § 54 Absatz 2;
2. Versorgung mit einem analogen landesweiten Hörfunkprogramm;
3. Versorgung mit Sendungen in Hochschulen (§ 40d);
4. Versorgung mit Rundfunkprogrammen unter Berücksichtigung landesweiter, regionaler und lokaler Belange;
5. Versorgung mit vergleichbaren Telemedien.

(2) Bestehen keine ausreichenden Übertragungskapazitäten für alle Programmveranstalter, die die Voraussetzungen nach § 13 erfüllen, trifft die LfM eine Vorrangentscheidung. Dabei berücksichtigt die LfM die Meinungsvielfalt in den Programmen (Programmvielfalt) und die Vielfalt der Programmanbieter (Anbietervielfalt). Sie trägt dabei auch dem Gedanken der Anreizregulierung Rechnung. Das Nähere hierzu regelt die LfM durch Satzung.

(3) Die LfM beurteilt den Beitrag eines Programms zur Programmvielfalt nach folgenden Gesichtspunkten:
1. Inhaltliche Vielfalt des Programms, insbesondere sein Anteil an Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung, die räumlichen Bezüge der Berichterstattung, die Behandlung von Minderheiten- und Zielgruppeninteressen,
2. Beitrag zur Vielfalt des Gesamtangebots, insbesondere der Beitrag zur Angebots- oder Spartenvielfalt, zur Vielfalt im Sendegebiet, zur kulturellen und Sprachenvielfalt.

(4) Die LfM beurteilt Bestehen und Umfang von Anbietervielfalt nach folgenden Gesichtspunkten:
1. Beitrag des Antragstellenden zur publizistischen Vielfalt und zur Angebotsvielfalt,
2. Einrichtung eines Programmbeirats und sein Einfluss auf die Programmgestaltung,
3. Einfluss der redaktionell Beschäftigten oder von ihnen gewählter Vertreterinnen und Vertreter auf die Programmgestaltung und Programmverantwortung,
4. Anteil von ausgestrahlten Beiträgen, die von unabhängigen Produzenten zugeliefert werden, an der Sendezeit eines Programms.

(5) Bei der Nutzung digitaler terrestrischer Übertragungskapazitäten in dem nach §54 festgelegten Verbreitungsgebiet haben lokale Hörfunkprogramme Vorrang.

(6) Wird eine für die Versorgung mit lokalem Hörfunk nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 vorgesehene Übertragungskapazität nicht von einem Veranstalter nach § 52 genutzt, soll diese Übertragungskapazität
dem jeweiligen Rahmenprogrammveranstalter nach § 56 zur Verbreitung seines Rahmenprogramms zugewiesen werden. Im Übrigen finden Absatz 1 Satz 1 und Satz 2 Nummer 2 bis 5 Anwendung.

(7) Teleshoppingkanäle sind entsprechend ihres Beitrags zur Angebots- und Anbietervielfalt angemessen zu berücksichtigen. Absatz 4 Nr. 2, 3 und 4 ist bei der Beurteilung des Beitrages von Teleshoppingkanälen
zur Anbietervielfalt nicht zu berücksichtigen.

(8) Für vergleichbare Telemedien gelten die Absätze 2 bis 4 entsprechend. Für die Entscheidung über die Zuweisung von Übertragungskapazitäten an Plattformanbieter gilt § 51a Absatz 3 und 4 RStV entsprechend.




§ 16 Zuweisungsverfahren
(3) Der Antragsteller oder die Antragstellerin haben alle Angaben zu machen, alle Auskünfte zu erteilen und alle Unterlagen vorzulegen, die zur Prüfung des Zuweisungsantrags und der Beurteilung der Programm-, Angebots- und Anbietervielfalt erforderlich sind. Das Nähere regelt die LfM durch Satzung.




§ 17 Zuweisungsbescheid
(3) Die Zuweisung ist nicht übertragbar. Eine Änderung der zugewiesenen Übertragungstechnik und des Verbreitungsgebiets ist unzulässig. Für sonstige Änderungen der nach § 16 Abs. 2 und 3 für die Zuweisung maßgeblichen Umstände gilt § 9 entsprechend.

von Seltener Besucher - am 26.09.2014 15:51
Am 24. November 2015 hat es im Landtag NRW eine öffentliche Anhörung von Sachverständigen zum Gesetz zur Änderung des WDR-Gesetzes gegeben. Jetzt liegt das Protokoll vor.

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMA16-1089.pdf

Dr. Jürgen Brautmeier (Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen LfM) sagte u.a.:

Zitat

Ich mache mir Sorgen über das Gleichgewicht im dualen System in Nordrhein-Westfalen, was den Hörfunk angeht. Fernsehen lassen wir dahin gestellt. Aber dem Hörfunk mit sinkenden Reichweiten und sinkenden Werbeeinnahmen geht es nicht so gut, dass man sagen könnte, wir haben ein Gleichgewicht. Hier hätte ich mir regulatorische Rahmenbedingungen gewünscht, die dieses Gleichgewicht im Sinne von fairem Wettbewerb ein bisschen bewahrt, sodass der WDR zum Beispiel nicht kommerzieller Wettbewerb des lokalen Hörfunks, aber Lokomotive für die Digitalisierung ist. Wir müssen überlegen, wie wir den lokalen Hörfunk, wenn überhaupt, in die digitale Welt bekommen. Im DAB wird es schwierig bis unmöglich. Wir benötigen ein Nachfolgesystem. Dafür muss der WDR die Lokomotive sein, so wie er auch in anderen Bundesländern mittlerweile als Lokomotive gesehen wird und sich dazu bereit erklärt hat. Das schafft der Privatfunk nicht, glaube ich. Dafür hätte man hier noch Weichenstellungen vorsehen können. Ich wünsche mir das. Ich wollte diesen Punkt ansprechen, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken.


Dazu stellte der Abgeordnete Lothar Hegemann (CDU) diese Frage:

Zitat

Der letzte Punkt richtet sich an Sie, Herr Dr. Brautmeier. Digitalisierung, aber nicht DAB+: Ich habe im Moment das Gefühl, der Zug ist in Richtung DAB+ abgefahren. – Sind Sie nicht dabei, weil für die regionale Klientel nicht so kleinräumig abgebildet werden kann, oder was wollen Sie? Digitalisierung aus dem Netz? Sie fallen noch durch viele Löcher, wenn Sie im Auto digitalen Empfang haben wollen. Ich weiß nicht, wohin Sie den WDR treiben wollen.


Prof. Dr. Thomas Sternberg (CDU) fragte anschließend nach der Lage des Lokalfunks.

Die Antwort von Dr. Brautmeier:

Zitat

Herr Hegemann hat nach DAB+ gefragt und die rhetorische Frage gestellt, ob der Zug nicht bereits abgefahren ist. Es ist eine rhetorische Frage. Es bleibt uns nichts anderes übrig als zu versuchen, den Zug noch irgendwo zu bekommen; denn – ich spreche jetzt für den privaten Sektor oder die zweite Seite des dualen Systems – die ARD ebenso wie Deutschlandradio haben mit massiven Anmeldungen bei der KEF signalisiert, dass sie auf diesen Zug wollen. Mein Reden von der Lokomotive vorhin sollte nur heißen, wenn wir das duale System erhalten wollen, müssen wir den privaten Rundfunk dabei haben. Daran, ob das erfolgreich ist, mache ich für allem für den Lokalfunk in Nordrhein-Westfalen ein Fragezeichen. Er ist in der Tat zwar technisch abbildbar, wenn man das so will. Aber weil es ein gewaltiger Aufwand ist und gegenwärtig so wenige Geschäftsmodelle erkennbar sind, sehe ich darin gegenwärtig keinen Sinn. Es müsste andere Lösungen geben, die über das Regionale und Landesweite gespielt werden.

Ob trotzdem nicht alles zu spät ist, ist eine andere Frage. Als Interessenvertreter oder Sachwalter des dualen Systems, der auf das Gleichgewicht achten möchte, würde ich sagen, wenn die eine Seite fährt, muss die andere Seite auch fahren. Sonst haben wir das gleiche Ungleichgewicht, wie wir es historisch gewachsen im UKW-Bereich haben. Wir haben es eben gehört. In der Situation gab es noch keinen Privatfunk. Die guten Frequenzen hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Der Kleinschmutz blieb hinterher für den Privatfunk über, als dieser zugelassen wurde. Ginge der öffentlich-rechtliche Rundfunk bei DAB+ vor und würde erfolgreich, bevor die Privaten hinzukämen, wäre es viel, viel schwieriger. Das muss ich nicht weiter ausmalen, glaube ich. Darüber sind wir uns ziemlich einig.

Lassen Sie mich noch das kurze Stichwort „Gefahr Lokalfunk“ von Herrn Prof. Sternberg aufgreifen. Das ist fast schon mitbeantwortet. Herr Prof. Schwaderlapp ist direkt angesprochen worden. Mir geht es darum, dass kein Ungleichgewicht hineinkommt. Käme dieses Ungleichgewicht, was wir jetzt schon unbestritten haben, sähe ich in der Tat schwarz. Solange wir noch UKW haben, wird sich das System mehr oder weniger erhalten können. Aber es wird schwierigerer und schwieriger. Ich habe es eingangs gesagt. Noch einmal: Reichweitenverluste sind gegeben. Das Radio hat nicht mehr so viele Nutzer. – Schauen Sie einmal bei den Jugendlichen. Sie zeigen ein ganz anderes Verhalten bezüglich Radio hören oder nicht Radio hören. Das heißt auch, die Werbeeinnahmen für das Privatradio sinken. Das Privatradio finanziert sich nur über den Markt und nicht über andere Hilfen. Wenn die Einnahmen sinken, sehe ich zumindest für dieses flächendeckende Lokalfunksystem in Nordrhein-Westfalen dunkle Wolken. – Das war die Antwort an Prof. Sternberg.


Prof. Dr. Werner Schwaderlapp (LfM) stellte anschließend ergänzende Bemerkungen zur Lage des Lokalfunks an.

von Manfred Z - am 16.01.2016 14:45
Am 25. September hatte ich hier aus "VLR-Info – 3/2015 / Neuigkeiten aus dem Lokalfunk NRW " zitiert. Der Artikel "Digitaler Radioempfang in NRW" endete mit dem Absatz:

>> Der VLR wird seine Position zu DAB+ gegenüber der LfM in seiner Antwort auf den „Call for Interest“ nicht endgültig festlegen. Während die neue Technik durchaus interessante Möglichkeiten bietet, können die Risiken für den Lokalfunk in NRW noch nicht entscheidungsreif bewertet werden. Der VLR wird sich dazu mit der LfM, dem Verband der Betriebsgesellschaften, radio NRW und überregionalen Verbänden wie dem VPRT und der APR austauschen, die VGs [d.h. Veranstaltergemeinschaftten] laufend informieren und sie in eine endgültige Entscheidung einbinden. > In der letzten Ausgabe berichteten wir über den „Call for Interest“ der LfM. Dieser sollte zeigen, ob und welches Interesse an der Verbreitung von DAB+ in NRW besteht. Nach rund 20 Rückmeldungen äußert sich selbst die LfM skeptisch: Es besteht zwar Interesse an der Verbreitung von Inhalten per DAB+, aber die Interessenten können noch kein tragfähiges Geschäftsmodell für eine lokale oder regionale DAB+ Verbreitung erkennen. So LfM Direktor Dr. Jürgen Brautmeier bei der Anhörung zum WDR-Gesetz.

Der VLR und der Verband der Betriebsgesellschaften hatten sich im Namen der VGs und BGs in NRW ebenfalls skeptisch geäußert und sich zunächst für einen von der LfM vorgeschlagenen Test von lokaler DAB+ Verbreitung ausgesprochen.

DAB+ ist rein technisch betrachtet zwar leistungsfähiger als UKW, es bleibt jedoch ein Massenmedium, das lineare Inhalte an ein nicht-identifizierbares Publikum verbreitet und keinen Rückkanal bietet. Damit hat es in der Vermarktung viel mehr mit UKW gemeinsam, als es mancher DAB+ Befürworter wahrhaben will. DAB+ finanziert sich über das Generieren und Verkaufen von Reichweite – genau wie UKW. Im einfachsten Fall: Je mehr Hörer ein Programm hat, desto attraktiver ist es für die Werbewirtschaft und desto größer sind die Erlöse, die erwirtschaftet werden können.

Genau diese Reichweite fehlt DAB+ jedoch und damit wird jede Investition in DAB+ zu einem hohen Risiko. Öffentlich-rechtliche Sender sind bereit, dieses Risiko einzugehen, private Anbieter – die nicht gebührenfinanziert sind – nicht.

Diese Hürde wurde durch den Call for Interest der LfM nochmals deutlich. LfM Direktor Dr. Brautmeier kündigte an, zunächst weitere Gespräche mit dem WDR zu führen. Vielleicht lässt sich dieser als Vorreiter für DAB+ in NRW einspannen und dient als eine Art „Lokomotive“ für die zukünftige Entwicklung. Im Frühjahr 2016 erwartet die Bundesnetzagentur ein Signal der LfM, was mit den für DAB+ vorgesehenen Frequenzkapazitäten geschehen soll. Der Lokalfunk ist weiterhin skeptisch.


von Manfred Z - am 17.01.2016 13:29
Zitat
Jens Rau
Radio NRW sind die Lokalsender.


So ganz richtig ist es nicht. Radio NRW ist ein Rahmenprogrammanbieter, der keine eigenen Lokalradios besitzt und auch keine eigenen Frequenzen hat. Radio NRW gehört dem WDR, RTL Radio Deutschland und den NRW-Zeitungsverlegern die für die Lokalradios die Betriebsgesellschaften stellen.

Zitat
Jens Rau
Der Werbeblock um kurz vor voll und die Weltnachrichten werden immer von Radio NRW übernommen. Manche Lokalsender senden sogar nur 3 Stunden selber.


Die Weltnachrichten können zur Hälfte von den Lokalradios und von Radio NRW produziert werden. Auch Wetter und Verkehr zur vollen Stunden können von einem Lokalradio produziert werden.

Zitat
Jens Rau
Die Musikauswahl kommt bis auf wenige Ausnahmen von Radio NRW und ist bei allen Sendern gleich die Stationserkennung wird per Funksignal von Radio NRW ausgelöst.


Die Musikauswahl ist verpflichtend für alle Lokalradios. Ich weiß, dass nur Radio 912 die Titel durcheinanderwirbelt. Offiziell heißt es, dass nur ein Titel pro Stunde eingeschoben wird. Die können sich das leisten, weil sie sehr erfolgreich sind, wie die meisten Stadtsender.

Zitat
Jens Rau
Die Stunde Bürgerfunk abends ist der Offene Kanal, d.h auf deinem Lokalradio sind eigentlich 3 Anbieter die sich den Platz teilen.


Der Bürgerfunk wird Mo-Sa von 20:04 – 20:56 Uhr ausgestrahlt, am Sonntag ist das Landesmediengesetz bürgerfreundlicher und erlaubt den Start der einstündigen Bürgersendungen schon um 19:04 Uhr. Beim Bürgerfunk gibt es keine festgelegte Anzahl an Anbietern. In einigen Verbreitungsgebieten gibt es keine Bürgerfunker, in anderen sind es ganz viele. Jeder kann so eine Sendung produzieren, der eine Gruppe von mindesten 3 Personen zusammenstellen kann. Mindestens eine der Personen sollte sich zertifizieren lassen, spricht eine Schulung mitmachen.

Zitat
Jens Rau
Normalerweise kannst du nicht unterscheiden ob du Radio 912 oder Radio NRW hörst.


Das geht in der Regel schon, denn bei Radio NRW ist die Themenauswahl anders, es gibt nie Lokalthemen.

Zitat
Jens Rau
Früher bekamen die Lokalradios das Signal über Satellit glaube mittlerweile geht das über das Internet, weswegen es bei Gewittern keine Störungen mehr gibt,


Nach den einige Male die Gewitter in ganz NRW tobten, hat Radio NRW zuerst die Anzahl der ISDN-Slots für die Lokalradios erhöht. Die Tonqualität war trotzdem schlechter und beim der Umschaltung gab es häufig einen Aussetzer. Mittlerweile sind alle Sender tatsächlich über das Internet vernetzt, die Playlist und die Beiträge können direkt aus Oberhausen in die Playlist des Lokalsenders geladen werden. Jedes Programm kann theoretisch aus einem Studio der gleichen Betriebsgesellschaft oder aus Oberhausen gefahren werden. Wenn Studios umgebaut werden, kann das Programm in Euskirchen aus Leverkusen kommen oder in Wesel aus Meschede.

Zitat
Jens Rau
Zurück zum Thema DAB + in NRW es scheint ja nun auch Bewegung darin zu kommen die Lokalradios aufzuschalten, scheinbar gab es schon genug Anfragen von Hören wieso sie denn nicht auf DAB + senden.


Viele Lokalradios haben die DAB+-Ausstrahlung abgelehnt. Ich kann mir vorstellen, dass es regionaler Test ist. Nun wird die Sache interesst. Wenn die Lokalradios selber den Sender betreiben würden, müsste der WDR sich bei den Lokalradios mit WDR 2 anmieten. Kommt der WDR den Lokalradio zuvor, müssen die Lokalradios ihren größten Wettbewerber finanziell unterstützen. Es würde schon Sinnmachen, wenn die Lokalradios selber ihr Programm ausstrahlen.

von Seltener Besucher - am 16.10.2016 19:17
Ja es war heute Mittag (Sonntag also)!

Ich glaube, es wird keiner der dass hobby mäßig macht, ein so teures Zeug haben, um digital zu senden?

Oh lustiger weise habe ich gerade ein Nachricht bekommen, die das ganze wohl etwas aufklärt:

Zitat
Persönliche Nachricht
Guten Tag ********!

Wir haben Ihren Beitrag im DAB Forum der Internetplattform „mysnip“ gelesen, in welchem Sie unterschiedliche Audiopegel der regionalen Feeds von Radio.NRW bemängeln. Dies ist auch aus unserer Sicht richtig und liegt an der unterschiedlichen Signalzuführung zum Standort des Multiplexers, an welchem auch das Encoding (also die Wandlung in ein digitales Signal) erfolgt. Hier liegt aufgrund unterschiedlicher Signalströme keine normierten Bezugspegel vor. Wir arbeiten daran in Zusammenarbeit mit unserem Service Provider.

Das Ensemble, welches Sie offenbar zwischen dem 10.10 und 16.10.2016 am Standort Siegburg/Sankt Augustin empfangen haben, ist lediglich eine Testausstrahlung im Rahmen einer durch Fördergelder der Europäischen Union finanzierten Machbarkeitsstudie. Wir wollen mit diesem zeitlich befristeten Projekt nachweisen, dass es - entgegen anderer Verlautbarungen aus der (Landes-) Medienpolitik - durchaus rentabel und kostenneutral möglich ist, regionale Programmanbieter in einer semilokalen digitalen Sendeumgebung (DAB+ im Rundfunkband III) auszustrahlen. Dies soll auf non-profit Ebene abseits der etablierten Standortbetreiber TDF/Freenet bzw. WDR erfolgen, da im Rahmen unserer Untersuchungen davon ausgegangen wird, das ein variantenreiches Programmangebot ein Grundrecht ist, und Programmveranstalter, welche zu finanzschwach sind, von der Digitalisierung aus rein finanziellen Gründen unfreiwillig ausgeschlossen werden.

Hierzu setzen wir im Testzeitraum, in welchem Sie uns offenbar empfangen haben, handelsübliche Sendetechnik im Investitionsrahmen unter 10.000,- Euro ein, welche weitestgehend auf Software zur Generierung von digitalen Audiosignalen, gemultiplexten Datenströmen und Modulation basiert. Dies ist der entscheidende Grund dafür, dass unser Systemkonzept im Gegensatz zu denen der Mitbewerber bei Berücksichtigung der Kostenaufteilung auf die verschiedenen Inhalteanbieter im Multiplex nur einen Bruchteil der üblichen Kosten verursacht.

Der Standort unserer Sendeanlage ist übrigens ein öffentliches Gebäude im Stadtgebiet Sankt Augustin bei Bonn. Da es sich lediglich um eine Studie handelt, beträgt die Sendeausgangsleistung (richtiger: die von der Antenne abgestrahlte Leistung) im Rahmen der Versuchsgenehmigung lediglich ein Bruchteil der üblichen zur Distribution verwendeten Leistung. Auch ist der Standort bezogen auf die Topographie alles andere als geeignet. Beabsichtigt ist nach Auswertung der durchgeführten Analysen und technischer Messungen möglicherweise in Ihrer Region vom Standort Siegburg richtungsbezogen zu senden. Wir haben jedoch noch keine Rückmeldungen von Radio NRW und anderen lokalen Programmveranstaltern (namentlich bonnFM, KölnCampus). Ebenso versuchen wir Betreiber von Parkeinrichtungen für uns zu gewinnen, um eine lokale Auslastung von Parkraumkapazitäten auf digitalem Weg zum Autofahrer zu bringen.

Wir freuen uns, dass Sie offenbar zufällig unsere Ausstrahlungen empfangen haben, und wünschen Ihnen weiterhin viel Freude mit Ihrem digitalen Empfangsgerät. Gerne halten wir Sie auf dem Laufenden, was die Fortführung bzw. Umsetzung unseres Konzeptes angeht. Vielen Dank auch für Ihr interessantes Videomaterial, welches wir - Ihre Erlaubnis vorausgesetzt - gerne im Rahmen einer multimedialen Präsentation verwenden würden. Hierfür wären wir Ihnen für eine Rückmeldung dankbar.

Mit freundlichen Grüßen

****************************


Dann haben mich meine Ohren ja doch nicht ganz getäuscht.

Mal sehen, ob ich das morgen nach der Arbeit noch hören kann.

von Rundstrahler - am 16.10.2016 20:41
Zitat
LordWhopper
AFAIK braucht man üblicherweise zwei Genehmigungen. Zum einen die Frequenzzuteilung seitens der BNetzA und zum anderen die medienrechtliche Zulassung der Landesanstalt für Medien.


Wobei die bei so kurzer Dauer nicht unbedingt in der BnetzA-Datenbank auftauchen muss.

Zitat
LordWhopper
Ich nehme an, die Auslösungen von automatischen Umschaltungen wollte man durch eine eher geringe Leistung soweit wie möglich ausschließen?


Was hat die Umschaltung zw. UKW und DAB+ mit dem Test zu tun? Es müsste in DAB+ ein Hinweis auf einen Test gesendet werden, z.B. im Namen „Radio Bonn/SU (Test)“.

Zitat
LordWhopper
Sonst macht es doch keinen Sinn mit ein paar funzeligen Watt zu senden. Leider ist der genaue Standort ja nirgends erwähnt worden. Warum eigentlich?


Es ist auch nicht erwähnt worden, wie viele Standorte waren es eigentlich?



Zitat
LordWhopper
In Anbetracht der Tasache, daß der Veranstalter bereits lizensierte Programme ausgestrahlt hat, war wahrscheinlich nur die Genehmigung der BNetzA ausreichend.


Davon gehe ich auch aus. Gibt es nicht trotzdem eine Anzeigepflicht gegenüber der LfM NRW, wenn ein Aktiver Multiplexbetreiber ein Paket zusammensetzt?

Zitat
LordWhopper
Ich gehe einfach mal davon aus, daß die drei Lokalsender zumindest informiert wurden beziehungsweise zugestimmt haben.


Hier wäre ich mir nicht so sicher. Schließlich sind die Lokalradios für nur wenige Stunden lizenziert und es müssten Zustimmen: Die Veranstaltergemeinschaft, die Betriebsgesellschaft und Radio NRW, als Mantelprogrammanbieter. Ich kann mir nur nicht vorstellen, dass Anbieter die sich mit Händen und Füßen gegen DAB+ wehren, einer Übernahme ihrer Programme zustimmen. Wenn die alle informiert gewesen wären, würden jetzt nicht alle schweigen.

Zitat
LordWhopper
Immerhin muss das Signal ja irgendwie zum Senderstandort gekommen sein, was für Radio Köln und Radio Bonn-Rhein-Sieg ja vielleicht noch über ballempfang möglich gewesen wäre. Spätestens bei Radio Berg hätte es aber nicht geklappt, der ist im genannten Gebiet eher gar nicht zu empfangen.


Wir wissen nicht, wieviel Verspätung das Signal im Multiplex gegenüber UKW hatte. Wenn es nahezu synchron war, kann es nicht vom Webstream stammen. Wurde es aus der Luft abgegriffen?

Warum diese Programmauswahl und nicht z.B. das Uniradio, was medienrechtlich wesentlich einfacher gewesen wäre?


Zitat
PEQsche
Nächstes Jahr wird NRW mit dem 2. Bundesmux aufgemischt. Dann kann er mit seinen Dummfunkern endgültig baden gehen :)

Das glaubst Du. Ich kenne noch ganz viele Menschen, die noch nie etwas über DAB+ gehört haben und Digitalradio für einen Empfänger mit einem Display halten.

von Seltener Besucher - am 18.10.2016 19:28
Ich konnte es nicht lassen, meinen zuständigen Kontakt (zu dem ich ja nur zufällig gekommen bin) auf den Artikel aufmerksam zu machen.

Heute kam sogar noch eine Antwort:

Zitat
Persönliche Nachricht

Sehr geehrter *************,

verbindlichsten Dank für Ihren Link und Ihr reges Interesse an unserer Studie. Wie ich Ihnen bereits mitgeteilt hatte, war es nie erklärtes Ziel, externe Teilnehmer für den Empfang zu akquirieren. Daß Sie dennoch - trotz bewußt gering gewählter Strahlungsleistung - unsere Aussendungen empfangen haben, spricht für die Empfindlichkeit Ihres Empfangsgerätes und den günstigen Standort quasi in hochfrequenztechnischer "Sichtweite" zum Institutsgebäude.

Der von Ihnen entdeckte Online-Artikel enthält in erster Linie irreführende Informationen. Wir haben darüber heute morgen im Kollegenkreis herzlich gelacht. Der Autor hat offenbar bewußt versucht, den Anschein einer ungenehmigten Ausstrahlung zu erwecken. Dies beobachteten wir in der Vergangenheit insbesondere in NRW häufig, da es dort bestimmte medienpolitische Interessengruppen gibt, die sich der notwendigen und konsequenten Digitalisierung der Hörfunkdienste verweigern. Dies hat unterschiedliche, oftmals auch nur vorgeschobene, Gründe, zu denen ich an dieser Stelle aufgrund unserer Verpflichtung zur Neutralität nicht weiter Stellung beziehen möchte.

Sehen Sie, allein die Aussage des zitierten "LfM Sprechers" ist inhaltlich völlig haltlos. Selbstverständlich haben wir für die Komposition des Test-Ensembles bestehende und lizensierte regionale private Hörfunkprogramme zusammengeführt, um eben die medienrechtlichen Vorgaben nicht zu verletzen. Alle drei verwendeten Anbieter (Radio Köln, Radio Berg und Radio Bonn/Rhein-Sieg) sind für die terrestrische Verbreitung von der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf lizensiert, sonst dürften sie auch nicht analog über bestehende UKW Sender (-netze) verbreitet werden. Darüber hinaus hat uns der technische Dienstleister der Radio NRW Gruppe bereitwillig alle betroffenen Modulationssignale zum Standort des Multiplexers geliefert, da eine qualitativ hochwertige Kodierung der Nutzkanalsdatenströme anderweitig nicht durchführbar gewesen wäre (bedenken Sie die Frequenzbeschränkung von 15kHz für die UKW Verbreitung).

Weiterhin wird dargestellt, daß nach dem TKG keine Genehmigung zur Frequenznutzung vorgelegen haben soll. Dabei wurde jedoch außer Acht gelassen, daß im Rahmen der vorangegangenen EU-geförderten Studie nicht die nationalen Frequenzverwaltungen eingebunden sind, sondern die Frequenzzuteilung sowie die Betriebsgenehmigung für wissenschaftliche Zwecke seitens der BEREC, also der zuständigen (Fernmelde-) Verwaltung der Europäischen Kommission koordiniert wurde. Inwiefern eine Einbindung und/oder Information der nationalen Verwaltungen stattfindet, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis.

Gerne informieren wir Sie über die Fortsetzung unserer Studie, wenn die nächsten Messungen an der Luftschnittstelle stattfinden. Geplant sind dann neben den Audiodiensten die lange geplanten Livedaten der Parkraumbewirtschaftung multimedial darzustellen. Dies ist auch der Grund, warum wir Siegburg als Testgebiet auserkoren haben, da es eine überschaubare Anzahl von öffentlichen Parkhäusern gibt, die weitestgehend alle per Leitungsschnittstelle Belegungs- und Statistikdaten übermitteln können.

Mit freundlichen Grüßen
************************


Gesendet: Freitag, 28. Oktober 2016 um 16:52 Uhr
Von: ********************
An: *********************
Betreff: DAB+ EU Studie (Empfangsbericht extern)

Sehr *****************,

haben Sie den folgenden Artikel gelesen wo über ihren Test geschrieben wird? Schauen sie mal unter http://www.dehnmedia.de/?page=update auf die Seite.
Ich hatte das so versanden dass sie das ganz offiziell gemacht haben? Ich fände es prima wenn sie mir eine kurze Rückantwort geben würden.

Herzliche Grüsse
******


von Rundstrahler - am 31.10.2016 10:39
Ihr seid wieder mal drei Schritte voraus. Das Land NRW hat keine Frequenzen zu vergeben. Zuerst müsste es Bedarf für Frequenzen der BNetzA mitteilen. Diese hätte dann Planungssicherheit, weil der Bedarf kalkulierbar wäre. Dann würde die BNetzA die Frequenzen mit den Nachbarländern koordinieren. Der alte GE06-Plan ist doch längst Makulatur. Deutschland hat und wird so viele Frequenzen tauschen, dass für NRW nur der letzte Müll übrigbleibt. Wenn man seinen Bedarf nicht anmeldet, kann man sich die Rosinen aus dem Kuchen nicht herauspicken.

Solange NRW keinen Bedarf anmeldet, gibt es nichts zu verteilen. Der WDR geht leer aus, dem steht ein Teil einer Regionalkette für WDR 2 zur Verfügung. Der NRW-Privatfunk bekommt keinen Wettbewerb aus NRW. In den Bundesmuxen mischen nur Sender mit, die nicht aus NRW stammen.

Wie soll die LfM NRW etwas verteilen, was das Land noch nicht hat.

Jetzt könnte man glauben, bei der SPD lag es an der DDVG, die für ihre AMS-Lokalradios in Ostwestfalen keinen Wettbewerber wollte.

Wer glaubt, durch die CDU ändert sich etwas, hört den WDR nicht.
Neuer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien wurde in NRW Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, die WAZ schreibt über ihren Miteigentümer:

Stephan Holthoff-Pförtner: Verleger, Anwalt und Minister
https://www.waz.de/staedte/essen/verleger-anwalt-essener-stadtpatriot-und-landesminister-id211079123.html

Der WDR muss leider die Datei in ein paar Wochen entfernen:
WDR 5 – Töne, Texte, Bilder:
http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-toene-texte-bilder-beitraege/audio-seitenwechsel-100.html

WDR TV -Westpol:
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westpol/video-westpol-410.html

Selbstdarstellung:
http://www.holthoff-pfoertner.de/rue199/team_stephan_pfoertner.htm

Sein Ministerium:
https://mbem.nrw/de/pressemitteilung/dr-stephan-holthoff-pfoertner-tritt-sein-amt

Früher gehörten Medien zur Kultur. Das scheint heute anders zu sein.

Die CDU hat mit den Slogan „NRW an die Spitze bringen - Schluss mit Schlusslicht“ die Wahl gewonnen. Im Medienbereich wird sich da nichts in Sachen DAB+ tun.

Aus dem Wahlprogramm der CDU NRW:

Zitat

Wir wollen eine starke Medienlandschaft für ein gut informiertes Nordrhein-Westfalen.


Titel lesen sich gut, schauen wir was damit gemeint ist:

Zitat

„Kritische Medien sind für eine lebendige, wehrhafte Demokratie und einen funktionierenden Rechtsstaat unverzichtbar. Deshalb muss der Mediensektor in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich von allen ideologischen und bürokratischen Hemmnissen befreit werden. Bei Qualitätsmedien kennt jeder den Absender des Inhaltes. Das ist der entscheidende Unterschied zu verschiedenen Kanälen und Social Media-Angeboten im Netz. Soziale Medien müssen Regeln unterworfen werden, die im Sinne von Jugendschutz und Menschenwürde, gegen Diskriminierung und Hass zum gesellschaftlichen Fortschritt und zur demokratischen Meinungsbildung beitragen.“


Also zieht Euch hier warm an, schon mal Ausschau nach einem Server in der Schweiz gehalten?

Zitat

Wir stehen für einen fairen Interessenausgleich zwischen den Qualitätsmedien. Nordrhein-Westfalen braucht für den öffentlichen Diskurs auflagenstarke Tageszeitungen, einen reichweitenstarken, solide finanzierten, aber mittelfristig weitgehend werbefreien WDR sowie einen wirtschaftlich tragfähigen Lokalfunk und redaktionelle Online-Angebote. Regeln und Grenzen, die das Miteinander etwa von Presse und öffentlich-rechtlichem Rundfunk im Online-Bereich bestimmen, werden wir sorgsam beobachten. Technische Entwicklungen, die das einmalige Modell des Lokalfunks in seinem Gesamtbestand gefährden, lehnen wir ab. Darüber hinaus wollen wir Initiativen einbringen, die die finanziellen Rahmenbedingungen für freie und vielfältige Medien – und damit für die lokale Vielfalt – verbessern.


Zitat

Die politisch motivierten Novellen des Landesmediengesetzes und des WDR-Gesetzes werden wir korrigieren und auf ihre jeweiligen wesentlichen Kernbestandteile reduzieren. ...


Zitat

Staatliche Journalismusförderung lehnen wir ab. Die Stärkung von Informationskompetenz und der politischen Bildung ist allerdings eine wichtige öffentliche Aufgabe. Die bisherige unkoordinierte Förderung der Medienkompetenz durch das Land werden wir neu bewerten und dabei für eine konsequente Verzahnung mit der staatlichen Erziehungs- und Bildungspolitik – vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Erwachsenenbildung – Sorge tragen.


Zeitungslesen in der Schule?

Zitat

Die Medienerziehung in der Schule ist ein erster Schritt zur Selbstbestimmung. Unser Ziel ist, dass Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen Kenntnisse und Kompetenzen erwerben, die zu einem verantwortungsvollen, eigenständigen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken befähigen.

Entsprechend werden wir das Fach Informatik an allen Schulformen stärken. Wir werden den Medienkompetenzerwerb in den Fachcurricula aller Schulformen verbindlich verankern.


Zitat

Die rot-grüne Landesregierung hat die Kulturpolitik zu einer Nebensache degradiert. Mit uns wird Kultur auch politisch wieder wichtig werden. Wir wollen Rahmenbedingungen setzen und verbessern, in denen sich kulturelles Leben entfalten kann. Dies gilt gleichermaßen für die Medienlandschaft, für das religiöse Leben und das ehrenamtliche Engagement, das unsere Gesellschaft so besonders macht.


Die Medienlandschaft soll sich entfalten, aber nichts soll den Lokalfunk gefährden. Also doch kein DAB+ in den nächsten 4 Jahren.

Und was sagt der Koalitionspartner dazu?

Zitat

Pluralismus und Medien
Wir setzen uns für eine freie und vielfältige Presse- und Medienlandschaft ein. Ohne sie wäre ein demokratisches Gemeinwesen nicht denkbar. Freie Medien sind die Voraussetzung dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger am Meinungsbildungsprozess teilhaben und sich über gesellschaftliche Entwicklungen informieren können.


Nur wenn der Bürger in Internet sich austoben darf. Freien Zugang für Bürger zu allen Medien will die FDP nicht.

Zitat

Wir wollen das Landesmediengesetz NRW reformieren. Es muss die digitale Entwicklung stärker abbilden. Dazu müssen bürokratische Fesseln aus dem analogen Zeitalter gelöst und Zukunfts- und Entwicklungschancen für Presse, Medien und private Sender eröffnet werden. Der politischen Einflussnahme auf die Besetzung der Leitung oder der Medienkommission der Landesmedienanstalt wollen wir einen Riegel vorschieben.

Wir wollen eine einheitliche, unabhängige und professionelle Medienaufsicht schaffen. Den Einfluss der Politik – insbesondere von Regierungsvertretern – in Aufsichtsgremien des Rundfunks wollen wir dabei zurückdrängen.


Der Direktor der LfM NRW Dr. Tobias Schmid kommt von RTL, der Minister für Medien ist Miteigentümer der Funk Medien Gruppe. Der Einfluss aus der Politik wird durch den Einfluss aus der Wirtschaft ersetzt.

von Seltener Besucher - am 09.07.2017 23:48
Es gibt in der ganzen Welt kein anderes Mediensystem, dass so komplex ist, wie das Zwei-Säulen-Modell in NRW. Es entspricht dem Gedanken einer Rätedemokratie. Das System ist nicht zu halten, wenn das Radio digitalisiert wird. Warum sollten die Verleger noch mitspielen? Sie könnten selbst eine Lizenz für ganzes NRW erhalten. Das neue System kommt großen Verlegern entgegen, den kleinen wohl nicht so sehr. Jetzt ist alles so schön aufgeteilt mit dem Ziel sich gegenseitig nicht zu stören.

Deine Aussage ist zu optimistisch. Nehmen wir mal an, in NRW würde in jedem fünften Haushalt ein DAB+-fähiger Empfänger stehen, dann verlieren einigen Lokalradios möglicherweise jeden fünften Hörer. Bei 40 % Einschaltquote bleiben noch 32 % übrig. Damit können die Lokalradios gut leben.

Wird in NRW DAB+ im lokalen Bereich kommen, dann ist dieses Konstrukt passe:
1. Keine Veranstaltergemeinschaft mehr (1000 Menschen in NRW)
2. Kein Bürgerfunk mehr (vielleicht 300 Menschen in NRW)
3. Keine Beteiligung der Städte- und Gemeinden-Eigenbetriebe mehr am Lokalfunk (25 %)
Viele können damit leben.

4. Für die Redaktionen kann es bedeuten, dass ein Moderator viele Lokalradios gleichzeitig bedient. So etwas wird im Kreis Minden-Lübbecke und Herford ausprobiert. Gibt es bei RTL auch, deshalb ist Hans Blomberg der Moderator mit der höchsten OnAir-Zeit in Deutschland. Warum sollt es in der Heimatregion von Hans nicht gehen? = Verlust von Arbeitsplätzen.

Das bedeutet:
Ein Quasimonopol wird zum Monopol. Die Betriebsgesellschaft erhält die Lizenz direkt von der LfM NRW. Schätzungsweise jedes dritte oder sogar jedes zweite Lokalradio wird geschlossen, weil nicht mehr tragbar. Sie werden nur gehalten, damit kein Wettbewerb für die erfolgreichen Städtelokalradios entsteht. Eine hohe Einschaltquote sagt nichts über die Wirtschaftlichkeit der Lokalradios aus. Aus dem Lokalradios werden Regionalradios, vielleicht mit Lokalfenstern für Werbung und Lokalnachrichten. Die Strukturen wurden von Anfang an so errichtet, dass in der „Zentrale“ ein Programm für alle zum Verlag gehörenden Lokalradios produziert werden kann.

Und jetzt schauen wir uns mal die Lokalfunkstruktur an. Im Osten die DDVG-Lokalradios, die auf eine Infrastruktur der SPD-Medienholding zurückgreifen können. Im Westen drei große Lokalfunkgesellschaften (Köln/Düsseldorf/Essen) und dazwischen viele kleine Firmen. Außerdem mischt RTL bei Radio NRW mit und als Verleger aus NRW könnte hier RTL ein landesweites Radio etablieren. In Berlin ist es das erfolgreichste Radioprogramm, warum sollte es in NRW anders sein? Die scheinen das nötige Wissen zu haben.

Ich könnte mir vorstellen, dass Lokalradio in den Kreisen bleiben, die am Rande sind und die der WDR nicht besonders gut bedient. Ich denke dabei an Radio Siegen oder Hellweg Radio. Kleine Sender werden sich die Parallelausstrahlung nicht leisten können. Denken wir mal an Radio Leverkusen.

Man hat in NRW zu lange geschlafen und jetzt wird man getrieben. Es wird ein Kraftakt allen Verlegern eine Alternative zum aktuellen System anzubieten. Die großen werden sich breitmachen. Die Grabenkämpfe werden noch drastischer. Das Problem ist, dass keiner eine Lösung hat.

Eigentlich müssten die Monopole aufgelöst werden. Ein Verleger sollte nicht gleichzeitig ein Lokalradio im gleichen Gebiet betreiben dürfen, wo er bereits Zeitung verlegt. Es müsste eine Lösung her, die diese Monopole verhindert. Das ist nur in NRW nicht durchzusetzen.

von Seltener Besucher - am 08.09.2017 17:50
Zitat
Habakukk
Soso...
NRW: Verband Lokaler Rundfunk prüft Beteiligung an DAB+ - Keine Technologie der Zukunft
http://www.satnews.de/mlesen.php?id=fecbd9345582534377fca8f8223bb23f
Also? Bisschen Subvention und der Lokalfunk ist dabei?


Es wird kaum möglich sein die Subventionen nur dem Lokalfunk zukommen zu lassen. Da werden sich einige benachteiligt fühlen und klagen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der EuGH da mitzieht. Man kann aber auch auf Zeit spielen und erst subventionieren und dann das Geld zurückfordern. Das hätte den Vorteil, dass dann einige Lokalradios pleite sind und der Lokalfunk umgebaut werden muss. Aus Imagegründen lassen sich die Politiker darauf nicht ein. Außerdem würde eine CDU-Regierung SPD-eigene Lokalradios subventionieren. Das wird aus parteipolitischen Kalkül nicht gehen.

Der Lokalfunk hat mit allen Neuerungen immer gewartet. Der WDR hatte flächendeckend RDS eingeführt gehabt, da überlegten sich die Lokalradios wofür es gut wäre. Es ist nicht die einzige Baustelle, die die Lokalradios in Sachen Verbreitung haben. Unitymedia würde gerne auch UKW im Kabelnetz abschalten. Den anderen Sendern ist es egal, weil alle landesweit digital im Kabelnetz verbreitet werden. Die Lokalradios sind digital nicht dabei.

Es ist die Frage, ob der WDR und die Verleger sich einen Multiplex teilen wollen? Dem WDR wird es nicht so viel ausmachen, wenn er der Betreiber ist. Den flächendeckenden Ausbau kann er immer mit der Versorgungspflicht begründen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man hier der DVB-T-/T2-Argumentation folgt und auf die Versorgung über Satellit verweisen wird. Hörfunk ist ein anderes Medium. Der Versorgungsgrad von DAB+ wird mit der Abschaltung von UKW gleich sein müssen. Da werden erst einmal ein paar leistungsschwache UKW-Sender auf dem Äther verschwinden müssen, auch Deutschlandradio hat es bereits angekündigt.

Zitat
zerobase now
Das mit den Kosten ist doch ne Milchmädchenrechnung. Über Smallcale-Lösungen wären die Kosten sehr überschaubar und über lokale Multiplexe würden die ja auch die Reichweite deutlich erhöhen.


Small-Scale-Lösungen sind vielleicht auf dem Land eine Lösung. In der Rhein-Ruhr-Metropole machen solche Lösungen gar keinen Sinn. Das Problem der heutigen Kreisradios ist die Verbreitung. Wobei auch einige Stadtradios Probleme haben. Schaut man sich die Besitzverhältnisse an, dann stellt man schnell fest, dass einige Verleger mehrere Lokalradios betreiben/vermarkten. Da die Lokalradios mit ihrer Betriebsgesellschaft über eine Standleitung angebunden sind, würde es reichen die Programme dort zu multiplexen und über eine Standleitung an deutlich weniger Standorte zu übertragen als bisher. Der Lokalfunk muss doch nicht 1:1 abgebildet werden, weil sonst doch auch die Versorgungsprobleme von UKW auf DAB+ übertragen werden. Die Versorgung muss besser werden. Man könnte die Anzahl der Sender auf 1/3 reduzieren. Eine Small-Scale-Lösungen hat der Lokalfunk jetzt auf UKW.

Zitat
PrismaPlayer
Ein Rheinland Mux,ein Ruhrpott Mux, ein Münsterland -
Niederrhein Mux,ein Sauerland Muxx und ein Ostwestfalenmux wären schon notwendig, dann würde es passen. Und den von vielen gehasste und geplante Dortmunder Regionalmux 7b bräuchte man erst gar nicht.


Über Jahre hat die BnetzA schöne bunte Karten gebastelt. Einige Kanäle wurden geändert. Der Kanal 7B ist festgesetzt und wird wahrscheinlich nicht getauscht. Es ist ein Kanal in den WDR 2 Dortmund, RLW Hamm, Antenne Unna und Radio 91,2 untergebracht werden sollten, dazu noch Eldoradio und vielleicht Radio CT. Ich finde diese Lösung gut. Wenn dieser Kanal nicht in Dortmund zum Einsatz kommt, dann in einer anderen Stadt mit einen Stadtmultiplex.

Die Westfunk betreibt im Ruhrgebiet zwischen Hamminkeln und Breckerfeld 11 Lokalradios. In dem Gebiet sind 2 Uniradios aktiv und WDR 2 Rhein-Ruhr muss auch noch in den Multiplex hinein. Der WDR wird sein Hauptprogramm garantiert nicht mit 72 kbps ausstahlen lassen. Dann rechne mal bitte vor, wie Du die Programme in einem Multiplex unterbringen willst?

von Seltener Besucher - am 17.09.2017 01:04
Es macht nur keinen Sinn die WDR 2 Aufteilung umzusetzen, weil diese weder die Besitzverhältnisse noch die Kreisgrenzen berücksichtigt! Wenn das Land am Lokalfunk festhält, dann sollten die Grenzen entsprechend der Besitzverhältnisse gebildet werden. Es macht keinen Sinn, dass Radio KW (Westfunk) sein Programm in einem Multiplex mit Pressefunk unterbringen muss. Die Programme sollten auch so verteilt werden, dass einige Multiplexe nicht halb leer und die anderen überfüllt sind. Dazu muss die Koordinierung leicht verändert werden!

Region Aachen

  • Städteregion Aachen
  • Kreis Düren
  • Kreis Heinsberg
  • 7 von 11 Städte oder Gemeinden des Kreises Euskirchen (Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Kall, Mechernich, Nettersheim, Schleiden)


Programme:
* WDR 2 Aachen
* Antenne AC
* Radio Euskirchen
* Radio Rur
* Nachfolger von Radio Heinsberg
* Hochschulradio Aachen


Köln & Bonn

  • Bonn
  • Köln
  • Leverkusen
  • Rhein-Erft-Kreis
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • 6 von 8 Städte des Rheinisch-Bergischen Kreis (ohne Leichlingen und Wermelskirchen)
  • 4 von 11 Städte oder Gemeinden des Kreises Euskirchen (Bad Münstereifel, Euskirchen, Weilerswist, Zülpich)


Programme:
* WDR 2 Köln
* Radio Köln
* Radio Leverkusen
* Radio Berg
* Radio Erft
* Radio Bonn/Rhein-Sieg
* Radio Euskirchen
* bonn FM
* Kölncampus


Oberbergisches Land

  • Oberbergischer Kreis
  • Remscheid
  • Solingen
  • Wuppertal
  • 2 von 8 Städten des Rheinisch-Bergischen Kreis (Leichlingen und Wermelskirchen)
  • 2 von 9 Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises (Schwelm und Sprockhövel)
  • 6 von 10 Städten des Kreises Mettmann (Haan, Heiligenhaus, Langenfeld, Mettmann, Velbert, Wülfrath)


Programme:
* WDR 2 Wuppertal
* Radio Wuppertal
* Radio RSG
* Radio Neandertal
* Radio Berg


Sauer- & Siegerland

  • Hochsauerlandkreis
  • Märkischer Kreis
  • Kreis Olpe
  • Kreis Soest
  • Kreis Siegen-Wittgenstein


Programme:
* WDR 2 Siegen
* Radio Siegen
* Radio Sauerland
* Radio MK
* Hellweg Radio (Eigentlich ein Fehler!)
* Radius 92,1
* Radio FH


Ostwestfalen-Lippe (OWL)

  • Bielefeld
  • Kreis Gütersloh
  • Kreis Herford
  • Kreis Höxter
  • Kreis Lippe
  • Kreis Minden-Lübbecke
  • Kreis Paderborn


Programme:
* WDR 2 Bielefeld
* Radio Bielfeld
* Radio Westfalica
* Radio Herford
* Radio Gütersloh
* Radio Lippe
* Radio Hochstift
* Uniradio Ostwestfalen (Radio HERTZ, Triquency, L'UniCo FM)


Münsterland

  • Kreis Borken
  • Kreis Coesfeld
  • Münster
  • Kreis Steinfurt
  • Kreis Warendorf
  • 2 von 10 Städten des Kreises Recklinghausen (Dorsten und ein Teil der Stadt Haltern)


Programme:
* WDR 2 Münster
* Antenne Münster
* Radio RST
* Radio WMW
* Radio Kiepenkerl
* Radio WAF
* Radio Q


Niederrhein

  • Duisburg (Fehler bei der Aufteilung!)
  • Düsseldorf
  • Kreis Kleve
  • Krefeld
  • Mönchengladbach
  • Rhein-Kreis Neuss
  • Kreis Viersen
  • Kreis Wesel (Fehler bei der Aufteilung!)
  • 4 von 10 Städten des Kreises Mettmann (Erkrath, Hilden, Ratingen, Monheim)


Programme:
* WDR 2 Düsseldorf
* Antenne Düsseldorf
* Antenne Niederrhein
* Welle Niederrhein
* Radio 90,1
* NE-WS 89.4
* Radio Neandertal
* Hochschulradio Düsseldorf


Ruhrgebiet West

  • Bochum
  • Bottrop
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Herne
  • Mülheim an der Ruhr
  • Oberhausen
  • 7 von 9 Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises (ohne Schwelm und Sprockhövel)
  • 6 von 10 Städten des Kreises Recklinghausen (Datteln, Gladbeck, Herten, Marl, Recklinghausen, Oer-Erkenschwick)


Programme (MUX 1):
* Radio Essen
* Radio Bochum
* Radio Emscher Lippe
* Radio Herne
* Radio Mülheim
* Radio Oberhausen
* Radio Ennepe Ruhr
* Radio Vest
* CampusFM

Programme (MUX 2):
* WDR 2 Essen (Rhein-Ruhr)
* ?

Ruhrgebiet Ost

  • Dortmund
  • Hagen (Fehler bei der Aufteilung)
  • Hamm
  • Kreis Unna
  • 2 von 10 Städten des Kreises Recklinghausen (Castrop-Rauxel, Waltrop)


Programme:
* WDR 2 Dortmund
* Radio 91,2
* Antenne Unna
* RLW Hamm
* Eldoradio
* Radio CT

von Seltener Besucher - am 17.09.2017 09:45
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