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[DAB(+)] Allgemeine Fragen und Antworten zur Technik

Startbeitrag von DX OberTShausen am 01.08.2011 16:19

Noch ein DAB-Thread. Aber ich bin mir sicher dass er nötig ist, denn Viele hier werden noch einige Fragen zur Technik haben oder auch zu anderen Dingen rund um DAB(+).
Ich gehöre auch dazu und hab schonmal ein paar Fragen. Die Antworten werde ich dann zusammenfassen und in Blau darunter schreiben.




- Wo genau liegt der Unterschied zwischen den Frequenzen; was ist z.B. bei 5A anders als bei 12A?

Die Kanäle unterscheiden sich nur in der Frequenz.

- Wieso wechseln die Landesmuxe auf Kanal 11, anstatt einfach auf 12 zu bleiben?

Auf Kanal 12 gibt es eine Leistungsbeschränkung, damit (angeblich) die Vorkriegsfunken der Bundeswehr nicht gestört werden. Kanal 12A darf max 4kW, 12B und C 2kW und D 1kW. In Bayern wurde eine Sonderregelung ausgearbeitet. Im Kanal 11 gibts diese Beschränkung nicht.


- Wieso ist die Antennenlänge bei DAB so wichtig und man empfängt mit einer zu langen Antenne z.B. weniger als mit einer 50cm langen?

Die Antennenlänge ist auch bei UKW wichtig. Dort beträgt sie Wellenlänge/4 (meistens), und damit 3m/4 = 75cm. Bei DAB eben zwischen 1,7m/4 und 1,3m/4 = ~44-58cm. Nur auf der zur Wellenlänge passenden antennenlänge hat man guten Empfang.

- Was passiert, wenn sich zwei Ensembles auf gleicher Frequenz behindern?

Auslöschung. Nichts empfangbar. Außer man kann eins der beiden sehr gut Ausblenden.

- Was hat die Antennenlänge mit der Frequenz zutun bzw. ist für Kanal 12 eine andere Länge besser als z.B. für Kanal 5 und warum?

Die Wellenlänge beträgt bei UKW um 3m. Bei DAB um 1,5m. Die Antenne muss darauf abgestimmt sein.

- Es gibt doch noch den Kanal 13. Darf auf diesem in Deutschland überhaupt gesendet werden?

Nein (siehe 2. Frage)


- Brauche ich für ein DAB+ -fähiges Autoradio eine andere Antenne? Wenn ja: Warum?

Die 50 interessantesten Antworten:

Zitat
Wetterauer
- Wo genau liegt der Unterschied zwischen den Frequenzen; was ist z.B. bei 5A anders als bei 12A?


5A liegt bei ungefähr 174MHz und 12A bei c.a. 224MHz.

Zitat

- Wieso wechseln die Landesmuxe auf Kanal 11, anstatt einfach auf 12 zu bleiben?


Auf dem Kanal 12 gibt es eine Leistungsbeschränkung, damit (angeblich) die Vorkriegsfunken der Bundeswehr nicht gestört werden. Kanal 12A darf max 4kW, 12B und C 2kW und 12D 1kW. In Bayern wurde eine Sonderregelung ausgearbeitet. Im Kanal 11 gibts diese Beschränkung nicht.

Zitat

- Wieso ist die Antennenlänge bei DAB so wichtig und man empfängt mit einer zu langen Antenne z.B. weniger als mit einer 50cm langen?


Die Antennenlänge ist auch bei UKW wichtig. Dort beträgt sie Wellenlänge/4 (meistens), und damit 3m/4 = 75cm. Bei DAB eben zwischen 1,7m/4 und 1,3m/4 = ~44-58cm.
Nur auf der zur Wellenlänge passenden antennenlänge hat man guten Empfang. Ist bei allen (Rund)funkbereichen so.

Zitat

- Was passiert, wenn sich zwei Ensembles auf gleicher Frequenz behindern?


Auslöschung. Nichts empfangbar. Außer man kann eins der beiden sehr gut Ausblenden.

Zitat

- Was hat die Antennenlänge mit der Frequenz zutun bzw. ist für Kanal 12 eine andere Länge besser als z.B. für Kanal 5 und warum?


Siehe oben. Die Wellenlänge beträgt bei UKW um 3m. Bei DAB um 1,5m. Die Antenne muss darauf abgestimmt sein.

von Japhi - am 01.08.2011 16:27
Zitat
Japhi
Am besten genau auf die Mitte. 1,5m Wellenlänge, also ~38cm.

______________________________
QTH: Ruhrstadt Bochum [NRW]
Hölle Hölle Hölle!!! Bundesmux olé
RX: Sony XDR-S3HD ● Degen DE1103 [2x53] ● Roadstar TRA2350P ● Microspot RA-319 @ 7-Ele-Band III-Yagi ● Pure One Mini
Kenwood KDC-DAB41U @ Chevrolet Aveo 1.2 LS (62kW)



...und da war doch noch was mit dem Verkürzungsfaktor bezüglich der Dicke der Elemente.....irgendwas mit 0,95? Und der Fußpunktwiderstand der Groundplane? 50 Ohm?


MfG

Studio leipzig

von Studio Leipzig - am 01.08.2011 16:56
Zitat
Japhi
Zitat

- Wieso wechseln die Landesmuxe auf Kanal 11, anstatt einfach auf 12 zu bleiben?


Auf dem Kanal 12 gibt es eine Leistungsbeschränkung, damit (angeblich) die Vorkriegsfunken der Bundeswehr nicht gestört werden. Kanal 12A darf max 4kW, 12B und C 2kW und 12D 1kW. In Bayern wurde eine Sonderregelung ausgearbeitet. Im Kanal 11 gibts diese Beschränkung nicht.


So würde ich das aber nicht ausdrücken wollen.
Immerhin beginnt der militärische Funkbereich in D bereits bei 230 MHz.
Es ist quasi unmöglich, Kanal 12 dann schon auszufiltern. Gehe davon aus, daß ein typisches Frontend eine Kopfbandbreite von 5 % -10 % der Endfrequenz hat - d.h. bei Betrieb auf 230 MHz liegt der gesamte Kanal 12 noch im Durchlassbereich von Frontendfiltern.
Bedenke dann noch, dass diese Bereiche airborne benutzt werden, d.h. die Empfänger haben direkte Sicht zu meist mehreren DAB-Sendern.
Da gibts dann sehr schnell Probleme mit Intermodulation, Kreuzmodulation und Blocking, und zwar auch mit zeitgemäßen Empfängerkonzepten, wenn gleichzeitig hohe Empfindlichkeit gefordert wird (z.B. beim Orten von Notsendern auf 243 MHz und der Kommunikation mit deren Benutzern).
Dazu kommen die unvermeidbaren Nebenaussendungen von DAB-Sendern; die Intermodulationsunterdrückung jedes Senders ist auch nur endlich, und bei Sendebetrieb auf 12D fallen sogar IM-Produkte 3. Ordnung in den Bereich bei 230 MHz.
Beim UKW-Rundfunk gibts dieses Problem ja auch (mit dem zivilen Flugfunk und vor allem dem zivilen Flugnavigationsfunk), man behilft sich dabei z.B. im NAV-Bereich mit einer geschickten Frequenzplanung. Bei breitbandigen Signalen wie DAB und flächendeckender Nutzung ein und der selben Frequenz gibts diese Möglichkeit kaum.
Der Aufwand, der dennoch auf der Flugfunk- bzw MIL-funk-seite betrieben wird, ist erheblich. Würden unsere oft alles andere als großsignalfesten Radiogeräte ähnlich aufwändig gebaut, hätten wir vermutlich viel mehr Spaß am DXen auf UKW ;-).









von DH0GHU - am 01.08.2011 18:16
Mir kommt gerade noch eine Frage auf:

Wäre nicht das Band 12 perfekt für die Lokalsender geeignet? Dort darf sowieso nur mit kleiner Leistung gesendet werden.

Was wäre denn z.B. in folgender Situation:

In Hessen sendet Radio Gießen in Gießen auf 12C mit 500 Watt. Zusätzlich sendet hessenweit Radio Fortuna von allen Standorten aus. In Hanau sendet nun Radio Hanau ebenfalls auf 12C und mit 500 Watt. Frage: Würden sich Radio Hanau und Radio Gießen nun etwa in der Mitte der Distanz gegenseitig stören oder würde man dann einfach einen der Sender irgendwann nicht mehr empfangen und stellenweise könnte man sogar beide gleichzeitig empfangen?

Wenn Letzteres möglich wäre und es keine gegenseitigen Störungen gibt, dann muss ich mir die Frage stellen, weshalb denn vom Ende des Lokalradios geschrieben wird, wenn man doch auf DAB+ immernoch senden könnte mit Funzeln.

von DX OberTShausen - am 04.08.2011 18:49
Zwei DAB Sender würden sich im Überschneidungsgebiet stören wenn sie nicht den gleichen Multiplex ausstrahlen. Bei DAB sind die Programme ja nicht einzeln, sondern in einem Datenstrang miteinander verwoben.

In der Theorie ist vorgesehen das die Empfänger, ähnlich wie RDS bei UKW, dem Programm durch alle Ensembles folgen sollen. Also in deinem Beispiel könnte man Radio Fortuna einfach in jedes Ensemble in Hessen Packen. Der Empfänger muss nur einmal auf Fortuna eingestellt werden und folgt dann dem Sender durch alle empfangbaren Ensembles. Leider vernachlässigen die Hersteller dieses Feature noch sträflich. Es könnte aber jederzeit per Firmware nachgereicht werden.

von Spacelab - am 04.08.2011 18:59
Ab einem gewissen Pegelunterschied ist dann eines der beiden Ensembles (natürlich das stärkere) dekodierbar. Wenn man die Reichweite der beiden Ensembles sauber berechnet könnte es trotzdem mit den Lokalensembles klappen. Ortschaft A und Ortschaft C hätten sauberen Empfang. Nur in Ortschaft B, die genau zwischen den beiden liegt wäre größtenteils kein Empfang möglich. Oder der Empfang wäre extrem von Aussetzern geplagt. Ob sich das alles in der Realität so genau berechnen lässt zweifle ich allerdings an. Es genügt ja schon eine ungünstige Reflexion des Senders aus Ortschaft A damit es in Ortschaft C das Lokalensemble ankratzt. Oder man denke an Überreichweiten. Dann doch eher Ortschaft A auf 12A, Ortschaft B auf 12B, Ortschaft C auf 12C und Ortschaft D könnte man dann wieder ganz beruhigt auf 12A setzen.

von Spacelab - am 04.08.2011 19:28
Die 80km sind nicht der reine Abstand zu den Sendern. Oder anders ausgedrückt: Sender A steht 50km vom Empfänger entfernt. Sender B 160km. Beide Sender fallen aber (ungefähr) gleichstark beim Empfänger ein. Jetzt kann es zu Auslöschungen und gegenseitigen Störungen kommen. So etwas muss beim planen eines SFN mit einberechnet werden. Da kann man nicht einfach jeden Sender mit 10kW Rundstrahlung feuern lassen. Deshalb auch jetzt noch die Tests und Basteleien an verschiedenen DAB+ Standorten. Denn zwischen dem was eine Berechnungssoftware ausgespuckt hat, und dem was am Ende tatsächlich geht, liegen Welten. Schon geringe Fehlberechnungen in der Topografie können da große Auswirkungen haben. Oder die bösen bösen Wellen breiten sich nicht so aus wie es auf dem Papier steht. Oder oder oder...

Zitat
nürnberger
Wie ist das eigentlich bei DAB+ mit den CUs im Zusammenspiel mit Bitrate und Protection Levels? Gibt es letzteres bei DAB+ überhaupt?

Selbstverständlich. Nur so lässt sich der reale Platzbedarf eines Programms tatsächlich berechnen.

von Spacelab - am 07.08.2011 15:09
Zitat
Rheinländer
Also nicht jetzt vom empfang her, dass klappt stellenweise leider noch nicht, ich meine von der Frequenz her.

Der Bundesmux funkt in einem SFN. Also alle Sender sind auf einer Frequenz. Da gibt es nix umzustellen. Es sei denn du kommst von einem SFN ins andere. Also von 5A in 5C. Normalerweise sollte das Radio dann selbsttätig umschalten wie beim RDS auf UKW. Aber die Praxis hat gezeigt das viele Radios mit der aktuellen Firmware da noch Probleme haben. Entweder schalten sie gar nicht um oder erst viel zu spät wenn auf dem gerade gehörten Kanal gar nix mehr geht.

Zitat
Rheinländer
Wie dicht ist das DAB+ band eigentlich belegbar? Also wieviel Sender passen da überhaupt drauf?

Oje, das ist eine Aufgabe für den Taschenrechner. Also nehmen wir mal 16 Programme pro DAB+ Mux als Ausgangspunkt. Nehmen wir ebenfalls an man würde nur jeden zweiten Kanal belegen (5A, 5C, 6A, 6C...) um Nachbarkanalstörungen zu vermeiden dann wären das... *grübel* 24*16=384 Programme. Nur so ganz grob überschlagen. Moderne Empfänger dürften zum Beispiel auch kein Problem mehr damit haben wenn Kanäle direkt nebeneinander belegt werden. Also 5A, 5B, 5C und so weiter...

P.S.: War doch nicht so schwer. Hab den Taschenrechner doch nicht gebraucht. :D

von Spacelab - am 10.08.2011 07:11
Zitat
Reinhold Heeg
Zitat
Rheinländer

Wie dicht ist das DAB+-Band eigentlich belegbar?

Kann man DVB-T-Antennen auch für DAB nutzen?


Ein DAB+-Band gibt es NICHT. Im Band III, wo seit ca. 15 Jahren DAB gesendet wird, kann man alles mögliche übertragen! Früher und auch zum Teil heute noch Fernsehen und halt eben DAB. Dabei ist es egal, ob es DAB minus oder DAB plus ist.

Ja, kann man. Im Wohnzimmer empfange ich mit meiner Dachantenne DVB-T, im Büro/Arnbeitszimmer DAB und das seit Jahren.

Gruß
Reinhold


Ich habe noch eine DVB-T antenne die ihre wirkung leider verfehlt hat, hier gelangweilt rum stehen :-D dann werde ich mal bisschen damit rum experimentieren, evtl kann ich versuchen was aus belgien zu empfangen, was am ehesten gehen müßte ist der Feldberg im taunus

ah so, und im band 1? da gibts ja außer UHF noch ein VHF band, ginge da auch DAB drüber? und UHF kann man eher nicht für DAB benutzen oder?

Das wäre ja schon genial wenn man irgend wann mal 100 radioprogramme empfangen könnte, also alle ARD radios! über einen 2 Bundesmux oder so, dass hätte schon was!

von Rheinländer - am 10.08.2011 09:34
Zitat
Spacelab
Zitat
Rheinländer
Also nicht jetzt vom empfang her, dass klappt stellenweise leider noch nicht, ich meine von der Frequenz her.

Der Bundesmux funkt in einem SFN. Also alle Sender sind auf einer Frequenz. Da gibt es nix umzustellen. Es sei denn du kommst von einem SFN ins andere. Also von 5A in 5C. Normalerweise sollte das Radio dann selbsttätig umschalten wie beim RDS auf UKW. Aber die Praxis hat gezeigt das viele Radios mit der aktuellen Firmware da noch Probleme haben. Entweder schalten sie gar nicht um oder erst viel zu spät wenn auf dem gerade gehörten Kanal gar nix mehr geht.

Zitat
Rheinländer
Wie dicht ist das DAB+ band eigentlich belegbar? Also wieviel Sender passen da überhaupt drauf?

Oje, das ist eine Aufgabe für den Taschenrechner. Also nehmen wir mal 16 Programme pro DAB+ Mux als Ausgangspunkt. Nehmen wir ebenfalls an man würde nur jeden zweiten Kanal belegen (5A, 5C, 6A, 6C...) um Nachbarkanalstörungen zu vermeiden dann wären das... *grübel* 24*16=384 Programme. Nur so ganz grob überschlagen. Moderne Empfänger dürften zum Beispiel auch kein Problem mehr damit haben wenn Kanäle direkt nebeneinander belegt werden. Also 5A, 5B, 5C und so weiter...

P.S.: War doch nicht so schwer. Hab den Taschenrechner doch nicht gebraucht. :D

Das wäre ja dann auch sinn der sache, ich werde es am kommenden Samstag mal Testen ob das geht! Mit meinem one mini, evtl kann ich auch mal Testen ob der das auch bei UKW so macht? Das wäre natürlich auch genial!

hmm von Update habe ich in der anleitung was gelesen, USB hat er ja auch, wie man den updaten kann? davon habe ich keine ahnung? Evtl wäre im OT bereich dazu mal ein Thread gut:-)

Wau das sind ne menge sender:eek:selbst wenn es nur die Hälfte wären, und Idealerweise alle mit 128kbps Laufen würden ;-)



von Rheinländer - am 10.08.2011 09:38
Zitat
Chief Wiggum
@Wetterauer : Die Fragen wurden doch auch schon öfters mal beantwortet, bist doch auch nicht erst seid gestern dabei :confused:


Ich habe mich erst seit dem Bundesmuxx-Start wieder mit dem Thema befasst. Vorher hab ich das Thema DAB komplett ignoriert.

Zitat
DigiAndi
Ich zähle schon gar nicht mehr mit, wie oft ich diese Antenne mittlerweile empfohlen habe... ;)

Blaupunkt A-D T 01-E
http://www.blaupunkt.de/index.php?id=888&L=0


Ja, ich weiß dass du die Antenne schon mehrmals empfohlen hast ;)
Was ist denn von dieser hier zu halten? Ich hätte dann schon lieber eine die fest verschraubt ist.

A-DR T 01-M

von DX OberTShausen - am 10.08.2011 11:52
Zitat
Wetterauer
Was die Antennenlaenge angeht, habe ich einen Test gemacht. Habe mir eine 70cm lange Antenne zugelegt und an den DAB9 geschraubt. Das Signal ist ganz klar am staerksten wenn ich die Antenne auf 50 cm einschiebe. Habe nachgemessen. Wenn die Antenne ganz ausgezogen ist, habe ich 3 Balken weniger.


Kuriose Sache!
Habe mir ja zwei 70cm lange Teleskopantennen zugelegt. Am DAB9 ist der Empfang bei 50 cm am besten und wenn ich die Antenne weiter ausziehe, verschlechtert sich der Empfang. Beim DAB4 ist das komischerweise anders. Wenn die Antenne komplett ausgezogen ist, ist der Empfang am besten. So geht damit z.B. 12D aus Bayern jetzt mit Vollausschlag und RLP auf 11A geht mit 12 von 16 Balken. Außerdem ging heute Morgen bei Tropo sogar 12B Belgien (!) mit 4-5 Balken und Audio. Video und Bilder gibts im DX-Forum.

von DX OberTShausen - am 22.08.2011 18:26
Ich habe mir jetzt den Pure Siesta Radiowecker gegönnt, da mein alter ohnehin nicht mehr so richtig wollte.

Leider ist der DAB-Empfang nicht so der Renner. Bekomme nur blubbernd Bayern 12D rein (wahrscheinlich das eine Kilowatt vom Grünten).
Jetzt hab ich mir das mal genauer angesehen. Das Radio wahr ursprünglich ein herkömliches DAB-Radio, das auch das L-Band empfangen konnte (wurde wohl per Firmware geändert). Deswegen ist die Wurfantenne ganze 70 cm lang.
Lässt sich da irgendwas bezüglich Empfang machen? Abzwicken auf die passende Länge? Oder weitere Basteleien? Lohnt es sich übrigens die Antenne waagrecht an die Wand zu montieren? (Die Sender senden ja auch meist horizontal)

von PhanTomAs - am 31.08.2011 13:27
Laut einem Interview mit dem Technikchef des DRadios auf DWissen wird Dok&Deb erst auf AAC+v2 umgestellt wenn man die Datenrate zu gunsten der Datendienste weiter verringert. Bei DWissen würde man auf AAC+v2 verzichten da dies bei dieser hohen Datenrate mehr nachteile als vorteile bringen würde. Vor allem bei den Musikstrecken. Man könne das auch ganz einfach selbst feststellen in dem man einen der Sender einschaltet und dieser habe gleich Stereo. Bei AAC+v2 käme der Stereoeffekt erst mit bis zu 3 Sekunden verspätung. Ich habe leider nichts geeignetes zum aufzeichnen. Sonst hätte ich das mal anhand eines AAC+v2 Programms aus dem belgischen Ensembles auf 12B demonstriert. Hört sich wirklich interessant an.

von Spacelab - am 31.08.2011 15:34
Ich denke MB macht das Encoding für die DRadios? Vielleicht wissen die beim DRadio selber nicht was MB dort anstellt?
Ich gehe fest davon aus daß wirklich Parametric Stereo genutzt wird, denn wenn Parametric Stereo signalisiert wird und die Parametric Daten fehlen würden, dann würde nur ein Mono Signal decodiert werden. Die beiden Sender senden aber definitiv in Stereo. Außerdem ist eigentlich jedes Programm der Meinung das PS genutzt wird (ffdshow, VLC, der Frauenhofer Decoder im Noxon Radio), es sollte meiner Meinung nach also stimmen - zumindest beim Frauenhofer Decoder wäre es sehr peinlich wenn der etwas falsches Anzeigen würde.

Zitat
Spacelab
Man könne das auch ganz einfach selbst feststellen in dem man einen der Sender einschaltet und dieser habe gleich Stereo. Bei AAC+v2 käme der Stereoeffekt erst mit bis zu 3 Sekunden verspätung.
Das scheint vom Encoder abhängig zu sein. Bei den meisten HE V2 Sendern im Internet ist das wie Du schreibst der Fall, es gibt aber auch Sender wo sofort Stereo verfügbar ist.

von Mr. DABelina - am 31.08.2011 16:08
Sind irgendwo auch die Kanaele also die Frequenzen hinterlegt auf denen ein Ensemble sendet?

Mit dem Sangi hatte ich folgenden Effekt:
DWissen Schwerin auf Preset 5 gespeichert. In Hamburg jedesmal 5 Sekunden bis er den Bundesmux dann ausgewaehlt hat.
DWissen aus der Liste gewaehlt, jedesmal sofort Bundesmux. Schwerin geht hier gar nicht.
Die verschiedenen Ensembles erklaeren das wohl, wobei das Ensemble demnach auf dem Preset mit gespeichert wird.

Fahrt zwischen 5A und 5C. Auch auf Preset gespeicherte Programme erscheinen sofort und das ohne vorher ueberhaupt einen neuen Scan durchgefuehrt zu haben (5A kannte der Sangi vorher ja nicht). Habe fuer den Rueckweg extra Werksreset gemacht und ihn auf DasDing stehen gelassen. 5C kannte er diesmal noch nicht. Trotzdem in Hannover nach anschalten sofort nach Anwahl von Kiss auf dem Preset 3 hat er losgedudelt.

Man braucht sich mit dem Sangi fuer den BMux also gar nicht um einen Scan kuemmern denn den braucht er gar nicht durchzufuehren. Ist allerdings nicht 100% klar, da er evtl. doch kurz scannt was man bei K5 vielleicht nicht mitbekommt. Deshalb meine Frage.

von Nordlicht2 - am 07.09.2011 22:04
Habe die gleiche Erfahrung mit dem Dual DAB4 gemacht. Von BaWü (5A-Gebiet) aus waren mehrere Bundesmux-Programme gespeichert. In Bayern das Radio eingeschaltet - Programme werden prompt von 5C wiedergegeben, ohne vorherigen Scan, ohne, dass ich das Radio jemals in 5C-Reichweite zuvor in Betrieb genommen hätte.

Allerdings ist es Voraussetzung, dass der ursprüngliche Kanal überhaupt nicht mehr zu empfangen ist. Das heißt, wenn ich Magicstar auf 11C München abgespeichert habe, dann wird auch dann der Münchner Kanal wiedergegeben, wenn 11C nur völlig verblubbert mit 50% Fehlerquote empfangen werden kann, während gleichzeitig Augsburg 9C mit Vollanschlag reinhaut. Erst als 11C völlig weg war (Antenne eingeschoben), wurde auf 9C umgeschaltet.

von freiwild - am 07.09.2011 22:20
Spätestens, wenn ein weiteres Programm von 12D auf 11D umzieht, wird man aber etwas unternehmen müssen. Sollte es B5 plus sein, wovon ich mal ausgehe, müsste dafür halt wieder etwas von den MP2-Programmen abgezwackt werden. Egl, ob B5 plus dann in MP2 oder AAC sein wird. Die Bayern 1-Regionalprogramme müssten einfach raus... :wall: (Aber: wohin? Das ist halt das Problem...)
Bayern Plus und BR-KLASSIK werden sicherlich die letzten Programme sein, die umgestellt werden.

Aber schon aufgrund der Tatsache, dass man mit einem nicht-DAB+ Gerät nur noch einen Teil der Programme hören kann, würde ich einen solchen Empfänger nicht mehr verwenden.

von DigiAndi - am 08.09.2011 20:25
Zitat
freiwild
Dadurch würden auf 11D sofort weitere 240 kbps frei


Wie kommst du auf 240 kBit/s? Ich komme bei einer Umstellung von Bayern 1 Oberbayern, Bayern 2 Süd und Bayern 3 auf 128 kBit/s AAC nur auf 96 kBit/s, die frei werden. 128 kBit/s AAC müssen irgendwann das Ziel sein und das geht auch, wenn die Regionalprogramme...

Zitat
freiwild
An die Regionalfenster würde ich bei den heimatverwurzelten Bayern keine Hand anlegen wollen.


...die ich natürlich nicht abschalten, sondern dorthin verschieben möchte, wo sie hingehören (in die lokalen Muxe), nicht mehr auf 11D sind. Da es aber so gut wie nirgendwo Lokalmuxe gibt (wenn man Bayern gesamt betrachtet), geht das aber noch nicht.

von DigiAndi - am 08.09.2011 20:46
Es gibt viele persönliche gründe an diesem radio festzuhalten

wichtigster grund ,das in diesem radio eine aktive Frequenzweiche für die endstufen verbaut ist ,die sich im menü sehr genau anpassen lässt.

Die Steuerung und haptik bei MP 3 ist eine der ausgereiftesten die ich kenne .

Die Verarbeitung spricht für sich , die Front ist aus echtem gebürstetem Aluminium das Display aus Glas
Die Bedienung ist nachdem alles eingerichtet ist absolut simpel

Der UKW Empfänger glänzt mit herrausragender Störfestigkeit und Trennschärfe (wie sharx)
(für Dx nicht uninteressant lassen sich die Filter im menü manuell einstellen)der RDS decoder verschaltet sich nicht beim frequenzwechsel.

Und auch nicht ganz unerhelblich: das Display selbst ist klar und sauber zu lesen , kein blink blink und unnütze anzeigen

Die Tastenbeleuchtung ist Rot , kein affiges Blau.......





von PowerpIay - am 09.09.2011 09:05
Zitat

wichtigster grund ,das in diesem radio eine aktive Frequenzweiche für die endstufen verbaut ist ,die sich im menü sehr genau anpassen lässt.

Wenn man nicht gerade zur Einsteigerklasse greift ist das aber sehr häufig anzutreffen. Auch das (fast) stufenlose drehen der Phase ist kein Problem mehr. Viele Radios bieten auch eine Einmessautomatik an die angesichts der Funktionsvielfalt mancher Geräte auch angebracht ist. Vor allem weil die meisten ja gar nicht wissen was sie da überhaupt gerade einstellen.

Zitat

Die Steuerung und haptik bei MP 3 ist eine der ausgereiftesten die ich kenne .

Geschmakssache. Da gefallen mir größere Displays besser wo man gleich mehrere Tracks auf einmal sehen kann. Außerdem unterstützt das JVC noch keine AAC(+) und keine FLAC Dateien. Aber gerade das wäre mir doch schon recht wichtig. Vor allem weil sich diese Formate gerade auf breiter Front am durchsetzen sind.

Zitat

Die Verarbeitung spricht für sich , die Front ist aus echtem gebürstetem Aluminium das Display aus Glas

Hier können aktuell wirklich nur die Kenwood, Pioneer und Nakamichi Geräte aus der Spitzklasse mithalten. Aber dein JVC war ja aus der gleichen Geräteklasse damals.

Zitat

Die Bedienung ist nachdem alles eingerichtet ist absolut simpel

Das sind viele moderne Geräte auch. Man hat nach langen Jahren endlich mal gelernt die großen mehrzeiligen Displays besser auszunutzen und so die Bedienung zu vereinfachen. So kann ich mir zum Beispiel jederzeit eine Übersicht aller momentan empfangbaren Sender anzeigen lassen und durch einen kurzen dreh auswählen. Nur so als kleines Beispiel.

Zitat

Der UKW Empfänger glänzt mit herrausragender Störfestigkeit und Trennschärfe (wie sharx)

Ein SHARX ähnliches System ist absoluter Standard bei jedem Markengerät. Oftmals sogar deutlich besser. Zum Beispiel beim aktuellen Kenwood DAB+ Radio (K3i) oder wenn es etwas edler sein soll bei den Pioneer und Alpine Geräten mit MaxTunePRO.

Zitat

(für Dx nicht uninteressant lassen sich die Filter im menü manuell einstellen)

Geht bei MaxTunePRO auch und ist tatsächlich manchmal eine interessante Spielerei. Wenn auch nicht mehr.

Zitat

Und auch nicht ganz unerhelblich: das Display selbst ist klar und sauber zu lesen , kein blink blink und unnütze anzeigen

Von so etwas hat man sich, mal von der Einsteiger- und Standardklasse abgesehen, zum Glück verabschiedet. Bei meinem Pioneer kann ich mir zum Beispiel aussuchen was er mir auf dem großen Display anzeigen soll. Als erstes wurde die Laufschrift und das Hintergrundvideo abgeschaltet.

Zitat

Die Tastenbeleuchtung ist Rot , kein affiges Blau.......

Bei meinem Pioneer, bei vielen Blaupunkt Geräten, bei etlichen Kenwood und Alpine Geräten kann man die Tastenbeleuchtung stufenlos dem persönlichen Geschmack anpassen. Wobei mir das "affige Blau" noch nicht mal so schlecht gefällt. Sieht moderner aus. Ich habs aber so eingestellt das, sobald ich die Zündung einschalte, die Beleuchtung auf Rot wechselt. Das ist nämlich die Farbe der Instrumentenbeleuchtung in meinem Auto.

von Spacelab - am 09.09.2011 09:44
Nach der Umstellung habe ich zu den Slideshow Datenuebertragungen mal ne Frage.

Werden dafuer und fuer andere Daten immer konstant 8kbps verbraten so wie vorher wohl in den getrennten Datenkanaelen oder ist das dynamisch? Koennte der AAC Encoder sowas wie variable Bitrate machen (im Maximum eben inklusive Fehlerkorrektur mehr als 64kbps) und das bestimmt die Geschwindigkeit der CD Cover Uebertragung? Waere ja sinnvoll wenn das ginge bzw. so ist.:spos:
Wenn es mal eine Aufnahmefunktion (Noxon) gibt hoffe ich, dass das Cover dann im Stream verbleibt und bei Wiedergabe auch angezeigt wird. Ist bei MP3s ja auch so wenn mich nicht alles taeuscht.

von Nordlicht2 - am 09.09.2011 15:00
Zitat
Nordlicht2
Du bist jetzt bei BOB...

Kannst mal den Kiss aufzeichnen und herausfinden ob Audio mit VBR sendet und wenn ja in welchem Datenrange? Ich glaube du kannst aufzeichnen wenn ich richtig liege.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.09.11 18:11 durch Nordlicht2.


Kein Problem... Ich hab mal knapp 3 Minuten aufgenommen. Die Nettodatenrate bleibt fast die ganze Zeit bei 65 kbps und zuckt nur manchmal für einen ganz kurzen Augenblick auf 66 kbps hoch. Da AAC vom Design her ein VBR Codec ist würde ich sagen daß die Datenrate konstant ist.

Hier das File: http://www.mediafire.com/?6gcmee55pg2apax

von Mr. DABelina - am 09.09.2011 17:31
Zitat

- Wieso ist die Antennenlänge bei DAB so wichtig und man empfängt mit einer zu langen Antenne z.B. weniger als mit einer 50cm langen?

Die Antennenlänge ist auch bei UKW wichtig. Dort beträgt sie Wellenlänge/4 (meistens), und damit 3m/4 = 75cm. Bei DAB eben zwischen 1,7m/4 und 1,3m/4 = ~44-58cm. Nur auf der zur Wellenlänge passenden antennenlänge hat man guten Empfang.


So nun könnte ich aber als technisch unbedarfter die Gegenfrage (mit Gegenbeispiel) stellen: Warum ist das so ? Und das Gegenbeispiel: Sonnenlicht hat auch eine bestimmte Wellenlänge. Durch ein Fenster dringt Sonnenlicht in einen Raum. Durch ein größeres Fenster -auch wenn es nicht dem Sonnenwellenlicht angepasst ist- dringt mehr Licht in den selben Raum. Warum fängt eine längere nicht ein mehr an Wellen auf ?

Ließe sich die Ausgangsfrage "Wieso ist die Antennenlänge bei DAB so wichtig und man empfängt mit einer zu langen Antenne z.B. weniger als mit einer 50cm langen?" auch mit anderen Worten beantworten ?

von Felix II - am 15.09.2011 21:42
Wenn die Sonne durch dein Fenster scheint ist die Welle nicht ueber die Fensterbreite sondern zeitlich in Richtung Sonne zu betrachten. Stelle dir vor du schwimmst wie ein Delphin zur Sonne. Mal abgesehen davon, dass du nicht so kleine Fenster hast wie die Lichtwellen kurz sind.

Bei ner Teleskop Antenne, wenn sie zu lang ist hast du schon einen Teil der naechsten Schwingungsperiode auf dem Metall. Auch aendert sich dann der Abschlusswiederstand der Antenne. Im Zimmer ist es aber da die Funkwelle dort inhomogen (keine saubere Sinus Welle mehr) besser die Antenne laenger zu haben. Na da wird's richtig kompliziert. Am Besten mal Google bemuehen.:-)

von Nordlicht2 - am 15.09.2011 22:02
Zitat
Felix II
Ließe sich die Ausgangsfrage "Wieso ist die Antennenlänge bei DAB so wichtig und man empfängt mit einer zu langen Antenne z.B. weniger als mit einer 50cm langen?" auch mit anderen Worten beantworten ?


Vergleiche die Antenne doch mal mit einer Stimmgabel: Nur bei der Resonanzfrequenz wird die maximale Energie empfangen bzw abgestrahlt.
Deshalb sollte jede Antenne auf die Betriebsfrequenz abgestimmt sein, d.h. für diese Frequenz in Resonanz sein. Je weiter man sich von der Resonanzfrequenz entfernt, desto schlechter ist die Anpassung und damit der Wirkungsgrad. Das gilt nicht nur für DAB...

von RolfS - am 16.09.2011 07:20
Sonnenlicht passt nicht so richtig fuer den Vergleich da weisses Licht nunmal ein Frequenzgemisch ist. Eine getoente Fensterscheibe aendert nicht die Wellenlaenge(n) sondern daempft alle unterschiedlich stark, wobei sich dadurch fuer das Auge die Farbe aendert.
Eigentlich sollte man eine Radio / Funkwelle besser mit einem Laserstrahl vergleichen. Der sendet auch nur auf einer Frequenz. Wenn man ihn dann auch noch durch einen Polarisationsfilter schickt ist es eine den Radiowellen sehr aehnliche Geschichte. Dann noch eine Linse zwecks starker Aufweitung des Strahls davor und es ist noch mehr mir Radiowellen und dessen Ausbreitung vergleichbar. Am anderen Ende (Empfaenger) wieder eine Linse die gross genug ist davor und man faengt wieder die komplette ausgesendete Lichtenergie ein. :confused:

Um einen Halbwellen Dipol zu verstehen wirklich mal Googeln. Ohne graphische Darstellungen kann man das mit der Resonanz kaum erklaeren.

von Nordlicht2 - am 16.09.2011 12:42
Zitat
Felix II
Sonnenlicht hat auch eine bestimmte Wellenlänge. Durch ein Fenster dringt Sonnenlicht in einen Raum. Durch ein größeres Fenster -auch wenn es nicht dem Sonnenwellenlicht angepasst ist- dringt mehr Licht in den selben Raum. Warum fängt eine längere nicht ein mehr an Wellen auf ?

Mit der Größe des Fensters steigt die Sonnenlichtleistung. Das ist richtig. Das bedeutet, dass mehr Elektronen an den Oberflächen der dem Sonnenlicht ausgesetzten Gegenstände zum Mitschwingen angeregt werden. Bei den Radiowellen erreicht man denselben Effekt, in dem man statt einer Antenne mehrere aufstellt. Mehrere Antennen nehmen zusammen ebenfalls mehr Leistung aus dem Wellenfeld auf, als eine alleine. Allerdings muss man die Signale der einzelnen Antennen phasenrichtig addieren, wenn man sie einem einzigen Empfängereingang zuführen will.

von Ingo-GL - am 16.09.2011 15:58
Nach langer Suche und keinem umfassenden Ergebnis habe ich den Eindruck, dass meine Frage hier am besten reinpasst:

Ich mag mein altes Autoradio (Becker Mexico Pro) noch nicht gegen ein DAB-Autoradio tauschen. Deshalb soll erstmal als Ergänzung ein Sayva Piccolo (dessen Innenleben ja weitestgehend baugseinen mit dem Microspot RA-318 sein soll) seinen Dienst über Line-In tun. Kann ich an den selbst nachgerüsteten externen Antenneneingang im Sayva eine vorverstärkte 16 V-Antenne (z. B. http://www.antenne-ag.eu/cms/upload/Produkte/DAB_ANTENNEN/4424_01.pdf ) anschließen? Hat jemand eine ähnliche Konfiguration getestet oder erfolgreich umgesetzt?

Ich freue mich auf Kommentare und gerne auch passende Links, die mir verborgen geblieben sind!



von LXS - am 18.09.2011 19:46
Hat jemand eine Vermutung oder Erklärung für folgendes Verhalten:
Beim Umschalten auf BR-DAB+-Programme hört man immer erst 1,2 Sekunden den Ton als würde das jew. Programm in MP2 senden, erst danach hört man das Programm in AAC-Qualität (also die selbe Prozedur wie bei vielen Webstreams).
Wenn ich dagegen (mit Pure One Classic und DUAL DAB4 getestet) auf Bundesmux-DAB+-Programme umschalte, hört man sofort den AAC-Ton, also nicht wie bei den BR-Programmen erst kurz den MP2-Ton.

Gibt es dafür eine logische (technische) Erklärung? Also am Empfänger kannn es ja nicht liegen.

Kein Sport, kein Rock, keine Information - für dummes Geschwätz sind wir Ihre Station! (aus: Die Simpsons)


von Philipp77 - am 18.10.2011 18:03
Neee, kein MP2 voran. ;)

Bei AAC+ verwendet man SBR (Spektralbandreplikation, siehe Wikipedia).
Erst startet der Stream so, wie er eigentlich bei der Bitrate klingen würde, dann kommen die Daten bzw. die Dekodierung der SBR hinzu, also werden die Höhen rekonstruiert.

Manche Radios halten Stille, bis es komplett abgespielt werden kann, manche sind da etwas schneller.
Es scheint aber auch auf die vom Sender gewählten Parametern und natürlich auf die Radios/Abspieler anzukommen.
Auf dem Pure Evoke 2s fällt mir das bei Kiss und NRJ nicht auf, bei 1diggi jedoch doch und deutlich.

Beim Grundig Cosmopolit 7 Web habe ich einen anderen Effekt, nur im Bundesmux und erst seit einigen Tagen nach dem Start am 1.8.
Das Radio beginnt direkt nach dem Ein- oder Umschalten an zu spielen,
verhaspelt sich nach 2-3 Sekunden, fängt sich dann eine Sekunde später wieder und spielt dann normal weiter.




von Matthias K. - am 18.10.2011 18:20
Wenn Ihr das hier jetzt lest und denken solltet "Der hat doch was am Ohr...(oder auch was am Hirn)", dann kann ich demjenigen nicht einmal böse sein, denn
tatsächlich hat mein Gehör in den letzten Jahren nachgelassen, was wohl auch meiner langjährigen DJ-Tätigkeit geschuldet ist.
Aber egal, nur schreibe ich das hier deswegen weil ich irgendwie das Gefühl nicht loswerde, das im BundesMux klanglich irgendwas nicht stimmt....
Also nicht das ich die sowieso bei so gut wie allen vorhandene Dynamikkompression meine, nein, vielmehr vermute ich das da gar nicht in DAB+, sprich mit AAC+
gesendet wird!?
Wie ich darauf komme?
-folgendes: auf Nürnberg 10C sendet ja MagicStar mit mittlerweilen 72kpbs DAB+ (also AAC+)..und das klingt nicht mal so schlecht.
Nur wenn man entweder per Stationstaste auf, oder auch per Suchlauf auf MagicStar schaltet hört man erstmal den, ich nenne es mal "AAC+-Effekt", nämlich
das vielleicht für eine zehntel Sekunde die Höhen fehlen, und dann der Encoder die Höhen dazu...ääh "rechnet", oder vielmehr dazu schummelt (also diese Spectral Band Replication). Das hört man auf
dem Kenwood KDC-DAB41U ganz deutlich wenn man auf MagicStar schaltet. Das war aber bis vor kurzem nicht so, MS klang bis vor ein paar tagen total matschig, blechern
und voller Kompressionsartfakte, seit vielleicht vergangenen Freitag oder Samstag ist das nicht mehr so. Das ganze gematsche ist trotz der mikrigen Bitrate von schlappen
72kbps weitgehend verschwunden, und der AAC+-Effekt fehlte auch.
Das seltsame ist, das bei allen Sendern im BundesMux, die ja auch in DAB+ (AAC+) senden sollten dieser beschriebene "AAC+-Effekt" eben auch nicht auftritt. Gleich beim einschalten
eines Senders sind die Höhen sofort da und nicht leicht zeitverzögert wie bei MS auf 10C Nürnberg...
Daher beschleicht mich das Gefühl das im BundesMux irgendwie ein technischer Fehler vorliegt, nämlich das gar nicht in AAC+ sondern nur in AAC gesendet wird!? Oder es wird im Bundesmux ein anderer
AAC+-Codec eingesetzt der sich anders verhält?
Oder wird entweder im Bundesmux wird gar nicht in AAC+ gesendet sondern in AAC oder ich hab wirklich was am Ohr! Wenn dem nicht so sein sollte, und mich meine Ohren täuschen nehme ich das hier geschriebene
zurück! Nur bei allen von mir eingesetzen Empfängern (Kenwood KDC-DAB41U, Muvid IR815 und Marantz NA7004) tritt das so wie beschrieben auf.
Vielleicht kann das mal wer gegenchecken?

der nürnberger wars.


von nürnberger - am 31.10.2011 17:28

Re: Verschieden hohe Schutzabstände zwischen DAB-Kanälen

Zitat
Fred54
Zwischen den DAB-Frequenzen gibt es verschiedene Schutzabstände: Zwischen den A; B; C und D-Blocks sind es 0,176 MHz, zwischen dem D-Block und dem A-Block des nächsthöheren Kanal hingegen 0,336 MHz.
Wieso gibt es diesen Unterschied? Wieso wurden die Frequenzblöcke nicht gleichmäßig verteilt? Welche Auswirkungen hat das auf allfällige Nachbarkanalstörungen? Würden sich also 5D und 6A einander weniger stören als etwa 7A und 7B?


Hat vielleicht etwas mit dem ehemaligen TV-Kanalraster zu tun (?).
Im UHF-Bereich gibt es einen 1MHz breiten "Rasen" zwischen den Kanälen..




von DH3FBI - am 12.11.2011 20:12
Ah, viel einfacher:
Der Abstand innerhalb des Kanals ist ungefähr halb so groß wie der an Kanalgrenzen. Damit sind Signale, die gestört werden könnten, immer mindestens 176 kHz von einem DAB-Signal entfernt ;)

Wenn im Nachbarkanal halt auch wieder DAB läuft, war das "Pech", daß ein Abstand verheizt wurde.

Die "fehlenden" 8 kHz z.B. zum BOS-Funk unterhalb 5A lassen sich wiederum durch die Grenzen der Durchlassbandbreiten typischer NBFM-Systeme erklären. Ein NBFM-Funksystem auf 173,975 MHz hat typischerweise eine ZF-Bandbreite in der Größenordung von 16 kHz (wenn ich grad nicht so faul wäre, würde ich sicher gleich ein paar passende ETSI-Standards dazu finden), d.h. umgekehrt beginnt der nächsthöhere Nachbarkanal wiederum ca. 8 kHz unter dessen Mitte.
174,000 MHz - 8 kHz = 173,992 MHz
174,168 MHz (5A-Untergrenze) - 173,992 MHz = 176 kHz = der DAB-typische Schutzabstand.

Man hat also ganz offensichtlich die Systemparameter schmalbandiger Funksysteme, wie sie z.B. bei BOS und MIL zum Einsatz kommen, als Berechnungsgrundlage für die Rasterung genommen.



von DH0GHU - am 12.11.2011 20:26
Im BW-Forum ist die Frage aufgetreten, wie man hochgelegene Sender in ein SFN integreieren könnte. Ausgangspunkt ist der folgende Beitrag von Stefan Heimers:

Zitat
Stefan Heimers
Zitat
Rolf, der Frequenzenfänger
Analog-TV und UKW waren/sind MFN-Systeme und deswegen nicht vergleichbar. Höhenstandorte in ein SFN zu integrieren, ist kein Kinderspiel.


Mehrere Höhensender wären ein Problem, aber einen für jedes SFN ist machbar, wenn die Füllsender nicht zeitgleich synchronisiert sind, sondern mit der richtigen Verzögerung zum Höhensender.


Ich wüsste sogar eine ganz einfache und billige Lösung: Der Höhensender würde mit grosser Leistung auf der Hauptfrequenz senden, und das gleiche auch parallell mit kleiner Leistung im L-Band. Die Füllsender würden einfach über eine Richtantenne die L-Band Frequenz empfangen und auf der Hauptfrequenz wieder ausstrahlen, mit Richtcharakteristik vom Höhensender weg. Es stellt sich automatisch die richtige Verzögerung ein, ohne teure Digitaltechnik, ohne Satelliten, ohne Zeitsignale und ohne teure Mietleitungen für die Signalzuführung. Im Fernfeld hätte man dann in jede Richtung eine Summe des Signals vom Hauptsender und den näher gelegenen Füllsendern, mit nur minimalen Timingfehlern.


Da es ein Technikthema ist, kopiere ich den Beitrag hierher.

von freiwild - am 16.12.2011 14:35
Ohne mich wirklich in allen Einzelheiten mit der Codierung auszukennen, kann man doch grob vereinfacht wohl folgendes sagen:

Die einzelnen gesendeten Symbole haben eine bestimmte Dauer in Mikrosekunden. Empfängt man von verschiedenen Sendern mit etwa gleicher Feldstärke zeitversetzte Symbole, so geht das nur dann gut, wenn man innerhalb der Symboldauer einen Zeitpunkt finden kann, wo sich noch gleiche Symbole überlagern. Wird die Zeitdifferenz zu groß, überlagern sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt verschiedene Symbole und eine Decodierung ist nicht mehr möglich. Wie Ingo-GL schon schrieb: Ein Pufferspeicher hilft da gar nichts, denn der Empfänger kann die überlagerten Sendesignale nicht wieder auseinanderdividieren. Das Ganze hat dann was von einem Kanon wie "Bruder Jakob".



von Funkohr - am 16.12.2011 20:10
Hallo!

Ich denke, daß der folgende Link durchaus nützlich ist, obwohl die dort dargebotenen Informationen mitunter schon über 10 Jahre alt sind. Das macht in diesem Fall aber nichts.

Es geht um die Publikationen des "Forschungsverbund Medientechnik Südwest", die ich vor ein paar Tagen zufällig bei einer "Google-Bildersuche" (ich suchte ein Bild des Senders Hornisgrinde wegen der Antennenhöhen am Mast) gefunden habe. Es ist schon überaus erstaunlich, daß diese überaus alten Webseiten überhaupt noch auf einem Server der Uni-Stuttgart mit seit Jahren unveränderter URL "schlummern". Das wissen die Betreiber evt. selbst nicht mehr... ;)

Soweit ich das bisher gesehen habe, kommt man über die "offizielle" Verlinkung der aktuellen Homepage nicht an diese alten Seiten ran! Sie sind aber da und befinden sich im Google-Index. Google hat mir also zufällig einen "Deeplink" gegeben...


Das was man dort lesen kann, ist für einen "rundfunkinteressierten" garantiert interessant. Ein Projekt beschäftigte sich mit der Frequenzplanung in digitalen Gleichwellennetzen. Und gerade weil hier im Forum mitunter die Meinung geäußert wurde, daß "die DAB+ Sender nun mit 10kW powern" sollten, verlinke ich diese alten Webseiten. Frequenzökonomie usw.


Es gibt zwei Eingänge zu den Informationen auf dieser Site:

http://www.inue.uni-stuttgart.de/FMS/phase1/
Hier geht es ums Prinzip, um erste Entwicklungen, Ergebnisse. Das sollte man zur Einstimmung lesen.

Der zweite Eingang ist
http://www.inue.uni-stuttgart.de/FMS/abschluss/

Hier findet man unter "Projekte" auch "Verweise auf die Meilensteinberichte". Ich habe selbst nur kurz reingeschaut, hier dürfte es aber interessant werden. "Wellenausbreitung und Planung digitaler Netze" klingt doch gut...

http://www.inue.uni-stuttgart.de/FMS/abschluss/

PS: Wer die komplette Site "mal schnell" komplett sichern kann, sollte das bitte tun.


Zwerg#8


von Zwerg#8 - am 18.12.2011 15:36
Eine Frage (leider bekam ich im Thread "Kleiner DAB+ Vergleichtest" keine Antwort):

Habe jetzt auch ein Sangean DPR 25+. Mit den DAB-Empfangsleistungen bin ich sehr zufrieden, UKW ist dagegen eher schwach (Stereo-Rauschen auch bei eigentlich starken Sendern).

Nun meine Frage:

Auf DAB wird nur jeweils die Kurzform des Sendernames, wie er in der Stationsliste hinterlegt ist, angezeigt, also z.B. "DRS MW" statt "DRS MUSIKWELLE" oder "ENERGY+" statt "ENERGY ZUERICH+". Dafür steht immer "DAB" und die Nummer des Senderspeichers auf der Anzeige, was eigentlich überflüssig ist. Ist das bei allen Geräten so oder handelt es sich dabei evtl. um einen (Software-) Fehler des Gerätes? Es ist zwar im Gunde nur marginal, aber die volle Anzeige des Sendernamens wäre doch besser.

Gibt es noch andere Geräte, wo nur die verkürzten Sendernamen angezeigt werden? Haben alle aktuellen Sangean-Radios diese Anzeigeform? Das ältere Sangean DPR-15 zeigt den vollen Sendernamen an.

Insgesamt ist das DPR 25+ ein sehr empfehlenswertes Radio mit tollem Klang und guter Ausstattung und Bedienung.

von wolfgangF - am 22.12.2011 20:48
Zitat
drahtlos
Frage:
kann man ein Ensemble ohne freie CUs wirklich störungsfrei betreiben?
Was könnte passieren, wenn gleichzeitig variable DLS und SLS/Mot übertragen werden?

Radiotext und Slideshow werden in dem dem Programmveranstalter zugewiesenen Subchannel übertragen. Wenn er mehr Datenrate für Bilder reservieren will, dann muss er die Audiodatenrate reduzieren. Das kann geschmeidig geschehen. Die Ensemblekonfiguration muss dafür nicht geändert werden. Ausnahme: Die Slideshow der 90elf-Programme wird in einem Extra-Sub-Channel übertragen. Wenn dort die Datenrate erhöht werden soll, dann muss die Konfiguration geändert werden. Das geht aber auch nur im Rahmen der CU, die Regiocast zur Verfügung stehen.
Ich glaube allerdings, dass 1 oder 2 Capacity Units für die Übertragung von Service-Information benötigt werden. Bei einem Ensemble mit vielen Komponenten wie dem Bundesmux reicht der Fast-Information-Channel allein vermutlich nicht aus für die Systeminformationen.

von Ingo-GL - am 15.01.2012 18:43
Der DPR-34+ nennt die Subchannel-Datenrate nach Abzug der Daten für die Viterbi-Fehlerkorrektur.
Also:
DAB (MP2): Subchannel-Datenrate = MP2-Datenrate (Audiodaten inklusive PAD).
DAB+ (AAC...): Subchannel-Datenrate = AAC-Datenrate + Rate der für die Bildung von Superframes erforderlichen Zusatzdaten (Verwaltungskram) + Rate der Daten für die RS-Fehlerkorrektur.
Ein Aspekt, der hier bisher weitgehend vernachlässigt wurde:
Bei DAB+ werden mehrere AAC-Frames zu 120 ms langen AAC-Superframes zusammengefasst, sodass ein AAC-Superframe innerhalb von fünf 24ms langen DAB-CIF (Common Interleaved Frame) übertragen werden kann. Grund für diese Maßnahme ist, dass man auch die AAC-Daten synchron zu den DAB-CIF übertragen wollte. Daher kommen bei DAB+ nur solche AAC-Modi in Frage, bei denen die Dauer eines Frames in einem ganzzahligen Verhältnis zu 120 ms steht (20 ms, 30ms, 40ms, ...).
Nicht klar ist mir, ob die Pure-Radios den Wert der AAC-Datenrate inklusive der PAD-Daten anzeigen oder die Datenrate nach Abzug derselben. Man müsste mal Klassikradio (nur DLS) mit jenen Programmen vergleichen, die neben DLS auch eine Slideshow übertragen.

von Ingo-GL - am 15.01.2012 20:30
Man muss auch sehen ob man Stereo oder nur einen geradeso Mono Empfang zum Vergleich heranzieht. Bei Stereo kommt das mit 10kW DAB zu 100kW schon hin, DAB geht da sogar eher besser und weiter da keine stoerenden Reflexionen auftreten, die bei UKW in Door schon auf 30km sehr nervend sein koennen. Bei Mono UKW Empfang kommt es dann sehr auf den verwendeten Empfaenger und dessen Trennschaerfe an. Ist die UKW Frequenz frei, dann kommt sie sehr viel weiter als das 10kW DAB Signal welches in Door auf 100km nicht mehr auffindbar ist und UKW aber noch geradeso rauschfrei in Mono geht. Im Flachland hier habe ich beispielsweise die 15kW UKW aus Kiel noch in Door in Mono, das 10kW DAB Signal aber nur wenn ich den Empfaenger aus dem Fenster halte. Das ganze auf nur 80km. Je weiter man vom Sender entfernt ist, desto groesser der Reichweitenunterschied zwischen DAB und UKW. Merkt man insbesondere bei Ueberreichweiten. Berlin geht in Hamburg schon lange in Stereo wenn von DAB noch gar nichts ankommt.

von Nordlicht2 - am 12.06.2012 11:27
Vergeßt bitte nicht, daß der Vergleich der Reichweite eines Einzelsenders mit der Reichweite von Sendern in einem SFN ein Vergleich von Äpfel und Birnen ist (es sei denn, man nutzt auf UKW Doppeltuner mit echtem Diversity).

DAB spielt den Reichweitenvorteil gegenüber UKW nur in einem SFN aus, weil in sich überlappenden Randbereichen von Versorgungsgebieten, in denen ein Einzelsender zu schwach wäre, bereits ein anderer Sender des SFNs (oder ein Reflektionspunkt) einen Versorgungsbeitrag leistet.
Wenn man nun am Rand eines SFNs empfängt, wo nur noch ein einzelner Sender des SFNs nutzbar ist (z.B. in Nord-Schleswigholstein oder im Chiemgau), fehlt dieser "SFN-Gewinn" naturgemäß.
Innerhalb des jetzigen 5C-SFNs haben wir oft nur einen "wirksamen" Sender, und ganz ganz selten mehr als 2. Häufig liegen die Einzelsender ja wie eine Perlenkette aufgereiht aneinander, das A7-SFN in Südniedersachsen und Hessen wird z.B. so ein Fall sein.

Beispiel: In einem West-Ost-Tal helfen Sender im Norden und Süden wenig, ein entfernter Sender im Westen oder Osten fehlt vielleicht noch.

Ich denke, die Aussage "100 kW FM entsprechen 10 kW DAB" sollte man ersetzen durch "Faustformel: Der Versorgungsgrad eines UKW-FM-MFN-Sendernetz aus 100-kW-Sendern entspricht in Etwa dem eines flächigen DAB-SFN-Sendernetzes aus 10-kW-Sendern".

von DH0GHU - am 12.06.2012 12:16
OK,
nehmen wir mal an:
Empfängerempfindlichkeit -97 dBm (dürfte bei PL3 gut hinkommen)
Antennengewinn -2 dBi (schlechte Außen-Mobilantenne)
Frequenz 200 MHz (Bandmitte)
--> benötigte Feldstärke für -97 dBm HF-Pegel am Empfänereingang: 28,2 dBµV/m.

Bei guten Empfängern (und/oder rauscharmen Vorverstärkern) und hohem Fehlerschutz fallen die Werte nochmal einige dB günstiger aus.
Ein "vollwertiger" Dipol hat einen Gewinn von +2,14 dBi, davon gehen aber Balun- und Koax-Verluste nochmal ab. Bei Muxen mit hohem Fehlerschutz, guten Antennen und empfindlichen Empfänger sind in störungsarmen Umgebungen damit aber durchaus ggf. Feldstärken kleiner 25 dBµV/m ausreichend.

von DH0GHU - am 13.06.2012 16:21
Mich wiürde mal interessieren, wie funktioniert so ein DAB-SFN eigentlich?
Wie wirs so ein Netz versorgt/gespeist und die einzelnen sender? Gibt es einen, sozusagen "Mastersender" an dem der Multiplexer steht und der dann alla anderen Sender (Slaves?) dann über vielleicht Ballempfang, Richtfunk oder Satellitensignal speist? wie wird die Synchronisaton realisiert?

Nehmen wir mal als Beispiel Bayern 11D....
Dieses startete ja zunächst von den Standorten Muc und Nue mit jeweils 10KW.
Wenn also zb, sender MUC "Mastersender" wäre, wie würde "Slavesender" N sein Signal bekommen?
Oder reicht Sender MUC bis nach N so das dieser von diesem aus gespeist werden könnte?

Hm, ich denke das es erheblich aufwändiger ist, so ein DAB-SFN zu betreiben als ein UKW-sendernetz..

von diefeschelola - am 07.09.2012 17:59
Ich hole diesen Beitrag mal hoch...
Und zitiere direkt einen noch älteren aus 2008:
Zitat
dxbruelhart
DAB bietet eine hervorragende Möglichkeit, die Audiodynamik bzw. Dynamikkompression zu beeinflussen: DRC (Dynamic Range Control). Die allermeisten DAB-Radios bieten die Möglichkeit, DRC je nach Gusto einzustellen. Aber hierzulande, also zumindest im Deutschschweizer Ensemble und im Baden-Württemberger Ensemble wird DRC nicht genutzt. Die Geschmäcker sind nunmal halt verschieden, da könnte man mittels DRC wirklich seine eigene Präferenz einstellen, und ab Studio könnte immer mit voller Dynamik gesendet werden.


Meine Frage: Wird DRC eigentlich mitlerweile (im Bundesmuxx) genutzt? Welche Radios unterstützen dies?

von Max1 - am 18.02.2013 13:50
Da komm ich nicht so ganz mit, auch im Auto kann ich mir das selber einstellen wenn ich moechte. Den fuer's Auto 'optimierten' Klang kann ich aber an den Standboxen zu Hause ueberhaupt nicht gebrauchen. Wenn es nur um die Lautstaerke / Dynamikreduktion ginge ok aber es wird auch viel gemacht, wodurch gerade Sprache wesentlich schlechter verstaendlich wird und sich bei Mono etwas weiter weg vom Sender ganze Toene ausloeschen und damit nicht mehr vorhanden sind.
Egal die Optimod Diskussion hatten wir hier glaube ich schon oft genug. Hier ging es ja nun um DRC was nur die Dynamik beeinflusst und vor allem am Empfaenger selber durchgefuehrt wird so denn die Sender es unterstuetzen wuerden. :-)

von Nordlicht2 - am 18.02.2013 15:12
Klar kannst du beispielsweise die Höhen nachträglich anheben. Aber damit verschlechtert sich der Signal-/Rauschabstand rapide. Aber wie gesagt: eigentlich sollte ein Optimod nur die Unzulänglichkeiten der UKW Übertragung ausbügeln. Viele Sender bügeln aber mittlerweile auch die Unzulänglichkeiten der Empfänger aus. Zum beispiel muss ein Sender selbst über Quarkbecher große Lautsprecher noch so richtig fetzen. Vor allem muss er aber lauter sein wie die Konkurrenz weil es zig mal nachgewiesen wurde das Otto-Normal-Hörer bei der lauteren Station länger hängen bleibt. Und um lauter zu sein als alle anderen muss kräftig am Frequenzgang gebogen und alle möglichen Klangsauereien ausgenutzt werden. Die Anzahl der Leute die über eine gute Anlage Radio hören geht leider immer weiter zurück. Die meisten hören über Tischhupen am Arbeitsplatz, oder zweitklassige Werksanlagen im Auto.

Es ist aber in der Tat schade das man auch über die digitalen Empfangswege weiterhin so stark am Optimod dreht. Mit der selbst einstellbaren DRC wollte man die Sachlage zumindest ein klein wenig entschärfen. Leider ist kein Sender auf den Zug aufgesprungen. Ganz am Anfang von DAB(alt) hatte mal der SR die DRC Option genutzt. Aber das war wohl nur zu Testzwecken und nach ein paar Monaten war der Spuk schon wieder vorbei.

von Spacelab - am 18.02.2013 15:28
Das damals beim SR eingesetzte DRC erinnerte mich an das DRC was auch bei AC3 (also Dolby Digital) zum Einsatz kommt und man bei den meisten Decodern zuschalten kann. Der Ton liegt prinzipiell unkomprimiert vor und der Decoder wertet nur das zusätzliche Datensignal aus in dem steht wie der Kompressor im Decoder das jetzt bearbeiten soll. Das hält den Stromverbrauch und vor allem die Kosten für den Decoder niedrig da er so keinen richtigen Kompressor benötigt der ja erstmal noch das Signal rechenaufwendig auswerten muss.

Die Kompressionsstufen die man bei der DRC Option im Radio einstellen kann sind übrigens keineswegs festgelegt. Also "DRC: Medium" kann bei dem einen Sender eine kaum hörbare Veränderung bringen. Bei dem nächsten Sender hingegen ähnelt der Sound hier schon einem Sinussignal. :D

von Spacelab - am 18.02.2013 15:57
Zitat
Max1
Ich hatte das jetzt aber auch so verstanden, dass man damit die Dynamik im allgemeinen noch verbessern kann, indem man bestimmte Signale nur für die Dynamik mitsendet (lauter/leiser), die der Empfänger dann umsetzt. Geht das auch?

Du meinst eine nachträgliche Erhöhung der Dynamik? Nein das geht nicht.

Zitat
Max1
Gibt es eigentlich Sender (DLF, Horeb, KlassikRadio) die die volle, mögliche Dynamik übertragen (ohne DCR), ohne Klangveränderung, Kompresser?

Der Saarländische Rundfunk sendet seine Programme über DAB vollkommen ohne Klangverbieger aus. Der Nachteil ist das man, je nach dem wer gerade am Mischpult steht, heftige Lautstärkesprünge zwischen Moderation, Jingles, Werbung, Telefon und Musik hat. Viele Moderatoren nehmen es nämlich mit dem Aussteuern nicht so genau.

von Spacelab - am 18.02.2013 17:19
Hervorgeholt, da bei Carey im Update History entdeckt (2.2.2017) und hier im Forum nichts darüber gelesen:
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The DAB/DAB+ specification has received a dust-down and reissued in updated form. The new versions have been published by ETSI as follows:

EN 300 401 V2.1.1: DAB system standard
TS 101 756 V2.1.1: Registered Tables
TS 103 466 V1.1.1: DAB audio
TS 102 563 V2.1.1: DAB+ audio
TS 102 980 V2.1.1: DL Plus

Transmission Modes II, III and IV have been discarded as obsolete. WorldDAB says that for many broadcasters, the changes will have few impacts because the aim was to make sure that changes were mostly compatible with the way that DAB is actually used. However, to make the system work better, some changes need to be made to the multiplexing equipment of all broadcasters, while other changes will only be needed if certain features are used.

A fuller description of the changes has been published by WorldDAB.
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Link zum Artikel

Ist bei neueren Chipsets dies nun schon berücksichtigt?


von drahtlos - am 26.03.2017 10:32
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