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vor 2 Jahren, 8 Monaten
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Emil, bm3, Schrauber601, frax, Eba_M, BdasB

Zeitbasiertes Preismodell an den (Vattenf. RWE) Schnell-Ladern

Startbeitrag von BdasB am 27.10.2015 08:48

[www.morgenpost.de]

Neues Preismodell an der E-Tankstelle sorgt für Kritik

Fahrer von Elektroautos müssen für den Strom aus den vom Bund geförderten Schnelllade-Stationen künftig Minutenpreise zahlen.

Vattenfall will künftig den Stromverkauf an den mit Gleichstrom betriebenen Schnellladestationen nach der Leistung berechnen, und zwar mit zwölf Cent je Minute bei 20-Kilowatt-Ladestationen und mit 20 Cent je Minute bei 50 Kilowatt.
Auch RWE, der zweite Betreiber von Schnellladestationen, plant laut einer Unternehmenssprecherin eine solche Umstellung ...

Doch genau diese Minutenpreise stoßen bei der IG Elektromobilität auf großes Unverständnis. Die neue Preisstruktur von Vattenfall ist aus Sicht der Elektroautofahrer "völlig überteuert" und "für den Kunden maximal intransparent". "Keiner weiß, was er am Ende für sein Geld tatsächlich bekommt", argumentiert Julian Affeldt.

Dies hänge vor allem mit den physikalischen Eigenschaften der Batterien zusammen, die in den Elektroautos eingebaut sind. Die Akkuzellen könnten während einer gleichen Zeiteinheit nicht stets die gleiche elektrische Leistung aufnehmen. Die Leistungsaufnahme sei unter anderem abhängig vom jeweiligen Ladezustand und der Lufttemperatur. Bei steigendem Ladezustand würde sich zudem die Ladeleistung automatisch verringern. Der Preis, den der Kunde am Ende für eine Kilowattstunde zahle, könne im ungünstigsten Fall beim 16-Fachen des Preises für Haushaltsstrom liegen. Die IG fordert Vattenfall deshalb auf, auf eine zeitbasierte Abrechnung zu verzichten und ausschließlich nach erhaltener Arbeit abzurechnen.
Der Stromkonzern verweist auf die gängige Praxis in Berlin


Vattenfall-Sprecher Olaf Weidner verweist darauf, dass die Abrechnung der Ladevorgänge an den Schnellladestationen Teil der Erprobungsphase des Projekts sei. Eine Bezahlung des Stroms nach Minuten sei "im Markt bereits gängig Praxis" und entspreche zudem den Vorgaben des Landes Berlin, welches für alle in seinem Auftrag neu errichteten Ladestationen einen Zeittarif vorschreibe.

Es sind aber wohl auch technische Probleme, die zu den Minutentarifen geführt haben. Laut RWE-Sprecherin Mielke gibt es auf dem Markt bislang noch keine geeichten und damit amtlich zugelassenen Zähler für die Gleichstromladestationen. Dies sei aber Voraussetzung, um die Leistung nach Kilowattstunden abzurechnen. Die Entwicklung müsse in die Richtung gehen, momentan sei dies aber noch nicht möglich. Geprüft werde im Forschungsprojekt schnell-laden-berlin.de auch die Entwicklung einer Software für die elektronische Abrechnung – etwa über eine Handy-App.

Julian Affeldt gibt sich mit den Antworten der Energiekonzerne nicht zufrieden. "Wir halten unsere Forderung nach leistungsbezogenen Tarifen aufrecht", sagte er der Berliner Morgenpost. Bei der angekündigten Minutenabrechnung könnte es passieren, dass der Fahrer eines Elektroautos bis zu vier Euro pro Kilowattstunde zahlen muss. "Da heißt es dann ganz schnell: Elektromobilität – nein danke!"

Antworten:

Da muss ich den Julian allerdings recht geben. Eine Abrechnung nach Zeit ist sehr bedenklich vor Allem wenn die Ladeleistung nicht voll genutzt werden kann. Besser wäre ein Lösung, wo der Nutzer zwar genötigt wird, nach spätestens 30min das Laden zu beenden, aber keine absurden Kosten im Verhältnis zur bezogenen Leistung entstehen.

von Eba_M - am 27.10.2015 09:32
..im Markt bereits gängige Praxis...
welcher Markt? - viele Ladesäulen können (noch) kostenlos benutzt werden - dann bleiben wir doch bei der Praxis - welch eine Argumentation :angry:

Außerdem ist es technisch auch wahnsinnig schwierig Gleichspannungen und Gleichströme zu messen - da stellen wir uns mal ganz dumm :D

So wird es allerdings nichts mit den E-Autos - aber vielleicht hat das ja auch Methode - genau so wie diese unsägliche Ladesäulenverordnung...

Die einen stellen unsinnige Konzepte auf und die Anderen schaffen (schon) Tatsachen - schade das es "bei uns" manchmal so schwierig ist.

von frax - am 27.10.2015 14:41
Einen Vorteil hat aber der Zeittarif:
Die Ladesäulen werden dann wirklich nur für das Laden verwendet und nicht fürs Parken. Und außerdem werden sich dann auch leistungsfähigere Ladegeräte in den Fahrzeugen durchsetzen.

Diejenigen die meinen dass die gängige Praxis der kostenlosen Ladesäulen auf Dauer bestehen wird, sollten mal darüber nachdenken welche Kosten auf die Betreiber zukommen, wenn sich die Elektromobilität wirklich mal durchsetzt. Da wird das heute breite kostenlose Angebot ganz schnell verschwinden.

Und langfristig wird das Tanken an Ladesäulen nicht steuerfrei bleiben. Da wird der Staat darauf pochen auch dort speziell für die Nutzung von Strom in Elektrofahrzeugen Steuern zu erheben. Dann ist es aus mit den paradisischen Zuständen heute.

von Emil - am 28.10.2015 06:45
Die Zeitabrechnung hat unabhängig vom Tarif einen weiteren großen Nachteil: Bislang zeigen weder das Auto noch die Ladesäule die Momentanleistung an... Der Kunde kann sich i.d.R. nicht entscheiden, ab wann er persönlich das Laden beenden möchte. Da braucht man schon LeafSpy o.Ä.

An Autobahn-Raststätten und -höfen ist diese Berechnung eh nicht optimal: Hier sind auch keine "Dauerparker" zu befürchten wie z.B. in der Stadt. Hier bietet sich eine Kombination an:
- Strom wird nach kWh fair berechnet
- nach 60min (bei 50kW) stoppt die Ladung automatisch
- Nach dieser Beendigung bis zum Stecker-ziehen wird die Park(Blockier)Zeit Minutengenau berechnet (so um die 5€/h).

Vorteil: Jeder bezahlt was er bekommt und niemand wird das Auto unnötig lange an der Säule angesteckt lassen...
Ich führte aber auf solche naheliegenden Dinge wird man erst nach etlichen geförderten Jahren kommen.

MfG
Jan

von Schrauber601 - am 28.10.2015 12:12
"Und langfristig wird das Tanken an Ladesäulen nicht steuerfrei bleiben. Da wird der Staat darauf pochen auch dort speziell für die Nutzung von Strom in Elektrofahrzeugen Steuern zu erheben. Dann ist es aus mit den paradisischen Zuständen heute.

Gruß,
Emil "

Denk lieber nochmal drüber nach, lies mal nach wieviel Anteil an Steuern und Abgaben heute schon auf einer Kilowattstunde Strom für den Privatkunden liegt und du wirst wahrscheinlich sehr erstaunt drüber sein. ;-) Wo warst du die letzten Jahre ?

Viele Grüße :

Klaus

von bm3 - am 28.10.2015 16:16
Die Energiesteuer im Strompreis ist mit 2,05 ct/kWh sehr gering. Die sonstigen Bestandteile dienen ja anderen Zwecken.

Dem gegenüber beträgt die Energiesteuer je nach Treibstoff zwischen 4,7 ct/kWh und rund 7,5 ct/kWh.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass wenn die Steuereinnahmen aus der Energiesteuer auf Treibstoffe durch das Umschwenken auf Elektroautos nach und nach einbricht dies der Staat einfach so hin nimmt?

von Emil - am 29.10.2015 05:27
Es geht doch nicht nur um die Energiesteuer. Der Einkaufspreis netto liegt an der Börse bei 3,x Cent. Der Private Verbraucher bezahlt brutto in Deutschland zur Zeit um die 25 Cent, das ist fast Faktor 8 ! Jetzt vergleiche das bitte mal mit dem Rohölpreis und dem was der Liter Benzin / Diesel hier kostet, denn der Faktor 8 bleibt dann hier im Land. selbst die 3,x Cent die an der Börse bezahlt werden bleiben noch zum Großteil hier im Land. Und ein Großteil davon bleibt wieder beim Staat, direkt oder indirekt. Auf die EEG Umlage ist Umsatzsteuer fällig, überhaupt ist auf Alles noch die Umsatzsteuer fällig und wenn jemand beispielsweise Netzentgelte einnimmt muss er auch noch auf seinen Gewinn daraus Steuern zahlen und seine Zulieferer genauso.
So what ?
Plappert doch bitte nicht Alles nach was euch mal jemand mit bestimmten Interessen vorgebetet hat !

von bm3 - am 29.10.2015 22:20
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