Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
elweb news
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
BdasB

Hiriko am Ende (so wie Loremo und all die anderen Forschungsinnovationen)

Startbeitrag von BdasB am 04.04.2016 12:32

... von LOREMO ... Kolibri .... bis Mindset .... alle auf dem Schrottplatz der Vergangenheit ...



Elektromobil: Ein Auto für die Tonne
Die Europäische Kommission feierte den Hiriko als Durchbruch der Elektromobilität – doch das Projekt scheiterte kläglich.


Als im Januar 2012 der Prototyp des Hiriko Fold, eines revolutionären Elektroautos aus dem Baskenland, vor dem damaligen EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso präsentiert werden sollte, ging es keinen Zentimeter vorwärts. Stattdessen stand eine Schar hoch qualifizierter Ingenieure in den Räumen der Europäischen Kommission und versuchte mit Föhn und Decke, die sensiblen Bauteile zu trocknen.
"Es war zwecklos", erinnert sich Fernando Oharriz, damals einer der leitenden Ingenieure des Hiriko-Projekts. "Das war ein Labor-Prototyp, der niemals die Werkstatt hätte verlassen dürfen." Die Feuchtigkeit in Brüssel hatte die Elektronik beschädigt. "Wir hatten noch Glück, dass es nicht angefangen hat zu brennen." Barroso nannte das Auto dennoch "ein Beispiel dafür, wie intelligent Europäische Sozialfonds verwendet werden können". Ständig neben ihm: Jesús Echave, der Chef des Hiriko-Konsortiums. Heute steht dessen Name in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft – es geht um Betrug, Veruntreuung, Geldwäsche.
"Verliebt" seien sie gewesen in das Projekt, sagt Ingenieur Oharriz rückblickend. Vielleicht auch etwas naiv. Wahrscheinlich aber vor allem hoffnungsfroh. Denn der Hiriko versprach die großen Probleme unserer Mobilität zu lösen. Er sollte günstig, umweltfreundlich und platzsparend sein. Ein urbaner Alleskönner. Sein Scheitern zeigt im Kleinen, warum eine gute Idee nicht ausreicht, um ein neues Auto zu bauen. Man braucht auch verdammt viel Geld.

2010 wurde an einem verkleinerten Modell die Funktionsweise des Hiriko gezeigt: Der 2,5 Meter lange Zweisitzer sollte sich zum Parken auf nur 1,5 Meter zusammenschieben.


Die geplanten Eckdaten lesen sich beeindruckend: Knapp 90 km/h sollte er schaffen, bei 120 Kilometern Reichweite. Und das zu einem Preis von gerade einmal 12 500 Euro. Selbst wenn der Hiriko an jenem Nachmittag in Brüssel keinen Meter weit fuhr – auf die Präsentation mit Barroso folgte der Hype. In der ganzen Welt berichteten Medien über das Zukunftsmobil. Die Geschichte war ja auch zu schön: Auf dem Höhepunkt der spanischen Wirtschaftskrise machten sich einige wackere Basken auf, das Elektromobil neu zu erfinden.

Ganze Flotten des Flitzers wollten sie an Städte und Mobilitätsunternehmen in aller Welt verkaufen, um mit Carsharing Verkehrsprobleme zu lösen. Die Deutsche Bahn war interessiert, ebenso die Stadt Berlin – angeblich auch Hongkong und San Francisco. Quasi nebenbei versprach Hiriko den Kunden noch jede Menge Arbeitsplätze. Denn die einzelnen Module des Hiriko sollten zwar im Baskenland produziert werden. Zusammenbauen wollte man den Wagen dann jedoch in den Städten, wo er eingesetzt werden sollte – der Traum eines jeden Bürgermeisters. Doch so weit kam es nie.

Heute ist das ehrgeizige Projekt ein Trümmerhaufen. Da halfen auch die 20 Millionen Euro Anschubfinanzierung, vor allem aus EU-Mitteln, nichts. Mitarbeiter wurden über Monate nicht bezahlt, der Traum von der Elektromobilität aus dem Baskenland ist geplatzt.
Die Ingenieure warten noch heute auf einen halben Jahreslohn


In der Tat wiegen die Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft der baskischen Provinz Álava gegen die Verantwortlichen erhebt, schwer: Verschiedene Firmen seien einzig zu dem Zweck gegründet worden, Subventionen zu unterschlagen, heißt es in der Anklageschrift. Unter anderem sollen für das Hiriko-Projekt riesige Geschäftsräume angemietet und renoviert worden sein, die den Teilhabern selbst gehörten – zu Preisen, die die üblichen Mieten um mehr als das Doppelte überstiegen. Außerdem soll Afypaida, die Mutterfirma des Projekts, einen Le-Mans-Rennwagen des baskischen Rennstalls Epsilon Euskadi erworben haben. Kaufpreis: eine halbe Million Euro. Der hoch subventionierte Rennstall war Teil des Hiriko-Konsortiums und kurz vorher pleitegegangen. In einer offiziellen Begründung für den Kauf schrieben die Verantwortlichen von Hiriko laut Staatsanwaltschaft, der Rennwagen sei für verschiedene Tests genutzt worden, die "insgesamt zufriedenstellend" verlaufen seien. Als die Millionen aufgebraucht waren, wickelten Echave und die anderen Teilhaber das Hiriko-Projekt ab.


Selbst am Brandenburger Tor fuhr ein Prototyp vor ...


Das MIT in Boston, eines der renommiertesten Forschungsinstitute der Welt, hatte zwei Mitarbeiter ausgewählt, die mehrmals ins Baskenland reisten, um die Umsetzung des Hiriko-Projekts zu unterstützen. Heute ist ihnen das wohl eher peinlich, denn niemand will sich dazu äußern.

Der Soziologe Andreas Knie kennt das Projekt ebenfalls gut. Er ist Geschäftsführer des Berliner Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel und verhandelte für die Deutsche Bahn mit dem Hiriko-Konsortium. Dass das Elektroauto als ernsthaftes Projekt geplant war, daran hat Knie keinen Zweifel.

Immerhin gab es sogar einen Termin in Berlin, bei dem ein funktionsfähiger Hiriko am Brandenburger Tor vorfuhr. "Das Auto war eben noch ein früher Prototyp, der weit von der Zulassung entfernt war", meint Knie.

Am Ende versuchten sie es noch einmal. Ein ehemaliger Mercedes-Manager wurde als Geschäftsführer installiert und sollte den Hiriko auf Linie bringen: Er setzte auf eine klassische Lieferkette statt Modulbauweise, auf einen zentralen Antrieb statt der futuristischen Robo-Räder und auf eine konventionelle Lenkung. Aber es war zu spät. Gerade einmal 200.000 Euro hätten am Ende gefehlt, um einen neuen, testfähigen Prototyp zu bauen, meint Oharriz. Doch die Gesellschafter hätten kein Interesse mehr gehabt.


...der einzige verbliebene Prototyp des Hiriko steht irgendwo im Baskenland und wartet auf einen Käufer. Vermutlich parkt er in einer Halle in einem der vielen Technologieparks, die in den vergangenen Jahren in Spanien entstanden sind, in der Hoffnung auf den wirtschaftlichen Aufschwung. Nur in welchem genau, ist unklar. Der Insolvenzverwalter will den Standort nicht verraten. Er fürchtet um den Wert der verbleibenden Überreste, wenn es schlechte Presse gibt.



KENNT NOCH JEMAND DEN RENAULT ZOOM von 1992 ???

...ohne seltsamen Fronteinstieg ...
... denn "wieder 'erfunden'= neu erfunden"
?! ;-)



https://www.youtube.com/watch?v=nIcCD4ueIyE
[bestcarmag.com]
[de.wikipedia.org]
[www.diseno-art.com]



... uebrigens ... der Prof. Knie (EMO Berlin) sagte vor 2 Jahren ...dass 2016 "einige Hunder Hiriko in Berliner (Forschungsprojekten?) herumfahren weden"

ich sach'ma "ins Knie geschossen" ...

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.