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vor 1 Jahr, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 4 Monaten
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Bernd Schlueter, hallootto, schachtelhalm, eric1617, Manfred aus ObB, BdasB

neue (alte) Wasserstoff-Strategie in -D-

Startbeitrag von BdasB am 14.04.2016 06:53

... auszugsweise ...


Deutschlands neue Wasserstoff-Strategie: Bund stellt 161 Mio Euro für Brennstoffzellenforschung bereit

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat anlässlich des in Berlin stattfindenden H2 Mobility Kongresses des BMVI Deutschlands neue Wasserstoffstrategie vorgestellt und eine Zusammenarbeit mit China vereinbart.


[www.handelsblatt.com]


Clean-Energy-Partnership-Chef Thomas Bystry
„Wasserstoff ist unverzichtbar“
(klar - sonst ist er ja arbeitslos) ;-)

... und seit 25 Jahren folgender Satz ;-)
Wenn es jetzt noch gelingt, die Kosten durch effiziente Serienproduktion und technischen Fortschritt zu senken, werden wir schon in absehbarer Zeit Wasserstoffautos zu bezahlbaren Preisen sehen.



Seite 1:
„Wasserstoff ist unverzichtbar“
Seite 2:
Wie sauber Wasserstoff heute ist
Seite 3:
„Wir werden schon bald weitere Wasserstoff-Autos sehen“
Seite 4:
„Das sind riesige Sprünge“


Damit wir reinen Wasserstoff tanken können, muss er erst einmal hergestellt werden. Kritiker werfen dem Antrieb oft vor, dass die Produktion noch zu schmutzig ist. Wie wird der Wasserstoff in Deutschland produziert?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Wasserstoff zu erzeugen. Bisher fällt der Wasserstoff vor allem als Nebenprodukt in der Chemiebranche an. In der Industrie macht dieser graue oder schwarze Wasserstoff noch 90 Prozent aus. Das ist aber nicht der Wasserstoff, mit dem in Zukunft unsere Autos fahren sollen. In den Statuten der Clean Energy Partnership haben wir uns zum Ziel gesetzt, mindestens 50 Prozent grünen Wasserstoff zu verwenden, der aus regenerativer Energie gewonnen wird. Bisher kommt diese Energie überwiegend aus Windenergie, es gibt aber auch Pilotprojekte mit Solarenergie und Biomasse.
Vielfach wird den Wasserstoffproduzenten vorgeworfen, dass der Wirkungsgrad der Anlagen zu schlecht und der Energieverlust bei der Produktion damit zu hoch ist…
Das hängt tatsächlich davon ab, wie der Wasserstoff produziert wird und was sie damit erreichen wollen. Bei der konventionellen Produktion aus Erdgas haben Sie hohe Wirkungsgrade gepaart mit dem Ausstoß von Kohlendioxid. Bei der umweltfreundlichen Produktion von Wasserstoff mit erneuerbarem Strom erreichen größere Elektrolyse-Anlagen um die 70 Prozent, aber ohne jegliche CO2 Emissionen. Der Wirkungsgrad dürfte weiter steigen, wenn größere Mengen Wasserstoffs produziert werden. ... wer es denn glaubt ...
Das wäre der Fall, wenn Wasserstoff als Speichermedium für Windstrom zu einem festen Bestandteil der Energiewirtschaft wird und die Anzahl von Brennstoffzellenautos drastisch steigt. ... na wenn der da mal keine laaaaaannngeee Nase bekommen hat ... ???


[www.welt.de]

Bei Wasserstoffautos produziert Dobrindt heiße Luft

Minister Dobrindt will Wasserstoffautos fördern. Doch die neue Strategie ist ein Aufguss alter Pläne. Es fehlen nicht nur Tankstellen, sondern auch Autos. Ein Hersteller verschweigt sogar den Preis.
... nicht nur beim Wasserstoff ... (aber da ist man seit 25 Jahren an viel HEISSE LUFT gewoehnt )

Bis 2023 sollen bundesweit bis zu 400 Wasserstofftankstellen verfügbar sein. Das branchenübergreifende Unternehmen H2 Mobility Deutschland, eine Kooperation mehrerer Unternehmen, soll den stufenweisen Ausbau des bundesweiten Wasserstofftankstellennetzes vorantreiben.

Geplant ist außerdem eine Förderung von Brennstoffzellentechnologien mittels neuer Richtlinien.
Demnach sollen Innovationen wie beispielsweise Sonderfahrzeuge in der Logistik, autarke Stromversorgung für kritische oder netzferne Infrastrukturen sowie Anlagen zur Erzeugung strombasierter Kraftstoffe subventioniert werden.

"Wir stehen mit der Elektromobilität und dem automatisierten und vernetzten Fahren vor der größten Mobilitätsrevolution seit der Erfindung des Automobils. Die Brennstoffzelle ist eine Schlüsseltechnologie dieser Entwicklung", sagte Verkehrsminister Dobrindt.

... bla bla bla ...

Eine Wasserstofftankstelle kostet bis zu 1,5 Millionen Euro.

Die Wasserstofftankstelle in HH-Hafencity hat mal eben schlappe 15 mio € gekostet, 50% kamen davon vom Staat.

Dass das selbst die erfolgreiche und hochprofitable deutsche Autoindustrie längerfristig kaum stemmen kann, zeigt die Tatsache, dass Konkurrenten aus den USA, Frankreich oder Japan bei reinen E-Autos oder Wasserstofffahrzeugen bisweilen deutlich weiter sind als die Hersteller hierzulande. Bei serienreifen Brennstoffzellenautos liegen beispielsweise japanische Hersteller einige Schritte vor ihren deutschen Rivalen – dabei hatte gerade Daimler auf diesem Feld vor Jahren einen deutlichen Vorsprung.

Die Bundesregierung will einen möglichen Rückstand durch verstärkte Förderung ausgleichen. Allerdings sind die geplanten 511 Millionen Euro nicht mehr als ein symbolischer Betrag. Die Autobauer investieren jedes Jahr mehrere Milliarden Euro, um die alternativen Antriebe voranzutreiben. Auch die Pläne der Politik für ein bundesweites Netz von Wasserstofftankstellen sind wenig ehrgeizig. Im Grunde sind sie ein Rückschritt.

Das Verkehrsministerium hatte bereits vor einigen Jahren angekündigt, man plane in Kooperation mit den Firmen Daimler, Linde, Air Products, Air Liquide und Total bis 2015 ein bundesweites Netz mit rund 50 Tankstellen. Nach Angaben der Nationalen Organisation für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) gibt es aber derzeit in ganz Deutschland gerade mal 20 betriebsbereite Wasserstofftankstellen. Weitere 20 können zwar genutzt werden, stehen aber der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung.

Die nun vorgestellte Vision von 400 Wasserstofftankstellen bis 2023 klingt ambitioniert, wenn man nicht wüsste, dass sie ebenfalls bereits vor Jahren formuliert wurde und dass diese Zahl nicht mal annähernd ausreicht, um eine Grundversorgung zu garantieren. Dafür wären nach Expertenmeinung mindestens 1000 Wasserstofftankstellen nötig.

Regierung und Hersteller stehen vor demselben Dilemma

Das Problem bei der Tankstellenmisere ist, dass sich keiner so recht für die Errichtung und den Betrieb zuständig fühlt. "Wir werden keinesfalls Tankstellenbetreiber, egal für welchen Kraftstoff", hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche im Vorfeld klargestellt.

Und die Energieversorger haben ebenfalls wenig Interesse an den H-Zapfsäulen. Sie überlegen derzeit, ob sie überhaupt ins Geschäft mit Stromtankstellen einsteigen sollen. Wasserstoff zu tanken ist aber technisch ungleich aufwendiger. Und die Anlagen sind teuer dazu, schnelle Renditen daher unwahrscheinlich. Eine Wasserstofftankstelle kostet bis zu 1,5 Millionen Euro.

So stehen Regierung und Hersteller wie bei den Elektroautos vor demselben Dilemma: Ohne ausreichende Zahl von Tankstellen beziehungsweise Ladestellen wollen die Kunden die entsprechenden Autos nicht kaufen. Bei den E-Autos sind die Hersteller inzwischen in Vorleistung gegangen, allein deutsche Hersteller bieten derzeit mehr als ein Dutzend Batterieautos und noch weitaus mehr Hybridmodelle an. Anders ist es bei den Wasserstofffahrzeugen. Da gibt es hierzulande praktisch kein Angebot – und damit keine Nachfrage.
Beim Mirai verschweigt Toyota lieber den Preis

Seit 2010 bis Februar dieses Jahres wurden in ganz Deutschland insgesamt 153 H-Autos zugelassen. Tendenz: deutlich sinkend. "Der Bundesverkehrsminister täte besser daran, sich auf die Förderung der Elektroautos zu konzentrieren, anstatt mit Geld für Brennstoffzellenfahrzeuge eine weitere Baustelle aufzumachen", so Dudenhöffer.

Die Vorreiter beim H-Auto, Toyota und Honda, sind auch für die Zukunft eher bescheiden, was ihre Brennstoffzellenoffensive angeht. Toyota wollte bis Ende 2015 nur 700 Fahrzeuge auf die Straße bringen, bis 2017 nicht mehr als 3000. Zum Vergleich: Toyota verkauft insgesamt pro Jahr mehr als zehn Millionen Fahrzeuge.

Und der Mirai ist dabei so teuer, dass Toyota auf der deutschen Homepage anders als bei den anderen Modellen schamvoll den Preis verschweigt. Nur wer nachfragt, bekommt eine Antwort. Das Wasserstoffauto der Japaner in Golf-Größe kostet in Deutschland 78.540 Euro. Deshalb gab es zunächst auch nur Leasingverträge.



Ein Wasserstofffahrzeug braucht eigentlich MEHR von ALLEM. Mehr Energie,
mehr Technik, mehr Wartung. Davon profitiert jeder, der bei dem Thema
mitmischt - der Verlierer ist hier mal wieder - wie so oft - der
Verbraucher...

Antworten:

Zitat
BdasB


Ein Wasserstofffahrzeug braucht eigentlich MEHR von ALLEM. Mehr Energie,
mehr Technik, mehr Wartung. Davon profitiert jeder, der bei dem Thema
mitmischt - der Verlierer ist hier mal wieder - wie so oft - der
Verbraucher...



Aber nicht doch :o Der bekommt doch Hightech :eek: und kann die mittels App :xcool: am Stammtisch :hot:
oder bei Facebook :mad: demonstrieren, was will der Early Adopters mehr :confused:

Einen normalen Nutzen :rolleyes: also nein wirklich Nicht, dann wär Er ja Normal ;-)

von Manfred aus ObB - am 14.04.2016 07:51
TESLA kann sich freuen. Wieder verpuffen Steuermillionen.
DAS Geld in Schnelllader und Supportlader wäre 1000 Mal sinnvoller. Zumal das Wasserstoffauto im Privatbereich keine Chance mehr haben wird.

von eric1617 - am 14.04.2016 10:05
Die Wasserstoffzellen hängen immer schon und immer noch am Platinpreis. Herr Dobrindt benötigt ein geeignetes Schäufelchen, um nach Platin zu schürfen. Das Eimerchen würde ich ihm spendieren. Vielleicht schenken die Chinesen ihm eines. Möglichst mit Inhalt.

von Bernd Schlueter - am 14.04.2016 12:08
Aus welcher Kristallkugel werden denn die 400 oder 1.000 Tankstellen ermittelt?
Seit einigen Jahren sind es etwas über 14.000 herkömmliche Tankstellen. Wenn ich da vorsichtig schätzen soll, und in den kleineren Städten, die zwei oder mehr Tankstellen haben, je eine, und in größeren Städten auch mehrere wegnehme, dann bleiben sicher 5.000 - 10.000 Tankstellen übrig, die auch eine Wasserstoff-Säule erhalten müssten.
Bleibt dann aber noch die Frage was die umliegenden Länder machen. Was haben wir davon, dass man in DE mit dem Wasserstoff noch einigermaßen gut versorgt ist, wenn man dann nicht, oder nicht weit, über die Grenze fahren kann ohne liegen zu bleiben.
Beim Elektroauto kann ich ja jede beliebige Steckdose nehmen und bin im schlimmsten Fall in einigen Stunden wieder fahrbereit.
In einigen Ländern ist bereits entschieden, die Verbrenner konkret abzuschaffen, und auf Elektroautos umzustellen. In diesen Ländern wird niemand an eine Wasserstoff-Technologie denken, sondern statt dessen mehr Ladestationen bauen.
Wasserstoff als Puffer für erneuerbare Energie finde ich dagegen sehr interessant. Kann doch in einer genügend großen, oder mehreren Brennstoffzellen zentral mit dem Überschuss-Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden, um diese dann einzulagern. Bei Bedarf wird dann der Vorgang umgekehrt, und daraus wieder Strom produziert. Solche Pufferkraftwerke sind viel sinnvoller, und für einen Bruchteil der Erstellungskosten einer flächendeckenden Wasserstoff Verteil- und Tank-Logistik zu erstellen.

elektrische Grüße
Peter

von hallootto - am 14.04.2016 14:07
Gibt es eigentlich schon ein Gremium welches die dringend notwendigen Tankventile entwickeln lassen darf - Hauptsache die Japaner können bei uns nicht tanken.

von schachtelhalm - am 18.04.2016 18:31
Was mir auch nicht gefällt: Wir verschwenden unsere teure Solar- und Windenergie in der teuren und verlustreichen Wasserstoffproduktion. Die teuren dazu erforderlichen Anlagen bezahlen wir. ...und was passiert dann? Kaum jemand wird an der teuren Wasserstofftankstelle tanken.

Ich sehe nicht ein, dass dann nur die vielen wasserstoffbetriebenen Atom-U-Boote unsere teure Energie vergeuden, nur, um die Welt mit Atombomben zu beglücken.

Politik ist einfach nur schmutzig und wir sollten unser Forum von dieser Politik freihalten. Also, einfach den Mund halten und die Kriegstreiber gewähren lassen.

von Bernd Schlueter - am 20.04.2016 09:00
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