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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Joe-Hotzi, Bernd Schlueter, hallootto, BdasB

Wasserstofftankstelle(n) kommen

Startbeitrag von BdasB am 16.06.2016 06:48

[www.elektroniknet.de]

Infrastruktur für Brennstoffzellenautos: Shell eröffnet Wasserstofftankstelle in Wuppertal
... aha - da denkt man immer dass dies Erwin Lindemann und der Papst machen wuerden ....
An der Shell Tankstelle am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord wurde die erste serienmäßige H2-Mobility-Station eröffnet. Sie ist ein Modell für den weiteren Ausbau des deutschen Wasserstoff-Tankstellennetzes durch das Unternehmen. Bis 2023 sollen bundesweit bis zu 400 H2-Tankstellen entstehen.
Drei Viertel der H2-Tankstellen in Deutschland sind derzeit mit Linde-Technik ausgerüstet. An der Errichtung der Wasserstoff-Station in Wuppertal hat sich der Bund mit Fördermitteln in Höhe von 670.000 Euro beteiligt.​

1 bis 2 Mio. Euro pro H-Tanke ... bei 400 Stueck ... MANN - was man dafuer an Ladestationen aufstellen koennte ....

Antworten:

Dann kann der Wasserstoff ja doch nicht sooo teuer sein, wenn man mit seinem Verkauf dann noch Gewinn machen will! Und die Investitionen sollten auch irgendwann zurückkommen. Deswegen will man die Wasserstofftechnik also unbedingt weiter verfolgen. Oder sind es wieder nur die Fördergelder? Was davon zahlt eigentlich der Errichter selbst?
Bis zur aktuellen Anzahl von über 14.000 Tankstellen in DE ist es aber dann doch noch seeehr weit...

Ich bin für flächendeckende Induktionslader, langfristig auf jedem öffentlichen Parkplatz, dann klappt es auch mit der Akzeptanz der Elektobobilität. Ach Mist, das geht ja auch nicht, sind weder genug Steuergelder da, noch ein Geschäftsmodell...

elektrische Grüße
Peter

von hallootto - am 16.06.2016 07:10
Unser Solar- und Windstrom wird fast vollständig in der Aluminiumelektrolyse verballert. Ein kg Aluminium kostet heute 1,50 Euro und benötigt 15 kWh pro kg.
Mit diesen 15 kWh kann ich 100km weit fahren. 1,50 Euro pro 100km ist nicht viel.
Wie ich vermute, ist die Wasserstoffforschung in Deutschland weiter, als wir ahnen und man kann mit diesen 15kWh bald auch den Wasserstoff für 100km Fahrt erzeugen. Die 100km Fahrt sind mehr wert als das eine kg Aluminium.
Wir wissen ja nicht alles, was die Industrie so im Schilde führt.
Wie ich auf der Hannovermesse gesehen habe, meint man es ernst mit der Wasserstoff-Brennstoffzellentechnik. Tanken geht blitzschnell.
Wenn man weiß, wieviel km man fahren will, tankt man nur so viel flüssigen Wasserstoff, wie auf der Fahrt verbraucht wird. Der Batteriepuffer erlaubt dann eine gewisse Flexibilität. Wäre dann schon eine gute Ergänzung zur reinen Elektromobilität. Der Antrieb ist dann in jedem Fall elektrisch.
Der hohe Platinpreis war bisher das Haupthindernis.

von Bernd Schlueter - am 16.06.2016 20:45
Was ist hier Wunschdenken und was ist die Realität?!?

Mobiler Wasserstoff ist. m.E.n. eine Totgeburt und dient lediglich Lobbyinteressen. Aber nur wenige sprechen es so deutlich aus
Warum ist es so?

- derzeit wird H2 (ein reiner Energieträger, der erst einmal erzeugt werden muss) aus Erdgas (>97% weltweit) hergestellt - ist also eigentlich ein fossiler Kraftstoff
- in die Erzeugung muss ich mehr Energie hineinstecken, als ich erhalte - simple Physik
- "regeneratives H2", egal ob über Algen mit Photosynthese oder Solar-Hydrolyse aus Wasser ist mehrfach teurer als Erdgas-H2 und auf absehbare Zeit nicht konkurenzfähig
- Hydrolyse benötigt nicht nur viel Energie, sondern Unmengen an hochreinem (!) Wasser ...
- molekulares H2 zu erzeugen ist recht einfach - allerdings hat es eine sehr geringe Energiedichte/Volumen. Um sie zu erhöhen, wird entweder verflüssigt (-252°C) oder höchstkomrimiert (derzeit etwa 700bar).
- Flüssig-H2 ist mobil nicht realistisch, da es (selbst mit Vakuum-Superisolation) bei Nichtgebrauch ausgast. Also nichts mit "blitzschnellem" Flüssig-H2-Tanken, wie es sich Bernd wünscht. Denn sonst dürfte man weder in eine Garage, noch in ein Parkhaus ...
- 700bar-H2 wird nicht "blitzschnell" getankt, sondern aus einem Lagertank vor Ort mit mittlerer Kompression (meist um 200bar) in den Fahrzeugtank gepresst. Im Idealfall wenige Minuten, praktisch auch bis zu 15-20 Minuten und im Ernstfall, ohne dass der mögliche Höchstdruck /Füllgrad noch erreicht wird (siehe Tanken Düsseldorf, 16:32). Denn die Pumpen laufen bei 700bar an der technischen Höchstgrenze und verschleißen als mechanische Aggregate auch ...
- Praktisch wird wohl auch "solarer Wasserstoff" meist mit zugeführter Energie zentral erzeugt und dann wieder verteilt. Wie die Energiekette in etwa aussieht, kann man unter "Wasserstoff löst keine Energieprobleme" nachvollziehen. Wer es etwas bunter mag: Folienvortrag aus 2009. Als Denkanstoß: Flüssig-H2 (beste erreichbare Energiedichte) ist in etwa so schwer (bzw. voluminös) wie Styropor. Jeder darf überlegen, wieviele H2-Tanklaster notwendigerweise gebraucht werden. Eine "Vor-Ort-Produktion" an der Tankstelle - wie sie medial gern vermittelt wird, ist nur in wenigen Fällen tatsächlich realistisch zu betreiben.

Tja und wenn dann mal tausende toller H2-Autos auf den Straßen rollen, sollte man auch überlegen, was mit den 7-8Litern Wasser geschieht, die auf 100km notwendigerweise (schlichte Chemie) ausgeschieden werden - auch im Winter. Eigentlich müsste man sie auffangen und das teure, hochreine Wasser wieder der Hydrolyse zuführen. Aber dann wird der Nachteil zum Akku noch offensichtlicher. Da muss man nicht mal erwähnen, dass ein "Daheim-Tanken" mit H2 schlicht unmöglich ist ...

von Joe-Hotzi - am 20.06.2016 09:28
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