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vor 1 Woche, 3 Tagen
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vor 1 Woche, 1 Tag
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el El, Twiker76, BdasB

Positionspapier der Ministerpräsidenten zur Automobilindustrie

Startbeitrag von BdasB am 11.07.2017 06:25

[www.bayern.de]

Positionspapier der Ministerpräsidenten aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zur Automobilindustrie / Seehofer: „Starkes Signal für die Zukunft dieser Schlüsselindustrie in Deutschland“

Die Ministerpräsidenten der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachen und Nordrhein-Westfalen haben sich auf nachfolgendes Positionspapier zur Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland verständigt. Ministerpräsident Horst Seehofer: „Es ist ein starkes Signal, dass heute über Parteigrenzen hinweg fünf Ministerpräsidenten mit der gemeinsamen Erklärung ein kraftvolles Bekenntnis zur Zukunft des Automobilbaus in Deutschland abgegeben haben und diese für unser Land so wichtige Schlüsselindustrie bei den aktuellen Herausforderungen des technologischen Wandels aktiv begleiten wollen. Das sichert bestehende und schafft neue Arbeitsplätze und ist weichenstellend für den Wohlstand für die Menschen in unserem Land.“

Text des Positionspapiers in der Anlage

Runde der Autoländer zur Zukunft der Automobilwirtschaft

Positionspapier der Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Elektrifizierung und Digitalisierung (d. h. Vernetzung und Automatisierung) bedeuten einen tief greifenden Wandel – nicht nur in technologischer Hinsicht. Dies hat zur Folge, dass sich die von der Automobilwirtschaft angebotenen Produkte und Dienstleistungen massiv verändern werden. Der sogenannte Transformationsprozess der Automobilwirtschaft mit ihren großen Herstellern und den zahlreichen mittelständischen Zulieferern ist vielschichtig und betrifft die gesamte Wertschöpfungskette von Forschung, Entwicklung, über Produktion, Beschaffung, Vertrieb bis in den Aftersales-Bereich und das Recycling. Diese Entwicklung birgt für die Automobilhersteller mit ihrer Innovationskraft auch große Chancen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Parallel dazu müssen die Unternehmen die Herausforderungen der Einführung vollkommen neuer Fertigungsmethoden (Industrie 4.0) bewältigen, welche die Art und Weise, wie produziert wird, beeinflussen und verändern werden. Da sich langfristig die Arbeitsplätze bzw. die Anforderungen an die Arbeitnehmer verändern werden, kann dieser Transformationsprozess nur gemeinsam mit den Beschäftigten gelingen.

Sämtliche Dimensionen des Wandels (Technologiewandel, Strukturwandel, Mobilitätswende, Energiewende) entfalten eine große Dynamik und müssen von den Akteuren in unseren Ländern parallel bearbeitet und vorangetrieben werden. Außerdem hat die Staatengemeinschaft im Klimaabkommen von Paris ehrgeizige Klimaschutzziele vereinbart. Um diese Ziele zu erreichen, muss mittelfristig auch die Umstellung auf emissionsfreie Antriebe und ein klimaneutrales Mobilitätssystem vorangetrieben werden. Wir stellen gemeinsam die Weichen für das Gelingen!

Wir dürfen und wollen dabei auch die Weiterentwicklung der bestehenden Technologien im Automobilbau nicht vernachlässigen. Neue Materialien und Leichtbau, elektrische/ elektronische Systeme usw. sind auch im Zeitalter alternativer Antriebe weiterhin von hoher Bedeutung. Verbrennungsmotoren haben durchaus noch Effizienzpotentiale und sind für die individuelle Mobilität und den Güterverkehr in überschaubarer Zeit unverzichtbar. Kfz-Eigentümer haben darüber hinaus Anspruch auf Vertrauensschutz. Alternativen bzw. synthetische Kraftstoffe bieten zudem die große Chance, für eine emissionsfreie Mobilität mit Verbrennungsmotoren zu sorgen. Wir verfolgen einen technologieoffenen Ansatz.

Es ist daher von zentraler Bedeutung, dass es nicht nur um die Elektrifizierung und zunehmende Vernetzung und Automatisierung von Pkw geht. Gerade der Elektrifizierung und der Digitalisierung von Nutzfahrzeugen z. B. als Lkw, Liefer-Van oder Arbeitsmaschine wird angesichts der immer komplexeren Herausforderungen im innerstädtischen wie auch im Ferngüterverkehr eine zentrale Bedeutung zukommen. Technologisch ist Deutschland im Bereich alternativer Antriebe sehr gut aufgestellt. Um den Markthochlauf zu unterstützen, wollen wir einerseits gemeinsame Aktivitäten anstoßen und richten anderseits aber auch Appelle an den Bund.

Nicht zuletzt steht derzeit die Dieseltechnologie aufgrund der Luftreinhaltungsproblematik in deutschen Großstädten unter Druck. Die moderne und saubere Dieseltechnologie spielt aber gerade im Hinblick auf die CO2-Reduktion zur Einhaltung der Klimaziele neben Fahrzeugen mit alternativen Antrieben noch auf Jahre eine wichtige Rolle. Wir streben deshalb einen beschleunigten Flottenwechsel hin zu Diesel-Fahrzeugen mit deutlich geringeren Stickstoffoxid-Emissionen im Realbetrieb an.

II. Gemeinsame Aktivitäten:

Wir wollen gemeinsam dieses wichtige Themenfeld bearbeiten, um unsere Automobilindustrie und -wirtschaft in diesem Prozess zu unterstützen und zu begleiten. Dazu wollen wir gemeinsame, länderübergreifende Projekte initiieren bzw. Bestehendes vertiefen und noch besser vernetzen:

Ladeinfrastruktur-Offensive: Mit dem E-Auto sicher durch alle Länder reisen von der Nordsee über das Rheinland zum Bodensee und weiter nach München – immer eine Ladestation in Reichweite.
Testfelder für neue Mobilitätsanwendungen (über Ländergrenzen hinweg) und Maßnahmen zur Förderung der Intermodalität,
Maßnahmen zur besseren Verknüpfung der Verkehrsträger untereinander (multimodale Angebote).
Zusammenarbeit und Bündelung von Mobilitäts-Apps und Verkehrssteuerung (über Ländergrenzen hinweg).
Austausch zur Batteriezellenforschung und -Produktion.
Ökosysteme der Elektromobilität: Die komplette Wertschöpfungskette in den fünf Ländern, von der Forschung und Erprobung über die Produktion bis zur alltäglichen Anwendung.
Rasche Verbesserung der Flottenwerte bei Diesel-Fahrzeugen durch kostenfreie Nachrüstungen für Kunden von Diesel-Pkw durch Kostenübernahme durch die Automobilindustrie und durch Anreize für den Kauf von Euro-6d-Temp und EURO-6d-Diesel-PkW. Dazu wollen wir durch schnellmögliche Umrüstung der landeseigenen Flotten aktiv beitragen.
III. Einladung an den Bund:

Wir begrüßen die bisherigen Initiativen der Bundesregierung ausdrücklich. Darüber hinaus laden wir aber auch den Bund ein, weitere Unterstützungsmaßnahmen für den Automobilstandort Deutschland kurz- und mittelfristig anzugehen. Dabei sind auch innovative Verkehrskonzepte einschließlich einer verstärkten Kooperation und Koordination aller Verkehrsträger in den Blick zu nehmen.

Antworten:

da wieder 4.0 heißt minus 59 % in den nächsten 15 Jahren...

von Twiker76 - am 11.07.2017 14:41
mal doch den Teufel nicht immer mit den -59% an die Wand :(

von el El - am 12.07.2017 21:19
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