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vor 2 Monaten, 1 Woche
Letzter Beitrag:
vor 2 Monaten
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Bernd Schlueter, Yorch, Berlingo-98

Schnellladen direkt aus dem Gleichstromnetz

Startbeitrag von Berlingo-98 am 16.07.2017 17:06

Schnellladetankstelle für Elektroautos direkt aus der DC-Oberleitung

Im Rahmen des innovativen EU-Projektes ELIPTIC (Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs in Städten) wurden im Stadtteil Oberhausen-Sterkrade zwei Bus-Ladestationen (220 kW) und drei PKW-Schnellladestationen (50 kW) errichtet. Dabei wird die vorhandene Gleichspannungsinfrastruktur der Straßenbahn sowohl für die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs als auch für die Ladung von Pkw des Individualverkehrs genutzt. „Seit Oktober 2015 praktizieren wir die Schnellladung von zwei rein elektrisch betriebenen Linienbussen mit Erfolg, ab sofort können auch Elektroautos, die technisch dafür ausgelegt sind, mit Strom aus der Fahrleitung der Straßenbahn schnell geladen werden.

Und Bernd Homberg, technischer Vorstand der evo, ergänzt: „Ich freue mich, dass wir etwas Vorhandenes wie den Strom aus der Fahrleitung nutzen können, um eine umweltfreundliche Mobilität voranzutreiben. Synergieeffekte durch Gleichspannungsinfrastruktur nutzen – solche Projekte braucht der Individualverkehr. Das Oberhausener Modell ist äußerst effizient und noch dazu sehr innovativ.“

Da die Gleichstromanschlüsse direkt mit den Anschlüssen des Fahrzeugakkus verbunden werden, können verlustarm sehr hohe Ladeströme übertragen werden. Die Ladepunkte sind für CCS-Stecker (Combined Charging System) ausgelegt.

Beim Gleichstromladen wird der Strom aus der Ladesäule direkt in das Fahrzeug eingespeist. Bei den drei Ladesäulen handelt es sich um Gleichspannungswandler, die ebenfalls an die 750-Volt-Gleichspannungs-Fahrleitung der vorbeiführenden Straßenbahnlinie angeschlossen sind. Das Batteriemanagementsystem in den Elektroautos kommuniziert mit den Ladesäulen, passt entsprechend die Stromstärke an und schaltet bei vollem Akku das Ladegerät selbständig aus. Die maximale Ladeleistung beträgt 50 kW.

Mehr dazu in der Pressemeldung der STOAG.


Gruss, Roland

Antworten:

Ich glaube, da brauche ich wirklich nichts mehr hinzufügen.Ein Traum ist damit für mich in Erfüllung gegangen. Das Einzige, was ich noch unbedingt für diese Art von Technik erforderlich halte, ist eine Regelbarkeit der Ladeleistung, damit zum Beschleunigen der Bahnen genug Energie zur Verfügung steht. Wenn die Elektroautos laden, stehen sie und beschleunigen nicht. Aber sie können die Ladeleistung für die kurzen Zeiten hohen Strombedarfs reduzieren und außerdem Bremsleistung der schweren Straßenbahnen und Obusse aufnehmen.
Es ist bei den niedrigen Preisen von Halbleitern kein Problem, die Anschlüsse galvanisch zu trennen, womit die Sicherheit noch erhöht wird.
Der nächste Schritt wäre, das landesweit ausgebaute Gleichspannungnetz der Niederlande als dezentrales Netz auszubauen. Die ganze Stromartwandelei wird damit entfallen. Ich weiß nicht, ob Ihr alle wisst, wie groß alleine der technische Aufwand in Euren Ladegeräten für die Leistungsfaktorkorrektur (PFC) ist?
Also, meine nächste Elektroautofahrt geht nach Oberhausen. Die Oberhausener haben offensichtlich nicht die Probleme, die wir uns an der Waldmühle auferlegen.
In unserer Halle bauen die Stadtwerke gerade den schwergewichtigen 50Hz-Straßenversorgungstransformator mit 10 kVolt Eingangsspannung aus. Da soll sicher etwas moderneres hin. Normalerweise reichen dafür heute kleine Kunststoffkisten auf dem Bürgersteig. Das wird alles noch viel einfacher und sicherer mit Gleichstromtechnik. Statt Kurzkopplung Ultrasuperkurzkopplung, oder wie man das dann nennen will.

von Bernd Schlueter - am 18.07.2017 11:10
Also von der Idee grundsätzlich gut, vor allem mit der theoretisch möglichen Reaktion auf verschiedene Lastsituationen in der Oberleitung, aber:

-Der Standort ist natürlich suboptimal, ausser Oberhausen hätte eine große Elektrotaxiflotte. Welcher Pendler fährt zu einer CCS Ladestation, welcher Durchreisende fährt so weit in die Stadt?

-Die Norm fordert eine galvanische Trennung, was die Sache wieder viel komplizierter und teurer macht.

-Solch eine Ladesäule kostet ca. so viel wie ein ABB Tripplelader.


Schön wäre natürlich, wenn man direkt aus dem Zwischenkreis von Windkraftanlagen laden könnte bzw. es noch Speicherbatterien mit billigem DC-Steller an Standorten mit schwachem Netzanschluss gibt.

Ich hoffe, Continental treibt den den Allcharge Lader soweit voran, dass man für seinen 800V Porsche nur noch einen Anker an die Tram-Oberleitung werfen muss :-)

von Yorch - am 18.07.2017 17:52
Da kenne ich jemanden, dem genau an dieser Stelle eine Elektroladestation fehlt. Sterkrade liegt genau an der A42, wo mir die Ladestation fehlt, um das Ruhrgebiet zu queren und so geht es sehr vielen Elektroautofahrern rund ums Ruhrgebiet. Das Straßenbahnnetz erstreckt sich dazu über das ganze Stadtgebiet und nichts spricht dagegen, wenn alle anderen Städte des Reviers dem guten Beispiel folgen. Jedenfalls werde ich mithelfen, zunächst das Ruhrgebiet, dann die Umgebung und schließlich alle Städte der Republik zu erobern. Bedenke, eine aufwendige PFC entfällt und da die Ladeleistung Regelleistung sein wird, entfallen auch die hohen Steuern und Umlagen von sonst 1000%.
Nein, mitten auf der Autobahn kann man keine Ladestationen aufstellen, das geht nur an belebten Plätzen mit riesigem Parkraum und mit Navi, damit man das zum Laden abgestellte Fahrzeug im strömenden Regen wiederfindet.
Das gibt ohnehin ein genuesisches Fiasco, wenn man Langstreckenfahrzeuge nicht entsprechend ausrüstet. Wie, das habe ich schon mehrfach dargestellt.
Auch heute noch taugen Elektrofahrzeuge nur für den Nahverkehr bis 200km. Sprich, die normalen Aufenthaltsorte sind die Städte.

von Bernd Schlueter - am 18.07.2017 18:36
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