Studie: Schlechtes Marketing und wenig Auswahl schwächen Verkauf von E-Autos

Startbeitrag von BdasB am 07.09.2017 11:50

Untersuchung von Transport & Environment
OEMs behandeln E-Autos stiefmütterlich



[www.euractiv.de]

Eine neue Studie der Organisation Transport and Environment (T&E), die heute vorgestellt wird, kommt jedoch zu dem Schluss, dass schlechtes Marketing, lange Lieferzeiten und die sehr begrenzte Auswahl an Elektromodellen ebenfalls eine Rolle spielen.

In Europa stehen derzeit nur 20 batteriebetriebene Elektromodelle zum Verkauf – im Vergleich zu 417 Benziner- oder Dieselversionen, so die Studie. Darüber hinaus fand T&E heraus, „dass viele dieser 20 Modelle in Wirklichkeit noch nicht einmal in den Autohäusern zum Verkauf bereit stehen.“ Das gelte besonders für den Opel Ampera und den Bolt. Für andere Modelle wie den Hyundai Ioniq und den BMW i3 gebt es lange Wartezeiten, „weil die Produktionskapazitäten nicht groß genug sind.“

...

Im Fazit schreibt T&E, dass der Verkauf von Elektroautos in weiten Teilen Europas „unweigerlich“ hinter den Erwartungen zurückbleiben wird. Momentan liegen die Verkaufszahlen bei ungefähr der Hälfte des erwarteten bzw. von den Herstellern versprochenen Niveaus. Die Autobauer hatten geschätzt, dass 3,6 Prozent ihrer heutigen Verkäufe Elektroautos sein würden. Tatsächlich liegt der Anteil bei 1,7 Prozent.

STUDIE: [www.transportenvironment.org]

Antworten:

Zitat
BdasB
Untersuchung von Transport & Environment
OEMs behandeln E-Autos stiefmütterlich

Darüber hinaus fand T&E heraus, „dass viele dieser 20 Modelle in Wirklichkeit noch nicht einmal in den Autohäusern zum Verkauf bereit stehen.“ Das gelte besonders für den Opel Ampera und den Bolt. Für andere Modelle wie den Hyundai Ioniq und den BMW i3 gebt es lange Wartezeiten, „weil die Produktionskapazitäten nicht groß genug sind.“

Momentan liegen die Verkaufszahlen bei ungefähr der Hälfte des erwarteten bzw. von den Herstellern versprochenen Niveaus. Die Autobauer hatten geschätzt, dass 3,6 Prozent ihrer heutigen Verkäufe Elektroautos sein würden. Tatsächlich liegt der Anteil bei 1,7 Prozent.


Genau so isses. Die würden schon mehr verkaufen, wenn sie liefern könnten. Wenn sie denn wollten.... Ich höre von Interessenten immer wieder, dass bei Lieferzeiten von einem Jahr das Interesse schnell auch deshalb erlahmt, weil man wegen der vielen Ankündigungen in einem Jahr schon noch bessere und billigere Fahrzeuge sieht. .... dann kann man auch noch ein Jährchen oder so warten.... bis die dann viel billiger sind und 500 km Reichweite haben. So jedenfalls verspricht uns das die Autoindustrie.

.... und bei langen Lieferzeiten höre ich dann auch:...... dann kann ich ja gleich auf ein Model 3 warten..... dauert auch nicht viel länger.

Oder gibts Engpässe bei den Akkus? Auch möglich. Der Rest sollte doch kein Problem sein. In Leipzig könnte man ja mal drei Schichten arbeiten statt nur einer. Die Nachfrage soll jedenfalls nicht das Problem sein.
Mein "Opel Spezi", also der E-Auto Produktverantwortliche, hat mir gestern in Hannover bei der Präsentation des Ampera-E geraten, einfach beim Händler zu bestellen. Mit anderen Worten: der Druck vom Markt, den Kunden, den Händlern und so auf die Hersteller soll ruhig noch größer werden.

von Berlingo-98 - am 07.09.2017 12:45
Man kann doch den E Ampera gar nicht mehr bestellen. 100 Stück wurden per Leasing an Kunden ausgeliefert. Mehr geht wohl nicht...

Warten wir ab.

in der Sendung hr mex Spezial oder so wurde auch der E-GO aus Aaachen vorgestellt. Sollte seit 2015 auf dem Markt sein jetzt soll 2018 ?

Und auf den Tesla 3 braucht man auch nicht zu warten siehe anderen Tread. Kann man sich gleich nen Model S bestellen ist auch nicht viel teurer und meist schnell lieferbar.

von Twiker76 - am 07.09.2017 19:30
Zitat
Twiker76
Man kann doch den E Ampera gar nicht mehr bestellen. 100 Stück wurden per Leasing an Kunden ausgeliefert. Mehr geht wohl nicht...


Ich denke eher, es sollte heißen: Man kann Ampera E noch nicht bestellen.

Auf Opels Internetangeboten steht was von "Reservieren für 1000 Euro Gebühr." Da hat mal wohl was von Tesla abgeschaut.
Es steht aber auch dort für den Ampera E: "voraussichtlich bestellbar ab 4. Quartal 2017"

Durch den Verkauf von Opel an PSA gibt es da wohl Anlaufprobleme. Wenn in den USA der Absatz stockt, könnte es auch in Europa schneller anlaufen. Daher der Rat bei der Präsentation: "Bestell doch einfach bei Deinem Händler...". Na schaun wir mal.

[attachment 2457 Ampera-e-in-Erlangen.jpg]

von Berlingo-98 - am 08.09.2017 10:38
Schlechtes marketing - ich kann das nur bestätigen.Nein, ich kann auch nur bestätigen, dass einem bei den Autohäusern Elektroautos nur madig gemacht werden. Will man welche sehen, sind sie gerade nicht da. Der Teslasalon in Düsseldorf, eine rühmliche Ausnahme. Allerdings konnte ich bei allen Autohäusern Probefahrten vereinbaren, die dann auch, wie vereinbart, stattfanden.
Es trauen sich wohl zu wenige, zuzugreifen. Die zu hohen Preise tun das Übrige dazu.
Ich persönlich sehe auch das Lademanagement als Verkaufshemmer an.
Solardächer gibt es genug, aber kaum jemand bietet seinen Strom von diesen an und muss zudem Angst haben, beim Verkauf mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Das geht bei der Rechtsunsicherheit dann nur über größere Betriebe, die sich um die steuerliche Seite mit doppelter Buchführung, und was sonst alles dazugehört, befassen müssen. Ob alles so reibungslos abläuft, wie von plugsurfing und newmotion gewünscht, ist die Frage. Ich kann, wenn ich ehrlich bin, auch nur zum Elektroauto raten, wenn man nur relativ kurze Entfernungen zu überbrücken hat, am heimischen Schukostecker laden kann und sportlich genug ist, mehrere km bei Wind und Wetter rund um die Ladestationen zurückzulegen.

Das Düsseldorfer Modell, an jeder Straßenlaterne eine Steckdose vorzusehen, ist ja wohl vom Tisch und mit meiner Induktionsladerei kann ich ja wohl niemandem mehr kommen.

Es geht eben alles nur langsam, weil nicht gut durchdacht, mit trial und error. Nebenbei befürchte ich, dass unseriöse Abrechnungen zu beklagen sein werden und der Einzelne die Übersicht verliert.

Meine persönliche Einstellung zur Elektromobilität ist natürlich unverändert positiv und ist auf eine viel stärkere Umstrukturierung des Straßenbildes und der Energieverteilung gerichtet. So lange Politiker dabei mit der Gießkanne umgehen, nur das können sie, kann daraus nichts Gescheites werden. Das beste Beispiel dafür ist die umlagenfinanzierte Energiewende.
Die getürkt erscheinende brüderliche Kolibriaktion brachte auch nicht den gewünschten Durchbruch.
Bedenken wir, dadurch, dass wir Elektroautos fahren, wird kein CO2-freies Atomkraftwerk mehr gebaut und kein Fluss mehr entlässt sein Wasser in die Turbinen, Solar-und Windenergie landen weiterhin in Aluminiumwerken und in Nachtspeicheröfen, statt sich die Speicherfähigkeit von Elektroautos zunutze zu machen. Zugebaut werden hauptsächlich fossil beheizte Kraftwerke mit Treibhauswirkung.

Möglicherweise ist es sogar verboten, ein alternatives, dezentrales Stromnetz aufzubauen.

von Bernd Schlueter - am 09.09.2017 02:26
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.