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vor 2 Monaten, 1 Woche
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vor 2 Monaten, 1 Woche
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el El, Ralf Wagner, Manfred aus ObB, Emil, thegray, Berlingo-98

Entwicklung der Schnellladeinfrastruktur

Startbeitrag von Ralf Wagner am 01.10.2017 17:31

Die Entwicklung an Schnellladestationen ist sehr erfreulich zur Zeit. Es gibt einen "run" auf die besten Standorte. Die Anbieter sichern sich die besten Standorte und Anbieter kommen aus allen Richtungen! Es gibt echte Verteilkämpfe nicht nur an Autobahnstandorten.

Entscheidend ist in Zukunft auch die Netzanbindung. Waren bisher ein oder zweimal 50kW anzuschließen, konnten diese oft vom bestehenden Anschluss der Raststätte abgezweigt werden. Zukünftige Ladeparks werden grundsätzlich mit eigener Trafostation im Megawattbereich angeschlossen. Die Erschließungskosten für den Stromanschluß sind neben der verkehrstechnischen Erschließung wichtig bei der Standortwahl.

Im zweiten "Call" für die Förderung von Schnellladeinfrastruktur wurden die Mindeststandards deutlich angehoben, auf 800V Spannung und 150 kW Leistung. Die neuen DC Lader mit dem hohen Spannungsbereich können aber auch die bisherigen Fahrzeuge mit dem Spannungsbereich um 400V laden.

Die Autobahnraststätten sind sicher verkehrstechnisch ein "A" Standort, da am schnellsten zu erreichen. Wie im Infra Forum schon geschrieben wurde, hat ein Autohof neben der Autobahn jedoch auch Vorteile. Es können Ladepunkte für beide Richtungsfahrbahnen geteilt werden, z.B. im Ferienverkehr. Auf Autohöfen findet sich oft auch weitere Infrastruktur wie z.B. ein Supermarkt oder mehr Gastronomie, so dass Ladezeiten sinnvoll genutzt werden können.

Die E-Fahrzeuge sollen immer schneller laden, das Ziel ist wohl so schnell zu laden wie zu tanken - warum eigentlich? Schnellladeinfrastruktur ist teuer und jemand der geladen hat muss danach sofort den Ladepunkt frei machen, sonst stirbt die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Das führt dazu dass wir eine Situation wie an konventionellen Tankstellen habe, dass man das Fahrzeug nicht verlassen darf beim Ladevorgang. Gerade das war der Vorteil beim Laden, man muss nicht den Tankrüssel halten.

Die aktuelle Situation wie man sie bei Tesla vorfindet mit Ladeleistungen um 100 kW - entsprechend einer Ladegeschwindigkeit von 500 km / h finde ich ausreichend schnell. Nach zwei Stunden Fahrt eine kurze Pause von 20 Minuten finde ich genau richtig. Die Zeit reicht für die Biopause und ein wenig zu essen. Warum die Technik und das Stromnetz mit Leistungen von 350 oder gar perspektivisch 500 kW stressen. Die hohen Spitzenleistungen werden lokale Puffer erfordern oder Leistungsreduzierungen bei hohem Ladeaufkommen.

Ein guter Spruch den ich diese Woche gehört habe:
- je schneller die Straße umso schneller muss die Ladestation sein -
Insofern ist es richtig Ladeinfrastruktur auf der Autobahn einigermassen schnell zu bauen, Ladeinfrastruktur in Städten, oder anderen Standorten mit längeren Aufenthaltszeiten, darf ruhig langsamer sein - sonst wird es teuer und unwirtschaftlich.

Ralf

Antworten:

Zitat
Ralf Wagner
Warum die Technik und das Stromnetz mit Leistungen von 350 oder gar perspektivisch 500 kW stressen.

In 2h saugst Du den Akku deines Teslas leer? Hoffentlich nicht all zu oft, das wäre nicht sehr umweltfreundlich. Ralf, ich erwisch mich ja auch oft dabei, manches nur aus meiner Perspektive zu sehen. Das Stromnetz wirds hergeben müssen, 350, 500kW und mehr. Wenn die LKW auch meinetwegen mit Oberleitungen fahren, all die Transporter werdens nicht. Erzähl dhl, gls, dpd, ups ect. mal was von wegen 20min warten an der Tanke, die kriegen ja schon Streß wenn man ihnen nicht entgegen sprintet und im Flug für das Paket unterschreibt.

Ach das erledigen dann Drohnen? Mag sein, aber nicht in diesem Jahrzehnt und sicher nicht im nächsten. Aber nicht, weil das nicht jetzt schon ginge, die technische Machbarkeit ist nicht das Problem.

Als Kind hab ich auch geglaubt, im Jahr 2000 würden die Autos fliegen können und viel, viel cooler werden. Machbar wärs wohl schon früher gewesen, doch sie blieben am Boden und wurden ausnahmslos alle von Jahr zu Jahr häßlicher.

von el El - am 01.10.2017 18:08
hm - ich kann mich entsinnen inhaltlich solche Aussagen gemacht zu haben - und dafür ... nja spare ich mir hier weiter.
Ist eine Frage der Logik.

Und ebenso zur Logik gehört auch, das der "Große Moment" den man dann im Nachhinein sehen wird, der wo nicht eine Große Zahl an Schnellladestationen installiert war, sondern das der Otto erkannte das er nun zuhause ähnliches treiben darf - obwohl er kein eigenes Heim hat.

Lange schlafen - lange Laden.
"Ja dann kann ich mir ja überlegen sowas anzuschaffen, wenn sich auch es rechnet"

Das Blöde daran ist das es nach einer gewissen Zeit ein Sterben der "öffentlich geförderten" öffentlichen Ladestationen geben wird. Evtl. sogar ganzer Betreiber weil zwar in die richtigere Richtung aber mit den falschen Mitteln maßlos an realen Bedürfnissen vorbei gefördert wurde.

von thegray - am 01.10.2017 18:12
Zitat
Ralf Wagner
Die E-Fahrzeuge sollen immer schneller laden, das Ziel ist wohl so schnell zu laden wie zu tanken - warum eigentlich? Schnellladeinfrastruktur ist teuer und jemand der geladen hat muss danach sofort den Ladepunkt frei machen, sonst stirbt die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Ralf


Ja, das ist das eine Problem auf der Seite der Ladestellenbertreiber. Die Autohersteller haben das Problem, wirklich schnellladefähige Akkus einzubauen. Die sind im allgemeinen etwas teurer, und das Batteriemanagement muß unbedingt auch die Temperierung in den Griff bekommen. Ein konstruktives Problem. Ein anderes ist es aber, dass man nicht wirklich Langstrecke so fahren kann, also schnell fahren (mit hohen Strömen und viel Akkustress) und dann superschnell laden, mit noch mehr Akkustress.
Denn einmal diesen Zyklus wird sich der Akku gerade noch gefallen lassen. Dann ist er schon etwas wärmer. Aber Langstrecke durch drei- oder viermal sowas hintereinander wird kaum einem Akku heute gefallen. Dann wird sicher runtergeregelt und möglicherweise temperaturgesteuert - weils nötig wird.

Ich sehe Ladeströme um 1C als noch einigermaßen sinnvoll an. Also Voll-Laden in einer Stunde. Mag vielen zu langsam sein. Mir würds reichen für eine ausgiebige Kaffee- oder Mittagspause nach 2 oder drei Stunden fahren. Plus ein paar Schritte durch die Natur.
Außer natürlich, wir bekommen ganz neue Akkutechnologieen, die mehrfaches Superschnellladen und Entladen hintereinander gut vertragen. Li-Titanat? Noch recht teuer.

Also lieber ein paar mehr Ladestationen, bei denen man beim Laden auch aussteigen und das Auto für ein Stündchen verlassen kann. Würde mir sehr gefallen. Würde auch der Verkehrssicherheit gut tun, wenn dann die Fahrerinnen und Fahrer besser ausgeruht wieder ans Steuer gehen.

Selbst TESLA setzt vermehrt auf "Destiny Charging" mit Ladezeiten bis zu einigen Stunden. Hat seinen Sinn. Nicht überall hat man es wirklich soooo eilig.

Gruss, Roland

von Berlingo-98 - am 01.10.2017 19:32
Der Hyundai ist in Sachen Ladung im Moment das Maß der Dinge, da er mit fast 3 C lädt. Mit 2 C kann er das auch mehrfach hintereinander, es sollen Leute damit auch schon auf den Balkan gefahren sein :-).

Die Batteriekühlung bekommt Tesla z.B. auch gut in den Griff. Die Batterie wird bei der Fahrt zum Supercharger schon vorgekühlt und je nach eingestelltem Soll Ladezustand auch mehr oder weniger vorgekühlt, das ist hörbar an den Lüftern ;-), wenn man den Zielladezustand verändert.

Eine Ladezeit so dass der Mensch eine sinnvolle Pause hat finde ich gut, aber eben nicht nur ein Tankstop.

Beim Destination Charging verteilt Tesla die 22kW Lader, speziell für Städte gibt es einen 70 kW DC Lader - nur halt nicht in Deutschland durch die Ladesäulenverordnung wird das verhindert.

von Ralf Wagner - am 01.10.2017 20:23
Zitat
Ralf Wagner
Der Hyundai ist in Sachen Ladung im Moment das Maß der Dinge, da er mit fast 3 C lädt. Mit 2 C kann er das auch mehrfach hintereinander, es sollen Leute damit auch schon auf den Balkan gefahren sein :-).

Was ich für ein erfundenes Gschichtl halte wenn man sich die Lademöglichkeiten da runter ansieht.

von el El - am 01.10.2017 20:58
Hier der Link zu der Fahrt mit dem Hyundai nach Kroatien
[aufstrom.com]
Ich war 2015 schon in Kroatien, es gibt auch dort Strom. Der Notnagel sind die Marinas die haben immer CEE. Auch so sieht es in Kroatien immer besser mit den Ladestationen aus.

von Ralf Wagner - am 02.10.2017 21:24
Danke Ralf für den link!
Ja stimmt, irgendwie gehört Kroatien ja auch schon zum nordlichsten Zipfel des Balkan. Weiter runter, das hätt mich eben gewundert wenn da schon was ginge, Serbien? Mazedonien? Griechenland? Da geht leider Goanix.

von el El - am 03.10.2017 00:16
WOW Emil, klasse!

von el El - am 03.10.2017 09:58
Zitat
el El
WOW


Geh des stand doch schon ums Wurstbladel beim Metzger in Höxster


und die Ladestation dazu

der ganze Artikel steht, wen auch nicht Zeitgemäß da der Spirit anders, in Deutsch
und ist dort zu Lesen [www.nw.de]

von Manfred aus ObB - am 03.10.2017 11:35
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