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Das kritische Eisenbahnforum
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Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 2 Monaten
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Ulrich Walluhn

Lokstatistiker, Kommerz und Kopienbeweise - Nachdenkliches

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 08.11.2014 11:44

In Anbetracht der Tatsache, dass zur Zeit allerorten wieder unerwartet die Wogen hochschlagen und sich der Kommerz anschickt, mich nach Kräften zu diffamieren und als Lügner darzustellen, möchte ich einige grundsätzliche Bemerkungen zu den Lokomotivstatistikern und ihrem Verhältnis zum Kommerz machen, um anschließend das Thema Kopienbeweise erneut aufzugreifen.

Ich bin gespannt, wer sich wagt mit offenem Visier zu fechten und ob sich überhaupt jemand wagt.

Zunächst möchte ich feststellen, dass die meisten der inzwischen klein gewordenen Schar der Lokomotivstatistiker sehr nette Zeitgenossen sind, denen Streit und Seilschaftenknüpferei fremd sind. Diese Menschen arbeiten meist in aller Stille an verschiedenen Projekten und füllen ihre Sammlungen mit Kopien und Aktenstücken auf. Monetäre und kommerzielle Ziele verfolgen sie nicht. Es sind sich zwar nicht alle untereinander "grün", wie der Volksmund sagt, doch sind diese Menschen - meist Vollzeit arbeitend - umgängliche und hilfsbereite, die sehr viel persönliches Engagement, sehr viel Energie, noch mehr Zeit und vor allem auch ihr Geld in die Sache stecken. Ich erinnere an zwei Herren, die im Zeitraum 1990 bis etwa 1998 in bald jeder freien Minute durch das Land reisten, um Betriebsbücher in Bahnbetriebswerken auszuwerten. Und dies neben der regulären anstrengenden Schichtarbeit. Vor dieser Leistung ziehe ich noch heute den Hut. Andere reisten durch viele Archive und fertigten in den letzten 20 Jahren dort Kopien, deren Gesamtwert dem zweier neuer Mittelklasse-PKW entspricht. Auch vor jenen ziehe ich den Hut. Wieder andere fotografierten unablässig. Jeweils ein Herrn reiste und reist durch Polen bzw. die vormalige Sowjetunion und wertet dort endlos Unterlagen aus und rettet auch solche vor der Vernichtung. Allesamt Menschen, die keine Mühe, keine Kosten, keinen Aufwand scheuen, der Sache zu dienen. Selbstverständich publiziert ein Teil dieser Menschen auch. Verdient hat keiner von ihnen daran. Die Kosten übersteigen stets alle Erlöse.

Doch es gibt schwarze Schafe, die die gesamte Innung in ein schlechtes Licht rücken. Menschen, denen es offenbar um nichts anderes geht, als in gottähnlicher Erscheinung auftreten zu wollen, die in völliger Überhöhung ihrer eigenen Person denken und handeln und jeden anderen, vor allem kritische Geister, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen und sich damit am äußersten Rand der Legalität bewegen. Sie sind es dann auch, die mir aber nicht nur mir, permanent unlauteres Handeln unterstellen.

Eben diese schwarzen Schafe - allen voran des schwarze Oberschaf - sind es dann auch, die sich ihre Jünger vermittels Geld oder geldwerter Leistung anwerben. Ich erinnere an die Praxis der Freiabonnements oder Freiexemplare recht teurer Druckerzeugnisse.


Ich möchte nun zur Frage der Kopienbeweise kommen. Seit mehr als 20 Jahren ist ausgehend von einer Verursacherperson eine (Un)sitte in Mode gekommen: Alles und jedes muss mit einer Kopie bewiesen werden und was damit nicht bewiesen ist, ist Fälschung und Erfindung.

Viele Statistiker und Eisenbahnfans kommen dem klaglos nach. Kopien als Beweise sind unbestritten eine sehr gute Sache, aber keinesfalls immer realisierbar. Auch heute nicht. Ich weiß nicht, wer schon darüber nachdachte, aber Kopien sind ein erheblicher Vorteil für den Kommerz. Im Gegensatz zu Ausarbeitungen besitzt keiner auf Kopien Urheberrechte. Ich bin also als kommerzieller Verwerter von Statistikmaterial bedacht, möglichst viel wenn nicht alles in Kopie zu bekommen. So wehre ich erfolgreich eventuelle Ansprüche ab.

Ich hatte bereits früher bei DSO, aber auch bereits hier dargelegt, warum ich hier keine Kopien abbilde. Es liegt nicht daran, dass keine vorhanden sind, sondern an mehreren Gründen.

Der erste ist die Zeitfrage. Mir fehlt einfach die Zeit, zu einem Freund oder Bekannten zu fahren, dort die Unterlagen zu scannen, dann beim einem Bilderhoster einzustellen und dort auch noch zu verwalten. Michael Ziegler wollte diesen Part, diesen Arbeitsanteil übernehmen. Er verstarb Anfang 2014 auf tragische Weise. Bei DSO hatte er mit dieser Arbeit Ende 2013 bereits begonnen. Er wollte auch meine Sammlung an sich bei DSO in Bildern darstellen. Hierzu kam es nicht mehr.

Der zweite und weitaus wichtigere ist die Frage der Publikationsrechte. Wenn ich hier oder anderswo eine Kopie einstelle, dann habe ich die Rechte der Eigentümer des Originals zu wahren. Ich kann nicht einfach x-beliebige Kopien einstellen. Bei Material aus Staats- und Landesarchiven gelten die Benutzerrichtlinien. Sie verlangen die Einverständniserklärung der Archive und sind in aller Regel auch gebührenpflichtig. Bei Originalen in Privatbesitz sind die Rechte des Eigentümers zu beachten. Er muss der Publikation zustimmen. Schwierig ist inzwischen auch Material aus Polen und Russland geworden. Betriebsunterlagen von Staatsbahnlok gelten in beiden Ländern inzwischen als Nationales Kulturerbe. Ihre Ausfuhr nach Deutschland ist nicht mehr gestattet, eine Veröffentlichnung ohne Genehmigung auch nicht. Hierbei gilt nicht deutsches, sondern polnisches und russisches Recht.

Ich möchte abermals darauf hinweisen, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Es muss nicht Unschuld, sondern Schuld bewiesen werden. Wer also mir und anderen Lüge und Betrug vorwirft, muss dies auch beweisen können. Hierzu genügen keine Pseudobeweise oder gar der vermessene sinnleere Satz: "Walluhnlügen muss man nicht beweisen, die sind doch allgemein bekannt." Oder "Was Walluhn da behauptet gibt es nicht, wenn es das gäbe, dann wüsste ich das."

Antworten:

Über Forentrolle, Störenfriede und Neider – Nachdenkliches zur Vorweihnachtszeit


Über Forentrolle, Störenfriede und Neider – Nachdenkliches zur Vorweihnachtszeit

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass es vor kurzer Zeit in unserem
Kritischen Eisenbahnforum heiß her ging. Wie schon lange zu erwarten war wurden wir von
Forentrollen, Störenfrieden und Neidern überfallen. Unter „Wenn Arroganz auf Überheblichkeit
trifft“ habe ich einen dieser „Beiträge“ besser gesagt Beitragsbäume für den geneigten Leser zur
allgemeinen Erheiterung stehen gelassen. Alle anderen löschten wir nach längerer Überlegung
konsequent.

Es haben sich uns viele Fragen gestellt. Wo sind die Grenzen des guten Geschmackes? Wo hört
Satire und Humor auf und wo beginnt Verleumdung? Was von alldem sollte man löschen ohne
Gefahr zu laufen, ein Zensor zu sein? Wo endet freie Meinungsäußerung? Inwieweit sind wir
Moderatoren des Forums bereit, unsere Toleranzgrenzen austesten zu lassen? Wo liegen diese
Toleranzgrenzen? Wie reagiert man auf aggressive und äußerst penetrante Störmanöver?
Inwieweit lassen wir themenfremde und vor allem weltanschaulich-politische Diskussionen zu?
Wo beginnt und endet der berechtigte Schutz der Persönlichkeit der Schreiber? Ist ein Schreiber
berechtigt, Zitate seiner Aussagen in fremden öffentlichen Foren zu untersagen? Kann er auf die
Löschung, das heißt die Entfernung seiner eigenen bei uns im Forum eingestellten Beiträge
bestehen, anstatt sie selbst wieder zu löschen?

Uns ist nicht an Krieg in diesem Forum gelegen. Ich habe daher Provokationen meist mit einer
Satire beantwortet. Ist dies immer richtig und gut? Kann man Beleidigungen von Schreibern
(besser Schreiberlingen) hier stehen lassen, sollte man sie übergehen, sollte man sie
kommentieren, sollte man sie löschen?

Fragen, die sich nicht immer leicht und schon gar nicht pauschal beantworten lassen.

Auch außerhalb des Kritischen Eisenbahnforums schlugen wieder einmal die Wellen äußerst
hoch. Mich erreichten zwei natürlich anonyme Drohanrufe, die durchaus ernst zu nehmen sind.
Hinzu kam ein Drohbrief mit einem Absender, der vehement verneint, diesen Brief geschrieben
zu haben. Anrufe als auch Brief kamen aus drei westdeutschen großen Städten, obwohl man die
Inhalte eher in alten Stasi-Seilschaften des Ostens verorten möchte. Ich habe inzwischen
Strafanzeige gestellt und möchte aufgrund des laufenden Verfahrens Einzelheiten hier nicht
darstellen. Alles in allem eine krude Mischung aus den altbekannten Fälschungs- und
Erfindungsvorwürfen sowie der Behauptung, ich stehe rechtsextremen Kreisen nahe und wäre
kriminell tätig. An aberwitzigen Pseudobeweisen hat es ebenso nicht gefehlt.

Einen Satz aus dem Brief mit falschen Absender möchte ich dennoch auszugsweise zitieren: „Das
von Ihnen betriebene Forum betreibt feindlich-negative und subversive Wühl- und Hetztätigkeit
gegen den xxxxxxxx Verlag und den Bürger xxxxxxxxx, der sich xxxxxxxx große Verdienste
erworben hat und ohne jeden Fehl und Tadel ist.“

Feindlich-negative und subversive Wühl- und Hetztätigkeit. Kennen wir diesen Ton nicht
irgendwo her? Hier wird versucht, Angst und Schrecken zu verbreiten. Nein meine Herren, wo
auch immer die Hinter-Hintermänner stecken, ich lasse mir von Ihnen keine Angst machen.

Nachdenkliche Grüße
Ulrich Walluhn




von Ulrich Walluhn - am 24.11.2014 13:48
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