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Hongarije Forum
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vor 2 Monaten, 1 Woche
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Ungarn: "Wir haben keine Zukunft unter Orbán"

Startbeitrag von Moderator. am 01.10.2017 08:56

Ungarn: "Wir haben keine Zukunft unter Orbán"

Rechts sein ist in Ungarn nicht nur normal, sondern cool: Die Hälfte der Jungen wählt rechts. Doch nun bildet sich in Budapest eine junge Opposition. Und sie hat Angst.

Als sie 14 war, klebten im Kleiderschrank von Eszters Jugendzimmer in Ostungarn zwei Fotos: Ein Mann mit nassen blonden Haaren und nacktem Oberkörper aus einer Mädchenzeitschrift; und daneben, ein bisschen kleiner, aus einer Zeitung ausgeschnitten, ein junger und schlanker Viktor Orbán mit dichtem braunen Haar und einem Mikro in der Hand. Merkwürdig fand das damals, vor zehn Jahren, niemand. Alle ihrer Freundinnen trugen Schmuck in Ungarns Nationalfarben, fast alle gingen alle in die Kirche und in Schulklassen, in denen hinter vorgehaltener Hand spekuliert wurde, ob das Mädchen aus der Parallelklasse jüdisch sei oder nicht.

Rechts sein ist schon lange nicht nur normal, sondern oft auch ziemlich cool in Ungarn. Laut einer Umfrage des Instituts Republikon wählt fast die Hälfte der jungen Ungarn entweder die nationalkonservative Regierungspartei Fidesz oder die rechtsradikale Jobbik.

Mittlerweile ist Eszter das Orbánfoto in ihrem Teenagerkleiderschrank ähnlich peinlich wie das des halbnackten Schönlings. So peinlich, dass sie ihren richtigen Namen hier nicht lesen möchte. Denn inzwischen lebt sie in Budapest und demonstriert dort gegen Orbáns autokratische Politik. Budapest unterschied sich schon immer ökonomisch und sozial vom Rest des Landes. Gerade junge, gebildete Menschen leben hier und fühlen sich von der autoritären Regierung unter Staatschef Viktor Orbán in ihrer Freiheit eingeschränkt.

Als Orbáns Fidesz-Partei im April 2017 ein Gesetz verabschiedete, das offensichtlich zur Schließung der renommierten Central European University (CEU) geführt hätte, gingen Zehntausende dort dagegen auf die Straße, die meisten davon Studenten. Und Budapest ist auch das Zentrum der Jugendbewegung Momentum, die Anfang 2017 mit einer Unterschriftenaktion Orbáns Prestigeprojekt, die Bewerbung Budapests für die Olympischen Spiele 2024, platzen ließ. Zumindest in der Hauptstadt scheint sich die Stimmung zu ändern. Wir haben mit Eszter und zwei weiteren Studenten gesprochen, die gegen Orbáns Bildungspolitik demonstrieren – obwohl sie vorher nicht unbedingt politisch aktiv waren.

Eszter (24), hat gerade ihr Psychologiestudium abgeschlossen

Lange Zeit wusste ich nicht, was "Politik" überhaupt bedeuten sollte.

Ich dachte das...............

[www.zeit.de]

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