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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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vor 2 Jahren
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Ulrich Walluhn

Mein zweiundzwanzigstes neues Eisenbahnbild

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 10.02.2016 10:50

Mein zweiundzwanzigstes Eisenbahnbild ist eher ein Stadt- und Heimatbild. Die Eisenbahn spielt hier nur eine Nebenrolle in Form einer Baulokomotive und zweier Transportloren.



Wir sehen eine kleine Tenderlok, erbaut von Hagans in Erfurt 1877 unter Fabriknummer 66 (Kessel Nummer 69). Sie wurde am 12.01.1878 an die Bauunternehmer Martin Bart & Romanius Pfitzenreiter in Dingelstädt im Eichsfeld geliefert und hat die für Deutschland recht ungewöhnliche Spurweite von 760 Millimetern. Damit kann sie allerdings auch auf Bau- und Feldbahngleisen mit 750 mm Spur fahren. Die Lok hat zwei Puffersysteme, um auf verschiedensten Baustellen freizügig verwendbar zu sein. Ansonsten ist an ihr nichts außergewöhnliches, bis auf die beiden doppelten Kesselsicherheitsventile auf dem Dampfdom und dem Regleraufsatz. Warum die Lok Dom und Aufsatz trägt, wir wissen es nicht. Ebenso bleibt im Detail unklar, wie die Dampfentnahme aus dem Dom selbst erfolgt. Die Frischdampfrohre zu den Zylindern gehen jedenfalls vom Regleraufsatz aus. Dieser muss zwingend durch ein im Kessel innenliegendes Rohr mit dem hohen großen Dom verbunden sein. Die Firma Hagans wird sich etwas dabei gedacht haben. Ganz sicher ging es darum, möglichst trockenen Dampf zu gewinnen. Als Bremse genügt eine einfache auf die zweite Kuppelachse wirkende Klotzbremse mit Wurfhebel. Die Steuerung ist einfach und nach Bauart Allan-Trick, die Schieber sind als gewöhnliche Flachschieber ausgebildet.

Im Vordergrund stehen zwei Bauloren ohne Kippeinrichtung in einfachster Bauform, wie sie zur damaligen Zeit sehr häufig anzutreffen waren.


Das Bild zeigt den Erfurter Anger mit dem heute längst vergessenen und nach 1950 abgerissenen Haus zum Eck Anger 4 sowie dem Gasthaus zur Löwen-Brauerei, das bereits um 1903 bis 1906 dem Abbruch zum Opfer fiel. Beide Gebäude stammen von ihrer Grundsubstanz her aus dem Mittelalter. Sie liegen in der inneren Stadtbefestigung, also im alten Erfurter Stadtkern. Genau dort, wo sich das Haus zum Eck befindet, haben wir heute die (breite) Tromsdorff-Straße. Links außerhalb des Bilder liegt heute die Meyfart-Straße. Hinter der Lok sehen wir die Mauern des Ursulinen-Klosters, die heute noch vorhanden sind. Im Rücken des Zeichners ist die Kaiserliche Post zu finden, die sich 1883 im Bau befindet. Es werden gerade die tiefen und weitläufigen Fundamente ausgehoben, was auch die Anwesenheit der Baulokomotive erklärt. Der Anger befindet sich im Umbau. Bis auf die besagten Klostermauern ist heute von all dem nichts aber auch gar nichts mehr vorhanden.

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