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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 10 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulrich Walluhn

170 Jahre Eisenbahnhauptwerkstatt Erfurt - Stadt und DBAG wollen jede Erinnerung unterdrücken

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 22.07.2016 14:42

Die geplante Veranstaltung 170 Jahre Eisenbahnhauptwerkstatt am morgigen 23.07.2016 ist mir heute bundespolizeilich als auch von Seiten der DBAG unter Strafandrohung (Haus- und Landfriedensbruch) verboten worden. Ich hatte bereits gestern und heute an vier Stellen der Ruinen der Hauptwerkstatt mit Wachskreidestiften die Bedeutung und das Erbaujahr der Gebäude geschrieben. In etwa so: "Östliche Richthalle für Lokomotiven. Erbaut 1876". Als ich mit den Arbeiten fertig war, aber erst dann, wurde ich von der Bundespolizei rüde festgenommen, zum Revier verbracht und erkennungsdienstlich wie ein Schwerverbrecher behandelt. Es wurden Gegenstände beschlagnahmt. Die Bundespolizei hat Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und illegalen Betretens von DBAG-Betriebsgelände (!!) gestellt. Man machte kein Geheimnis daraus, von der Aktion im Vorfeld gewusst zu haben.
Wenn dann liegt in meinem Falle höchstens eine Ordnungswidrigkeit, aber niemals eine Straftat vor. Ich werde gegen das Verhalten des "Organs" rechtliche Schritte einleiten. Ich habe eine Ruine mit Wachsstiften beschriftet. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe einen Weg betreten, von dem nicht einmal sicher ist, ob er überhaupt der DBAG noch gehört und der täglich von dutzenden Passanten begangen wird.
Offensichtlich gibt es in der Stadt Erfurt (ziemlich weit oben) Kräfte, die keinerlei Erinnerung an 170 Jahre Eisenbahnwerkstatt Erfurt wollen. Anders sind weder der heutige Vorfall noch die seltsamen Ereignisse an den Tagen zuvor erklärbar.
Ich werde daher morgen am 23.07.2016 um 12.00 Uhr in Erfurt im Bereich Bahnhofvorplatz - Direktionsturm (Bahnhofstraße 23) eine Spontandemo durchführen und den Vorfall für alle Bürger öffentlich machen.
Ich bitte um zahlreiche und solidarische Teilnahme. Danke.
Dies was hier passiert ist, hat nichts mehr mit Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu tun, sondern passt eher zu Polizeikräften in China oder Nordkorea.
Interessant auch, dass polizeilich behauptet wurde, die Gebäude würden der Stadtgemeinde Erfurt gehören (die jetzt die Reinigungskosten für meine so wörtlich Schmiereien tragen müsse), alle umgebenden Straßen und Wege aber der DBAG, so auch der öffentliche Weg hinter dem Direktionsgebäude (Radhaus) und der Thomasstraße. Beides ist wissentlich falsch! Ferner wude mir unterstellt, ich hätte öffentliche Gebäude (!) beschädigt.
Wer hat hier seine Finger im Spiel? Wer sind die Hintermänner, die ein so rüdes Vorgehen anordnen? Warum soll verschwiegen bleiben, dass die ehemalige Hauptwerkstatt Erfurt eigentlich unter Denkmalschutz gestellt werden müsste?

Antworten:

Bundespolizei rudert schnell zurück - der neue Stand der Dinge

Ich habe heute das Gespräch mit der Bundespolizei Dienststelle Erfurt gesucht. Man ist ganz schnell zurückgerudert. Das über fast 25 Jahre gute Verhältnis konnte wieder hergestellt werden. Am Freitag sind 4 diensthabende Beamte weit über ihr Ziel hinausgeschossen. Dies allerdings wird Konsequenzen haben. Die entsprechenden Schritte bei der Staatsanwaltschaft und beim Innenministerium (Holger Poppenhäger) habe ich eingeleitet.

Die Sachlage ist wie folgt.

Die von mir angebrachten Anschriften, man höre und staune, das hätte ich niemals gedacht, verändern das Aussehen einer Sache und sind daher Sachbeschädigung. Dabei ist egal, ob es sich um eine Luxusvilla, eine Industrieruine oder einen Steinhaufen handelt. Man darf nichts dranschreiben. Man darf auch an Schrottlokomotiven nichts anschreiben. Das sollten wir uns alle merken und zukünftig sein lassen. Polizei und Staatsanwaltschaften versehen hier keinen Spaß mehr. Hintergrund sind die überbordenden Grafitti-Schmierereien in den Städten. Also aufpassen. Erlaubt hingegen ist das Hinhängen von Transparenten oder das zeiltich befristete Ankleben von Texten und Bildern etwa mit Klebeband, sofern sich dieses rückstandsfrei wieder entfernen lässt. Ich denke, dies weiß nur der Jurist, aber so gut wie kein Eisenbahn- oder Fotofreund. Nun habe ich der Staatanswaltschaft geschrieben und meinen Fehler bereut. Ich denke, hier wird kein Rattenschwanz nachkommen. Ein Anhörungsbogen vielleicht und dann wird es sich haben. Es handelt sich um einen Bagatellfall mit nicht niederen (also höheren) Beweggründen. Die Herren von der Polizei hatten einen Elefanten daraus gemacht.

Das Betreten der Wege zwischen ehemaligem Direktionsgebäude (also Bundespolizeidienststelle) und Löberstraße bzw. Thomasstraße ist nicht verboten. Es handelt sich nicht um Betriebsbgelände der Deutschen Bahn AG. Nicht einmal die Polizei weiß, wo sich die Gemarkungsgrenzen wirklich befinden. Jedermann kann dort durchgehen. Damit war die Aussage der Polizisten vom Freitag unwahr und unter Umständen sogar Rechtsbeugung.

Das Schild "DB-Anlage" an der östlichen Richthalle ist ohne Grundlage und damit wirkungslos. Der Eigentumer, eine Düsseldorfer Immobiliengesellschaft, hätte hier im Zusammenwirken mit der Stadt Erfurt längst Klarheit schaffen müssen. Beide sind untätig. Offenbar hält es aber auch die DBAG nicht für nötig, ihren Bereich ordentlich abzuschildern. Vermutlich wissen auch sie nicht, wo wirklich die Grundstücksgrenzen verlaufen. Dies alles kann nicht zu Lasten der (ahnungslosen) Bürger gehen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da auch die Bundespolizei deswegen ständig genervt wird.

Das Fotografieren der Anlagen der ehemaligen Hauptwerkstatt Erfurt ist von allen öffentlich nutzbaren Wegen uneingeschränkt erlaubt. Also auch hier nicht in die Irre führen lassen.

von Ulrich Walluhn - am 24.07.2016 16:09

170 Jahre Eisenbahnhauptwerkstatt Erfurt - neuer Termin für die Feierstunde vor Ort

Die Bundespolizei Erfurt kann mir die Feierstunde an der Hauptwerkstatt Erfurt im Bereich des Durchgangsweges Bahnhofstraße zur Löberstraße nicht verbieten. Sie hat hierzu keinerlei Kompetenz. Auch dies wurde heute klar. Ich werde also die Veranstaltung mit dem Zeigen meiner gemalten Bilder neu ansetzen und den Termin neu bekannt geben. Gestern wäre es ohnehin buchstäblich ins Wasser gefallen, da gegen 12.00 Uhr Regen einsetzte.

Die Feierstunde wird im August 2016 stattfinden. Leider gibt es keinen Zugang von der Thomasstraße in den Innenhof mehr. Das Wasserhaus von 1846/47 können wir daher nur aus der Ferne begutachten.

Meine Anschriften an den alten Werkstätten sind weiterhin zu lesen. Dies und die Feier sind der letzte Dienst, den ich "meiner" Hauptwerkstatt Erfurt erweisen kann. Oder vielleicht doch nicht? Sollte ich bei Stadt und Denkmalschutz für den Erhalt kämpfen?

von Ulrich Walluhn - am 24.07.2016 16:17

170 Jahre Eisenbahnhauptwerkstatt Erfurt - Feierstunde vom 19. September 2016

Am 19. September 2016 fand nun endlich die angekündigte Feierstunde statt. Erste Bilder hierzu sind im Forum eingestellt. Der leser schaue bitte nach hier: Feierstunde

von Ulrich Walluhn - am 20.09.2016 18:09
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