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Eisenbahnforum Ulrich Walluhn
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Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Ulrich Walluhn

Mein dreißigstes neues Eisenbahnbild

Startbeitrag von Ulrich Walluhn am 24.07.2016 15:16

Mein heutiges nun schon 30-stes Eisenbahnbild läutet den Reigen zum Thema Lokomotivfabrik Hagans Erfurt ein. Wir sehen die Jubiläumslok Fabriknummer 500 Ende März des Jahres 1904. Es handelt sich um die T3 verstärkter Ausführung HANNOVER 1855, ab 1906 HANNOVER 6194. Sie wurde 1926/27 in 89 7463 umgezeichnet. Empfangsort dieser Tenderlok ist Hannover Hauptgüterbahnhof. In der Lieferliste ist der Tag der Anlieferung vom 08.02.1904 auf 29.03.1904 abgeändert. Warum ist nicht mehr bekannt. Ihr blieb kein langes Leben beschieden. Ausgemustert am 02.02.1927 beim Bw Hannover Hauptbahnhof wurde sie als Schrott an die bekannte Firma Erich am Ende in Berlin-Weißensee verkauft. Diese Firma hieß Erich am Ende deshalb, weil sie zu ihrer Gründung (weit vor 1900) in Weißensee am Ende der Straße lag. 1989 hatten wir einen zweiten Erich am Ende. Dieser hieß Erich Honecker und hatte mit Lokomotiven und Schrott absolut nichts gemein.



Die Lok zeigt die typischen Baumerkmale der verstärkten Ausführung der Normalien-Bauart T3 mit großem Dampfdom und Führerhaus mit glatter Rückwand. Auffällig ist die Heberlein-Seilbremse mit ihren Rollen auf dem Führerhausdach und am Schornstein. Hinzu kommt eine Luftdruckbremse (Bauart nicht klar, es könnte bereits Knorr sein, Fotos zeigen die Lok führerseitig mit einer stehenden Luftpumpe mit Kühlrippen), deren Luftbehälter unter dem seitlichen Wasserkasten erkennbar ist. Der Außenanstrich ist typisch grün-schwarz bei dunkelrotem Triebwerk. An der Lok selbst finden wir noch einige Zeichen des Werkmeisters Bauße. Dichtungen müssen kontrolliert und nachgezogen werden, Anbauelemente sind auf festen Sitz zu prüfen. Es fehlen noch die Kupplungen und wenige Kleinteile. Die Lok steht kurz vor ihrer Vollendung.

Im Hintergrund sind zwei Werkhallen und rechts ein Nebengebäude zu sehen. In der links stehenden Halle mit dem Tor werden die Lokomotiven endmontiert. Hier stehen auch Fräs-, Bohr- und Hobelmaschinen zum Bearbeiten der Einzelteile. Die Lok selbst steht auf einem provisorischen Gleis, wie bei Hagans lange Zeit üblich. Ihre Probefahrt erfolgt im beengten Werkhof über nur wenige Meter und erfordert viel Geschick. Vorn links liegen drei Rohrteile. Es handelt sich um Wasserzuführungsrohre für Eisenbahn-Wasserkräne, die Hagans auch über lange Jahre herstellte. In der Mitte sehen wir vier Fässer und rechts einen großer Haufen Dienstkoks zum Befeuern der Öfen im Werk.

Der Maler schaut in Richtung Nord bis Nordost. Links vom Bild verläuft der Dalbergsweg. Rechts hinter den Gebäuden befindet sich Kartäuser Straße. Im Rücken des Zeichners liegt das alte Wohnhaus (ich werde es im kommenden Bild zeigen) und die Kreuzung Pförtchenbrücke mit Kartäuser Straße, Friedrichstraße (heute Straße des Friedens) und Dalbergsweg.

Ich habe mit diesem Bild dem alten Werk von Christian Hagans das erste Denkmal gesetzt. Soweit mir bekannt, existieren davon überhaupt keine Gemälde. Die noch heute in Erfurt ansässige Familie Hagans wird es mir ganz sicher danken, die Stadt Erfurt ganz sicher nicht.

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